Paul Brunton
Spiritualität Blog

www.spritualitaet-paulbrunton.blog

Grüß Gott

 

P h i l o s o p h i e

der Wahrheit, Wirklichkeit, Zeitlosigkeit,

Göttlichkeit, Freiheit (= Suche)
und
M e n t a l i s m u s

(Geist, GEIST, Weltgeist, Weltidee,

Bewusstsein, Spiritualität)

und

Texten des Autoren PAUL BRUNTON als „Informations- und Arbeitsmaterial.“

 

Zusammengetragen von einem zutiefst dankbaren, überzeugten und unbeirrbaren lernenden Schüler in Form eines Blogs mit dem Titel

„Beweis der größten Sünde und ärgsten Dummheit des Menschen (der Menschheit)“

Das ist eine Herausforderung. Das ganze Leben ist eine Herausforderung. Mit der Annahme der Herausforderung kann man Schritt für Schritt die Früchte ernten und belohnt werden. Grundlage für die Herausforderung kann das „Informations- und Arbeitsmaterial“ sein, das diesem Blog beigefügt ist.

 

Hier einige Texte zur Einstimmung und Entscheidung der Frage der Annahme der Herausforderung überhaupt, jetzt oder vielleicht einmal später:

 

Glück

Nichts als die Erkenntnis der Seele kann einem Menschen totales Glück bescheren.

 

Liebe

Wahrlich, das Überselbst (die Seele) wird sein geliebter Gefährte, es bringt eine unsägliche Zufriedenheit und tiefe Liebe, wie es keine äußere Freundschaft je könnte.

 

Freiheit

Ein Mensch ist wirklich frei, wenn seine Intuition seinen Intellekt steuert und über seine Energien herrscht.

 

Erleuchtung

Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

 

Gott

Hilf dir selbst, hilft dir Gott. Mit Hilfe des Informations- und Arbeitsmaterials.

 

Bewusstsein

Dasjenige, das allzeit im Hintergrund aller Gedanken liegt, ist das BEWUSSTSEIN. Ohne es könnten sie niemals erscheinen oder existieren, während das BEWUSSTSEIN aus eigenen Kräften existiert.

 

Geist

Wie wir Menschen ihn jetzt kennen, stellt nur die schäumende, tosende Welle an der Oberfläche eines kilometertiefen Meeres dar.

 

Charakter

Der Charakter ist des Menschen ist sein Schicksal.

 

Geschick

Ein schlechter Charakter muss zu einem schlechten Geschick führen.

 

Schicksal

Das Geschick des Menschen ist alles, was ihm geschieht, ob selbstverschuldet oder von einer höheren Macht bestimmt. Das   S c h i c k s a l   eines Menschen ist die spezielle, nämlich gefügte Art von Geschick und daher jenseits seines Einflusses.

 

Karma

Ist der König, der diese Erde regiert.

 

Ego

Der Wesenskern des Menschen ist vollkommen, nicht aber das Ego des Menschen

.

Macht

Macht über das Denken zu haben und es erhabenen Themen zu weihen, bringt mehr inneren Frieden und mehr Kraft.

 

Selbstbeherrschung

Wer ständig die Gegenwart der göttlichen Seele in sich fühlt, erwirbt eine mühelose Selbstbeherrschung.

 

Leben

Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.

 

Lebensherrschaft

Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das Leben.

 

Goldene Regel

Was du nicht wünscht das dir einer tut, das füg auch keinem anderen zu.

 

Religion

Die göttliche Seele (= Überselbst) ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei.

 

Reden

Wenn Herz zu Herzen spricht, was gibt es dann noch zu sagen?

 

Wahre Botschaft

Sucht das Göttliche in euch, kehrt täglich zu ihm zurück, lernt in ihm zu leben und   s e i d  es schließlich!

 

Ziele

Vier Ziele gibt es, die die Philosophie dem Menschengeist steckt: 1. Sich selbst erkennen;      2. Sein Überselbst zu erkennen; 3. Das Universum zu erkennen; 4. Sein Verhältnis zum Universum zu erkennen.

 

– Viel Glück und Erfolg und alles Gute –

Über Paul Brunton

Texte des Vorwortes der im Aquamarin Verlag erschienen Werke von Paul Brunton

 „Paul Brunton wurde im Jahre 1898 in London geboren. Nach Schulzeit und Studium arbeitere er mehrere Jahre sehr erfolgreich als Journalist, bis in den dreißiger Jahren sein Interesse für Meditation, Philosophie und östliche Weisheit seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Er begab sich auf lange Auslandsreisen und widmete sich besonders dem Studium der Spiritualität Indiens und seiner Repräsentanten. Im Laufe der folgenden zwanzig Jahre verfasste Paul Brunton ein Dutzend Bücher, die in alle großen Weltsprachen übersetzt wurden und ein Millionenpublikum erreichten. Er galt als  d e r  europäische Kenner östlicher Weisheitslehren.

Nachdem er einige Zeit in den USA und Australien verbracht hatte, kehrte er schließlich nach Europa zurück, um in der Südschweiz sein stilles, verborgenes Domizil aufzuschlagen. Hier widmete er sich der Meditation, der philosophischen Reflexion und dem Schreiben.

Die Jahre der Stille und Kontemplation sollten Jahre großer Fruchtbarkeit sein. Seine sich stets vertiefende Einsicht in die Mysterien des Seins schlug sich in der Abfassung seiner „Notebooks“ nieder, die eine schier unerschöpfliche Quelle der Weisheit bilden. Es war Paul Bruntons ausdrücklicher Wunsch, die Veröffentlichung der „Notebooks“ erst nach seinem Tode vorzunehmen. Mögen seine epochalen Werke wie ein Komet am Himmel des Geistes leuchten, als Symbol der Hoffnung und Inspiration für eine suchende Menschheit.

Paul Brunton ist am 27. Juli 1981 in Vevey in eine höhere Wirklichkeit zurückgekehrt.

B e w e i s der größten SÜNDE und ärgsten DUMMHEIT des MENSCHEN (der Menschheit)

-Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott –

Vermächtnisse des Autoren Paul Brunton und Jesus                                           

S u c h e   als Lebenszweck, Sinn, Inhalt, Bedeutung, Erfüllung, Notwendigkeit

  • Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und dies alles wird euch dazugegeben werden (Matth. 8.33).
    + Reich Gottes: Göttliche Selbst, Bewusstsein, Intuition, Erleuchtung, Spiritualität.                + Alles was dazugegeben wird: Wahrheit, Gesundheit, Glück, Liebe, Nächstenliebe, Freiheit, innerer Friede, Charakter, Klarheit, Sicherheit (= Tugenden).

Zitate:                                                                                                                                                                                   
+ Hat die Menschheit im Gang der Geschichte die Wahrheit gefunden? Warum muss ein Mensch, der sie wissen will, seine eigene persönliche Suche ganz von vorn antreten.
Deshalb, weil er sie für sich selbst erkennen muss.                                                                                       
+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

  • Missachtung der Suche = Konsequenzen, Verfehlungen: Habgier, Machtmissbrauch, Rücksichtslosigkeit, Respektlosigkeit, Neid, Hass, Kriminalität, Lüge, Untreue, Missachtung der Würde von Menschen und Tieren, Rassismus, Einfältigkeit, Primitivität, Falschheit, fehlendes Unrechtsbewusstsein, Charakterlosigkeit, Unberechenbarkeit, Unzufriedenheit …..(= Untugenden).                       
  • Hilfsmittel für die Suche: Das Informations- und Arbeitsmaterial
Inhaltsverzeichnis

+ Beweis der größten Sünde und ärgsten Dummheit des Menschen (der Menschheit) 
+ Erklärung zur Widmung
+ Wichtige Ideen und Überlegungen 
+ Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott 
+ Denk- und Entscheidungsanstoß für die Suche der Seele (Überselbst) 
+ Interessiert – inspiriert? 
+ Der ganze Mensch – Bildung, Entwicklung                     
+ Wissenschaft des Bewusstseins und der Wahrheit (spirituell, mystisch)                  
+ Geburtsrecht auf Bildung, Wahrheit, Spiritualität               
+ Lernen und Studieren – nicht mehr? Was ist mit „Intuition“? 
+ Bildung, Bildung, Bildung – Schreiben an einen Leiter einer Mittelschule 
+ Menschenleben, Menschenwissen (Einsicht, Erkenntnis, Erleuchtung)            
+ Menschheit 
+ Gerechtigkeit 
+ „Schlagzeilen“ zum Leben des Menschen 
+ Tragisch – Tragödie – Menschheitstragödie 
+ Armut und Reichtum 
+ Zwischenmenschliche Beziehungen, zwischenmenschliche Störungen 
+ Ja-Wort bei der Eheschließung und: prüfe wer sich ewig bindet 
+ Alltagsthemen und Aspekte zum Leben (alphabetisch geordnet)
+ Gedanken – Denken – Suche – Wahrheit (Sammlung ungeordnet)
+ Das Ego  / Was bin ich?
+ Unterschiede zwischen dem persönlichen Ego und dem unpersönlichen Überselbst
+ Karma / Schicksal / Geschick
+ Intuition, Inspiration, Überselbst (Höheres Selbst/Seele)
+ Überselbst (Höheres Selbst/Seele), Ego, Offenbarung, Aufleuchten (I und II)
+ Achtsamkeit und mentale Stille
+ Aufmerksamkeit / Konzentration / Meditation
+ Göttlich – Göttlichkeit – Gott
+ Worte von Jesus (Matthäus-Evangelium)
+ Der Mentalismus
+ Wesen / Wesenheit
+ Mantra, Rosenkranz, Beten

Information von Mensch zu Mensch

 

Beweis der größten Sünde und ärgsten Dummheit des Menschen (der Menschheit)                                                                                                                                 

Zitat:
„Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst (= seiner eigenen Seele) begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit.“
(Autor Paul Brunton / P.B.)

Weitere Zitate des Autoren Paul Brunton:
+ Das, was am wichtigsten für und in uns ist, ist Bewusstsein. Dennoch ist es das eine Ding über uns selbst, das wir am wenigsten kennen und am meisten außer Acht lassen.
+ Die göttliche Seele (= Überselbst) ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.
+Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.
+ Wenn einer zu diesem Glauben an die Wirklichkeit seines eigenen höheren Selbst findet, dann kann er zu aller Erkenntnis kommen, die er benötigt, zu aller Hilfe, die er braucht, vorausgesetzt er nimmt sich seine geistige Führung (intuitiv gespürt) zu Herzen und wendet ihre Gebote auf sein tägliches Leben an.
+ Wer mit der Welt-Idee, die allen Dingen, allen Wesen, dem ganzen Universum innewohnt, zusammenarbeiten, in Harmonie mit ihr und seinen Mitgeschöpfen leben will, den wird es früher oder später auf diese Suche ziehen.
+ Sicherlich hat doch die Menschheit inzwischen im Gang der Geschichte die Wahrheit gefunden? Warum muss dann ein Mensch, der sie wissen will, seine eigene persönliche Suche ganz von vorn antreten? Deshalb, weil er sie für sich selbst erkennen muss.
+ Es ist logisch, dass, wenn jedes Individuum in einer Gruppe besser wird, die Gruppe, der es angehört, auch besser wird. Und was ist die menschliche Gesellschaft anderes als eine solche Gruppe? Du hilfst ihr am besten, indem du mit dem Individuum anfängst, über das du wirklich bestimmen kannst – mit dir selbst – und dies besserst. Tu das, und dann kannst du dich der Aufgabe zuwenden, die anderen Mitglieder der Gesellschaft zu bessern, und zwar nicht nur leichter, sondern auch mit weniger Fehlschlägen.
+ Macht das Ego die Entdeckung, dass es ein Teil des Ganzen ist, dann hört es ganz von selbst auf, nur um des eigenen Nutzens willen zu leben und beginnt, auch für den der Allgemeinheit zu leben.
+ Die Tatsache, dass so wenige sich auf diese Suche (= Seele, Überselbst, Wahrheit) gewagt haben, sagt nichts darüber, was in der Zukunft geschehen wird. Wenn die  Menschheit irgendeinen anderen Weg zu ihrer Erfüllung nehmen könnte, wäre ein Fortbestehen dieser Situation denkbar. Doch es gibt keinen anderen Weg. Nur auf diesem Weg kann ein Mensch sich unwiderlegbar die hohe Würde seines wahren Wesens beweisen. Nur auf diesem Weg kann er die  Kraft erlangen, in sich und aus sich selbst heraus zu leben, das heißt, in der einzigen auf dieser Erde möglichen Freiheit.

Empfehlung:                                                                                                                                                               Wenn gewillt, das „Informations- und Arbeitsmaterial“ einmal „locker“ durchlesen und falls dieses Zitat zum Tragen kommt:
„Findet er (= der lesende Mensch) einige seiner eigenen Intuitionen im Buch eines anderen ausgedrückt und zu Papier gebracht, dann sieht er ihre Wahrheit bestätigt und sich  selbst geistig getröstet“ die entsprechenden Stellen markieren und schrittweise wiederholen, vertiefen und erweitern, d.h. nimm dir daraus all das, was für dich in deiner gegenwärtigen Geistesverfassung persönlich von Wert ist, und lass alles Übrige links liegen. (= „eklektisches Vorgehen“).

Und:  Verweis auf die erschienenen Werke des Autoren Paul Brunton.                                                                                                                                                                                     

Informations- und Arbeitsmaterial    –    Information von Mensch zu Mensch 

E r k l ä r u n g   (Motiv)  z u r   W  i d m u n g                   (=Experiment)

Bin Jahrgang 1945 und befinde mich auf dem „finalen Lebensweg.“ Das heißt, ich werde und muss mich stärker und intensiver dem widmen und daran arbeiten, was mich seit Jugend an neben all dem Anderen beschäftigt hat. Dabei geht es um, Zitat: „Vier Ziele gibt es, die die Philosophie dem Menschengeist steckt:
1. Sich selbst erkennen
2. Sein Überselbst (= Seele) zu erkennen
3. Das Universum zu erkennen
4. Sein Verhältnis zum Universum zu erkennen. Diesen Zielen nachzustreben macht die Suche aus.“ (Autor Paul Brunton / P.B.).
Und, Zitat: „Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das hervorgeht aus dem Munde Gottes.“ (Matth.Evang. 4.4.). (= Bewusstsein / Intuition!).
Meine Suche und Hilfe gründet sich ausschließlich auf die Werke des Autoren Paul Brunton und das Buch der Bücher (bei letzterem konzentrierte ich mich gänzlich nur auf die direkten Worte/Aussagen von Jesus).

Gründe für die Weitergabe des „Informations- und Arbeitsmaterial“ an die Mitmenschen
+ Empfinde tiefe Dankbarkeit und großes Glück über die Existenz dieses geschriebenen Wissens und die unbezahlbare Freiheit, dass ich es finden konnte und in meinen Händen zur Verfügung habe. Diese für mich übergroße Wertschätzung ist schon Grund genug.

+ Hinzukommt, Zitat: „Selbst absichtliches Nichthandeln schafft eine karmische Folge, da gibt es kein entrinnen. Es birgt eine versteckte Entscheidung,   n i c h t   zu handeln und stellt daher eine Form des Handelns dar!“ (P.B.). Somit handle ich.

+ Außerdem geht es noch um Sinn und Inhalt der noch vorhandenen Lebenszeit und die Beobachtung und Erkenntnis, ob und was sich ggf. daraus ergibt und entwickelt. Zum Beispiel, ob für sich selbst auch der unschätzbare Wert entdeckt wird und man dann geneigt ist, auch anderen Menschen die Chance zu ermöglichen.

Hinweis:        
Das „Informations- und Arbeitsmaterial“ beinhaltet keine einzige Zeile von mir persönlich (von einigen einzelnen ganz wenigen abgesehen). Es handelt sich um die aus meiner Sicht gefundenen und herausgeschriebenen wichtigen, wertvollen, bedeutungsvollen, wahrhaftige Texte. Meine Person ist in diesem Zusammenhang gänzlich ohne jede Bedeutung. 
Und: Es geht um keine Zugehörigkeit zu einer Religion oder Organisation jedweder Art. Es geht ausschließlich um die Zugehörigkeit zur Gruppe der Menschheit.

Wichtige Ideen und Überlegungen                                          

+ Information der Menschen
J e d e r   Mensch sollte die Chance und Möglichkeit haben, das „Informations- und Arbeitsmaterial“ (welches sehr wohl noch u.a. optimiert, verbessert, ergänzt werden kann) zur Kenntnis nehmen und es ggf. auch an der Hand haben zu können. (Jeder Mensch hat es in der Regel selbst in der Hand, sein Leben mehr oder weniger unbewusst auf „Sand“ (= Ego, Egoismus, Materialismus) zu bauen oder aber bewusst durch eine klare Willensentscheidung auf einen „Felsen“ (= Seele, Spiritualität, Wahrheit)).

+ Fußabdruck 
Im Zusammenhang mit Klimawandel und Umweltschutz spricht man u.a. von einem „persönlichen Fußabdruck“ (Verhalten, Ressourcenverbrauch etc. jedes einzelnen Menschen).
Wäre es für das Leben und Überleben der Menschheit nicht auch wichtig und zwingend, über einen „spirituellen Fußabdruck“ nachzudenken und allgemein bewusst zu machen?        (Was trägt jeder einzelne Mensch durch sein/e/n Bewusstsein, Geisteshaltung, Egoismus, Emotionen, Charakter, Verhalten, Denken und Handeln direkt in Bezug auf das Leben anderer Menschen und indirekt gegenüber der Menschheit und Schöpfung der Erde im negativen, verletzenden Sinne bei? Vgl. auch „Ärgernis“, Matth. 18.7. . Mit der zwangsläufigen Folge für sich selbst ein folgewirksames schlechteres Karma zu erzeugen).

+ Schlüssel und „sportlicher Wettbewerb“
+ Es gibt viele Experten, Kapazitäten, hochangesehene Wissenschaftler, große namhafte Persönlichkeiten und kluge verantwortungsbewusste Menschen. Wäre es nicht wünschenswert, wenn diese ihre entscheidenden und ewig gültigen Erkenntnisse (Schlüssel) für ihr Leben und das Leben der Menschheit, zum Beispiel auch in Form eines Wettbewerbes (wer verfügt über Wissen und Unterlagen in diesem Sinne) erklären und offenbaren würden, z.B. in den Sozialen Medien, sofern sie diese suchten und fanden.
+ Ein „Schlüssel“ ist die „Suche der Wahrheit“. Für sich selbst. Gemeinsam in der Eltern-/ Kind-Beziehung. Gemeinsam in der Partnerschaft (Ehe). Gemeinsam in vielerlei Beziehungen, Gemeinschaften, Verbünde, Vereinigungen, Völker, etc. 
Hilfsmittel:
Das Informations- und Arbeitsmaterial.
+ Aus Sicht der Philosophie: „Der Sieg über sich selbst (das eigene Ego), ist der größte Sieg.“ Gibt es auf der ganzen Welt öffentlich diese „Disziplin“? Wird es sie jemals geben? Das Ego ist es, warum es sie eher nicht geben wird.                               

+ „Heiße Luft“ und um den „Heißen Brei“
Gemessen und orientiert an: der Wahrheit, dem Überselbst, dem universalen Sein, – was ist das eigene Denken, Reden und Handeln demgegenüber „heiße Luft“ und dreht sich um den „heißen Brei?“ Wäre es nicht eine interessante „Denksport-Aufgabe“, öfters darüber nachzudenken und darüber zu befinden?

+ Verantwortung / Gerechtigkeit / Glaubwürdigkeit / Vertrauen / Charakter / Die Würde aller Menschen ist unantastbar  /  Alles was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt ebenso auch ihr ihnen tun / Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Urteil, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden und mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird euch gemessen werden / Es sei euer Jawort ein Ja, euer Nein ein Nein. Was darüber hinausgeht  ist vom Bösen.
+ Zitat: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ „Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden.“ (Matth. 12.30./31.)
+ Jeder Mensch ab einem gewissen Alter sollte für sich darüber Rechenschaft ablegen, ob und mit welcher Kraft er für diese grundlegenden und elementaren Werte ist und welche Bedeutung er ihnen beimisst!
+ Diejenigen Menschen, denen andere Menschen untergeordnet sind und die anderen Menschen vorstehen (u.a. Eltern, Vorgesetzte, Amtsträger, Vorstände, Politiker, Manager) sollten offen erklären, ob und mit welcher Kraft sie für diese grundlegenden und elementaren Werte sind, sie vorleben und für sie eintreten werden!

+ Das Wichtigste und Ausschlaggebendste
Zitat: Die allgemeine Richtung seiner Gedanken und Taten – nicht diese Gedanken und Taten selbst – wie auch das Ideal, in das der Mensch sich am häufigsten vertieft, sind in seinem Leben das Wichtigste und Ausschlaggebendste. (P.B.)

+ Herrschaft über das Leben
Zitat: Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eignen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das Leben. (P.B.)

+ Größte Sünde und ärgste Dummheit des Menschen wegen Missachtung der eigenen Seele

Die Beweisführung:
+ Diese bedarf keiner weiteren Worte, das Informations- und Arbeitsmaterial, d. h. die Texte des Autoren Paul Brunton und von Jesus sprechen für sich.
+ Mit der Missachtung des Informations- und Arbeitsmaterials beweist der Mensch seine größte Sünde und ärgste Dummheit
* wenn er dieses nicht gesucht hat,
* oder glaubt, es besser zu wissen, 
* oder glaubt, über ein besseres und einschlägigeres zu verfügen.Wenn Letzteres zutreffen sollte, sollte dies allgemein bekannt gemacht und den Menschen zugänglich gemacht werden. 

Interessiert - inspiriert?


(Texte des Autoren Paul Brunton aus dem Informations- und Arbeitsmaterial, ungeordnet)
Frage: 
+ Was passiert nach dem Lesen dieser Seiten 1 und 2?
* Weiter ein Leben auf „Sand“?  (= Ego, Egoismus, Materialismus)
* Zunehmend ein Leben auf einem „Felsen“?  (= Seele, Überselbst, Wahrheit)

+ Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst (= Seele) begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit.

+ Das, was am wichtigsten für und in uns ist, ist Bewusstsein. Dennoch ist es das eine Ding über uns selbst, das wir am wenigsten kennen und am meisten außer Acht lassen.

+ Als ein Ausdruck der göttlichen Lebenskraft ist ein jeder einzigartig. Letztendlich wird er seine Führung immer von innen beziehen müssen, das  heißt direkt von jener Lebenskraft, die ihn zu dem gemacht hat, was er ist.

+ Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken uns Sinne herrscht, herrscht über das Leben.

+ Wer ständig die Gegenwart der göttlichen Seele in sich fühlt, erwirbt eine mühelose Selbstbeherrschung.

+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen  Wert einer Person.

+ Nichts als die Erkenntnis der Seele kann einem Menschen totales Glück bescheren. Sie befreit ihn von der versteckten Angst vor den Wehen des irdischen Daseins; sie befreit ihn von aller Sorge um die Zukunft, und aus den unendlichen  Tiefen seines eigenen Wesens kann er all die Weisheit schöpfen, die er braucht, um letzterer zu begegnen. Indem er die Erkenntnis der verborgenen Wahrheit seines eigenen Wesens gewinnt, findet er seine wirkliche Freiheit.

+ Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.

+ Findet er einige seiner eigenen Intuitionen im Buch eines anderen ausgedrückt und zu Papier gebracht, dann sieht er ihre Wahrheit bestätigt und sich selbst geistig getröstet.

+ Diese Augenblicke spiritueller Einsicht geben ihm mehr als viel Studieren es je könnte.

+  Wenn die Suche nicht mehr erreicht, als einen in seinen schwärzesten Stunden vor völligem Versinken in der allbeherrschenden Weltlichkeit zu bewahren, hat sie genug getan.

+ Jetzt wissen wir, dass unsere Lebenserfahrung so grenzenlos oder so eingeschränkt sein kann wie unser eigenes    D e n k e n  . 

+ Wenn wir nur diesen Standpunkt des Ewigen Jetzt beziehen und uns ihm verschreiben wollten, wie viele Angelegenheit, die uns Sorgen bereiten, kränken und deprimieren, würden uns dann nicht mehr quälen! Wie trivial und vergänglich sie scheinen würden!

+  Diese niemals zu Ende kommende Erforschung der Bedeutung des eigenen Lebens und des Lebens der ganzen Menschheit, diese ununterbrochene Selbstprüfung, was Charakter und Motive anbelangt, beschleunigt die Entwicklung deines Geistes und die Reife deines Egos, beschleunigt die Verwirklichung deiner Selbst und  die Entfaltung deiner inneren Möglichkeiten.

+ Die Erinnerungskraft ist nur in dem Maße nützlich, in dem sie es uns möglich macht, an die Höhere Kraft zu denken.

+ Nicht nur die Welt ist ein im –BEWUSSTSEIN-Erscheinendes, sondern auch das Ego. Es ist am Ende ein Gedanke, vielleicht der stärkste von allen, und nur das Bewusstsein-an-sich ist die Wirklichkeit, die es speist und der es seine Existenz und sein Leben verdankt.

+ Es ist absolut gewiss und ganz unzweifelhaft, dass das Bewusstsein primär ist, der Anfang aller Dinge, der einzige GOTT, den es geben könnte, und der einzige den es jemals gegeben hat. Wenn einer daran zweifelt, dann deswegen, weil er blind ist, also nicht sieht; weil er benebelt ist, also nicht versteht. Von was oder von wem sonst rührt sein eigenes Bewusstsein, sein Erkenntnisvermögen und seine Denkkraft her?

+ Das höchste Ziel der Suche ist nicht die durch Zerstörung des Ich, sondern die durch Vollendung des Ich gewonnene Erleuchtung. Es ist die Funktion des Egoismus, die es zu zerstören gilt, nicht das was die Funktion ausübt. Die Herrschaft des Ich hat zu verschwinden, nicht das Ich selbst.

+ Identifiziert man sich mit dem Ego als einer wirklichen Wesenheit und nicht als einer Ansammlung von Gedanken und Tendenzen, die es ist, dann hat man sich im Netz der Illusion verstrickt und kann nicht mehr aus ihm heraus.

+ Die erste Frage ist auch die letzte; sie ist sehr kurz, sehr einfach, und doch ist sie die wichtigste Frage, die einer jemals stellen könnte, egal ob sich selbst oder anderen. Sie lautet: „Was ist Bewusstsein?“ Wer der Antwort durch sämtliche Bewusstseinsschichten nachspürt, befindet sich zum Schluss wahrhaftig in der Gegenwart des universellen Bewusstseins, auch GOTT genannt.

+ Die allgemeine Richtung seiner Gedanken und Taten – nicht diese Gedanken und Taten selbst – wie auch das Ideal, in das der Mensch sich am häufigsten vertieft, sind in seinem Leben das Wichtigste und Ausschlaggebendste.

+ Sobald wir die Wahrheit erkennen, verstehen wir, dass das ÜBERSELBST (= unsere eigene Seele) allzeit bei uns ist und diese Gegenwart unmittelbarer und inniger ist als alles andere im Leben.

+ Wenn wir schließlich einsehen, dass dieses Weltall eine Gedankenform ist, und wenn wir gefühlsmäßig wissen, dass das einzige und höchste Prinzip, in dem und durch welches das Weltall entsteht, auch unsere Quelle ist, ist unsere Erkenntnis endgültig und fehlt ihr nichts mehr.

+ Die praktische Botschaft des Mentalismus besteht nicht nur darin, uns auf die kreative Nützlichkeit unseres Denkens aufmerksam zu machen, sondern auch in der an uns ergehenden Einladung, die Quelle des Denkens ausfindig zu machen. Denn dort liegt unser wirkliches Zuhause und wir müssen lernen, allzeit dort zu weilen.

+ Es gibt keine wahrere Botschaft als diese: Sucht das Göttliche in Euch, kehrt täglich zu ihm zurück, lernt in ihm zu leben und    s e i d   es schließlich!

+ Der Geist muss von seinen falschen Überzeugungen befreit werden. Die Illusion, die ihn am meisten verdunkelt, ist, dass das bekannte Ich wirklich sei. Weil er ein ganzes Leben lang falsch gedacht und geglaubt, sich geirrt, gemutmaßt und gemeint hat, liegt er in Fesseln. Der Ausweg erfordert Mut, neue Wege zu gehen und eine scharfe Intelligenz, ohne die sich die wahre Identität nicht erfassen lässt. Das persönliche   I c h   trennt sich vom wirklichen   I c h   , legt die WIRKLICHKEIT falsch aus, weiß nicht, dass es selbst nur ein Gedanke im ALL-GEIST ist.

+ Wenn einer zu diesem Glauben an die Wirklichkeit seines eigenen höheren Selbst findet, dann kann er zu aller Erkenntnis kommen, die er benötigt, zu aller Hilfe, die er braucht, vorausgesetzt er nimmt sich seine geistige Führung (intuitiv gespürt) zu Herzen und wendet ihre Gebote auf sein tägliches Leben an.

+ Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.

+ Was Tradition, Familie, Gesellschaft und Umgebung ihm in Form von Überzeugungen, Ideen, Bräuchen,  Kultur und Sitten hinterlassen haben, mag der Überarbeitung bedürfen, neu untersucht, gesichtet und manchmal sogar hinausgeworfen werden müssen.

+ Wohin der Mensch auch geht, er trägt nach wie vor den eigenen Geist, das eigene Herz, den eigenen Charakter mit sich herum. Sie sind die wirklichen Urheber seiner Schwierigkeiten. Nichts Äußeres wird diese Schwierigkeiten ändern, solange er sein seelisches Leben, das heißt sich selbst, nicht zu ändern beginnt.

+ Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.

+ Die beste Weisheit eines Menschen erwächst nicht aus der Schärfe des Denkens, – sie erwächst aus der Tiefe der Intuition. 

+ Das AUFLEUCHTEN stiftet Gewissheit, dass die SEELE existiert, dass Gott ist, dass der Zweck des menschlichen Lebens spirituelle Erfüllung beinhalten muss, um vollständig zu sein, und dass das GUTE, das SCHÖNE und das WAHRE beständiger ist als das SCHLECHTE, HÄSSLICHE und die LÜGE. 

Wissenschaft des Bewusstseins und der Wahrheit (spirituell, mystisch)

Lernen, üben, studieren, meditieren:   
*Jeder Mensch einzeln für sich allein. 
* Die Menschen gemeinsam miteinander (u.a. Internet).

+ Die Lehre, die am wertvollsten ist, kommt direkt aus deinem inneren Wesen, nicht aus dem eines anderen.

+ Der Lehrer muss zu seiner eigenen Erleuchtung selbst diese innere Quelle aufsuchen, warum willst du dich deinerseits nicht direkt zu ihr begeben?

+ Diese Augenblicke spiritueller Einsicht geben ihm mehr als viel Studieren es je könnte.

+ Der Körper ist in Wirklichkeit ein Objekt für den Geist, der dessen Subjekt ist, und es wird nicht nur der Körper ein Objekt, sondern auch alles, was das Ego denkt oder fühlt. Dass dieses Ego, dieses Subjekt, selbst ein Objekt für einen höheren Teil des Geistes ist, ist ein Punkt, der weniger leicht zu sehen ist, aber unbedingt verstanden werden muss.

+Im kosmischen Bild des Durchschnittsmenschen ist jedes einzelne Objekt von jedem anderen einzelnen Objekt getrennt. Im kosmischen Bild des Wissenschaftlers sind sie es auch, indes mag der Wissenschaftler intellektuell an dem Punkt angelangt sein, wo er sie in der Idee zusammenfasst, dass alle Objekte verschiedene Formen ein und derselben höchsten und letzten Energie sind. Aber dies bleibt nur eine Idee. Das Bild des Philosophen enthält sowohl das des Durchschnittsmenschen als auch das des Wissenschaftlers, indes kommt noch Folgendes dazu: Aufgrund seiner transzenden      talen Erfahrung weiß der Philosoph, dass es sich bei diesen zwei Bildern um Projektionen des BEWUSSTSEINS handelt und dieses BEWUSSTSEIN die Wirklichkeit ist.

+ Das erste Unterscheidungsvermögen des Geistes ist   z u    e r k e n n e n ,  ob das erkannte Objekt die Welt um ihn oder die inwendigen Ideen ist. Wird diese Fähigkeit noch tiefer auf sich selbst gerichtet, sind Subjekt und Objekt eins, dann kommt die gedankenherstellende Tätigkeit zur Ruhe, und das „Ich“-Geheimnis ist gelöst. Der Mensch entdeckt sein wirkliches Selbst oder Sein – seine Seele.

+ Man mag sich fünfzig Millionen Jahre lang auf ein Objekt konzentrieren, aber das wird nur wieder das OBJEKT ergeben, niemals das SUBJEKT, daher führt die Konzentration lediglich zum Nicht-Selbst, niemals zum Selbst. Keine Übung oder Handlung kann es zeitigen; allein durch das Entfernen der Unwissenheit, allein durch das Trachten nach DEM, der das Objekt kennt, und nicht nach dem Objekt selbst, kann das Überselbst (= Seele) gefunden werden.

+Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.

+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

+ Gibt es einen exakten universellen Maßstab der Wahrheit, der zu jeder Zeit und unter allen Umständen anwendbar ist, kurz, etwas Unwandelbares und damit Allerhabenes? Die Wissenschaftler wissen, dass die großen Prinzipien, die in der Wissenschaft Marksteine bildeten, in Wirklichkeit Stufen auf dem Weg zur exakten Wahrheit waren. Die Wissenschaft wandelt sich, ihr Lehren wandeln sich, und ihre früheren Näherungen werden von Zeit zu Zeit durch genauere Standortbestimmungen ersetzt. Wir können heutzutage, da die Wissenschaft selbst eine so rasche Gangart einschlägt, nicht hoffen, eine letztgültige Wahrheit zu finden. Es bleibt jedoch eine unerschütterliche, allumfassende Tatsache bestehen, die immer wahr bleiben wird und sich unmöglich je ändern kann. Ja, jeder experimentelle und theoretische Fortschritt durch forschende Wissenschaftler wird nur dazu beitragen, diese große Entdeckung zu bewahrheiten. Worin besteht sie? Darin, dass die ganze Welt, mit deren Untersuchung jeder Zweig der Wissenschaft emsig beschäftigt ist, nichts als eine Idee im menschlichen Geist ist. Physik, Chemie, Geologie, Astronomie, Biologie und all die anderen Wissenschaften ohne jede Ausnahme haben es letzten Endes ausschließlich mit einem das menschliche Bewusstsein durchziehenden Gedanken bzw. einer Reihe von Gedanken zu tun. Hier also besitzen wir ein Universalgesetz, das das gesamte Feld, auf dem die Wissenschaft tätig ist, umfasst. Dies ist eine letztgültige Wahrheit, die unsterblich ist und noch dann bestehen wird, wenn jede andere von der Wissenschaft aufgestellte Hypothese durch den Fortschritt der Erkenntnis zu Grabe getragen wurde.

+ Es wird die Zeit kommen, wo sich herausstellt, dass mystische Augenblicke der Erleuchtung ein rechtmäßiger Teil des menschlichen Daseins sind,  innerhalb des normalen Lebensbereiches liegen und Themen darstellen, deren wissenschaftliche Erforschung und Untersuchung wohl begründet ist.

+ Diese kurzen Einblicke können die Wissenschaftler nicht mit gutem Grund als lediglich autosuggeriert oder völlig eingebildet abtun. Noch können sie die Metaphysiker billigerweise als etwas erachten, das für die Wahrheit wertlos ist. Als menschliche Wesen leben  wir aus Erfahrung, und gerade persönliche Ereignisse tragen dazu bei, die Wahrheit der ihnen zugrunde liegenden unpersönlichen Fundamente zu bestätigen und uns zu ermutigen, auf demselben Weg weiterzugehen.

+ Diese niemals zu Ende kommende Erforschung der Bedeutung des eigenen Lebens und des Lebens der ganzen Menschheit, diese ununterbrochene Selbstprüfung, was Charakter und Motive anbelangt, beschleunigt die Entwicklung deines Geistes und die Reife deines Egos, beschleunigt die Verwirklichung deiner selbst und die Entfaltung deiner inneren Möglichkeiten.

+ Wenn ein Mensch fragt, warum er keine Spur von Gottes Gegenwart in sich zu fühlen vermag, antworte ich (Paul Brunton) ihm, dass er voller Beweise und nicht nur voller Spuren steckt. Gott ist in ihm als Bewusstsein, als der Zustand, gewahr zu sein, vorhanden; als Gedanke, die Fähigkeit zu denken; als Tätigkeit, die Macht, sich zu bewegen; als Stille, der Zustand des Egos, der Emotionen, des Intellekts und Körpers, in welchem schließlich offenbar wird, worauf diese anderen Dinge einfach hinweisen. „Sei still und erkenne, dass ich Gott bin“ – eine Darlegung des Seins, deren Wahrheit sich experimentell überprüfen lässt, und deren Wert durch Erfahrung aufgezeigt werden kann.

+ Das Rätsel was wir sind, kann durch mentalistische Studien und Übungen auf seine erste überzeugende Lösung stoßen: sie bringt einem Menschen die eigene Seele zu Bewusstsein.

+ Es stellt ein phänomenales Meisterstück dar, die Anwendung der Einsteinschen Relativitätslehre auf die physische Welt zu verstehen; aber dieses Verständnis bringt schließlich nicht inneren Frieden oder Lebenskraft. Es ist jedoch etwas völlig anderes, die Anwendung der Relativitätslehre auf das innere Selbst zu verstehen, und ein solches Verständnis bringt diese Dinge. Unsere Kenntnis der physischen Relativität hat dazu geführt, dass wir über das Atom Gewalt haben, und der Lohn dafür scheint in der Wahrscheinlichkeit zu liegen, dass wir uns vernichten werden. Aber unser Wissen über die spirituelle Relativität führt zur Beherrschung des Geistes, und der Lohn dafür besteht in unserer Rettung.

+ Die Erfahrungen, die man macht, und die Umstände, in denen man sich befindet, sind nicht ohne Sinn. Sie enthalten für gewöhnlich eine persönliche karmische Lehre und sollten viel mehr studiert werden als Bücher. Man muss versuchen, die innere Sinnhaftigkeit dieser Ereignisse auf unpersönliche Art zu verstehen. Ihr Sinn kann ermittelt werden, indem man sich bemüht, sie unvoreingenommen zu sehen, indem man die in ihnen wirkenden Kräfte einschätzt, indem man gründlich nachdenkt und indem man betet. Jeder  Mensch erhält sein eigenes Bündel Erfahrungen, das kein anderer erhält. Jedes Leben ist einzig und erhält nach dem Gesetz der Vergeltung die Erfahrungen, die es wirklich braucht, und nicht solche, die jemand anders braucht. Die Art, wie man auf die mannigfachen angenehmen und  unangenehmen Situationen reagiert, die im alltäglichen Leben entstehen, ist ein besseres Anzeichen für das Verständnis, das man sich erworben hat, als irgendwelche mystischen Visionen, die einem  die Phantasie ausmalt.

Geburtsrecht auf Bildung, Wahrheit, Spiritualität

(Texte des Autoren Paul Brunton)

+ Weil der GEIST immer schon und universell existierte, hat auch die Energie oder Lebens-Kraft, der mit ihm verbundene Aspekt, immer schon und universell existiert. Weil GEIST  ein Zeichen für Bedeutung ist und Zweck schafft, hat mein Leben eine Bedeutung und einen Zweck, der mit dem des Weltalls verbunden ist – mein Leben ist weder leer noch allein. Hoffnung, Gebet, Wahrheit und göttliche GEGENWART sind mein Geburtsrecht. Sie stehen mir zu. Aber ich muss dieses Recht in Anspruch nehmen, es mir aneignen, zunächst durch Vertrauen und später möglicherweise durch Erkenntnis.

+ Diese unwandelbare Wahrheit, dass der Mensch nicht in der Materie, sondern im Geist existiert, segnet diejenigen, die sie anerkennen. Denn  sie hilft, sie in ihren Kümmernissen zu trösten, hilft, sie bei der Meditation zu lenken und beim Nachsinnen zu erleuchten.

+ Aufgrund der Unendlichkeit der Seele werden ihre Ausdrucksformen in Kunst und Kultur, ihre Erscheinungsformen in Gesellschaft und Arbeitswelt immer unendlich vielgestaltig sein. Wenn wir heute unter uns das Gegenteil vorfinden, dann deshalb, weil wir die Inspiration der Seele verloren und unser spirituelles Geburtsrecht verwirkt haben. Die monotone Gleichförmigkeit unserer Städte, das unkreative Einerlei unserer Gesellschaft, die massenproduzierten Meinungen unserer Kultur und die standardisierten Erzeugnisse unserer erstarrten Denkungsart lassen eines grell zutage treten: unsere beengende innere Armut. Wer auch nur einen Funken Individualität im Leib hat, muss heute das  Gebot der Konformität missachten und inmitten dieses Mangels an kreativem Geist, dieser Abwesenheit jedes höheren Strebens seinen eigenen Weg in entsetzlicher darbender Einsamkeit gehen. Von dem Moment an, da man zu dieser Suche aufgebrochen ist, hat man sich in einem unterschwelligen und inneren Sinn von seiner Familie, seinem Volk und seiner Gattung getrennt.

+ Es gibt einen Punkt, an dem keiner, der nach Höherem strebt, seine Ideale unter dem Druck einer materialistischen Gesellschaft preisgeben, sich noch länger mit ihr arrangieren kann. Ein solcher Punkt wird einem deutlich vom eigenen Gewissen bezeichnet. Wenn das geschieht, muss man aus freien Stücken den Leidenskelch nehmen.

+ Wer das Zurückbleiben seiner Umwelt hinter dem, was sie sein könnte, wie auch die Unvollkommenheit seiner eigenen Natur im Hinblick auf ihre unentwickelten Möglichkeiten erkennt und sich daran macht, jene zu verbessern und diese zu vervollkommnen, hat den ersten Schritt zur Suche getan.

+ Die Echos unseres spirituellen Seins erreichen uns unablässig. Sie kommen in Gedanken und Dingen, in Musik und Bildern, in Gefühlen und Worten. Wenn  wir nur die Suche nach ihrem Ursprung aufnehmen und sie darauf zurückführen wollten, würden wir am Ende die Wirklichkeit, Schönheit, Wahrheit und Güte hinter allen bekannten Erscheinungsformen erkennen.

+ Sicherlich hat doch die Menschheit inzwischen, in diesem späten und neuen Jahrhundert im Gang der Geschichte,  die Wahrheit gefunden? Warum muss dann ein Mensch, der sie wissen will, seine eigene persönliche Suche ganz von vorn antreten? Deshalb, weil er sie für sich selbst erkennen muss.

+ Wir können das Überselbst (= Seele) nur dadurch erkennen, dass wir es sind und nicht dadurch, dass wir es denken. Es liegt jenseits des Denkens, denn es ist GEDANKE, reiner Geist an sich.

+ Weil wir unser eigentliches Leben aus dem spirituellen Prinzip in uns schöpfen, können wir die Wahrheit, dass es existiert, nur    a u ß e r   A c h t   l a s s e n; aber ihrer Wirklichkeit können wir niemals   v e r l u s t i g   g e h e n.

+ Es heißt, dass Weisheit mit Erfahrung komme. Aber die Weisen, die sich erbieten, die Weisheit mitzuteilen, ob persönlich oder schriftlich, können uns einen Teil der Mühe und des Leids ersparen, die Erfahrungen mit sich bringen.

+Die inneren Absichten der menschlichen Evolution verlangen zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte die Gegenwart einiger spirituell vollendeter Individuen, damit diese als Führer oder Lehrer dienen. Zu keiner Zeit ist die Menschheit gänzlich ohne sie gewesen, einerlei wie düster, wie barbarisch oder wie materialistisch die Epoche war.

Lernen und Studieren – nicht mehr? Was ist mit „Intuition“?

+ Diese Augenblicke spiritueller Einsicht geben ihm mehr als viel Studieren es je könnte.

+ Um sich einen Weg zu den größten Wahrheiten  zu bahnen, ist es nicht genug, nur den Intellekt nutzbar zu machen, auch wenn er noch so scharf ist. Verquickt ihn mit der Intuition: Dann habt ihr Intelligenz. Wie aber entfaltet man die Intuition? Indem man tiefer vordringt und die lärmenden  Gedanken stillt.

+ Die beste Weisheit eines Menschen erwächst nicht aus der Schärfe des Denkens, – sie erwächst aus der Tiefe der Intuition.

+ Der Geist muss von seinen falschen Überzeugungen befreit werden. Die Illusion, die ihn am meisten verdunkelt, ist, dass das bekannte Ich wirklich sei. Weil er ein ganzes Leben lang falsch gedacht und geglaubt, sich geirrt, gemutmaßt und gemeint hat, liegt er in Fesseln. Der Ausweg erfordert Mut, neue Wege zu gehen und eine scharfe Intelligenz, ohne die sich die wahre Identität nicht erfassen lässt. Das persönliche  I c h  trennt sich vom wirklichen  I c h  , legt die WIRKLICHKEIT falsch aus, weiß nicht, dass es selbst nur ein Gedanke im ALL-GEIST ist.

+ Die Erfahrungen, die man macht, und die Umstände, in denen man sich befindet, sind nicht ohne Sinn. Sie enthalten für gewöhnlich eine persönliche karmische Lehre und sollten viel mehr studiert werden als Bücher. Man muss versuchen, die innere Sinnhaftigkeit dieser Ereignisse auf unpersönliche Art zu verstehen. Ihr Sinn kann ermittelt werden, indem man sich bemüht, sie unvoreingenommen zu sehen, indem man die in ihnen wirkenden Kräfte einschätzt, indem man gründlich nachdenkt und indem man betet. Jeder Menschen erhält sein eigenes Bündel Erfahrungen, das kein anderer erhält. Jedes Leben ist einzig und erhält nach dem Gesetz der Vergeltung die Erfahrungen, die es  wirklich braucht, und nicht solche, die jemand anders braucht. Die Art, wie man auf die mannigfachen angenehmen und unangenehmen Situationen reagiert, die im alltäglichen Leben entstehen, ist ein besseres Anzeichen für das Verständnis, das man sich erworben hat, als irgendwelche mystischen Visionen,  die einem die Phantasie ausmalt.

+ Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.

+ Das Innere Wort. Wenn es ihm gelingt, in die stillen Tiefen seines Wesens einzudringen, wird ein anderer Geist in Erscheinung treten, ein Geist, der deinen überschattet, lenkt, lehrt und inspiriert. Er wird zu ihm sprechen, aus der Stille, die in ihm ist, aber es wird nicht deine eigene Stimme sein. Sein Ton wird freundlich sein und wenn er dir vertraut geworden ist, wirst du wissen, dass die Stimme keine andere ist als die des Heiligen Geistes, das Wort des Höheren Selbst.

+ Worauf es hinausläuft ist das: Das Innere Wort wird buchstäblich der Innere Lehrer und die Meditation das Tor zu einer inneren Schule, in der regelmäßig Unterricht erteilt wird.

+ Die Unmenge von häufig falschen und irreführenden Einflüsterungen so genannter Bildung zu durchdringen, die zwei völlig getrennte Dinge – Gehirn und Bewusstsein – durcheinander bringt, erfordert tiefe, messerscharfe Gedankenarbeit. Das Gehirn ist das, was von einem Pathologen im Seziersaal einer Universität bloßgelegt wird; das Bewusstsein ist das, was es den Lehrenden und Studenten an dieser Universität ermöglicht, zu wissen, was da gerade bloßgelegt wird.

+ Diese seltenen Augenblicke spontaner spiritueller Seligkeit, die alle anderen Augenblicke in den Schatten stellen und niemals in Vergessenheit geraten, hätten nicht geboren werden können, wenn dieses göttliche Element, zu dem sie uns erhoben, nicht bereits in uns vorhanden wäre. Eben weil es in unseren Herzen ist, ist das kostbare Gefühl einer nicht materiellen, unsäglichen beglückenden Seinsordnung immer eine Möglichkeit und gelegentlich sogar eine verwirklichte Tatsache.

+ Dieser tiefe, unbekannte Geistesgrund bestimmt das sich an der Oberfläche abspielende Leben des Geistes und stellt den Schlüssel zu dessen bewussten Richtungen dar; daher sollte er Hauptgrund unserer Studien sein.

Siehe auch Kapitel „Intuition, Inspiration, Überselbst“

Bildung, Bildung, Bildung

Schreiben an einen Leiter einer Mittelschule

Bildung, Bildung, Bildung

Sehr geehrter…

Mantra artig wird dessen Bedeutung als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben von den Politikern landauf, landab vorgetragen. Mir geht es um einen grundlegenden, elementaren Punkt der Bildung = der „Bewusstseinsbildung.“

Kurz zu mir:
Bin 1945  geboren und hier acht Jahre in die Volksschule gegangen. Ein Zitat: „Jetzt wissen wir, dass unsere Lebenserfahrung so grenzenlos oder so eingeschränkt sein kann wie unser eigenes   D e n k e n  .“ Bereits als Jugendlicher hatte ich das „intuitive“ Gefühl/Gespür mich nicht selbst bei meinem eigenen Denken einzuschränken bzw. mich auf das eingeschränkte Denken der gesamten Umwelt zu beschränken. Auf dem Weg bis heute habe ich das beigefügte „Informations- und Arbeitsmaterial“ zusammengetragen, das ich Ihnen gerne zur Verfügung stelle.

Speziell in Bezug auf die Kinder und Jugendlichen möchte ich einen „Schlüssel-Sachverhalt“ darstellen und dazu zwei Stellen aus dem Matthäus-Evangelium (= direkte Aussagen von Jesus) zitieren:

+ Goldene Regel: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt ebenso auch ihr ihnen tun“ oder „Was du nicht wünscht das dir einer tut, das füg auch keinem anderen zu.“

+ Frage der Jünger an Jesus: „Wer ist wohl der Größte im Himmelreich?“ Da rief er ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie und sprach: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen.“

Himmelreich: = Bewusstsein = Seele = philosophisch Überselbst = Gott. Siehe auch Ausführungen im Informations- und Arbeitsmaterial.

Kinder: Sie haben bis zu einem gewissen Alter noch ein Bewusstsein im Sinne von „Himmelreich“. Sie sagen die Wahrheit und alles Bösartige, Gehässige, Neidische, Abgrenzende, Menschenfeindliche ist ihnen noch vollkommen fremd, in ihrem Bewusstsein noch nicht gegenständlich.

Im Zuge der weiteren Entwicklung tritt das ein, wie leider bei allen Menschen, Zitat:„Das alltägliche menschliche Bewusstsein ist einem göttlicheren aufgezwungen worden, es versteckt und verdeckt es, in dem es alle Aufmerksamkeit des Denkens und Fühlens für sich allein in Anspruch nimmt.“
Das heißt: Es wäre wichtig, das bereits bestehende „kindlich-göttliche“ Bewusstsein zu bewahren, zu stärken und so zu festigen, dass es ein Leben lang immerwährend nutzbar und schützend gewahr bleibt. Das wäre der einfachere, sichere und effektivere Weg, als später als erwachsener Mensch sich wieder das „kindlich-göttliche“ Bewusstsein (= Himmelreich) zu erarbeiten und bewusst zu machen (= wenn ihr euch nicht bekehret und werdet wie die Kinder!).
Zusammengefasst, Zitat: „Suchet zuerst das Reich Gottes (= Himmelreich, Bewusstsein, Seele/Überselbst) und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden.“ Das heißt wiederum: Hat der Mensch sich zuerst sein sauberes, reines, unbeflecktes „kindlich-göttliches“ Bewusstsein (Reich Gottes) bewahrt oder sucht es zuerst („Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns“), dann kann das alltägliche menschliche Bewusstsein im Gewahrsein dessen und unter Beachtung der „Goldenen  Regel“ die für den Menschen erforderliche Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen.

Noch ein Zitat:  „Man mag sich fünfzig Millionen Jahre lang auf ein Objekt konzentrieren, aber es wird nur wieder das OBJEKT ergeben, niemals das SUBJEKT; daher führt die Konzentration lediglich zum Nicht-Selbst, niemals zum Selbst. Keine Übung oder Handlung kann es zeitigen; allein durch das Entfernen der Unwissenheit, allein durch das Trachten nach DEM, der das Objekt kennt, und nicht nach dem Objekt selbst, kann das Überselbst (Seele) gefunden werden.“

Wird es noch fünfzig Millionen Jahre dauern, dass diese Thematik, dieser Teil der Bildung in den öffentlichen, staatlichen Bildungsauftrag Einkehr findet und auch zum alltäglichen Bestandteil im Bewusstsein der Menschen wird? Ja, wenn die Menschen sich weiter lediglich auf Gedanken, Gedankengänge, Illusionen, Ideen und Träume beschränken.
Noch zu „Friday for Future“ und Glaubwürdigkeit (= Erklärung dazu):
Zitat: „ Alles was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt ebenso auch ihr ihnen tun.“ Umkehrschluss: „Was du nicht wünscht das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“
Im Falle von „Friday for Future“: „Alles was ihr (die Jugendlichen von heute) wollt, dass die Menschen es zum Schutz des Klimas und der Umwelt tun (konkret und detailliert bezeichnen und beschreiben) werden wir selbst (die Jugendlichen von heute) konkret und fest verbindlich in die Tat umsetzen. 

Das heißt, jede/r Jugendliche müsste seine Maßnahmen und Handlungen schriftlich und für jedermann nachvollziehbar protokollieren, welche er selbst praktizieren wird. Das heißt ein Ja zum Klima- und Umweltschutz muss ein Ja sein und bleiben.
Zitat: „ Es sei euer Jawort ein Ja, euer Nein ein Nein. Was darüber hinausgeht ist vom Bösen“,( d.h. nicht nachhaltig, nicht dauerhaft eindeutig zuverlässig, wachsweich, manipulierbar).
Es wäre von allergrößtem Wert und Nutzen, das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen so abzuklären, zu stärken, so sicher und unverbrüchlich zu machen, dass sie ganz genau verstehen, wie das gemeint ist und wie wichtig es ist, so willensstark zu sein, dass man sich unzweideutig auf sich selbst verlassen kann und somit auch andere Menschen auf sich selbst. Diese Zeilen schreibe ich Ihnen einfach so und die Unterlagen gebe ich Ihnen auch einfach so. Gerne bringe ich Ihnen Mehrexemplare für Ihre Kollegen/Kolleginnen vorbei.

Mit freundlichen Grüßen

 

Menschenleben, Menschenwissen (Einsicht, Erkenntnis, Erleuchtung)

+ Jeder will leben. Wenige wollen wissen, wie. Wenn die Menschen sich so sehr von der Arbeit auffressen lassen, dass ihnen keine Zeit mehr bleibt zu andächtigem Gebet oder mystischer Meditation oder metaphysischem Studium, dann machen sie sich mit dieser Vergeudung des Lebens genauso schuldig, als wenn sie sich ganz von flüchtigen Vergnügungen auffressen lassen. Wer kein höheres Ideal besitzt, als der Lust nachzujagen und dem Vergnügen hinterherzurennen, hält womöglich die religiöse Andacht für unsinnig, metaphysische Studien für langweilig, mystische Meditation für Zeitverschwendung, moralische Exerzitien für widerlich. Wer kein solches inneres Leben von Gebet und Meditation, Studium und Besinnung pflegt, wird zwangsläufig in Not- oder Krisenzeiten den hohen Preis hoffnungsloser Extraversion bezahlen. Die Bedürfnisse des äußeren Lebens haben in gewissen Grenzen ein Anrecht darauf, befriedigt zu werden, aber sie haben kein Anrecht darauf, die Aufmerksamkeit eines Menschen ganz in Beschlag zu nehmen. Die vernachlässigten und unbeachteten Bedürfnisse des inneren Lebens müssen auch ihren Teil erhalten. Es stimmt durchaus, dass der Mensch essen, wohnen, sich kleiden und sich vergnügen muss. Und es stimmt auch, dass er, sofern ihn ein glückliches Geschick nicht von dieser Notwendigkeit entbunden hat, arbeiten, Handel treiben, planen oder spekulieren muss, um das Geld dafür zu verdienen. Aber dies alles ist noch kein hinreichender Grund dafür, dass er durchs Leben geht und dabei nichts anderes im Kopf hat als Gedanken an leibliche Bedürfnisse oder finanzielle Gewinne. Es ist dort noch  Platz für Gedanken anderer Art, die dem geheimnisvollen, schwer fasslichen und subtilen Ding gelten, das des Menschen göttliche Seele ist. Die Jahre verstreichen, und er kann sich eine solche Zeitverschwendung nicht leisten, kann sich nicht den Luxus solcher Extraversion um den Preis leisten, die Fühlung mit dem inneren Leben verloren zu haben.

+ Diese intellektuelle Vorbereitung und emotionelle Läuterung ist eine Aufgabe, die die Fähigkeiten eines Menschen bis zum Äußersten strapaziert. Niemand braucht also in ihr etwas anderes als eine Lebensaufgabe zu erwarten. Ja, wenigen gelingt es, sie in einem einzigen Leben zu vollenden – in den meisten Fällen bedarf es einer ganzen Reihe. Die Natur hat sich sehr lange Zeit genommen, um den Menschen in seinen jetzigen Zustand zu bringen, sie hat es daher nicht eilig, seine Entwicklung in dieser oder jener Reinkarnation abzuschließen. Und doch will es das Geheimnis der Gnade, dass  dies immer eine große Möglichkeit ist, der großartige Faktor X in jedem einzelnen Fall. Aber der einzelne Suchende kann es sich nicht leisten, mit dieser Chance zu spielen, die schließlich äußerst selten ist. Mehr als auf alles andere muss er auf seine persönlichen Bemühungen bauen, darauf, dass sein eigenes Streben ihn dem ersehnten Ziel näher bringt.

+ Das, was hinter all den zahllosen Dingen dieser vielgestalten Welt wirklich   i s t   , im Gegensatz zu dem, was zu sein scheint, ist ein All-Eines, anfangslos, endlos, der Urgrund von allem, der Erzeuger des Ich-Bewusstseins. Diese Wahrheit gibt dem Menschen die letzte Hoffnung. Irgendwo auf seinem Weg wird er sie entdecken, danach handeln und erlöst werden. Dies wird seine letzte Bekehrung sein, seine endgültige Erlösung, sein bester Fund. Dann erst werden die Greuel, die er zur Menschheitsgeschichte beigetragen hat, allmählich zerrinnen. Alles andere sind utopische Chimären, die auf Wunschdenken und abwegigen Einbildungen beruhen.

+ Man mag sich fünfzig Millionen Jahre lang auf ein Objekt konzentrieren, aber das wird nur wieder das OBJEKT  ergeben, niemals das SUBJEKT, daher führt die Konzentration lediglich zum Nicht-Selbst, niemals zum Selbst. Keine Übung oder Handlung kann es zeitigen; allein durch das Entfernen der Unwissenheit, allein durch das Trachten nach DEM, der das Objekt kennt, und nicht nach dem Objekt selbst, kann das Überselbst (Seele) gefunden werden.

+ Der Körper ist in Wirklichkeit ein Objekt für den Geist, der dessen Subjekt ist, und es wird nicht nur der Körper ein Objekt, sondern auch alles, was das Ego denkt oder fühlt. Dass dieses Ego, dieses Subjekt, selbst ein Objekt  für einen höheren Teil des Geistes ist, ist ein Punkt, der weniger leicht zu sehen ist, aber unbedingt verstanden werden muss.

+ Diese Dualität seines Lebens wird weitergehen, bis er bereit ist für die Erhabene Wahrheit, die an die Stelle aller geringeren rückt, aber die er nicht erfassen kann, solange er sich an ihnen festklammert. Wenn er darauf besteht, wird es ihm niemals gelingen, den Übergang zu dem Verständnis zu schaffen, dass es nur die EINE UNENDLICHE LEBENSKRAFT gibt, nur den EINEN EWIG EXISTIERENDEN GEIST, und dass alles andere lediglich Illusion, Idee oder Traum ist.

+ Es ist lächerlich, wenn der Teil des Geistes, der lediglich im persönlichen Bewusstsein, im Ego liegt, sich anmaßt, den GEIST  an sich zu leugnen – seine eigentliche QUELLE. Denn das Ego ist eingeschlossen in dem, was es erlebt und kennt – ein äußerst beschränktes Gebiet.

+ Es gibt    k e i n e    Wesenheit, genannt Intellekt, Ego, oder persönliches „Ich“ oder individueller Geist, die allein als ein von den Gedanken selbst Getrenntes existierte. Aufgrund ihrer eingefleischten Haltung, ihrer lebenslangen Überzeugung schreiben die Menschen ihr eine solche vermeintliche  Existenz zu. Das ist der Beweis für die Kraft der Autosuggestion und für die Kraft des Gedächtnisses, ein rein fiktives Wesen zu schaffen. Was es aufrechterhält, und die Wirklichkeit und das  Leben, das es hat, ist unecht, unwirklich. Geist als solcher ist ohne alle Gedanken.

+ Intuition ist aus dem eigenen Selbst, das heißt, aus dem Innern geschöpfte Wahrheit –sei es eine praktische oder spirituelle -, während der Intellekt seine Schlüsse aus angeführtem Beweismaterial presst, das heißt, aus Äußerlichem.

+ Um sich einen Weg zu den größten Wahrheiten zu bahnen, ist es nicht genug, nur den Intellekt nutzbar zu machen, auch wenn er noch so scharf ist. Verquickt ihn mit der Intuition: Dann habt ihr Intelligenz. Wie aber entfaltet man die Intuition? Indem  man tiefer vordringt und die lärmenden Gedanken stillt.

+ Findet er einige seiner eigenen Intuitionen im Buch eines anderen ausgedrückt und zu Papier gebracht, dann sieht er ihre Wahrheit bestätigt und sich selbst geistig getröstet.

+ Wird uns klar, dass der Intellekt so viele Argumente gegen dieses Thema anführen kann wie dafür, dann wird uns auch klar, dass es letzten Endes nur einen unwiderlegbaren Beweis für die Existenz des Überselbst gibt: Das Überselbst (Seele) muss sich selbst beweisen. Dies kann kaum merklich durch die Intuition oder vollständig durch die mystische Erfahrung geschehen.

+ Es gibt nur einen Weg, diese Frage zu klären, ob das Überselbst existiert, und das ist genau der Weg, den zu akzeptieren der moderne Mensch sich meistens weigert. Jeder muss das   a u t h e n t i s c h e    mystische Erlebnis selbst in Erfahrung bringen. Zucker kann wirklich nur an seinem Geschmack erkannt werden, das Überselbst (Seele) nur dadurch, dass man die Tore des Geistes für das Bewusstsein seiner Gegenwart auftut.

+ Das erste Unterscheidungsvermögen des Geistes ist   z u   e r k e n n e n , ob das erkannte Objekt die Welt um ihn oder die inwendigen Ideen ist. Wird diese Fähigkeit noch tiefer auf sich selbst gerichtet, sind Subjekt und Objekt eins, dann kommt die gedankenherstellende Tätigkeit zur Ruhe, und das „Ich“-Geheimnis ist gelöst. Der Mensch entdeckt sein wirkliches Selbst oder Sein – seine Seele.

+ Die erste Frage ist auch die letzte; sie ist sehr kurz, sehr einfach, und doch ist sie die wichtigste Frage, die einer jemals stellen könnte, egal ob sich selbst oder anderen. Sie lautet: „Was ist Bewusstsein?  Wer der Antwort durch sämtliche Bewusstseinsschichten nachspürt, befindet sich zum Schluss wahrhaftig in der Gegenwart des universellen Bewusstseins, auch GOTT genannt.

+ Wenn uns klar wird, dass nur er, der Körper, das ins-Leben-Treten und in-den-Tod-Schwinden ausdrückt, dass es im wahren Selbst weder einen Anfang noch ein Ende, sondern vielmehr das L E B E N selbst gibt, dann werden wir richtig sehen.

+ Erst wenn das Innere Wort zu einem spricht, darf er anfangen, zu anderen zu sprechen – nicht vorher. Denn erst dann wird dem, was er sagt, überhaupt schöpferische Kraft, spirituelle Inspiration, Erleuchtung oder Heilung innewohnen.

+ Wer über die Mystik Urteile fällt oder über sie schreibt, ohne ihre mentalen Zustände und Phänomene tatsächlich und persönlich erlebt zu haben, sie nur von außen interpretiert und nur als Beobachter, kann auf diesem Gebiet nicht eine zuverlässige Autorität sein.

+ Jene Kritiker, die von außen nach innen schauen, wissen nicht und können nicht so viel über die Wahrheit der Mystik wissen, wie jene, die aus den Tiefen in ihrem Innern nach außen blicken.

+ Diese kurzen Einblicke können die Wissenschaftler nicht mit gutem Grund als lediglich auto-suggeriert oder völlig eingebildet abtun. Noch können sie die Metaphysiker billigerweise als etwas erachten, das für die Wahrheit wertlos ist. Als menschliche Wesen leben wir aus Erfahrung, und gerade persönliche Erlebnisse tragen dazu bei, die Wahrheit der ihnen zugrunde liegenden unpersönlichen Fundamente zu bestätigen und uns zu ermutigen, auf demselben Weg weiterzugehen.

+ Gibt es einen exakten universellen Maßstab der Wahrheit, der zu jeder Zeit und unter allen Umständen anwendbar ist, kurz etwas Unwandelbares und damit Allerhabenes? Die Wissenschaftler wissen, dass die großen Prinzipien,  die in der Geschichte der Wissenschaft Marksteine bildeten, in Wirklichkeit Stufen auf dem Weg zur exakten Wahrheit waren. Die Wissenschaft wandelt sich, ihre Lehren wandeln sich, und ihre früheren Näherungen werden von Zeit zu Zeit durch genauere Standortbestimmungen ersetzt. Wir können heutzutage, da die Wissenschaft selbst eine so rasche Gangart einschlägt, nicht hoffen, eine letztgültige  Wahrheit zu finden. Es bleibt jedoch eine unerschütterliche, allumfassende Tatsache bestehen, die immer wahr bleiben wird und sich unmöglich je ändern kann. Ja, jeder experimentelle und theoretische Fortschritt durch forschende Wissenschaftler wird dazu beitragen, diese große Entdeckung zu bewahrheiten. Worin besteht sie? Darin, dass die ganze Welt, mit deren Untersuchung jeder Zweig der Wissenschaft emsig beschäftigt ist, nichts als eine Idee im menschlichen Geist ist. Physik, Chemie, Geologie, Astronomie, Biologie und all die anderen Wissenschaften ohne jede Ausnahme haben es letzten Endes ausschließlich mit einem das menschliche Bewusstsein durchziehenden Gedanken bzw. einer Reihe von Gedanken zu tun. Hier also besitzen wir ein Universalgesetz, das das gesamte Feld, auf dem die Wissenschaft tätig ist, umfasst. Dies ist eine letztgültige Wahrheit, die unsterblich ist und noch dann bestehen wird, wenn jede andere von der Wissenschaft aufgestellte Hypothese durch den Fortschritt der Erkenntnis zu  Grabe getragen wurde. 

* Wahrheit, Seele, Überselbst

Zitat:
„Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst (der Seele) begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit“. (P.B.)
Das gilt umso mehr:
Wenn der Mensch von der vor zweitausend Jahren verkündeten Lehre und Lebenshilfe und den Werken des Autoren Paul Brunton und/oder anderen mindestens gleichwertig wertvollen Werken weiß oder von ihnen wissen könnte.                                                                                              

M e n s c h h e i t

(Texte des Autoren Paul Brunton)

+ Die Menschheit muss sich entscheiden, ob sie in der alten materialistischen Lebensweise weiterlebt oder ob sie nun mit einer neuen geistigeren beginnt. Und wenn die Qualen des Krieges und der Krise nicht genügend viele Menschen geistig religiös wachrütteln, dann sieht die Zukunft schwarz für uns aus. Die Situation ist immer noch sehr ernst. In Kürze werden wir genau erfahren, wie weit wir mit diesem Erwachen  nun gekommen sind. Die Ereignisse werden die Menschheit nicht in Ruhe lassen; sie treiben sie gegen eine leere Wand, von der es kein Entrinnen gibt. Sie muss eine neue und bessere Art zu leben finden – oder eben zu Boden sinken und vergehen. In „Die Weisheit des Überselbst“ (Buch des Autoren) steht geschrieben, dass die Menschheit sich am Rande eines Abgrundes bewege. Diese Warnung muss hier noch einmal ausgesprochen werden: Wenn die Menschheit nicht auf die neuen Anforderungen reagiert, solange noch Zeit ist, dann sind ihre Tage der Sicherheit gezählt. Die Alternativen sind klar. Die Menschheit muss entweder Buße tun und ihren Horizont so erweitern, dass jener die geistige Lebensbasis mit beinhaltet, oder sich auch weiterhin auf einen manchmal offen an den Tag gelegten und manchmal getarnten Materialismus beschränken. Im ersten Fall wird sie sich selbst und ihre Kultur retten; im zweiten wird sie dem Übel und der Verderbtheit, die solcher Materialismus hervorbringt, unterliegen.

+ Es ist ein langer und anstrengender Weg. Aber Tatsache ist, dass die Menschen, bevor sie nicht ein fortgeschritteneres  Entwicklungsstadium erreicht haben, nur dadurch lernen, dass sie sich die Lehre des Leidens und die Lektionen der Not zu Herzen nehmen, indem sie Kenntnis nehmen von dem Elend, das falschen Handlungen und Vergehen auf dem Fuße folgt.

+ Das schreckliche Schauspiel organisierten Hasses wäre allein schon genug, aus jedem einen zynischen Pessimisten zu machen was die menschliche Natur betrifft. Wenn man sich das Ausmaß des dem menschlichen Charakter überall in der Welt innewohnenden Bösen vor Augen führt, und besonders wenn man feststellt, wie tief es selbst in sogenannte geistige Kreise vorgedrungen ist, dann muss man sich vor Entsetzen und Furcht für die eigene Person verzweifelt, und ohne Hoffnung für die Menschheit, zurückziehen. Dann muss man das Gefühl haben, dass das römisch-katholische Dogma der Ursprünglichkeit der Sünde nicht gar so weit von der praktischen Wahrheit entfernt ist, wenn auch weit entfernt von der letzten Wahrheit. Eine solche Lage der Menschheit ist voll der schlimmsten Gefahren und kann nicht mehr viel länger als ungefähr ein Jahrzehnt andauern. Wenn ihr nicht bald ein Ende gemacht wird, dann werden die evolutionären Kräfte unserer anmaßenden menschlichen Zivilisation ein Ende machen.

+ Die Menschheit muss einen anderen Weg einschlagen und Erlösung von ihrem vergangenen Denken suchen. Wenn sie richtige Prinzipien fassen könnte, könnte sie in praktischen Details nicht weit fehlgehen. Handlung ist nur die Spiegelung der Haltung. Die Lösung aller unserer soziologischen und ökonomischen Probleme, zum Beispiel, liegt nicht zuletzt in der Soziologie und Ökonomie allein, sondern weit mehr in der Psychologie. In der Tat kann sogar bekräftigt werden, dass ohne eine Wiedererziehung der Menschheit in besinnlichen Übungen und philosophischer Wahrheit – was Psychologie einschließt – alle Reformer sich zum größten Teil vergeblich abmühen. Die Wurzeln unserer Drangsale liegen in den Unvollkommenheiten der menschlichen Natur und in der Fehlbarkeit des menschlichen Wissens. Philosophie ist nicht ein zielloses nutzloses Studium: es führt zu richtigem Denken, was eine der wesentlichsten Voraussetzungen rechten Lebens ist. Sie kann nicht nur eine tiefe Analyse des Vergangenen bieten, sondern auch gesunde Vorschläge für die Zukunft.

+ Dieser Pfad verlangt etwas mehr als ein Streben nach Rechtschaffenheit oder Frieden. Er verlangt, dass der Strebende sich mehr den Nöten und Kämpfen der Menschheit aufschließt, mögen sie noch so sehr der Unwissenheit entspringen und selbstverschuldetes Karma sein, dass er sich mit weisem, besonnenem und ausgewogenen Mitgefühl durchtränkt. Er muss von einer äußerlich-zwanghaften Güte zu einer innerlich-natürlichen Güte fortschreiten. Eine solche Lebensführung, mit ihren gezügelten Begierden, ihrer heiligen Allverbundenheit und ihrem herzlichen Erbarmen, verleiht jedem Menschen mehr Größe.

+ Wer mit der Weltidee, die allen Dingen, allen Wesen, dem ganzen Universum innewohnt, zusammenarbeiten, in Harmonie mit ihr und seinen Mitgeschöpfen leben will, den wird es früher oder später auf diese Suche ziehen.

+ Es ist logisch, dass, wenn jedes Individuum in einer Gruppe besser wird, die Gruppe, der es angehört, auch besser wird. Und was ist die menschliche Gesellschaft anderes als eine solche Gruppe? Du hilfst ihr am besten, indem du mit dem Individuum anfängst, über das du wirklich bestimmen kannst – mit dir selbst – und dies besserst. Tu das, und dann kannst du dich der Aufgabe zuwenden, die anderen Mitglieder der Gesellschaft zu bessern, und zwar nicht nur leichter, sondern auch mit weniger Fehlschlägen.

+ Sicherlich hat doch die Menschheit inzwischen, in diesem späten Jahrhundert im Gang der Geschichte, die Wahrheit gefunden? Warum muss dann ein Mensch, der sie wissen will, seine eigene persönliche Suche ganz von vorn antreten? Deshalb, weil er sie für sich selbst erkennen muss.

+ Die Menschheit wird nicht in Gruppen oder nach Organisationen erlöst werden, sondern einzeln: Mensch für Mensch.

+ Letztlich gibt es in dieser Angelegenheit keine Wahl, wenn es auch kurzfristig so aussehen mag: Die gesamte menschliche Rasse muss dem Weg folgen, der ihr vorgezeichnet ist. Sie wird die subtileren Empfindungen, den konkreten Intellekt, den abstrakten Intellekt sowie die Ausgewogenheit zwischen diesen verschiedenen Aspekten entwickeln müssen. Wenn die Menschen sich nicht bemühen, das jetzt zu tun, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie eines Tages gezwungen sein werden, es zu tun.

+ Diese niemals zu Ende kommende Erforschung der Bedeutung des eigenen Lebens und des Lebens der ganzen Menschheit, diese ununterbrochene Selbstprüfung, was Charakter und Motive anbelangt, beschleunigt die Entwicklung deines Geistes und die Reife deines Egos, beschleunigt die Verwirklichung deiner selbst und die Entfaltung deiner inneren Möglichkeiten.

+ Die Zyklen des Geschicks kehren periodisch wieder, für Individuen und für Völker. Der Besonnene sieht den bevorstehenden Zyklus voraus und lässt sich weder durch unglückselige noch durch gedeihliche Umstände überwältigen, sondern erträgt die einen gut und die anderen mit Gleichmut.

+ Eine Lehre, die die Macht hat, Menschen von niederträchtigen Handlungen abzuhalten oder sie zu tugendhaftem Verhalten anzuregen, und das nicht durch Angst vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, sondern dadurch, dass sie die Menschen davon überzeugt, dem GUTEN um des Guten Willen folgen zu müssen, ist sowohl für die Gesellschaft als auch für das Individuum wertvoll.

+ Karma wirkt ebenso sehr im Geschick großer, mächtiger Nationen wie im Geschick armer, unwichtiger Menschen.

+ Dies ist das Paradoxon, dass das Überselbst universell, gleichzeitig aber auch individuell ist. Universell ist es, weil es alle Menschen als eine einzige Macht überschattet. Individuell, weil es von jedem in sich selbst in Erfahrung gebracht wird. Es ist beides zugleich, Raum und der Punkt im Raum. Es ist unendlicher Geist, aber auch die heilige Gegenwart im Herzen eines jeden Menschen.

+ Macht das Ego die Entdeckung, dass es ein Teil des Ganzen ist, dann hört es ganz von selbst auf, nur um des eigenen Nutzens willen zu leben und beginnt, auch für den der Allgemeinheit zu leben.

+ Es herrscht zwischen den entscheidenden Gedanken, Taten und Erfahrungen in unserem Leben ein unausweichliches Gleichgewicht. Und dieses Gleichgewicht tritt dort zutage, wo man es am wenigsten erwartet – in der sittlichen Sphäre. Unsere Vergehen erzeugen Schmerzen, nicht nur für andere, sondern in erster Linie für uns selbst. Das Gute, das wir wirken, erzeugt einen Widerhall von Glück. Wir können der Wirkweise dieses subtilen Gesetzes moralischer Verantwortung nicht entrinnen. Die Ursache ist der oberste Punkt eines Rades, dessen niedrigster die Folge. Dies trifft kollektiv ebenso sehr zu wie individuell. Wenn ein Volk zum Beispiel fest davon überzeugt ist, dass die Vorstellung von Gut und Böse etwas Falsches ist, dann besiegelt sie den eigenen Untergang. Wir haben das im Falle des deutschen Volkes erlebt. Der moralische Grundsatz ist nicht ein Hirngespinst des Menschen. Es ist eine göttliche Wirklichkeit. 

+ Die Ereignisse und Umgebungen, die ein Mensch auf sich zieht, entsprechen zum Teil dem, was er ist und was er tut (individuelles Karma), zum Teil dem, was er braucht und anstrebt (Evolution) und zum Teil dem, was die Gesellschaft, Rasse oder Nation, zu der er gehört, tut, braucht und anstrebt (kollektives Karma).

+ Es lässt sich das Karma eines Menschen nicht mit dem Maßstab der Welt bemessen. Klugheit ist allzeit ein Vermögen wert, und Güte bietet einen nachhaltigen Schutz. Jene, die für den unmittelbaren Augenblick leben, die unmittelbare Freude, mögen sich dessen nicht bewusst sein; aber jene, die auf das Endergebnis warten, das letzte und höchste Ereignis, wissen um diese Wahrheit. Wie könnte es auch anders sein in einem UNIVERSUM, in dem unendliche Intelligenz und unendliche Güte die Gesetze geschaffen haben, die das Geschick der Menschheit lenken!

+ Der moderne Kampf ums Dasein ist nichts Neues. Es ist derselbe Himmel und dieselbe Welt vorgeschichtlicher Zeiten. Die Szenen sind nur in den Einzelheiten geändert, die Schauspieler, die Männer und Frauen, bleiben dieselben, sind jetzt indes erfahrener. Es war schon immer das Los der Menschenrasse, unablässig kämpfen zu müssen.

+ Was Tradition, Familie, Gesellschaft und Umgebung ihm in Form von Überzeugungen, Ideen, Bräuchen, Kultur und Sitten hinterlassen haben, mag der Überarbeitung bedürfen, neu untersucht, gesichtet und manchmal sogar hinausgeworfen werden müssen.

+ Bei Untersuchungen über die Vergeltung (Karma) stellt sich heraus, dass die Menschheit nicht nur für das bezahlen muss, was sie falsch gemacht hat, sondern auch für das, was sie nicht gemacht hat. Solche Versäumnisse rühren größtenteils daher, dass die überaus persönliche Sicht des Menschen ihn dazu veranlasst, den Charakter von Ereignissen in erster Linie danach zu beurteilen, wie sie sich auf die größere Familie auswirken, deren Mitglied er ist. Wir alle arbeiten an einer gemeinsamen Aufgabe. Dies ist der unausweichliche Schluss, der sich uns mitteilt, sobald man die Wahrheit versteht, dass die Menschheit eine organische Einheit ist.

+ Karma bezieht sich nicht nur auf das Individuum, sondern auch auf Gruppen, auf Gemeinden, Städte und Länder, ja sogar auf ganze Erdteile. Man kann dem Rest der Menschheit nicht auf die eine oder andere bestimmte Weise entrinnen. Alle sind miteinander verbunden. Man mag sich, wie das fast alle tun, einbilden, man könne sein eigenes Leben führen und die anderen ihrem Los überlassen, aber das ist ein Irrtum, den die Erfahrung früher oder später aufdeckt. Letztlich sind alle   e i n e   große Familie. Das lehrt uns die Reflexion über die Erfahrung. Und wenn man über die WAHRHEIT nachdenkt, wird man schließlich lernen, dass alle, als das ÜBERSELBST, eine Wesenheit sind – wie die Arme und Beine eines einzigen Körpers. Daraus folgt, dass man das Wohl anderer in gleichem  Maße bedenken muss wie das eigene, und zwar deswegen, weil sich die Aufgabe des Karma nicht nur darauf erstreckt, das Individuum zu lehren, sondern  auch darauf, der Menschheit   e n   m a s s e  die endgültige und höchste Lehre von ihrer Einheit beizubringen. Wenn man diese Idee auf den letzten Krieg bezieht, sieht man, dass er teilweise (und nur teilweise) das Ergebnis der Gleichgültigkeit der reichen Völker gegen die ärmeren, der gut regierten Völker gegen die schlecht regierten war. Kurzum, kein einziges Land vermag wirklich zu gedeihen und glücklich zu sein, solange eines seiner Nachbarländer von Elend und Armut geplagt wird; ein jeder ist seines Bruders Hüter.

G e r e c h t i g k e i t

Zitat:  Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden (Matth. 8.33)

So funktioniert gerechte Gerechtigkeit und das ist gerecht. Texte des Autoren Paul Brunton.

Siehe auch Kapitel „Karma, Schicksal, Geschick“ und „Göttlich, Göttlichkeit, Gott“.

+ Eine Lehre, die die Macht hat, Menschen von niederträchtigen Handlungen abzuhalten oder sie zu tugendhaftem Verhalten anzuregen, und das nicht durch Angst vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, sondern dadurch, dass sie die Menschen davon überzeugt, dem GUTEN  um des Guten willen folgen zu müssen, ist sowohl für die Gesellschaft als auch für das Individuum wertvoll.

+ Ereignisse, die uns geschehen, sind nicht notwendigerweise karmisch in dem Sinne, dass wir sie verdient haben. Sie können auch eine nicht-karmische Quelle haben. Nichts, was wir körperlich getan haben, rief sie hervor, indes sind sie das, was wir in diesem Augenblick für unsere Charakterbildung oder unser Leistungsvermögen, unsere Entwicklung oder Maßregelung benötigen. Beide Arten sind vom Schicksal verhängt. In diesem Sinne sind sie GOTTES Wille.

+ Diese Lehre wird nicht als ein Trost für gepeinigte Menschen angeboten: sie wäre tatsächlich ein ärmliches Allheilmittel. Sie wird deswegen angeboten, weil wir keine andere sehen, die ihre Wahrheit besitzt, auch wenn sie hart ist.

+ Es wäre ein Irrtum, Karma von der universellen Kraft zu trennen und es als eine unabhängige Kraft zu behandeln. Dieser Irrtum ist der Grund, warum die Rolle, die es bei der Manifestierung des Kosmos spielt, so schwierig zu verstehen ist. Behandelt Karma eher als einen Aspekt GOTTES und als ein von GOTT nicht zu Trennendes oder als eine der vielen Arten, auf die sich GOTTES Gegenwart zu manifestieren vermag.

+ Wenn es stimmen sollte, dass der Lauf des Lebens vorherbestimmt ist, bedeutet das nicht, dass es notwendigerweise willkürlich vorherbestimmt ist. Nein – das wirklich Entscheidende in eurem Leben sind die guten und schlechten Charaktereigenschaften, die Entwicklung oder mangelnde Entwicklung eurer Gaben und die Entscheidungen, die ihr beiläufig oder aus Vernunftgründen getroffen habt. Zwischen Lebensführung und Folge, zwischen Denken und Umgebung, zwischen Charakter und Geschick besteht eine unentrinnbare Gleichung. Und diese ist Karma, der Grundsatz von der schöpferischen Gleichwertigkeit.

+ Das Geschick wirkt nicht blind und unintelligend, willkürlich und feindlich gegen uns, wie die meisten von uns zu glauben geneigt sind, wenn wir uns durch einen Zyklus von ungünstigem Karma quälen. Im Gegenteil.  Es ist das Wirken der Absoluten Weisheit selbst.

+ Wo ein Mensch von Unglück heimgesucht wird, zu dessen Ursache er selbst allen Anschein nach nichts beigetragen hat, wo er die schlechten Karten, die ihm das Geschick zugespielt hat, auf keine Weise zu verdienen scheint, da bleibt ihm keine andere Wahl, als es auf die Taten und Gedanken eines früheren Erdenlebens zurückzuführen oder auf die notwendige Erziehung seiner inneren Natur durch sein höheres Selbst.

+ Das Leben hat keinen wirklichen Zweck für das wahre Selbst des Menschen; es ist nur weiter und weiter gegangen. Der Mensch lebt und lebt, aber das eiserne Gesetz vom AUSGLEICH hält Wache darüber, lässt Wirkung und URSACHE entstehen, gut oder schlecht, und passt die guten oder schlechten Taten des Menschen den Folgen an.

+ Bei ihrer Abrechnung über Glück oder Unglück vergessen die Leute gewöhnlich die sittlichen Werte, die aus jeder Erfahrung gewonnen wurden. Hat ein Mensch aber ein gewisses Maß an Verständnis für solche Dinge entwickelt, dann  wird er die Wahrheit der persönlichen Verantwortlichkeit unwillkürlich in dieses Licht bringen, nicht lediglich als ein intellektuelles Dogma, sondern als eine tiefempfundene Überzeugung. 

+ Es obliegt einem, nicht nur die Folgen einer Handlung, sondern auch die Folgen einer Einstellung oder Ansicht vorauszusehen.

+ Er kann sich selbst oder andere hinters Licht führen, aber nicht die Macht des Karma. Vor ihr muss er sich für seine Taten verantworten und ihre gerechte Auswirkung hinnehmen. Es gibt keinen anderen Weg für ihn. 

+ Jene, die nicht aus den richtigen Reflexionen über ihre Erfahrungen lernen wollen, werden aus den Fußtritten lernen müssen, die ihnen ihr neues, erzeugtes Karma versetzt.

+ Aus unserer Untersuchung des Karma-Gesetzes mögen wir den Schluss ziehen, dass ein Mensch heranreifen, erwachsen werden muss und die Pflicht hat, die Verantwortung für seine Handlungen, Entscheidungen, Emotionen und sogar für seine Gedanken tragen zu lernen. Er ist es, der dafür verantwortlich ist, welche Ideen, und besonders welche Impulse, er annimmt und welche er unbeachtet vorübergehen lässt oder von sich weist.

+ Alle, die diesen höheren Grundsätzen keine Beachtung schenken und insbesondere die, die das Gesetz vom Karma verspotten, öffnen einem Vulkan unter ihnen Tür und Tor.

+ Der Mensch, der sich einbildet, er könne ohne Rücksicht auf irgendwelche vermeintlichen höheren Gesetze durchs Leben gehen und seine vielfältigen Angelegenheiten regeln, läuft hinter einer Illusion her. Irgendwo oder irgendwann muss er aufwachen, das lässt sich nicht vermeiden.

+ Wo sich die Menschen beklagen, das Leben bringe ihnen das Schlimmste, da sollten sie innehalten und sich fragen, ob sie sich innerlich darauf vorbereitet haben, etwas Besseres als das Schlimmste zu empfangen.

+ Zu viele beschweren sich, dass das Schicksal nicht gerecht sei und es mit seinen untragbaren Schwierigkeiten auf sie abgesehen hätte, dass ihnen mehr Unglück widerfahren sei, als sie ertragen könnten, und dass das gute Leben, das sie geführt hätten, nichts nütze gegen eine so komische Missgunst. Tatsache ist nicht, dass sie besonders gequält worden sind, sondern dass sie es sich selbst eingeredet haben!

+ Es muss ein jeder fühlen, denken, handeln und sprechen. Indes nimmt nicht ein jeder die Folgen dieser Vorgänge, ob nah oder fern, geschwind oder langsam, wahr. Alle,  die sich für ein falsches Ziel oder eine gemeine Begierde entscheiden, sehen sich gezwungen, die Folgen ihrer Entscheidung zu ertragen. In jeder bösen Handlung liegt eine schmerzliche Rückwirkung verborgen. Der Vorgang ist lawinenartig. Jede Handlung stiftet eine andere, die bergab geht. Jede Abweichung von der Rechtschaffenheit erschwert ihre Rückkehr.

+Auf jedes intellektuelle Vergehen und auf jeden sittlichen Fehltritt steht eine spirituelle Strafe, gleich, ob eine weltliche darauf steht oder nicht. Für einen besteht sie darin, dass er die Wahrheit nicht kennen kann; für den anderen darin, dass er nicht glücklich werden vermag.

+ Man sollte die Leute daran erinnern, dass Ursache und Wirkung ebenso viel im moralischen Reich herrschen wie im wissenschaftlichen. Man sollte sie von Kindesbeinen dazu erziehen, diesen Grundsatz in ihren Überlegungen zu berücksichtigen. Man sollte in ihnen das Gefühl wecken, dass sie verantwortlich sind, wo sie Ursachen in Bewegung setzen, die Leid heraufbeschwören oder Schwierigkeiten nach sich ziehen oder zu Enttäuschungen führen.

+ Hat sich ein Mensch das Gesetz von den Folgen erst einmal zu Herzen genommen, dann wird er  einen anderen nicht willentlich oder wissentlich verletzen; und das in erster Linie deswegen, weil er sich selbst nicht wird verletzen wollen.

+ Es ist vordringlich, dass der moderne Mensch sich dieser Tatsache der eigenen Verantwortung für sein Schicksal bewusst wird, und er darf nicht danach trachten, sie einem launenhaften GOTT oder dem blinden Zufall aufzubürden. Insofern er sich etwas Schlimmes aufgeladen hat, sollte er dessen Gerechtigkeit ruhig hinnehmen, seine Vergehen gestehen, seine Taten widerrufen und sein Verhalten ändern.

+ Aus karmisch-langfristiger Sicht schafft jeder von uns seine eigene Welt und Atmosphäre. Daher haben wir unser Wohlbefinden oder Elend auch nur uns selbst zu verdanken. Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass die gegenwärtige richtige oder falsche Benützung unseres freien Willens unmittelbar jetzt über die Bedingungen und äußeren Umstände zukünftiger Leben entscheidet.

+ Törichte Handlungen schaden dem Leben eines Menschen und mögen auch dem Leben anderer schaden. Bösartige Handlungen fordern ihn als ihr erstes Opfer, denn irgendwann wird er entweder noch zu Lebzeiten oder nach dem Tode moralisch und, falls karmisch gerechtfertigt, körperlich leiden.

+ Da es offensichtlich stimmt, dass die Macht der Ereignisse über euch bestimmt ist von dem Grad ihrer Auswirkung auf euer Denken und Fühlen, muss auch stimmen, dass die Beherrschung des Denkens und Fühlens zu einer wunderbaren Unabhängigkeit vom Auf und Ab des Glücks führt. Lasst ihr zu, dass euer Leben gänzlich von den Gefahren und Zufällen äußerer Geschehnisse gelenkt wird, statt von eurer Intelligenz, dann bringt ihr es in Gefahr.

+ Will einer seine schlechten Taten nicht bereuen, nicht Ersatz leisten,  wo er anderen Unrecht zugefügt hat, nicht versuchen, sein Denken und Handeln zu ändern und besser zu machen, dann muss sein schlechtes Karma (Vergeltung) seinen unerbittlichen Lauf nehmen.

+ Dann wird man sehen, dass das Ego nicht sein wahres Selbst ist, dass das Böse und die Irrtümer, die es stiftet, die vermeidbaren Ursachen vermeidbarer Sorgen sind.

+ Es sieht sich das Gesetz der Vergeltung nicht durch die vom Skeptiker angeführten Fälle hartgesottener, rücksichtsloser Individuen, die das Leben anderer zerstören und so zu Macht und Reichtum gelangten, aufgehoben oder  widerlegt. Über das Glück oder Wohl solcher Individuen lässt sich nicht allein anhand ihrer Bankkonten oder ihrer sozialen Stellung urteilen. Untersucht auch ihre leibliche Gesundheit, ihr geistiges Wohlergehen, ihr Gewissen auf der Stufe des Traumes, den Zustand ihres häuslichen Lebens und ihrer Familienbeziehungen. Untersucht auch ihre nächste Inkarnation. Dann, und nur dann, lässt sich die Anwesenheit oder Abwesenheit dieses Gesetzes richtig beurteilen.

+ Andere nicht zu verletzen, liegt sowohl im eigenen wie im Interesse jener. Denn wenn man sie verletzt, schafft man Ursachen, die zum Schluss auf eine rätselhafte kosmische Wirkweise zu einem folgerichtigen Schmerz führen.

+ Über kurz oder lang spiegeln sich die Irrtümer und Störungen in seinem Bewusstsein, in seinem allgemeinen Geschick und äußeren Lebensbedingungen wider. + Der Lauf des Karmas ist nicht unabänderlich vorherbestimmt. Es mag über Ausweichmuster verfügen. Sieht sich eine böse Tat nicht auf eine andere Weise vergolten, dann wird sie stets in Form einer Krankheit vergolten. Es wäre aber unsinnig, daraus den Schluss zu ziehen, alle Krankheiten seien das Ergebnis von schlechtem Karma. Wenn wir ein ungesundes Leben führen, ist die dadurch hervorgerufene Erkrankung das Karma unserer gegenwärtigen Unkenntnis oder hygienischen Unvorsichtigkeit, nicht notwendigerweise die Buße für moralische, in anderen Leben begangene Fehler.

+ Das Karma einer Denkgewohnheit oder einer Tat wird erst dann wirksam, wenn es ausgereift ist. Die dazu benötigte Zeit ist jeweils verschieden.

+ Der moralische Irrtum, der einen Menschen zu der Annahme verleitet, er könnte sein Glück aus dem Elend anderer bauen, lässt sich nur kraft einer Erkenntnis der Wahrheit vom Karma zerstören.

+ Das GESETZ  kennt kein Erbarmen, aber es ist nicht starr;  es passt die Strafe der evolutionären Stufe des Menschen an. Der Sünder, der mehr weiß und sich der Tatsache, dass er sündigt, bewusster ist, muss mehr leiden.

+ Die schmerzhaften Elemente in eurem Geschick sind das Maß eurer eigenen Schwächen und Fehler. Die Übel in eurem Verhalten und eurem Charakter spiegeln sich in den Schwierigkeiten wider, die euch widerfahren.

+ Wenn man ihm für die Verletzungen, die er anderen zugefügt hat, Gerechtigkeit angedeihen lässt, wenn seine falschen Handlungen in Schmerzen für ihn selbst enden, dann mag er diese Wahrheit zu lernen beginnen – dass nur das GUTE wirklich zu siegen vermag.+ Weil der GEIST hinter dem Leben des Universums unendlich weise ist, gibt es für alles, was uns geschieht, immer einen Grund. Deswegen ist es besser, sich gegen ungünstige Ereignisse nicht aufzulehnen, sondern zu versuchen, den Grund zu erforschen, warum es sie gibt. Es mag trösten, anderen die Schuld dafür anzulasten, aber es wird nichts nützen. Wenn wir in uns hineinblicken und dort nach den Ursachen suchen, tun wir den ersten Schritt, der Notlage ein Ende zu machen; blicken wir hinaus, dann mögen wir sie unnötigerweise verlängern.

+ Charakter ist die Wurzel des Geschicks. Ein schlechter Charakter muss zu einem schlechten Geschick führen. 

+ Wohin der Mensch auch geht, er trägt nach wie vor den eigenen Geist, das eigene Herz, den eigenen Charakter mit sich herum. Sie sind die wirklichen Urheber seiner Schwierigkeiten. Nichts Äußeres wird die Schwierigkeiten ändern, solange er sein seelisches Leben, das heißt sich selbst, nicht zu ändern beginnt.

„Schlagzeilen“ zum Leben des Menschen

(Zitate von P. Brunton / Jesus)

+ Du hast einen Körper, aber das wirkliche  D u   ist nicht aus Fleisch und Blut. Du hast einen Intellekt, aber das wirkliche Du ist nicht intellektuell. Was bist du dann? Du bist das unendliche Bewusstsein des Überselbst (der Seele).

+ Die Antwort auf die Frage „Was bin ich?“ lautet: „Eine göttliche SEELE“ (Seele ist Überselbst). Diese Seele ist mit Gott verbunden und wurzelt in ihm. Aber das setzt uns nicht mit GOTT gleich.

+ Das Ego ist schließlich nur eine Idee. Es leitet seine scheinbare Tatsächlichkeit von einer höheren Quelle ab. Stellen wir die innere Anstrengung an, nach ihrem Ursprung zu suchen, so werden wir früher oder später den GEIST ausfindig machen, in dem diese Idee zustande kam. Dieser Geist ist das Überselbst. Diese Anstrengung ist die Suche. Die Selbsttrennung der Idee von dem Geist, der ihr Dasein ermöglicht, ist Egoismus.

+ Das Ego borgt seine Wirklichkeit, seine Wahrnehmungskraft, seine eigentliche Fähigkeit, gewahr zu sein, von seiner Verbindung mit dem Überselbst.

+ Die geistige  Haltung ist entscheidend. Man mag auf die eine oder auf die andere Einflüsterung eingehen – dass man das schwache Ego ist oder das göttliche Überselbst; es kommt ganz darauf an, woran man glaubt.

+ Das alltägliche menschliche Bewusstsein ist einem göttlicheren aufgezwungen worden, es versteckt und verdeckt es, indem es alle Aufmerksamkeit des Denkens und Fühlens für sich allein in Anspruch nimmt.

+ Das Bewusstsein des Egos ist ein ungeheuer verkleinertes, unermesslich schwaches Echo des   ÜBERSELBST-BEWUSSTSEINS. Es wandelt sich unablässig, bis es schließlich vergeht, während das ANDERE stets gleich bleibt und unsterblich ist. Aber das Ego stammt aus dem ANDEREN und muss zu ihm zurückkehren, die Verbindung ist also vorhanden. Mehr, es besteht auch die Möglichkeit, aus eigenen Stücken und absichtlich zurückzukehren.

+ Macht das Ego die Entdeckung, dass es ein Teil des Ganzen ist, dann hört es ganz von selbst auf, nur um des eigenen Nutzen willen zu leben und beginnt, auch für den der Allgemeinheit zu leben.

+ Identifiziert man sich mit dem Ego als einer wirklichen Wesenheit und nicht als einer Ansammlung von Gedanken und Tendenzen, die es ist, dann hat man sich im Netz der Illusion verstrickt und kann nicht mehr aus ihm heraus. 

+ Es gibt eine gewisse Lebenskraft, aus der wir unsere Fähigkeiten und unsere Intelligenz schöpfen. Sie ist verborgen und unberührbar. Niemand hat sie gesehen, aber jeder, der tief genug denkt, kann spüren, dass sie da ist, allzeit vorhanden und uns allzeit unterstützt. Sie ist das Überselbst (Seele).

+ Das Überselbst ist weder ein kaltes metaphysisches Konzept noch eine vergängliche Welle von Emotionen. Es ist eine GEGENWART – fein, heilig und mildtätig -, die euer Herz, eure Gedanken und euren Körper mit ihrer eigenen geheimnisvollen Macht packt und euch zwingt, das Leben von einer höheren Warte zu betrachten.

+ Das Konzept des Überselbst (Seele) ist grundlegend. Es macht den Sinn des Lebens aus.

+ Das Überselbst zu finden bedeutet, die Angst zu tilgen, Harmonie herzustellen und das Leben zu beseelen.

+ Das, was den einzelnen Menschen mit dem Universellen Geist verbindet, nenne ich das Überselbst. Diese Verbindung kann niemals abgebrochen werden. Ihre Existenz ist die Hauptgarantie, dass  a l l e   auf die Erlösung hoffen dürfen, nicht nur jene, die meinen, sie würde nur ihrer Gruppe gewährt werden. 

+ Während jede menschliche Persönlichkeit hinsichtlich ihrer Merkmale verschieden von allen anderen ist, unterscheidet sich kein menschliches Überselbst hinsichtlich seiner Merkmale von all den anderen. Zu allen Zeiten haben die Suchenden, die auf das Überselbst stießen, überall immer ein und dasselbe göttliche Wesen gefunden.

+ Überall ist das Überselbst für alle Menschen  ein und dasselbe.  In Wirklichkeit ist das Erlebnis, sich in sein Gewahrsein zu erheben, nicht von Mensch zu Mensch verschieden, unterschiedlich ist nur die Reinheit, mit der er es aufnimmt, auslegt und versteht. Daher die Mannigfaltigkeit des Ausdrucks in seiner Darstellung, das Aufeinanderprallen der Offenbarungen, die es betreffen.

+ Ein Erlebnis, das so überzeugend, so wirklich ist, dass kein intellektuelles Gegenargument an ihm rütteln kann, ist endgültig. Lasst andere sagen, was sie wollen, es hat keinen Einfluss auf den, der weiß.

+ Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das Leben.

+ Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.

+ Wenn die Menschheit nichts erreicht hat, dann deshalb, weil sie nicht gesucht hat.

+ Die beste Weisheit eines Menschen erwächst nicht aus der Schärfe des Denkens, – sie erwächst aus der Tiefe der Intuition.

+ Es gibt kein höheres Glück als diese Entdeckung des wirklichen Menschen.

+ Wir sind auf diese Erde gekommen, um uns selbst zu verstehen, Stück für Stück.

+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

+ Diese Augenblicke spiritueller Einsicht geben ihm mehr als viel Studieren es je könnte.

+ Eine Lehre (Karma) die die Macht hat, Menschen von niederträchtigen Handlungen abzuhalten oder sie zu tugendhaftem Veralten anzuregen, und das nicht durch Angst vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, sondern dadurch, dass sie die Menschen davon überzeugt, dem GUTEN um des Guten Willen folgen zu müssen, ist sowohl für die Gesellschaft als auch für das Individuum wertvoll.  + Die Lehre, die am wertvollsten ist, kommt direkt aus deinem eigenen inneren Wesen, nicht aus dem eines anderen.

+ Eines Menschen Sünden sind das Ergebnis der Grenzen seiner Erfahrung, Fähigkeiten und Kenntnisse.

+ Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.

+ Was du nicht willst das man dir tut, das füg auch  keinem anderen zu.

+ Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Urteil, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird euch gemessen werden.

+ Es sei euer Jawort ein Ja, euer Nein, ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.

+ Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

+ Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet? Oder was kann der Mensch als Gegenpreis geben für seine Seele?

Die Frage, das Problem:    Warum, was, wo und wie soll der einzelne Mensch suchen? Das „Informations- und Arbeitsmaterial“ kann man sich dazu dienstbar machen und zu Hilfe nehmen! 

Alternative:
+ Ein Leben, das nicht auf dieses höhere Ziel zusteuert, ein Geist, der keinerlei Interesse hat, am Überselbst-Bewusstsein teilzunehmen – von diesen Versäumnissen wird sich ein Mensch sowohl während seines leiblichen Mietverhältnisses als auch während seines Lebens nach dem Tode in aller Stille gerügt sehen.

+ Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.

+Es sind dies die wirklich wachen Augenblicke im Leben eines Menschen: Was den Rest anbelangt, so schläft er, ohne es je zu vermuten.

+ Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst (der Seele) begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit.

Jetzt wissen wir, dass unsere Lebenserfahrung so grenzenlos oder so eingeschränkt sein kann wie unser eigenes   D e n k e n . 

Tragisch – Tragödie – Menschheitstragödie
  1. …Lehre, Lebenshilfe, Wegweisung, Wahrheit


    Zitate:
    + Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen (Matth. 24.35).
    + Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden (Matth. 8.33) + Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce (P.B.). 
    + Wäre ein Mensch imstande, sich soweit von seinem Ego  zu entfernen, dass dessen  Interessen und Begierden ihn nicht mehr überwältigen könnten, dann ließe er dadurch Frieden in seinem Herzen einziehen. Das wahre Paradies, das eigentliche Himmelreich, das eine unwissende Geistlichkeit auf eine Welt nach dem Tode und dadurch in einer schwer erfassbaren Ferne verschoben hat, ist in Tatsache so nahe bei uns wie unser eigenes Selbst  und so gegenwärtig wie der heutige Tag. Wenn wir es betreten sollen, dann können und müssen wir das, solange wir noch im Körper stecken. Es ist weder eine Zeit noch ein Ort, sondern eine Lebenslage und eine Entwicklungsstufe. Es ist das ego freie Leben. Es wird nicht verlangt, dass das Ego sich zerstört, es wird nur verlangt, dass es sich züchtigt. Das Persönliche in einem Menschen muss leben, indes lediglich als ein Sklave des Unpersönlichen. Diese beiden Identitäten machen sein Selbst aus (P.B.)
    + Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person (PB)
    + Das Christus-Selbst das in Jesus war, ist auch in uns. (P.B.)
    Fazit:
    a) Betrachtet man die Geschichte, Entwicklung und Evolution der Menschen, der Menschheit, seit zweitausend Jahren und die Gegenwart, muss man mit tiefster Traurigkeit beobachten, dass man sich nach wie vor mehr oder weniger im Bereich der „Gefühlsduselei“ und „unwissenden Geistlichkeit“  bewegt, weil man die „Worte“ nicht versteht, nicht verstehen will, sie nicht einmal zur Kenntnis nimmt, sie ignoriert.
    b) Das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit ist identisch mit der wirklichen Substanz einer Person         = seine göttliche Seele. Die Frage danach, wo zu suchen wäre, ist damit eindeutig klargestellt. Der Appell, der Aufruf, der Hinweis   z u e r s t   danach zu suchen veranschaulicht die Dringlichkeit und Wichtigkeit.

    Was ist aus der Suche seit 2000 Jahren geworden, z. B. eine Frage an die „Vertreter Gottes auf Erden“? Welches Informations- und Arbeitsmaterial für die Suche steht den Menschen zur Verfügung bzw. wird ihnen von wem zur Verfügung gestellt? Die Werke des Autoren Paul Brunton dürften für die Suche und damit Lebensaufgabe des Menschen zu den bestqualifiziertesten gehören.
    Haben, kennen, wissen sie ein qualifiziert besseres Informations- und Arbeitsmaterial?                                        

  1. Die Würde des Menschen – würdevoll, unwürdig

    Zitate:
    + Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt (Art. 1 Abs. 1 GG).
    + Nur auf diesem Weg (Weg der Suche, siehe u.a. I Einleitung, Denk- und Entscheidungsanstoß für die Suche der Seele/Überselbst) kann ein Mensch sich unwiderlegbar die hohe Würde seines wahren Wesens beweisen. Nur auf diesem Weg kann er die Kraft erlangen, in sich und aus sich selbst heraus zu leben, das heißt, in der einzigen auf dieser Erde möglichen Freiheit (P.B.).
    Fazit:
    + Gibt es eine klare, eindeutige, tiefe, auf alle Zeit allgemeingültige, verbindliche, unangreifbare Beschreibung des Begriffs der “Würde“?
    + Fehlt es nicht an einer von der großen Mehrheit der Menschen, der Gesellschaft bewusst und lebendig getragenen „Affinität“ / Auffassung (Bewusstseins, Gespür, Verlangen, Wunsch, Bedeutung) in Bezug auf die Würde eines jeden Menschen, der hohen Würde seines wahren Wesens?
    + Ist dieses Fehlen nicht ein entscheidender Grund und die Wurzel allen Übels für alles vom Menschen an den Menschen verursachte
    unwürdige Geschehen? Und die Dimension aller dieser unwürdigen Handlungen der Menschen  ist gewaltig!
    + Wann beginnen die Menschen, Bildungseinrichtungen, Religionsgemeinschaften, politische Parteien, entsprechende Institutionen etc. dieser elementaren und entscheidenden Notwendigkeit Rechnung zu tragen? Und wenn ja, ggf. wie? 

Armut und Reichtum

* Armut (materiell und an Macht) aber reich an Spiritualität (Einsicht, Erkenntnis, Erleuchtung).
* Reichtum (materiell und an Macht) aber arm an Spiritualität (Einsicht, Erkenntnis, Erleuchtung).
+ Erfahrung:  Es ist ein Aspekt der Gerechtigkeit, dass sich ein „materiell armer“ Mensch infolge wahrer Spiritualität zufriedener, glücklicher und reicher schätzen kann und wird, als ein materiell reicher Mensch mit fehlender wahrer Spiritualität (Einsicht, Erkenntnis, Erleuchtung).
+ Lösungsweg: Das Informations- und Arbeitsmaterial.

Zitate:
+ Mammonsdienst. Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen; sondern sammelt  euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge; ist nun dein Auge klar, wird dein ganzer Leib im Lichte sein; ist aber dein Auge schlecht, wird dein ganzer Leib im Finstern sein. Wenn darum das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, was mag das für eine Finsternis sein! Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben; oder er wird sich dem einen zuneigen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. (Matth.Evang. 6.19 – 6. 24).                                                                                                                                             + Wer sein Leben findet, wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden (Matth. 10.39).

+ Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet? Oder was kann der Mensch als Gegenpreis geben für seine Seele?     (Matth. 16.25., 16.26).

+ Jesus: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm  und folge mir nach! Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer eingehen ins Himmelreich. Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht als ein Reicher in das Himmelreich. (Matth. 19.21 – 19.24).

+ Viele Erste aber werden Letzte sein und Letzte Erste. (Matth. 19.30). 

+ In den Himmel einzutreten bedeutet, in die Erfüllung des nicht irdischen Zwecks des irdischen Lebens zu treten. Und der besteht einfach darin, sich des Überselbst (seiner eigenen Seele) gewahr zu werden. Diese heilige Gegenwart bringt so große Freude mit sich, dass wir verstehen, warum die Heiligen und wirklichen Asketen imstande waren, alle anderen Freuden zu verschmähen. Der Gegensatz ist unverhältnismäßig groß. Nichts, was die Welt uns als Anreiz zu bieten hat, lässt sich auf dieselbe Stufe stellen. (P.B.).

+ Nichts als die Erkenntnis der Seele kann einem Menschen totales Glück bescheren. Sie befreit ihn von der versteckten Angst vor den Wehen des irdischen Daseins; sie befreit ihn von aller Sorge um die Zukunft, und aus den unendlichen Tiefen seines eigenen Wesens kann er all die Weisheit schöpfen, die er braucht, um letzterer zu begegnen. Indem er die Erkenntnis der verborgenen Wahrheit seines eigenen Wesens gewinnt, findet er seine wirkliche Freiheit. (P.B.).

+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person. (P.B.).

+ Der Mensch, der ein Kind reicher Eltern ist, mag große Talente haben, sie aber nie benützt. Sie mögen mit ihm sterben, weil er nie den Ansporn der Not verspürt hat. Unzureichende oder mäßige Mittel mögen einem Menschen einen Antrieb geben. Je schlimmer die Armut umso größer der Antrieb. Dies ist eine harte Predigt, aber für einige ist sie eine wahre.(P.B.).

Zwischenmenschliche Beziehungen – Zwischenmenschliche Störungen

= Hilfe, Orientierung, Wahrheit, Klarheit, Sicherheit, Dauerhaftigkeit, Vertrauen

Ausgangspunkt:
+ Ich / Ego und … sonst nichts, auf Kosten anderer? Gefangener des eigenen Egos? Blind in einer selbstverschuldeten Sackgasse? Auf Sand (=Ego, Egoismus, Materialismus) oder Felsen (= Seele, Spiritualität, Wahrheit) gebaut?

+ Wichtigster, stärkster, größter, höchster Anspruch und Wert im Leben?
= Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden, wahre Liebe, Gerechtigkeit, Gleichheit … oder?

+ Wissenschaftlich gesehen, scheint jeder Mensch nur eine Sammlung vielfältiger physischer Wahrnehmungen zu sein, die sich schnell ändern und vorüberziehen, und nicht mehr. Der Fromme erhebt Einspruch und zählt sein spirituelles Selbst oder seine Seele dazu. Aber der Philosoph fragt beide: „Und was sagt ihr zu einem Bewusstsein, das euch all dies berichtet?“ 2)

+ Es ist absolut gewiss und ganz unzweifelhaft, dass das Bewusstsein primär ist, der Anfang aller Dinge, der einzige GOTT, den es geben könnte, und der einzige, den es jemals gegeben hat. Wenn einer daran zweifelt, dann deswegen, weil er blind ist, also nicht sieht; weil er benebelt ist, also nicht versteht. Von was oder von wem sonst rührt sein eigenes Bewusstsein, sein Erkenntnisvermögen und seine Denkkraft her? 2)

+ Die allgemeine Richtung seiner Gedanken und Taten – nicht diese Gedanken und Taten selbst – wie auch das Ideal, in das der Mensch sich am häufigsten vertieft, sind in seinem Leben das Wichtigste und Ausschlaggebendste. 2)

+ Nicht nur von Brot (= Ego) lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das hervorgeht aus dem Munde Gottes (= Bewusstsein, Intuition) 1)

Von Mensch zu Mensch

+ Bergpredigt:  Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. 1)

+ Versöhnende Liebe: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer zu seinem Bruder sagt: Du Tor! Wird dem hohen Rat verfallen sein; wer sagt: Du Narr! Wird der Feuerhölle verfallen sein.         Wenn du daher deine Gabe zum Altare bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort deine Gabe vor dem Altar und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. Verständige dich mit deinem Gegner ohne Zögern, solange du noch mit ihm auf dem Wege bist, damit dich nicht der Gegner dem Richter und der Richter dem Gerichtsdiener übergibt. 1)

+Wahre Wiedervergeltung: Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: „Aug um Aug und Zahn um Zahn“. Ich aber sage euch: Streitet nicht mit dem Bösen, sondern wenn einer dich auf deine rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin.        Und wenn einer dich vor das Gericht bringen und deinen Leibrock nehmen will, dem lasse auch den Mantel.         Und wenn einer dich nötigt zu einer einzigen Meile, mit dem gehe zwei!    Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab!  1)

+ Liebe ohne Schranken: Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen“. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen und betet für sie, die euch verfolgen und verleugnen auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.      Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht die Zöllner auch das gleiche?     Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden das gleiche?      Seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. 1)

+ Himmel: Äußerung von Jesus: „Das Reich Gottes ist in euch“. Er verkündet, dass ein himmlisches Dasein in Reichweite des Geistes liegt, welcher der wirkliche Mensch ist, und er sagt uns, dass dieses Dasein im Geist selbst verborgen liegt. Der Himmel ist also nicht ein fern gelegener Ort noch eine Verfassung nach dem Tode, sondern ein in diesem Leben erreichbarer Zustand. 2)

+ Vergeben: Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, wird auch euer himmlischer Vater vergeben (eure Vergehen)! Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird auch euer Vater eure Verfehlungen nicht vergeben.  1) 

+ Verkehrtes Richten:  Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Urteil, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird euch gemessen werden.
Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Oder wie kannst du deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, in deinem Auge ist der Balken.
Du Heuchler! Zieh erst den Balken aus deinem Auge, und dann sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! 1)

+ Goldene Regel: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt ebenso auch ihr ihnen tun. 1)

+ Gute Früchte: So bringt jeder gute Baum gute Früchte; der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen.  An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen. 1)

+ Um die wahre Reinheit: Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis und Lästerung.     Das ist es, was den Menschen verunreinigt, aber das Essen mit ungewaschenen Händen, das verunreinigt den Menschen nicht. 1)

+ Vom rechten Bewusstsein: Wahrlich ich sage euch: Wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen.        Wer aber einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es gut, dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er versenkt würde in der Tiefe des Meeres.          Wehe der Welt um der Ärgernisse willen! Denn es müssen zwar Ärgernisse kommen, doch wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt. 1)

+ Von brüderlicher Gemeinschaft: Hat aber dein Bruder gegen dich gesündigt, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit auf dem Mund von zwei oder drei Zeugen festgestellt sei jede Sache.     Hört er auch auf diese nicht, dann sag es der Gemeinde; hört er auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie der Heide und wie der Zöllner.
Petrus zu Jesus: Herr, wie oft darf mein Bruder gegen mich sündigen und ich soll ihm vergeben? Bis siebenmal? Jesus sprach zu ihm: „Ich sage dir: Nicht bis siebenmal sondern bis siebzigmal siebenmal“. 1)

+ Über das Gute: „Meister! Was muss ich Gutes tun, dass ich ewiges Leben erlange?“ Jesus: „Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute, `Gott`. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Frage: „Welche“?  Jesus: „Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis geben! Ehre Vater und Mutter und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. 1)

+ Das größte Gebot:  „Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetze?“ Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Denken. Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz. 1)

+ Mach es dir zur Gewohnheit, gütig, freundlich, versöhnlich und mitleidsvoll zu sein, bis es dir zum Bedürfnis wird. Was verlierst du schon dabei? Ein paar Dinge dann und wann, ein bisschen Geld hier und da, vielleicht einmal ein Stündchen oder einen Disput? Doch schau, was du gewinnst! Mehr Freiheit vom persönlichen ich, mehr Recht auf die Gnade des Überselbst, mehr Anmut in der inneren Welt und mehr Freunde in der äußeren Welt. 2)

+ Es kommt nicht so sehr darauf an, was einem widerfährt, sondern was man daraus macht. 2)

Verhalten / Konsequenzen in / im Alltag, Situationen, Gegenwart, Zukunft (Blick zurück) = unklug, unvernünftig, ungerecht, achtlos, respektlos, gewissenlos, perspektivlos, sinnlos, belastend, strapazierend, nervenaufreibend, unzufrieden, schlechtes Vorbild, Leidensdruck, Ausstrahlung nach außen, Mitgefangennahme von Mitmenschen (Kinder, Angehörige) ……..

Ursachenforschung
Neid, Habgier, Egoismus, Emotionen, Rechthaberei, Primitivität, Dünkel, Erbärmlichkeit, Dummheit, Rachsucht, schwacher/schlechter Charakter, Einfältigkeit, Kleingeistigkeit, ungesunde Empfindlichkeit, Trotz, Hochmut, Eifersucht, Einbildung, …….

Zu bedenken, zu berücksichtigen:
+ Schritt/Handlung bevor es zu spät ist / sein könnte (z.B. Tod des Mitmenschen)

+ die Belastung / Unfreiheit / Zwänge ……. für sich selbst und z.B. der eigenen Kinder (Erziehung, Vorbildfunktion!)

+ die eigene Schwäche, Kleinmütigkeit, Feigheit, Trotz etc.

+ dass das eigene Bewusstsein / Gewissen das Unrecht, den Zwiespalt, das Unvermögen ……. nie vergisst und einem nie in Ruhe lassen wird (ist das der Sinn des Lebens? und ausdrücklich so gewollt?)

Initiative / Erster Schritt / Strategie (wie, wann)
= Befreiung, Freiheit, Frieden, Harmonie, Einklang, Stärke ……..
+ Motivation aus Einsicht, Erkenntnis und felsenfester Überzeugung

+ Absolute Ehrlichkeit zuerst gegenüber sich selbst und dann zu dem/den Mitmenschen

+ Ggf. auch über den eigenen Schatten springen, oder: „der Klügere gibt nach“.

+ Erklärung / Sicht von sich selbst über das „Warum“.

+ Bitte um Nachsicht / Vergebung / Verzeihung für eigenes Verhalten / Fehlverhalten einerseits und tut Gleiches gegenüber dem / den Mitmensch(en).

+ Bitte um Normalität, Harmonie, Zusammenhalt, Gemeinsamkeiten, Frieden, Stärke, Vertrauen, gesundes Miteinander …………..

  • Zitate von Aussagen von Jesus (Matthäus-Evangelium)
  • Zitate des Autoren Paul Brunton (Philosophie)
Ja-Wort bei der Eheschließung und: prüfe, wer sich ewig

 Aspekte für den Prüfstand

Texte aus dem Matthäus-Evangelium:

+ „Ich aber sage euch: Ein jeder, der eine Frau anblickt mit begehrlicher Absicht, hat schon die Ehe mit ihr gebrochen in seinem Herzen (5.28).

+ Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Es sei euer Jawort ein Ja, euer nein ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen (5.34, 5.37).

+ Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, der wird gleich sein einem klugen Mann (Menschen), der sein Haus (Leben) auf den Felsen (Seele, Spiritualität, Wahrheit) baute. Es fiel der Platzregen, es kamen die Wasserbäche, es brausten die Winde und stießen an jenes Haus (Leben), aber es fiel nicht zusammen, denn es war auf Felsengrund gebaut (7.24, 7.25).

+ Jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird gleich sein einem törichten Mann (Menschen), der sein Haus (Leben) auf den Sand (Ego, Egoismus, Materialismus) baute. Es fiel der Platzregen, es kamen die Wasserbäche, es brausten die Winde und stießen an jenes Haus (Leben), und es brach zusammen, und sein Zusammenbruch war gewaltig (7.26, 7,27).

+ Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden   e i n   Fleisch sein. So sind sie also nicht mehr zwei, sondern   e i n   Fleisch. Was nun Gott verbunden hat, soll ein Mensch nicht trennen (19.5, 19.6).

Texte des Autoren Paul Brunton: 

+ Wer eifersüchtig ist, zeigt dadurch noch lange nicht, dass er den Menschen liebt, der ihm Anlass dieser Gefühlsbezeugung ist. Er zeigt nur, dass er sich selbst liebt. Was er empfindet, ist selbstsüchtige Besitzgier. Es ist dasselbe Gefühl, das er für sein Bankkonto an den Tag legt. Das hat mit Liebe nichts zu tun.

+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

+ Die allgemeine Richtung seiner Gedanken und Taten – nicht diese Gedanken und Taten selbst – wie auch das Ideal, in das der Mensch sich am häufigsten vertieft, sind in seinem Leben das Wichtigste und Ausschlaggebendste.

+ Wenn es stimmen sollte, dass der Lauf des Lebens vorherbestimmt ist, bedeutet das nicht, dass es notwendigerweise willkürlich vorherbestimmt ist. Nein – das wirklich Entscheidende in eurem Leben sind die guten und schlechten Charaktereigenschaften, die Entwicklung oder mangelnde Entwicklung eurer Gaben und die Entscheidungen, die ihr beiläufig oder aus Vernunftgründen getroffen habt. Zwischen Lebensführung und Folge, zwischen Denken und Umgebung, zwischen Charakter und Geschick besteht eine unentrinnbare Gleichung. Und diese ist Karma, der Grundsatz von der schöpferischen Gleichwertigkeit.

+Es obliegt einem, nicht nur die Folgen einer Handlung, sondern auch die Folgen einer Einstellung oder Ansicht vorauszusehen.

+ Auf jedes intellektuelle Vergehen und auf jeden sittlichen Fehltritt steht eine spirituelle Strafe, gleich, ob eine weltliche darauf steht oder nicht. Für einen besteht sie darin, dass er die Wahrheit nicht kennen kann; für den anderen darin, dass er nicht glücklich zu werden vermag.

+ Aus karmisch-langfristiger Sicht schafft jeder von uns seine eigene Welt und Atmosphäre. Daher haben wir unser Wohlbefinden oder Elend auch nur uns selbst zu verdanken. Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass die gegenwärtige richtige oder falsche Benützung unseres freien Willens unmittelbar jetzt über die Bedingungen und äußeren Umstände zukünftiger Leben entscheidet.

+ Die meisten lernen die praktische Lebensweisheit nicht auf die leichtere Weise. Sie hören nicht auf die wahren Seher, die weitblickenden Weisen, die inspirierten Propheten. Es gibt einen härteren Weg, einen Weg für den sie sich deswegen entscheiden, weil er sowohl ihre tierischen Instinkte als auch ihre selbstsüchtigen Zwecke anspricht. Deshalb müssen sie bei der Notwendigkeit in die Schule gehen, das heißt aus unerbittlichen, selbstverschuldeten äußeren Umständen, aus dem Karma lernen

+ Spirituell Ungebildete sind in einem großen Maß die Schmiede ihres eigenen Unglückes.  

A l l t a g s t h e m e n und A s p e k t e zum L e b e n des M e n s c h e n

(Texte des Autoren Paul Brunton)

Übersicht:               
Ängste / Bewusstsein / Charakter / Ego / Einsamkeit (allgemein, im Alter) / Erfahrungen / Existenz der Seele , des Überselbst /  Freiheit, Innerer Frieden / Geist / Geschick / Glaube, Religion / Glück / Gott / Himmelreich/ Ideen, Illusionen, Träume / Karma / Körper – Was bin ich / Kunst / Lernen, Lehrer / Liebe / Macht / Mystik / Probleme, Problemlösungen / Reden / Schicksal / Suche / Sterben, Tod / Stille, Ruhe, Leere – Leere  als metaphysische Tatsache / Überselbst (= Seele) / Verantwortung / Vernunft / Wissenschaft und absolute Wahrheit / Zeit, Zeitlosigkeit / Ziele.                                                           

 

Ä n g s t e                                                                                                                                                                                

+ Wer ständig die Gegenwart der göttlichen Seele in sich fühlt, erwirbt eine mühelose Selbstbeherrschung.    –   Hier können die Zweifel und Ängste, die Vorbehalte und Verdächtigungen, die Eifersüchteleien und Bitterkeiten, die Feindseligkeiten und der Hass des Alltags nicht Fuß fassen.

+ Wenn man der Meditationsstunde einen viel größeren Wert beimisst als die meisten Abendländer, wenn die Gepflogenheiten als der entscheidende Mittelpunkt des Tages akzeptiert wird – kurz, wenn sie unerlässlich wird -, wird der Lohn, was eure höhere Bildung und persönliche Läuterung, größere Selbstbeherrschung und Freiheit von Ängsten angeht, reich sein. 

+ Welche Erleichterung für einen Menschen, der sich von Ängsten gejagt und von Lasten erdrückt sieht, sich diesen großen unpersönlichen Grundwahrheiten zuzuwenden und sie in der heiteren, friedlichen Stimmung der abendlichen Meditation oder der morgendlichen Andacht in Erwägung zu ziehen.

+ Wie räumt die Suche die Ängste aus, die man hat? Indem sie einem früher oder später die feste Gewissheit gibt, dass die barmherzige Kraft des Überselbst nicht nur erleuchtend ist, sondern auch schützend.

+ Wenn eine dunkle Stunde über uns hereinbricht, dann sollten wir uns unverzüglich nach innen wenden und dort nach der wahren Hilfe suchen. Wenn unser Leben von dunklen Sorgen berührt wird, wenn Depressionen, Leid, Angstzustände und Furcht uns zu übermannen drohen, dann müssen wir die Technik anwenden, uns sofort nach innen zu kehren und nach dem wahren  S e l b s t   zu suchen. Am Ende unserer Suche werden wir Frieden und Zufriedenheit, Weisheit und Stärke, Mut und Liebe finden. Wir haben uns, kurz gesagt, in der Kunst zu üben, uns automatisch nach innen zu wenden, sobald wir uns einem scheinbaren Unglück, einer offensichtlichen Ungerechtigkeit oder unangebrachten Versuchung gegenübergestellt sehen. Dann wird, was immer wir in dieser Angelegenheit zu tun gedenken, von innen her gesteuert. Es wird notwendigerweise das Richtige sein, weil es uns nicht vom Intellekt des Menschen diktiert worden ist, sondern von der höheren Weisheit. Nicht dass das göttliche Selbst derartige Angelegenheiten immer von sich aus für uns wieder in Ordnung bringen würde, sobald wir uns ihm in Gedanken zuwenden – aber es wird uns oft dazu anregen, die notwendigen physischen Maßnahmen zu treffen, mit denen sich erfolgreiche Ergebnisse erzielen lassen.

+ Dies ist der unveräußerliche Wesenskern eines Menschen, sein wahres Selbst im Gegensatz zu seiner vergänglichen Person. Jeder, der in dieses Bewusstsein tritt, tritt in die Zeitlosigkeit ein, ein wunderbares Erlebnis, wo der Fluss der Freude und Schmerzen in einer völlig heiteren Stille zu Ende kommt, wo Reue über Vergangenes, Ungeduld gegen die Gegenwart und Ängste vor der Zukunft unbekannt sind.

B e w u s s t s e i n

+ Es gibt im Menschen ein erkennendes Element, den wirklichen Erkenner, er macht intellektuelle Erkenntnis möglich und ist BEWUSSTSEIN an sich.

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.

+ Innerlich kehren wir täglich zu dieser Idee zurück, dass alles IDEE  ist, dass die gewohnte Welt – ihre Orte und Menschen, ihr hektisches geschäftiges Stadtleben, ihre gepriesene Zivilisation und edle Kultur – keine andere Existenz hat als in unserem Bewusstsein und seine Wirklichkeit davon ableitet. Sich des BEWUSSTSEINS bewusst zu werden, das sich von seinen Produkten – den Gedanken – gelöst hat, ist unsere Aufgabe, ruft unsere Kraft und Hingabe hervor.

+ Das, was am wichtigsten für und in uns ist, ist Bewusstsein. Dennoch ist es das eine Ding über uns selbst, das wir am wenigsten kennen und am meisten außer Acht lassen.

+ Woher kommt dieses BEWUSSTSEIN? Dies zu entdecken werden wir niemals imstande sein, weil es selbst sowohl der Fragende als auch die Antwort ist; es war da, bevor die Frage entstand, denn es machte die Frage möglich. Es wird da sein, nachdem alles andere vergangen ist. In diesem dünnen Strahl  bewussten Seins, der das bekannte Selbst des Fragenden ist, liegt die endgültige Lösung unserer ganzen selbst erzeugten Rätsel.

+ Die erste Frage ist auch die letzte; sie ist sehr kurz, sehr einfach, und doch ist sie die wichtigste Frage, die einer jemals stellen könnte, egal ob sich selbst oder anderen. Sie lautet: „Was ist Bewusstsein?“  Wer der Antwort durch sämtliche Bewusstseinsschichten nachspürt, befindet sich zum Schluss wahrhaftig in der Gegenwart des universellen Bewusstseins, auch GOTT genannt.

+ Wenn wir nach der letzten Erklärung für das Phänomen des Weltalls suchen, finden wir eine anhaltende und höchste Wirklichkeit – BEWUSSTSEIN.

+ Es gibt verschiedene Arten von menschlichem Bewusstsein – das Körper-, Traum- und transzendentale Bewusstsein. Die Meditation gräbt einen Schacht vom ersten zum dritten.

– Siehe auch Kapitel „Der Mentalismus“

C h a r a k t e r

+ Wenn es stimmen sollte, dass der Lauf des Lebens vorherbestimmt ist, bedeutet das nicht, dass es notwendigerweise willkürlich vorherbestimmt ist. Nein – das wirklich Entscheidende in eurem Leben sind die guten und schlechten Charaktereigenschaften, die Entwicklung oder mangelnde Entwicklung eurer Gaben und die Entscheidung, die ihr beiläufig oder aus Vernunftgründen getroffen habt. Zwischen Lebensführung und Folge, zwischen Denken und Umgebung, zwischen Charakter und Geschick besteht eine unentrinnbare Gleichung. Und diese ist Karma, der Grundsatz von der schöpferischen Gleichwertigkeit.

+ Die schlechte Umwelt   s c h a f f t   nicht den schlechten Charakter. Sie streicht ihn heraus und begünstigt seine Entwicklung. Die Schwächen waren bereits latent vorhanden.

+ Aus meinen weltweiten Beobachtungen habe ich diese grundlegende Lehre gezogen, dass Heraklit völlig Recht hatte, als er schrieb: „Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.“

+ Charakter ist die Wurzel des Geschicks. Ein schlechter Charakter muss zu einem schlechten Geschick führen.

+ Wohin der Mensch auch geht, er trägt nach wie vor den eigenen Geist, das eigene Herz, den eigenen Charakter mit sich herum. Sie sind die wirklichen Urheber seiner Schwierigkeiten. Nichts  Äußeres wird diese Schwierigkeit ändern, solange er sein seelisches Leben, das heißt sich selbst, nicht zu ändern beginnt.

+ Sein Charakter existiert bereits bei seiner Geburt, indes ist er jetzt durch Umgebung, Erfahrung und karmische Ereignisse etwas abgewandelt.

+ Es liegen Vorräte in Reichweite des Menschen, die seinen Charakter retten und sein Leben wandeln können, aber sie liegen brach, unberührt und unentwickelt.

+ Man wird zumindest eine erweiterte Vorstellung vom Leben gewinnen und höchstenfalls einen edleren Charakter. Besser noch, man wird zum ersten Mal spüren, wie es ist, ein inneres Gleichgewicht zu erlangen.

+ Diese niemals zu Ende kommende Erforschung der Bedeutung des eigenen Lebens und des Lebens der ganzen Menschheit, diese ununterbrochene Selbstprüfung, was Charakter und Motive anbelangt, beschleunigt die Entwicklung deines Geistes und die Reife deines Egos, beschleunigt die Verwirklichung deiner selbst und die Entfaltung deiner inneren Möglichkeiten.

E g o

+ Die Quelle der Weisheit und Macht, von Liebe und Schönheit liegt in uns selbst, aber nicht in unserem Ego. Sie liegt in unserem Bewusstsein. Ihr Vorhandensein liefert uns in der Tat einen bewussten Gegensatz , der es uns möglich macht, vom Ego so zu sprechen, als ob es etwas Anderes und Getrenntes wäre: Sie ist das wahre SELBST; während das Ego nur eine Illusion des Geistes ist.

+ Das Ego ist schließlich nur eine Idee. Es leitet seine scheinbare Tatsächlichkeit von einer höheren Quelle ab. Stellen wir die innere Anstrengung an, nach ihrem Ursprung zu suchen, so werden wir früher oder später den GEIST ausfindig machen, in dem diese Idee zustande kam. Dieser Geist ist das Überselbst. Diese Anstrengung ist die Suche. Die Selbsttrennung der Idee von dem Geist, der ihr Dasein ermöglicht, ist Egoismus.

+ Das Ego borgt seine Wirklichkeit, seine Wahrnehmungskraft, seine eigentliche Fähigkeit, gewahr zu sein, von seiner Verbindung mit dem Überselbst.

+ Das Ego ist eine vergängliche Angelegenheit, nicht aber seine Quelle.

+ Der Wesenskern des Menschen ist vollkommen, nicht aber das Ego des Menschen.

+ Das Ego bringt Wünsche und Vorlieben zum Ausdruck, der Intellekt denkt und erinnert sich, die Sinnesorgane des Körpers erleben und nehmen die äußere Welt wahr. Keines von diesen dreien stellt das wirkliche „Ich“-sein eines Menschen dar.

+ Wir alle denken, erleben, fühlen und identifizieren uns mit dem  „Ich“. Wer weiß indes wirklich, was es ist?  Um das zu tun, müssen wir in den Geist schauen, nicht auf das, was er enthält, wie die Psychologen, sondern auf das, was er an sich ist. Wenn wir durchhalten, können wir vielleicht das „Ich“ hinter dem „Ich“ ausfindig machen.

+ Es ist lächerlich, wenn der Teil des Geistes, der lediglich im persönlichen Bewusstsein, im Ego, liegt, sich anmaßt, den GEIST an sich zu leugnen – seine eigentliche QUELLE. Denn das Ego ist eingeschlossen in dem, was es erlebt und kennt – ein äußerst beschränktes Gebiet.

+ Das Bewusstsein des Egos ist ein ungeheuer verkleinertes, unermesslich schwaches Echo des ÜBERSELBST-BEWUSSTSEINS. Es wandelt sich unablässig, bis es schließlich vergeht, während das ANDERE stets gleich bleibt und unsterblich ist. Aber das Ego stammt aus dem ANDEREN und muss zu ihm zurückkehren, die Verbindung ist also vorhanden. Mehr, es besteht auch die Möglichkeit, aus eigenen Stücken und absichtlich zurückzukehren.

+ Es ist dem Ego beschieden, in der Welt zu leben, seine Bedürfnisse aus seiner Umwelt zu befriedigen. Aus diesem Grunde hat es ein Recht auf seinen Gesichtspunkt. Der Fehler liegt darin, ihn tyrannisch zum einzigen Gesichtspunkt zu machen.

+ Die Philosophie macht dem Ego die endgültige Herrschaft über den Menschen streitig, gesteht ihm aber die notwendigen Tätigkeiten des Menschen zu. Wie sonst vermag er in dieser Welt zu leben? Das Ego kann dort bleiben, wo es von Rechts wegen hingehört und für das Wohl des Körpers und Geistes sorgen, aber stets als ein dem höheren Selbst Untergeordnetes und in Gehorsam gegen den höheren Willen.

+ Wenn wir das Ego analysieren, stellt sich heraus, dass es eine Ansammlung vergangener Erinnerungen an Erlebtes und zukünftiger  Hoffnungen oder Ängste ist, die das Erleben vorwegnehmen. Wenn wir versuchen, es am Schopfe zu packen, es zu isolieren, dann machen wir die Entdeckung, dass es im gegenwärtigen Augenblick nicht existiert, sondern nur in dem, was vergangen ist und dem, was geschehen wird. Tatsächlich existiert es wirklich niemals im JETZT, es erweckt nur den Anschein. Das bedeutet, dass es ein Phantom ohne Substanz ist, eine falsche   I d e e  .

+ Es gibt kein wirkliches Ego, sondern nur eine Reihe von rasch  aufeinanderfolgenden Gedanken, die den „Ich“-Prozess ausmachen. Es gibt keine getrennte Wesenheit, die das persönliche Bewusstsein gestaltet, sondern nur eine Reihe von Eindrücken, Ideen, Bildern, die um einen gemeinsamen Mittelpunkt kreisen. Letzterer ist völlig leer; das Gefühl, dass da etwas ist, rührt von einer völlig anderen Ebene her – der des Überselbst.

+ Wenn festgestellt wird, dass das Ego eine fiktive Wesenheit ist, heißt das, dass es nicht als eine wirkliche Wesenheit existiert. Dennoch existiert es als Gedanke.

+ Identifiziert man sich mit dem Ego als einer wirklichen Wesenheit und nicht als einer Ansammlung von Gedanken und Tendenzen, die es ist, dann hat man sich im Netz der Illusion verstrickt und kann nicht mehr aus ihm heraus.

+ Das Ego ist nur ein Kraftfeld, nicht eine wirkliche Wesenheit aus eigenem Recht. Oder es ist eine Zusammensetzung, die aus Ansammlungen von Gedanken besteht, und nicht ein wirkliches Individuum.

+ Das Ego, dessen wir uns bewusst sind, ist nicht dasselbe wie der Geist,   k r a f t    d e s s e n   wir bewusst sind. Wer nicht locker lässt, bis er das verstehen kann, öffnet die erste Tür der Wohnstätte der Seele.

+ Das Ego ist eine Idee, die so vergänglich ist, wie  die sogenannten materiellen Objekte, die es wahrnimmt. Sowohl das Ego als auch die Objekte treten zusammen als Gedanken im Universellen Geist auf und brechen miteinander zusammen.

+ Nicht nur die Welt ist ein im –BEWUSSTSEIN-Erscheinendes, sondern auch das Ego. Es ist am Ende ein Gedanke, vielleicht der stärkste von allen; und nur das Bewusstsein-an-sich ist die WIRKLICHKEIT, die es speist und der es seine Existenz und sein Leben verdankt.

E i n s a m k e i t    (allgemein, im Alter)

+ Ein Mensch, der nicht lernt, mit sich selbst allein zu sein, kann  auch nicht lernen, mit Gott allein zu sein.

+ Der wahrhaft Suchende geht nicht in die Einsamkeit, weil ihm die Gesellschaft der meisten Menschen unangenehm ist, er sondert sich nicht von der Gesellschaft ab, weil er ihr gegenüber eine säuerliche, zynische Einstellung hat, sondern weil seine innere Reifung der intensiven, ununterbrochenen und ungestörten Sammlung bedarf.

+ Wenn er auch abseits stehen muss, um auf seine eigene Weise zu leben, mit seinen eigenen freien Gedanken, bleibt es doch eine gütige, freundliche Unabhängigkeit. Er will allen Wesen wohl, weiß aber auch, dass sie die Früchte ihres leiblichen, emotionalen oder geistigen Wirkens ernten: erleiden oder genießen.

+ Jener glückselige Zustand, in dem der Geist sich selbst als das erkennt,   w a s   e r   i s t  , in dem alle Aktivität außer der des Gewahrseins allein zur Ruhe gekommen ist (und auch dann ist es ein Gewahrsein ohne ein Objekt) – das ist das Herz der Erfahrung. Dies ist die letzte Einsamkeit, die die Bestimmung aller Menschen ist.

+ Wer diesen inneren Weg wandert, merkt und spürt bald seine Einsamkeit. Er kann versuchen, das Gefühl loszuwerden, indem er einer Gruppe beitritt, aber das kann nur eine teilweise Befreiung verschaffen und letztlich nur eine vorübergehende. Doch diese Einsamkeit muss kein Grund sein zu leiden. Er kann vielmehr dahin gelangen, sie zu genießen.

+ Je höher der Gipfel, den man erklimmt, umso einsamer wird der Steig. Hier liegt ein Paradox vor, denn die Einsamkeit besteht außerhalb des Körpers, nicht im Herzen, und je mehr sie außen wächst, umso  weniger wird sie innen empfunden.

+ Aufgrund der Unendlichkeit der Seele werden ihre Ausdrucksformen in Kunst und Kultur, ihre Erscheinungsformen in Gesellschaft und Arbeitswelt immer unendlich vielgestaltig sein. Wenn wir heute unter uns das Gegenteil vorfinden, dann deshalb, weil wir die Inspiration der Seele verloren und unser spirituelles Geburtsrecht verwirkt haben. Die monotone Gleichförmigkeit unserer Städte, das unkreative Einerlei unserer Gesellschaft, die massenproduzierten Meinungen unserer Kultur und die standardisierten Erzeugnisse unserer erstarrten Denkungsart lassen eines grell zutage treten: unsere beengende innere Armut. Wer auch nur einen Funken Individualität im Leib hat, muss heute das Gebot der Konformität missachten und inmitten dieses Mangels an kreativem Geist, dieser Abwesenheit jedes höheren Strebens seinen eigenen Weg in entsetzlicher darbender Einsamkeit gehen. Von dem Moment an, da man zu dieser Suche aufgebrochen ist, hat man sich in einem unterschwelligen und inneren Sinn von seiner Familie, seinem Volk und seiner Gattung getrennt.

+ Der Schüler darf sich nicht der Vereinzelung seines inneren Standes entziehen, darf nicht über die Einsamkeit seines spirituellen Pfades grollen. Was in der Natur der Sache liegt, an der er sich versucht, muss er hinnehmen.

+ Die Kur gegen Einsamkeit ist Gesellschaft; doch wenn in der Gesellschaft keine Affinität herrscht, dann ist sie nur Kurpfuscherei. Dieses Rezept gilt für jeden, auch für den Weisen, denn er findet seine Gesellschaft in der Gegenwart des Überselbst.

+ Der junge Mensch, der die Klugheit besitzt, einen Teil seiner überschießenden Energien auf diese Suche zu verwenden, wird eines Tages den Neid des alten Menschen erregen, der nur seine erlahmten Kräfte und kurz gewordenen Tage daran setzen kann.

E r f a h r u n g e n

+ Jetzt wissen wir, dass unsere Lebenserfahrung so grenzenlos oder so eingeschränkt sein kann wie unser eigenes    D e n k e n .

+ Täglich soll man für kurze Intervalle das üben, was die alltägliche Erfahrung einen nicht üben lässt – nach innen zu gehen, unpersönlich zu sein und das „Ich“ zu kennen.

+ Jede Art Erfahrung, ob wach, traumhaft, hypnotisch oder halluzinatorisch, ist für das Ego vollkommen wirklich zu dem Zeitpunkt, zu dem seine Wahrnehmungen auf der jeweiligen Ebene wirksam sind. Warum sprechen wir nun inmitten dieser so verwirrenden Relativität davon, dass die göttliche Erfahrung die letzte und höchste Wirklichkeit ist? Antwort: Weil sie das betrifft, was allen anderen Erfahrungsformen ein Gefühl von Wirklichkeit  verleiht. Dabei handelt es sich um nichts anderes als den innersten Kern des reinen GEISTES in uns, die einzigartig geheimnisvolle Quelle aller möglichen Arten unseres Bewusstseins. Dies ist es, wenn wir es finden können, was die Philosophie die wahre, wirkliche Welt nennt.

+ Die Erfahrungen, die man macht, und die Umstände, in denen man sich befindet, sind nicht ohne Sinn. Sie enthalten für gewöhnlich eine persönliche karmische Lehre und sollten viel mehr studiert werden als Bücher. Man muss versuchen, die innere Sinnhaftigkeit dieser Ereignisse auf unpersönliche Art zu verstehen. Ihr Sinn kann ermittelt werden, indem man sich bemüht, sie unvoreingenommen zu sehen, indem man die in ihnen wirkenden Kräfte einschätzt, indem man gründlich nachdenkt und indem man betet. Jeder Mensch erhält sein eigenes Bündel Erfahrungen, das kein anderer erhält. Jedes Leben ist einzig und erhält nach dem Gesetz der Vergeltung die Erfahrungen, die es wirklich braucht, und nicht solche, die jemand anders braucht. Die Art, wie man auf die mannigfachen angenehmen und unangenehmen Situationen reagiert, die im alltäglichen Leben entstehen, ist ein besseres Anzeichen für das Verständnis, das man sich erworben hat, als irgendwelche mystische Visionen, die einem die Phantasie ausmalt.

+ Die Welt  wird uns in Wirklichkeit niemals von der Erfahrung gegeben, noch kennt der Geist sie jemals wirklich. Was gegeben wird, ist Idee, was gekannt wird, ist Idee, und sie zu transzendieren ist nur möglich, wo eine klare Analyse die IDEE zur WIRKLICHKEIT verwandelt.

+ Alle Erfahrung ist Erfahrung in der Welt des Bewusstseins. Es gibt keine andere.

+ Alles was in der menschlichen Erfahrung wirklich ist, ist die Erfahrung des  Geistes; alles was im Geist aufgenommen wird, sind Ideen; alle Ereignisse, gleich welcher Art, sind mentale Ideen.

+ Als mentale Erfahrung existiert die Welt gewiss, aber das stellt nicht die höchste Art von Erfahrung dar. Wir dürfen hoffnungsvoll nach einer anderen suchen, die die derzeitige übersteigt. Auch ist es nicht notwendig, auf den Tod zu warten, um sie zu finden.

+ Der Mentalismus schrumpft unsere Erfahrung der Welt zu einem Schatten. Er lässt uns die Wirklichkeit, von der wir so überzeugt sind, behalten, weist aber auf eine höchste und letzte Wirklichkeit hin, von der sich diese Überzeugung ableitet.

+ Das Leben ist nur ein Traum. Nichts, was wir in Erfahrung bringen, vermag an dieser harten Tatsache etwas ändern. Indes können wir bewusste Träumer sein.

+  Wie ein Träumer sehen wir eine Welt um uns und handeln in ihr, nur sind wir so hypnotisiert,  dass wir an die Wirklichkeit unserer Erfahrung  glauben, solange der Traum selbst währt. Und wie der Träumer bleiben wir im Grunde unberührt von dieser ganzen trügerischen Erfahrung, denn wir sind nach wie vor das ÜBERSELBST, nicht das hypnotisierte Ego.

E x i s t e n z   d e r   S e e l e     / des Überselbst

+ Wir können das Überselbst (die Seele) nur dadurch erkennen, dass wir es sind und nicht dadurch, dass wir es denken. Es liegt jenseits des Denkens, denn es ist GEDANKE, reiner Geist an sich.

+ Wird uns klar, dass der Intellekt so viele Argumente gegen dieses Thema anführen kann wie dafür, dann wird uns auch klar, dass es letzten Endes nur einen unwiderlegbaren Beweis für die Existenz des Überselbst gibt: Das Überselbst (Seele) muss sich selbst beweisen. Dies kann kaum merklich durch die Intuition oder vollständig durch die mystische Erfahrung geschehen.

+ Es gibt nur einen Weg, diese Frage zu klären, ob das Überselbst existiert, und das ist genau der Weg, den zu akzeptieren der moderne Mensch sich meistens weigert. Jeder muss das   a u t h e n t i s c h e    mystische Erlebnis selbst in Erfahrung bringen. Zucker kann wirklich nur an seinem Geschmack erkannt werden, das Überselbst (Seele) nur dadurch, dass man die Tore des Geistes für das Bewusstsein seiner Gegenwart auftut.

+ Man würde nicht nur die Philosophie, sondern auch die Lehren aller Seher wie Krishna und Jesus als betrügerisch erklären müssen, wenn das Überselbst nicht eine Tatsache wäre.

+ Jene, die diese überwältigende Erfahrung gemacht haben, brauchen keine Argumente, um sie dazu zu bewegen, an die Seele zu glauben. Sie wissen, dass sie die Seele   s i n d .

+ Es ist nicht allein die spekulativ oder denkend gefundene Wirklichkeit, denn der Intellekt kann sich irren. Es ist die Wirklichkeit, die im mystischen Erlebnis durch mystische Intuition gefunden wird, durch die VERNUNFT (im Gegensatz zum Intellekt) der PHILOSOPHIE, und die durch eine Erkenntnis bewiesen wird, die unmittelbarer und inniger ist als das Ego des normalen Lebens, mit seinen Leidenschaften, Emotionen und Gedanken, und tiefer als alles bisher Erlebte und Erfahrene.

+ Wenn ein Mensch fragt, warum er keine Spur von Gottes Gegenwart in sich zu finden  vermag, antworte ich ihm, dass er voller Beweise und nicht nur voller Spuren steckt. Gott ist in ihm als Bewusstsein, als der Zustand, gewahr zu sein, vorhanden; als Gedanke, die Fähigkeit zu denken; als Tätigkeit, die Macht, sich zu bewegen; und als Stille, der Zustand des Egos, der Emotionen, des Intellekts und Körpers, in welchem schließlich offenbar wird, worauf diese anderen Dinge einfach hinweisen. „Sei still und erkenne, dass ich Gott bin“ – eine Darlegung des Seins, deren Wahrheit sich experimentell überprüfen lässt, und deren Wert durch Erfahrung aufgezeigt werden kann.

+ In einer  SEELE leugnenden Generation gibt es unter anderem drei Zeichen für die Gegenwart der SEELE. Sie sind: moralisches Gewissen, künstlerische Vorstellungskraft und metaphysische Spekulation.

+ Tief im eigenen Herzen, im eigenen Bewusstsein versteckt, trägt jede Person alle Beweise, die sie für die Wahrheit dieser Lehren je wird brauchen müssen.

+ Das Licht, das eine Tischlampe ausstrahlt, stellt die Existenz der Elektrizität unter Beweis. Das Licht das in diesen gehobenen Augenblicken in den Geist strömt, stellt die Existenz der SEELE unter Beweis.

+ Das AUFLEUCHTEN stiftet Gewissheit, dass die SEELE existiert, dass Gott ist, dass der Zweck des menschlichen Lebens spirituelle Erfüllung beinhalten muss, um vollständig zu sein, und dass das GUTE, das SCHÖNE und das WAHRE beständiger ist als das SCHLECHTE, HÄSSLICHE und die LÜGE.

+ Ein einziges Aufleuchten wird alle Zeugnisse bieten, die seine Vernunft braucht, alle Beweise, nach denen seine Urteilskraft verlangt, dass es ein Reich Gottes gibt, und dass es das Beste aller Dinge ist, wonach ein Mensch je suchen könnte.

F r e i h e i t    /   I n n e r e r    F r i e d e n

+ Ist uns klar, dass keine Phase währen kann, dass das Glück uns niemals auf Dauer in seinem ungetrübten Sonnenschein wird ruhen lassen, dann sind wir zum nächsten Schritt bereit. Und der besteht darin, nach innerem Frieden zu suchen.

+ Ein Mensch ist wirklich frei, wenn seine Intuition seinen Intellekt steuert und über seine Energien herrscht.

+ Nur dadurch kann man inneren Frieden finden und aufrechterhalten, dass man alles, was einem widerfährt, aus einem philosophischen Blickwinkel sieht, dass man die Ereignisse des Tages der Zeitlosigkeit der WIRKLICHKEIT gegenüberstellt.

+ Nichts als die Erkenntnis der Seele kann einem  Menschen totales Glück bescheren, Sie befreit ihn von der versteckten Angst vor den Wehen des irdischen Daseins; sie befreit ihn von aller Sorge um die Zukunft, und aus den unendlichen Tiefen seines eigenen Wesens kann er all die Weisheit schöpfen, die er braucht, um letzterer zu begegnen. Indem er die Erkenntnis der verborgenen Wahrheit seines eigenen Wesens gewinnt, findet er seine wirkliche Freiheit.

+ Macht über das Denken zu haben und es erhabenen Themen zu weihen, bringt mehr inneren Frieden und mehr Kraft.

+ Durch so konzentriertes Denken mögen wir inneren Frieden erlangen. Es ist sicherlich nicht einfach und der in Fesseln liegende Intellekt wird sich eurem Griff wie ein widerspenstiger, gerade in Haft genommener Gefangener zu entwinden suchen. Ihr dürft euch in euren Bemühungen, bewusstes konzentriertes Denken zu entwickeln, keinesfalls beirren lassen, gleich, wie unbeholfen eure ersten  Anstrengungen vielleicht sind.

+ Die Freiheit, das eigene Leben nach eigenem Gutdünken zu bestimmen, kann man nur erlangen, indem man sich zuerst die Furchtlosigkeit erwirbt, sich über die Kritik anderer Leute hinwegzusetzen und ihre Erwartungen zu ignorieren.

+ Er wird ein körperliches Alter und eine geistige Reife erreichen, wo ihm gewisse Wahrheiten klarer zu sein scheinen und er sie weniger abstoßend findet. Er sollte besonders drei dieser Wahrheiten in Betracht ziehen:  den illusorischen Wert des Sex, die Notwendigkeit, Emotionen der Vernunft unterzuordnen, und die Realität des unsichtbaren, nicht greifbaren Überselbst. Wenn er inneren Frieden haben will, sollte er diese Dinge immer wieder und immer wieder kontemplieren.

+ Es gibt im Herzen und Verstand der Menschen tiefe Orte, in die zu begeben sie sich selten wagen. Und doch liegen dort Schätze verborgen – Intuitionsblitze, wichtige Offenbarungen, außerordentliche Kräfte, aber vor allem ein Friede, der nicht aus dieser Welt stammt.

+ Das Aufleuchten schenkt einem eine Reise in ein Land, in dem nicht Milch und Honig fließen, sondern Güte und Schönheit, innerer Friede und Weisheit. Es ist der beste Augenblick im Leben.

+ Moralisch gesehen, ist der kurze Einblick von höchstem Wert, er trägt zu des Menschen Befreiung bei, erteilt guten Willen und Demut, und erhebt seine Ideale, wenn auch nur für eine kurze Zeit.

+ Jene seltenen Augenblicke der Verzückung und Erbauung, kurz aufflackernder spiritueller Eindrücke und inneren Friedens, sind von unschätzbarem Wert. Sie zeigen dem Jünger, was er zu werden vermag, bejahen die Wirklichkeit des Ideals und machen seine Möglichkeiten offenbar.

+ Dann lernt er, dass es einen anderen Teil von ihm gibt, nicht ein Ego, das sein Denken und Dasein bislang beherrschte – einen erfreulichen, schönen Teil, der keinen Zwängen untersteht. Dann weiß er, was geistiger Friede wirklich bedeutet. Er sieht, er hat nur als ein Bruchteil seiner selbst gelebt, und selbst der ist durch innere oder äußere Reibung elend gemacht worden.

G e i s t   –   siehe Kapitel „Der Mentalismus“.

G e s c h i c k

+ Das   G e s c h i c k   des Menschen ist alles, was ihm geschieht, ob selbstverdient oder  von einer höheren Macht bestimmt. Das   S c h i c k s a l eines Menschen ist die spezielle, nämlich gefügte Art von Geschick und daher jenseits seines Einflusses.

+ Das Geschick des Menschen ist ein allzeit potentiell Existierendes, es wartet nur auf den günstigen Augenblick, in dem es sich zu Recht offenbaren mag.

+ Geschick folgt Tendenz. Was wir sind, veranlasst uns, in eine bestimmte Richtung zu gehen. Die Philosophie fasst  das Ende aus dem Anfang ins Auge.

+ Das Geschick wirkt nicht blind und unintelligent, willkürlich und feindlich gegen uns, wie die meisten von uns zu glauben geneigt sind, wenn wir uns durch einen Zyklus von ungünstigem Karma quälen. Im Gegenteil. Es ist das Wirken der Absoluten Weisheit selbst.

+ Das Leben ist größtenteils das, wozu wir es durch unsere Art, wie wir über es nachdenken, machen. Wie wichtig also, Irrmeinungen im Geist auszumerzen und an ihre Stelle die Wahrheit zu setzen! Wie anders wäre unser Geschick, wenn wir diese Notwendigkeit anerkennen und uns danach richten würden.

+ Über kurz oder lang spiegeln sich die Irrtümer und Störungen in seinem Bewusstsein, in seinem allgemeinen Geschick und äußeren Lebensbedingungen wider.

+ Jede menschliche Existenz hat irgendwann einmal ihre Schwierigkeiten oder Reibereien. Erstere entspringen dem Element des Geschicks, von dem die menschliche Freiheit umgeben ist, zweitere entspringen dem die menschlichen Beziehungen durchdringenden Element des Egoismus.

+ Die schmerzhaften Elemente in eurem Geschick sind das Maß eurer eigenen Schwächen und Fehler. Die Übel in eurem Verhalten und eurem Charakter spiegeln sich in den Schwierigkeiten wider, die euch widerfahren.

+ Die Zyklen des Geschicks kehren periodisch wieder, für Individuen und für Völker. Der Besonnene sieht den bevorstehenden Zyklus voraus und lässt sich weder durch unglückselige noch durch gedeihliche Umstände überwältigen, sondern erträgt die einen gut und die anderen mit Gleichmut.

+ Der menschliche Wille mag seine Sicherheit bis ins Detail planen, aber das menschliche Geschick wird etwas dazu zu sagen haben. Es gibt kein individuelles Leben, das so sicher ist, dass es ohne Risiko wäre.    

G l a u b e ,   R e l i g i o n

+ Wenn die Menschen einem erzählen, der Pfad sei ein bloßes Hirngespinst, so mögen sie mit ihrem Glauben selig werden. Ich, (Paul Brunton) der ich viele Menschen ihn antreten und wenige ihn beenden gesehen habe, erkläre, dass der Unterschied zwischen Anfang und Ende des Pfades der zwischen einem Knecht und einem Herrn ist.

+ Erst wenn das Innere Wort zu einem spricht, darf er anfangen, zu anderen zu sprechen – nicht vorher. Denn erst dann wird dem, was er sagt, überhaupt schöpferische Kraft, spirituelle Inspiration, Erleuchtung oder Heilung innewohnen.

+ Wer über die Mystik Urteile fällt oder über sie schreibt, ohne ihre mentalen Zustände und Phänomene tatsächlich und persönlich erlebt zu haben, sie nur von außen interpretiert und nur als Beobachter, kann auf diesem Gebiet nicht eine zuverlässige Autorität sein.

+ Die geistige Haltung ist entscheidend. Man mag auf die eine oder auf die andere Einflüsterung eingehen – dass man das schwache Ego ist oder das göttliche Überselbst; es kommt ganz darauf an, woran man glaubt.

+ Das, was den einzelnen Menschen mit dem Universellen Geist verbindet, nenne ich das Überselbst. Diese Verbindung kann niemals abgebrochen werden. Ihre Existenz ist die Hauptgarantie, dass  a l l e auf die Erlösung hoffen dürfen, nicht nur jene, die meinen, sie würde nur ihrer Gruppe gewährt werden.

+ Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.

+ Im Beobachten ein Wissenschaftler, im Herzen ein Frommer, im Denken ein Metaphysiker, im Geheimen ein Mystiker und in der Öffentlichkeit ein tüchtiger, ehrbarer, nützlicher Mitbürger –Menschen dieser Art bringt die Philosophie hervor.

+ Wenn man das Leben als Ganzes und damit richtig sieht, wird man verstehen, weshalb Jesus sagte: „Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, so wird euch solches alles zufallen“, und weshalb, wenn man auf irgendeine einzelne Erneuerung im menschlichen Leben dringen will, es die eigene Vergeistigung sein muss. Wenn man auf irgendetwas besonderen Wert legen will, dann auf die Wiederentdeckung der göttlichen Bestimmung, die unser Erdenleben hat.

+ Es reicht nicht aus, mit dem Verstand zu wissen, dass Gott allerorten und aller Wege ist. Es ist auch nötig, eine praktische Verbindung zu Gott herzustellen, wenn wir wirklichen Nutzen aus diesem Wissen ziehen wollen. Zudem wird einem dies – und dies allein – absolute Gewissheit verschaffen. Man muss die bewusste Beziehung zum Überselbst wiederfinden; die unterbewusste geht einem nie verloren.

+ Wäre ein Mensch imstande, sich soweit von seinem Ego zu entfernen, dass dessen Interessen und Begierden ihn nicht mehr überwältigen könnten, dann ließe er dadurch Frieden in seinem Herzen einziehen. Das wahre Paradies, das eigentliche Himmelreich, das eine unwissende Geistlichkeit auf eine Welt nach dem Tode und dadurch in einer schwer erfassbaren Ferne verschoben hat, ist in Tatsache so nahe bei uns wie unser eigenes Selbst und so gegenwärtig wie der heutige Tag. Wenn wir es betreten sollen, dann können und müssen wir das, solange wir noch im Körper stecken. Es ist weder eine Zeit noch ein Ort, sondern eine Lebenslage und eine Entwicklungsstufe. Es ist das ego freie Leben. Es wird nicht verlangt, dass das Ego sich zerstört, es wird nur verlangt, dass es sich züchtigt. Das Persönliche in einem Menschen muss leben, indes lediglich als ein Sklave des Unpersönlichen. Diese beiden Identitäten machen sein Selbst aus.

+ Das Karma ist eine unpersönliche Kraft. Es lässt sich nicht durch Gebete beeinflussen, wie das angeblich bei einem Persönlichen Gott der Fall sein soll.

+ Es ist durchaus möglich, die Türen zum eigenen inneren Wesen auch ohne die Hilfe eines Lehrers aufzutun. Das eigene höhere Selbst wird dir all die Führung angedeihen lassen, die du brauchst, vorausgesetzt dein Glaube an seine Existenz und Unterstützung ist stark genug.

+ Religiös gesprochen, ist man in Gott, mystisch gesprochen, ist Gott in einem.

+ In der tiefen Stille, in der sich jede Spur eines persönlichen Selbst auflöst, geschieht die wahre Kreuzigung des Ich. Dies ist die wahre Bedeutung der Kreuzigung, wie sie in den Initiationen der alten Mysterientempel vollzogen wurde und wie sie Jesus widerfuhr. Der Tod, um des hier geht, ist ein geistiger, nicht ein physischer.

+ Man würde nicht nur die Philosophie, sondern auch die Lehren aller Seher wie Krishna und Jesus als betrügerisch erklären müssen, wenn das Überselbst nicht eine Tatsache wäre.

+ Jene, die diese überwältigende Erfahrung gemacht haben, brauchen keine Argumente, um sie dazu zu bewegen, an die Seele zu glauben. Sie wissen, dass sie die Seele  s i n d  . 

+ Wenn die  Karma-Lehre (der Grundsatz des Ausgleichs) die Menschen mit dem Glauben durchdringt, dass es keinesfalls auf dasselbe hinausläuft, ob ihr Benehmen gut oder schlecht ist, wenn sie ihren Sinn für moralische Verantwortlichkeit wachrüttelt, kann niemand ihren praktischen Wert bestreiten.

+ Der erste große Irrtum, den es wegzuwerfen gilt, ist ein weitverbreiteter – der Glaube an den leiblichen Körper als das wirkliche Selbst, wo er doch lediglich ein Ausdruck und Kanal, ein Instrument und Träger des Selbst ist.

+ Der Geist muss von seinen falschen Überzeugungen befreit werden. Die Illusion, die ihn am meisten verdunkelt, ist, dass das bekannte Ich wirklich sei. Weil er ein ganzes Leben lang falsch gedacht und geglaubt, sich geirrt, gemutmaßt und gemeint hat, liegt er in Fesseln. Der Ausweg erfordert Mut, neue Wege zu gehen und eine scharfe Intelligenz, ohne die sich die wahre Identität nicht erfassen lässt. Das persönliche   I c h  trennt sich vom wirklichen  I c h , legt die WIRKLICHKEIT falsch aus, weiß nicht, dass es selbst nur ein Gedanke im ALL-GEIST ist.

+ Denkt nicht so sehr daran, nach äußerer Hilfe zu suchen. Euer Höheres Selbst ist bei euch. Könntet ihr genug an seine Gegenwart glauben, dann wäret ihr imstande, nach innen zu schauen. Hättet ihr dabei Ausdauer und Geduld, es würde euch lenken.   

+ Wenn wir an die Wirklichkeit des Überselbst glauben oder um sie wissen, dann müssen wir auch glauben oder wissen, dass unser alltägliches vergängliches Leben tätig in seinem zeitlosen Sein wurzelt.

+ Wenn einer zu diesem Glauben an die Wirklichkeit seines eigenen höheren Selbst findet,  dann kann er zu aller Erkenntnis kommen, die er benötigt, zu aller Hilfe, die er braucht, vorausgesetzt er nimmt sich seine geistige Führung (intuitiv gespürt) zu Herzen und wendet ihre Gebote auf sein tägliches Leben an.

+ Ist es, wenn das GÖTTLICHE formlos, reglos, sprachlos und materielos ist, denn möglich, Es zu erkennen, wenn uns die Suche einen kurzen Einblick in Es beschert? Die Antwort lautet Ja. Allerdings braucht man dazu entweder eine gut entwickelte Intuition oder eine gut geschulte Intelligenz, andernfalls geschieht es durch Glauben.

+ Das AUFLEUCHTEN liefert eine überwältigende Bestätigung des Glaubens an ein göttliches Prinzip, eine eindeutige Gewissheit, dass es die Welt regiert und die erneute Versicherung, dass alle Menschen seinem wohltätigen Aufruf zur Güte und Weisheit Folge leisten werden.

+ Wir müssen diese Einblicke als heilige betrachten, nicht weniger religiös als jene, mit denen uns Bibeln und Zeremonien versorgen mögen. Und das ist selbst dann der Fall, wenn sie in unseren Augenblicken von selbst entstehen oder auf die Kunst, Musik oder Rede irgendeines Laien zurückzuführen sind. Denn heutzutage brauchen wir, und besonders die jüngeren unter uns, weiter gefasste Definitionen dieser Angelegenheiten.

+ Er ist aufgewacht, ein Erlebnis, das alle Widersprüchlichkeiten des Denkens und Glaubens versöhnt und einige verwirrende Rätsel des Schicksals des Menschen erklärt.

+ Als Schlüssel zum Verständnis des Wesens des Weltalls löst der Mentalismus den Materialismus in Luft auf. Dadurch unterstützt er wirkliche Religion in ihrer rechtmäßigen und wichtigen Aufgabe, nicht aber die hohle, halbmaterialistische Theatervorstellung, die sich dafür ausgibt. Er stellt wieder einen richtigeren Begriff von Gott her und bringt einen fest begründeten Glauben an GOTT zurück.                                                                                                                                                             

G l ü c k

+ Das vollkommene Glück, auf das die Menschen als Ziel ihres Lebens auf Erden aus sind, kann niemals erworben werden. Denn es gründet sich vor allem auf Dinge und Personen, auf solches, was außerhalb des Suchers liegt, und auf Vergängliches. Das Glück, das sie sich wirklich erwerben können, ist  nicht von dieser Art, obwohl es das dieser Art einschließen kann und jedenfalls nicht ausschließt. Es ist vor allem auf Gedanken und Gefühle gegründet, auf solches, was innerhalb des Suchers ist, und auf Bleibendes.

+ Kein Glück, das danach auf ihn kommt, wird ihm je so viel bedeuten, wie das Glück, das er jetzt, in der Erkenntnis des Überselbst, als sein eigen weiß.

+ Einer Frau oder einem  Mann kann kein besseres Glück widerfahren als dieses heitere innere Wohlbefinden und diese Gewissheit über die universelle Wahrheit.

+ Wer je die unermessliche Freude des Friedens des Überselbst gekostet hat, wird nicht wieder in die engen Mauern des kleinen Selbst zurückschrumpfen wollen. Denn dann weiß er, dass das UNENDLICHE, die LEERE, das TRANSZENDENTE – nenne er den Verlust des Egos was er will – nicht ein Verlust des Glücks, sondern seine grenzenlose Vergrößerung ist.

+ Es ist des Menschen höchstes Glück, allzeit in diesem Himmel des BEWUSSTSEINS zu weilen, nicht nur einen flüchtigen Blick auf es zu werfen, so wunderbar das auch sein mag.

+ Die dieser Suche nachgehen, tun das, weil auch sie glücklich sein wollen. Man bilde sich nicht ein, dass die weltlichen Vergnügungssüchtigen, die hartgesottenen Geldjäger, die romantischen Liebesträumer  oder die ehrgeizigen Streber nach Ruhm in dieser Hinsicht einer anderen Kategorie angehörten. Allein ihre Methode und ihr Ergebnis sind anders. Alle ohne Ausnahme wollen das Gefühl ungestörten Glücks, aber  nur die Suchenden wissen, dass es allein in Erfahrung spiritueller Erfüllung gefunden werden kann. Ruhm, Reichtum, Liebe oder Vergnügen können ihr Teil zum Rahmen im Leben eines glücklichen Menschen beitragen, doch wie steht es mit dem Menschen selbst? Wer hat noch nicht von Menschen gehört oder welche gekannt, die inmitten all ihrer Reichtümer oder ihrer Macht im Elend sitzen? Wer hat noch nicht vom Tod gehört, der ein glücklich vereintes Paar zwingt, einander  Lebewohl zu sagen?

+ Kein anderer Mensch kann uns Glück schenken, wenn er es nicht selbst in sich trägt. Der romantische Trieb, in einem zweiten Menschen das zu suchen, was keiner von beiden besitzt, kann niemals Erfüllung finden.

+ Der philosophische Preis völliger Selbstbeherrschung ist unglaublich viel größer und höher zu bewerten als jeder andere, der uns von unseren Ambitionen und Wunschträumen in Aussicht gestellt wird. Er enthält ein Glück, das wir sonst nicht kennen, und verleiht uns innere Reserven von denen die materialistisch Orientierten nichts wissen. Wer diesen Preis gewonnen hat, ist innerlich geschützt gegen das Schlagen der rollenden Wellen des Schicksals oder die giftigen Pfeile menschlicher Böswilligkeit. „Wer auf nichts hofft kann niemals Verzweiflung kennen“  sind Worte, die Caesar in Ägypten getan hat. Wo es weder Wünsche gibt noch Erwartungen, da kann es auch keine Enttäuschungen geben.

+ Es gibt kein höheres Glück als diese Entdeckung des wirklichen Menschen.

+ Wir müssen das Fahrenlassen lernen, müssen lernen, das freiwillig aufzugeben, was uns das Geschick wegnehmen will und muss. Eine so ergebene Bejahung stellt die einzige Weise dar, auf die man inneren Frieden zu finden vermag, den einzigen wirksamen Weg, der zu dauerhaftem Glück führt. Wir müssen aufhören, unser individuelles Eigentum und unsere individuellen Beziehungen als etwas auf alle Zeiten Gegebenes zu betrachten.

+ Einer Frau oder einem Mann kann kein besseres Glück widerfahren als dieses heitere innere Wohlbefinden und diese Gewissheit über die universelle Wahrheit.

+ Der Mensch darf sich glücklich  schätzen, wenn er unter die Anleitung des inneren Wortes kommt. Aber sein Glück wird nur so lange währen,  solange er ihm treulich folgt. Tut er das nicht, dann wird das schmerzliche, wenn auch lehrreiche Folgen für ihn haben.

+ Das Leben versucht nicht die Menschen entweder glücklich oder unglücklich zu machen. Es versucht, die Menschen verstehen zu lehren. Ihr Glück oder Unglück kommt als ein Nebenprodukt ihres Verständnisses oder Unverständnisses.

+ Ist uns klar, dass keine Phase währen kann, dass das Glück uns niemals auf Dauer in seinem ungetrübten Sonnenschein wird ruhen lassen, dann sind wir zum nächsten Schritt bereit. Und der besteht darin, nach innerem Frieden zu suchen.

+  Es walten die Gezeiten des Glückes und der äußeren Umstände, deren Ebbe und Flut das Leben des Menschen umspülen. Es herrschen Zyklen des Wandels, denen wir folgen und mit denen wir unsere Pläne und Tätigkeiten in Einklang bringen müssen, wenn wir ohne Reibungen leben und vermeiden wollen, unsere Kräfte für unnütze Kämpfe zu verschwenden. Wir müssen lernen, zu welchem Zeitpunkt wir weiter drängen und uns an die Spitze der Gezeiten stellen sollen und zu welchem wir den Rückzug antreten und ablassen sollen.

+ Es ist gewiss, dass unser sterbliches Geschick aus willkommenen und unwillkommenen Umständen oder Ereignissen besteht. Es gibt kein menschliches Wesen, dessen Muster nicht so schachbrettartig wäre – nur ist die Anzahl der schwarzen und weißen Quadrate nicht gleich, und sind die Proportionen von Person zu Person verschieden. Es tut weh, diese Dualität von Schmerz und Freude einzugestehen, diese Vergänglichkeit, die jedes Glück bedroht; aber diese Wahrheit ist unanfechtbar, wie Buddha wusste und lehrte.

+ Nichts als  die Erkenntnis der Seele kann einem Menschen totales Glück bescheren. Sie befreit ihn von der versteckten Angst vor den Wehen des irdischen Daseins; sie befreit ihn von aller Sorge um die Zukunft, und aus den unendlichen Tiefen seines eigenen Wesens kann er all die Weisheit schöpfen, die er braucht, um letzterer zu begegnen. Indem er die Erkenntnis seiner verborgenen Wahrheit seines eigenen Wesens gewinnt, findet er seine wirkliche Freiheit.                                                                       

G o t t

+ Siehe Kapitel „Göttlich, Göttlichkeit, Gott“.

H i m m e l r e i c h

+ Wäre ein Mensch  imstande, sich soweit von seinem Ego zu entfernen, dass dessen Interessen und Begierden ihn nicht mehr überwältigen könnten, dann ließe er dadurch Frieden in seinem Herzen einziehen. Das wahre Paradies, das eigentliche Himmelreich, das eine unwissende Geistlichkeit auf  eine Welt nach dem Tode und dadurch in einer schwer erfassbaren Ferne verschoben hat, ist in Tatsache so nahe bei uns wie unser eigenes Selbst und so gegenwärtig wie der heutige Tag. Wenn wir es betreten sollen, dann können und müssen wir das, solange wir noch im Körper stecken. Es ist weder eine Zeit noch ein Ort, sondern eine Lebenslage und eine Entwicklungsstufe. Es ist das ego freie Leben. Es wird nicht verlangt, dass das Ego sich zerstört, es wird nur verlangt, dass es sich züchtigt. Das Persönliche in einem Menschen muss leben, indes lediglich als ein Sklave des Unpersönlichen. Diese beiden Identitäten machen sein Selbst aus.

+ Jesus sprach mit einfachen, klaren Sätzen über diese ungeheure Tatsache, dass der Himmel – der Zustand wirklichen Glücks – selbst hier und jetzt im Menschen ist.

+ In den Himmel einzutreten bedeutet,  in die Erfüllung des nicht irdischen Zwecks des irdischen Lebens zu treten. Und der besteht einfach darin, sich des Überselbst gewahr zu werden. Diese heilige Gegenwart bringt eine so große Freude mit sich, dass wir verstehen, warum die Heiligen und wirklichen Asketen imstande waren, alle anderen Freuden zu verschmähen. Der Gegensatz ist unverhältnismäßig groß. Nichts, was die Welt uns als Anreiz zu bieten hat, lässt sich auf dieselbe Stufe stellen.

+ Wie verständlich der Mentalismus doch jene tieferen und unverständlicheren Äußerungen von Jesus macht! „Das Reich Gottes ist in euch“ erweist sich demnach als eine freudige Verkündigung spiritueller Hoffnung und als ein Spruch, der eine fast unbekannte Tatsache preisgibt. Er verkündet, dass ein himmlisches Dasein in Reichweite des Geistes liegt, welcher der wirkliche Mensch ist, und er sagt uns, dass dieses Dasein im Geist selbst verborgen liegt. Der Himmel ist also nicht ein fern gelegener Ort noch eine Verfassung nach dem Tode, sondern ein in diesem Leben erreichbarer Zustand.

+ Es ist des Menschen höchstes Glück, allzeit in diesem Himmel des BEWUSSTSEINS zu weilen, nicht nur einen flüchtigen Blick auf es zu werfen, so wunderbar das auch sein mag.

I d e e n ,   I l l u s i on e n ,   T r ä u m e

+ Diese Dualität seines Lebens wird weitergehen, bis er bereit ist für die Erhabene Wahrheit, die an die Stelle aller geringeren rückt, aber die er nicht erfassen kann, solange er sich an ihnen festklammert. Wenn er darauf besteht, wird es ihm niemals gelingen, den Übergang zu dem Verständnis zu schaffen, dass es nur die EINE UNENDLICHE LEBENSKRAFT gibt, nur den EINEN EWIG EXISTIERENDEN GEIST, und dass alles andere lediglich Illusion, Idee oder Traum ist.

+ Das erste Unterscheidungsvermögen des Geistes ist   z u    e r k e n n e n  ,  ob das erkannte Objekt die Welt um ihn oder die inwendigen Ideen ist. Wird diese Fähigkeit noch tiefer auf sich selbst gerichtet, sind Subjekt und Objekt eins, dann kommt die gedankenherstellende Tätigkeit zur Ruhe, und das „Ich“-Geheimnis ist gelöst. Der Mensch entdeckt sein wirkliches Selbst oder Sein – seine Seele.

+ Identifiziert man sich mit dem Ego als einer wirklichen Wesenheit und nicht als einer Ansammlung von Gedanken und Tendenzen, die es ist, dann hat man sich im Netz der Illusion verstrickt und kann nicht mehr aus ihm heraus.

+ Das Ego ist eine Idee, die so vergänglich ist, wie die sogenannten materiellen Objekte, die es wahrnimmt. Sowohl das Ego als auch die Objekte treten zusammen als Gedanken im Universellen Geist auf und brechen miteinander zusammen.

+ Wenn wir das Ego analysieren, stellt sich heraus, dass es eine Ansammlung vergangener Erinnerungen an Erlebtes und zukünftiger Hoffnungen oder Ängste ist, die das Erleben vorwegnehmen. Wenn wir versuchen, es am Schopfe zu packen, es zu isolieren, dann machen wir die Entdeckung, dass es im gegenwärtigen Augenblick nicht existiert, sondern nur in dem, was vergangen ist und dem, was geschehen wird. Tatsächlich existiert es wirklich niemals im JETZT, es erweckt nur den Anschein. Das bedeutet, dass es ein Phantom ohne Substanz ist, eine falsche   I d e e  .

+ Das Ego ist schließlich nur eine Idee. Es leitet seine scheinbare Tatsächlichkeit von einer höheren Quelle ab. Stellen wir die innere Anstrengung an, nach ihrem Ursprung zu suchen, so werden wir früher oder später den GEIST ausfindig machen, in dem diese Idee zustande kam. Dieser Geist ist das Überselbst. Diese Anstrengung ist die Suche. Die Selbsttrennung der Idee von dem Geist, der ihr Dasein ermöglicht, ist Egoismus.

+ Die Quelle der Weisheit und Macht, von Liebe und Schönheit liegt in uns selbst, aber nicht in unserem Ego. Sie liegt in unserem Bewusstsein. Ihr Vorhandensein liefert uns in der Tat einen bewussten Gegensatz, der es uns möglich macht, vom Ego so zu sprechen, als ob es etwas Anderes und Getrenntes wäre: Sie ist das wahre SELBST, während das Ego nur eine Illusion des Geistes ist.

+ Der Geist muss von seinen falschen Überzeugungen befreit werden. Die Illusion, die ihn am meisten verdunkelt, ist, dass das bekannte ich wirklich sei. Weil er ein ganzes Leben lang falsch gedacht und geglaubt, sich geirrt, gemutmaßt und gemeint hat, liegt er in Fesseln. Der Ausweg erfordert Mut, neue Wege zu gehen und eine scharfe Intelligenz, ohne die sich die wahre Identität nicht erfassen lässt. Das persönliche   I c h  trennt sich vom wirklichen   I c h  , legt die WIRKLICHKEIT falsch aus, weiß nicht, dass es selbst nur ein Gedanke im ALL-GEIST ist.

+ Wenn die Ursache seiner Schwierigkeiten  nicht entfernt wird, wird sie mit der Zeit zu neuen Wirkungen führen und der Last, an der er jetzt zu tragen hat, ein zusätzliches Elend aufbürden. Es werden alle seine sogenannten Ausflüchte vor ihnen solange illusorisch sein, solange diese Ursache wirkt.

+ Das Leben ist größtenteils das, wozu wir es durch unsere Art, wie wir über es nachdenken, machen. Wie wichtig also, Irrmeinungen im Geist auszumerzen und an ihre Stelle die Wahrheit zu setzen! Wie anders wäre unser Geschick, wenn wir diese Notwendigkeit anerkennen und uns stets danach richten würden.

+ Über kurz oder lang spiegeln sich die Irrtümer und Störungen in seinem Bewusstsein, in seinem allgemeinen Geschick und äußeren Lebensbedingungen wider.

+ Man sollte auch daran denken, dass das höhere Selbst nur mit dem höheren Teil des Geistes, der Intuition, erkannt werden kann. Emotionen befinden sich auf einer geringeren und niedrigeren Ebene, mögen sie noch so erhaben oder fromm sein. Die ungeheure Befriedigung, die aus ekstatischen Verzückungen resultiert, ist nicht ein Zeichen, dass man direkt mit der Wirklichkeit in Berührung kommt, sondern nur, dass man näher an sie herantritt. Sie mögen zwar allem Anschein nach rein spirituell sein, aber sie gehören dennoch zur Gefühlsnatur des Egos, und wenn man anderer Ansicht ist, macht man sich selbst etwas vor. Nur durch reine  Intuition, aus den Fesseln emotionalen Egoismus befreit, und durch das Übersteigen der intellektuellen Illusion, kann man einen wirklichen Kontakt mit dem Überselbst herstellen. Und das wird sich in einem Zustand absoluter und vollkommener Ruhe ereignen; da wird es nichts von der emotionalen Erregtheit geben, von der die erfolgreiche Pflege der voraufgehenden Stufen der Meditationsübungen geprägt waren. 

+ Die wunderbarste Entdeckung, die der Erleuchtete macht, ist vielleicht die, dass seine Unabhängigkeit von der unendlichen Lebenskraft niemals wirklich, sonder nur eine Illusion war, seine Trennung vom Überselbst nur eine Idee der Imagination und nicht eine Tatsache des Seins. Selbst die Sehnsucht nach der Vereinigung mit dem Überselbst war nur ein Traum, und deswegen waren alle geringeren Sehnsüchte des Egos bloß Träume in einem Traum.

+ Das Überselbst ist vorhanden, aber es liegt in unserem bewussten Wesen verborgen. Nur dort, in  dieser tiefen Atmosphäre, stoßen wir auf die von Trugbildern freie WAHRHEIT, die illusionsfreie WIRKLICHKEIT.

+ Das Erlebnis erklärt ihm den Menschen zum ersten Mal, wirft Licht auf die Tatsache, dass er gleichzeitig auf zwei Ebenen lebt. Es stellt das Ego als die Illusion bloß, die sein Bewusstsein einhüllt, und sein Überselbst als die Wirklichkeit hinter seinem Bewusstsein.

+ Die Idee vom ewig währenden JETZT ist faszinierend, indes handelt es sich dabei um mehr als nur eine Idee, sie ist auch eine WIRKLICHKEIT. Wer weiter, mit intensiver Konzentration darüber nachdenkt und sich ernsthaft in sie vertieft, entdeckt ihre WIRKLICHKEIT, denn er wird das Trugbild vertreiben, mit der die Zeit den Geist umgarnt.

+ Innerlich kehren wir täglich zu dieser Idee zurück, dass alles IDEE ist, dass die gewohnte Welt – ihre Orte und Menschen, ihr hektisches geschäftiges Stadtleben, ihre gepriesene Zivilisation und edle Kultur – keine andere Existenz hat als in unserem Bewusstsein und seine Wirklichkeit davon ableitet. Sich des BEWUSSTSEINS bewusst zu werden, das sich von seinen Produkten – den Gedanken – gelöst hat, ist unsere Aufgabe, ruft unsere Kraft und Hingabe hervor.

+ Kennt der Mensch die Ergebnisse seiner Handlungen, dann hat er die Gelegenheit, den Wert jener Ideen zu erkennen, die zu diesen Handlungen geführt haben. Anders gesagt heißt das, die Erfahrung wird, vorausgesetzt er lässt sie gewähren, Verantwortung bringen und Verantwortung Entwicklung.           + Das was wir gewöhnlich für das „Ich“ halten, ist eine Idee, die sich von Jahr zu Jahr wandelt. Dies ist das persönliche „Ich“. Aber was wir am innigsten, als ein unter allen diesen verschiedenen „Ich“-Ideen stets Gegenwärtiges empfinden, das heißt, der Sinn zu sein, zu existieren, das wandelt sich niemals. Eben dies ist unser wahres, dauerhaftes „Ich“.
– Siehe auch Kapitel „Der Mentalismus“.                                                                                 

K a r m a

+ Eine Lehre, die die Macht hat, Menschen von niederträchtigen Handlungen abzuhalten oder sie zu tugendhaftem Verhalten anzuregen, und das nicht durch Angst vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, sondern dadurch, dass sie die Menschen davon überzeugt, dem GUTEN um des Guten willen folgen zu müssen, ist sowohl für die Gesellschaft als auch für das Individuum wertvoll.

+ Die Vorstellungskräfte sind unerschöpflich und unaufhörlich. Es liegt in der Natur des Geistes, dass eine Idee zu anderen führt, weil das Wesen des Geistes selbst dynamisch ist. Karma ist das Gesetz, das die zwei verbindet.

+ In Wirklichkeit steht jeder Mensch vor Gericht. Das Leben selbst ist sein Richter – die Wirkung des Karma, die Unwissenheit oder Klugheit der Mitmenschen, die Stimme des Gewissens und die Fähig- oder Unfähigkeit der eigenen Persönlichkeit.

+ Karma ist der König, der diese Erde regiert.

+Das Karma ist eine unpersönliche Kraft. Es lässt sich nicht durch Gebete beeinflussen, wie das angeblich bei einem Persönlichen Gott der Fall sein soll.

+ Aus einer Untersuchung des Karma-Gesetzes mögen wir den Schluss ziehen, dass ein Mensch heranreifen, erwachsen werden muss und die Pflicht hat, die Verantwortung für seine Handlungen, Entscheidungen, Emotionen und sogar für seine Gedanken tragen zu lernen. Er ist es, der dafür verantwortlich ist, welche Ideen, und besonders welche Impulse, er annimmt und welche er unbeachtet vorübergehen lässt oder von sich weist.

+ Hat sich ein Mensch das Gesetz von den Folgen erst einmal zu Herzen genommen, dann wird er einen anderen nicht willentlich oder wissentlich verletzen; und das in erster Linie deswegen, weil er sich selbst nicht wird verletzen wollen.

+ Wiewohl Karma dadurch beschlossen ist, was ein Mensch faktisch tut, setzt es sich auch aus lang Gedachtem und tief Empfundenen zusammen.

+ Zieht euch das Karma schließlich zur Rechenschaft, dann werdet ihr nicht anhand der Zeugnisse gerichtet, die andere über euren Charakter ausstellen, ob sie nun gut oder schlecht ausfallen, sondern anhand der Motive, die ihr in eurem Herzen fühlt, anhand der Einstellungen, die in eurem  Denken beschlossen sind und anhand der Taten, die eure Hände verrichten.

+ Karma wirkt ebenso sehr im Geschick großer, mächtiger Nationen wie im Geschick armer, unwichtiger Menschen.                                                                                                                                                

K ö r p e r    –    Was bin ich?

+ Geist als Mensch kennt sich selbst zum größten Teil nicht, aber Geist als GEIST ist gänzlich selbsterleuchtet. Denn der Mensch ist eingesperrt vom Körper, ein Gefangener jener Sinne, denen er so dankbar für Sehen, Hören und Fühlen ist.  Aber sobald er seiner selbst gewahr wird, ist er befreit.

+ Das letzte Ziel besteht darin, sich in   e r s t e r   L i n i e  als ein geistiges Wesen zu betrachten und nicht als ein physisches, darin, diese götzenhafte Identifikation des Selbst mit Fleisch, Blut und Knochen aufzugeben.

+ Nur ein ganzer Mensch findet die ganze Wahrheit. Solange es in unserer Natur noch unentwickelte Teile gibt, sind wir keine ganzen Menschen. Die Ganzheit seines körperlichen, seelischen und geistigen Wesens – sie muss der Mensch entwickeln. 

+ Je höher der Gipfel, den man erklimmt, umso einsamer wird der Steig. Hier liegt ein Paradox vor, denn die Einsamkeit besteht außerhalb des Körpers, nicht im Herzen, und je mehr sie außen wächst, umso weniger wird sie innen empfunden. 

+ Der erste große Irrtum, den es wegzuwerfen gilt, ist ein weitverbreiteter – der Glaube an den leiblichen Körper als das wirkliche Selbst, wo er doch lediglich ein Ausdruck und Kanal, ein Instrument und Träger des Selbst ist.

+ Wenn uns klar wird, dass nur er, der Körper, das ins-Leben-Treten und in-den-Tod-Schwinden ausdrückt, dass es im wahren Selbst weder einen Anfang noch ein Ende, sondern vielmehr das LEBEN selbst gibt, dann werden wir richtig sehen.

+ Irgendwo im verkörperten Kern des Wesens des Menschen befindet sich Licht, Güte, Macht und Ruhe.

+ Unsere Körper werden zu einem bestimmten Zeitpunkt und irgendwo im Raum geboren, aber  ihre Substanz, das Überselbst, ist geburts-, zeit- und ortlos.

+ Dies ist der unveräußerliche Wesenskern eines Menschen, sein wahres Selbst im Gegensatz zu seiner vergänglichen Person. Jeder, der in dieses Bewusstsein tritt, tritt in die Zeitlosigkeit ein, ein wunderbares Erlebnis, wo der Fluss der Freude und Schmerzen in einer völlig heiteren Stille zu Ende kommt, wo Reue über Vergangenes, Ungeduld gegen die Gegenwart und Ängste vor der Zukunft unbekannt sind.

+ Die Meditation, falls erfolgreich, verwirklicht zwei große Ziele: Sie zieht den Geist nach innen und befreit ihn aus seiner leiblichen Gefangenschaft, und sie erhebt den Geist auf eine himmlische Stufe der Vereinigung mit dem Überselbst.

+ Der Körper ist in Wirklichkeit ein Objekt für den Geist, der dessen Subjekt ist, und es wird nicht nur der Körper ein Objekt, sondern auch alles, was das Ego denkt oder fühlt. Dass dieses Ego, dieses Subjekt, selbst ein Objekt für einen höheren Teil des Geistes ist, ist ein Punkt, der weniger leicht zu sehen ist, aber unbedingt verstanden werden muss.

+ Du hast einen Körper, aber das wirkliche   D u   ist nicht aus Fleisch und Blut. Du hast einen Intellekt, aber das wirkliche Du ist nicht intellektuell. Was bist du dann? Du bist das unendliche Bewusstsein des Überselbst (der Seele).

+ Weder der Körper mit seinen Sinnen noch der Geist mit seinen Gedanken ist das höchste und letzte Wesen, das ich bin. Der Körper handelt und der Geist ist in Bewegung, aber dahinter liegt das gedankenfreie GEWAHRSEIN, das PRINZIP des ERKENNENS.

+ Wir müssen tatsächlich einen Unterschied machen zwischen dem bewussten Selbst, das so sehr an den Körper gebunden ist, und dem überbewussten Selbst, das die körperlichen Sinne nicht erreichen oder erfassen können. 

+ Die normale Erfahrung veranlasst einen Menschen dazu, sich mit dem Körper zu identifizieren, aber er geht nicht weiter und tiefer und fragt sich nicht: „Wer ist in diesem Körper vorhanden?“

+ Es ist eine Ironie des Lebens, dass ein Mensch das körperliche Ego deutlich sehen kann, er aber blind ist für das, wovon dessen Existenz abhängt, das Überselbst. Infolgedessen vernachlässigt er es oder schenkt ihm nicht die nötige Aufmerksamkeit und verpasst so viel von der günstigen Gelegenheit, die eine Wiedergeburt für die Förderung seiner inneren Entwicklung darstellt.

+ Könnten wir diesen Sinn des „Ich“-seins, der hinter allem steckt, was wir denken, sagen und tun, festnageln und ihn zugleich auch von den Gedanken, Gefühlen und dem leiblichen Körper lösen, dann würden wir die Entdeckung machen, dass er in der höheren Macht, die hinter der ganzen Welt liegt, wurzelt und mit ihr verbunden ist.

+ Nichts kann das Ego während der Lebzeit des Körpers auslöschen, aber sein Wirken kann sich auf den einen Zweck beschränken: dem Überselbst dienstbar zu sein.

+ Die Philosophie macht dem Ego die endgültige Herrschaft über den Menschen streitig, gesteht ihm aber die notwendigen Tätigkeiten des Menschen zu. Wie sonst vermag er in dieser Welt zu leben? Das Ego kann dort bleiben, wo es von Rechts wegen hingehört und für das Wohl des Körpers und Geistes sorgen, aber stets als ein dem höheren Selbst Untergeordnetes und im Gehorsam gegen den höheren Willen.

+ So rasch folgen unsere Gedanken aufeinander, dass sie in uns das Gefühl von einer bestimmten Persönlichkeit aufrechterhalten, das der Körper uns gibt. 

+ Der Durchschnittsmensch meint, er sei Körper plus Geist, mit Betonung auf den Körper. Indessen zeigen Selbsthinterfragung und – Analyse, dass er diese beiden Dinge zwar besitzt und zweifellos mit ihnen in Verbindung steht, das „Ich“ aber in Tatsche weder das eine noch das andere ist. Es ist im Gegenteil unveränderlich und völlig unfassbar. Es befindet sich nicht im Raum wie der Körper, noch in der Zeit, wie der Geist. In Wirklichkeit ist es ein Mysterium. Der Versuch herauszufinden, was es ist, wirft die Frage nach dem Dasein, Leben, Handeln und Bewusstsein auf.

+ Im Laufe dieser fortschreitenden Vertiefung des Bewusstseins scheint der Körper allmählich nur ein Teil von uns zu sein und das physische Leben nur ein Teil unseres wahren Lebens. Wenn wir notgedrungen das Gefühl haben, dass wir Fleisch sind, so haben wir doch auch das Gefühl, dass wir vor allem Geist sind. Wenn wir uns hier der Flüchtigkeit des Daseins bewusst sind, so wissen wir dort um dessen Ewigkeit.

K u n s t

+ Der Suchende hat die Kunst zu lernen, unter jeder Art von Umstand sein eigener Herr zu sein.

+ Nur tägliches Üben in der Kunst, durch Verleugnung des Egos gezielt und verständnisvoll mit dem  Überselbst zusammen zu arbeiten, wird ihn schließlich auf die höhere Stufe bringen, auf der er  b e w u ß t   mit ihm zusammen arbeiten kann.

+ Im Ego zu leben bedeutet, in der Zeit zu leben; im Überselbst zu leben bedeutet, in der Zeitlosigkeit zu leben. Weil der Mensch aber in beiden leben muss, um überhaupt auf der Erde zu leben, so lasst ihn die Kunst erlernen, im ewigen  J E T Z T   zu ruhen, im endlosen Augenblick, der zur Ewigkeit führt.

+ Bei dieser Kunst der Meditation geht es am Ende darum, dass man immer tiefer in sich selbst eindringt, bis man zu einer Ebene vorstößt, die jenseits des Egos liegt, wo man das reine Sein betritt.

+ Es ist eine Kunst, bei der man durch die Konzentration auf einen Gedanken lernt, sich erstens geistig aus seiner Umgebung zurückzuziehen, und zweitens durch das Fallenlassen allen Denkens in den Geist einzugehen.

+ Gedanken flackern über  die Leinwand des Bewusstseins wie in einem Spielfilm. Wer hält schon inne, um zu sehen, wie dieses Bewusstsein selbst beschaffen ist und was es zu sagen hat? Ist es nicht an der Zeit, dass der Abendländer die Kunst mentaler Stille lernt?

+ Die Kunst, das Denken nach Belieben zu fixieren, die Gedanken wie und wann man will zu fassen, ist etwas was wir noch nicht so gut zu schätzen wissen und üben, wie wir es eigentlich sollten. Sie ist so gründlich übersehen und missachtet worden, dass sie einem verschollenen, auf seine Entdeckung harrenden Schatz gleicht.

+ Es reicht nicht aus, der Eingebung, die einen durch formales Meditieren nach innen zieht, Gehorsam zu leisten und ihr zu folgen. Es ist genauso erforderlich, die spirituelle Tätigkeit auch während der ganzen vielen Stunden äußerlicher Beschäftigung aufrechtzuerhalten, die Kunst zu  erlernen, nicht von, aber doch in der Welt sein und die wunderbare Stufe inspirierten Handelns zu erlangen.

L e r n e n ,  L e h r e r

+ Die meisten lernen die praktische Lebensweisheit nicht auf die leichtere Weise. Sie hören nicht auf die wahren Seher, die weitblickenden Weisen, die inspirierten Propheten. Es gibt einen härteren Weg, einen Weg für den sie sich deswegen entscheiden, weil er sowohl ihre tierischen Instinkte als auch ihre selbstsüchtigen Zwecke anspricht. Deshalb müssen sie bei der Notwendigkeit in die Schule gehen – das heißt aus unerbittlichen, selbstverschuldeten äußeren Umständen, aus dem Karma zu lernen.

+ Man trifft im Laufe eines Lebens viele falsche Entscheidungen, hat unter ihren Folgen zu leiden und lernt die Lektionen dieser Ergebnisse. Ist man willens, sie zu lernen, dann werden sie rascher, vollständiger und bewusster gelernt; ist man es nicht, dann nur teilweise, langsam und unterbewusst.

+ Die Lehre, die am wertvollsten ist, kommt direkt aus deinem inneren Wesen, nicht aus dem eines anderen. 

+ Worauf es hinausläuft ist das: Das Innere Wort wird buchstäblich der Innere Lehrer und die Meditation das Tor zu einer inneren Schule, in der regelmäßig Unterricht erteilt wird.

+ Inmitten der ganzen Schwierigkeiten und Schwankungen des Lebens wartet unser bezeugendes und verständnisvolles Überselbst mit unendlicher Geduld. Keiner wird übergangen. Das ist der einzige GOTT, den zu kennen wir  hoffen können, der wahre LEHRER für alle. Wer von dem Wunsch durchdrungen ist, sich mit ihm zu vereinigen, sollte unablässig um seine GNADE flehen.

+ Es ist durchaus möglich, die Türen zum eigenen inneren Wesen auch ohne  die Hilfe eines Lehrers aufzutun. Das eigene höhere Selbst wird dir all die Führung angedeihen lassen, die du brauchst, vorausgesetzt dein Glaube an seine Existenz und Unterstützung ist stark genug.

+ Wenn ihr in eurem göttlichsten Wesen das Überselbst seid, und wenn der Rest von euch zugleich Suche und Ziel, Weg und Wahrheit ist, wozu braucht ihr dann einen Guru, warum solltet ihr dann aus euch selbst treten? Aber für derartige Fragen haben die Menschen nichts übrig. Sie suchen entweder hier oder in Indien nach Lehrern, und daher suchen sie immer außerhalb ihrer selbst, außerhalb des Überselbst.

+ Der Lehrer muss zu seiner eigenen Erleuchtung selbst diese innere Quelle aufsuchen, warum willst du dich deinerseits nicht direkt zu ihr begeben? So wie die Bedingungen heute sind, mag es langsamer sein, ist aber auch viel sicherer, sich selbst zu unterrichten und zu befreien. Indem man selbst die Wahrheit Stück für Stück herausfindet, macht man sie sich wirklich zu eigen.

+ Jedes Buch, jeder kennengelernte Mensch, jedes Kunstwerk, alles, was einen Menschen seines göttlicheren Selbst gedenken lässt, ist in eben dem Maße sein Lehrer. Jede Begebenheit oder Erfahrung, die ihn einem solchen Gedenken entfremdet, ob die Welt sie nun als gut oder als böse betrachtet, ist gleichfalls sein Lehrer. Selbst seine nichtswürdigen Handlungen werden ob der Konsequenzen, zu denen sie unfehlbar führen müssen, auch seine Lehrer sein.

+ Nimm dir von all diesen Lehren das, was für dich in deiner gegenwärtigen Geistesverfassung persönlich von Wert ist, und lass alles Übrige links liegen. Das ist das eklektische Vorgehen und besser als das Gebräuchlichere , sich in den Käfig einer einzigen Lehre zu begeben und dort zu bleiben. Überlege es dir gut, bevor du dich an diese oder jene Organisation bindest. Denke daran, dass die Wahrheit mehr Aspekte hat als einen und dass es sich lohnen könnte, wenn du dir die Freiheit bewahrtest, auch von diesen anderen etwas zu lernen.

+ Es stimmt: Wenn ein Lernender immerzu liest und niemals verdaut, was er liest, oder niemals danach handelt, wird er kaum Fortschritte machen. Dennoch kann man nicht behaupten, er vertue seine Zeit ganz und gar, denn er erwirbt sich Kenntnisse. Und wenn seine Lektüre Werke der großen Meister einschließt, wird er sich auch Inspiration erwerben. Wenn er überdies recht lesen gelernt hat, wird er sich noch ein Drittes erwerben, nämlich einen Ansporn zum eigenen Denken und Überlegen. Ja! Ein inspiriertes Buch und ein guter Leser stellen zusammen nicht unbedingt eine unspirituelle Verbindung dar, aber die zuvor genannten Vorbedingungen sollten nicht vergessen werden. Was er liest, sollte er verdauen. Er sollte lernen zu denken, unter dem Anstoß dessen, was er liest, seine eigenen Gedanken zu bilden. Ansonsten kann er, je mehr er liest, umso irrer vor widersprüchlichen Ideen und Lehren werden. Und noch einmal: Lesen und Denken müssen zum Handeln führen und dürfen ihn  nicht unnütz in der Welt der Träume und Theorien schweben lassen.

L i e b e

+ Vom ersten flüchtigen Aufleuchten der Seele bis zum endgültigen Ruhen in ihr wird man dahin geleitet, die Wahrheit anzunehmen, dass die Liebe, die man will und außen zu finden hofft, innen gefunden werden muss. Der oder die wahre Geliebte ist keine Person, sondern eine Gegenwart. Wenn wahre Liebe in ihrer heftigsten Form einen völlig übermannt, wird man finden, dass ihre leibliche Form nur ein Zerrbild ist und ihre menschliche Form ein matter Abglanz. Statt eine Frau oder einen Mann um Brosamen der Zuneigung von ihrem Tisch bitten zu müssen, wird man einen regelrechten Springbrunnen immerdar quellender Liebe tief in seinem Herzen finden, der einem somit immer in vollstem Maße zur Verfügung steht. Dies ist der eine Geliebte, der einen nie verlassen kann, der einzige Seelengefährte, der einem immer bleiben wird, die einzige Zwillingsseele, die man mit der absoluten Gewissheit suchen kann, dass sie wahrhaft die eigene ist.

+ Denn ein derartiges Glück lässt sich in seinem wahrsten Sinne nur in und von uns selbst finden. Das ist so, weil man es nur vom Göttlichen, das reiner Geist ist, bekommen kann, und weil es sich nur durch das Tor des eigenen Herzens erreichen lässt und nicht durch das eines anderen. Des Menschen Suche nach idealer Liebe, geschweige denn nach perfekter Gemeinschaft kann nie von einem anderen Menschen befriedigt werden, sondern nur von seiner Seele, die er in sich birgt. Sie ist die wahre   G e l i e b t e   , die mit großer Geduld und Treue auf den Augenblick wartet, in dem er sie entdecken und um sie werben wird. Die Existenz der Liebe, die er in der Seele vorfinden kann, wird nicht von einer veränderlichen menschlichen Laune und nicht von den Zuständen oder Zufällen des menschlichen Fleisches abhängig sein –sie ist vollkommen zuverlässig und von heiterer Sicherheit. Darüber hinaus wird sie immer da sein, wird ihm immer treu sein, treuer als es eine menschliche Liebe jemals sein könnte. Denn sie rührt nicht von einem anderen, nicht von einem getrennt existierenden Wesen her: Sie entspringt seinem innersten  Selbst und ist ein ewiges Attribut seiner ewigen Seele. Die Wahrheit bringt eine große Lauterkeit und eine große Unabhängigkeit mit sich. Wenn sie kommt befindet sich unser Glück nicht mehr in der Gewalt anderer Menschen. 

+ Wahrlich, das Überselbst wird sein geliebter Gefährte, es bringt eine unsägliche Zufriedenheit und tiefe Liebe, wie es keine äußere Freundschaft je könnte.

+ Wer eifersüchtig ist, zeigt dadurch noch lange nicht, dass er den Menschen liebt, der ihm Anlass dieser Gefühlsbezeugung ist. Er zeigt nur, dass er sich selbst liebt. Was er empfindet, ist selbstsüchtige Besitzgier. Es ist dasselbe Gefühl, das er für sein Bankkonto an den Tag legt. Das hat mit Liebe nichts zu tun. 

+ „Ich aber sage euch: Ein jeder, der eine Frau anblickt mit begehrlicher Absicht, hat schon die Ehe mit ihr gebrochen in seinem Herzen.“ (Matth.-Evang. 5.28)

+ Philosophische Regeln  sind keine asketischen Regeln: Sie verlangen nicht, dass wir alle freundschaftlichen, ehelichen und familiären Bindungen und alle Zuneigung für andere Menschen aufgeben. Die mögen wir gerne behalten. Verlangt wird lediglich, dass ihnen keine Besitzgier anhaftet, dass unser tiefes Interesse an anderen Menschen nicht eine Abkehr von unserer Liebe zum G ö t t l i c h e n  zur Folge hat, dass wir alle kleinen Lieben in der großen Liebe zum Göttlichen am Leben erhalten und uns von ihnen nicht in Käfige einsperren lassen. Es wird nicht verlangt, dass wir unser weltliches Leben aufgeben. Verlangt wird, dass wir es zu etwas Heiligem machen. Es wird nicht verlangt, dass wir unsere persönlichen Bindungen aufgeben, sondern nur, dass wir unter einem neuen Gesichtspunkt auf sie zugehen. Es wäre ein trauriger Fehler zu meinen, dass diese Reise von Bindungen zum inneren Freisein, von irdischen Liebschaften zu himmlischen eine Reise ist, die nur dann zum Ziel führt, wenn man menschliche Beziehungen zerstört und menschliche Liebe entmutigt. Tatsache ist, dass der Mensch liebevoller gegenüber seiner Familie oder Freunden wird und nicht kälter. Es ist eine Liebe, die eine höhere Qualität als früher hat, die reiner ist, weniger selbstsüchtig und mildtätiger.

+ Wenn ein Mensch durch Nachdenken oder durch Leiden oder durch das Schicksal zu dieser Suche kommt und dabei bleibt, wird er sie mit Liebe beenden, Liebe für das, was ihm während seines ersten Lichtblicks leuchtet, Liebe für das Überselbst. Es ist, als ob ein Kind seine Eltern verliert  und dann wiederfindet.

+ Aus diesem Erlebnis weiß er, dass er am Anfang einer Liebe steht, von der die Welt normalerweise nichts weiß, einer Güte, die sie selten wirken sieht und ein Verständnis, das im Lauf des Lebens Licht in dunkle Winkel wirft.

M a c h t

+ Es gibt nur eine einzige wirkliche Verlassenheit, wenn man sich nämlich von der höheren Macht abgeschnitten fühlt.

+ Es gibt ein Leben, das das Maß der Menschheit übersteigt: die Menschen leben es nicht kraft ihrer Humanität, sie leben es kraft eines göttlichen, in ihnen vorhandenen Faktors. Wir sollen nicht auf diejenigen hören, die den Menschen warnen, nicht über das menschlich Gedachte hinauszudenken. Vielmehr sollten wir laut der höchsten Sache im Menschen leben; es mag zwar klein sein, aber an Macht und Wert übersteigt es alles übrige (Aristoteles).

+ Macht über das Denken zu haben und es erhabenen Themen zu weihen, bringt mehr inneren Frieden und mehr Kraft.

+ Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das Leben.

+ Eine Lehre (Karma) die die Macht hat, Menschen von niederträchtigen Handlungen abzuhalten oder sie zu tugendhaftem Verhalten anzuregen, und das nicht durch Angst vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, sondern dadurch, dass sie die Menschen davon überzeugt, dem GUTEN um des Guten Willen folgen zu müssen, ist sowohl für die Gesellschaft als auch für das Individuum wertvoll.   + Irgendwo im verkörperten Kern des Wesens des Menschen befindet sich Licht, Güte, Macht und Ruhe.

+ Er kann sich selbst oder andere hinters Licht führen, aber nicht die Macht des Karma. Vor ihr muss er sich für seine Taten verantworten und ihre gerechte Auswirkung hinnehmen. Es gibt keinen anderen Weg für ihn. 

 + Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.

+ Die Quelle der Weisheit und Macht, von Liebe und Schönheit liegt in uns selbst, aber nicht in unserem Ego. Sie liegt in unserem Bewusstsein. Ihr Vorhandensein liefert uns in der Tat einen bewussten Gegensatz, der es uns möglich macht, vom Ego so zu sprechen, als ob es etwas Anderes und Getrenntes wäre: Sie ist das wahre SELBST, während das Ego nur eine Illusion des Geistes ist.

+ Könnten wir diesen Sinn des „Ich“-seins, der hinter allem steckt, was wir denken, sagen und tun, festnageln und ihn zugleich auch von den Gedanken, Gefühlen und dem leiblichen Körper lösen, dann würden  wir die Entdeckung machen, dass er in der höheren Macht, die hinter der ganzen Welt liegt, wurzelt und mit ihr verbunden ist.

+ Auf eben jener  Stufe wird das Ego zu einem bloßen Werkzeug, welches das Überselbst augenblicklich niederlegt oder aufhebt. Es hat keine Gewalt mehr über seine eigenen Gedanken, Emotionen, Begierden oder Gelüste; jene werden stattdessen  voll und ganz von der höheren Macht gelenkt.

+ Wir beeinflussen die kommenden Jahre durch unsere Gedanken. Einer Generation, die der materialistischen Anschauung entrinnen will, müssen diese drei Punkte immer und immer wieder eingeprägt werden: a) dass das Denken bei der Gestaltung unserer Umgebung eine wichtige Rolle spielt, b) der Wert der Imagination darin liegt, dass sie letzten Endes äußere Umstände schafft, und es c) nützlich ist, die Art von Leben zu visualisieren, das zu führen wir bestrebt sind. Durch diesen zweifachen Prozess des Sich-Erhebens zu unserer göttlichen Quelle und des Lenkens unserer intellektuellen Ideen können wir beginnen, auf eine außerordentlichen Weise Macht über unser äußeres Leben auszuüben.                                                                                 

M y s t i k

+ Wer über die Mystik Urteile fällt oder über sie schreibt, ohne ihre mentalen Zustände und Phänomene tatsächlich und persönlich erlebt zu haben, sie nur von außen interpretiert und nur als Beobachter, kann auf diesem Gebiet nicht eine zuverlässige Autorität sein.

+ Jene Kritiker, die von außen nach innen schauen, wissen nicht und können nicht so viel über die Wahrheit der Mystik wissen, wie jene, die aus den Tiefen in ihrem Innern nach außen blicken.

+ Es gibt nur einen Weg, diese Frage zu klären, ob das Überselbst existiert, und das ist genau der Weg, den zu akzeptieren der moderne Mensch sich meistens weigert. Jeder muss das   a u t h e n t i s c h e   mystische Erlebnis selbst in Erfahrung bringen. Zucker kann wirklich nur an seinem Geschmack erkannt werden, das Überselbst nur dadurch, dass man die Tore des Geistes für das Bewusstsein seiner Gegenwart auftut.

+ Religiös gesprochen, ist man in Gott, mystisch gesprochen, ist Gott in einem.

+ Es wird die Zeit kommen, wo sich herausstellt, dass mystische Augenblicke der Erleuchtung ein rechtmäßiger Teil des menschlichen Daseins sind, innerhalb des normalen Lebensbereiches liegen und Themen darstellen, deren wissenschaftliche Erforschung und Untersuchung wohl begründet ist.     + Diese mystischen Augenblicke sind das Kostbarste, was der Mensch erleben kann, wenn er es nur wüsste!

+ Wer nach jener mystischen Gemeinschaft mit dem Überselbst trachtet, nach jenem sublimen Anblick seines verborgenen Antlitzes, der muss die SUCHE zu seinem Lebensweg machen.

+ Es sei deutlich gesagt, dass die Mystik eine nicht-rationale Erfahrungsform ist und bis zu einem gewissen Grad allen Menschen gemeinsam. Die Mystik ist keine Ausgeburt der Einbildung oder ungezähmter Emotion; sie ist ein dem Menschen natürlicher, aber von seinem rationalen Denken noch nicht eingeholter Erkenntnis- und Erfahrungsbereich. Die Funktion der Philosophie ist es, diese Erfahrungen unter Kontrolle zu bringen und die Möglichkeiten anzubieten, wie man zu Deutungen und Erklärungen gelangen könnte. Die Ansicht, die Vernachlässigung des konkreten Lebens und der Nichtgebrauch klaren Denkens sei der Anfang einer Führung von Gott, gehört der Mystik in ihren rudimentärsten Stadien an – und  birgt keinerlei Wahrheit.

P r o b l e m e ,   P r o b l e m l ö s u n g e n

+ Wenn man ein Problem von allen Seiten betrachtet hat, und das nicht nur mit aller Schärfe des Geistes, sondern auch mit aller Reinheit des Herzens, dann sollte man es am Ende dem Überselbst übergeben und seinlassen. Die Technik ist einfach. Sie besteht darin, still zu sein. In dem Augenblick, da man das Problem fallenlässt, triumphiert man über das Ich. Dies ist eine Form der Meditation.  Im Anfangsstadium ist sie ein Eingeständnis der Hilfslosigkeit und Schwäche bei der Behandlung des Problems, der persönlichen Grenzen, gefolgt von einer Hingabe des Problems (und seiner selbst) an das Überselbst als letzter Ausweg. Mehr kann man nicht tun. Weiteres Nachdenken wäre müßig. An diesem Punkt kann die Gnade einsetzen und das bewirken, was das Ich nicht vermag. Entweder gleich oder zu einem späteren Zeitpunkt kann sie einem Führung in Form einer klar auf der Hand liegenden Idee zu teil werden lassen.

+ Wer ein Problem dem Überselbst hingibt, hört damit auf, sich darum zu sorgen. Bleibt die Sorge, so ist ihr Vorhandensein der Beweis, dass die Hingabe nicht wirklich vollzogen wurde.

+ Eine neue Einstellung gegenüber seinen Problemen mag dazu beitragen, dass die Intuition unbehindert auf der bewussten Ebene wirken kann. Diese inneren Eingebungen – wenn echt, ohne egoistische Vorurteile und von der Vernunft geprüft – können ihm in Hinblick auf seine äußere Tätigkeit und sein inneres Leben helfen, klüger Entscheidungen zu treffen.

+ Welcher Natur das persönliche Problem auch sein mag, wenn Vernunft,  Erfahrung und Autorität es nicht lösen können, tragt es nach innen in die Stille, zu dem tief gelegenen Mittelpunkt. Aber du musst lernen, geduldig auf die Antwort zu warten, denn der Widerstand liegt in dir, nicht in ihr. Es mag ein Tag oder ein Monat vergehen, bis die Antwort gespürt, gedacht oder verwirklicht wird.

+ Wenn eine dunkle Stunde über uns hereinbricht, dann sollten wir uns unverzüglich nach innen wenden und dort nach der wahren Hilfe suchen. Wenn unser Leben von dunklen Sorgen berührt wird, wenn Depressionen, Leid, Angstzustände und Furcht uns zu übermannen drohen, dann müssen wir die Technik anwenden, uns sofort nach innen zu kehren und nach dem wahren   S e l b s t    zu suchen. Am Ende unserer Suche werden wir Frieden und Zufriedenheit, Weisheit und Stärke, Mut und Liebe finden. Wir haben uns, kurz gesagt, in der Kunst zu üben, uns automatisch nach innen zu wenden, sobald wir uns einem scheinbaren Unglück, einer offensichtlichen Ungerechtigkeit oder unangebrachten Versuchung gegenübergestellt sehen. Dann wird, was immer wir in dieser Angelegenheit zu tun gedenken, von innen her gesteuert. Es wird notwendigerweise das Richtige sein, weil es uns nicht vom Intellekt des Menschen diktiert worden ist, sondern von der höheren Weisheit. Nicht dass das göttliche Selbst derartige Angelegenheiten immer von sich aus für uns wieder in Ordnung bringen würde, sobald wir uns ihm in Gedanken zuwenden – aber es wird uns oft dazu anregen, die notwendigen physischen Maßnahmen zu treffen, mit denen sich erfolgreiche Ergebnisse erzielen lassen.

+ Haben wir eine folgenschwere Entscheidung zu treffen oder einen wichtigen Schritt zu tun, dann ist es angebracht, mit unserem Problem in die „STILLE“  zu gehen und dort nach Lenkung zu suchen. Wir mögen die Antwort nicht im Handumdrehen, ja nicht einmal direkt erhalten, aber wenn wir dieser Art von Suche geübt sind, mag früher oder später ein Licht aus der Finsternis scheinen, das unser Problem erhellt.

R e d e n

+ Je tiefer wir dringen, umso weniger Bedarf haben wir an Gedanken und Worten, denn  alle Vielheit fällt in dieser wunderbaren Einheit zusammen. Wirklich exakt können wir diesen erhabenen Zustand weder denken noch davon reden. Das einzige Medium, durch das wir ihn angemessen wiedergeben können, ist somit – Schweigen!

+ Nur in der tiefsten Stille können wir die Stimme unserer Seele hören; Argumente übertönen sie, zu viele Worte vertreiben sie. Würde uns die Tätigkeit des Kehlkopfes weniger beschäftigen, doch umso stärker die des tieferen Wissens, dann könnten wir etwas erreichen, was des Redens wert ist. Die Sprache ist Beigabe nicht Verpflichtung. „Zu Sein“ ist die erste Pflicht des Menschen. Das Leben gibt uns schweigend seine Lehren, während der Mensch seine Anweisungen mit lauter Stimme verkündet.

+ Wenn ihr euch nicht von eurem  Vorsatz abbringen lasst, kommt unweigerlich der Tag, da ihr in der Meditationsstunde eine Stunde täglicher Segnung seht, eine Stunde, auf die ihr euch freuen sollt und durch die ihr euch nicht mehr lediglich durchzukämpfen braucht. In der Tat, je mehr ihr euer inneres Leben vertieft, umso größer wird in euch das Verlangen, bei diesen Übungen alleine zu sein. Ihr werdet darauf achten, unnötigen Zusammenkünften mit anderen aus dem Wege zu gehen. Für euch sind die Stunden nutzlosen Geschwätzes zu Ende. An ihre Stelle treten die köstlichen Früchte der Meditation. Jetzt ist die Zeit eines der wertvollsten Dinge, die ihr besitzt, und sie darf nicht mehr aus Gedankenlosigkeit vertrödelt werden.

+ Wenn Herz zu Herzen spricht, was gibt es dann noch zu sagen?

+ Der Kontrast zwischen geschwätzigen Touristen der Städte und schweigenden Arabern der Wüste ist unvergesslich. Die Beduinen können in einer Gruppe sitzen und stundenlang nichts sagen. Der Friede der Wüste ist in einem solchen Maße in sie eingezogen, dass die gesellschaftliche Verpflichtung zur Kehlkopfbetätigung unter ihnen unbekannt ist und als überflüssig gilt.

S c h i c k s a l

+ Das   G e s c h i c k   des Menschen ist alles, was ihm geschieht, ob selbstverdient oder von einer höheren Macht bestimmt. Das   S c h i c k s a l   eines Menschen ist die spezielle, nämlich gefügte Art von Geschick und daher jenseits seines Einflusses.

+ Das durch den Willen des Menschen erzeugte Karma, ist der Abwandlung durch den Menschen unterworfen. Das Schicksal, ein von GOTT  Gefügtes, ist es nicht. Die allgemeine Tatsache des Todes ist ein Beispiel für das Schicksal, und in diesem Sinne stimmt die Zeile des Dichters James Shirley, die besagt: „Es gibt keinen Panzer gegen das SCHICKSAL.“ Aber an der speziellen Tatsache des Todes, seinem Zeitpunkt und seiner Art, kann man vielleicht etwas ändern.

+ Selten  behandeln wir das Schicksal gerecht. Verlaufen die Dinge auf eine Weise, die uns nicht passt, so lehnen wir das Ansinnen , dass es unsere Schuld ist, ab und machen unser bitteres Schicksal dafür verantwortlich. Verlaufen sie aber günstig, dann rechnen wir es uns selbst als Verdienst an!

+ Unter  dem Vorwand, dass das Schicksal unerbittlich sei, hilflos über das eigene Los zu jammern, bedeutet, sich zum Sklaven zu ernennen. Woher kam diese Schicksal? Es ist einem nicht willkürlich aufgezwungen worden. Sein Macher kann kein anderer sein als die Person, die sich beklagt. Daher ist er auch derjenige, der es wieder rückgängig zu machen vermag.

+ Dergestalt ist das Schicksal, dass es manchmal den Menschen das Gewünschte gibt, damit sie es durch diese Erfahrung schließlich gerechter zu beurteilen lernen. Dann haben sie die Gelegenheit, einen Blick auf die nachteilige Seite dieser Erfahrung zu werfen, woran sie ihre Sehnsucht nur allzu oft zu hindern weiß. Das Schicksal ist auch dergestalt, dass es sich umkehrt und die Erfüllung der Wünsche anderer vereitelt. Durch diese Vereitelung mögen sie lernen können, dass wir nicht hier sind, um unseren engen Egoismus zu befriedigen, sondern auch, und in erster Linie, dazu, den größeren Zweck zu erfüllen, der in der Welt-Idee gestaltet ist.

+ Innerlich und äußerlich ist uns ein gewisser Schicksalsbogen vorgezeichnet, der sich erfüllen muss – das wissen wir aus Erfahrung. Vergeblich ist der Versuch, diesen Bogen zu überschreiten zu suchen; weise die Ergebenheit, die in seinen Grenzen bleibt. Uns obliegt es, ihm die Hauptrichtung zu überlassen, die unser mentales und körperliches Leben einschlagen muss. Die Gedanken, die uns am meisten bewegen, und die Ergebnisse, die uns hauptsächlich widerfahren sollen, sind bereits  auf den Linien des Bogens verzeichnet. Dem haftet nichts Willkürliches an, denn die Gedanken und Ereignisse sind miteinander verknüpft, und beide zusammen sind weiter verknüpft mit einer inneren Geburt in der langen Reihe, aus der das menschliche Leben auf diesem Planeten besteht.

S t e r b e n  ,   T o d

+ Das SEIN kann nicht aufhören; diese Unsterblichkeit ist möglich, weil  es universal ist. Aber der Strahl, den es wirft, das kleine Ego, das   k a n n   aufhören.

+ Unsterblichkeit von der Art, nach der die meisten Menschen sich sehnen, kann in einem Aspekt des Überselbst gefunden werden, der aufgrund seiner historischen und psychologischen Verbindung mit seinem Abkömmling eine gewisse Individualität beibehält. Wenn daher geschrieben steht, dass die Unsterblichkeit des Wahren Selbst verhältnismäßig dauerhaft ist, dann wurde der Begriff „relativ“ vom höchstmöglichen und   n i c h t   vom menschlichen Standpunkt aus benützt. Aus der Sicht des Menschen genügt es und ist es keinesfalls falsch, die Aussage anzunehmen, dass die Unsterblichkeit des Überselbst die wahre, wenn nicht die höchste Unsterblichkeit ist, weil erstere erst einmal erlangt werden muss.

+ Wie sinnlos es ist, auf die Dauerhaftigkeit und Unsterblichkeit eines Egos zu pochen, dessen innere Natur und äußere Form bereits unzählige Wandlungen durchgemacht hat, vermag nur der entschlossene Wahrheitssucher einzusehen, der nicht von Illusionen leben will.

+ Ein ewiges Überleben des kleinen Egos, die ganze Zeit hindurch, ist unmöglich, nicht wünschenswert und lächerlich. Aber als eine vorübergehende Stufe ist der Himmel zweierlei: ein Bedürfnis und eine Tatsache.

+  Unsterblichkeit im wahrsten Sinne ist und kann nur die völlige Überantwortung der Individualität sein und die letzte Verschmelzung des kleinen Geistes im Absoluten, Einen Geist.

+ Es ist dies eine Wahrheit, bei deren Licht ein Mensch vortrefflich lebt und in deren erquickender Gegenwart er heiter zu sterben vermag.

+ Im Mittelpunkt des Wesens eines jeden Menschen befindet sich seine unsterbliche Seele, sein Schutzengel.

+ Wenn uns klar wird, dass nur er, der Körper, das ins-Leben-Treten und in-den-Tod-Schwinden ausdrückt, dass es im wahren Selbst weder einen Anfang noch ein Ende, sondern vielmehr das LEBEN selbst gibt, dann werden wir richtig sehen.

+ Gleich welche Vorstellung ein Mensch sich von Gott macht, seine geheime innere Verbindung mit Gott wird sich ihm entweder auf der Stufe kurz vor oder auf der Stufe kurz nach dem Tode offenbaren, ob in der gegenwärtigen oder in einer zukünftigen Geburt. Diese OFFENBARUNG ist sein Recht als Mensch. Es ist verbürgt, dass die Welt-Idee, die  auch ihn beinhaltet, sich, wenn die Zeit reif ist, in ihrem unwiderstehlichen und zwingenden Lauf verwirklichen muss. Man wird das Aufleuchten selbst erleben und nicht mehr aus anderer Munde davon hören.

+ Sein von seiner Unwissenheit und seinen Grenzen umstelltes „Ich“ ist eine kleine Sache im Vergleich zu jenem „Ich“, das ihn durch die Suche vorwärts und gen Himmel zieht und das er eines Tages werden muss. Aber sein persönliches Selbst, kontrolliert und geläutert, in Schranken gehalten, demütig vor dem Überselbst sich beugend, vermag selbst schon jetzt dankbar flüchtige Anblicke jenes Tages zu erhalten, augenblickliche Enthüllungen, die den Geist segnen und im Herz einen ungeheuren Frieden stiften. Wer der Meinung ist, dass diese Bejahungen nicht auf ihn zutreffen, aber an ihre Wahrheit zu glauben imstande ist, dem kommt die Gnade zum Zeitpunkt seines Todes zu Hilfe.

+ Das Leben bleibt, was es ist – todlos und unbegrenzt. Wir alle werden uns wiedersehen. Wisse, was du bist, und sei frei. Der beste Rat ist heute: bleibe gelassen, sei    g e w a h r . Lass den geistigen Druck  deiner Umgebung nicht in das einbrechen, was du weißt, was wirklich und letztlich wahr ist.  Dies ist dein magischer Talisman, der dich beschützt; halte ihn fest! Das letzte Wort ist – Geduld!         + Es kommt eine Zeit, da der besonnene Mensch, der intuitiv fühlt oder durch ärztliche Auskunft weiß, dass er sich auf den Tod vorbereiten sollte. Zweifellos ist jetzt ein zunehmender Rückzug  vom weltlichen Leben angesagt. Dessen Betriebsamkeiten, Begierden, Bindungen und Lustbarkeiten müssen mehr und mehr der Buße, der Andacht, dem Gebet, der Askese und der geistigen Sammlung Raum geben. Es ist Zeit, heimzukehren.
Alle Menschen schreiten durch die Pforten des Todes, aber wer von ihnen tut es   w i s s e n d  , bewusst und ruhig?
Wenn während der Wandlung, genannt Tod, überhaupt ein Verlust des Bewusstseins eintritt, dann nur ein kurzer, so kurz wie der Schlaf einer Nacht oder sogar noch kürzer. Viele der Verstorbenen wissen in dem Moment nicht einmal, was wirklich mit ihnen geschehen ist, und meinen, sie wären noch immer physisch am Leben. Denn es hat für sie den Anschein, als seien sie imstande, andere zu sehen und Stimmen zu hören und Sachen anzufassen wie zuvor. Und doch sind alle diese Erfahrungen gänzlich immateriell und spielen sich in einem Geist ab, der kein fleischliches Gehirn besitzt.
Kann es einen besseren Tod geben, als in das göttliche Sein hineingezogen zu werden sich in seinem Frieden und Strahlen zu verlieren?! Kann es einen elenderen Tod geben, als aus irdischen Bindungen  gerissen zu werden, derweil man sich an sie zu klammern versucht?!

+ Es gibt im Menschen ein erkennendes Element, den wirklichen Erkenner, er macht intellektuelle Erkenntnis möglich und ist BEWUSSTSEIN an sich. Es ist der Teil des Menschen, der grundlegend ist, wirklich unsterblich und wahrlich erkennend.

+ Dasjenige, aus dem wir unser Leben und unsere Intelligenz schöpfen, ist einzigartig und unzerstörbar, anfangslos und unendlich.

+ Es entstehen und vergehen die Gedanken an der Oberfläche des Bewusstseins genau wie die Wellen auf dem Meer. Sowohl die Gedanken als auch die Wellen verschwinden wieder in ihrer Quelle. Das Ego ist eine Gesamtheit von Gedanken, denen es inbrünstig verhaftet ist und die eine lange, uralte Geschichte hinter sich haben. So löst es sich schließlich auch im universellen Geist auf. Sein stützendes Bewusstsein ist nicht verloren, ist eben jener dauerhafte GEIST. Das persönliche Selbst stellt eine Individualisierung dieses Geistes dar. Es ist nicht aus nichts entstanden, und deswegen kann es bei seinem Tode auch nicht in nichts zurücksinken; es stirbt und verschwindet in diesem lebendigen Universellen Geist, wird von ihm aufgenommen.

+ Das durch den Willen des Menschen erzeugte Karma, ist der Abwandlung durch den Menschen unterworfen. Das Schicksal, ein von GOTT Gefügtes, ist es nicht. Die allgemeine Tatsache des Todes ist ein Beispiel für das Schicksal, und in diesem Sinne stimmt die Zeile des Dichters James Shirley, die besagt: „Es gibt keinen Panzer gegen das SCHICKSAL.“ Aber an der speziellen Tatsache des Todes, seinem Zeitpunkt und seiner Art, kann man vielleicht etwas ändern.

S t i l l e  ,   R u h e ,  L e e r e – Leere als metaphysische Tatsache

+ Erst wenn im Wesen des Betreffenden eine völlige Stille eingekehrt ist, vermag die Innere Stimme häufig zu sprechen.

+ Die Stille hat magische Kräfte. Sie beschwichtigt, erbaut, heilt, unterweist, lenkt und ersetzt Chaos und Wirrwarr mit Ordnung und Harmonie.

+ Aus der gewöhnlichen Sicht des Menschen ist das Überselbst das Ewig-Stille; aber das ist unsere eigene Begriffsbildung von ihm, denn es ist eine Tatsache, dass seine Gegenwart die ganze ungeheure Tätigkeit des Universums auslöst.

+ Die Stille ist zweierlei. Sie ist ein Zeichen, dass Sinn und Gedanke, Körper und Intellekt transzendiert worden sind und ein Symbol des Bewusstseins der Gegenwart des Überselbst.

+ Alles, was wir wissen und erfahren, sind Dinge in dieser Welt der fünf Sinne. Das Überselbst liegt nicht in ihrem Wirkungsbereich und aus diesem Grunde kann es nicht auf dieselbe Weise  gewusst und erfahren werden. Daher muss der erste wirkliche  Eintritt in es notwendig ein Eintritt in das Nicht-Dinghafte (das Kein-Ding-Ist) sein. Die mystischen Erscheinungen und die mystischen Ekstasen ereignen sich lediglich auf der Reise zu dieser LEERE.

+ Irgendwo im verkörperten Kern des Wesens des Menschen befindet sich Licht, Güte, Macht und Ruhe.

+ Es ist nicht von der eigenen Erfahrung getrennt, ist nicht ein Beobachter, der ihr zuschaut. Denn es gibt nur das eine, die innere Stille, mit der er identisch ist, wenn er sich der Untersuchung des Ichs zuwendet, nur das reine Bewusstsein.

+ Ein ursprüngliches, tief dringendes Denken kann weitreichende Leistungen vollbringen, kann viel bislang noch Unbekanntes aufdecken; aber das Geheimnis des Denkers selbst kann es nicht lösen, sofern es nicht auf sein Recht dazu verzichtet und in völligem Stillschweigen das göttlichere Selbst wirken lässt.

+ Da das Überselbst in all seiner unwandelbaren Erhabenheit bereits in ihm ist, muss der Mensch es nicht entwickeln oder vollenden. Er muss nur sein Ich entwickeln und vollenden, bis es wie ein blank geputzter Spiegel wird, dem Überselbst entgegengehalten und seine heiligen Attribute spiegelnd, und offen die göttlichen Eigenschaften vorweist, die bis dahin hinter ihm verborgen gelegen hatten. Diese Identifikation mit dem besten Selbst in uns ist das allen Menschen gesetzte Ideal, das es durch lange Erfahrung und viel Leiden oder durch das Annehmen von Unterweisungen, das Horchen auf Offenbarungen, die Entfaltung von Intuition, das Üben von Meditation und eine kluge Lebensführung zu verwirklichen gilt. Und dieses beste Selbst ist nicht der tugendsamste Teil unseres Charakters – wenn es auch eine der Quellen dieser Tugend sein kann -, sondern der tiefste Teil unseres Wesens, unterhalb der Gedanken, die wie Bienen summen, und der Emotionen, die unseren Egoismus äußern   Eine erhabene Stille herrscht darin. Dort in dieser Stille liegt unsere wahre Identität.

+ Hier herrscht nicht ein Gewirr von vielen verschiedenen und widersprüchlichen Kulten; der Intellekt wird nicht vor gegensätzliche Theologien oder konkurrierende organisatorische Ansprüche gestellt. Die Stille hebt ihn in eine Stratosphäre, die über allen derartig sinnlosen Alternativen liegt.

+ Soll die Meditation gemeistert werden, dürfen zwei grundlegende Bedingungen niemals in Vergessenheit geraten. Die erste besteht darin, die Aufmerksamkeit immer wieder von ihren Abschweifungen zurückzubringen. Die zweite darin, immer tiefer mit ihr einzudringen, bis die stille LEERE erreicht ist. Werdet am Ende eins mit der LEERE.

+ Hört auf zu denken! Das dickste Buch über Yoga kann euch über das praktische Ziel des Yoga nicht mehr lehren als – bringt eure Gedanken zur Ruhe!

+ Wenn die Gedankenebene nicht aufgegeben und zum Schweigen gebracht werden kann, wird es nicht möglich sein,  über die intellektuelle Verständnisstufe hinauszugehen. Und es ist nur eine Minderheit, die diese Stille erreichen und die Fähigkeit entwickeln kann, ihre Erfahrung bis zu einer Verwirklichung der Wahrheit zu vertiefen. Die Stille hat einen anderen Namen – entweder Meditation oder Kontemplation. 

+ Der Zweck dieses ganzen Denkens soll im Nicht-Denken, in mentalem Stillsein bestehen. Dieser Zustand fällt jedem schwer; bei vielen führt er zu großer Langeweile, aber bei einer Handvoll führt er zu großem inneren Frieden.

+ In der tiefen Stille, in der sich jede Spur eines persönlichen Selbst auflöst, geschieht die wahre Kreuzigung des Ich. Dies ist die wahre Bedeutung der Kreuzigung, wie sie in den Initiationen der alten Mysterientempel vollzogen wurde und wie sie Jesus widerfuhr. Der Tod, um den es hier geht, ist ein geistiger, nicht ein physischer.

+ Die  Seele ist es, die dem Intellekt aus ihrem größeren Lebensgebiet die Wahrheit kündet. Ihre Stimme vernimmt man am besten und leichtesten, wenn das Bewusstsein nach innen und nicht auf das sinnliche Dasein gerichtet ist, und wenn wir es so nahe an die Stille bringen, wie wir es können.

+ Es ist ein Zustand reiner Intelligenz, aber ohne den Ablauf des intellektuellen und ideenbildenden Prozesses. Sein Produkt kann man Intuition nennen. In ihm gibt es keine automatisch gefassten Ideen, keine aus Gewohnheit verfolgte Denkweise. Er ist reine, klare Stille.

+ Das Überselbst entwickelt sich nicht, es macht keine Fortschritte. Dies sind Tätigkeiten, die Zeit und Raum anhaften. Es ist nirgendwo in der Zeit und nirgendwo im Raum. Hier, in dieser tiefen, schönen, alles durchdringenden Ruhe,   h i e r     findet ein Mensch seine wirkliche Identität.

+ Irgendwo im verkörperten Kern des Wesens des Menschen befindet sich Licht, Güte, Macht und Ruhe.

+ Was wir wissen, ist so wenig, dass es uns intellektuell demütig machen sollte. Aber das Wenige ist dennoch von größter Wichtigkeit für uns. Denn wir wissen, dass das Überselbst   i s t  , dass sich die Reise aus dem lärmenden Durcheinander des Egos in seine Stille lohnt, und dass uns Güte und Reinheit, Gebet und Meditation helfen, es zu finden.

+ In dieser Zeit der Maßlosigkeit, der Betriebsamkeit,  des Geschwätzes, der Achtlosigkeit, missverstandener Freiheit, der Lust, der Lieblosigkeit, bedarf der Mensch der Stille, der Besinnung, des Schweigens.

Die Leere als metaphysische Tatsache

+ Selbst in der zeitlich bemessenen Welt könnte, was hier tausend Jahre dauert, in einem anderen Bereich des Universums ein einziges Jahr sein. Die Zeit selbst wäre für einen durch sie Reisenden ein relatives Maß. Mit dem Raum verhält es sich ebenso. Was ist nun mit diesem Vakuum, das die Zeitlosigkeit ist? Es ist die LEERE.

+ Was ich zu sagen versuche, ist, dass diese unbeschreibliche LEERE, aus der die Universen in Erscheinung treten, dieses gänzliche NICHTS zwischen und hinter ihnen, diese unbekannte MACHT zwischen und hinter den Atomen selbst, GOTT ist.

+ Wie schwer es dem unvorbereiteten Durchschnittsmenschen doch fällt zu verstehen, dass die Welt der Objekte und Personen, Dinge und Planeten unwirklich, die Welt der LEERE aber wirklich ist!

+ Jede erdenkliche Form tritt aus dieser scheinbaren LEERE in Zeit und Raum.

+ Die LEERE ist der GEIST im Zustand der  Ruhe, und die Erscheinungswelt ist dessen Tätigsein. Auf einer gewissen Stufe ihrer Studien müssen Suchende und Schüler zwischen diesen beiden unterscheiden, um Fortschritte zu machen; aber weitere Fortschritte werden sie zu dem Verständnis bringen, dass zwischen den zwei Zuständen kein wesentlicher Unterschied besteht und der GEIST in beiden derselbe ist.

+ Wissenschaftlich exakt ausgedrückt, liegt die LEERE jenseits des Erklärbaren, da sie nicht wirklich eine LEERE ist. Sie ist ein beständiges Paradox.

+ Die universelle Existenz ist ein sich ewig entwickelnder Prozess, eine Tätigkeit und nicht ein Ding. Noch kommt dieser Prozess irgendwo zur Ruhe, es hat lediglich den Anschein. Von dieser Vibration ist nur DAS ausgenommen, aus dem und in dem er entsteht, weil es die formlose, nicht fassbare und unvorstellbare Leere ist. 

+ Unsere Gedanken fließen hinaus und gehen in einer scheinbaren Leere auf. Kann es sein, dass diese Leere wirklich ein Nichts, wirklich weniger existent ist als die Gedanken, die sie aufnimmt? Nein, die Leere ist und kann nichts anderes sein als der GEIST selbst.  Die Gedanken verschmilzen inwendig in ihrem geheimnisvollen Wesenskern – dem GEDANKEN schlechthin.

+ In der LEERE liegt das WIRKLICHE verborgen, alle Zeit ist dort aufgerollt. Die ganze Welt und der Raum, der sie enthält, löst sich dort auf, jedes Ding und jedes Lebewesen taucht dort auf und verschwindet dort. DAS allein ist das ewig WIRKLICHE, das ewig SEIENDE. Dies ist es, was der Mensch als sein verborgenes Wesen betrachten lernen muss, es ist ein  Prozess des Wieder-Erkennens.

+ Die LEERE ist aller Materie, aller materiellen Universen bar – aber sie nicht ohne WIRKLICHKEIT. Sie ist in der Tat der geheimnisvolle Träger aller materiellen Universen.

+ In der Leere gibt es nicht ein einziges Ding oder eine einzelne Kreatur. Sie ist reines Bewusstsein ohne Persönlichkeit.

+ Das, was die LEERE genannt wird, ist nicht die totale Auslöschung aller Dinge, sondern das totale Fehlen der Materie, aus der sie angeblich bestehen.

+ Die LEERE heißt nur deshalb so, weil sie leer ist von allen Formen, allen gestalteten oder ein Muster aufweisenden Dingen, allen nach irgendeinem Bild gezeichneten Kreaturen. Sie stellt deren Auslöschung dar, auf die indes zu einem späteren Zeitpunkt nur wieder deren Selbst-Entfaltung folgt.

+ Dabei handelt es sich keinesfalls um die Auslöschung, sondern vielmehr um die Fülle des Seins.

+ Die bei  jedem Herzschlag nur einen Augenblick währende Pause stellt eine Verbindung mit dem stillen Mittelpunkt des ÜBERSELBST dar. Wo der Rhythmus von Tätigkeit zu Ende kommt, sei es das Herz eines Menschen oder ein ganzer Planet – dort liegt ihre unendliche und ewige Ursache. Diese ganze unermessliche universelle Tätigkeit ist nur ein Wirken der in Schweigen gehüllten stillen LEERE.    + Wenn die LEERE nicht in Erwägung gezogen wird oder noch nicht erlebt wurde, wird das Individuum nach wie vor eine unzureichende Vorstellung vom Dasein haben.

+ Also muss die LEERE Gegenstand wirklicher Meditation werden. Sie muss als ein Ungebundenes und Nichtmaterielles, Form- und Beziehungsloses kontempliert werden, und die meditative Anstrengung muss die Imagination mit den vernunftmäßigen Fähigkeiten, das Intuitive mit dem höher Strebenden verquicken.

+ Das EINE hinter den VIELEN darf nicht mit der Ziffer Eins verwechselt werden, auf die die Zwei, die Drei und so weiter folgt. Es ist vielmehr jene geheimnisvolle Null, aus der die ganzen Einheiten entstehen, die selbst die vielzähligen Ziffern bilden. Wenn wir es nicht die NULL  nennen, dann nur deswegen, weil die Bezeichnung Null fälschlicherweise als völliger Nihilismus aufgefasst werden könnte. In diesem Falle wäre das Dasein sinnlos und die Metaphysik absurd. Die wahre, unaussprechliche NULL ist, wie  das übersinnliche EINE, eher die Wirklichkeit aller Wirklichkeiten. Ihr entspringen alle Dinge und alle Lebewesen; zu ihr werden sie alle schließlich wieder zurückkehren.  Diese Leere stellt den undurchdringlichen Hintergrund von allem dar, das ist, war oder sein wird; einzigartig, geheimnisvoll und unvergänglich. Wer in ihr geheimnisvolles Nichts zu blicken vermag und einsieht, dass das reine GÖTTLICHE SEIN niemals vergeht, der ist wahrlich sehend.

+ Siehe auch Kapitel: „Achtsamkeit und mentale Stille“.

S u c h e

+ Wenn irgend etwas auf der Welt wert ist, dass ein Mensch es erforsche, nachdem er sich die notwendigen Kenntnisse, wie in dieser Welt gesund und vernünftig zu leben und überleben sei, erworben hat, dann ist es das eigene Bewusstsein – nicht in Form einer Auflistung der zahlreichen Gedanken, die darin umtreiben, sondern in Form einer tiefen Ergründung an sich, seines unverfälschten reinen Wesens.

+ In Demut soll die Suche angetreten, in noch größerer Demut erfüllt werden.

+ Man braucht viel Mut für die Suche, weil sich einem zwei mächtige Feinde entgegenstellen werden. Der eine ist man selbst, der andere die Gesellschaft. Im eigenen Innern wird man den Kampf gegen die großen Begierden führen müssen. In der Gesellschaft wird man sich gegen die großen Traditionen behaupten müssen.

+ Wenn die Suche zu viel von uns zu verlangen scheint, so hängt das davon ab, was wir unsererseits vom Leben verlangen. Der Schein erweist sich nur dann als wahr, wenn wir wenig wollen, aber als falsch, wenn wir viel wollen.

+ Nur wer willens ist, sich selbst hart anzufassen, bereit, seine niedere Natur mit Füßen zu treten, taugt für diese Suche. Das sind wenige. Die anderen, die von ihren sensationellen, dramatischen, übersinnlichen und okkulten Möglichkeiten angezogen werden, lungern am Eingang herum, aber kommen niemals auf den eigentlichen Pfad.

+ Es wäre nutzlos, unvorbereiteten Menschen diese Wahrheiten aufzudrängen und sie auf einen Weg spirituellen Wachsens zu nötigen, der ihrer Neigung und ihrem Temperament fernliegt. Die Überzeugung sollte durch innere Anziehung von selbst entstehen.

+ Kein Verschwiegenheitseid wird einem abverlangt, kein Treuegelübde gefordert; man muss dem zerstreuten formlosen Orden durch einen stillen Akt des ganzen Herzens beitreten, nicht durch eine stimmliche Verlautbarung der fleischlichen Lippen.

+ Wer ist willens, an sich zu arbeiten? Wer fühlt auch nur, dass er irgendwie die Pflicht dazu hätte? Und doch könnte dieses einfache Bekenntnis zur Entdeckung Gottes führen.

+ Ein Schüler wahrer Philosophie ist mehr auf Wachsen bedacht als auf Lernen.

+ Jeder Mensch sollte er selbst sein, niemand anderen darstellen oder kopieren. Aber er sollte sein bestes Selbst sein, nicht sein schlechtestes, sein niederes, sein geringeres. Die verlangt von seiner Seite Wachsen, Streben, Mühen. Das heißt, es verlangt eine Suche.

+ Diese Suche ist im Grunde ein therapeutisches Übungssystem, um schlechte Gefühle, Unwissen und falsches Denken zu heilen.

+ Die Suche soll einer nicht als etwas betrachten, das zu seinem Leben   h i n z u k o m m t . Sie soll vielmehr sein Leben selbst sein.

+ Die Echos unseres spirituellen Seins erreichen uns unablässig. Sie kommen in Gedanken und Dingen, in Musik und Bildern, in Gefühlen und Worten. Wenn wir nur die Suche nach ihrem Ursprung aufnehmen und sie darauf zurückführen wollten, würden wir am Ende die Wirklichkeit, Schönheit, Wahrheit und Güte hinter allen bekannten Erscheinungsformen erkennen.

+ Wenn die Suche nicht mehr erreicht, als einen in seinen schwärzesten Stunden vor völligem Versinken in der allbeherrschenden Weltlichkeit zu bewahren, hat sie genug getan.

Ü b e r s e l b s t    (= S e e l e )

+ Die Antwort auf die Frage, „Was bin ich?“ lautet „Eine göttliche SEELE“. Diese Seele ist mit Gott verbunden und wurzelt in ihm. Aber das setzt uns nicht mit GOTT gleich. Wer das behauptet, geht leichtfertig mit der Sprache um.

+ Die Seele ist es, die dem Intellekt aus ihrem größeren Lebensgebiet die Wahrheit kündet. Ihre Stimme vernimmt man am besten und leichtesten, wenn das Bewusstsein nach innen und nicht auf das sinnliche Dasein gerichtet ist, und wenn wir es so nahe an die Stille bringen, wie wir es können.

+ In jedem, in allem, immer.  –  Das spirituelle Selbst, das Überselbst, war niemals verloren. Was geschah war, dass sein Wesen nicht erkannt worden ist, weil es mit einer Unmenge von Gedanken, Begierden und ichbezogenen Launen zugeschüttet ist.

+ Das Überselbst ist nicht ein Ziel, das es zu erlangen gilt, sondern eine Erkenntnis dessen, was ist. Es ist das unveräußerliche Eigentum eines jeden bewussten Wesens und gehört nicht nur einer kleinen Handvoll. Es bedarf keiner Anstrengung, das Überselbst zu erreichen, aber es bedarf aller Anstrengungen, sich der vielen Hindernisse zu entledigen, die es einen nicht erkennen lassen. Wir können uns seiner nicht ermächtigen; es ermächtigt sich unserer. Deshalb ist die letzte Stufe dieser Suche eine Mühelose. Wir werden zu der leuchtenden Gegenwart geführt, wie Kinder an der Hand. Unsere beschwerlichen Bemühungen kommen abrupt zu Ende. Uns werden die Lippen verschlossen und wortlos gemacht.

+ Das Überselbst ist weder ein kaltes metaphysisches Konzept noch eine vergängliche Welle von Emotionen. Es ist eine GEGENWART – fein, heilig und mildtätig -, die euer Herz, eure Gedanken und euren Körper mit ihrer eigenen geheimnisvollen Macht packt und euch zwingt, das Leben von einer höheren Warte zu betrachten.

+ Das Konzept des Überselbst ist grundlegend. Es macht den Sinn des Lebens aus.

+ Das Überselbst zu finden bedeutet, die Angst zu tilgen, Harmonie herzustellen und das Leben zu beseelen.

+ Wir leben kein selbständiges und selbsterhaltendes Leben, sondern wir sind in jeder Hinsicht und augenblicklich vom Überselbst abhängig.

+ Wo das Ego versagt oder stolpert, stellt das Überselbst unter Beweis, dass es jeder Sache gewachsen ist.

+ Es gibt eine gewisse Lebenskraft, aus der wir unsere Fähigkeit und unsere Intelligenz schöpfen. Sie ist verborgen und unberührbar. Niemand hat sie gesehen, aber jeder, der tief genug denkt, kann spüren, dass sie da ist, allzeit vorhanden und uns allzeit unterstützt. Sie ist das Überselbst.

+ Nichts könnte einem Menschen näherstehen als das Überselbst, denn es ist die Quelle seines Lebens, Geistes und Gefühls. Nichts könnte ihm auch fernerstehen, denn es lässt sich mit keinem seiner vertrauten Instrumente der Erfahrung und des Gewahrseins erfassen.

+ Ohne das Überselbst könnte kein menschliches Geschöpf das sein, was es ist – bewusst, lebendig und intelligent.

+ Wir können das Überselbst nur dadurch erkennen, dass wir es sind und nicht dadurch, dass wir es denken. Es liegt jenseits des Denkens, denn es ist GEDANKE, reiner Geist an sich.

+ Niemand kann erklären, was das Überselbst ist, denn es ist der Ursprung, die geheimnisvolle Quelle des erklärenden Geistes und liegt jenseits dessen ganzer Fähigkeiten. Aber man kann erklären, welche Auswirkungen es hat, bewusst in seiner Atmosphäre zu stehen, kann die Bedingungen erklären, unter welchen es sich manifestiert, die Art und Weise, auf welche es im Leben und der Erfahrung des Menschen zu Tage tritt, die Wege, die zu seiner Verwirklichung führen.

+ Das Überselbst ist wahrlich unser Schutzengel, es ist stets bei uns und lässt uns niemals im Stich. Es ist unser unsichtbarer Erlöser. Aber wir müssen erkennen, dass es nicht in erster Linie danach trachtet, uns von Leiden zu erlösen, sondern von der Unwissenheit, welche die Ursache unserer Leiden ist.

+ Das Überselbst ist Gottes Vertreter im Menschen.

+ Jener Punkt   i m   Menschen, an dem sich, so kann man sagen, die zwei Welten des Seins – die unendliche und endliche – berühren, ist das Überselbst.

+ Es gibt einen Punkt, wo das Menschliche auf das Göttliche stößt, wo das bewusste Ego aus der alles-umfassenden LEERE tritt. Diesen Punkt nennen wir das Überselbst.

+ Das Überselbst ist das innere oder wahre Selbst des Menschen, das das göttliche Wesen und die göttlichen Attribute widerspiegelt. Das Überselbst ist eine Ausstrahlung aus der höchsten und letzten Wirklichkeit, aber es ist weder eine Unterteilung noch ist es ein losgelöstes Fragment von ihr. Es ist ein Strahl, der aus ihr geworfen wird, nicht aber die Sonne selbst.

+ Dieses göttliche Selbst ist die unzerstörbare Seele, die man nicht verlieren kann und die ewig Zeugnis ablegt von der Quelle, der sie entsprang.

+ Jener Berührungspunkt im Bewusstsein, wo der Mensch Gott zuerst spürt und wo er später in Gott verschwindet, ist das Überselbst.

+ Das, was den einzelnen Menschen mit dem Universellen Geist verbindet, nenne ich das Überselbst. Diese Verbindung kann niemals abgebrochen werden. Ihre Existenz ist die Hauptgarantie, dass   a l l e   auf die Erlösung hoffen dürfen, nicht nur jene, die meinen, sie würde nur ihrer Gruppe gewährt werden.

+ Dies, der tiefste Teil seines Wesens, sein letztes, essentielles Selbst, dies ist des Menschen Überselbst und sein Bindeglied mit dem Welt-Geist. Diese GEGENWART  in ihm ist es, die seine ganze spirituelle Kraft heraufbeschwört.

+ Es ist eine Wesenheit, die größer, edler, klüger und stärker ist als er selbst, und doch ist  sie geheimnisvoll und untrennbar mit ihm verknüpft; es ist tatsächlich sein Über-Selbst.

+ Unsere Körper werden zu einem bestimmten Zeitpunkt und irgendwo im Raum geboren, aber ihre Substanz, das Überselbst, ist geburts-, zeit- und ortlos.

+ Es gibt nur ein einziges Überselbst für die ganze Menschheit, aber der Kontaktpunkt mit ihm ist speziell und einzigartig, er stellt des Menschen höhere Individualität dar.

+ Während jede menschliche Persönlichkeit hinsichtlich ihrer Merkmale verschieden von allen anderen ist, unterscheidet sich kein menschliches Überselbst hinsichtlich seiner Merkmale  von all den anderen. Zu allen Zeiten haben die Suchenden, die auf das Überselbst stießen, überall immer ein und dasselbe göttliche Wesen gefunden.

+ Überall ist das Überselbst für alle Menschen ein und dasselbe. In Wirklichkeit ist das Erlebnis, sich in sein Gewahrsein zu erheben, nicht von Mensch zu Mensch verschieden, unterschiedlich ist nur die Reinheit, mit der er es aufnimmt, auslegt und versteht. Daher die Mannigfaltigkeit des Ausdrucks in seiner Darstellung, das Aufeinanderprallen der Offenbarungen, die es betreffen.

+ Dies ist das Paradoxon, dass das Überselbst universell, gleichzeitig aber auch individuell ist. Universell ist es, weil es alle Menschen als eine einzige Macht überschattet. Individuell, weil es von jedem in sich selbst in Erfahrung gebracht wird. Es ist beides zugleich, Raum und der Punkt im Raum. Es ist unendlicher Geist, aber auch die heilige Gegenwart im Herzen eines jeden  Menschen.

+ Wird uns klar, dass der Intellekt so viele Argumente gegen dieses Thema anführen kann wie dafür, dann wird uns auch klar, dass es letzten Endes nur einen unwiderlegbaren Beweis für die Existenz des Überselbst gibt: Das Überselbst muss sich selbst beweisen. Dies kann kaum merklich durch die Intuition oder vollständig durch die mystische Erfahrung geschehen.

+  Man würde nicht nur die Philosophie, sondern auch die Lehren aller Seher wie Krishna und Jesus als betrügerisch erklären müssen, wenn das Überselbst nicht eine Tatsache wäre.

+ Jene, die diese überwältigende Erfahrung gemacht haben, brauchen keine Argumente, um sie dazu zu bewegen, an die Seele zu glauben. Sie wissen, dass sie die Seele   s i n d .

+ Ein Erlebnis, das so überzeugend, so wirklich ist, dass kein intellektuelles Gegenargument an ihm rütteln kann, ist endgültig. Lasst andere sagen, was sie wollen, es hat keinen Einfluss auf den, der weiß.

+ Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.

+ Was wir wissen, ist so wenig, dass es uns intellektuell demütig machen sollte. Aber das Wenige ist dennoch von größter Wichtigkeit für uns. Denn wir wissen, dass das Überselbst   i s t   , dass sich die Reise aus dem lärmenden Durcheinander des Egos in seine Stille lohnt, und dass uns Güte und Reinheit, Gebet und Meditation helfen, es zu finden.

+ Das erste Unterscheidungsvermögen des Geistes ist   z u   e r k e n n e n , ob das erkannte Objekt die Welt um ihn oder die inwendigen Ideen ist. Wird diese Fähigkeit noch tiefer auf sich selbst gerichtet, sind Subjekt und Objekt eins, dann kommt die gedankenherstellende Tätigkeit zur Ruhe, und das „Ich“-Geheimnis ist gelöst. Der Mensch entdeckt sein wirkliches Selbst oder Sein – seine Seele.

+ Der SEELE bietet sich eine Gelegenheit, sich Gehör zu verschaffen, wenn das bewusste Selbst durch die Schwierigkeit des Lebens zu erschöpft ist, als dass es Widerstand leisten könnte.

Siehe auch Kapitel: Intuition, Inspiration, Überselbst – „Definition des Überselbst“.

V e r a n t w o r t u n g

+ Bei ihrer Abrechnung über Glück oder Unglück vergessen die Leute gewöhnlich die sittlichen Werte, die aus jeder Erfahrung gewonnen wurden. Hat ein Mensch aber ein gewisses Maß an Verständnis für solche Dinge entwickelt, dann wird er die Wahrheit der persönlichen Verantwortlichkeit unwillkürlich in dieses Licht bringen, nicht lediglich als ein intellektuelles Dogma, sonder als eine tiefempfundene Überzeugung.

+ Er kann sich selbst oder andere hinters Licht führen, aber nicht die Macht des Karma. Vor ihr muss er sich für seine Taten verantworten und ihre gerechte Auswirkung hinnehmen. Es gibt keinen anderen Weg für ihn.

+ Aus unserer Untersuchung des Karma-Gesetzes mögen wir den Schluss ziehen, dass ein Mensch heranreifen, erwachsen werden muss und die Pflicht hat, die Verantwortung für seine Handlungen, Entscheidungen, Emotionen und sogar für seine Gedanken tragen zu lernen. Er ist es, der dafür verantwortlich ist, welche Ideen, und besonders welche Impulse, er annimmt und welche er unbeachtet vorübergehen lässt oder von sich weist.

+ Karma bürdet jedem Menschen eine gewisse Verantwortung auf – dem Philosophen nicht weniger als dem Primitiven, da gibt es keinen Unterschied.

+ Jeder von uns trägt ein gewisses Maß an Verantwortung für sich selbst:  keiner von uns hat das Recht, sich ihrer unter dem Vorwand zu entledigen, dass das Schicksal alle Dinge beherrsche, lenke und einrichte.

+ Man sollte die Leute daran erinnern, dass Ursache und Wirkung ebenso viel im moralischen Reich herrschen wie im wissenschaftlichen. Man sollte sie von Kindesbeinen dazu erziehen, diesen Grundsatz in ihren Überlegungen zu berücksichtigen. Man sollte in ihnen das Gefühl wecken, dass sie verantwortlich sind, wo sie Ursachen in Bewegung setzen, die Leid heraufbeschwören oder Schwierigkeiten nach sich ziehen oder zu Enttäuschungen führen.

+ Wenn die Karma-Lehre (der Grundsatz des Ausgleichs) die Menschen mit dem Glauben durchdringt, dass es keinesfalls auf dasselbe hinausläuft, ob ihr Benehmen gut oder schlecht ist, wenn sie ihren Sinn für moralische Verantwortlichkeit wachrüttelt, kann niemand ihren praktischen Wert bestreiten.

+ Es ist absurd die Idee vom Karma so zu behandeln, als ob sie irgendein abstruses orientalisches Hirngespinst wäre. Sie ist einfach das Gesetz, das jeden Menschen für die eigenen Handlungen verantwortlich macht und ihn in die Lage versetzt, ihre Auswirkungen hinzunehmen. Wir mögen sie das Gesetz der Eigenverantwortung nennen. Die Tatsache, dass sie mit der Wiederverkörperungstheorie verknüpft ist, tut ihrer Gültigkeit keinen Abbruch, da sich seine Wirkung in unserer gegenwärtigen Inkarnation nur allzu oft nachweisen lässt.

+ Kennt der Mensch die Ergebnisse seiner Handlungen, dann hat er die Gelegenheit, den Wert jener Ideen zu erkennen, die zu diesen Handlungen geführt haben. Anders gesagt heißt das, die Erfahrung wird, vorausgesetzt er lässt sie gewähren, Verantwortung bringen und Verantwortung Entwicklung.

+ Der Philosoph jedoch erkennt in dieser Forderung von Erbarmen und Mitmenschlichkeit einen wesentlichen Bestandteil der Wahrheit. Folglich ist die Erlösung, die er sucht – von Unwissenheit und den damit verbundenen Nöten, die ihr auf dem Fuß folgen -, nicht für ihn selbst bestimmt, sondern für die ganze Welt.

V e r n u n f t

+ Die Intuition sagt uns,   w a s   wir tun sollen. Die Vernunft   w i e . Die Intuition weist die Richtung und gibt ein Ziel vor. Die Vernunft zeigt eine Karte, auf welcher der Weg dorthin verzeichnet ist.

+ Eine neue Einstellung gegenüber seinen Problemen mag dazu beitragen, dass die Intuition unbehindert auf der bewussten Ebene wirken kann. Diese inneren Eingebungen – wenn echt, ohne egoistische Vorurteile und von der Vernunft geprüft – können ihm in Hinblick auf seine äußere Tätigkeit und sein inneres Leben helfen, klüger Entscheidungen zu treffen.

+ Es ist nicht allein die spekulativ oder denkend gefundene Wirklichkeit, denn der Intellekt kann sich irren. Es ist die Wirklichkeit, die im mystischen Erlebnis durch mystische Intuition gefunden wird, durch die VERNUNFT (im Gegensatz zum Intellekt) der PHILOSOPHIE, und die durch eine Erkenntnis bewiesen wird, die unmittelbarer und inniger ist als das Ego des normalen Lebens, mit seinen Leidenschaften, Emotionen und Gedanken, und tiefer als alles bisher Erlebte und Erfahrene.

+ Er (der Kandidat der Philosophie) wird ein körperliches Alter und eine geistige Reife erreichen, wo ihm gewisse Wahrheiten klarer zu sein scheinen und er sie weniger abstoßend findet. Er sollte besonders drei dieser Wahrheiten in Betracht ziehen: den illusorischen Wert des Sex, die Notwendigkeit, Emotionen der Vernunft unterzuordnen, und die Realität des unsichtbaren, nicht greifbaren Überselbst. Wenn er inneren Frieden haben will, sollte er diese Dinge immer wieder und immer wieder kontemplieren.                                                                          

W i s s e n s c h a f t   und  absolute   W a h r h e i t

+ Es wird die Zeit kommen, wo sich herausstellt, dass mystische Augenblicke der Erleuchtung ein rechtmäßiger Teil des menschlichen Daseins sind, innerhalb des normalen Lebensbereiches liegen und Themen darstellen, deren wissenschaftliche Erforschung und Untersuchung wohl begründet ist.   

+ Es heißt, ein Mensch ist in dem Maße erleuchtet, in dem er dies für sich selbst entdeckt. Was er außerhalb dieser Erleuchtung bekommt oder hervorbringt, ist seine eigene mentale Schöpfung. Es mag vollkommen falsch oder vollkommen richtig sein, aber es bleibt dennoch nicht mehr als etwas mental Geschaffenes.

+ Diese kurzen Einblicke können die Wissenschaftler nicht mit gutem Grund als lediglich autosuggeriert oder völlig eingebildet abtun. Noch können sie die Metaphysiker billigerweise als etwas erachten, das für die Wahrheit wertlos ist. Als menschliche Wesen leben wir aus Erfahrung, und gerade persönliche Ereignisse tragen dazu bei, die Wahrheit der ihnen zugrunde liegenden unpersönlichen Fundamente zu bestätigen und uns zu ermutigen, auf demselben Weg weiterzugehen.

+ Gibt es einen exakten universellen Maßstab der Wahrheit, der zu jeder Zeit und unter allen Umständen anwendbar ist, kurz, etwas Unwandelbares und damit Allerhabenes? Die Wissenschaftler wissen, dass die großen Prinzipien, die in der Geschichte der Wissenschaft Marksteine bildeten, in Wirklichkeit Stufen auf dem Weg zur exakten Wahrheit waren. Die Wissenschaft wandelt sich, ihre Lehren wandeln sich, und ihre früheren Näherungen werden von Zeit zu Zeit durch genauere Standortbestimmungen ersetzt. Wir können heutzutage, da die Wissenschaft selbst eine so rasche Gangart einschlägt, nicht hoffen, eine  letztgültige Wahrheit zu finden. Es bleibt jedoch eine unerschütterliche, allumfassende Tatsache bestehen, die immer wahr bleiben wird und sich unmöglich je ändern kann. Ja, jeder experimentelle und theoretische Fortschritt durch forschende Wissenschaftler wird nur dazu beitragen, diese große Entdeckung zu bewahrheiten. Worin besteht sie? Darin, dass die ganze Welt, mit deren Untersuchung jeder Zweig der Wissenschaft emsig beschäftigt ist, nichts als eine Idee im menschlichen Geist ist. Physik, Chemie, Geologie, Astronomie, Biologie und all die anderen Wissenschaften ohne jede Ausnahme haben es letzten Endes ausschließlich mit einem das menschliche Bewusstsein durchziehenden Gedanken bzw. einer Reihe von Gedanken zu tun. Hier also besitzen wir ein Universalgesetz, das das gesamte Feld, auf dem die Wissenschaft tätig ist, umfasst. Dies ist eine letztgültige Wahrheit, die unsterblich ist und noch dann bestehen wird, wenn jede andere von der Wissenschaft aufgestellte Hypothese durch den Fortschritt der Erkenntnis zu Grabe getragen  wurde.

Z e i t  ,   Z e i t l o s i g k e i t

+ In dem Augenblick, in dem die Gedanken selbst aufhören, in seinen Geist zu kommen, in dem Augenblick hört er auf, in der Zeit zu leben und beginnt, in der Ewigkeit zu leben. Der Mensch erkennt und fühlt seine Zeitlosigkeit, und weil alle seine Leiden in die Welt der vergänglichen Zeit, des persönlichen Egos gehören, lässt er sie weit zurück, als ob es sie niemals gegeben hätte. Er sieht sich in einen Himmel heiterer, grenzenloser Seligkeit versetzt. Er erkennt, dass er ihn immer hätte betreten können, dass ihn nur sein Vorsatz daran gehindert hatte, die kleinen egoistischen Werte nicht fahren zu lassen, nur sein Mangel an Gedankenzucht und sein Ungehorsam gegen den uralten Rat der Großen Lehrer.

+ Dies ist der unveräußerliche Wesenskern eines Menschen, sein wahres Selbst im Gegensatz zu seiner vergänglichen Person. Jeder, der in dieses Bewusstsein tritt, tritt in die Zeitlosigkeit, ein wunderbares Erlebnis, wo der Fluss der Freude und Schmerzen in einer völlig heiteren Stille zu Ende kommt, wo Reue über Vergangenes, Ungeduld gegen die Gegenwart und Ängste vor der Zukunft unbekannt sind.

+ Das Überselbst entwickelt sich nicht, es macht keine Fortschritte. Dies sind Tätigkeiten, die Zeit und Raum anhaften. Es ist nirgendwo in der Zeit und nirgendwo im Raum. Hier, in dieser tiefen, schönen, alles durchdringenden Ruhe,   h i e r    findet ein Mensch seine wirkliche Identität.

+ Dass, was in uns als das Überselbst ist und Gott gleicht, ist außerhalb der Zeit und ewig.

+ Es reicht nicht aus, ein Ideal zu finden, das einem durchs Leben hilft: Es sollte auch auf Wahrheit gegründet sein, nicht auf Einbildung oder Falsch. Verschiedene Ausdrücke lassen sich verwenden, um diese einzigartige Vollendung zu bezeichnen. Sie ist Erkenntnis, Erwachen, Erleuchtung. Sie ist Sein, Wahrheit, Bewusstsein. Sie ist Unterscheidung zwischen dem Seher und dem Gesehenen. Sie ist Innesein dessen, was ist. Sie ist das Weilen in der Gegenwart Gottes. Sie ist Entdeckung der Zeitlosigkeit.

+Die Idee vom ewig währenden   J E  T Z T    ist faszinierend, indes handelt es sich um mehr als nur eine Idee, sie ist auch eine WIRKLICHKEIT. Wer weiter, mit intensiver Konzentration darüber nachdenkt und sich ernsthaft in sie vertieft, entdeckt ihre WIRKLICHKEIT, denn er wird das Trugbild vertreiben, mit der die Zeit den Geist umgarnt.

+ Wenn wir nur diesen Standpunkt des EWIGEN JETZT beziehen und uns ihm verschreiben wollten, wie viele Angelegenheiten, die uns Sorgen bereiten, kränken und deprimieren, würden uns dann nicht mehr quälen! Wie trivial und vergänglich sie scheinen würden!

+ Wir müssen uns weigern, uns an die Vergangenheit oder die Zukunft zu binden, indem wir uns weigern, unsere Gedankengänge an sie zu binden. Das heißt, wir müssen lernen, sie in der zeitlosen LEERE zur Ruhe kommen zu lassen.

Z i e l e

+ Ein Leben, das nicht auf dieses höhere Ziel zusteuert, ein Geist, der keinerlei Interesse hat, am Überselbst-Bewusstsein teilzunehmen – von diesen Versäumnissen wird sich ein Mensch  sowohl während seines leiblichen Mietverhältnisses als auch während seines Lebens nach dem Tode in aller Stille gerügt sehen.

+ Vier Ziele gibt es, die die Philosophie dem Menschengeist steckt: 1. Sich selbst erkennen; 2. Sein Überselbst zu erkennen; 3. Das Universum zu erkennen; 4. Sein Verhältnis zum Universum zu erkennen. Diesen Zielen nachzustreben macht die Suche aus.

+  Was genau ist  das Ziel? Das Äußerste, was man erreichen kann, ist ein volles Menschsein. Nur einer, der sich allseitig in dieser Weise entwickelt hat, ist voll Mensch. Nicht die Energie des Geistes, sondern den Geist selbst zu finden, ist das letzte Ziel. Nicht seine Kräfte oder Wirkungen oder Eigenschaften oder Attribute, sondern die Wirklichkeit reinen Seins. Der Suchende darf nicht bei irgendeinem von diesen stehenbleiben, sondern muss weiterstreben. Nicht so sehr das Wissen vom Überselbst soll man sich erwerben als das Wissen, welches das Überselbst ist.

+ Das Hauptziel der Suche sind nicht diese zweitrangigen Verbesserungen der leiblichen Gesundheit, der Nerven, des Charakters, der Selbstbeherrschung – so willkommen sie auch sein mögen -, sondern es ist die Entdeckung der Wahrheit und das Leben in der Gegenwart des Göttlichen. 

+ Das höchste Ziel der Suche ist nicht die durch Zerstörung des  Ich, sondern die durch Vollendung des Ich gewonnene Erleuchtung. Es ist die Funktion des Egoismus, die es zu zerstören gilt, nicht das was die Funktion ausübt. Die Herrschaft des Ich hat zu verschwinden, nicht das Ich selbst.

+ Das Ziel besteht darin, sämtliche Gedanken aus dem Geist zu räumen, damit man ihn so zu erleben vermag, wie er ist – rein und klar. 

+ Es ist ein Ziel der Meditation, immer näher an den MITTELPUNKT unseres Seins heranzutreten.

+ Das Ziel besteht darin, das BEWUSSTSEIN an sich aus dem Gedankengewirr zu lösen. Die Methode darin, die Gedanken immer und immer wieder  wegzufegen. 

+ Die Meditation, falls erfolgreich, verwirklicht zwei große Ziele: Sie zieht den Geist nach innen und befreit ihn aus seiner leiblichen Gefangenschaft, und sie erhebt den Geist auf eine himmlische Stufe der Vereinigung mit dem Überselbst.

+  Das Ziel besteht darin, erst einmal schrittweise auf eine Verlangsamung der Denkhandlung hinzuarbeiten und sie später ganz zur Ruhe zu bringen.

+ Das erste Ziel der Meditation ist eine zunehmende Abkehr des Geistes von den Dingen und von den Gedanken dieser Welt, bis er zur Ruhe gekommen, passiv ist und selbst den festen Mittelpunkt  bildet. Aber bevor er überhaupt ein Ziel erreichen kann, muss die Aufmerksamkeit eine Konzentration erlangen, die so geschärft ist wie der starre Blick eines Adlers.

+ Als erstes obliegt es euch, die Aufmerksamkeit umzuschulen. Ihr müsst ihr eine neue Richtung geben, sie auf ein neues Ziel lenken. Ihr müsst sie in euch selbst lenken und sie mit tiefer Innigkeit und großer Liebe auf die Suche nach der SEELE richten, die dort versteckt liegt.

+ Praktische Lebensklugheit im Bestehen der schwierigsten Situationen und vollendetes Geschick in der Bewältigung der heikelsten sind Eigenschaften, die aus der allseitigen Schulung durch diese Suche hervorgehen sollten. Wenn man sein ganzes Leben von dieser Zielsetzung durchdringen lässt, wird man bald mit Freude verspüren, dass man ein Teil des ewigen Baus des Universums ist, dass man sich an irgendeiner Stelle in seine Idee einfügt und dass bei solch einem hohen Bezug letztlich alles zum eigenen Besten zusammenwirken muss.

+ Selbst ein ganzes Leben ist keine zu lange Zeit, um sie dem Erlangen eines so großen Zieles zu widmen. Was wir geben, muss dem, was wir empfangen wollen, die Waage halten. Außerdem ist die dazu erforderliche Anstrengung an sich schon wertvoll und notwendig, wenn man sich als Mensch voll entwickeln will, und deshalb ihr eigener Lohn, ob es noch einen anderen gibt oder nicht. Warum sollte man dann in seinen Anstrengungen nachlassen oder in Verzweiflung stürzen, weil man nur einen kleinen oder begrenzten Fortschritt zum Ziel hat machen können?
Ein solches Ziel mag für viele keinen Reiz haben, hängen sie doch in ihren Bindungen fest; doch es ist faszinierend und lockend für einige wenige, nach einer langen Reihe von Erdenleben vielerfahrene „alte Seelen“, deren Wertvorstellungen sich gewandelt haben, deren Verblendungen  und Illusionen ausgemerzt worden sind. Sie fühlen sich wie heimkehrende Wanderer.

+ Wenn er jene verzückten und erleuchteten Augenblicke mit seinen prosaischen gewöhnlichen Tagen vergleicht, dann hat er einen hervorragenden Anhaltspunkt, was sein Lebensziel sein sollte, was sein wahres Selbst in Wirklichkeit ist, und wie und wo er nach beiden suchen sollte.

+ Des Mystikers Ziel besteht darin, zu wissen, was er außer seinem physischen Körper, seinen niedrigen Emotionen, seinem persönlichen Ego ist; darin, sein innerstes Selbst zu erkennen. Ist dieses Ziel mit Erfolg verwirklicht worden, dann weiß er mit vollkommener Sicherheit, dass er ein Strahl der göttlichen Sonne ist.

Gedanken / Denken / Suche / Wahrheit

 (= Sammlung, ungeordnet)

+ Nur ein ganzer Mensch findet die ganze Wahrheit. Solange es in unserer Natur noch unentwickelte Teile gibt, sind wir keine ganzen Menschen. Die Ganzheit seines körperlichen, seelischen und geistigen Wesens – sie muss der Mensch entwickeln. Es reicht nicht aus, irgendeinen dieser Teile unseres Wesens allein zu entwickeln. Es ist eine viel gewaltigere Aufgabe, alle drei gleichzeitig zu entwickeln. Doch genau das verlangt die Philosophie. Will man die ganze Wahrheit entdecken, muss man das ganze Wesen an ihre Suche setzen. Geschieht das, so wird die Philosophie ebenso gelebt wie erkannt, gefühlt wie verstanden, erfahren wie intuitiv wahrgenommen. Nicht allein ein Teil des Menschen soll der Suche folgen, sondern alle seine Teile. Die ganze Wahrheit kann nur dem  ganzen  Menschen werden.

+ Wir haben hier auf Erden eine heilige Mission. Wir müssen das finden, was Theologen die Seele und Philosophen das Überselbst nennen. Es ist etwas, was uns zum Greifen nahe ist und doch gleichzeitig weit von uns entfernt. Denn es ist die geheime Quelle unseres Lebensstromes, unseres Selbstseins und unseres Bewusstseins. Weil aber unsere Lebensenergie fortwährend mit dem Körper identifiziert wird und unser Bewusstsein sich niemals auf sich selbst besinnt, kommt es zwangsläufig dazu, dass uns das Überselbst vollkommen entgeht.

+ Vier Ziele gibt es, die die Philosophie dem Menschengeist steckt: 1. Sich selbst erkennen; 2. Sein Überselbst zu erkennen; 3. Das Universum zu erkennen; 4. Sein Verhältnis zum Universum zu erkennen. Diesen Zielen nachzustreben macht die Suche aus.

+ Was genau ist das Ziel? Das Äußerste, was man erreichen kann, ist ein volles Menschsein. Nur einer, der sich allseitig in dieser Weise entwickelt hat, ist voll Mensch. Nicht die Energie des Geistes, sondern den Geist selbst zu finden, ist das letzte Ziel. Nicht seine Kräfte oder Wirkungen oder Eigenschaften oder Attribute, sondern die Wirklichkeit reinen Seins. Der Suchende darf nicht bei irgendeinem von diesen stehenbleiben, sondern muss weiterstreben. Nicht so sehr das Wissen vom Überselbst soll man sich erwerben als das Wissen, welches das Überselbst ist.
Das Hauptziel der Suche sind nicht diese zweitrangigen Verbesserungen der leiblichen Gesundheit, der Nerven, des Charakters, der Selbstbeherrschung – so willkommen sie auch sein mögen -, sondern es ist die Entdeckung der Wahrheit und das Leben in der Gegenwart des Göttlichen.
Es gilt, langsam in die Entdeckung und Erkenntnis dessen hineinzuwachsen, was man ganz tief im Innern wirklich ist. Es zu erfahren, ist schwer genug, aber das tägliche Leben in jedem Augenblick mit dieser Erfahrung zu durchtränken, ist noch schwerer.
Es reicht nicht aus, ein Ideal zu finden, das einem durchs Leben hilft: Es sollte auch auf Wahrheit gegründet sein, nicht auf Einbildung oder Falsch.
Verschiedene  Ausdrücke lassen sich verwenden, um diese einzigartige Vollendung zu bezeichnen. Sie ist Erkenntnis, Erwachen, Erleuchtung. Sie ist Sein, Wahrheit, Bewusstsein. Sie ist Unterscheidung zwischen dem Seher und dem Gesehenen. Sie ist Innesein dessen, was ist. Sie ist das Weilen in der Gegenwart Gottes. Sie ist Entdeckung der Zeitlosigkeit. Alle diese Worte sagen uns etwas, aber sie bleiben alle dahinter zurück und sagen uns nicht genug. Tatsächlich sind sie nur Andeutungen von ihr, denn mehr vermögen sie nicht: Sie befindet sich gar nicht auf ihrer Ebene, ist sie doch die Berührung des Unberührbaren.
Das höchste Ziel der Suche ist nicht die durch Zerstörung des Ich, sondern die durch Vollendung des Ich gewonnene Erleuchtung. Es ist die Funktion des Egoismus, die es zu zerstören gilt, nicht das was die Funktion ausübt. Die Herrschaft des Ich hat zu verschwinden, nicht das Ich selbst.

+ Der erleuchtete Geist muss im ewigen JETZT leben, was nicht das Gleiche ist wie die vergängliche GEGENWART. Weil Vorkommnisse es nicht erreichen können, ist das JETZT von FRIEDEN durch-   drungen. Weil sie allzeit an der Oberfläche der Vorkommnisse dahintreibt, ist  die im Wandel begriffene GEGENWART aufgewühlt. Jeder von uns kann lernen, in  unmittelbarer Nähe jenes glückseligen Friedens zu leben, wenn er sich nur darauf vorbereitet, indem er die Gedanken, die er allaugenblicklich fasst, (stoisch) schult. Er allein trägt die Verantwortung für sie, er allein muss die Kühnheit aufbringen, jeden von sich zu weisen, der ihn auf das Format des kleinen, zeitgebundenen, allzeit begierigen Egos festlegen wollte.

+ Die Idee vom ewig währenden JETZT  ist faszinierend, indes handelt es sich dabei um mehr als nur eine Idee, sie ist auch eine WIRKLICHKEIT. Wer weiter, mit intensiver Konzentration darüber nach-   denkt und sich ernsthaft in sie vertieft, entdeckt ihre  WIRKLICHKEIT, denn er wird das Trugbild vertreiben, mit der die Zeit den Geist umgarnt.   

+ Wir müssen uns weigern, uns an die Vergangenheit oder die Zukunft zu binden, indem wir uns weigern, unsere Gedankengänge an sie zu binden. Das heißt, wir müssen lernen, sie in der zeitlosen LEERE zur Ruhe kommen zu lassen.

+ Nur dadurch kann man inneren Frieden finden und aufrechterhalten, dass man alles, was einem widerfährt, aus einem philosophischen Blickwinkel sieht, dass man die Ereignisse des Tages der Zeit-  losigkeit der WIRKLICHKEIT gegenüberstellt.  

+ Innerlich kehren wir täglich zu dieser Idee zurück, dass alles IDEE ist, dass die gewohnte Welt – ihre Orte und Menschen, ihr hektisches geschäftiges Stadtleben, ihre gepriesene Zivilisation und edle Kultur – keine andere Existenz hat als in unserem Bewusstsein und seine Wirklichkeit davon ableitet. Sich des BEWUSSTSEINS bewusst zu werden, das sich von seinen Produkten –den Gedanken – gelöst hat, ist unsere Aufgabe, ruft unsere Kraft und Hingabe hervor.

+ Der Ausweg besteht darin, unentwegt daran zu denken und zu bekräftigen, dass die Welt und alles, was wir in ihr sehen und erleben, keine andere Substanz hat als GEIST und ihren flüchtigen Anschein von Wirklichkeit aus dem GEIST herleitet. Sobald wir dies erschöpfend verstehen und anwenden, wird seine Wahrheit eines Tages auf alle Zeit bei uns bleiben.

 + Es muss das Ganze des Lebens inspiriert werden, nicht nur das Tun, nicht nur das Denken, nicht nur das Fühlen. Der Grundton der Anstrengungen des Schülers muss das inspirierte Leben sein.

+Ihr gewinnt die Oberhand über die Verhältnisse, sobald ihr die Oberhand über die Gedanken an sie gewinnt.  

+ Jetzt wissen wir, dass unsere Lebenserfahrung so grenzenlos oder so eingeschränkt sein kann wie unser eigenes  D e n k e n.

+ An und in eurem Geist liegt es, ob ihr aus eurem Leben etwas sich Lohnendes macht oder nicht. Was ihr aus der Vergangenheit gelernt habt und was ihr euch von der Zukunft versprecht – alle diese Ideen zusammen beeinflussen das erzielte Ergebnis.

+ Die praktische Botschaft des Mentalismus besteht nicht nur darin, uns auf die kreative Nützlichkeit unseres Denkens aufmerksam zu machen, sondern auch in der  an uns ergehenden Einladung, die Quelle des Denkens ausfindig zu machen. Denn dort liegt unser  wirkliches Zuhause und wir müssen lernen, allzeit dort zu weilen.

+ Die Erkenntnis, dass unser tägliches Leben eigentlich mentalistisch  ist, braucht dessen Interessen, Wirksamkeit oder lebendige  Intensität nicht zu beeinträchtigen. Aber es lässt sich nicht vermeiden, dass wir uns innerlich nach und nach von allen Dingen, allen Geschöpfen, Situationen und Umgebungen lösen. Eben dies stellt das vorbereitende Opfer dar, das dem Ego abverlangt wird, bevor die Gnade des ÜBERSELBST auf es scheinen kann.

+ Die unentwegte Übung, sich eher mit dem Geist als mit der ihm innewohnenden Körper-Idee zu identifizieren, bewirkt im Laufe der Zeit, dass ihr euch bis zu einem gewissen Grad von euch selbst befreit.

+ Der Schlag dieser Entdeckung, dass der Geist die Welt, die einen umgibt, nur träumt und die Sinne nur zu diesem Traum beitragen, mag uns lange danach erschüttern. Infolgedessen müssen wir dieser Entdeckung schließlich den ihr gebührenden Platz zuweisen, zusammen mit dem ganzen Rest philosophischer Wahrheit. Wenn uns das gelingt, werden wir unser Gleichgewicht wiederfinden, in der Welt leben, aber nicht von ihr sein, unseren Verantwortungen entsprechen, aber nicht ihre Sklaven werden, tätig sein, uns davon aber nicht unseren inneren Frieden zerstören lassen.

+ Betrachtet Euch als das Individuum, und ihr werdet gewiss sterben; betrachtet euch als das Universale und  ihr tretet ein in die Unsterblichkeit, denn das Universale ist allzeit und ewig vorhanden. Wir kennen keinen Anfang und kein Ende des kosmischen Prozesses. Sein Sein IST; mehr zu sagen, sind wir nicht imstande. Seid eher das als dies – das, was so unendlich und heimatlos ist wie Raum, das, was zeitlos und ununterbrochen ist. Nehmt das Ganze des Lebens als euer Sein. Trennt euch nicht von ihm, sondert euch nicht davon ab. Dies stellt die schwierigste Aufgabe dar, denn sie verlangt, dass wir die eigene relative Unwichtigkeit inmitten dieses unendlichen, ungeheuren Prozesses einsehen. Der Wandel der vonnöten ist, ist ein gänzlich geistiger. Ändert eure Anschauung, dann wird euch „der Himmel zuteil“.

+ Das Leben bleibt, was es ist – todlos und unbegrenzt. Wir alle werden uns wiedersehen. Wisse, was du bist, und sei frei. Der beste Rat ist heute: bleibe gelassen, sei    g e w a h r. Lass den geistigen Druck deiner Umgebung nicht in das einbrechen, was du weißt, was wirklich und letztlich wahr ist. Dies ist dein magischer Talisman, der dich beschützt; halte ihn fest! Das letzte Wort ist – Geduld!

+ Der Geist, der gewahr ist, ist etwas, das sich von den im Gewahrseinsfeld erscheinenden Dingen unterscheidet und von ihnen getrennt ist. Dieser Geist ist das wahre Selbst, aber jene Dinge – die wir lediglich als Gedanken kennen – sind es nicht. Die Emotionen und Gedanken, die wir normalerweise erleben, befinden sich außerhalb des Rings des wirklichen „ICH“, und doch werden sie stets – oder vielmehr fälschlicherweise – dafür gehalten.

+ Wenn wir nur diesen Standpunkt des Ewigen Jetzt beziehen und uns ihm verschreiben wollten,  wie viele Angelegenheiten, die uns Sorgen bereiten, kränken und deprimieren, würden uns dann nicht mehr quälen! Wie trivial und vergänglich sie scheinen würden!

+ Unterdrückt von unseren kleinen Sorgen und engstirnigen Interessen, eingesperrt im eigenen Ego, das unter dem Wahn steht, dies sei alles, was uns, unser Wesen und Bewusstsein ausmache, und schließlich von der Sexualität betäubt, ist es da ein Wunder, dass wir nichts von unserem höheren Wesen wissen, von unserer Verbindung mit dem Göttlichen? Wir können es durch dreierlei kennen lernen: Durch richtiges Denken, reinen, geläuterten Glauben oder den Einfluss eines anderen, der sie entdeckt hat. Wie auch immer, wir haben die praktische Möglichkeit, zu einem neuen, höheren Gewahrsein vorzudringen.

+Unsere beste Zeit erleben wir, wenn wir das Vergehen der Zeit vergessen. Hierin liegt für diejenigen, die sich dessen bewusst werden können, ein Schlüssel zum Wesen wirklichen  G l ü c k s.

+ Hinabzusteigen in einen Körper aus Fleisch und Blut ist unsere Verwirrung. Die Schmerzen und Nöte zu erleben, denen wir ausgesetzt sind, unser Schicksal. Freilich gibt es auch Befriedigungen, und sie verführen uns dazu, uns am menschlichen Tun und Treiben festzuklammern und nach jeder Wiedergeburt erneut zurückzukehren. Wir müssen uns stets vor Augen halten, dass diese ganze Erfahrung, durch die ein Mensch geht, von Zeit und Ort abhängig ist und vergehen, abfallen muss. Wohin? Zu jener höheren Ordnung des Universums, wo wir als höhere Lebewesen bei  G O T T weilen

+ Diese Dualität seines Lebens wird weitergehen, bis er bereit ist für die Erhabene Wahrheit, die an die Stelle aller geringeren rückt, aber die er nicht erfassen kann, solange er sich an ihnen festklam- mert. Wenn er darauf besteht, wird es ihm niemals gelingen, den Übergang zu dem Verständnis zu schaffen, dass es nur die EINE UNENDLICHE LEBENSKRAFT gibt, nur den EINEN EWIG-EXISTIERENDEN GEIST, und dass alles andere lediglich Illusion, Idee oder Traum ist.

+ Als ein Ausdruck der göttlichen Lebenskraft ist ein jeder einzigartig. Letztendlich wird er seine Führung immer von innen beziehen müssen, das heißt direkt von jener Lebenskraft, die ihn zu dem gemacht hat, was er ist.

+ Die erste Frage ist auch die letzte; sie ist sehr kurz, sehr einfach, und doch ist sie die wichtigste Frage, die einer jemals stellen könnte, egal ob sich selbst  oder anderen. Sie lautet: „Was ist Bewusst- sein? Wer der Antwort durch sämtliche Bewusstseinsschichten nachspürt, befindet sich zum Schluss wahrhaftig in der Gegenwart des universellen Bewusstseins, auch GOTT genannt.

+ Er (der Kandidat der Philosophie) sollte sich schämen, wenn auch nur ein einziger Tag dahingeht, der nicht sein Maß an mystischer Meditation, an inbrünstigem Gebet und moralischer Bemühung, an geistiger Disziplin und emotionaler Läuterung gesehen hat.

+ Uns obliegt, unentwegt zwischen der universellen Integrität ungeteilten Seins und dem endlichen individuellen Ego zu unterscheiden, mit dem dieses Sein verknüpft ist und mit dem man es aus diesem Grunde fälschlicherweise verwechselt.

+ Täglich soll man für kurze Intervalle das üben, was die alltägliche Erfahrung einen nicht üben lässt – nach innen zu gehen, unpersönlich zu sein und das „Ich“ zu kennen.

+ Es gibt keine wahrere Botschaft als diese:  Sucht das Göttliche in Euch, kehrt täglich zu ihm zurück, lernt in ihm zu leben und   s e i d    es schließlich!

+ Der Suchende hat die Kunst zu lernen, unter jeder Art von Umstand sein eigener Herr zu sein.

+ Nur tägliches Üben in der Kunst, durch Verleugnung des Egos gezielt und verständnisvoll mit dem Überselbst zusammen zu arbeiten, wird ihn schließlich auf die höhere Stufe bringen, auf der er           b e w u ß t   mit ihm zusammen arbeiten kann.

+ Im Ego zu leben bedeutet, in der Zeit zu leben; im Überselbst zu leben bedeutet, in der Zeitlosigkeit zu leben. Weil der Mensch aber in beiden leben muss, um überhaupt auf der Erde zu leben, so lasst ihn die Kunst erlernen, im ewigen  J E T Z T  zu ruhen, im endlosen Augenblick, der zur Ewigkeit führt.

+ Weil der GEIST immer schon und universell  existierte, hat auch die Energie oder Lebens-Kraft, der mit ihm verbundene Aspekt, immer  schon und universell existiert. Weil GEIST ein Zeichen für Bedeutung ist und Zweck schafft, hat mein Leben eine Bedeutung und einen Zweck, der mit dem des Weltalls verbunden ist – mein Leben ist weder leer noch allein. Hoffnung, Gebet, Wahrheit und göttliche GEGENWART sind mein Geburtsrecht. Sie stehen mir zu. Aber ich muss dieses Recht in Anspruch nehmen, es mir aneignen, zunächst durch Vertrauen und später möglicherweise durch Erkenntnis.

Der „Ich“-Gedanke erscheint gleichzeitig mit der Welt. Wir identifizieren uns mit dem „Ich“ und seinen physischen Sinnen, ohne jemals zwischen zwei aufeinander folgenden Gedanken innezuhalten, um herauszufinden, was nicht mit dem einen oder anderen vermischtes Bewusstsein an sich in Wirklichkeit ist. Denn hier befindet sich das grundlegende „ICH“, der heilige GEIST, der GOTT-FUNKE in uns. Hier geht das Denken in die Kontemplation, in die Stille über.                                   + Weil unser ganzes menschliches Dasein, unsere äußere Erfahrung mit inbegriffen, letzten Endes mental ist, gibt es keinen anderen Weg zu echtem und dauerhaften menschlichen Glück als den, der für alle menschlichen Wesen der höchste und letzte ist, nämlich jene geistige Verklärung, die aller Gedanken ledig ist, jener innere Friede, der (intellektuell) nicht verständlich ist und den der Heilige Paulus das Tor zum Reich Gottes nannte.

+ Sobald wir diese Wahrheit erkennen, verstehen wir, dass das ÜBERSELBST allzeit bei uns ist und diese Gegenwart unmittelbarer und inniger ist als alles andere im Leben.

+Gedanken könnten niemals existieren, wenn der GEIST nicht auch ursprünglich zugegen wäre. Noch könnten wir Menschen uns ohne die Priorität des GEISTES des Weltalls gewahr werden.                   +Nicht nur die Welt ist ein im –BEWUSSTSEIN-Erscheinendes, sondern auch das Ego. Es ist am Ende ein Gedanke, vielleicht der stärkste von allen; und nur das Bewusstsein-an-sich ist die WIRKLICHKEIT, die es speist und der es seine Existenz und sein Leben verdankt.

+Wenn wir nach der letzten Erklärung für das Phänomen des Weltalls suchen, finden wir eine anhaltende und höchste Wirklichkeit – BEWUSSTSEIN.

+ Wenn wir schließlich einsehen, dass dieses Weltall eine Gedankenform ist, und wenn wir gefühlsmäßig wissen, dass das einzige und höchste Prinzip, in dem und durch welches das Weltall entsteht, auch unsere Quelle ist, ist unsere Erkenntnis endgültig und fehlt ihr nichts mehr.

+ Der denkende Mensch braucht das Konzept des reinen GEISTES, des unendlichen, formlosen Bewusstseins, des zeitlosen Seins. Es ist absolut notwendig, denn ohne es bleibt sein Denken unvollendet und unvollständig. Alles weist am Ende auf den reinen Geist hin, vom eigenen bis zum universalen Dasein. Sich mit Glauben begnügend, mögen der Fromme und Mystiker ihn GOTT nennen; und selbst wenn er einem nicht zugänglich ist, so weiß man doch, dass er da sein muss und immer schon da gewesen ist.

+ Die allgemeine Richtung seiner Gedanken und Taten – nicht diese Gedanken und Taten selbst – wie auch das Ideal, in das der Mensch sich am häufigsten vertieft, sind in seinem Leben das Wichtigste und Ausschlaggebendste.

+ In diesen Zeiten der Einkehr sollten wir mit den großen Wahrheiten leben, Geist und Herz in einen Zustand der Reinheit bringen, die krummen Gedanken begradigen und uns dorthin begeben, wo weder Hast noch Druck herrschen.

+ Nehmt jetzt diese zwei Dinge wahr – die Traumhaftigkeit des Lebens in der Welt und die Unwirklichkeit des personalen Egos. Daher die Notwendigkeit der „Was bin ich“? – Untersuchung, damit die falsche Vorstellung vom Ego zerstreut werden mag. Wenn ihr diese Dinge verstehen könnt, dürft ihr still sein, ungestört, in nichts verwickelt und frei von falschen Vorstellungen, auch mitten im Kampf des Lebens. Ihr werdet weise sein, autark, und die kleinlichen Qualen, die die Menschen einander bereiten, ihre Lügen, Bösartigkeit und Verletzungen, werden euch nichts anhaben können, denn insofern ihr euch nicht mehr mit der Persönlichkeit identifiziert, seid ihr nicht mehr deren Zielscheibe.

+ Jeder, der verstehen kann, dass sich Substanz nicht von Leben und Leben nicht vom Geist trennen lässt, jeder, der intellektuell einsehen kann, dass das ganze Weltall selbst nichts weniger als GEIST in seinen unterschiedlichen Phasen ist, hat die theoretische Grundlage gefunden, die es ihm erlaubt, aufgeschlossen zu sein für die wunderbaren Möglichkeiten, die hinter der menschlichen Erfahrung liegen. Die Geisteskräfte lassen sich in der Tat weit über ihre derzeit lächerlich kleine evolutionäre Reichweite hinaus erweitern. Derjenige, der unentwegt über das wahre und nicht stoffliche Wesen des GEISTES und über die kreativen Kräfte des GEISTES nachsinnt, neigt dazu, diese Kräfte zu entfalten. Wenn er die Fähigkeit erfolgreicher egoloser Meditation entfaltet hat, werden ihm diese Geisteskräfte spontan zuteilwerden. Es ist natürlich, dass höhere geistige oder so genannte okkulte Kräfte von selbst entstehen, wenn sein Wille sich selbst verleugnet, sein emotionales Wesen geläutert, sein Denken konzentriert und sein Wissen vervollkommnet ist. Es ist ebenso natürlich, dass er nicht über sie spricht oder wenn, dann nur deswegen, weil sie nicht wirklich der einen Namen tragenden Persönlichkeit, die andere sehen, gehören. Sie gehören dem ÜBERSELBST. + Geist als Mensch kennt sich selbst zum größten Teil nicht, aber Geist als GEIST ist gänzlich selbst-erleuchtet. Denn der Mensch ist eingesperrt vom Körper, ein Gefangener jener Sinne, denen er so dankbar für Sehen, Hören und Fühlen ist. Aber sobald er seiner selbst gewahr wird, ist er befreit.

+Was ist der Geist? Er ist dasjenige in uns, was denkt, was bewusst ist und was erkennt. Der Geist ist die Kraft, bewusst zu sein, zu denken und sich etwas vorzustellen. Er ist nicht das fleischliche Gehirn. Wenn wir uns die Form und die Dimensionen des Geistes richtig vorstellen wollen, müssen wir uns ihn als grenzenlosen Raum vorstellen. Das heißt, er ist überall. Der Geist muss jedem Denken, jedem Erkennen vorausgehen. Er muss dasein, damit ein Denken überhaupt irgendwie möglich ist.
Während wir den Verstand nur durch Denken erreichen können, können wir den Geist nur durch Intuition erreichen. Die Meditationspraxis ist einfach die Vertiefung, Ausweitung und Verstärkung der Intuition. Eine mystische Erfahrung ist einfach eine anhaltende Intuition.

+ Der Durchschnittsmensch meint, er sei das Ego, weil er sich mit seinen Gedanken und seinem Körper identifiziert. Der Erleuchtete weiß, er ist das BEWUSSTSEIN hinter beiden.

+ Unter Geist versteht die Philosophie nicht nur äußeres Verhalten oder inneres Bewusstsein, wiewohl sie sie notwendigerweise einbeziehen muss. Der Geist ist jenes ursprüngliche Element, das sich durch Verhaltensmuster und  Bewusstseinszustände offenb.

+ Der Körper beobachtet die außerhalb des Körpers gelegene Welt, und der Ego-Geist beobachtet den Körper. Das, was abseits von beiden steht, als der dritte Beobachter, ist das ÜBERSELBST.

+ Das, was am wichtigsten für und in uns ist, ist Bewusstsein. Dennoch ist es das eine Ding über uns selbst, das wir am wenigsten kennen und am meisten außer Acht lassen.

+ Es ist absolut gewiss und ganz unzweifelhaft, dass das Bewusstsein primär ist, der Anfang aller Dinge, der einzige GOTT, den es geben könnte, und der einzige, den es jemals gegeben hat. Wenn einer daran zweifelt, dann deswegen, weil er blind ist, also nicht sieht; weil er benebelt ist, also nicht versteht. Von was oder von wem sonst rührt sein eigenes Bewusstsein, sein Erkenntnisvermögen und seine Denkkraft her?

+ Jede Art Erfahrung, ob wach, traumhaft, hypnotisch oder halluzinatorisch, ist für das Ego vollkommen wirklich zu dem Zeitpunkt, zu dem seine Wahrnehmungen auf der jeweiligen Ebene wirksam sind. Warum sprechen wir nun inmitten dieser so verwirrenden Relativität davon, dass die göttliche Erfahrung die letzte und höchste Wirklichkeit ist? Antwort: Weil sie das betrifft, was allen anderen Erfahrungsformen ein Gefühl von Wirklichkeit verleiht. Dabei handelt es sich um nichts anderes als den innersten Kern des reinen GEISTES in uns, die einzigartig geheimnisvolle Quelle aller möglichen Arten unseres Bewusstseins. Dies ist es, wenn wir es finden können, was die Philosophie die wahre, wirkliche Welt nennt. 

+ Der Lehrer muss zu seiner eigenen Erleuchtung selbst diese innere Quelle aufsuchen, warum willst du dich deinerseits nicht direkt zu ihr begeben?
So wie die Bedingungen heute sind, mag es langsamer sein, ist aber auch viel sicherer, sich selbst zu unterrichten und zu befreien. Indem man selbst die Wahrheit Stück für Stück herausfindet, macht man sie sich wirklich zu eigen.

+ Jedes Buch, jeder kennengelernte Mensch, jedes Kunstwerk, alles, was einen Menschen seines göttlicheren Selbst gedenken lässt, ist in eben dem Maße sein Lehrer. Jede Begebenheit oder Erfahrung, die ihn einem solchen Gedenken entfremdet, ob die Welt sie nun als gut oder als böse betrachtet, ist gleichfalls sein Lehrer. Selbst seine nichtswürdigen Handlungen werden ob der Konsequenzen, zu denen sie unfehlbar führen müssen, auch seine Lehrer sein.

+ Woher kommt dieses BEWUSSTSEIN? Dies zu entdecken, werden wir niemals imstande sein, weil es selbst sowohl der Fragende als auch die Antwort ist; es war da, bevor die Frage entstand, denn es machte die Frage möglich. Es wird da sein, nachdem alles andere vergangen ist. In diesem dünnen Strahl bewussten Seins, der das bekannte Selbst des Fragenden ist, liegt die endgültige Lösung unserer ganzen selbst erzeugten Rätsel.

+ Auf dieser Ebene wird man ein Zuschauender, der sich die Handlungen ansieht und die Gedanken des Körpers und Intellekts zur Kenntnis nimmt. Man verzeichnet die Emotionen, schließt sich ihnen indes nicht an.

+ Sobald wir die Geisthaftigkeit unserer ganzen Lebenserfahrung erkennen, beginnen wir, ihre mannigfaltigen Eindrücke unbeeinträchtigt hinzunehmen.

+ Der menschliche Körper ist ein Teil des Bewusstseins, ein allerdings sehr wichtiger, aber das Bewusstsein selbst ist nur ein Teil eines größeren und tieferen Bewusstseins, dessen wir uns normalerweise nicht gewahr sind. Dennoch liegt der schöpferische Ursprung der Körper-Idee in eben diesem geheimnisvollen Gebiet. Wenn das alltägliche „Ich“ nicht bewirken kann, dass der Körper gesund bleibt, indem es bloß den Gedanken fasst, so liegt das daran, dass die schöpferische Kraft in einem „Ich“ liegt, welches das normale „Ich“ übersteigt. Dadurch, dass sich das Ego mit dem Körper identifizieren beginnt, mögen sich gewisse Kräfte zu entfalten beginnen.

+ Wenn die äußere Welt als das gekannt und empfunden wird, was sie wirklich ist – eine Idee -, wird sie ein Teil der inwendigen Welt des Denkens und Fühlens. Wenn wir wissen, dass ihre Freuden und Kümmernisse nichts anderes als geistige Verfassungen sind, und wenn alle Gedanken, Gefühle und Wünsche vom falschen Ego in das wahre Selbst, das an ihrem Mittelpunkt liegt, gebracht werden, lösen sie sich automatisch auf – dann ist das Reich Gottes gekommen.

+ Wenn man ein Problem von allen Seiten betrachtet hat, und das nicht nur mit aller Schärfe des Geistes, sondern auch mit aller Reinheit des Herzens, dann sollte man es am Ende dem Überselbst übergeben und seinlassen. Die Technik ist einfach. Sie besteht darin, still zu sein. In dem Augenblick, da man das Problem fallenlässt, triumphiert man über das Ich. Dies ist eine Form der Meditation. Im Anfangsstadium ist sie ein Eingeständnis der Hilfslosigkeit und Schwäche bei der Behandlung des Problems, der persönlichen Grenzen, gefolgt von einer Hingabe des Problems (und seiner selbst) an das Überselbst als letzter Ausweg. Mehr kann man nicht tun. Weiteres Nachdenken wäre müßig. An diesem Punkt kann die Gnade einsetzen und das bewirken, was das Ich nicht vermag. Entweder gleich oder zu einem späteren Zeitpunkt kann sie einem Führung in Form einer klar auf der Hand liegenden Idee zuteilwerden lassen.

+ Wer ein Problem dem Überselbst hingibt, hört damit auf, sich darum zu sorgen. Bleibt die Sorge, so ist ihr Vorhandensein der Beweis, dass die Hingabe nicht wirklich vollzogen wurde.

+ Wenn der Mentalismus für uns unser Weltall auch auf den Kopf stellt, so sieht es sich später, wenn wir ihn besser verstehen, doch wieder auf den rechten Platz gerückt, aber verklärt, vergöttlicht und von Gott getragen.

+ Im Laufe dieser fortschreitenden Vertiefung des Bewusstseins scheint der Körper allmählich nur ein Teil von uns zu sein und das physische Leben nur ein Teil unseres wahren Lebens. Wenn wir nun notgedrungen das Gefühl haben, dass wir Fleisch sind, so haben wir doch auch das Gefühl, dass wir vor allem Geist sind. Wenn wir uns hier der Flüchtigkeit des Daseins bewusst sind, so wissen wir dort um dessen Ewigkeit.

+ Der Mentalismus macht es jedem  möglich zu verstehen, warum es einen Gott geben muss. Mehr noch, durch das mystische Erlebnis der Gegenwart GOTTES in ihm, macht er es jedem möglich, seine intellektuelle Entdeckung zu transzendieren.

+ Die Erinnerungskraft ist nur in dem Maße nützlich, in dem sie es uns möglich macht, an die Höhere Kraft zu denken.

+ Das Denken lernt sich richtig kennen, wenn es seine ganze Aufmerksamkeit von der Gedanken-Serie abwendet und nach seinem eigentlichen Wesen sucht.

+ Jedes menschliche Wesen ist sich zuerst des eigenen Bewusstseins bewusst. Wenn er dessen tiefere Bedeutung ausfindig macht, versteht er vielleicht, dass darin der beste Beweis für die Wirklichkeit des Geistes als eines getrennt Existierenden liegt.

+ Der Durchschnittsmensch meint, er sei das Ego, weil er sich mit seinen Gedanken und seinem Körper identifiziert. Der Erleuchtete weiß, er ist das BEWUSSTSEIN hinter beiden.

+ Wenn ich sage, ich bin meine eigene mentale Existenz, dann  sage ich damit, dass ich auch das ganze Weltall bin. Die Natur existiert in mir, denn die Natur ist lediglich meine Idee. Die Welt ist meine Schöpfung. Dies stellt keine eitle Laune dar, sondern die reine Wahrheit, die großartigste, auf die der nur unvollständig eingeweihte Verstand der Menschen jemals gestoßen ist.

+ Wissenschaftlich gesehen, scheint jeder Mensch nur eine Sammlung vielfältiger physischer Wahrnehmungen zu sein, die sich schnell ändern und vorüberziehen, und nicht mehr. Der Fromme erhebt Einspruch und zählt sein spirituelles Selbst oder seine Seele dazu. Aber der Philosoph fragt beide: „Und was sagt ihr zu einem Bewusstsein, das euch all dies berichtet?“

+ Die zwei Analysen müssen jetzt zusammenkommen, gleichzeitig: das „Was bin ich?“ und das „Was ist die Welt?“ Erst dann können sie durch den Mentalismus integriert werden, wiederauftauchend als das EINE BEWUSSTSEIN in ihm. Die Dualität des Selbst und des Nicht-Selbst verschwindet dann.

+ Persönliches Bewusstsein ist nicht wirklicher als die Wirklichkeit eines Spiegelbilds in einem Glasspiegel, denn der GEIST ist das Licht, das es beleuchtet. Persönliches Leben mag so flüchtig sein wie Schaum.

+ Es heißt, ein Mensch ist in dem Maße erleuchtet, in dem er dies für sich selbst entdeckt. Was er außerhalb dieser Erleuchtung bekommt oder hervorbringt, ist seine eigene mentale Schöpfung. Es mag vollkommen falsch oder vollkommen richtig sein, aber es bleibt dennoch nicht mehr als etwas mental Geschaffenes.

+ Gibt es einen exakten universellen Maßstab der Wahrheit, der zu jeder Zeit und unter allen Umständen anwendbar ist, kurz, etwas Unwandelbares und damit Allerhabenes? Die Wissenschaftler wissen, dass die großen Prinzipien, die in der Geschichte der Wissenschaft Marksteine bildeten, in Wirklichkeit Stufen auf dem Weg zur exakten Wahrheit waren. Die Wissenschaft wandelt sich, ihre Lehren wandeln sich, und ihre früheren Näherungen werden von Zeit zu Zeit durch genauere Standortbestimmungen ersetzt. Wir können heutzutage, da die Wissenschaft selbst eine so rasche Gangart einschlägt, nicht hoffen, eine letztgültige Wahrheit zu finden. Es bleibt jedoch eine unerschütterliche, allumfassende Tatsache bestehen, die immer wahr bleiben wird und sich unmöglich je ändern kann. Ja, jeder experimentelle und theoretische Fortschritt durch forschende Wissenschaftler wird nur dazu beitragen, diese große Entdeckung zu bewahrheiten. Worin besteht sie? Darin, dass die ganze Welt, mit deren Untersuchung jeder Zweig der Wissenschaft emsig beschäftigt ist, nichts als eine Idee im menschlichen Geist ist. Physik, Chemie,  Geologie, Astronomie, Biologie und all die anderen Wissenschaften ohne jede Ausnahme haben es letzten Endes ausschließlich mit einem das menschliche Bewusstsein durchziehenden Gedanken bzw. einer Reihe von Gedanken zu tun. Hier also besitzen wir ein Universalgesetz, das das gesamte Feld, auf dem die Wissenschaft tätig ist, umfasst. Dies ist eine letztgültige Wahrheit, die unsterblich ist und noch dann bestehen wird, wenn jede andere von der Wissenschaft aufgestellte Hypothese durch den Fortschritt der Erkenntnis zu Grabe getragen wurde.

+ Er (der Kandidat der Philosophie) wird ein körperliches Alter und eine geistige Reife erreichen, wo ihm gewisse Wahrheiten klarer zu sein scheinen und er sie weniger abstoßend findet. Er sollte besonders drei dieser Wahrheiten in Betracht ziehen: den illusorischen Wert des Sex, die Notwendig-keit, Emotionen der Vernunft unterzuordnen, und die Realität des unsichtbaren, nicht greifbaren Überselbst. Wenn er inneren Frieden haben will, sollte er diese Dinge immer wieder und immer wieder kontemplieren.                            Sein Erfolg im Leben lässt sich nicht mehr ausschließlich anhand von Äußerlichkeiten messen. Das genügt nicht. Er muss auch daran gemessen werden, inwieweit es ihm gelungen ist, sein Herz zu läutern, seine Intelligenz zu entwickeln, seine Intuition zu entfalten und ein Gleichgewicht zu erhalten.

+ Wer große Sicherheit gewinnt, gewinnt große Stärke. Die Wahrheit macht nicht nur den Kopf klar, sondern schärft auch den Willen. Sie ist nicht nur unseren Füßen ein Licht, sondern selbst eine im Blute wirkende Kraft.

+ Es gibt ein einziges Grundprinzip, das sich wie ein roter Faden durch alle diese höheren Kontemplationsübungen zieht, nämlich: Wenn wir von den Gedanken an bestimmte Dinge, von den durch die Sinne ins Bewusstseinsfeld gerückten Bildern bestimmter Gegenstände ablassen können und wenn wir dies mit vollkommen wacher Klarheit darüber tun können, was wir da tun und warum, dann wird als Folge dieses Ablassens das Element des reinen, undifferenzierten Denkens selbst von sich aus zum Vorschein kommen und wir werden es als unser innerstes Selbst begreifen.

+ Wie verständlich der Mentalismus doch jene tieferen und unverständlicheren Äußerungen von Jesus macht! „Das Reich Gottes ist in euch“ erweist sich demnach als eine freudige Verkündigung spiritueller Hoffnung und als ein Spruch, der eine fast unbekannte Tatsache preisgibt. Er verkündet, dass ein himmlisches Dasein in Reichweite des Geistes liegt, welcher der wirkliche Mensch ist, und er sagt uns, dass dieses Dasein im Geist selbst verborgen liegt. Der Himmel ist also nicht ein fern gelegener Ort noch eine Verfassung nach dem Tode, sondern ein in diesem Leben erreichbarer Zustand.

Wenn diese Wahrheit zuletzt gesehen wird, nämlich dass der Himmel kein Ort im Weltraum, sondern ein Seinszustand ist und dass er daher auch vor dem Tode bis zu einem gewissen Grade erlangt werden kann, verspürt man ein Gefühl der Freude und eine Lust zum Abenteuer. Die Freude entsteht, weil wir nicht mehr von der Zeit beschränkt sind, und die Abenteuerlust, weil sich ein Ausblick auf die Möglichkeiten der Suche eröffnet.

+ Mach es dir zur Gewohnheit, gütig, freundlich, versöhnlich und mitleidsvoll zu sein, bis es dir zum Bedürfnis wird. Was verlierst du schon dabei? Ein paar Dinge dann und wann, ein bisschen Geld hier und da, vielleicht einmal ein Stündchen oder einen Disput? Doch schau, was du gewinnst! Mehr Freiheit vom persönlichen Ich, mehr Recht auf die Gnade des Überselbst, mehr Anmut in der inneren Welt und mehr Freunde in der äußeren Welt.

+ Erreicht der Geist einen Zustand, in dem er frei ist von seinen eigenen Ideen, Projektionen und Wünschen, dann kann er wahre Seligkeit verwirklichen.
Jener glückselige Zustand, in dem der Geist sich selbst als das erkennt,   w a s    e r   i s t ,  in dem alle Aktivität außer der des Gewahrseins allein zur Ruhe gekommen ist (und auch dann ist es ein Gewahrsein ohne ein Objekt) – das ist das Herz der Erfahrung.Dies ist die letzte Einsamkeit, die die Bestimmung aller Menschen ist.

+ Ein ursprüngliches, tief dringendes Denken kann weitreichende Leistungen vollbringen, kann viel bislang noch Unbekanntes aufdecken; aber das Geheimnis des Denkers selbst kann es nicht lösen, sofern es nicht auf sein Recht dazu verzichtet und in völligem Stillschweigen das göttlichere Selbst wirken lässt.

+ Es stimmt, dass das Denken dem Handeln vorausgeht, dass Handlungen Gedanken ausdrücken und dass, wer den Geist beherrscht, das ganze Leben beherrscht. Des Menschen Herz wird keinen Frieden fühlen noch sein Geist Gelassenheit finden, bis er die niederen Instinkte aufgibt und sich seiner überirdischen Berufung weiht. Zuerst muss er sie äußerlich in seinen Taten aufgeben; später muss er es innerlich selbst in seinen Gedanken tun.

+ Der Denker muss sich zuerst dem Exerzitium einer Selbstläuterung unterziehen. Seine Gedanken, seine Gefühle und seine Handlungen müssen einer längeren Schulung und einer ständigen Regulierung unterworfen werden, wodurch jene Faktoren, die sein Denken verfälschen oder das Aufkommen echter Intuition verhindern, ausgemerzt oder doch immerhin reduziert werden. Daher muss sein Charakter verbessert, sein egoistischer Instinkt bekämpft, müssen seine Leidenschaften beherrscht, seine Vorurteile vernichtet, seine Neigungen korrigiert werden.

+ Wer seinen Charakter hinreichend geläutert, seine Sinne unter Kontrolle gebracht, seine Vernunft ausgebildet und seine Intuition entfaltet hat, ist stets bereit, das zu nehmen, was kommt, und es recht zu nehmen. Er braucht die Zukunft nicht zu fürchten. Die Zeit arbeitet für ihn. Denn er lädt sich kein schlechtes Karma mehr auf, und jedes neue Jahr bringt ihm stattdessen nur noch mehr gutes Karma. Und selbst dort, wo er das Wirken des  alten widrigen Karmas noch ertragen muss, bleibt er dennoch gelassen, weil er mit Epiktet begreift: „Nur um einetwillen hat mich der Gott in die Welt gesandt, nämlich um meine Natur in jederlei Tugend oder Stärke zu vervollkommnen; und es gibt nichts, was ich mir zu diesem Zweck nicht nutzbar machen könnte.“ Er weiß, dass jede Erfahrung, die er macht, genau das ist, was er in dem Moment am meisten braucht, selbst, wenn sie ihm am wenigsten behagen sollte. Er braucht sie, weil sie zum Teil nichts anderes ist als sein auf ihn zurückfallendes eigenes früheres Denken, Fühlen und Tun, das ihm vor Augen tritt, damit er dessen Ergebnisse in einer klaren, konkreten und unmissverständlichen  Form erkennen und studieren kann. Er schafft es, dass jede ‚Situation ihm bei seinen letzten Zielen hilft, selbst wenn sie ihn bei seinen unmittelbaren hemmt.

+ Wenn irgendetwas auf der Welt wert ist, dass ein Mensch es erforsche, nachdem er sich die notwendigen Kenntnisse, wie in dieser Welt gesund und vernünftig zu leben und überleben sei, erworben hat, dann ist es das eigene Bewusstsein – nicht in Form einer Auflistung der zahlreichen Gedanken, die darin umtreiben, sondern in Form einer tiefen Ergründung seiner Natur an sich, seines unverfälschten reinen Wesens.

+  Da das Überselbst in all seiner unwandelbaren Erhabenheit bereits in ihm ist, muss der Mensch es nicht entwickeln oder vollenden. Er muss nur sein Ich entwickeln und vollenden, bis es wie ein blank geputzter Spiegel wird, dem Überselbst entgegengehalten und seine heiligen Attribute spiegelnd, und offen die göttlichen Eigenschaften vorweist, die bis dahin hinter ihm verborgen gelegen hatten. Diese Identifikation mit dem besten Selbst in uns ist das allen Menschen gesetzte Ideal, das es durch lange Erfahrung und viel Leiden oder durch das Annehmen von Unterweisungen, das Horchen auf Offenbarungen, die Entfaltung von Intuition, das Üben von Meditation und eine kluge Lebensführung zu verwirklichen gilt. Und dieses beste Selbst ist nicht der tugendsamste Teil unseres Charakters- wenn es auch eine der Quellen dieser Tugend sein kann – , sondern der tiefste Teil unseres Wesens, unterhalb der Gedanken, die wie Bienen summen, und der Emotionen, die unseren Egoismus äußern. Eine erhabene Stille herrscht darin. Dort in dieser Stille liegt unsere wahre Identität.

+ Tausende, die den lebenden Jesus niemals kannten, haben die wirkliche Gegenwart und dynamische Kraft Jesu stark genug gefühlt, um ihr sündiges Leben in ein gottvolles umzuwandeln. Es war die  I d e e   von  Jesus, die sie wirklich kannten, nicht der Mensch selbst, es war die Idee ihres Überselbst, die die wahre Gegenwart und Kraft darstellte, die sie anerkanntermaßen fühlten. Sie konzentrierten ihren Glauben auf die Idee, aber die Wirklichkeit dahinter war das unbekannte Überselbst. Sie brauchten die Idee – irgendeine Idee – als Punkt in ihrem form-, zeit- und raumbedingten persönlichen Bewusstsein, in dem sich ihnen die formlose, zeitlose, ortlose, unpersönliche Seele manifestieren konnte.

+ Das gewöhnliche Selbst bessern und läutern, das höhere Selbst erreichen und erkennen, das sind Aufgaben, wie sie schwieriger nicht sein könnten. Leidenschaften beherrschen, Gefühle zur Ruhe bringen, Gedanken kontrollieren und Intuitionen entwickeln, Neigungen lenken, Komplexe ausräumen und fest auf dem einmal eingeschlagenen Weg bleiben – ist das nicht alles eine Herkulesarbeit?

+ Wenn diese innere Arbeit hinreichend weit fortgeschritten ist, werden bestimmte Charakterzüge entweder an Stärke zunehmen oder zum ersten Mal auftreten. Zu ihnen gehören Geduld, Freundlichkeit, Stabilität, Selbstbeherrschung, Friedfertigkeit und Ausgeglichenheit. Kein Mensch kann sich von jeder Form äußeren Leidens befreien, aber alle Menschen können sich von inneren Leiden befreien.

+ Manche erreichen die Wahrheit auf Umwegen. Die Suche ist direkt. Die Suche wird von ihren eigenen Gesetzen regiert, von denen manche auf der Hand, aber andere tief im Dunkel liegen. Sie ist eine Suche nach Sinn im sinnlosen Strom der Ereignisse. Sie gehorcht dem Antrieb, über das vergängliche Schauspiel irdischen Lebens hinauszublicken nach einem Zeichen, Wert oder Geistes-  zustand, der Hoffnung macht, Rechtfertigung gibt, Einsicht verschafft. Die Suche der Seele ist zeitlos. Die Menschheit ist niemals ohne sie gewesen und könnte niemals ohne sie sein.

+ Je tiefer wir dringen, um so weniger Bedarf haben wir an Gedanken und Worten, denn alle Vielheit fällt in dieser wunderbaren Einheit zusammen. Wirklich exakt können wir diesen erhabenen Zustand weder denken noch davon reden. Das einzige Medium, durch das wir ihn angemessen wiedergeben können, ist somit – Schweigen!

+ Nur in der tiefsten Stille können wir die Stimme unserer Seele hören; Argumente übertönen sie, zu viele Worte vertreiben sie. Würde uns die Tätigkeit des Kehlkopfes weniger beschäftigen, doch umso stärker die des tieferen Wissens, dann könnten wir etwas erreichen, was des Redens wert ist. Die Sprache ist Beigabe nicht Verpflichtung. „Zu Sein“ ist die erste Pflicht des Menschen. Das Leben gibt uns schweigend seine Lehren, während der Mensch seine Anweisungen mit lauter Stimme verkündet

+ Nichts als die Erkenntnis der Seele kann einem Menschen totales Glück bescheren. Sie befreit ihn von der versteckten Angst vor den Wehen des irdischen Daseins; sie befreit ihn von aller Sorge um die Zukunft, und aus den unendlichen Tiefen seines eigenen Wesens kann er all die Weisheit schöpfen, die er braucht, um letzterer zu begegnen. Indem er die Erkenntnis der verborgenen Wahrheit seines eigenen Wesens gewinnt, findet er seine wirkliche Freiheit.

+ Denn ein derartiges Glück lässt sich in seinem wahrsten Sinne nur in und von uns selbst finden. Das ist so, weil man es nur vom Göttlichen, das reiner Geist ist, bekommen kann, und weil es sich nur durch das Tor des eigenen Herzens erreichen lässt und nícht durch das eines anderen. Des Menschen Suche nach idealer Liebe, geschweige denn nach perfekter Gemeinschaft kann nie von einem anderen Menschen befriedigt werden, sondern nur von seiner Seele, die er in sich birgt. Sie ist die wahre    G e l i e b t e , die mit großer Geduld und Treue auf den Augenblick wartet, in dem er sie entdecken und um sie werben wird. Die Existenz der Liebe, die er in der Seele vorfinden kann, wird nicht von einer veränderlichen menschlichen Laune und nicht von den Zuständen oder Zufällen des menschlichen Fleisches abhängig sein – sie ist vollkommen zuverlässig und von heiterer Sicherheit. Darüber hinaus wird sie immer da sein, wird ihm immer treu sein, treuer als es eine menschliche Liebe jemals sein könnte. Denn sie rührt nicht von einem anderen, nicht von einem getrennt existierenden Wesen her: Sie entspringt seinem innersten Selbst und ist ein ewiges Attribut seiner ewigen Seele. Die Wahrheit bringt eine große Lauterkeit und eine große Unabhängigkeit mit sich. Wenn sie kommt befindet sich unser Glück nicht mehr in der Gewalt anderer Menschen.

Aus verschiedenen Werken des Autoren: Paul Brunton

 

Das E g o / Was bin ich?

Egoselbst und Überselbst 

+ Das Element im Bewusstsein des Menschen, aufgrund dessen man verstehen kann, dass man existiert, das einen veranlasst, die Worte „Ich Bin“ zu äußern, ist das spirituelle Element, hier Überselbst genannt. Es ist wirklich sein grundlegendes Selbst, denn die drei Tätigkeiten des Denkens, Fühlens und Wollens leiten sich daraus ab, sind Wellen, die sich von ihm ausbreiten, Attribute und Funktionen, die zu ihm gehören. Aber unser gewohnheitsmäßiges Denken, Fühlen und Handeln sind Tätigkeiten, die das Überselbst nicht zum Ausdruck bringen, weil sie der Macht einer anderen Wesenheit unterstehen: dem persönlichen Ego.

+ Die Quelle der Weisheit und Macht, von Liebe und Schönheit liegt in uns selbst, aber nicht in unserem Ego. Sie liegt in unserem Bewusstsein. Ihr Vorhandensein liefert uns in der Tat einen bewussten Gegensatz, der es uns möglich macht, vom Ego so zu sprechen, als ob es etwas Anderes und Getrenntes wäre: Sie ist das wahre SELBST, während das Ego nur eine Illusion des Geistes ist.

+ Stimmt es, dass die meisten Menschen unter einer falschen Identität leiden? Dass sie überhaupt nichts von dem schönen und tugendhaften, nach Höherem strebenden und intuitiven Wesen wissen, das ihr höheres Selbst ist? Die Apathie, die sie ihre niedrigere Natur, ihr alltägliches kleines Selbst, akzeptieren lässt, muss  als das entlarvt werden, was sie ist.

+ In jeder menschlichen Wesenheit wirkt ein stilles Ziehen, das ihn von innen zu seinem Mittelpunkt, seinem wirklichen Selbst zieht. Aber gleichzeitig wirkt auch ein stärkeres Ziehen von außen, das ihn zu seinen Instrumenten zieht – den Sinnen des Körpers, dem Intellekt und den Gefühlen – dem falschen Selbst. Die Wesenheit ist gezwungen, sich, ihr Leben und ihre Aufmerksamkeit, zwischen diesen beiden Gegensätzen zu teilen, unfreiwillig durch Wachen und Schlafen, freiwillig durch ein dem Überselbst anheimgestelltes Ego.

+ Das Ego ist das Geschöpf, das  dem Handeln und Denken des Menschen entspringt, langsam sich wandelnd und wachsend. Das Überselbst ist das Bild GOTTES, vollkommen, vollendet und unwandelbar. Was er, wenn er sich vollenden will, zu tun hat, ist, dass er das eine durch das andere erglänzen lässt.

+ Das Ego ist schließlich nur eine Idee. Es leitet seine scheinbare Tatsächlichkeit von einer höheren Quelle ab. Stellen wir die innere Anstrengung an, nach ihrem Ursprung zu suchen, so werden wir früher oder später den GEIST  ausfindig machen, in dem diese Idee zustande kam. Dieser Geist ist das Überselbst. Diese Anstrengung ist die Suche. Die Selbsttrennung der Idee von dem Geist, der ihr Dasein ermöglicht, ist Egoismus.

+ Was man für seine wahre Identität hält, ist nur ein Traum, der einen davon trennt. Man ist zu einem neugierigen Geschöpf geworden, das die beengende Finsternis des Lebens des Egos freudig akzeptiert und dem feurigen Licht des Lebens der Seele den Rücken zukehrt.

+ Dies ist der erstaunliche Widerspruch des Lebens des Menschen: er  trägt das Göttliche in sich und ist sich doch nur dessen genauen Gegenteils gewahr und wird es nicht müde, hinter ihm herzujagen.   

+ Das ist das Paradoxe an der menschlichen Existenz: Das Ego ist man selbst und das Überselbst ist man selbst, aber das erste kann mit dem zweiten nicht leicht in Berührung kommen.

+ Das kleine Ego ist das einzige Wesen, das man kennt: Das größere Wesen philosophischen BEWUSSTSEINS läge und liegt jenseits seines Fassungsvermögens.

+ Das Ego borgt seine Wirklichkeit, seine Wahrnehmungskraft, seine eigentliche Fähigkeit, gewahr zu sein, von seiner Verbindung mit dem Überselbst.

+ Das Ego ist eine vergängliche Angelegenheit, nicht aber seine Quelle.

+ Höre nicht auf, über die Unterschiede zwischen dem persönlichen Ego und dem unpersönlichen Überselbst nachzudenken, bis du sie in- und auswendig kennst.

+ Jeder  Mensch ist  drei Wesen: eines ein Tier, eines eine menschliche und das dritte eine spirituelle Wesenheit. Innerer  Konflikt entsteht, wenn alle drei tätig sind.

+ Es ist eine ausgezeichnete Frage, die man jedermann stellen sollte, diese Frage „Wer bin ich?“, aber sie wird mit ihrer Schwesterfrage einhergehen müssen, der Frage „Was bin ich?“, wenn die geistigen Versuche des Anfängers, sich eine weniger rätselhafte Antwort zu verschaffen, voll in Gang kommen und unbeschwerlicher sein sollen.

+ Die Antwort auf die Frage „Was bin ich?“ lautet „Eine göttliche SEELE“.  Diese Seele ist mit Gott verbunden und wurzelt in ihm. Aber das setzt uns nicht mit GOTT gleich. Wer das behauptet, geht leichtfertig mit der Sprache um.

+ Es muss ein Ego geben, man braucht es, um in der Welt tätig zu sein; aber es braucht nicht die alleinige Verantwortung für den Menschen zu übernehmen. Es gibt auch noch dieses andere, höhere SELBST.

+ Gewöhnlich ist das Ego das Agens des Handelns. Dies ist offenkundig. Wenn man eine Untersuchung in Gang bringt und seine Quelle und sein Wesen mit Erfolg durchdringt, wird man eine überraschende Entdeckung über das „Ich“ machen. Seine  wahre Energie leitet sich nämlich aus dem Nicht-Ich, dem reinen Sein, ab.

+ Der Wesenskern des Menschen ist vollkommen, nicht aber das Ego des Menschen.

+ Wer ist dieses Wesen im Spiegel? Das reflektierte Bild deines Körpers, kommt die Antwort. Da hab ich`s! Nein, heißt es weiter, der Körper ist nur ein Teil von dir, jener Teil, der das Objekt ist, dem deine Aufmerksamkeit gilt. Was ist mit deinem Gewahrsein von ihm? D u   erlebst ihn doch! Also wer ist diese Wesenheit, die du bist? Um eine weitere Antwort zu erhalten, hielt ich es für notwendig, mich einer zweifachen Aufgabe zu unterziehen. Zuerst musste ich mir, mit großer Sorgfalt in die Tiefe dringend, einen Weg durch ein kleines Stück psychologische Philosophie denken, das im Kern einer arabischen Geschichte versteckt lag, die vielleicht der Vorläufer unseres englischen Robinson Crusoe ist, aber einer höheren Verständnis- und Intuitionsebene entspricht. Es war Ibn Tufails „Erwachen der Seele“ . Zweitens musste ich etwas Grundverschiedenes als das Denken anstrengen, etwas, das ich später die STILLE nannte.

+ Es gibt das persönliche Selbst in mir. Es gibt auch das unpersönliche SELBST oder ÜBERSELBST in mir. Wir können falsch reagieren, durch des Egos beschränkte Sicht – oder das ÜBERSELBST erkennen.

+ Genauso wie das GÖTTLICHE SEIN sowohl GEIST-an-sich als auch GEIST-in-Tätigkeit ist- je nachdem welchen Aspekt wir ins Auge fassen – und auch KRAFT-statisch und KRAFT-dynamisch, so ist sein Strahl im Menschen sowohl REINES SEIN/BEWUSSTSEIN, das als das geistig-tätige Ego erscheint, als auch LEBEN/KRAFT, die als physisch-tätiger Körper in Erscheinung treten.             

Körper und Bewusstsein

+ Weder der  Körper mit seinen Sinnen noch der Geist mit seinen Gedanken ist das höchste und letzte Wesen, das ich bin. Der Körper handelt und der Geist ist in Bewegung, aber dahinter liegt das gedankenfreie GEWAHRSEIN, das PRINZIP des ERKENNENS.

+ Der erste große Irrtum, den es wegzuwerfen gilt, ist ein weitverbreiteter – der Glaube an den leiblichen Körper als das wirkliche Selbst, wo er doch lediglich ein Ausdruck und Kanal, ein Instrument und Träger des Selbst ist.

+ Du hast einen Körper, aber das wirkliche  D u  ist nicht aus Fleisch und Blut. Du hast einen Intellekt, aber das wirkliche Du ist nicht intellektuell. Was bist du dann? Du bist das unendliche Bewusstsein des Überselbst.

+ Das Ego bringt Wünsche und Vorlieben zum Ausdruck, der Intellekt denkt und erinnert sich, die Sinnesorgane des Körpers erleben und nehmen die äußere Welt wahr. Keines von diesen dreien stellt das wirkliche „Ich“-sein eines Menschen dar.

+ Zu oft sagen wir, was wir sind, sind wir von Natur aus und von der Erbmasse her, zu oft lassen wir den wichtigeren Bestandteil des Selbstseins aus, den verborgensten, der am schwersten zu fassen, aber die eigentliche Quelle unseres persönlichen Lebens ist. Dass diese Auslassung durch Unwissenheit zustande kommt oder weil uns kein erleuchtendes Erlebnis widerfährt, stimmt, aber das ist keine  Entschuldigung für unsere Faulheit und Gleichgültigkeit. Denn BEWUSSTSEIN schenkt uns das „Ich“, gibt uns die Welt, den Wachzustand und den Schlaf. Es ist der Stoff, aus dem wir wirklich sind. Aber alles, was wir darüber sagen können, ist, dass wir es mit einem   D i n g   verwechseln, dem irnHh         Hirn aus Fleisch und Blut, und es mit dieser abwertenden Meinung bewenden lassen.

+ Diese Fähigkeit, das Wort „Ich“ auszusprechen – zu begreifen, dass   i c h    ich und kein anderer bin – zeugt für ein Bewusstsein, welches das „Ich“ übersteigt und mich aufrechterhält.

+ Das „Ich“ ist überhaupt  k e i n   Gedanke. Es ist das eigentliche Prinzip des BEWUSSTSEINS selbst, reines SEIN. Es ist weder persönlicher Geist noch physischer Körper, weder Ego noch kleines Selbst. Ohne es könnten sie nicht existieren oder funktionieren.  Es ist ihr Zeuge.

+ Wir alle denken, erleben, fühlen und identifizieren uns mit dem „Ich“. Wer weiß indes wirklich, was es ist? Um das zu tun, müssen wir in den Geist schauen, nicht auf das, was er enthält, wie die Psychologen, sondern auf das, was er an sich ist. Wenn wir durchhalten, können wir vielleicht das „Ich“ hinter dem „Ich“ ausfindig machen.

+ Es wäre ein Fehler zu meinen, in uns gäbe es zwei getrennte Geister, zwei  unabhängige Bewusstseine – das eine der niedrige Ego-Geist, das andere der höhere Überselbst-Geist -, das eine der unbeobachtete Beobachter des anderen. Es gibt nur einen unabhängigen erleuchtenden Geist, und alles andere ist lediglich ein begrenztes Spiegelbild, das in ihm liegt. Das Ego ist eine Gedankenreihe, die von ihm abhängt.

+ Das Geheimnis der Persönlichkeit lässt sich lösen, wenn wir erstens einräumen, dass es nur ein wirkliches Selbst geben kann. Sobald das eingeräumt wird, wird man verstehen, dass alles andere, das den Anspruch erhebt, die Persönlichkeit zu sein, nur ein falsches Selbst sein kann.

+ Wie könnte einer sagen, er erlebe die Welt, wenn er nicht ein von ihr Getrenntes wäre und auf sie einwirken könnte? Aber diese Wahrheit muss sich auch auf den Körper erstrecken, der etwas ist, das ähnlich erlebt und empfunden wird, wenn auch in weniger auffallendem Maße. In seinem Irrglauben identifiziert er sich mit seinem Körper, wo es doch ein erlebendes PRINZIP geben muss, etwas, das fühlt, dass die Welt und der Körper da sind und das deswegen etwas anderes sein muss als sie, etwas, das von ihnen getrennt ist. Dieses PRINZIP kann nur das unerschütterliche SELBST sein, das Wirkliche und Dauerhafte eines Menschen.

+ Wir müssen tatsächlich einen Unterschied machen zwischen dem bewussten Selbst, das so sehr an den Körper gebunden ist, und dem überbewussten Selbst, das die körperlichen Sinne nicht erreichen oder erfassen können.

+ Die normale  Erfahrung veranlasst einen Menschen dazu, sich mit dem Körper zu identifizieren, aber er geht nicht weiter und tiefer  und fragt sich nicht: „Wer ist in diesem Körper vorhanden?“

+ Viel hängt davon ab, welche Bedeutung wir diesem Wort „Selbst“ zuordnen. Wir können ihm eine geringere oder größere, eine oberflächlichere oder eine tiefere, eine falsche oder wahre beilegen.

+ Das höchste und letzte „Ich“ ist nicht das „Ich“ der Sinne oder Begierden, sondern eine tiefere Wesenheit, frei und unverhaftet, heiter und selbständig.+ Die geistige Haltung ist entscheidend. Man mag auf die eine oder auf die andere Einflüsterung eingehen – dass man das schwache Ego ist oder das göttliche Überselbst; es kommt  ganz darauf an, woran man glaubt. + Das letzte Ziel besteht darin, sich    i n   e r s t e r    L i n i e    als ein geistiges Wesen zu betrachten und nicht als ein physisches, darin, diese götzenhafte Identifikation des Selbst mit Fleisch, Blut und Knochen aufzugeben.

Ich-Sinn und Gedächtnis

+ Wie kommt es, dass ich heute im wesentlichen derselbe Mensch bin, der ich gestern war – und es weiß -, dass ich mich an die Ereignisse des letzten  Jahres erinnere? Die Antwort muss lauten, dass es in mir ein dauerhaftes Selbst oder Wesen oder einen dauerhaften Geist gibt, der sich von dessen Gedanken oder Erlebnissen unterscheidet.

+ Das persönliche Ego des Menschen bildet sich aus dem unpersönlichen Leben des  Weltalls wie eine Welle aus dem Meer. Es begrenzt, beschränkt und engt dieses unendliche Leben auf ein kleines, endliches Gebiet ein. Die Welle hat dieselbe  Wirkung auf das Wasser des Meeres. Das Ego schließt so viel von der Macht und Intelligenz aus, die das universelle Wesen enthält, dass es zu einer gänzlich anderen und völlig geringeren Seinsordnung zu gehören scheint. Auch die sich nur an der Oberfläche des Wassers bildende Welle lässt in ihrer winzigen Statur nicht auf die ungeheure Tiefe, Weite und Masse des Wassers schließen.
Haltet euch vor Augen, dass keine Welle aus und für sich selbst existiert, dass alle Wellen unentrinnbar ein Teil des sichtbaren  Meeres sind. Auf dieselbe Weise kann sich ein individuelles Leben nicht vom All- Leben trennen, sondern ist allzeit auf die eine oder andere Weise ein Teil davon. Dennoch wird die Idee der Getrenntheit von Millionen vertreten. Diese Idee ist eine Illusion. Aus ihr rühren deren direkte Sorgen. Das Werk der Suche besteht  einfach darin, das Ego aus seinen selbstauferlegten Grenzen zu befreien, die Welle bewussten Seins sich glätten und in den Gewässern versiegen zu lassen, aus denen sie stieg. Auf diese Weise wird die kleine Welle zu dem unendlichen Überselbst verwandelt.

+ Es ist lächerlich, wenn der Teil des Geistes, der lediglich im persönlichen Bewusstsein, im Ego, liegt, sich anmaßt, den GEIST  an sich zu leugnen – seine eigentliche QUELLE. Denn das Ego ist eingeschlossen in dem, was es erlebt und kennt – ein äußerst beschränktes Gebiet.

+ Ja, wir   s i n d  jenes BEWUSSTSEIN. Aber wir beschränken es auf die Formen, die es annimmt, während wir uns in den Ideen zusammenziehen, die es hervorbringt; wir verkürzen sie und schmälern sie herab auf die Gedanken des Egos.

+ Der Geist muss von seinen falschen Überzeugungen befreit werden. Die Illusion, die ihn am meisten verdunkelt, ist, dass das bekannte Ich wirklich sei. Weil er ein ganzes Leben lang falsch gedacht und geglaubt, sich geirrt, gemutmaßt und gemeint hat, liegt er in Fesseln. Der Ausweg erfordert den Mut, neue Wege zu gehen und eine scharfe Intelligenz, ohne die sich die wahre Identität nicht erfassen lässt. Das persönliche   I c h   trennt sich vom wirklichen  I c h , legt die WIRKLICHKEIT falsch aus, weiß nicht, dass es selbst nur ein Gedanke im ALL-GEIST ist.

+ Selbst untadeliges Verhalten und geschliffene Umgangsformen gehören zum Ego und nicht zur Erleuchtung.

+ Wir nehmen die wirkliche Fähigkeit zu leben und die wirkliche Kraft zu denken aus dem Überselbst. Indes begrenzen wir sowohl die Fähigkeit als auch die Kraft auf eine kleine, bruchstückartige und in der Hauptsache physische Sphäre. In diesen Grenzen sitzt das Ego auf einem Thron, unsere Sinne in seinen Diensten und unsere Gedanken ihm Vorschub leistend.

+ Der Unendliche Geist lässt sich nicht zu einer Person machen, und wir engen ihn nur dadurch auf das Ego ein, dass wir ihn gänzlich aussperren.

+ Wer zum ersten Mal in die philosophische Erfahrung tritt und infolgedessen in die wirkliche Natur des Egos eindringt, entdeckt zu seiner Überraschung, dass es nicht, wie es vorgibt, ein Lebenszentrum, sondern ganz im Gegenteil ein wahres Todeszentrum ist – denn es schmälert, blockiert und sperrt den geheim gehaltenen Lebens-Strom im Menschen völlig aus.

+ Es entstehen und vergehen die Gedanken an der Oberfläche des Bewusstseins genau wie die Wellen auf dem Meer. Sowohl die Gedanken als auch die Wellen verschwinden wieder in ihrer Quelle. Das Ego ist eine Gesamtheit von Gedanken, denen es inbrünstig verhaftet ist und die eine lange, uralte Geschichte hinter sich haben. So löst es sich schließlich auch im universellen Geist auf. Sein stützendes Bewusstsein ist nicht verloren, ist eben jener dauerhafte GEIST. Das persönliche Selbst stellt eine Individualisierung dieses Geistes dar. Es ist nicht aus nichts entstanden, und deswegen kann es bei  seinem Tode auch nicht in nichts zurücksinken; es stirbt und verschwindet in diesem lebendigen Universellen Geist, wird von ihm aufgenommen.

+ Das SEIN kann nicht aufhören; diese Unsterblichkeit ist möglich, weil es universal ist. Aber der Strahl, den es wirft, das kleine persönliche Ego, das   k a n n   aufhören.

+  Wir verwechseln einen Teil des menschlichen Wesens mit dem ganzen und wundern uns dann, warum menschliches Glück so vergänglich und menschliche Weisheit so selten sind.

+ Der niedere Teil des Geistes des Menschen, der berechnet, analysiert, Kritik übt, Vorwürfe macht und organisiert, ist der Teil, der nichts von göttlichen Prinzipien versteht, und daher sind seine Pläne häufig umsonst. Der Mensch hat kein Recht, sich auf den niederen Geist zu beschränken; wenn er das versteht, wird er seine Zukunft in Gottes Hände befehlen und seine wirklichen Bedürfnisse alsbald gestillt sehen.

+ Es ist eine Ironie des Lebens, dass ein Mensch das körperliche Ego deutlich sehen kann, er aber blind ist für das, wovon dessen Existenz abhängt, das Überselbst. Infolgedessen vernachlässigt er es oder schenkt ihm nicht die nötige Aufmerksamkeit und verpasst so viel von der günstigen Gelegenheit, die eine Wiedergeburt für die Förderung seiner inneren Entwicklung darstellt.

+ Das alltägliche menschliche Bewusstsein ist einem  göttlicheren aufgezwungen worden, es versteckt und verdeckt es, indem es alle Aufmerksamkeit des Denkens und Fühlens für sich allein in Anspruch nimmt.

Ego als Gegenwart des Höheren

+ Nur wenn wir tiefer blicken, auf eine andere Ebene, in eine andere Größenordnung, nur dann vermögen wir zu sehen, dass diese klägliche Kreatur, dieser willensschwache, dem Fleisch hörige, vom Ego eingegrenzte Mensch ebenso sehr eine Bekundung des Göttlichen Geistes, ein Fragment der Welt-Idee ist, wie alle anderen Seiner Ausdrücke.

+ Das Ego, an dem er so hängt, ist, so stellt sich auf Nachfrage heraus, nichts anderes als die Gegenwart des Welt-Geistes im eigenen Herzen. Überträgt man die Identifikation durch unablässiges Üben von dem einen auf das andere, dann hat man den Zweck des Lebens erfüllt.

+ Was wir als die Attribute des Egos erkennen, ist ein reflektiertes, beschränktes und wandelbares Bild von dem, was wir im Überselbst  erkennen. Sie hängen letztlich vom Überselbst ab und zwar nicht nur in Hinsicht auf ihre Existenz, sondern auch in Hinsicht auf ihre Natur.

+ Lasst sie nicht so viele Worte über oder gegen unser kleines Ego verlieren, seinen Charakter anprangern oder seine Existenz leugnen; lasst sie vielmehr zu verstehen suchen, was sich wirklich in dessen kurzem Leben abspielt. Lasst sie ausfindig machen, was wirklich in ihm und um es herum ausgefochten wird. Lasst sie erkennen, dass der LENKER DER WELT  mit ihm verwandt ist und wir von der GÖTTLICHKEIT durchtränkt sind, ob wir uns dessen gewahr sind oder nicht.

+ Könnten wir diesen Sinn des „Ich“-seins, der hinter allem steckt, was wir denken, sagen und tun, festnageln und ihn zugleich auch von den Gedanken, Gefühlen und dem leiblichen Körper lösen, dann würden wir die Entdeckung machen, dass er in der höheren Macht, die hinter der ganzen Welt liegt, wurzelt und mit ihr verbunden ist.

+ Das Bewusstsein des Egos ist ein ungeheuer verkleinertes, unermesslich schwaches Echo des ÜBERSELBST-BEWUSSTSEINS. Es wandelt sich unablässig, bis es schließlich vergeht, während das ANDERE  stets gleich bleibt und unsterblich ist. Aber das Ego stammt aus dem ANDEREN und muss zu ihm zurückkehren, die Verbindung ist also vorhanden. Mehr, es besteht auch die Möglichkeit, aus eigenen Stücken und absichtlich zurückzukehren.

+ In weniger fremden, religiösen Worten ausgedrückt, kann man auch sagen, dass Gott in jeden von uns etwas von Sich Selbst gelegt hat. Aber es ist nur als ein Potential vorhanden; wir müssen die nötige Anstrengung machen, uns dessen in zunehmendem Maße bewusst zu werden.

+ Das persönliche Ego hat seine einzigartigen und besonderen Merkmale, seine gegenwärtigen Ziele und vergangenen Erinnerungen, sein Leben in der Zeit, sein eigenes Temperament und seine speziellen Kennzeichen. All dies läuft darauf hinaus: Es ist einzigartig. Die Individualität ist der höchste, feinste, ja sogar göttlichste Teil des Seins. Sie ist nicht in der Zeit. Sie ist reine Substanz, das andere ist eine zusammengesetzte Wesenheit. Für sie zerrinnen die Stunden nicht; für den anderen gibt es eine konstante Reihenfolge, eine Existenz, die von Augenblick zu Augenblick währt. Gelegentlich bekommen die Menschen es kurz zu sehen, dieses andere Selbst, das wirklich ihr eigenes bestes Selbst ist und nicht etwas, das schrittweise erlangt wird, da es auf alle Zeiten zugegen ist. Es hat keine Gedanken, noch braucht es sie.  Jeder Augenblick, den sie dahingeben, sich mit ihm zu identifizieren, ist ihre Erlösung. Wenn dies einen weit weg von Freunden und Verwandten, vom Gespräch mit allen Personen trägt, dann trägt es einen auch zu einer göttlicheren Beziehung und Verständigung mit ihnen.

Vollkommenheit durch Überantwortung

+ Trotz all der vernichtenden Beschreibungen des Egos ist es nicht falsch, sondern lobenswert, die beste Persönlichkeit zu entwickeln, die man entwickeln kann, und sie auch nutzbar zu machen. Ihr Charakter lässt sich läutern, ihre Leidenschaften lassen sich beherrschen, ihre Schwächen sich bezwingen, ihre Unwissenheit sich beheben. Es können neue Tugenden eingeführt und neue Kräfte entwickelt werden. Von einer solchen Persönlichkeit kann und sollte man dann besseren Gebrauch machen, – um des eigenen Vorteils willen und um anderen zu dienen.

+ Alle Erlebnisse spielen in der Entwicklung des ganzen Bewusstseins des Egos ihre Rolle. In den Frühstadien ist diese Entwicklung auf das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen von Dingen beschränkt; aber in den späteren erstreckt sie sich auch darauf, die Dinge zu verstehen. Noch spätere wendet sich des Egos Aufmerksamkeit dem eigenen Selbst zu und lernt das verborgene kreative Prinzip, das es hervorbrachte, durch die intuitive Geisteskraft kennen.

+ Wir sind auf diese Erde gekommen, um  uns selbst zu verstehen, Stück für Stück.

+ Wenn die Philosophie den Menschen einerseits heißt, der Linie der Natur zu folgen und das Ego aufzubauen und alle diese vier Elemente seiner Persönlichkeit – Willen, Denken, Fühlen und Intuition- zur Entfaltung zu bringen, so heißt sie ihn andererseits und paradoxerweise auch, alles Persönliche zu verneinen. Wenn das Ego akzeptiert werden soll, weil man es nicht zerstören kann, so hat man nach wie vor die Pflicht, es zu meistern und die Herrschaft, die es über einen ausübt, zu zerstören.

+ Der Widerspruch in der menschlichen Situation ist ungeheuer. Da muss man das Selbst-Leben aufgeben und doch auch die Selbst-Natur entwickeln. Da muss man die Begierden des Egos zerschmettern und es doch auch in seiner ganzen Fülle sich entfalten lassen.

+ Hört man auf, das eigene Leben aus der engen Sicht des kleinen Egos zu betrachten und betrachtet es statt  dessen aus der weitwinkligen Sicht der Rolle, die es im Wiedergeburtszyklus der Entwicklung spielt, dann wird es sich mit neuen Bedeutungen füllen, reich werden mit höheren Wichtigkeiten. Die persönliche Idee in Gleichklang mit der Welt-Idee zu bringen, wird ihm dann nicht nur eine Pflicht, sondern auch sein Glück.

+ Erst nachdem die körperlichen, intellektuellen, ästhetischen und spirituellen Fähigkeiten des Egos entwickelt worden sind, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, aufzugeben, und nicht vorher! Aber die Selbstigkeit und Disziplinlosigkeit des Egos, die kann und sollte jederzeit aufgegeben werden.

+ Macht das Ego die Entdeckung, dass es ein Teil des Ganzen ist, dann hört es ganz von selbst auf, nur um des eigenen Nutzens willen zu leben und beginnt, auch für den der Allgemeinheit zu leben.

+ Das Ego an sich ist nicht schlecht, was es schlecht zu machen scheint, ist seine Weigerung, das Überselbst, dem es dienen sollte, anzuerkennen und sich ihm unterzuordnen.

Ego wird überantwortet, nicht zerstört

+ Es geht nicht so sehr darum, das Ego zu vernichten, sondern darum, es ins Gleichgewicht mit dem Überselbst zu bringen, denn es ist wichtig zu erkennen, dass es entwickelt werden muss. Dadurch wird ihm nicht die gleiche Macht übertragen, vielmehr wird es dadurch in seine eigentlichen Schranken gewiesen, so wie die Individualität eines Kindes notwendigerweise ins Gleichgewicht mit der der Eltern gebracht werden muss.

+ Sich vom Bewusstsein des Selbst zu befreien, gleich wie kurz, ist eine Leistung, die unmöglich scheinen mag. Aber ihre Behauptung führt häufig zu einem verworrenen Verständnis und muss enger gefasst werden. Sie bezieht sich darauf, dass das persönliche Bewusstsein dem unpersönlichen Überselbst überantwortet wird. In beiden ist eine Art von Selbst vorhanden.

+ Nichts kann das Ego während der Lebzeit des Körpers auslöschen, aber sein Wirken kann sich auf den einen Zweck beschränken: dem Überselbst dienstbar zu sein.

+ Es ist dem Ego beschieden, in der Welt zu leben, seine Bedürfnisse aus seiner Umwelt zu befriedigen. Aus diesem Grunde hat es ein Recht auf seinen Gesichtspunkt. Der Fehler liegt darin, ihn tyrannisch zum einzigen Gesichtspunkt zu machen.

+ Dies bedeutet nicht, dass man das Ego zerstören soll – als ob man das könnte! Nein, es bedeutet, dass man seiner Tyrannei ein Ende machen soll und den persönlichen Willen auf den der Welt-Idee abstimmt.

+ Das Ego kann unterdrückt, aber nicht ausgelöscht werden, was z.B. dann der Fall ist, wenn die höhere Macht von einer Person Gebrauch macht, um eine Botschaft, einen Rat oder eine Offenbarung zu verkünden.

+ Auf jeder Stufe dieser Suche, von der des bloßen Bewerbers, der sie gerade begonnen hat, zu der des wissenden Meisters, ist es vonnöten, das Ego allzeit in Zaum zu halten.

+ Über diese Sache, das Ego, herrscht so viel Verwirrung und wird so ungenau und leichtfertig gesprochen. Man heißt uns, das Ego auszumerzen und das persönliche Selbst auszulöschen. Aber die Tatsache ist, dass wir, solange wir auf dieser Erde weilen, einen Körper und einen Geist benützen und eine ganze Ansammlung von Faktoren, Tendenzen und Wesensmerkmalen erben, die aus früheren Leben stammen und nun zusammen unsere Persönlichkeit bilden. Sie sind und werden solange vorhanden sein, solange wir am Leben sind. Eine völlige Zerstörung des Egos würde notwendigerweise eine völlige Zerstörung des physischen Körpers bedeuten, der ein Teil  von uns ist und die Entfernung unserer speziellen Individualität beinhalten, die uns von anderen scheidet. Das ist nicht möglich, aber es ist möglich, das Ego zu einem Diener des höheren Selbst zu machen, zu einem willfährigen Instrument des höheren Willens.

+ Sich selbst zu leugnen, scheint die Leugnung alles Menschlichen zu bedeuten. Das ist aber nicht notwendigerweise der Fall, außer wir haben es mit einer unausgeglichenen Person oder mit einem Fanatiker zu tun. In Wahrheit entrinnt keiner seiner Menschlichkeit: er erhöht, erniedrigt und verdreht sie nur, oder er lässt sie einfach verkümmern.

+ Die Philosophie macht dem Ego die endgültige Herrschaft über den Menschen streitig, gesteht ihm aber die notwendigen Tätigkeiten des Menschen zu. Wie sonst vermag er in dieser Welt zu leben? Das Ego kann dort bleiben, wo es von Rechts wegen hingehört und für das Wohl des Körpers und Geistes sorgen, aber stets als ein dem höheren Selbst Untergeordnetes und in Gehorsam gegen den höheren Willen.

+ Es stimmt – und stimmt auch nicht – dass wir das Ego nicht mit ins Leben der mystischen Erleuchtung hinaufnehmen können. Das Ego ist schließlich nur eine äußerst beschränkte und häufig verzerrte Spiegelung des Höheren Selbst….. aber es    i s t    eine Spiegelung. Könnten wir es richtig auf das Höhere Selbst einstellen und es ihm Untertan machen, dann würde es kein Hindernis für das erleuchtete Leben darstellen. Solange wir in einem Körper stecken und seine Dienste brauchen, kann das Ego freilich nicht zunichte gemacht werden; aber es lässt sich bezwingen und zu einem Diener machen, es braucht nicht Herr im Hause  zu bleiben. Wenn das klar ist, dann wird man das philosophische Ideal eines voll entwickelten, gemeisterten und reichen, abgerundeten Egos, das als ein Kanal für die Inspiration und Lenkung des Höheren Selbst dient, besser zu schätzen wissen. Ein armseliges Ego bildet natürlich einen beschränkteren Kanal für die Äußerung des Höheren Selbst als ein höher evolviertes. Der wirkliche Feind, den es zu bezwingen gilt, ist nicht die Wesenheit des Ego, sondern das Wirken des Egoismus. 

Das Ego nach der Erleuchtung

+ Wäre ein Mensch imstande, sich so weit von seinem Ego zu entfernen, dass dessen Interessen und Begierden ihn nicht mehr überwältigen könnten, dann ließe er dadurch Frieden in seinem Herzen einziehen. Das wahre Paradies, das eigentliche Himmelreich, das eine unwissende Geistlichkeit auf eine Welt nach dem Tode und dadurch in einer schwer erfassbaren Ferne verschoben hat, ist in Tatsache so nahe bei uns wie unser eigenes Selbst und so gegenwärtig wie der heutige Tag. Wenn wir es betreten sollen, dann können und müssen wir das, solange wir noch im Körper stecken. Es ist weder eine Zeit noch ein Ort, sondern eine Lebenslage und eine Entwicklungsstufe. Es ist das ego-freie Leben. Es wird nicht verlangt, dass das Ego sich zerstört, es wird nur verlangt, dass es sich züchtigt. Das Persönliche in einem Menschen muss leben, indes lediglich als ein Sklave des Unpersönlichen. Diese beiden Identitäten machen sein Selbst aus.

+ Für den Menschen, der in jenem hohen Bewusstsein lebt und sich damit identifiziert, ist das Ego einfach ein offener Kanal, durch welchen sein Sein in die Welt von Zeit und Raum fließen kann. Es ist nicht, wie für den Unerleuchteten, er selbst, sondern ein Anhängsel, das seinem Willen gehorcht und Ausdruck verleiht.

+ Auf eben jener Stufe wird das Ego zu einem bloßen Werkzeug, welches das Überselbst augenblicklich niederlegt oder aufhebt. Es hat keine Gewalt mehr über seine eigenen Gedanken, Emotionen, Begierden oder Gelüste; jene werden stattdessen voll und ganz von der höheren Macht gelenkt.

+ Wenn einem unwiderruflich klar ist und man bis ins Innerste fühlt, dass sein Ego nicht existiert, unwirklich und erfunden ist, wie kann man dann behaupten, man hätte GOTT; WAHRHEIT oder ERLEUCHTUNG  gefunden? Denn dann ist einem genauso klar, dass es niemanden gibt, der diese Behauptung aufstellt. Jene anderen, die es tun, zeigen damit, dass sie immer noch ein Ego haben; infolgedessen bleiben sie nach wie vor draußen vor der WAHRHEIT. Ihr Anspruch auf Erleuchtung wird durch ihre eigenen Worte als falsch abgestempelt.

+ Ja, als eine Individualität, eine getrennte Identität, bleibt das Ego übrig. Aber es wird wiedergeboren, geläutert, demütig vor der höheren Macht, wird in seinen Interessen nicht mehr engstirnig sein, den Menschen nicht mehr tyrannisieren, nicht mehr im Sinne des Wortes egoistisch sein. Denn es darf als ein erleuchtetes Wesen bleiben, keinem Lebewesen eine Gefahr, gutwillig gegen alle Geschöpfe, stets auf ein zeitloses Bewusstsein reagierend, das seine gewöhnliche Persönlichkeit umhüllt. Der kleinere Kreis vermag im größeren weiterzuleben, bis ihn der Tod befreit. Es ist nicht mehr die Quelle der Unwissenheit und des Bösen;    d i e s e s    Ego ist aufgelöst und ausgelöscht. Das neue Wesen ist einfach körperlich, gedanklich und gefühlsmäßig von anderen getrennt, aber nicht von dem universellen, formlosen Wesen hinter ihnen. Dort sind alle eins.

+ Wenn das Individuum im reinen SEIN verschmilzt, was ist dann das Ego, das zu existieren aufhört? Denn der physische Körper bleibt bestehen und muss in die Überlegungen eines Menschen einfließen. Dies ist ein Grund, warum selbst die höchste mystische Errungenschaft integriert und sogar in sein normales Leben als Haushaltsvorstand, Berufstätige oder Intellektuelle eingebaut werden muss. Dann funktioniert man auf drei Ebenen – auf der des Tieres, des Menschen und des Engels -, aber sie passen harmonisch zusammen wie ein getäfeltes Wandmosaik. Wer anders denkt, bringt zwei verschiedene Lagen durcheinander, zwingt dem Wissenden den Sucher auf. Räumt man zum Beispiel nur den Mönchen die Möglichkeit ein, dann setzt man dem GRENZENLOSEN eine Grenze und verkleinert das Gebiet seiner Gegenwart. Denn  der Mensch, der fest im LICHT verwurzelt ist, wird von innen und in ihm handeln, gleich ob er dem Werk der Welt nachgeht, gleich ob er verheiratet ist oder nicht.

+ Ja, es gibt und muss ein Ego geben, wenn wir auf dieser Ebene leben sollen. Indes kann es spirituell wiedergeboren werden und braucht nicht mehr der Tyrann zu sein, der uns unser spirituelles Geburtsrecht und spirituelles Bewusstsein streitig macht, sondern kann eher zu einem Kanal werden, der diesem Bewusstsein dient.                                                                                                                                         + Das Ego wird immer seine Schwierigkeiten haben. Unter immer versteht man die ganzen Jahre von der Geburt an bis zum Tode. Das trifft bei  jedem Menschen zu, wiewohl ein überragender Mensch sie auf eine überragende Art und Weise anpacken wird.                                                                             + Das Ego, die Person, ist nach wie vor vorhanden; wer seine Existenz in Abrede stellt, ist gezwungen, die Existenz des Körpers in Abrede zu stellen und damit seine ganze körperliche Erfahrung. Wäre es nicht besser, weniger irreführend, dem Ego den Platz einzuräumen, der ihm gebührt, und ihm jede Wirklichkeit abzusprechen, die über die einer Idee hinausgeht? 

Reinkarnation

+ Jener Teil des Menschen, der in der materiellen Welt, dem Ego, steckt, sieht sich zum Schluss gezwungen, seine höhere Individualität anzuerkennen und zu ehren, wiewohl sie vielleicht nicht sichtbar und unbekannt ist. Dies erfordert eine Entwicklung durch die Zeit, durch viele Wiedergeburten.

+ Es wäre ein Irrtum zu meinen, das Überselbst sei dasjenige, das sich wieder ins Fleisch begibt. Das ist nicht der Fall. Aber sein Abkömmling – das Ego – das tut es.

+ Unsterblichkeit von der Art, nach der die meisten Menschen sich sehnen, kann in einem Aspekt des Überselbst gefunden werden, der aufgrund seiner historischen und psychologischen Verbindung mit seinem Abkömmling eine gewisse Individualität beibehält. Wenn daher geschrieben steht, dass die Unsterblichkeit des Wahren Selbst verhältnismäßig dauerhaft ist, dann wurde der Begriff „relativ“ vom höchstmöglichen und     n i c h t  vom menschlichen Standpunkt aus benützt. Aus der Sicht des Menschen genügt es und ist es keinesfalls falsch, die Aussage anzunehmen, dass die Unsterblichkeit des Überselbst die wahre, wenn nicht die höchste Unsterblichkeit ist, weil erstere erst einmal erlangt werden muss. 

+ Wie sinnlos es ist, auf die Dauerhaftigkeit und Unsterblichkeit eines Egos zu pochen, dessen innere Natur und äußere Form bereits unzähligen Wandlungen durchgemacht hat, vermag nur der entschlossene Wahrheitssucher einzusehen, der nicht von Illusionen leben will.

+ Ein ewiges Überleben des kleinen Egos, die ganze endlose Zeit hindurch, ist unmöglich, nicht wünschenswert und lächerlich. Aber als eine vorübergehende Stufe ist der Himmel zweierlei: ein Bedürfnis und eine Tatsache.

+ Unsterblichkeit im wahrsten Sinne ist und kann nur die völlige Überantwortung der Individualität sein und die letzte Verschmelzung des kleinen Geistes im Absoluten, Einen Geist.

Der Ich-Gedanke      /     Ich-Sinn und Ich-Gedanke

+ Was wir gewöhnlich für das „Ich“ halten, ist eine Idee, die sich von Jahr zu Jahr wandelt. Dies ist das persönliche „Ich“. Aber was wir am innigsten, als ein unter allen diesen verschiedenen „Ich“-Ideen stets Gegenwärtiges empfinden, das heißt, der Sinn zu sein, zu existieren, das wandelt sich niemals. Eben dies ist unser wahres, dauerhaftes „Ich“.

+ Alles, an das man sich erinnert, ist ein Gedanke im Bewusstsein. Das trifft nicht nur auf Objekte, Ereignisse und Orte zu. Es trifft auch auf Personen zu, auch auf die eigene, auf den, an den man sich erinnert, auf das „Ich“, das ich war. Das bedeutet, dass meine eigene Persönlichkeit, das, was ich „Ich“ nenne, in der Vergangenheit ein Gedanke war, mag er noch so stark und beharrlich gewesen sein. Aber die Vergangenheit war einst Gegenwart. Also bin ich   j e t z t   nicht weniger ein Gedanke. Die Frage ist, was war es, das ich damals hatte und auch jetzt noch habe, ungewandelt, genau das gleiche. Das „Ich“ als Person, das kann es nicht sein, denn das ist jedes Mal auf irgendeine Weise verschieden. Es ist und kann nur „Ich“ als BEWUSSTSEIN sein.

+ Dieses Gefühl des Ichseins mag mit dem  Körper, den Emotionen und Gedanken – deren Totalität das persönliche Ego ausmacht – verbunden sein oder in tiefer Meditation in die Wurzel des Seins, die das Überselbst ist, verlagert werden; oder es mag mit beidem verbunden sein, wenn das eine die Wirklichkeit und das andere ein Schatten von ihr sein wird.

+ Wenn wir das Ego analysieren, stellt sich heraus, dass es eine Ansammlung vergangener Erinnerungen an Erlebtes und zukünftiger Hoffnungen oder Ängste ist, die das Erleben vorwegnehmen. Wenn wir versuchen, es am Schopfe zu packen, es zu isolieren, dann machen wir die Entdeckung, dass es im gegenwärtigen Augenblick nicht existiert, sondern nur in dem, was vergangen ist und dem, was geschehen wird. Tatsächlich existiert es wirklich niemals im JETZT, es erweckt nur den Anschein. Das bedeutet, dass es ein Phantom ohne Substanz ist, eine falsche   I d e e  .

+ Seine erste mentale Handlung besteht darin, dass er sich ins Sein denkt. Er ist der Schöpfer seines eigenen „Ichs“. Das bedeutet nicht, dass das Ego nur seine eigene, persönliche Erfindung ist. Der ganze Weltprozess bringt alles zustande, auch das Ego und des Egos eigene Selbstschöpfung.

+ Unser Gebundensein an das Ego ist natürlich. Es entsteht deswegen, weil wir unbewusst an das hinter ihm Liegende, an das Überselbst, gebunden sind. Nur führt die Unwissenheit dazu, dass wir uns fälschlicherweise ganz auf das scheinbare „Ich“ konzentrieren und das unsichtbare, dauerhafte Selbst, von dem es nur ein vergänglicher Schatten ist, ganz außer Acht lassen. Das in der Zeitreihe lebende oder sich freuende „Ich“ ist nicht das wirkliche „Ich“.

+ Das „Ich“, welches sagt, „ich sehe so und so“ oder „ich fühle so und so“ oder „ich handle so und so“, ist der erste Gedanke, der auftaucht, und auch der letzte, der stirbt. Dieses „Ich“ ist das persönliche Ego. Es kann kein Denken oder Fühlen oder Wollen geben ohne einen vorausgehenden Sinn für die Identität der Person, in der diese Tätigkeiten sich manifestieren. Der Ego-Gedanke ist stets der vorausgehende, aber seine Tätigkeit folgt so rasch, dass sie gleichzeitig scheint. Die mentalen, emotionalen und willensmäßigen Tätigkeiten sind in der Tat ein Ausfluss der eigenen Tätigkeit des Egos – demzufolge kann das Denken, Fühlen oder der Körper nicht wirklich unterjocht oder beherrscht werden, solange das Ego selbst nicht unterjocht worden ist. Ist es das, so folgt der Sieg über sie automatisch. Ist es das nicht, dann unterdrückt ihre Unterjochung zwar ihre Manifestation, lässt ihre Wurzel aber unangetastet. Die Art, diese Wurzel anzugreifen, besteht darin, die Aufmerksamkeit auf die Quelle zu konzentrieren, aus der der Ego-Gedanke entsteht.

Das Existieren des Egos als eine Reihe von Gedanken

+ So rasch folgen unsere Gedanken aufeinander, dass sie in uns das Gefühl von einer bestimmten Persönlichkeit aufrechterhalten, das der Körper uns gibt.

+ Es gibt kein wirkliches Ego, sondern nur eine Reihe von rasch aufeinanderfolgenden Gedanken, die den „Ich“-Prozess ausmachen. Es gibt keine getrennte Wesenheit, die das persönliche Bewusstsein gestaltet, sondern nur eine Reihe von Eindrücken, Ideen, Bildern, die um einen gemeinsamen Mittelpunkt kreisen. Letzterer ist völlig leer; das Gefühl, dass da etwas ist, rührt von einer völlig anderen Ebene her – der des Überselbst. 

+ Wenn festgestellt wird, dass das Ego eine fiktive Wesenheit ist, heißt das, dass es nicht als eine wirkliche Wesenheit existiert. Dennoch existiert es als Gedanke.

+ Identifiziert man sich mit dem Ego als einer wirklichen Wesenheit und nicht als einer Ansammlung von Gedanken und Tendenzen, die es ist, dann hat man sich im Netz der Illusion verstrickt und kann nicht mehr aus ihm heraus.

+ Das Ego ist nur ein Kraftfeld, nicht eine wirkliche Wesenheit aus eigenem Recht. Oder es ist eine Zusammensetzung, die aus Ansammlungen von Gedanken besteht, und nicht ein wirkliches Individuum.

+ Es ist nicht nur, dass der Mensch seine spirituelle Natur nicht kennt, es ist auch das, dass er, und das ist schlimmer, eine falsche Vorstellung von seiner Natur hat. Er hält den Schatten – das Ego – für die Substanz, für das Überselbst. Er hält die Wirkung – den Körper – für die Ursache, für den Geist.

+ Das Ego ist eine in vormaligen Leben, aus Tendenzen, Gewohnheiten und Erfahrungen aufgebaute Struktur, die ein spezielles Muster aufweist. Aber letzten Endes ist das ganze Ding nichts als ein Gedanke, wiewohl ein stark ausgeprägter und fortgesetzter.

+ Es gibt   k e i n e   Wesenheit, genannt Intellekt, Ego, oder persönliches „Ich“ oder individueller Geist, die allein als ein von den Gedanken selbst Getrenntes existierte. Aufgrund  ihrer eingefleischten Haltung, ihrer lebenslangen Überzeugung schreiben die Menschen ihr eine solche vermeintliche Existenz zu. Das ist ein Beweis für die Kraft der Autosuggestion und für die Kraft des Gedächtnisses, ein rein fiktives Wesen zu schaffen. Was es aufrechterhält, und die Wirklichkeit und das Leben, das es hat, ist unecht, unwirklich. Geist als solcher ist ohne alle Gedanken.

+ Alle unsere Gedanken existieren notwendigerweise im Nacheinander der Zeit, aber der Gedanke des Egos ist eine verwickeltere Angelegenheit und existiert auch in Zeit und Raum, weil der Körper Teil des Egos ist. Was immer wir tun, das Ego als solches wird in seiner Existenz fortfahren. Aber wir brauchen uns nicht mit ihm identifizieren; wir können einen gewissen Abstand zwischen uns und ihm schaffen. Je größer er wird, umso unpersönlicher werden wir werden und umgekehrt.

+ Die Züge und Gewohnheiten, körperlichen und mentalen Tätigkeiten, die wir aus unserer Vergangenheit mit herübergebracht haben, setzen sich und erstarren zu dem, was wir unser persönliches Selbst nennen, unsere Individualität, unser Ego. Doch das Leben lässt es nicht zu, dass diese Zusammensetzung mehr als eine zeitweilige ist, und wir hören nicht auf, uns mit der Zeit zu wandeln. Wir wiederum identifizieren uns mit jeder dieser Wandlungen, sind aber stets der Meinung, sie sei unser wirkliches Selbst. Nur wo wir diese Tätigkeiten zur Ruhe kommen lassen und uns für eine kurze Weile aus diesen Angewohnheiten in die Meditation zurückziehen, machen wir zum ersten Mal die Entdeckung, dass sie doch nicht unser wirkliches Selbst ausmachen. Dann stellt sich tatsächlich heraus, dass sie unser falsches Selbst sind, weil wir erst dann das innere Wesen entdecken, das das wirkliche Selbst ist, das sie verstecken und zuschütten. Aber ach, ihre uralte Macht ist so groß, dass wir uns bald wieder von ihnen tyrannisieren lassen und bald wieder der großen Illusion des Egos zum Opfer fallen.

Subjekt – Objekt

+ Der Sinn der Existenz des Egos geht dem Sinn der Existenz der Welt voraus und ruft ihn ins Leben.

+ Das Ego erscheint im GEIST, das Universum erscheint dem Ego; sie bilden zusammen die Subjekt-Objekt Dualität, die ein Merkmal der Gedanken ist.

+ Hinter jeder Tätigkeit eines  Menschen liegt der Ego-Gedanke. Er ist stets mit dem Objekt-Gedanken gekoppelt.

+ Das „Ich“ ist das Erkennende der Außenwelt (der Dinge) und der Innenwelt (der Gedanken). Indes ist es nur ein relativ Erkennendes, weil es selbst nur ein Objekt ist, von dem eine höhere Macht Kenntnis hat.

+ Das Ego, dessen wir uns bewusst sind, ist nicht dasselbe wie der Geist,   k r a f t    d e s s e n    wir bewusst sind. Wer nicht locker lässt, bis er das verstehen kann, öffnet die erste Tür der Wohnstätte der Seele.

+ All euer Denken über das Ego ist notwendigerweise unvollständig, weil es den Ego-Gedanken selbst auslässt. Versucht, ihn mit einzubeziehen, und er entwischt euch. Nur etwas, das das Ego transzendiert, vermag ihn zu begreifen.

+ Der Körper ist in Wirklichkeit ein Objekt für den Geist, der dessen Subjekt ist; und es wird nicht nur der Körper ein Objekt, sondern auch alles, was das Ego denkt oder fühlt. Dass dieses Ego, dieses Subjekt, selbst ein Objekt für einen höheren Teil des Geistes ist, ist ein Punkt, der weniger leicht zu sehen ist, aber unbedingt verstanden werden muss.

+ Das Ego wird das beobachtete Objekt, wenn es schließlich und vollständig im Sinne des Gewahrseins analysiert wird. Es ist nicht mehr das beobachtende Subjekt.

+ Das Ego ist eine Idee, die so vergänglich ist, wie die sogenannten materiellen Objekte, die es wahrnimmt. Sowohl das Ego als auch die Objekte treten zusammen als Gedanken im Universellen Geist auf und brechen miteinander zusammen.

+ Der Welt-Gedanke ist ein Objekt für den Ego-Geist, der dessen Subjekt ist. Aber der Ego-Geist ist selbst ein Objekt: seiner gewahr zu sein bedeutet einfach, des Ego-Gedankens gewahr zu sein.

+ Das Ego ist ein Objekt. Der Geist kennt nur Objekte. Daher kennt der Mensch sich nicht selbst, wo er nur Ego kennt.

Weiterer Inhalt im Werk „Das Ich und die Wiedergeburt“ – Autor: Paul Brunton

Die Psyche:  Ego als Knoten in der Psyche  /  Das „Unterbewusste“  /  List und Verschlagenheit des Egos  /  Abwehrmechanismen  /  Selbstverherrlichung  /  Egoismus, Egozentrizität

Loslösung vom Ego:  Ihre Wichtigkeit  / Warum die meisten es unterlassen  /  Ein rein spiritueller Weg  /  Überantwortung ist unerlässlich  /  Ihre Schwierigkeit  / Das Ego korrumpiert spirituelle Bestrebungen  /  Demut ist vonnöten  /  Sehnsucht nach Freiheit vom Ego /  Die notwendigen Kenntnisse  /  Verfolgung der Spur des Egos bis zu seiner Quelle  /  „Auflösung“ des Egos  /  Gnade ist unerlässlich  /  Wer sucht?  /  Ergebnisse des Sturzes des Egos.

Von der Geburt zur Wiedergeburt

Tod, Sterben und Unsterblichkeit:   Kontinuität, Übergang und Transformation  /  Der Vorgang  des Todes  /  Die Nachwirkung des Todes

Wiedergeburt und Reinkarnation:   Der Einfluss alter Tendenzen  /  Reinkarnation und Mentalismus  /  Ansichten über die Reinkarnation  /  Reinkarnation und das Überselbst

Gesetzmäßigkeiten und Muster der Erfahrung:  Begriffliche Bestimmung von Karma, Schicksal und Geschick  /  Die Rolle des Karma in der Entwicklung des Menschen  /  Das Geschick dreht das Rad  /  Astrologie, Schicksal und Willensfreiheit  /  Karma, die Freiheit des Willens und das Überselbst

Freiheit des Willens, Verantwortung und  die Welt-Idee:  Die Grenzen der Freiheit des Willens  /  Die Freiheit, die wir haben, um uns zu entwickeln  /  Der menschliche Wille in der Welt-Idee.       

 

Erschienene Werke des Autoren Paul Brunton:

Der Weg nach Innen / Augenblicke der Wahrheit / Der Weg liegt vor deinen Füßen / Vom Ich zum Überselbst / Das  Ich und die Wiedergeburt / Das Selbst und die Unendlichkeit / Das Selbst und der Weltgeist / Philosophie als Einweihungsweg / Meditation – Praktische Wege zum Überselbst / Das Überselbst / Karma, Kette von Ursache und Wirkung / Entdecke dich selbst   

 

Unterschiede zwischen dem persönlichen Ego und dem unpersönlichen Überselbst

Texte des Autoren Paul Brunton)

Zitat: „Höre nicht auf, über die Unterschiede zwischen dem persönlichen Ego und dem unpersönlichen Überselbst nachzudenken, bis du sie in- und auswendig kennst.“

+ Das Ego ist das Geschöpf, das dem Handeln und Denken des Menschen entspringt, langsam sich wandelnd und wachsend. Das Überselbst ist das Bild GOTTES, vollkommen, vollendet und unwandelbar. Was er, wenn er sich vollenden will, zu tun hat, ist, dass er das eine durch das andere erglänzen lässt.

+ Das Ego ist schließlich nur eine Idee. Es leitet seine scheinbare Tatsächlichkeit von einer höheren Quelle ab. Das Ego ist eine vergängliche Angelegenheit, nicht aber seine Quelle.

+ Es gibt das persönliche Selbst in mir. Es gibt auch das unpersönliche SELBST oder ÜBERSELBST in mir. Wir können falsch reagieren, durch des Egos beschränkte Sicht – oder das ÜBERSELBST erkennen.

+ Wir müssen tatsächlich einen Unterschied machen zwischen dem bewussten Selbst, das so sehr an den Körper gebunden ist, und dem überbewussten Selbst, das die körperlichen Sinne nicht erreichen oder erfassen können.

+ Das höchste und letzte „Ich“ ist nicht das „Ich“ der Sinne oder Begierden, sondern eine tiefere Wesenheit, frei und unverhaftet,  heiter und selbständig.

+ Das letzte Ziel besteht darin, sich    i n   e r s t e r   L i n i e   als ein geistiges Wesen zu betrachten und nicht als ein physisches, darin, diese götzenhafte Identifikation des Selbst mit Fleisch, Blut und Knochen aufzugeben.

+ Das persönliche Ego des Menschen bildet sich aus dem unpersönlichen Leben des Weltalls wie eine Welle aus dem Meer.

+ Das „Ich“ ist überhaupt   k e i n   Gedanke. Es ist das eigentliche Prinzip des BEWUSSTSEINS selbst, reines SEIN. Es ist weder persönlicher Geist noch physischer Körper, weder Ego noch kleines Selbst.

+ Das Werk der Suche besteht einfach darin, das Ego aus seinen selbstauferlegten Grenzen zu befreien, die Welle bewussten Seins sich glätten und in den Gewässern versiegen zu lassen, aus dem sie stieg. Auf diese Weise wird die kleine Welle zu dem unendlichen Überselbst verwandelt.

+ Es ist lächerlich, wenn der Teil des Geistes, der lediglich im persönlichen Bewusstsein, im Ego, liegt, sich anmaßt, den GEIST an sich zu leugnen – seine eigentliche QUELLE. Denn das Ego ist eingeschlossen in dem, was es erlebt und kennt – ein äußerst beschränktes Gebiet.

+ Das SEIN kann nicht aufhören; diese Unsterblichkeit ist möglich, weil es universal ist. Aber der Strahl, den es wirft, das kleine persönliche Ego, das   k a n n   aufhören.

+ Aus Sicht des Menschen genügt es und ist es keinesfalls falsch, die Aussage anzunehmen, dass die Unsterblichkeit des Überselbst die wahre, wenn nicht die höchste Unsterblichkeit ist, weil erstere erst einmal erlangt werden muss.

+ Was wir als die Attribute des Egos erkennen, ist ein reflektiertes, beschränktes und wandelbares Bild von dem, was wir im Überselbst erkennen. Sie hängen letztlich vom Überselbst ab und zwar nicht nur in Hinsicht auf ihre Existenz, sondern auch in Hinsicht auf ihre Natur.

+ Das Ego an sich ist nicht schlecht, was es schlecht zu machen scheint, ist seine Weigerung, das Überselbst, dem es dienen sollte, anzuerkennen und sich ihm unterzuordnen.

+ Nichts kann das Ego während der Lebzeit des Körpers auslöschen, aber sein Wirken kann sich auf den einen Zweck beschränken: dem Überselbst dienstbar zu sein.

+ Die Philosophie macht dem Ego die endgültige Herrschaft über den Menschen streitig, gesteht ihm aber die notwendigen Tätigkeiten des Menschen zu. Wie sonst vermag er in dieser Welt zu leben? Das Ego kann dort bleiben, wo es von Rechts wegen hingehört und für das Wohl des Körpers und Geistes sorgen, aber stets als ein dem höheren Selbst Untergeordnetes und in Gehorsam gegen den höheren Willen.

+ Für den Menschen, der in jenem hohen Bewusstsein lebt und sich damit identifiziert, ist das Ego einfach ein offener Kanal, durch welchen sein Sein in die Welt von Zeit und Raum fließen kann. Es ist nicht, wie für den Unerleuchteten, er selbst, sondern ein Anhängsel, das seinem Willen gehorcht und Ausdruck verleiht.

+ Auf eben jener Stufe wird das Ego zu einem bloßen Werkzeug, welches das Überselbst augenblicklich niederlegt oder aufhebt. Es hat keine Gewalt mehr über seine eigenen Gedanken, Emotionen, Begierden oder Gelüste; jene werden stattdessen  voll und ganz von der höheren Macht gelenkt.

+ Es wäre ein Irrtum zu meinen, das Überselbst sei dasjenige, das sich wieder ins Fleisch begibt. Das ist nicht der Fall. Aber sein Abkömmling – das Ego – das tut es.

+ Dieses Gefühl des Ichseins mag mit dem Körper, den Emotionen und Gedanken – deren Totalität das persönliche Ego ausmacht – verbunden sein oder in tiefer Meditation in die Wurzel des Seins, die das Überselbst ist, verlagert werden; oder es mag mit beidem verbunden sein, wenn das eine die Wirklichkeit und das andere ein Schatten von ihr sein wird.

+ Tatsächlich existiert es wirklich niemals im JETZT, es erweckt nur den Anschein. Das bedeutet, dass es ein Phantom ohne Substanz ist, eine falsche   I d e e.

+ Nur führt die Unwissenheit dazu, dass wir uns fälschlicherweise ganz auf das scheinbare „Ich“ konzentrieren und das unsichtbare, dauerhafte Selbst, von dem es nur ein vergänglicher Schatten ist, ganz außer Acht lassen. Das in der Zeitreihe lebende oder sich freuende „Ich“ ist nicht das wirkliche „Ich“.

+ Es gibt kein wirkliches Ego, sondern nur eine Reihe von rasch aufeinanderfolgenden Gedanken, die den „Ich“-Prozess ausmachen. Es gibt keine getrennte Wesenheit, die das persönliche Bewusstsein gestaltet, sondern nur eine Reihe von Eindrücken, Ideen, Bildern, die um einen gemeinsamen Mittelpunkt kreisen. Letzterer ist völlig leer; das Gefühl, dass da etwas ist, rührt von einer völlig anderen Ebene her – der des Überselbst.

+ Das Ego erscheint im GEIST, das Universum erscheint dem Ego; sie bilden zusammen die Subjekt-Objekt Dualität, die ein Merkmal der Gedanken ist.

+ Das Ego, dessen wir uns bewusst sind, ist nicht dasselbe wie der Geist,   k r a f t    d e s s e n  wir bewusst sind. Wer nicht locker lässt, bis er das verstehen kann, öffnet die erste Tür der Wohnstätte der Seele.

  Persönliches Ego

+ Eine Idee   / Eine vergängliche Angelegenheit
+ Ist persönliches Selbst  / Ist kleines Selbst
+ Ist Ich der Sinne und Begierden
+ Ein physisches Wesen
+ Ist persönliches Bewusstsein
+ Existiert in der Zeit
+ Lebt nur während der Lebzeiten des Körpers 
+ Ist ein Phantom ohne Substanz
+ Existiert niemals im JETZT
+ Ist nicht das wirkliche „Ich“
+ Keine getrennte Wesenheit, nur Ideen, Bilder
+ Identifikation mit Fleisch, Blut und Knochen
+ Bildet sich aus dem unpersönlichen Leben des Weltalls
+ Kennt nur ein äußerst beschränktes Gebiet
+ Hat dem Überselbst zu dienen und unterzuordnen
+ Ist einfach ein offener Kanal, ein bloßes Werkzeug
+ Begibt sich wieder ins Fleisch
+ Ein Schatten  der Wirklichkeit
+ Ist nicht der Geist, kraft dessen wir bewusst sind

Unpersönliches Überselbst

+ Bild Gottes
+ Seine Quelle ist unvergänglich
+ Tiefere Wesenheit, frei und unverhaftet
+ Geistiges Wesen
+ Kein Gedanke, Prinzip des Bewusstseins, reines Sein
+ Egos eigentliche Quelle
+ Existiert in der Zeitlosigkeit
+ Ist unsterblich, weil universal
+ Ist Wurzel des Seins
+ Begibt sich nicht wieder ins Fleisch
+ Ist die lebendige Wirklichkeit
+ Ist der Wesenskern des Menschen
+ Ist der Punkt, wo der Mensch dem UNENDLICHEN begegnet
+ Ist das wahre Selbst des Menschen
+ Ist das göttliche Selbst und die unzerstörbare Seele
+ Ist geburts-, zeit- und ortlos
+ Ist universell und gleichzeitig individuell
+ Ist das inwendige Christus-Selbst
+ Ausstrahlung aus der göttl. Wirklichkeit                                            
                                                                             

K a r m a / S c h i c k s a l / G e s c h i c k

Begriffliche Bestimmung

Im Karma finden wir einen Schlüssel zu vielen Rätseln der zeitgenössischen Geschichte. Es ist eine Lehre, die uns darauf aufmerksam macht, dass der Kokon unseres heutigen Gewandes größtenteils aus Gedanken und Taten besteht, die wir während längst vergangener Erdenleben und der heutigen Wiederverkörperung aus uns selbst gesponnen haben. Nun eignet sich diese Lehre ebenso sehr für die Geschichte ganzer Völker wie für die Geschichte eines einzigen Individuums. Ihre natürliche Folge ist, dass unser Charakter und unser Verstand sich jahrhundertelang mühselig abplagen; einige sind alt und verfügen über die reiche Erfahrung einer ehrwürdigen Vergangenheit, aber die meisten sind jung, uneinsichtig und unbeherrscht. Ihre Lektion ist, dass die wandelnden Gezeiten öffentlichen Schicksals und privaten Glücks nicht sinnlos sind. Im Gegenteil, sie fordern unsere philosophische Betrachtung heraus, damit wir verstehen können, wie versäumte Pflichten oder ausgemachtes Unrecht die versteckte Wurzel unserer Schwierigkeiten darstellen. Jene, die das Gesetz des Karmas richtig und nicht falsch, als ein äußerliches, unabhängiges Schicksal verstehen, sondern als eine Kraft, die wir ursprünglich durch unsere Taten in Gang gesetzt haben, verstehen auch, dass Schmerzen eine wichtige Rolle im Leben eines Menschen spielen. Sie sind eher erzieherisch als vergeltend. Verdiente Bestrafung ist wirklich eine grobe Form von Erziehung. Die Nachdenklichen lernen aus ihren Schmerzen und fassen den festen Entschluss, dieselbe Sünde oder denselben Fehler nicht noch einmal zu begehen.

+ Was eine höhere Kraft gefügt hat, muss geschehen. Aber was ein Mensch aus eigener Kraft geschaffen hat, vermag er zu ändern oder rückgängig zu machen. Das erste ist Schicksal, das zweite Geschick. Das eine kommt von außerhalb des persönlichen Egos, das andere aus den eigenen Fehlern. Der evolutionäre Wille seiner Seele ist ein Teil der Natur der Dinge, aber auf die Folgen der eigenen Handlungen kann er, wenn auch ein bisschen, weiterhin Einfluss nehmen.

+ Die richtige Bedeutung des Wortes „Karma“ ist: gewolltes Handeln durch Körper, Sprache und Geist. Es beinhaltet nicht die Ergebnisse dieses Handelns, insbesondere nicht jene, die zur Wiedergeburt führen oder einen Einfluss auf sie nehmen. Zwar ist diese erweiterte Auslegung des Begriffes üblich geworden, aber sie weist einen ungenauen Umgang mit ihm auf. Karma ist durch den Willen in Gang gesetzte Ursache und auf keinen Fall Wirkung. Daher ist der Ausdruck „Gesetz der Vergeltung“ unzulänglich, und es bedarf eines besseren.

+ Die Wirkweisen des Vergeltungsgesetzes werden durch ein Mittel ausgeführt, das genauso über den menschlichen Verstand hinausgeht wie die meisten anderen Wirkweisen des hinter ihm liegenden Welt-Geistes. Sie sind nicht Schritt für Schritt durchdacht, sondern treten genauso plötzlich mit einem einzigen zauberhaften Schlag auf, wie das Ergebnis einer Rechenaufgabe auf dem Ziffernblatt einer elektronischen Rechenmaschine.

+ Eine Lehre, die die Macht hat, Menschen von niederträchtigen Handlungen abzuhalten oder sie zu tugendhaftem Verhalten anzuregen, und das nicht durch Angst vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, sondern dadurch, dass sie die Menschen davon überzeugt, dem GUTEN um des Guten willen folgen zu müssen, ist sowohl für die Gesellschaft als auch für das Individuum wertvoll. 

+ Wenn das  Leben ein Schauspiel darstellt, das auf der Bühne dieses Planeten aufgeführt wird, damit wir (und andere) unsere Rolle in ihm zu spielen vermögen, dann ist das Karma das Publikum, der Zeuge des Ganzen. 

+ Ereignisse, die uns geschehen, sind nicht notwendigerweise karmisch in dem Sinne, dass wir sie verdient haben. Sie können auch eine nicht-karmische Quelle haben. Nichts, was wir körperlich getan haben, rief sie hervor, indes sind sie das, was wir in diesem Augenblick für unsere Charakterbildung oder unser Leistungsvermögen, unsere Entwicklung oder Maßregelung benötigen. Beide Arten sind vom Schicksal verhängt. In diesem Sinne sind sie GOTTES Wille.

+ Das   G e s c h i c k   des Menschen ist alles, was ihm geschieht, ob selbstverdient oder von einer höheren Macht bestimmt. Das  S c h i c k s a l  eines Menschen ist die spezielle, nämlich gefügte Art von Geschick und daher jenseits seines Einflusses.

+ Das Geschick des Menschen ist ein allzeit potentiell Existierendes, es wartet nur auf den günstigen Augenblick, in dem es sich zu Recht offenbaren mag.

+ Geschick folgt Tendenz. Was wir sind, veranlasst uns, in eine bestimmte Richtung zu gehen. Die Philosophie fasst das Ende aus dem Anfang ins Auge.

+ Diese Lehre wird nicht als ein Trost für gepeinigte Menschen angeboten; sie wäre tatsächlich ein ärmliches Allheilmittel. Sie wird deswegen angeboten, weil wir keine andere sehen, die ihre Wahrheit besitzt, auch wenn sie hart ist.

+ Es herrscht zwischen den entscheidenden Gedanken, Taten und Erfahrungen in unserem Leben ein unausweichliches Gleichgewicht. Und dieses Gleichgewicht tritt dort zutage, wo man es am wenigsten erwartet – in der sittlichen Sphäre. Unsere Vergehen erzeugen Schmerzen, nicht nur für andere, sondern in erster Linie für uns selbst. Das Gute, das wir wirken, erzeugt einen Widerhall von Glück. Wir können der Wirkweise dieses subtilen Gesetzes moralischer Verantwortung nicht entrinnen. Die Ursache ist der oberste Punkt eines Rades, dessen niedrigster die Folge. Dies trifft kollektiv ebenso sehr zu wie individuell. Wenn ein Volk zum Beispiel fest davon überzeugt ist, dass die Vorstellung von Gut und Böse etwas Falsches ist, dann besiegelt sie den eigenen Untergang. Wir haben das im Falle des deutschen Volkes erlebt. Der moralische Grundsatz ist nicht ein Hirngespinst des Menschen. Es ist eine göttliche Wirklichkeit.

+ Es wäre ein Irrtum, Karma von der universellen Kraft zu trennen und es als eine unabhängige Kraft zu behandeln. Dieser Irrtum ist der Grund, warum die Rolle, die es bei der Manifestierung des Kosmos spielt, so schwierig zu verstehen ist. Behandelt Karma eher als einen Aspekt GOTTES und als ein von  GOTT  nicht zu Trennendes oder als eine der vielen Arten, auf die sich GOTTES Gegenwart zu manifestieren vermag.

+ Das durch den Willen des Menschen erzeugte Karma, ist der Abwandlung durch den Menschen unterworfen. Das Schicksal, ein von GOTT Gefügtes, ist es nicht. Die allgemeine Tatsache des Todes ist ein Beispiel für das Schicksal, und in diesem Sinne stimmt die Zeile des Dichters James Shirley, die besagt: „Es gibt keinen Panzer gegen das SCHICKSAL.“ Aber an der speziellen Tatsache des Todes, seinem Zeitpunkt und seiner Art, kann man vielleicht etwas ändern.

+ Wenn es stimmen sollte, dass der  Lauf des Lebens vorherbestimmt ist, bedeutet das nicht, dass es notwendigerweise willkürlich vorherbestimmt ist. Nein – das wirklich Entscheidende in eurem Leben sind die guten und schlechten Charaktereigenschaften, die Entwicklung oder mangelnde Entwicklung eurer Gaben und die Entscheidungen, die ihr beiläufig oder aus Vernunftgründen getroffen habt. Zwischen Lebensführung und Folge, zwischen Denken und Umgebung, zwischen Charakter und Geschick besteht eine unentrinnbare Gleichung. Und diese ist Karma, der  Grundsatz von der schöpferischen Gleichwertigkeit.

+ Das Geschick wirkt nicht blind und unintelligend, willkürlich und feindlich gegen uns, wie die meisten von uns zu glauben geneigt sind, wenn wir uns durch einen Zyklus von ungünstigem Karma quälen. Im Gegenteil. Es ist das Wirken der Absoluten Weisheit selbst.

+ Die Vorstellungskräfte sind unerschöpflich und unaufhörlich. Es liegt in der Natur des Geistes, dass eine Idee zu anderen führt, weil das Wesen des Geistes selbst dynamisch ist. Karma ist das Gesetz, das die zwei verbindet.

+ Es wirken die Dinge nach ihrer Natur. Die Welt-Idee zeichnet die Tätigkeiten auf eine geheimnisvolle Weise auf und wirft deren passende Nachwirkungen zurück; und das sowohl bei Dingen wie auch bei Menschen. Es singt ein jeder von uns einen Ton ins Universum hinaus, und das Universum antwortet uns in derselben Tonart.

+ Wo ein Mensch von Unglück heimgesucht wird, zu dessen Ursache er selbst allen Anschein nach nichts beigetragen hat, wo er die schlechten Karten, die ihm das Geschick zugerspielt hat, auf keine Weise zu verdienen scheint, da bleibt ihm keine andere Wahl, als es auf die Taten und Gedanken eines früheren Erdenlebens zurückzuführen oder auf die notwendige Erziehung seiner inneren Natur durch sein höheres Selbst.

+ In Wirklichkeit steht ein jeder Mensch vor Gericht. Das Leben selbst ist sein Richter – die Wirkung des Karma, die Unwissenheit oder KIugheit der Mitmenschen, die Stimme des Gewissens und die Fähig- oder Unfähigkeiten der eigenen Persönlichkeit.

+ Das Leben schuldet euch nur, was ihr ihm gegeben habt.

+ Karma ist der König, der diese Erde regiert.

+ Das Leben hat keinen wirklichen Zweck für das wahre Selbst des Menschen; es ist nur weiter und weiter gegangen. Der Mensch lebt und lebt, aber das eiserne Gesetz vom AUSGLEICH hält Wache darüber, lässt Wirkung aus URSACHE entstehen, gut oder schlecht, und passt die guten oder schlechten Taten des Menschen den Folgen an.

+ Es wird die Handlung, die einen  Gedanken vollendet, von der Natur unter dem Deckmantel des Karma auf den Urheber zurückgeworfen. Dieser Sicht zufolge trägt man die Verantwortung für sich selbst. Man kann sie nicht auf irgendeine menschliche Einrichtung, wie z.B. die Kirche, übertragen oder auf irgendein anderes menschliches Wesen, wie z.B.  auf einen Guru oder Heiland.

+ Das Karma ist eine unpersönliche Kraft. Es lässt sich nicht durch Gebete beeinflussen, wie das angeblich bei einem Persönlichen Gott der Fall sein soll.

+ Bei ihrer Abrechnung über Glück oder Unglück vergessen die Leute gewöhnlich die sittlichen Werte, die aus jeder Erfahrung gewonnen wurden. Hat ein Mensch aber ein gewisses Maß an Verständnis für solche Dinge entwickelt, dann wird er die Wahrheit der persönlichen Verantwortlichkeit unwillkürlich in dieses Licht bringen, nicht lediglich als ein intellektuelles Dogma, sondern als eine tiefempfundene Überzeugung.

+ Es obliegt einem, nicht nur die Folgen einer Handlung, sondern auch die Folgen einer Einstellung oder Ansicht vorauszusehen.

+ Er kann sich selbst oder andere hinters Licht führen, aber nicht die Macht des Karma. Vor ihr muss er sich für seine Taten verantworten und ihre gerechte Auswirkung hinnehmen. Es gibt keinen anderen Weg für ihn.

+ Jene, die nicht aus den richtigen Reflexionen über ihre Erfahrungen lernen wollen, werden aus den Fußtritten lernen müssen, die ihnen ihr neues, erzeugtes Karma versetzt.

+ Aus unserer Untersuchung des Karma-Gesetzes mögen wir den Schluss ziehen, dass ein Mensch heranreifen, erwachsen werden muss und die Pflicht hat, die Verantwortung für seine Handlungen, Entscheidungen, Emotionen und sogar für seine Gedanken tragen zu lernen. Er ist es, der dafür verantwortlich ist, welche Ideen, und besonders welche Impulse, er annimmt und welche er unbeachtet vorübergehen lässt oder von sich weist.

+ Alle, die diesen höheren Grundsätzen keine Beachtung schenken und insbesondere die, die das Gesetz vom Karma verspotten, öffnen einem Vulkan unter ihnen Tür und Tor.

+ Karma bürdet jedem Menschen eine gewisse Verantwortung auf – dem Philosophen nicht weniger als dem Primitiven, da gibt es keinen Unterschied.

+ Der Mensch, der sich einbildet, er könne ohne Rücksicht auf irgendwelche vermeintlichen höheren Gesetze durchs Leben gehen und seine vielfältigen Angelegenheiten regeln, läuft hinter einer Illusion her. Irgendwo oder irgendwann muss er aufwachen, das lässt sich nicht vermeiden.

+ Ein Leben, das nicht auf dieses höhere Ziel zusteuert, ein Geist, der keinerlei Interesse hat, am Überselbst-Bewusstsein teilzunehmen – von diesen Versäumnissen wird sich ein Mensch sowohl während seines leiblichen Mietverhältnisses als auch während seines Lebens nach dem Tode in aller Stille gerügt sehen.

+ Es ist größtenteils ihre eigene Schuld, dass die Menschen unter ihrem eigenen Karma zu leiden haben. Aber das ist kein Grund, warum wir zur Seite treten und sie ihrem Los überlassen sollten.

+ Jeder von uns trägt ein gewisses Maß an Verantwortung für sich selbst: keiner von uns hat das Recht, sich ihrer unter dem Vorwand zu entledigen, dass das Schicksal alle Dinge beherrsche, lenke und einrichte.

+ Wo sich die Menschen beklagen, das Leben bringe ihnen das Schlimmste, da sollten sie innehalten und sich fragen, ob sie sich innerlich darauf vorbereitet haben, etwas Besseres als das Schlimmste zu empfangen. 

+ Zu viele beschweren sich, dass das Schicksal nicht gerecht sei und es mit seinen untragbaren Schwierigkeiten auf sie abgesehen hätte, dass ihnen mehr Unglück widerfahren sei, als sie ertragen könnten, und dass das gute Leben, das sie geführt hätten, nichts nütze gegen eine so komische Missgunst. Tatsache ist nicht, dass sie besonders gequält worden sind, sondern dass  sie es sich selbst eingeredet haben!

+ Selten behandeln wir das Schicksal gerecht. Verlaufen die Dinge auf eine Weise, die uns nicht passt, so lehnen wir das Ansinnen, dass es unsere Schuld ist, ab und machen unser bitteres Schicksal dafür verantwortlich. Verlaufen sie aber günstig, dann rechnen wir es uns selbst als Verdienst an! 

+ Es muss ein jeder fühlen, denken, handeln und sprechen. Indes nimmt nicht ein jeder die Folgen dieser Vorgänge, ob nah oder fern, geschwind oder langsam, wahr. Alle, die sich für ein falsches Ziel oder eine gemeine Begierde entscheiden, sehen sich gezwungen, die Folgen ihrer Entscheidung zu ertragen. In jeder bösen Handlung liegt eine schmerzliche Rückwirkung verborgen. Der Vorgang ist lawinenartig. Jede Handlung stiftet eine andere, die bergab geht. Jede Abweichung von der Rechtschaffenheit erschwert die Rückkehr.

+ Unter dem Vorwand, dass das Schicksal unerbittlich sei, hilflos über das eigene Los zu jammern, bedeutet, sich zum Sklaven zu ernennen. Woher kam dieses Schicksal? Es ist einem nicht willkürlich aufgezwungen worden. Sein Macher kann kein anderer sein als die Person, die sich beklagt. Daher ist er auch derjenige, der es  wieder rückgängig zu machen vermag.

+ Wenn die Ursache seiner Schwierigkeiten nicht entfernt wird, wird sie mit der Zeit zu neuen Wirkungen führen und der Last, an der er jetzt zu tragen hat, ein zusätzliches Elend aufbürden. Es werden alle seine sogenannten Ausflüchte vor ihnen solange illusorisch sein, solange diese Ursache wirkt.

+ Auf jedes intellektuelle Vergehen und auf jeden sittlichen Fehltritt steht eine spirituelle Strafe, gleich, ob eine weltliche darauf steht oder nicht. Für einen besteht sie darin, dass er die Wahrheit nicht kennen kann; für den anderen darin, dass er nicht glücklich zu werden vermag.

+ Wenn die Menschen wüssten, dass das Gesetz des Ausgleichs genauso wirksam ist wie die Gesetze ihres Landes, dann würden sie fraglos besonnener werden.

+ Man sollte die Leute daran erinnern, dass Ursache und Wirkung ebenso viel im moralischen Reich herrschen wie im wissenschaftlichen. Man sollte sie von Kindesbeinen dazu erziehen, diesen Grundsatz in ihren Überlegungen zu berücksichtigen. Man sollte in ihnen das Gefühl wecken, dass sie verantwortlich sind, wo sie Ursachen in Bewegung setzen, die Leid heraufbeschwören oder Schwierigkeiten nach sich ziehen oder zu Enttäuschungen führen. 

+ Wenn die Menschen zu der Einsicht gelangen, dass das Gesetz des Ausgleichs nicht weniger wirklich ist als das Gesetz der Anziehungskraft, dann werden sie ungeheuer gewinnen.

+ Karmisch gesehen, sind Sünden unterlassener Handlungen ebenso wichtig wie Sünden begangener Taten. Was wir hätten tun sollen, aber nicht getan haben, zählt auch als ein Karma schaffendes Element.

+ Derselbe Mensch, der für unsere Fehler verantwortlich ist,  ist auch an unserem Elend schuld.

+ Wenn die  Karma-Lehre (der Grundsatz des Ausgleichs) die Menschen mit dem Glauben durchdringt, dass es keinesfalls auf dasselbe hinausläuft, ob ihr Benehmen gut oder schlecht ist, wenn sie ihren Sinn für moralische Verantwortlichkeit wachrüttelt, kann niemand ihren praktischen Wert bestreiten.

+ Hat sich ein Mensch das Gesetz von den Folgen erst einmal zu Herzen genommen, dann wird er einen anderen nicht willentlich oder wissentlich verletzen; und das in erster Linie deswegen, weil er sich selbst nicht wird verletzen wollen.

+ Es ist vordringlich, dass der moderne  Mensch sich dieser Tatsache der eigenen Verantwortung für sein Schicksal bewusst wird, und er darf nicht danach trachten, sie einem launenhaften GOTT oder dem blinden Zufall aufzubürden. Insofern er sich etwas Schlimmes aufgeladen hat, sollte er dessen Gerechtigkeit ruhig hinnehmen, seine Vergehen gestehen, seine Taten widerrufen und sein Verhalten ändern.

+ Wenn uns diese Wahrheit in Fleisch und Blut übergegangen ist, wenn wir demütigen Herzens eingestehen, dass alles menschliche Leben dem Einfluss des Gesetzes der Folgen unterliegt, beginnen wir, aus der Tugend eine Notwendigkeit zu machen.

+ Aus karmisch-langfristiger Sicht schafft jeder von uns seine eigene Welt und Atmosphäre. Daher haben wir unser Wohlbefinden oder Elend auch nur uns selbst zu verdanken. Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass die gegenwärtige richtige oder falsche Benützung unseres freien Willens unmittelbar jetzt über die Bedingungen und äußeren Umstände zukünftiger Leben entscheidet.

+ Es ist absurd die Idee vom Karma so zu behandeln, als ob sie irgendein abstruses orientalisches Hirngespinst wäre. Sie ist einfach das Gesetz, das jeden Menschen für die eigenen Handlungen verantwortlich macht und ihn in die Lage versetzt, ihre Auswirkungen hinzunehmen. Wir mögen sie das Gesetz der Eigenverantwortung nennen. Die Tatsache, dass sie mit der Wiederverkörperungstheorie verknüpft ist, tut ihrer Gültigkeit keinen Abbruch, da sich seine Wirkung in unserer gegenwärtigen Inkarnation nur allzu oft nachweisen lässt.                                                                                                                                                     + Törichte Handlungen schaden dem Leben eines Menschen und mögen auch dem Leben anderer schaden. Bösartige Handlungen fordern ihn als ihr erstes Opfer, denn irgendwann wird er entweder noch zu Lebzeiten oder nach dem Tode moralisch und, falls karmisch gerechtfertigt, körperlich leiden.

+ Da es offensichtlich stimmt, dass die Macht der Ereignisse über euch bestimmt ist von dem Grad ihrer Auswirkung auf euer Denken und Fühlen, muss auch stimmen, dass die Beherrschung des Denkens und Fühlens zu einer wunderbaren Unabhängigkeit vom Auf und Ab des Glücks führt. Lasst ihr zu, dass euer Leben gänzlich von den Gefahren und Zufällen äußerer Geschehnisse gelenkt wird, statt von eurer Intelligenz, dann bringt ihr es in Gefahr. Unsere äußeren Schicksalsschläge sind Symbole und Symptome unserer inneren Unzulänglichkeiten. Für jeden selbst-geschaffenen Schmerz und jedes selbst hingenommene Übel gibt es einen vermeidbaren Schmerz und ein vermeidbares Übel. Das Ausmaß, zu dem euch Ereignisse verletzen können, mag nicht gänzlich von euch abhängen. Wenn ihr die Kraft hättet, euren Egoismus mit einem einzigen Schlag zu zermalmen, und die Einsicht, die Maske einer langen Reihe von Ursache und Wirkungen zu durchdringen, dann würdet ihr entdecken, dass die Hälfte eurer äußeren Sorgen auf innere Charakterfehler und –Schwächen zurückzuführen ist. Jedes Mal wenn ihr die niedrigen Attribute eures inneren Charakters an den Tag legt, beschwört ihr ihr Spiegelbild in äußeren Ereignissen herauf. Auf euren Zorn, euren Neid und Widerwillen werden, wenn sie stark und lang genug anhalten, schließlich Schwierigkeiten, Feindschaften, Reibereien, Verlust und Enttäuschungen folgen. Ja, wenn ihr das erste Geheimnis des Schicksals verstehen wollt, solltet ihr verstehen, dass seine Fügungen nicht von einer außerhalb eurer selbst liegenden Macht beschlossen werden, sondern von eurem eigenen tieferen Selbst.

+ Wird die westliche  Denkweise die Vorstellung vom Karma jemals gelten lassen? Ich habe keinen Zweifel daran. Und zwar deswegen, weil sie die Idee von der Wiedergeburt wird gelten lassen müssen, die, ist sie erst einmal angenommen, die Karma-Lehre als ihren Zwilling einführen wird.

+ Wenn wir uns die Masse der Menschen betrachten, dann  m ü s s e n  wir an die Lehre vom Fatalismus glauben. Sie trifft auf sie zu. Sie sind den Zwängen ihrer äußeren Lebensbedingungen unterworfen und kämpfen deshalb wie Tiere ums Überleben, weil sie nicht so weit vom Tierreich, dem Gebiet ihrer früheren Wiederverkörperungstätigkeit, entfernt sind. Sie reagieren wie Roboter unter einer erdrückenden karmischen Last, leben wie Puppen, den blinden universellen Trieben der Natur gehorchend. Aber das ist nicht das Ende der Geschichte. In Wahrheit ist es nur der Anfang. Denn hier und da taucht aus der Menge einer auf, einer, der im Begriff ist, ein Individuum zu  w e r d e n  , der sich schöpferisch zu einem voll-menschlichen Wesen ausbildet. Für ihn stellt jeder Tag ein neues Erleben dar, ist jedes Erlebnis einzigartig, ist jeder morgige Tag nicht mehr das völlig unvermeidliche und absehbare Erbe aller gestrigen. Er ist im Begriff, aus der versklavenden Tierhaftigkeit und Fatalität erlöst zu werden, in voller Menschlichkeit und Schöpferkraft.

Die Rolle des Karma in der Entwicklung des Menschen

+ Das, was uns auf eine gewisse Weise zu handeln zwingt, ist zum Teil der Druck der Umwelt und zum Teil die Einflüsterung der eigenen Vergangenheit. Manchmal ist das eine stärker, manchmal das andere. Indes liegt die Wurzel des ganzen Problems in unserem Denken. Wenn man es richtig schult, befreit uns das größtenteils von beiden Zwängen.

+ Mit der Zeit lernen wir alles, was uns geschieht, als den Willen des Allerhöchsten Vaters hinzunehmen, und aus diesem Grunde jammern oder klagen wir nie über unser Missgeschick. Das in vergangenen Geburten erschaffene Karma ist wie ein Schuss aus einer Pistole; wir können ihn nicht rückgängig machen und sind gezwungen, die Folgen zu ertragen. Haben wir uns indes erst einmal dem Spirituellen Lehrer überantwortet, dann leitet uns dieser und hindert uns daran, noch mehr schlechtes Karma abzufeuern.

+ Wiewohl  Karma dadurch beschlossen ist, was ein Mensch faktisch tut, setzt es sich auch aus lang Gedachtem und tief Empfundenem zusammen.

+ Will einer seine schlechten Taten nicht bereuen, nicht Ersatz leisten, wo er anderen Unrecht zugefügt hat, nicht versuchen, sein Denken und Handeln zu ändern und besser zu machen, dann muss sein schlechtes Karma (Vergeltung) seinen unerbittlichen Lauf nehmen.    + Erst wenn einer imstande ist, das eigene Los unpersönlich und ohne Murren zu beurteilen, vermag er die Fähigkeit zu entwickeln, das Geheimnis seines Geschicks zu verstehen und warum es eher diesen und nicht einen anderen Lauf genommen hat.

+ Wenn man ein Philosoph wird, wird man stark genug werden, sein Schicksal mit Ergebenheit zu ertragen, falls sich herausstellt, dass man es nicht abschwächen kann oder darf. Demnach sieht man sich nicht gezwungen, emotional den inneren Frieden zu verraten, den man sich mit so viel Mühe erkämpft hat, weder aufgrund von Kummer noch aufgrund von Leid, weder aufgrund des Bösen, das andere anrichten, noch aufgrund ihrer üblen Nachreden.

+ Wir müssen das Fahrenlassen lernen, müssen lernen, das freiwillig aufzugeben, was uns das Geschick wegnehmen will und muss. Eine so ergebene Bejahung stellt  die einzige Weise dar, auf die man inneren Frieden zu finden vermag, den einzigen wirksamen Weg, der zu dauerhaftem Glück führt. Wir müssen aufhören, unser individuelles Eigentum und unsere individuellen Beziehungen als etwas auf alle Zeiten Gegebenes zu betrachten.

+ Dann wird man sehen, dass das Ego nicht sein wahres Selbst ist, dass das Böse und die Irrtümer, die es stiftet, die vermeidbaren Ursachen vermeidbarer Sorgen sind.

+ Dem einen mag die durch ein und dieselbe Krankheit erzwungene Untätigkeit Langeweile oder Verzweiflung bringen, dem anderen mag sie literarische Entdeckungen oder spirituelle Erweckungen bringen. Den ersten mag sie schnell geistig abstumpfen lassen, den zweiten dagegen geradezu dazu anregen, über Leben, Leid und Tod nachzusinnen.

+ Beim gestalten unserer Zukunft kommt aus dem gemischten und gegensätzlichen Charakter der Gedanken, Gefühle und Wünsche, die uns zur Gewohnheit geworden sind, ein gemischtes Ergebnis zustande. Daher mögen gerade unsere Ängste ihr Schärflein zum Zustandekommen unerwünschter Dinge beitragen. Hier liegt ein Vorteil positiver Gedanken und klarer Entscheidungen in unserer Haltung gegenüber der Zukunft.

+ Mit der Beobachtung unseres Gedankenlebens, dem Ausschließen des Schädlichen und der Pflege positiver Ideen, ganz und gar auf die höheren Gesetze bauend, leiten wir tatsächlich Vorgänge ein, die in unserem äußeren Leben früher oder später eine Verbesserung bewirken.

+ Klug ist jener, der die vergangenen Jahre sichtet, durchkämmt und sich zu eigen macht, davon aber nur die Lehren, Ratschläge, Warnungen und Ermutigungen nimmt. Auf diese Weise befreit er sich von vielen.

+ Ihm obliegt es, sich die vereinte Vernunft und Intuition, das heißt, die Intelligenz, zunutze zu machen, um im Muster von einigen der äußeren Ereignisse des eigenen Lebens das Handwerk des  Karma zu unterscheiden.

+ Das Leben ist größtenteils das, wozu wir es durch unsere Art, wie wir über es nachdenken, machen. Wie wichtig also, Irrmeinungen im Geist auszumerzen und an ihre Stelle die Wahrheit zu setzen! Wie anders wäre unser Geschick, wenn wir diese Notwendigkeit anerkennen und uns stets danach richten würden.

+ Euer Karma erfährt eine Beschleunigung: alles vollzieht sich bis zu einem gewissen Grad schneller. Dies ist für eine Weile vonnöten und zwingt verschiedene Teile des Denkens und Charakters, tätig zu werden, womit ein rascherer Fortschritt heraufbeschwört werden soll. Bedenkt, wie viel ihr seit Beginn dieser Untersuchungen geleistet habt. Schaut zurück auf eure ehemalige geistige Verfassung.

+ Selbst absichtliches Nichthandeln schafft eine karmische Folge, da gibt es kein Entrinnen. Es birgt eine versteckte Entscheidung,  n i c h t   zu handeln und stellt daher eine Form des Handelns dar!

+ Es sieht sich das Gesetz der Vergeltung nicht durch die vom Skeptiker angeführten Fälle hartgesottener, rücksichtsloser Individuen, die das Leben anderer zerstören und so zu Macht und Reichtum gelangten, aufgehoben oder widerlegt. Über das Glück oder Wohl solcher Individuen lässt sich nicht allein anhand ihrer Bankkonten oder ihrer sozialen Stellung urteilen. Untersucht auch ihre leibliche Gesundheit, ihr geistiges Wohlergehen, ihr Gewissen auf der Stufe des Traumes, den Zustand ihres häuslichen Lebens und ihrer Familienbeziehungen. Untersucht auch ihre nächste Inkarnation. Dann, und nur dann, lässt sich die Anwesenheit oder Abwesenheit dieses Gesetzes richtig beurteilen.

+ Das Karma wartet auf den rechten Augenblick, erst dann rechnet es ab; da seine Abrechnungen periodisch und in Gruppen erfolgen, erklärt sich, warum Glück und Unglück so oft einen offensichtlichen zyklischen Verlauf nehmen.

+ Karma ist wirklich neutral, obschon seine Wirkweisen in den Augen des menschlichen Beobachters belohnend oder strafend sind.

+ Andere nicht zu verletzen, liegt sowohl im eigenen wie im Interesse jener. Denn wenn man sie verletzt, schafft man Ursachen, die zum Schluss auf eine rätselhafte kosmische Wirkweise zu einem folgerichtigen Schmerz führen. 

 + Die meisten lernen die praktische Lebensweisheit nicht auf die leichtere Weise. Sie hören nicht auf die wahren Seher, die weitblickenden Weisen, die inspirierten Propheten. Es gibt einen härteren Weg, einen Weg für den sie sich deswegen entscheiden, weil er sowohl ihre tierischen Instinkte als auch ihre selbstsüchtigen Zwecke anspricht. Deshalb müssen sie bei der Notwendigkeit in die Schule gehen – das heißt aus unerbittlichen, selbstverschuldeten äußeren Umständen, aus dem Karma zu lernen.

+ Der Mensch herrscht über diese Erdkugel, aber die Götter herrschen über ihn. Zieht sie bei eurer sterblichen Abrechnung in Betracht.

+ Es wird die Frage gestellt werden: Warum sollen die Unschuldigen wegen der Handlungen schlechter Menschen leiden? Ihre Unschuld gehört zur Gegenwart; von ihren vergangenen bösen und falschen Handlungen wissen wir nichts!

+ Über kurz oder lang spiegeln sich die Irrtümer und Störungen in seinem Bewusstsein, in seinem allgemeinen Geschick und äußeren Lebensbedingungen wider.

+ Die Ereignisse und Umgebungen, die ein Mensch auf sich zieht, entsprechen zum Teil dem, was er ist und was er tut (individuelles Karma), zum Teil dem, was er braucht und anstrebt (Evolution) und zum Teil dem, was die Gesellschaft, Rasse oder Nation, zu der er gehört, tut, braucht und anstrebt (kollektives Karma).                                                                                                            + Das Werk des Karma aus früheren Leben tritt meistens bei der Geburt und im Säuglingsalter, der Kindheit und während der Jugendzeit zutage. Das im gegenwärtigen geschaffene, tritt meistens nach Erlangung der Reife im Erwachsenenalter ein. 

+ Durch unsere Bestrebungen beschwören wir die Zukunft herauf. Wir ernten die Folgen unseres Denkens, Fühlens und Handelns. Die Natur hat keine Lieblinge, aber sie setzt uns unsere Verdienste vor.   
+ Eines Menschen Sünden sind das Ergebnis der Grenzen seiner Erfahrung, Fähigkeiten und Kenntnisse.

+ Der Lauf des Karmas ist nicht unabänderlich vorherbestimmt. Es mag über Ausweichmuster verfügen. Sieht sich eine böse Tat nicht auf eine andere Weise vergolten, dann wird sie stets in Form einer Krankheit vergolten. Es wäre aber unsinnig, daraus den Schluss zu ziehen, alle Krankheiten seien das Ergebnis von schlechtem Karma. Wenn wir ein ungesundes Leben führen, ist die dadurch hervorgerufene Erkrankung das Karma unserer gegenwärtigen Unkenntnis oder hygienischen Unvorsichtigkeit, nicht notwendigerweise die Buße für moralische, in anderen Leben begangene Fehler.

+ Zieht euch das Karma schließlich zur Rechenschaft, dann werdet ihr nicht anhand der Zeugnisse gerichtet, die andere über euren Charakter ausstellen, ob sie nun gut oder schlecht ausfallen, sondern anhand der Motive, die ihr in eurem Herzen fühlt, anhand der Einstellungen, die in eurem Denken beschlossen sind und anhand der Taten, die eure Hände verrichten.

+ Es lässt sich das Karma eines Menschen nicht mit dem Maßstab der Welt bemessen. Klugheit ist allzeit ein Vermögen wert, und Güte bietet einen nachhaltigen Schutz. Jene, die für den unmittelbaren Augenblick leben, die unmittelbare Freude, mögen sich dessen nicht bewusst sein; aber jene, die auf das Endergebnis warten, das letzte und höchste Ereignis, wissen um diese Wahrheit. Wie könnte es auch anders sein in einem UNIVERSUM, in dem unendliche Intelligenz und unendliche Güte die Gesetze geschaffen haben, die das Geschick der Menschheit lenken!

+ Das Karma einer Denkgewohnheit oder einer Tat wird erst dann wirksam, wenn es ausgereift ist. Die dazu benötigte Zeit ist jeweils verschieden.

+ Karma drückt sich durch Ereignisse aus, die Zufälle zu sein scheinen. Indes sind sie das nur an der Oberfläche.

+ Der moralische Irrtum, der einen Menschen zu der Annahme verleitet, er könnte sein Glück aus dem Elend anderer bauen, lässt sich nur kraft einer Erkenntnis der Wahrheit vom Karma zerstören.

+ Nicht zur rechten Zeit richtig zu handeln, mag seine eigenen karmischen Folgen zeitigen.

+ Spirituell Ungebildete sind in einem großen Maß die Schmiede ihres eigenen Unglückes.

+ Für eine Handvoll von Glücklichen ist das Leben eine Freude, die sich hier und da durch Schmerz getrübt sieht. Für die vielen Unglücklichen ist es ein Schmerz, den die Freude etwas mildert. Für den seltenen Weisen ist es ein ewig fließender Strom fröhlicher Heiterkeit.

+ Dergestalt ist das Schicksal, dass es manchmal den Menschen das Gewünschte gibt, damit sie es durch diese Erfahrung schließlich gerechter zu beurteilen lernen. Dann haben sie die Gelegenheit, einen Blick auf die nachteilige Seite dieser Erfahrung zu werfen, woran sie ihre Sehnsucht nur allzu oft zu hindern weiß. Das Schicksal ist auch dergestalt, dass es sich umkehrt und die Erfüllung der Wünsche anderer vereitelt. Durch diese Vereitelung mögen sie lernen können, dass wir nicht hier sind, um unseren engen Egoismus zu befriedigen, sondern auch, und in erster Linie, dazu, den größeren Zweck zu erfüllen, der in der Welt-Idee gestaltet ist.

+ Das GESETZ kennt kein Erbarmen, aber es ist nicht starr: es passt die Strafe der evolutionären Stufe des Menschen an. Der Sünder, der mehr weiß und sich der Tatsache, dass er sündigt, bewusster ist, muss mehr leiden. 

+ Kennt der Mensch die Ergebnisse seiner Handlungen, dann hat er die Gelegenheit, den Wert jener Ideen zu erkennen, die zu diesen Handlungen geführt haben. Anders gesagt heißt das, die Erfahrung wird, vorausgesetzt er lässt sie gewähren, Verantwortung bringen und Verantwortung Entwicklung.

+ Das Leben versucht nicht, die Menschen entweder glücklich oder unglücklich zu machen. Es versucht, sie verstehen zu lehren. Ihr Glück oder Unglück kommt als ein Nebenprodukt ihres Verständnisses oder Unverständnisses.

  + Der moderne Kampf ums Dasein ist nichts Neues. Es ist derselbe Himmel und dieselbe Welt vorgeschichtlicher Zeiten. Die Szenen sind nur in den Einzelheiten geändert, die Schauspieler, die Männer und Frauen, bleiben dieselben, sind jetzt indes erfahrener. Es war schon immer das Los der Menschenrasse, unablässig kämpfen zu müssen.

+ Jede menschliche Existenz hat irgendwann einmal ihre Schwierigkeiten oder Reibereien. Erstere entspringen dem Element des Geschicks, von dem die menschliche Freiheit umgeben ist, zweitere entspringen dem die menschlichen Beziehungen durchdringenden Element des Egoismus.                                                                                                                                                              + Die schmerzhaften Elemente in eurem Geschick sind das Maß eurer eigenen Schwächen und Fehler. Die Übel in eurem Verhalten und eurem Charakter spiegeln sich in den Schwierigkeiten wider, die euch widerfahren.

+ Während das Karma seinen eigenen Zweck erfüllt, kann es nicht umhin, auch einen anderen und höheren zu erfüllen; es beschert uns, was für unsere Entwicklung wesentlich ist.

+ Man trifft im Laufe eines Lebens viele falsche Entscheidungen, hat unter ihren Folgen zu leiden und lernt die Lektionen dieser Ergebnisse. Ist man willens, sie zu lernen, dann werden  sie rascher, vollständiger und bewusster gelernt; ist man es nicht, dann nur teilweise, langsam und unterbewusst.

+ Wenn man ihm für die Verletzungen, die er anderen zugefügt hat, Gerechtigkeit angedeihen lässt, wenn seine falschen Handlungen in Schmerzen für ihn selbst enden, dann mag er diese Wahrheit zu lernen beginnen – dass nur das GUTE  wirklich zu siegen vermag.         + Menschen, die durch die eigene Kleinheit gebunden sind, die kein Interesse an der  WAHRHEIT haben und sie nicht zu sehen vermögen, die von kindlichen Zielen beherrscht werden und von kleinlichen Sehnsüchten – ihr Weg ist lang und langsam: es ist der Weg der Schule des Karma.

Das Geschick dreht das Rad

+ Ist uns klar, dass keine Phase währen kann, dass das Glück uns niemals auf Dauer in seinem  ungetrübten Sonnenschein wird ruhen lassen, dann sind wir zum nächsten Schritt bereit. Und der besteht darin, nach innerem Frieden zu suchen.

+ Einige Ereignisse in der Zukunft lassen sich nicht vermeiden, entweder weil sie aus Handlungen von Menschen folgen, die sich charakterlich nicht bessern, ihre geistigen Fähigkeiten nicht weiterentwickeln, ihre Kenntnisse nicht vertiefen, mit denen sie das körperliche Leben regiert.

+ Die Zyklen des Geschickes kehren periodisch wieder, für Individuen und für Völker. Der Besonnene sieht den bevorstehenden Zyklus voraus und lässt sich weder durch unglückselige noch durch gedeihliche Umstände überwältigen, sondern erträgt die einen gut und die anderen mit Gleichmut. 

+ Innerlich und äußerlich ist uns ein gewisser Schicksalsbogen vorgezeichnet, der sich erfüllen muss – das wissen wir aus Erfahrung. Vergeblich ist der Versuch, diesen Bogen zu überschreiten zu suchen; weise die Ergebenheit, die in seinen Grenzen bleibt. Uns obliegt es, ihm die Hauptrichtung zu überlassen, die unser mentales und körperliches Leben einschlagen muss. Die Gedanken, die uns am meisten bewegen, und die Ergebnisse, die uns hauptsächlich widerfahren sollen, sind bereits auf den Linien des Bogens verzeichnet. Dem haftet indes nichts Willkürliches an, denn die Gedanken und Ereignisse sind miteinander verknüpft, und beide zusammen sind weiter verknüpft mit einer inneren Geburt in der langen Reihe, aus der das menschliche Leben auf diesem Planeten besteht.

+ Es walten die Gezeiten des Glückes und der äußeren Umstände, deren Ebbe und Flut das Leben des Menschen umspülen. Es herrschen Zyklen des Wandels, denen wir folgen und mit denen wir unsere Pläne und Tätigkeiten in Einklang bringen müssen, wenn wir ohne Reibungen leben und vermeiden wollen, unsere Kräfte für unnütze Kämpfe zu verschwenden. Wir müssen lernen, zu welchem Zeitpunkt wir weiter drängen und uns an die Spitze der Gezeiten stellen sollen und zu welchem wir den Rückzug antreten und ablassen sollen.

+ Der menschliche Wille mag seine Sicherheit bis ins Detail planen, aber das menschliche Geschick wird etwas dazu zu sagen haben. Es gibt kein individuelles Leben, das so sicher ist, dass es ohne Risiko wäre.

+ Nachdem wir alle diese verschiedenen Ursprünge und Einflüsse aufgezählt haben, die uns zu dem machen, was wir sind, wäre es eine Übertreibung, wenn wir behaupten würden, dass sie uns unerbittlich und unabänderlich dazu machen. Wir sind nicht dazu verdammt, das Spielzeug aller dieser Kräfte zu sein. In jedem menschlichen Wesen liegt ein geheimnisvoller X-Faktor, den er, wenn er den Wunsch hat, anrufen kann. Die Tatsache, dass es so wenige tun, bedeutet lediglich, dass sie sich aus Unwissenheit dazu verurteilen, so zu bleiben wie sie sind.

+ Es ist gewiss, dass unser sterbliches Geschick aus willkommenen und unwillkommenen Umständen oder Ereignissen besteht. Es gibt kein menschliches Wesen, dessen Muster nicht so schachbrettartig wäre – nur ist die Anzahl der schwarzen und weißen Quadrate nicht gleich, und sind die Proportionen von Person zu Person verschieden. Es tut weh, diese Dualität von Schmerz und Freude einzugestehen, diese Vergänglichkeit, die jedes Glück bedroht; aber diese Wahrheit ist unanfechtbar, wie Buddha wusste und lehrte.

+ Ob man die Geburt in kärglichem Schmutz oder palastartigem Glanz antritt, am Ende wird man doch wieder auf die eigene SPIRITUELLE Stufe kommen. Zugestanden, die Umwelt ist ein mächtiges Hindernis oder eine mächtige Hilfe, aber die Prämissen des SPIRITUELLEN sind noch mächtiger und schließlich UNABHÄNGIG VON IHR.

+ Niemand ist verraten worden, weder von GOTT noch vom Leben. Wir haben zu den tragischen Ereignissen unserer Zeit beigetragen und haben sie bis zu einem gewissen Grad verdient.

+ Es ist völlig unrichtig zu sagen, wir seien von unserer Umwelt geschaffen. Richtig ist zu sagen, dass sie uns bedingt, unterstützt oder hindert, indes ist das nur eine Halbwahrheit. Wir tragen in uns ein Bewusstsein, das in verschiedenen Punkten und in verschiedenen Eigenschaften nicht abhängig ist von all den Einflüsterungen der Umwelt und gelegentlich sogar in völligem Widerspruch zu ihnen steht. Denn latent besitzen wir vom ersten Tag auf Erden an gewisse Neigungen und Abneigungen, Begabungen für die eine und nicht die andere Denk- und Handlungslinien, Anlagen, deren Summe, wie sie sich offenbaren und dann entwickeln, unsere Persönlichkeit ausmacht. Freilich braucht ein solcher Vorgang notwendigerweise Zeit. Biologische Vererbung leistet einen ganz bestimmten Beitrag zu diesem Ergebnis, aber der Beitrag früherer Inkarnationen ist sehr viel größer.

+ Gesicht, Gehirn und Gestalt werden teilweise von seinem Geschick geformt, teilweise von seinen Charakteranlagen und geistigen Eigenschaften.

+ Die schlechte Umwelt  s c h a f f t  nicht den schlechten Charakter. Sie streicht ihn heraus und begünstigt seine Entwicklung. Die Schwächen waren bereits latent vorhanden.

+ Der Mensch, der ein  Kind reicher Eltern ist, mag große Talente haben, sie aber nie benützen. Sie mögen mit ihm sterben, weil er nie den Ansporn der Not verspürt hat. Unzureichende oder mäßige Mittel mögen einem Menschen einen Antrieb geben. Je schlimmer die Armut umso  größer der Antrieb. Dies ist eine harte Predigt, aber für einige ist sie eine wahre.

+ Ihr wollt, dass die Entfaltung eures äußeren Lebens mit euren Vorstellungen übereinstimmt. Wenn ihr aber nicht zu eurer inneren Harmonie mit GOTT gefunden habt, wird es trotz aller eurer Bemühungen niemals dazu kommen.

+ Körper und Geist des Menschen erben seine Vergangenheit, und der Körper kann sich nur in den durch dieses vergangene Karma auferlegten Grenzen frei bewegen, genau wie ein Goldfisch sich nur in den Grenzen seiner Wasserkugel frei bewegen kann. 

+ Es mag seine Bestimmung sein, in einer gewissen Umgebung zu leben, aber wie er sich von ihr beeinflussen lässt, das ist nicht vorherbestimmt.

+ Karma wirkt ebenso sehr im Geschick großer, mächtiger Nationen wie im Geschick armer, unwichtiger Menschen.

+ Offensichtlich hat die göttliche Vorsehung bedeutende Menschen geschaffen, die körperlich abstoßend, untersetzt, verkrüppelt, buckelig oder lahm etc. waren, um die Masse eine nicht zu übersehende Lektion zu erteilen, dass die Menschen nicht nur nach ihrer äußeren Erscheinung zu beurteilen sind, sondern vielmehr nach ihrem inneren Wert.         

+ Weil der GEIST hinter dem Leben des Universums unendlich weise ist, gibt es für alles, was uns geschieht, immer einen Grund. Deswegen ist es besser, sich gegen ungünstige Ereignisse nicht aufzulehnen, sondern zu versuchen, den Grund zu erforschen, warum es sie gibt. Es mag trösten, anderen die Schuld dafür anzulasten, aber es wird nichts nützen. Wenn wir in uns hineinblicken und dort nach den Ursachen suchen, tun wir den ersten Schritt, der Notlage ein Ende zu machen; blicken wir hinaus, dann mögen wir sie unnötigerweise verlängern.                                     

+ Karma bezieht sich nicht nur auf das Individuum, sondern auch auf Gruppen, auf Gemeinden, Städte und Länder, ja sogar auf ganze Erdteile. Man kann dem Rest der Menschheit nicht auf die eine oder andere bestimmte Weise entrinnen. Alle sind miteinander verbunden. Man mag sich, wie das fast alle tun, einbilden, man könne sein eigenes Leben führen und die anderen ihrem Los überlassen, aber das ist ein Irrtum, den die Erfahrung früher oder später aufdeckt. Letztlich sind alle  e i n e  große Familie. Das lehrt uns die Reflexion über die Erfahrung. Und wenn man über die WAHRHEIT nachdenkt, wird man schließlich lernen, dass alle, als das ÜBERSELBST, eine Wesenheit sind – wie die Arme und Beine eines einzigen Körpers. Daraus folgt, dass man das Wohl anderer in gleichem Maße bedenken muss wie das eigene, und zwar deswegen, weil sich die Aufgabe des Karma nicht nur darauf erstreckt, das Individuum zu lehren, sondern auch darauf, der Menschheit  e n          m a s s e  die endgültige und höchste Lehre von ihrer Einheit beizubringen. Wenn man diese Idee auf den letzten Krieg bezieht, sieht man, dass er teilweise (und nur teilweise) das Ergebnis der Gleichgültigkeit der reichen Völker gegen die ärmeren, der gut regierten Völker gegen die schlecht regierten war, das Ergebnis jener auf Isolation bedachten Stimmung, dass im eigenen Land alles stimmt und es zwar bedauerlich ist, wenn andere im Argen liegen, es aber doch ihre eigene Angelegenheit ist. Kurzum, kein einziges Land vermag wirklich zu gedeihen und glücklich zu sein, solange eines seiner Nachbarländer von Elend und Armut geplagt wird; ein jeder ist seines Bruders Hüter.

+ Was Tradition, Familie, Gesellschaft und Umgebung ihm in Form von Überzeugungen, Ideen, Bräuchen, Kultur und Sitten hinterlassen haben, mag der Überarbeitung bedürfen, neu untersucht, gesichtet und manchmal sogar hinausgeworfen werden müssen.           

+ Bei Untersuchungen über die Vergeltung (Karma) stellt sich heraus, dass die Menschheit nicht nur für das bezahlen muss, was sie falsch gemacht hat, sondern auch für das, was sie nicht gemacht hat. Solche Versäumnisse rühren größtenteils daher, dass die überaus persönliche Sicht des Menschen ihn dazu veranlasst, den Charakter von Ereignissen in erster Linie danach zu beurteilen, wie sie sich auf die größere Familie auswirken, deren Mitglied er ist. Wir alle arbeiten an einer gemeinsamen Aufgabe. Dies ist der unausweichliche Schluss, der sich uns mitteilt, sobald man die Wahrheit versteht, dass die Menschheit eine organische Einheit ist.  

+ Aus meinen weltweiten Beobachtungen habe ich diese grundlegende Lehre gezogen, dass Heraklit völlig Recht hatte, als er schrieb: „ Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.“ 

+ Charakter ist die Wurzel des Geschicks. Ein schlechter Charakter muss zu einem schlechten Geschick führen.

+ Wohin der Mensch auch geht, er trägt nach wie vor den eigenen Geist, das eigene Herz, den eigenen Charakter mit sich herum. Sie sind die wirklichen Urheber seiner Schwierigkeiten. Nichts Äußeres wird diese Schwierigkeiten ändern, solange er sein seelisches Leben, das heißt sich selbst, nicht zu ändern beginnt. 

+ Sein Charakter existiert bereits bei seiner Geburt, indes ist er jetzt durch Umgebung, Erfahrung und karmische Ereignisse etwas abgewandelt.   

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Aus „ Das Ich und die Wiedergeburt“ – Autor: Paul Brunton 

Intuition, Inspiration, Überselbst (Höheres Selbst/Seele)

Intuition, der Anfang

+ Die spirituelle Natur lässt sich nur spirituell entdecken – nicht intellektuell, nicht emotionell und mit Sicherheit nicht körperlich. Eine derartige spirituelle Entdeckung kann man nur auf dem Wege der Intuition machen.

+ Wo das Ego nur glaubt, weiß die Intuition eindeutig.

+ Es gibt eine vermittelnde Wesenheit, die sich aus dem besten Teil des Egos und dem Kontaktpunkt mit dem Überselbst zusammensetzt. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie den höheren Geist, das Gewissen oder die intellektuelle Intuition nennen.   

+ Intuition kommt vom und führt zum Überselbst.

+ Um sich einen Weg zu den größten Wahrheiten zu bahnen, ist es nicht genug, nur den Intellekt nutzbar zu machen, auch wenn er noch so scharf ist. Verquickt ihn mit der Intuition: Dann habt ihr Intelligenz. Wie aber entfaltet man die Intuition? Indem man tiefer vordringt und die lärmenden Gedanken stillt.   

+ Die Intuition sagt uns,  w a s  wir tun sollen. Die Vernunft   w i e . Die Intuition weist die Richtung und gibt ein Ziel vor. Die Vernunft zeigt eine Karte, auf welcher der Weg dorthin verzeichnet ist.     

+ Die Intuition braucht nie nach Wahrheit zu hungern. Während der Intellekt sich auf seiner Suche nach ihr verzehrt, weiß und fühlt die Intuition bereits darum.

+ Intuition ist aus dem eigenen Selbst, das heißt, aus dem Innern geschöpfte Wahrheit – sei es eine praktische oder spirituelle -, während der Intellekt seine Schlüsse aus angeführtem Beweismaterial presst, das heißt, aus Äußerlichem.

+ Während sich der Intellekt mit langatmigen, schwankenden Argumenten abquält, bestätigt die Intuition mit augenblicklicher Sicherheit.

+ Es erfordert gewöhnlich geraume Zeit, Informationen zusammenzutragen und sich entsprechend zu beraten, bevor richtige Entscheidungen oder Urteile gefällt werden können. Nichts dergleichen ist vonnöten, um sie intuitiv zu fällen, denn die Intuition wirkt nicht in der Zeit und übersteigt das Denken.

+ Die beste Weisheit eines Menschen erwächst nicht aus der Schärfe des Denkens, – sie erwächst aus der Tiefe der Intuition.

+ Logisches Denken kann die Führung oder Offenbarung der Intuition lediglich überprüfen, aber die Intuition ist tatsächlich imstande, das logische Denken zu lenken und seinen Weg zu erhellen. 

+ Wo sich das klügste Urteil verwirrt sieht, schreitet die geheimnisvolle geistige Fähigkeit der Intuition ohne zu zögern und sicheren Schrittes.

+ Die Intuition sollte Befehle erteilen, die der Intellekt ausführt. Dann werden die logischen und praktischen Überlegungen, die notwendig sind, um das zu tun und um sich um die Einzelheiten zu kümmern, vom Intellekt selbst zur Verfügung gestellt werden. Aber die ursprüngliche Funktion, Richtung zu weisen und die Autorität, Befehle zu erteilen, wird ausschließlich der Intuition zuzuordnen sein.

+ Die Intuition kommt direkt zu einem Schluss, ohne das Wirken irgendeines logischen Denkprozesses.

+ Was der denkende Intellekt in ihm nicht aufnehmen kann, kann die mystische Intuition.

Pflege und Entwicklung der Intuition          

+ So leicht – und deswegen so oft – gehen intuitive Gefühlsregungen in der äußeren Tätigkeit des Körpers, der Leidenschaften, der Emotionen oder des Intellekts unter, dass sie nur eine bewusste Pflege zu schützen und zu stärken vermag.   

+ Wir mögen unbedingt das Richtige tun wollen und doch nicht wissen, was es eigentlich ist. Dies ist vor allem dann möglich und wahrscheinlich, wenn wir uns für einen von zwei Wegen entscheiden müssen, und wenn die Entscheidung die schwerwiegendsten Folgen nach sich ziehen wird. In dieser Lage gerät der Geist leicht ins Schleudern und wird sich unschlüssig. Die Suche nach der klügsten Entscheidung mag nicht an diesem Tag oder diesem Monat zu Ende kommen, ja, nicht einmal bis zur letzten Stunde des letzten Tages. Auf diese Weise wird den Schülern auf den Zahn gefühlt, ob sie die Überheblichkeit des Egos mit der Erkenntnis brechen können, dass sie nicht mehr imstande sind, selbst zu entscheiden, sondern die Pflicht haben, die Entscheidung dem höheren Selbst zu überantworten und geduldig auf das Ergebnis zu warten. Stellt sich die intuitive Führung schließlich nach einer so tiefen, ernsthaften und gefügigen Erforschung des göttlichen Willens ein, dann in einer so klaren und einleuchtenden Formulierung, dass jedweder Zweifel ausgeschlossen ist.

+ Haben wir eine folgenschwere Entscheidung zu treffen oder einen wichtigen Schritt zu tun, dann ist es angebracht, mit unserem Problem in die „STILLE“ zu gehen und dort nach Lenkung zu suchen. Wir mögen die Antwort nicht im Handumdrehen, ja nicht einmal direkt erhalten, aber wenn wir dieser Art von Suche geübt sind, mag früher oder später ein Licht aus der Finsternis scheinen, das unser Problem erhellt.

+ Eine neue Einstellung gegenüber seinen Problemen mag dazu beitragen, dass die Intuition unbehindert auf der bewussten Ebene wirken kann. Diese inneren Eingebungen – wenn echt, ohne egoistische Vorurteile und von der Vernunft geprüft – können ihm in Hinblick auf seine äußere Tätigkeit und sein inneres Leben helfen, klüger Entscheidungen zu treffen.

+ Welcher Natur das persönliche Problem auch sein mag, wenn Vernunft, Erfahrung und Autorität es nicht lösen können, tragt es nach innen in die Stille, zu dem tief gelegenen Mittelpunkt. Aber du musst lernen, geduldig auf die Antwort zu warten, denn der Widerstand liegt in dir, nicht in ihr. Es mag ein Tag oder ein Monat vergehen, bis die Antwort gespürt, gedacht oder verwirklicht wird.          

+ Das Geheimnis liegt darin, augenblicklich innezuhalten – gleich was man gerade tut oder sagt – und die Aufmerksamkeit auf die ankommende Intuition zu richten. Man sollte die unvollendete Tätigkeit, den angebrochenen Satz, einfach liegen und stehen lassen, denn dabei handelt es sich um eine Übung im Bewerten. 

+ Die Intuition wächst, indem man von ihr Gebrauch macht und ihr Gehorsam leistet.

+ Die Geisteskraft der Intuition kann gezielt gepflegt und bewusst geschult werden. 

+ Um uns zu öffnen  und eine Intuition zu erhalten, müssen wir das Ego aufgeben und ihr den Intellekt Untertan machen.

+ Anfänglich stellt sich die Intuition als ein feines, zartes Gebilde dar, das wir mit liebevoller Sorgfalt behandeln müssen, wenn wir es nicht verlieren wollen.

+ Bei der Suche nach intuitiver Erhellung eines Themas wird dem Schüler geraten, den Körper in eine passive Ruhelage zu versetzen. Dies entspricht der geistigen Passivität, die er zu einer solchen Zeit pflegen sollte. 

+ Wenn du dir seine intuitive Botschaft zu Herzen nehmen würdest, das Überselbst lässt dich nicht im Stich! Du wirst deinen Weg zu einer ausgewogenen geistigen Gesundheit und tiefen inneren Ruhe finden. Ohne nach anderen zu suchen, wirst du dein Selbstvertrauen auf ein ewig Gegenwärtiges gründen, weil du weißt, dass Gottes Vertreter in dir selbst weilt und er dir die rechte Hilfe angedeihen lassen kann.

+ Pflegt man einen hinreichenden Glauben, so wird aus dem kosmischen Geist die Erwiderung auf sein sehnsüchtiges Streben kommen und schließlich auch die Antworten auf seine Fragen. Um dies zu erhalten, muss man lernen, ständig nach intuitiven Gefühlsregungen und Botschaften Ausschau zu halten, die von feinster Natur sind, und seinen inneren Eingebungen zu folgen. Gott sollte stets im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.   

+ Solche Momente sind von einem Gefühl der Heiligkeit, eines geweihten Friedens geprägt und man sollte sie als die kostbaren Augenblicke schätzen, die sie sind. Sie enthalten Spuren der Gemeinschaft mit dem Höheren Selbst, Elemente von etwas, das jenseits des gewöhnlichen Selbst liegt, und Möglichkeiten, die Vergangenheit mit ihrem Schutt von Erinnerungen und Fehlern zu übersteigen.

+ Alle diese Botschaften werden von der geistigen Kraft der Intuition formuliert. Daher ihr erhabener Klang. Aber die auf einer niederen Ebene angesiedelten Emotionen, Begierden und intellektuellen Denkprozesse lassen die Botschaft praktisch immer außer Acht. Daher bringen sie, missachtet, Leid oder Enttäuschungen mit sich.

+ Bist du gänzlich offen für die intuitiven Stimmungen, die deinem tieferen Wesen, deinem heiligen Selbst entspringen? Oder verstellt ihnen das Ego mit seinen festgefahrenen Angewohnheiten und Tendenzen den Weg? Wichtig ist, dass diese Gefühle einen Faden von Anhaltspunkten darstellen, denen du nachgehen solltest, weil sie dich zu einer seligen Erneuerung oder Offenbarung führen können.

+ Es stimmt, das Gewissen ist die Stimme des Überselbst im moralischen Leben des Menschen, aber es stimmt auch, dass er ihren reinen Klang selten hört. Er hört ihn meistens gemischt mit einer großen Portion Egoismus.

+ Deutet die Eingebung auf etwas hin, das dem Ego nicht passt, dann sucht der Verstand in der Regel nach einer Ausrede, sich darüber hinwegzusetzen, und findet sie auch. Ein ernsthafter Sucher, der die WAHRHEIT wirklich finden will, sollte stets nach Hinweisen, Anhaltspunkten und Zeichen Ausschau halten, die seiner SUCHE nützlich wären, denn sie stellen die Reaktion des Überselbst auf seine Bestrebungen dar. Das Überselbst kann ihm die WAHRHEIT liefern und stellt diese Signale auf seinem Weg auf.

Intuition und Pseudo-Intuition                                                       

+ Eine zwingende innere Überzeugung oder Intuition muss nicht unbedingt mit der kalten Vernunft zusammenstoßen. Aber eine vermeintliche, bei der es sich vielleicht nur um Wunschdenken oder emotionales Vorurteil handelt, sollte stets mit der Vernunft ausgelotet, bestätigt oder gezüchtigt werden. Die zwei können zusammenarbeiten, auch wenn die eine die besonderen Merkmale und unterschiedlichen methodischen Ansätze der anderen anerkennt und akzeptiert. Aus diesem Grunde ist es angezeigt, alle intuitiv gestalteten Projekte und Pläne unter diesem doppelten Licht zu untersuchen. Man sollte den Beitrag der Vernunft – die Tatsachen – dem Beitrag der „Intuition“ – die innere Richtigkeit – gegenüberstellen, kritisch, aber offen und ruhig. Wir dürfen nicht zögern, intuitiv gefasste Pläne über Bord zu werfen, wenn sich herausstellt, dass sie undurchführbar oder unvernünftig sind.

+ Gleich, wie stark sie auf ihrer eigenen Ebene sind, zuerst ist der Widerhall der Eingebungen   die aus dieser inneren Wesenheit kommen, so schwach, dass wir dazu neigen, sie als trivial abzutun. Darin liegt die Tragödie des Menschen. Die Stimmen, die ihn so oft auf die falschen, schmerzbeladenen Wege locken, – seine Leidenschaftlichkeit, sein Ego und blinder Intellekt – sind laut und schreiend. Das Flüstern, das ihn richtig lenkt und zu Gott, ist schüchtern und leise.

+ Die korrigierende Trennung von wahren und falschen Intuitionen und von unpersönlichen und persönlichen Eindrücken ist das Ergebnis einer gründlichen Schulung des Bewusstseins und einer umsichtigen Überwachung der Gefühle. 

+ Die Intuition ist sich immer sicher, aber nur eine Handvoll ist sich immer sicher, ob das, was sie empfinden, wirklich Intuition ist oder nicht. Sie mögen es einer vernunftmäßigen Analyse unterwerfen.

+ Eine Eingebung tritt plötzlich im Geist auf, aber ein Impuls auch. Aus diesem Grunde ist es nicht genug, sie allein wegen dieses Merkmals dafür zu halten. Sie ist stark; so auch ein Impuls. Sie ist klar; so auch ein Impuls. Um die irreführende Erscheinung von der echten Wirklichkeit einer Intuition zu trennen, musst du nach der Gewissheit, der Erleichterung und dem Frieden Ausschau halten, die ihr auf den Fersen folgen sollten. 

+ Sie ist niemals vorhanden, ohne gleichzeitig mit gewissen Merkmalen vorhanden zu sein. Zuerst herrscht eine völlig stille Heiterkeit, dann eine beständige Freude, als nächstes die absolute Überzeugung, dass sie wahr und wirklich ist, und schließlich das paradoxe Gefühl, dass man sich trotz scheinbar widriger äußerer Umstände in felsenfester Sicherheit befindet. 

+ Es gibt hauptsächlich vier Arten, auf welche Führung gegeben werden kann. Sie sind: Intuitive Gefühle, die eine ins Auge gefasste Handlungsweise generell befürworten oder ablehnen; direkte und exakte innere Mitteilungen; Gestaltung der äußeren Umstände; und die Lehre inspirierter Schriften. Wenn alle vier zusammen vorhanden sind und in Einklang miteinander stehen, dann kann man getrost vorangehen. Sollten sie einander aber widersprechen, dann wäre es sicher ratsam, äußerst vorsichtig zu sein und sich mehr Zeit zu lassen. 

+ Man sollte auch daran denken, dass das höhere Selbst nur mit dem höheren Teil des Geistes, der Intuition, erkannt werden kann. Emotionen befinden sich auf einer geringeren und niedrigeren Ebene, mögen sie noch so erhaben oder fromm sein. Die ungeheure Befriedigung, die aus ekstatischen Verzückungen resultiert, ist nicht ein Zeichen, dass man direkt mit der Wirklichkeit in Berührung kommt, sondern nur, dass man näher an sie herantritt. Sie mögen zwar allem Anschein nach rein spirituell sein, aber sie gehören dennoch zur Gefühlsnatur des Egos, und wenn man anderer Ansicht ist, macht man sich selbst etwas vor. Nur durch reine Intuition, aus den Fesseln emotionalen Egoismus befreit, und durch das Übersteigen der intellektuellen Illusion, kann man einen wirklichen Kontakt mit dem Überselbst herstellen. Und das wird sich in einem Zustand absoluter und vollkommener Ruhe ereignen; da wird es nichts von der emotionalen Erregtheit geben, von der die erfolgreiche Pflege der voraufgehenden Stufen der Meditationsübungen geprägt waren. 

+ Findet er einige seiner eigenen Intuitionen im Buch eines anderen ausgedrückt und zu Papier gebracht, dann sieht er ihre Wahrheit bestätigt und sich selbst geistig getröstet.

+ Eine Wahrheit wird intuitiv ermittelt, wenn sie so erhellt wird, dass sie vollkommen selbstverständlich zu sein scheint, wenn das sie empfangende Bewusstsein sehr ruhig ist, und wenn ihre Autorität nach Ablauf einiger Zeit eher stärker wird.

+ Es handelt sich um eine so selbstverständliche Wahrheit, dass man sie einfach denken muss.  Auf eben diese Art tritt die Intuition in Erscheinung und wird sie gewöhnlich als solche erkannt.

+ Manchmal sind wir klüger, als wir wissen und  sprechen unabsichtlich Antworten aus, die uns mit ihrer unverhofften Weisheit oder unbekannten WAHRHEIT überraschen. Das ist eine Art, auf die Intuitionen geboren werden.

Lasst die Intuition herrschen                                                                                              

+ Die Intuition ist all den anderen menschlichen Fähigkeiten nicht ebenbürtig, sondern überlegen. Fast lautlos überbringt sie geheime Bemerkungen, Befehle, die aus dem Überselbst kommen, während die anderen Fähigkeiten sie lediglich ausführen. Sie ist der Herr, jene die Diener. Bei einem richtig entwickelten, spirituell aufrechtgehenden Menschen denkt der Intellekt, schafft der Wille und drängen die Emotionen auf die Erfüllung intuitiv erfasster Führung.

+ Die Intuition hat die Aufgabe, alle diese verschiedenen Funktionen der Persönlichkeit zu sichten und zu überprüfen und sie auf deren wahrstes Wohl auszurichten.

+ Ein Mensch ist wirklich frei, wenn seine Intuition seinen Intellekt steuert und über seine Energien herrscht.

+ Das Fühlen ist nicht minder ein Teil der echten Einsicht in das WIRKLICHE wie das Denken. Es haucht dem Endergebnis Leben ein. Hervorgerufen wird es durch erleuchtete Schriften und inspirierte Kunstwerke. Hier hat das Denken kein Recht auf Oberherrschaft, das steht nur der Intuition zu, der stillen Stimme des Überselbst.

+ Wenn ihr das nötige Feingefühl habt und das intuitive Element in euch berühren könnt, entweder absichtlich, allein durch die Kraft einer tief nach innen schauenden Konzentration, oder spontan, durch die Bejahung dessen anregender Mitteilungen, dann werden eure Entscheidungen von restloser Überzeugung  getragen sein und mit felsenfester Entschlossenheit ausgeführt werden.

+ Ihm werden die zufriedenstellendsten Beweise zu Teil werden, dass das Überselbst den Lauf seines äußeren Lebens wirklich lenkt und den Lauf seines inneren Lebens wirklich inspiriert. 

Die Intuition und das plötzliche Aufleuchten    

 + Was ist persönlicher, inniger als die Intuition? Sie ist das einzige Mittel, das sie besitzen und das ihnen erlaubt anzufangen, mystische Erfahrungen, flüchtige Einsichten und wahre Erleuchtung zu erlangen. Dennoch bestehen sie darauf, unter Außenstehenden, unter den Lehrern, nach dem zu suchen, was man nur in sich selbst finden und zu spüren bekommen kann.

+ Die  Lehre, die am wertvollsten ist, kommt direkt aus deinem eigenen inneren Wesen, nicht aus dem eines anderen.

+ Diese kurzen Eingebungen auszubauen und sie in länger anhaltenden Stimmungen zur Reife zu bringen – darin besteht seine Aufgabe.

+ Zuerst ist die Intuition wie ein dünner, fast nicht wahrnehmbarer Faden, dessen er sich kaum bewusst ist; wenn er sie aber beherzigt, seine Aufmerksamkeit unverwandt auf sie heftet, dann sucht sie ihn immer häufiger heim. Verfolgt er den Faden bis zu seinem Ursprung, dann wird die Botschaft klarer, stärker, präzise.

Inspiration                                                                   

+ Keiner von uns kann jahrelang mit der Füllfeder spielen oder den Malpinsel schwingen oder irgendeine Kunst ausüben, ohne sich  früher oder später Gedanken über die Intuitionsprozesse zu machen. Dann müssen wir uns notwendigerweise mit den Geheimnissen des Wesens des Menschen befassen. Und wenn wir es wagen, bei unserer Gegenüberstellung mit dem Selbst wirklich offen zu sein, willens, vorgefasste Meinungen und vorgefertigte Theorien beiseite zu schieben, um zu beobachten, was während jener Prozesse wirklich geschieht, dann werden wir uns am Rande einer großartigen Entdeckung stehen sehen. Denn wir werden – vorausgesetzt wir verfügen über genug Geduld und Ausdauer – entdecken, dass es in uns eine QUELLE gibt, die der Menschenrasse erstaunliche Möglichkeiten verspricht. Diese QUELLE wird allgemein die Seele genannt.                                                                           

+ Jener Teil von uns, der auf Wahrheit und Ideale reagiert, ist der beste. 

Ihr Ausdruck und ihre Entwicklung                                    

+ Es reicht nicht aus, der Eingebung, die einen durch formales Meditieren nach innen zieht, Gehorsam zu leisten und ihr zu folgen. Es ist genauso erforderlich, die spirituelle Tätigkeit auch während der ganzen vielen Stunden äußerlicher Beschäftigung aufrechtzuerhalten, die Kunst zu erlernen, nicht von, aber doch in der Welt sein und die wunderbare Stufe inspirierten Handelns zu erlangen.

+ Jene Kritiker, die behaupten, wir hätten unsere mystischen Werte verloren, weil wir lehren, dass die mystische Kontemplation nicht das Ziel an  sich, sondern vielmehr ein Mittel des Handelns ist, haben unsere Lehre nicht begriffen. Die Art von Handeln, die wir meinen, ist nicht die übliche. Sie ist eine Vergöttlichung des alltäglichen menschlichen Lebens, in dessen Gestaltung eine erhabene TATSACHE zum Ausdruck kommt. Wir haben tatsächlich oft mit dem Begriff des „inspirierten Handelns“ gearbeitet, um es von der blinden und egoistischen Art zu unterscheiden. Wer es übt, lässt den kontemplativen Weg deswegen nicht in Stich. Dieses innere Leben bleibt tief, voll und reich, es wird nicht unterkühlt und isoliert. Er reflektiert es absichtlich im äußeren Leben, um einen zweifachen Zweck zu erfüllen. Erstens, um auf der Erde nach besten Kräften das zu sein, was er im Himmel ist. Zweitens, um aktiv für die Befreiung anderer zu arbeiten. Dies lässt sich nicht mit Trägheit und Gleichgültigkeit erlangen – worin der Mystiker Tugenden, der Philosoph aber Fehler sieht. 

+ Er stößt in sich nicht nur auf einen passiven Ruhezustand, sondern auch auf einen wahrhaftigen Brunnen der Weisheit und Stärke, Inspiration und Seligkeit.

+ Wenn Spiritualität durch einen Menschen scheint, dann wird er erhöht, selbst wenn er in anderer Hinsicht keinerlei Talente vorzuweisen hätte.

+ Der enttäuschte Aussteiger sucht nach einem Ersatz fürs Leben, der inspirierte Aktivist geht schnurstracks auf es zu.

+ Letzten Endes müssen Denken und Lebensführung, Ideal und Handeln, Wahrheit und Sein aufeinander abgestimmt werden, verschmilzen und vereinigt werden.

+ Wir erfüllen das Leben, wenn wir uns auf alle Zeiten in der göttlichen Gegenwart befinden, uns ihrer gewahr sind und sie zum Ausdruck bringen.

Als Akt des Überselbst                                                                   

+ Die erste Wirklichkeit des universellen Daseins muss der erste Gedanke des menschlichen Bewusstseins werden. Erst dann ist unser Leben richtig orientiert, erst dann wird es adäquat gespeist. Dann wird alles Handeln erhaben, inspiriert und intelligent werden, wird es trotz scheinbar widriger äußerer Umstände allzeit zu wahrem Erfolg führen.

+ Gib dem Überselbst das Ego zurück, dann wird das Überselbst es gebrauchen, wie es eigentlich gebraucht werden sollte – in Einklang mit den kosmischen Gesetzen des Seins. Das bedeutet, dass nicht nur das Wohl aller anderen, die in Kontakt mit dem Ego stehen, in Betracht gezogen wird, sondern auch das des Egos.

+ Wenn das Ego verdrängt wird und ihn das Überselbst als Instrument benützt, besteht keine  Notwendigkeit und nicht die Freiheit, sich hinsichtlich des Handelns für eine von zwei Alternativen zu entscheiden. Es wird sich nur eine einzige Handlungsweise als die richtige anbieten, direkt und ohne  Unschlüssigkeit.

+ Er hat in jeder Situation und unter allen Umständen Zugang zu unendlicher Weisheit und unendlicher Unterstützung, – aber nur in dem Maße, in dem er das Ego dem höheren Selbst unterwirft.

+ Der Kluge   l ä ß t   die Gegenwart des Überselbst durch sein Leben fließen, versperrt ihr niemals mit seinem Ego den Weg, schiebt sie niemals mit seinen Leidenschaften beiseite.

+ Häufen und mehren sich diese Erfahrungen in dem Maße, dass sie eine große Menge an Beweismaterial bilden, dann wird man zu der Überzeugung kommen, dass ihn irgendeine Kraft irgendwie als einen wohltätigen Kanal benützt. Sie ist die wirkliche Ursache dieser Erfahrungen, die wirkliche Vermittlerin dieser Segnungen, die wirkliche Erleuchterin jener anderen. Was ist diese Kraft? Obschon sie ein Anderes, ein Getrenntes zu sein scheint, ist sie doch das eigene höhere Selbst.

Ihre Macht und Grenzen                                                                                                              

+ Selbst die besten der Menschen sind den besonderen Merkmalen ihres Temperaments unterworfen, der Gestalt ihrer Individualität; und selbst wenn sie stets auf der Ebene der Inspiration zu bleiben trachten, können sie nicht umhin, den Kanal zum Ausdruck zu bringen, durch den die Inspiration kommen muss, welcher ein menschlicher ist und menschlichen Grenzen unterliegt.

+ Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das  Leben.  

+ Die Kräfte der Vererbung und der Einfluss der Umwelt sind, so scheint es, überwältigende Impulse für die Handlungen eines Menschen. Aber lasst die SEELE in ihrer meisterlichen Dringlichkeit sich erheben, und schon schwinden sie!

+ Durch alle Medien, von denen er Gebrauch macht, ob künstlerische oder nicht, ob körperlicher Gestalt oder still-gedankliche, durch alle wird seine Inspiration übermittelt, seine Wahrnehmung der Wahrheit verbreitet werden.

+ Die  Stärke seines Gewahrseins ist das Maß seines Einflusses. + Etwas sich wirklich Lohnendes zu tun, sich des Überselbst auf eine inspirierte Art bewusst zu werden, auf eine kreative und konstruktive, das bedeutet, gottgleich zu werden. Dann erfüllen wir den Zweck der menschlichen Existenz auf Erden.

+ Das Überselbst ist nicht nur ein angenehmes Gefühl, obschon es  ein solches hervorruft, sondern eine authentische Kraft. Wenn es von einem Menschen Besitz ergreift, packt ihn buchstäblich und wirklich eine dynamische Energie. Von  nun an ist seine Atmosphäre von einer schöpferischen Macht geprägt, die in seine Taten fließt, seinen Geist durchdringt, seine Worte erfüllt und sich durch seine ganze Geschichte zieht. 

+ Auf dieser Stufe empfindet er seine Gegenwart als etwas sehr Aktives und Wirkliches: er ist nicht allein. 

Das innere Wort                                                                                                                                     

+ Das Innere Wort. Wenn es ihm gelingt, in die stillen Tiefen seines Wesens einzudringen, wird ein anderer Geist in Erscheinung treten, ein Geist, der deinen überschattet, lenkt, lehrt und inspiriert. Er wird zu ihm sprechen, aus der Stille, die in ihm ist, aber es wird nicht deine eigene Stimme sein. Sein Ton wird freundlich sein und wenn er dir vertraut geworden ist, wirst du wissen, dass die Stimme keine andere ist als die des Heiligen Geistes, das Wort des Höheren Selbst. 

+ Insofern das innere Wort dir Tag um Tag seine Botschaft überbringt, insofern dein Verständnis aufgrund des Empfangs dieser Botschaft und dein Charakter aufgrund deines Gehorsams ihr gegenüber Fortschritte macht, insofern wirst du über den besten Beweis verfügen, dass sich diese Suche, die du zuerst als ein Experiment versuchst, zu einem unbezahlbaren Erlebnis entwickelt.   

+ Die Seele ist es, die dem Intellekt aus ihrem größeren Lebensgebiet die Wahrheit kündet. Ihre Stimme vernimmt man am besten und leichtesten, wenn das Bewusstsein nach innen und nicht auf das sinnliche Dasein gerichtet ist, und wenn wir es so nahe an die Stille bringen, wie wir es können.

+ Auf dein Trommelfell fällt eine Stimme, aber nicht mit der gewöhnlichen Art der Hörbarkeit. Sie ist in dir, denn sie ist nur eine mentale Stimme, und doch spricht sie mit einer seltsamen Autorität. Sie sagt zu dir, „Ich bin der WEG; die WAHRHEIT und das LEBEN.“

+ Der Mensch darf sich glücklich schätzen, wenn er unter die Anleitung des Inneren Wortes kommt. Aber sein Glück wird nur solange währen, solange er ihm treulich folgt. Tut er das nicht, dann wird das schmerzliche, wenn auch lehrreiche Folgen für ihn haben.

+ Es ist, als ob es niemanden gäbe als diese zwei – den zuhörenden Geist und die lautlose Stimme. Dies ist wirkliche Abgeschiedenheit; dies ist das wahre KIoster, in das ein Mensch sich zurückziehen mag, um Gott zu finden: dies ist die Wüste, die Höhle oder der Berg, wo er das Treiben der Welt, Freunde, Familie und die ganze Menschheit mental aufgibt.

+ Erst wenn das Innere Wort zu ihm spricht, darf er anfangen, zu anderen zu sprechen – nicht vorher. Denn erst dann wird dem, was er sagt, überhaupt schöpferische Kraft, spirituelle Inspiration, Erleuchtung oder Heilung innewohnen.

+ Erst wenn im Wesen des Betreffenden eine völlige Stille eingekehrt ist, vermag die Innere Stimme häufig zu sprechen. 

+ Diese von jener unsichtbaren, aber intensiv gefühlten Gegenwart gesprochenen Worte werden nicht mit den körperlichen Ohren vernommen, sondern prägen sich dem Geist tief ein. Sie kommen nicht aus den Geistern verstorbener Personen, sondern aus dem heiligen Geist des eigenen  göttlicheren Selbst, aus einer tiefschichtigen mystischen Quelle, nicht aus einer oberflächlichen „astralen“.

+ Worauf es hinausläuft ist das: Das Innere Wort wird buchstäblich der Innere Lehrer und die Meditation das Tor zu einer inneren Schule, in der regelmäßig Unterricht erteilt wird.

+ Es stimmt, es ist die große Stille, aber durch das Innere Wort ist es für uns Menschen auch das allzeit-sprechende höhere Selbst.

+ Inneres Wort: „Und in der tiefen Stille wird sich das geheimnisvolle Ereignis vollziehen, das beweist, dass der Weg gefunden ist. Nennt es, wie ihr wollt, es ist eine Stimme, die dort spricht, wo es keinen Sprechenden gibt – es ist ein Bote, der da kommt, ein Bote ohne Form und Stoff; denn es ist die Blüte der Seele, die sich geöffnet hat.“ (Licht auf dem Pfad)

Die Gegenwart des Überselbst

In jedem, in allem, immer.      –     Das spirituelle Selbst, das Überselbst, war niemals verloren. Was geschah war, dass sein Wesen nicht erkannt worden ist, weil es mit einer Unmenge von Gedanken, Begierden und ichbezogenen Launen zugeschüttet ist.

+ Das Überselbst ist nicht ein Ziel, das es zu erlangen gilt, sondern eine Erkenntnis dessen, was ist. Es ist das unveräußerliche Eigentum eines jeden bewussten Wesens und gehört nicht nur einer kleinen Handvoll. Es bedarf keiner Anstrengung, das Überselbst zu erreichen, aber es bedarf aller Anstrengungen, sich der vielen Hindernisse zu entledigen,  die es einen nicht erkennen lassen. Wir können uns seiner nicht ermächtigen; es ermächtigt sich unserer. Deshalb ist die letzte Stufe dieser Suche eine mühelose. Wir werden zu der leuchtenden Gegenwart geführt, wie Kinder an der Hand. Unsere beschwerlichen Bemühungen kommen abrupt zu Ende. Uns werden die Lippen verschlossen und wortlos gemacht.

+ Es ist immer möglich, wenn auch nicht wahrscheinlich, dass ein Mensch die Erleuchtung überall und allzeit erlangen kann, denn er trägt das LICHT selbst als eine ewig gegenwärtige WIRKLICHKEIT in sich. Was tatsächlich geschieht und womit tatsächlich zu rechnen ist, ist, dass es im Laufe des Lebens eines Menschen irgendwann einmal zu einem kurzen Aufleuchten kommt, und dass das Aufleuchten an sich nichts geringeres ist als ein Beweis für jene ewige Gegenwart, ein Zeuge, der ihm bestätigt, dass sie wahr und wirklich ist.

+ In dem Augenblick, in dem die Gedanken selbst aufhören, in seinen Geist zu kommen, in dem Augenblick hört er auf, in der Zeit zu leben und beginnt, in der Ewigkeit zu leben. Der Mensch erkennt und fühlt seine Zeitlosigkeit, und weil alle seine Leiden in die Welt der vergänglichen Zeit, des persönlichen Egos gehören, lässt er sie weit zurück, als ob es sie niemals gegeben hätte. Er sieht sich in einen Himmel heiterer, grenzenloser Seligkeit versetzt. Er erkennt, dass er ihn immer hätte betreten können, dass ihn nur sein Vorsatz daran gehindert hatte, die kleinen egoistischen Werte nicht fahren zu lassen, nur sein Mangel an Gedankenzucht und sein Ungehorsam gegen den uralten Rat der Großen Lehrer.

+ Diese seltenen Augenblicke spontaner spiritueller Seligkeit, die alle anderen Augenblicke in den Schatten stellen und niemals in Vergessenheit geraten, hätten nicht geboren werden können, wenn dieses göttliche Element, zu dem sie uns erhoben, nicht bereits in uns vorhanden wäre. Eben weil es in unseren Herzen ist, ist das kostbare Gefühl einer nicht materiellen, unsäglich beglückenden Seinsordnung immer eine Möglichkeit und gelegentlich sogar eine verwirklichte Tatsache. 

+ Handelt es sich bei diesem gütigen Zustand um ein Vergangenes, aus dem wir geschieden sind, oder um ein Zukünftiges, auf das wir uns zubewegen? Die wahre Antwort lautet, dass es weder das eine noch das andere ist. Diese Seinsweise ist von jeher ein in uns Existierendes gewesen, ist es auch jetzt und wird es immerdar sein. Es ist auf alle Zeiten bei uns, einfach weil es das ist, was wir in Wirklichkeit sind.

+ Wenn das wirkliche SELBST in unserer friedlichen Freude am Tiefschlaf zugegen und ihr Zeuge gewesen sein muss – andernfalls würden wir nichts von ihr wissen – so muss es auch bei unseren umherschweifenden Phantasiegebilden im Traumschlaf zugegen und ihr Zeuge gewesen sein und bei unseren körperlichen Tätigkeit, als wir wach waren. Dies führt zu einem ungeheuren aber unausweichlichen Schluss. Wir stehen dem wirklichen Selbst, dem Überselbst, zu jeder Sekunde eines jeden Tages so nahe oder befinden uns so viel in ihm, wie wir es je tun werden. Wir brauchen uns seiner nur gewahr zu werden. Das ist alles.

+ Wenn Gott nicht existieren würde, dann würden auch wir Menschen nicht existieren. Es ist in jedem von uns ein göttlicher Strahl, ein göttliches Atom, eine göttliche Seele vorhanden – nennt es, wie ihr wollt. Einige sind sich dessen bewusst, andere werden es eines Tages erkennen müssen.

+ Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit. 

+ Das Überselbst ist immer im Herzen des Menschen zugegen. Wenn er das Gewahrsein dieser Tatsache nicht in seinem Geist empfängt, dann deswegen, weil er nicht die rechte und anhaltende Anstrengung unternimmt, seiner teilhaftig zu werden.

+ Die wunderbarste Entdeckung, die der Erleuchtete macht, ist vielleicht die, dass seine Unabhängigkeit von der unendlichen Lebenskraft niemals wirklich, sondern nur eine Illusion war, seine Trennung vom Überselbst nur eine Idee der Imagination und nicht eine Tatsache des Seins. Selbst die Sehnsucht nach der Vereinigung mit dem Überselbst war nur ein Traum, und deswegen waren alle geringeren Sehnsüchte des Egos bloß Träume in einem Traum.

+ Ich begann, bewusst in das wirkliche „Ich“ zu treten, und durch die Verwirklichung wurde mir klar, dass es allzeit zugegen war, dass ich nichts Neues gefunden hatte und dies das ewige Leben war.

+ Der nicht beachtete Teil ist sein Bewusstsein; das vergessene Selbst ist sein Erkenntnisvermögen. Diese existieren ununterbrochen, auch in den scheinbar unterbewussten Formen wie Tiefschlaf oder Ohnmacht. Dennoch leugnet er seine Teilhabe am Wirklichen Sein, identifiziert er sich mit dem Körper, anstatt ihn lediglich zu einem Objekt des Gewahrseins zu machen.

+ Wenn wir sagen, das Überselbst weilt in jedem Menschen, dann sagen wir etwas, das nicht ganz wahr und nicht ganz falsch ist. Es wäre besser zu sagen, jeder Mensch fühlt – wenn er Glück hat – das Überselbst zuerst als ein in ihm Weilendes, aber mit den Ergebnissen seiner weiteren Entwicklung soll ihm gezeigt werden, dass auch das Gegenteil, obschon ein Paradox, richtig ist, welches besagt, dass er im Überselbst weilt!

+ Der Geist ist ständig unterwegs, bis ihn der Schlaf übermannt ………und weil er niemals Halt gemacht hat, um sich zu sammeln, ist ihm der höchste und beste Teil seiner selbst – das Überselbst – noch immer unbekannt.   

+ Nichts kann jemals außerhalb Gottes existieren. Daher ist kein Mensch der göttlichen Gegenwart in sich beraubt. Alle Menschen haben die Möglichkeit, diese Tatsache zu entdecken. Und damit werden sie ihr wirkliches Selbstsein, ihre wahre Individualität entdecken.

+ Dies, das wirkliche Ich, ist ihm in der Meditation immer zugänglich, und zu anderen Zeiten stellt es stets den Hintergrund seines bewussten Selbst dar. 

+ Das Göttliche ist allzeit gegenwärtig und niemals abwesend – auf jeder Stufe der Manifestation des Lebens, bei jeder Charaktereigenschaft des Menschen.

+ Inmitten der ganzen Schwierigkeiten und Schwankungen des Lebens wartet unser bezeugendes und verständnisvolles Überselbst mit unendlicher Geduld. Keiner wird übergangen. Das ist der einzige GOTT, den zu kennen wir hoffen können, der wahre LEHRER für alle. Wer von dem Wunsch durchdrungen ist, sich mit ihm zu vereinigen, sollte unablässig um seine GNADE flehen.

+ An der Kraft des Überselbst, äußere Umstände zu ändern, günstige Gelegenheiten zu schaffen und Personen beizustehen, vermag jeder, der die nötigen Bedingungen erfüllt, teilzuhaben. Dazu zählt ein großes Maß an geistiger Vorbereitung und sittlicher Läuterung, irgendeine klare Wahrnehmung der Tatsache, dass das Überselbst hier und jetzt zugegen ist, eine sofortige und ständige Vergegenwärtigung dieser Tatsache und schließlich eine Bereitwilligkeit, seiner gottgefügten Hilfe, Vorsorge und Unterstützung restlos zu vertrauen, ganz gleich wie unerwünscht oder unerträglich eine Situation zu sein scheint.

+ Es liegen Vorräte in Reichweite des Menschen, die seinen Charakter retten und sein Leben wandeln können, aber sie liegen brach, unberührt und unentwickelt.

+ Wortlos fragt es die ganze Zeit: „Wollt ihr nicht bei Mir Zuflucht nehmen, Mich nicht bejahen, denn ich bin euer anderes Selbst?“

+ In einem gewissen Sinn haben wir die göttliche Quelle niemals verlassen, haben wir unsere göttliche Identität niemals verloren. 

+ Jene GEGENWART lässt sich nicht von der menschlichen Erfahrung trennen, wenn es auch viele gibt, die diese Behauptung unglaublich und eingebildet finden oder sie nur mit einem religiösen Glauben in Verbindung bringen können. Wenn sie sich nur lauter verkünden würde! Aber die Menschheit muss ihre Art und Weise zu ihren Bedingungen annehmen. Wer will, kann in Erfahrung bringen, was diese sind.   

+ Es steckt in jeder Person etwas Göttliches. Wenn wir es in uns finden, wachsen wir über das allgemeine menschliche Leben hinaus und dieses über das tierische.

+ Weil wir unser eigentliches Leben aus dem spirituellen Prinzip in uns schöpfen, können wir die Wahrheit, dass es existiert, nur   außer Acht lassen;  aber ihrer Wirklichkeit können wir niemals   verlustig gehen.

+ Die Einkehr in dein mystisches Heim steht dir immer offen, der Rückzug in die seligmachende Abgeschiedenheit des Überselbst ist dein heiliges Recht.

+ Gott ist zweierlei: er ist außerhalb von uns und in uns, überall um uns und in den Tiefen unseres Wesens. Er ist da, aber er wartet darauf, dass ihn das individuelle Bewusstsein wiederentdeckt.

+  Jesus sprach mit einfachen, klaren Sätzen über diese ungeheure Tatsache, dass der Himmel – der Zustand wirklichen Glücks – selbst hier und jetzt im Menschen ist.   

+ Es ist tief im Menschen ETWAS, das seiner Entdeckung harrt, etwas, das sich offenbart, wenn er tief genug eingedrungen ist oder wenn die Gnade es ihm verleiht oder das Karma es begünstigt.

+ Jene göttliche Seele zieht sich niemals aus dem Leben des Menschen zurück, hält sich niemals von seinem Schicksal fern. Denn der eigentliche Zweck des Lebens und Schicksals besteht darin, ihn dahin zu bringen, nach der Seele zu suchen und sie zu finden. 

+  Dies ist das göttliche Element, dessen fortwährende Gegenwart im Menschen eine Gewähr für die schließliche Erlösung gibt.   

+ Das Überselbst kann äußerst wirklich werden, wenn man in allem, was man erfährt und erlebt, seine ewige Gegenwart fühlt, wenn man wach und sich seiner Jetzt-Seins bewusst ist.   Wert und Auswirkungen seiner Gegenwart

+ Das Überselbst ist weder ein kaltes metaphysisches Konzept noch eine vergängliche Welle von Emotionen. Es ist eine GEGENWART – fein, heilig und mildtätig – , die euer Herz, eure Gedanken und euren Körper mit ihrer eigenen geheimnisvollen Macht packt und euch zwingt, das Leben von einer höheren Warte zu betrachten.   

+ Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteil wird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.       

+ Wenn du dir der Gegenwart des Überselbst erst einmal klar bewusst bist, wirst du die Entdeckung machen, dass es dich allzeit und unter allen Umständen spontan mit Verhaltensmaßregeln und sittlichen Richtlinien versorgen wird. Deshalb wirst du auch in moralisch schwierigen Situationen immer wissen, was zu tun ist, und in herausfordernden immer, wie du dich verhalten sollst. Und mit dieser Erkenntnis kommt auch die Kraft, es auszuführen.   

+ Die Erscheinung der heiligen Gegenwart macht die niedrigen Begierden automatisch zunichte. Wenn du dich überall, wohin du gehst, und bei allem, was du tust, an dieser Gegenwart festhältst, als ob sie deine wahre Identität wäre, dann wird dir das helfen, aus jener Lossagung eine dauerhafte Tatsache zu schaffen.

+ Je empfindsamer er für die Gegenwart des Überselbst wird, umso klarer erkennt der Mensch, dass er sich nur an es wenden muss, um göttliche Kraft und Nahrung zu erhalten.   

+ Spürt man das Überselbst erst einmal als eine lebendige Gegenwart im Herzen, so hebt es das Bewusstsein aus dem Griff der egoistischen, begierlichen Teile unseres Wesens und befreit es vom ständigen Auf und Ab der Launen und Emotionen, die damit verbunden sind. Es verschafft ihm ein Gefühl innerer Zufriedenheit, das in sich vollständig ist und nicht von äußeren Umständen abhängt. 

+ Die Stille hat magische Kräfte. Sie beschwichtigt, erbaut, heilt, unterweist, lenkt und ersetzt Chaos und Wirrwarr mit Ordnung und Harmonie.   

+ Das Konzept des Überselbst ist grundlegend. Es macht den Sinn des Lebens aus. 

+ Jener ist wahrlich unwissend, der nicht weiß, dass ihm das Überselbst etwas unermesslich viel Größeres geben kann, als alles, was er je aus einer anderen Quelle gewinnen könnte. Denn auf der einen Seite herrscht unbegrenzte Macht, auf der anderen begrenzte Fähigkeit.   + Wer entdeckt hat, wie er mit seinem höheren Selbst leben kann, hat eine stille Heiterkeit entdeckt, gegen die die Umstände und die Umwelt machtlos sind, eine Güte, die zu tief ist, als dass die Welt sie verstünde, eine Weisheit, die das Denken übersteigt.

+ Das Überselbst zu finden bedeutet, die Angst zu tilgen, Harmonie herzustellen und das Leben zu beseelen.     

+ Es ist durchaus möglich, die Türen zum eigenen inneren Wesen auch ohne die Hilfe eines Lehrers aufzutun. Das eigene höhere Selbst wird dir all die Führung angedeihen lassen, die du brauchst, vorausgesetzt dein Glaube an seine Existenz und Unterstützung ist stark genug.

+ Bei seiner Verteidigung gegen die Gefahren und Sorgen dieser Welt nimmt er stets zuerst zu einer kurzen Meditation über das all-weise, all-mächtige Überselbst seine Zuflucht und erst an zweiter Stelle zu den menschlichen Hilfsmitteln des Egos.   

+ Aus diesem tiefen, geheimnisvollen Mittelpunkt in ihm, wird er die Kraft schöpfen, Notlagen mutig zu ertragen, die Weisheit, Situationen ohne nachträgliches Bedauern zu meistern, die Einsicht, die großen und kleinen Werte des alltäglichen Lebens in ihrem richtigen Verhältnis zu sehen.   

+ Wahrlich, das Überselbst wird sein geliebter Gefährte, es bringt eine unsägliche Zufriedenheit und tiefe Liebe, wie es keine äußere Freundschaft je könnte. 

+ Für ihn ist die All-Gegenwart des Überselbst die größte Tatsache des Lebens. Es gibt nichts, das sich damit vergleichen ließe; er beruft sich auf es. Er erfreut sich an ihm. Wenn ihm die Außenwelt ein Unrecht zufügt, sie ihn verleumdet oder verletzt oder betrügt, dann wendet er sich nach innen, immer tiefer nach innen, bis er in der Gegenwart des Überselbst steht. Dann findet er völlige Heiterkeit, völlige Liebe. Alles, was geringer ist, muss in dessen göttlicher Atmosphäre zergehen, und wenn er zu den weltlichen Gedanken zurückkehrt, hegt er keinen Groll gegen die, die ihm Übles getan haben; wenn überhaupt, dann hat er Mitleid mit ihnen. Er hat nichts verloren, denn guter Ruf und Besitz sind nur Nebenprodukte des Daseins, während die Gegenwart des Überselbst ein grundlegendes Wesentliches ist, und er ist dieser Wirklichkeit nicht verlustig gegangen. Solange ES ihn liebt und solange er ES liebt, solange kann er nicht wirklich einen Verlust erleiden. 

+ Wir leben kein selbständiges und selbsterhaltendes Leben, sondern wir sind in jeder Hinsicht und augenblicklich vom Überselbst abhängig.     

+ Wer ständig die Gegenwart der göttlichen Seele in sich fühlt, erwirbt eine mühelose Selbstbeherrschung. 

+ Hier können die Zweifel und Ängste, die Vorbehalte und Verdächtigungen, die Eifersüchteleien und Bitterkeiten, die Feindseligkeiten und der Hass des Alltags nicht Fuß fassen.

+ Seine feinsten Gefühlsregungen, seine tiefste Weisheit, seine schöpferischen Talente, seine die Wahrheit unterscheidenden Intuitionen, sie alle entstehen aufgrund der zentralen, wenn auch verborgenen Gegenwart des Überselbst.   

+ Wenn ihr in eurem göttlichsten Wesen das Überselbst seid, und wenn der Rest von euch zugleich Suche und Ziel,  Weg und Wahrheit ist, wozu braucht ihr dann einen Guru, warum solltet ihr dann aus euch selbst treten? Aber für derartige Fragen haben die Menschen nichts übrig. Sie suchen entweder hier oder in Indien nach Lehrern, und daher suchen sie immer außerhalb ihrer selbst, außerhalb des Überselbst. 

+ Denkt nicht so sehr daran, nach äußerer Hilfe zu suchen. Euer Höheres Selbst ist bei euch. Könntet ihr genug an seine Gegenwart glauben, dann wäret ihr imstande, nach innen zu schauen. Hättet ihr dabei Ausdauer und Geduld, es würde euch lenken. 

+ Es ist dies eine Wahrheit, bei deren Licht ein Mensch vortrefflich lebt und in deren erquickender Gegenwart er heiter zu sterben vermag.   

+ Wo das Ego versagt oder stolpert, stellt das Überselbst unter Beweis, dass es jeder Sache gewachsen ist. 

+ Von dieser inneren Stärke umhüllt, hört man auf, sich zu fürchten, sich zu ängstigen oder sich vor der Zukunft zu grauen. 

+ Mit der Zeit wächst der Sinn für eine GEGENWART, die einen begleitet und in einem weilt. Sie ist auch ein praktisch wertvoller Führer, denn sie warnt einen, was man nicht tun soll, wenn man sittlich leben und weiteres Leid vermeiden will. Selbst wenn man nicht bis zur vollkommenen Verwirklichung kommt, man wird weiterkommen.  

Zur Definition des Überselbst                                                  

+ Es gibt eine gewisse Lebenskraft, aus der wir unsere Fähigkeiten und unsere Intelligenz schöpfen. Sie ist verborgen und unberührbar. Niemand hat sie gesehen, aber jeder, der tief genug denkt, kann spüren, dass sie da ist, allzeit vorhanden und uns allzeit unterstützt. Sie ist das Überselbst.

+ Eben jene Großartigkeit des Selbst ist der magnetische Pol, der uns hin zum GUTEN zieht, zum SCHÖNEN, GERECHTEN, WAHREN und EDLEN. Es selbst liegt indes jenseits all dieser Attribute, denn es ist das ATTRIBUTSLOSE, das UNSAGBARE und das UNENDLICHE, welches das menschliche Denken nicht begreifen kann. 

+ Dies ist der unveräußerliche Wesenskern eines Menschen, sein wahres Selbst im Gegensatz zu seiner vergänglichen Person. Jeder, der in dieses Bewusstsein tritt, tritt in die Zeitlosigkeit, ein wunderbares Erlebnis, wo der Fluss  der Freude und Schmerzen in einer völlig heiteren Stille zu Ende kommt, wo Reue über Vergangenes, Ungeduld gegen die Gegenwart und Ängste vor der Zukunft unbekannt sind. 

+ Nichts könnte einem Menschen näherstehen als das Überselbst, denn es ist die Quelle seines Lebens, Geistes und Gefühls. Nichts könnte ihm auch fernerstehen, denn es lässt sich mit keinem seiner vertrauten Instrumente der Erfahrung und des Gewahrseins erfassen.   

+ Ohne das Überselbst könnte kein menschliches Geschöpf das sein, was es ist – bewusst, lebendig und intelligent. 

+ Obschon Gewahrsein die erste Weise ist, auf die wir die Seele oder das Überselbst betrachten, ist letzteres auch das, was Gewahrsein möglich macht und deswegen ein unter- oder überbewusstes Ding. Dies erklärt auch, warum wir unsere Seele nicht kennen, sondern nur unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Körper. Das ist so, weil wir die Seele  sind, und deswegen  sind wir sowohl Erkenner als auch der Akt des Erkennens. Die Augen sehen alles Äußerliche, aber nicht sich selbst. 

+ Das Überselbst ist gewiss der WEG (im Menschen), die WAHRHEIT (Erkenntnis des Wirklichen Wesens) und das LEBEN (Anwendung dieser Erkenntnis und Ausübung dieses Weges mitten im geschäftigen Alltag).

+ Wir können das Überselbst nur dadurch erkennen, dass wir es sind und nicht dadurch, dass wir es denken. Es liegt jenseits des Denkens, denn es ist GEDANKE, reiner Geist an sich.   

+ Aus der gewöhnlichen Sicht des Menschen ist das Überselbst das Ewig-Stille; aber das ist unsere eigene Begriffsbildung von ihm, denn es ist eine Tatsache, dass seine Gegenwart die ganze ungeheure Tätigkeit des Universums auslöst.

+ Dasjenige, aus dem wir unser Leben und unsere Intelligenz schöpfen, ist einzigartig und unzerstörbar, anfangslos und unendlich.

+ Jeder von uns hat das Gefühl, dass es etwas gibt, das seinen Willen lenkt, seine Bewegungen beherrscht und die Substanz seines Gewahrseins bildet. Diese Etwas stellt sich uns als das „Ich“ dar.

+ Im Mittelpunkt des Wesens eines jeden Menschen befindet sich seine unsterbliche Seele, sein Schutzengel. 

+ Niemand kann erklären, was das Überselbst ist, denn es ist der Ursprung, die geheimnisvolle Quelle des erklärenden Geistes und liegt jenseits dessen ganzer Fähigkeiten. Aber man kann erklären, welche Auswirkungen es hat, bewusst in seiner Atmosphäre zu stehen, kann die Bedingungen erklären, unter welchen es sich manifestiert, die Art und Weise, auf welche es im Leben und der Erfahrung des Menschen zu Tage tritt, die Wege, die zu seiner Verwirklichung führen.     

+ Es ist ein Zustand reiner Intelligenz, aber ohne den Ablauf des intellektuellen und ideenbildenden Prozesses. Sein Produkt kann man Intuition nennen. In ihm gibt es keine automatisch gefassten Ideen, keine aus Gewohnheit verfolgte Denkweise. Er ist reine, klare Stille.   

+ Es gibt im Menschen ein erkennendes Element, den wirklichen Erkenner, er macht intellektuelle Erkenntnis möglich und ist BEWUSSTSEIN an sich.   

+ Es ist der Teil des Menschen, der grundlegend ist, wirklich unsterblich und wahrlich erkennend.   

+ Die Stille ist zweierlei. Sie ist ein Zeichen, dass Sinn und Gedanke, Körper und Intellekt transzendiert worden sind und ein Symbol des Bewusstseins der Gegenwart des Überselbst.   

+ So wie das Auge sich nicht selbst wie ein zweites getrenntes Ding sehen kann, so ist das Überselbst (das ihr seid) nicht imstande, sich zu objektivieren, kann es nicht ein Objekt werden, das man betrachten oder über das man nachdenken kann. Denn in diesem Fall würdet ihr es mit einem Scharlatan zu tun haben, und euer ganzes Nachdenken könnte letztendlich nur wieder einen Gedanken liefern, nicht die Wirklichkeit selbst.     

+ Alles, was wir wissen und erfahren, sind Dinge in dieser Welt der fünf Sinne. Das Überselbst liegt nicht in ihrem Wirkungsbereich und aus diesem Grunde kann es nicht auf dieselbe Weise gewusst und erfahren werden. Daher muss der erste wirkliche Eintritt in es notwendig ein Eintritt in das Nicht-Dinghafte (das Kein-Ding-Ist) sein. Die mystischen Erscheinungen und die mystischen Ekstasen ereignen sich lediglich auf der Reise zu dieser LEERE.           

+ Es ist dies ein Bewusstsein, wo das „Hier“ universell ist und das „Jetzt“ nie aufhört. 

+ Das Überselbst ist vorhanden, aber es liegt in unserem bewussten Wesen verborgen. Nur dort, in dieser tiefen Atmosphäre, stoßen wir auf die von Trugbildern freie WAHRHEIT, die illusionsfreie WIRKLICHKEIT.

+ Es gibt im Herzen und Verstand der Menschen tiefe Orte, in die zu begeben sie sich selten wagen. Und doch liegen dort Schätze verborgen – Intuitionsblitze, wichtige Offenbarungen, außerordentliche Kräfte, aber vor allem ein Friede, der nicht aus dieser Welt stammt.   

+ Das ERKENNEN oder SELBST-GEWAHRSEIN des Überselbst ist niemals abwesend; es ist ein immer Sehendes.       

+ Obgleich dieses nicht denkt, macht seine Gegenwart das Denken möglich, obgleich es sich nicht mit unseren fünf Sinnen erfassen lässt, macht es alle Sinneseindrücke möglich. 

+ Wir können nicht ohne den Geist sehen, hören oder berühren. Aber der Geist kann seinerseits nicht ohne das Überselbst funktionieren, ja nicht einmal existieren.     

+ Das Überselbst entwickelt sich nicht, es macht keine Fortschritte. Dies sind Tätigkeiten, die Zeit und Raum anhaften. Es ist nirgendwo in der Zeit und nirgendwo im Raum. Hier, in dieser tiefen, schönen, alles durchdringenden Ruhe,  hier  findet ein Mensch seine wirkliche Identität.           

+ Wenn wir an die Wirklichkeit des Überselbst glauben oder um sie wissen, dann müssen wir auch glauben oder wissen, dass unser alltägliches vergängliches Leben tätig in seinem zeitlosen Sein wurzelt.    

+ Es ist die Lebens-spendende, den Körper heilende oder okkulte Fähigkeiten verleihende Kraft im Menschen. Es ist nicht eine theoretische Vorstellung, sondern eine belebende, transformierende Kraft.

+ Irgendwo im verkörperten Kern des Wesens des Menschen befindet sich Licht, Güte, Macht und Ruhe.

 + Das unendliche göttliche Leben weilt in allen verkörperten Geschöpfen, folglich in allen Menschen. Es stellt den endgültigen Ursprung der Gefühle und des Bewusstseins eines Menschen dar, gleich wie eingeschränkt sie hier im Körper sind. 

+ Es ist nicht allein die spekulativ oder denkend gefundene Wirklichkeit, denn der Intellekt kann sich irren. Es ist die Wirklichkeit, die im mystischen Erlebnis durch mystische Intuition gefunden wird, durch die VERNUNFT (im Gegensatz zum Intellekt) der PHILOSOPHIE, und die durch eine Erkenntnis bewiesen wird, die unmittelbarer und inniger ist als das Ego des normalen Lebens, mit seinen Leidenschaften, Emotionen und Gedanken, und tiefer als alles bisher Erlebte und Erfahrene.   

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.

+ Hier ist ein Ding, das nicht mit der Zeit gehen muss, aber es wird in der Zeit mitgeteilt und in der Zeit gelehrt. 

+ Das, was in uns als das Überselbst ist und Gott gleicht, ist außerhalb der Zeit und ewig.   

+ Es ist nicht von der eigenen Erfahrung getrennt, ist nicht ein Beobachter, der ihr zuschaut. Denn es gibt nur das eine, die innere Stille, mit der er identisch ist, wenn er sich der Untersuchung des Ichs zuwendet, nur das reine Bewusstsein.   

+ Das Überselbst ist wahrlich unser Schutzengel, es ist stets bei uns und lässt uns niemals im Stich. Es ist unser unsichtbarer Erlöser. Aber wir müssen erkennen, dass es nicht in erster Linie danach trachtet, uns von Leiden zu erlösen, sondern von der Unwissenheit, welche die Ursache unserer Leiden ist.         

Aus „ Vom Ich zum Überselbst“ – Autor: Paul Brunton                                                                         

 

Überselbst (Höheres Selbst, Seele) / Ego / Offenbarung / Aufleuchten 1

+ Um einer größeren Genauigkeit und besseren Darlegung willen, sahen wir uns genötigt, den Begriff des „Überselbst“ auf die Verkörperung der höchsten und letzten Wirklichkeit des Menschen einzugrenzen und den Begriff des „Welt-Geistes“ zur Verkörperung der höchsten und letzten Wirklichkeit des Universums einzuführen.

+ Das Überselbst ist Gottes Vertreter im Menschen.

+ Das Überselbst ist ein Teil des Welt-Geistes. Der Welt-Geist liegt jenseits menschlicher Erkenntnisfähigkeit, das Überselbst nicht.   

+ Jener Punkt  i m   Menschen, an dem sich, so kann man sagen, die zwei Welten des Seins – die unendliche und endliche – berühren, ist das Überselbst. 

+ Die Kluft zwischen dem Geist des Menschen und dem Geist Gottes lässt sich nicht überbrücken. Wohl aber die Kluft zwischen seinem alltäglichen Geist und dem Überselbst – das nahe bei Gott ist. Durch sie kann er vielleicht ein wenig tiefer in das Geheimnis eindringen.

+ Es stimmt, wenn man sagt, das Überselbst besitzt Eigenschaften, die auch Gott besitzt. Aber weil ein Mensch einem anderen  g l e i c h t , behaupten wir nicht, er sei mit jenem identisch. Seinem Wesen nach ist das Überselbst ein GOTTGLEICHES, aber es ist nicht mit ihm identisch.

+ Das Überselbst ist   u n s e r e  Erkenntnis,  u n s e r e  Erfahrung oder    u n s e r   Sehen des Welt-Geistes, Gottes, und es ist die einzige Sicht, die wir, solange wir noch in einem Leib stecken, je erhalten werden. 

+ Es gibt einen Punkt, wo das Menschliche auf das Göttliche stößt, wo das bewusste Ego aus der alles-umfassenden LEERE tritt. Diesen Punkt nennen wir das Überselbst.

+ Es gibt in jedem Individuum einen Punkt, wo das Menschliche und Göttliche sich verbinden müssen, wo sich das kleine Bewusstsein des Menschen tief vor dem Universellen Geist, der sein höchster und letzter Urquell ist, beugt oder sich sanft mit ihm vermischt. Es ist unmöglich, diesen Kreuzpunkt mit irgendeinem Begriff zu beschreiben, der ihm adäquat passte, aber man kann ihm einen Namen geben. In der Philosophie ist er das Überselbst. 

+Der Wesenskern des Menschen ist sein Überselbst, das eine Ausstrahlung aus dem GEIST ist 

+ Hier ist der Brennpunkt allen spirituellen Suchens, hier begegnet der Mensch Gott.

+ Das Überselbst ist der Punkt, wo der EINE GEIST in das Bewusstsein aufgenommen wird. Es ist das „Ich“, befreit von Kleinlichkeit, Gedanken, dem Leib, Leidenschaften und Emotionen – das heißt, vom persönlichen Ego. 

+ Jener Punkt, wo der Mensch dem UNENDLICHEN begegnet, ist das Überselbst, wo er, das Endliche, eingeht auf das, was absolutes, unsägliches und unerschöpfliches SEIN ist, wo er reagiert auf DAS, was seine eigene Existenz transzendiert – dies ist der Persönliche Gott, den er erlebt und mit dem er in Beziehung tritt. In diesem Sinne ist sein Glaube an einen solchen Gott vertretbar.

+ Das Überselbst ist das innere oder wahre Selbst des Menschen, das das göttliche Wesen und die göttlichen Attribute widerspiegelt. Das Überselbst ist eine Ausstrahlung aus der höchsten und letzten Wirklichkeit, aber es ist weder eine Unterteilung noch ist es ein losgelöstes Fragment von ihr. Es ist ein Strahl, der aus ihr geworfen wird, nicht aber die Sonne selbst.   

+ Es stimmt, dass das Wesen Gottes unerforschlich ist, und dass die Gesetze Gottes unerbittlich sind. Aber es stimmt auch, dass die an Gott geknüpfte Seele des Menschen zugänglich ist und ihre Intuitionen zu Gebote stehen.   

+ Dieses göttliche Selbst ist die unzerstörbare Seele, die man nicht verlieren kann und die ewig Zeugnis ablegt von der Quelle, der sie entsprang. 

+ Wer meint, der verborgene Geist sei lediglich eine Vorratskammer vergessener Kindheitserinnerungen oder Jugenderlebnisse und unterdrückter Erwachsenenwünsche, zieht nur einen Teil von ihm in Betracht, nur ein Bruchstück. Es gibt einen anderen und sogar versteckteren Teil, einen Teil, der den Menschen mit den eigentlichen Quellen des Universums – mit Gott – verknüpft. 

+ Jener Berührungspunkt im Bewusstsein, wo der Mensch Gott zuerst spürt und wo er später in Gott verschwindet, ist das Überselbst. 

+ Das Überselbst ist ein Teil der Einen Unendlichen Lebens-Kraft, wie ein Tautropfen ein Teil des Meeres ist.     

+ In dem normalerweise verdeckten Mittelpunkt des Wesens eines Menschen, verdeckt durch seine Gedanken, Gefühlsregungen und Leidenschaften als Person, als Selbst, dort IST ES. Hier ist er verbunden mit dem größeren WESEN hinter dem Universum, dem Welt-Geist. In diesem Sinne ist er nicht wirklich eine vereinzelte Einheit, nicht alleine. Gott ist bei ihm.

+ Metaphorisch gesprochen, können wir sagen, das Überselbst ist ein Bruchstück Gottes, das im Menschen weilt, ein Bruchstück, das die ganze Fähigkeit und Größe Gottes besitzt, nicht aber seine ganze Weite und Macht.   

+ Des Welt-Geist Spiegelbild in uns, ist das Überselbst.

+ Die Gedanken und Gefühle, die wie ein Fluss durch unser Bewusstsein fließen, stellen das oberflächliche Selbst dar. Unter ihnen liegt aber ein tieferes Selbst, das eine Ausstrahlung aus der göttlichen Wirklichkeit ist und unser wahres Selbst darstellt.

+ Das, was ich das Überselbst nenne, liegt zwischen dem normalen Menschen und dem Welt-Geist. Es beinhaltet die höhere Natur des Menschen, reicht aber bis in das über ihr Liegende, das Göttliche.   

+ Das, was den einzelnen Menschen mit dem Universellen Geist verbindet, nenne ich das Überselbst. Diese Verbindung kann niemals abgebrochen werden. Ihre Existenz ist die Hauptgarantie, dass   a l l e    auf die Erlösung hoffen dürfen, nicht nur jene, die meinen, sie würde nur ihrer Gruppe gewährt werden.   

+ Dies, der tiefste Teil seines Wesens, sein letztes, essentielles Selbst, dies ist des Menschen Überselbst und sein Bindeglied mit dem Welt-Geist. Diese GEGENWART in ihm ist es, die seine ganze spirituelle Kraft heraufbeschwört. 

+ Epictetus hilft uns, das Überselbst zu verstehen und unserem Intellekt, es zu definieren. „Wisst ihr denn nicht“ sagt er, „dass ihr einen Gott ihn euch tragt? Ihr seid ein fest umrissener Teil der Substanz Gottes und enthaltet in euch einen Teil von IHM.“

Überselbst und Ego                                   

+ Das Überselbst nimmt das individuelle Selbst wahr und hat Kenntnis von ihm, indes nur als ein unerschütterlicher Zeuge – auf dieselbe Weise wie die Sonne zwar ein Zeuge der verschiedenen Objekte auf Erden ist, aber nicht in eine spezielle Beziehung mit einem speziellen Objekt tritt. Auch das Überselbst ist so in jedem individuellen Selbst als der Zeuge und das unwandelbare Bewusstsein gegenwärtig, das dem Individuum Bewusstsein verleiht. 

+ Das „Ich“ ist unermesslich viel größer als das Ego, das es projiziert, oder als der Intellekt, von dem das Ego Gebrauch macht. 

+ Der Durchschnittsmensch meint, er sei Körper plus Geist, mit Betonung auf den Körper. Indessen zeigen Selbsthinterfragung und – Analyse, dass er diese beiden Dinge zwar besitzt und zweifellos mit ihnen in Verbindung steht, das „Ich“ aber in Tatsache weder das eine noch das andere ist. Es ist im Gegenteil unveränderlich und völlig unfassbar. Es befindet sich nicht im Raum wie der Körper, noch in der Zeit, wie der Geist. In Wirklichkeit ist es ein Mysterium. Der Versuch herauszufinden, was es ist, wirft die Frage nach dem Dasein, Leben, Handeln und Bewusstsein auf.

+ Alles, was ein Mensch sein ganzes Leben lang grundsätzlich besitzt und nie verliert, ist sein „Ich“. Alles, was er wirklich  i s t   , ist eben dieses „Ich“. Der physische Körper, der sich zwar nicht von ihm zu trennen lassen scheint, ist indes etwas, in dem man lebt und von dem man Gebrauch macht, wie man in einem Haus lebt und von einem Werkzeug Gebrauch macht. 

+ Die göttliche Seele in uns steht ganz und gar über den Sinneseindrücken und wird in keiner Weise von ihnen berührt. Wenn wir uns ihrer bewusst werden, dann werden wir uns auch einer übersinnlichen Existenzordnung bewusst.       

+ Es ist nicht nur in einem moralischen Sinne ein höheres Selbst, sondern auch in einem kosmischen. Denn das niedrigere entsprang aus ihm, aber unter Bewusstsein-, Form-, Raum- und Zeitgrenzen, die im elterlichen SELBST nicht vorhanden sind. 

+ Wenn uns klar wird, dass nur er, der Körper, das ins-Leben-Treten und in-den-Tod-Schwinden ausdrückt, dass es im wahren Selbst weder einen Anfang noch ein Ende, sondern vielmehr das LEBEN selbst gibt, dann werden wir richtig sehen. 

+ Keinem fehlt der Sinn für das Überselbst, aber die Menschen missverstehen ihn, und deswegen wenden sie ihn falsch an. Das Ergebnis ist, dass das Ego, der kleine Teil, als das Ganze, das ALL, aufgefasst wird.     

+ Weil das Gottgleiche in jedem von uns steckt, und weil keiner von uns dem anderen gleicht, verfügt jeder oder jede über seine oder ihre besonderen Begabungen, Fähigkeiten oder Talente, die zum Ausdruck kommen sollen. In jedem findet das unendliche Wesen eine einzigartige Weise vor, die eigene Unendlichkeit auszudrücken. Selbst wenn wir keine Begabungen haben, so haben wir doch unsere individuellen Eigenschaften. 

+ Hier im Ego mögen wir eine Nachbildung des heiligen Überselbst unter den Grenzen von Zeit und Raum sehen. Wer diese großartige Wahrheit begreift, weiß von nun an, dass dieses Überselbst nicht weiter weg von ihm liegt als das eigene Herz, und dass das, was er das „Ich“ nennt, untrennbar mit dem vereint ist, was die Menschen Gott nennen.

+ Sein höheres Selbst wird so wenig von seinen eigenen Unreinheiten besudelt wie die stinkenden Plätze die Sonne berühren, auf die sie so oft scheint.     

+ Genauso wie der Raum weder von den schlechten noch von den ehrenhaften Taten beeinflusst wird, so wird das Überselbst nicht vom Charakter oder Verhalten des Egos beeinflusst. Die Vergehen des Egos machen es nicht schlechter, und seine Rechtschaffenheit macht es nicht besser.     

+ „ Ich bin der Weg und die WAHRHEIT“, verkündigte Jesus. Wer ist jenes  I c h  ? Eng und oberflächlicher gesehen ist es der Meister. In einem weiteren und tieferen Sinn ist es das inwendige Christus-Selbst, das spirituelle Bewusstsein.   

+ Warum sagte Jesus: „Ich und mein Vater sind eins“, fügte dem später aber hinzu: „Der Vater ist größer als Ich“? Die Antwort lautet, dass Jesus, der Mensch, völlige Harmonie mit seinem höheren Selbst erlangt hatte und sich mit ihm geeint wusste, aber das universelle Christus-Prinzip ist stets größer als der Mensch selbst; das Überselbst wird die Person stets transzendieren.   

+ Es ist eine Wesenheit, die größer, edler, klüger und stärker ist als er selbst, und doch ist sie geheimnisvoll und untrennbar mit ihm verknüpft; es ist tatsächlich sein Über-Selbst. 

+ Unsere Körper werden zu einem bestimmten Zeitpunkt und irgendwo im Raum geboren, aber ihre Substanz, das Überselbst, ist geburts-, zeit- und ortlos.   

+ Dies ist eines Menschen wahre Individualität, nicht das mental konstruierte „Ich“, das ihn verleitet, es als seine wahre zu akzeptieren. 

+ Es ist niemals etwas anderes als sein eigenes vollkommenes Selbst, steht niemals mit seiner eigenen, einzigartigen und unendlichen Natur in Widerspruch.

+ Es stimmt, wir sind nur arme und fehlerhafte, traurig begrenzte und elend verkümmerte Ausdrücke des göttlichen Geistes. Nichtsdestoweniger   s i n d  wir Ausdrücke von ihm. 

+ Das persönliche Fürwort „Ich“ steht in Wirklichkeit für das Überselbst, den göttlichen Teil des Menschen. Das, worauf die Menschen gewöhnlich als „Ich“ Bezug nehmen – den Körper oder den Intellekt oder die Emotionen – ist keineswegs das grundlegende „Ich“. 

+ Das wahre   I c h   ergibt ein völlig anderes Gefühl, eine völlig andere Lebenserfahrung und ein völlig anderes Bewusstsein, als das vertraute leibliche Ego.   

+ Es ist in jedem Menschen eine tiefere Geistesschicht vorhanden, eine Schicht, die seinen Leidenschaften nicht ausgesetzt ist, nicht von seinen Sehnsüchten berührt und nicht von seinen Sinnen beeinflusst wird.   

+ Das wahre, unwandelbare Selbst ist ein von jedweder historischen Ära Getrenntes, es ist nicht abhängig von äußeren Veränderungen, Bräuchen und Formen.   

+ Des Mystikers Ziel besteht darin, zu wissen, was er außer seinem physischen Körper, seinen niedrigen Emotionen, seinem persönlichen Ego ist; darin, sein innerstes Selbst zu erkennen. Ist dieses Ziel mit Erfolg verwirklicht worden, dann weiß er mit vollkommener Sicherheit, dass er ein Strahl der göttlichen Sonne ist. 

Zentral und universell

+ Die Erkenntnis, dass keine zwei menschlichen Wesen gleich sind, bezieht sich auf ihren Körper und Geist. Dies lässt jedoch den Teil ihrer Natur aus, der spirituell ist, der in tiefer Meditation gefunden und erlebt wird. In ihm, dem tiefsten Teil ihres bewussten Wesens, verschwindet das persönliche Selbst; nur Bewusstsein an sich bleibt, frei von Gedanken, frei von der Welt. Dies ist die Quelle des „Ich“-Gefühls, und in der Erfahrung aller Menschen ist es exakt gleich. Dies ist der Teil, der niemals vergeht, „wo Gott und Mensch sich untereinander begeben mögen“.

+ Es gibt nur ein einziges Überselbst für die ganze Menschheit, aber der Kontaktpunkt mit ihm ist speziell und einzigartig, er stellt des Menschen höhere Individualität dar.

+ Während jede menschliche Persönlichkeit hinsichtlich ihrer Merkmale verschieden von allen anderen ist, unterscheidet sich kein menschliches Überselbst hinsichtlich seiner Merkmale von all den anderen. Zu allen Zeiten haben die Suchenden, die auf das Überselbst stießen, überall immer ein und dasselbe göttliche Wesen gefunden.

+ Überall ist das Überselbst für alle Menschen ein und dasselbe. In Wirklichkeit ist das Erlebnis, sich in sein Gewahrsein zu erheben, nicht von Mensch zu Mensch verschieden, unterschiedlich ist nur die Reinheit, mit der er es aufnimmt, auslegt und versteht. Daher die Mannigfaltigkeit des Ausdrucks in seiner Darstellung, das Aufeinanderprallen der Offenbarungen, die es betreffen.       

+ Dies ist das Paradoxon, dass das Überselbst universell, gleichzeitig aber auch individuell ist. Universell ist es, weil es alle Menschen als eine einzige Macht überschattet. Individuell, weil es von jedem in sich selbst in Erfahrung gebracht wird. Es ist beides zugleich, Raum und der Punkt im Raum. Es ist unendlicher Geist, aber auch die heilige Gegenwart im Herzen eines jeden Menschen.

+ Dem Intellekt muss der geheimnisvolle Charakter des Überselbst notwendig ein Rätsel sein. Wir mögen ihn besser verstehen, wenn wir die paradoxe Tatsache akzeptieren, dass er eine Dualität verbindet und man ihn folglich auf zwei Arten betrachten kann, wobei jede richtig ist. Einerseits ist da das göttliche Wesen, das gänzlich jenseits aller zeitlichen Belange steht, absolut und universell, andererseits ist da das halb-göttliche Wesen, mit dem das menschliche Ego historisch in Beziehung steht.

+ Aufgrund der paradoxerweise zweifachen Natur, die das Überselbst besitzt, ist es äußerst schwierig, den Begriff des Überselbst zu klären. Durch das Überselbst sind die Menschen im höchsten und letzten Geist verwurzelt, weswegen es einerseits einer Beziehung mit einer pulsierenden Welt teilhaftig ist und andererseits eines jenseits aller Beziehungen Existierenden. Eine Schwierigkeit resultiert wahrscheinlich aus der Unsicherheit oder Unklarheit, unter welchem Gesichtspunkt es zu betrachten sei. Denkt man es als die menschliche Seele, dann ist die pulsierende Bewegung mit ihm verknüpft. Denkt man es als ein den eigentlichen Menschheitsbegriff Transzendierendes und folglich in seinem Nichtdifferenziertsein, dann muss die pulsierende Bewegung verschwinden.

+ Wenn wir richtig denken wollen, können wir nicht mit der Vorstellung aufhören, das Überselbst sei nur ein uns Inwendiges. Nachdem diese Idee aufgrund ihres metaphysischen und religiösen Wertes festen Fuß gefasst hat, müssen wir den Begriff mit der Vorstellung des Überselbst als ein außerhalb von uns Liegendes vervollständigen. Wenn es beim ersten Konzept einen Punkt im Raum einnimmt, dann liegt es beim zweiten jenseits aller Vorstellungen von Örtlichkeit.   

+ Wenn wir sagen, das Überselbst ist im Herzen, dann wäre es ein großer Fehler zu meinen, es sei auf das Herz begrenzt. Denn auch das Herz ist in ihm. Dieses vermeintliche Paradoxon beugt sich der Reflexion und Intuition. Die geheimnisvolle Beziehung zwischen Ego und Überselbst ist von Jesus mit  den folgenden Worten beschrieben worden: „Der Vater ist im Sohn, und der Sohn im Vater“.   

+ Im menschlichen Leben lässt sich jede Situation von zwei möglichen Standpunkten aus angehen. Der erste ist der begrenzte, weil der des persönlichen Selbst. Der zweite ist der größere, weil der des Universellen Selbst. Letzten Endes sieht sich die größere und längere Sicht immer gerechtfertigt.   

+ Wir dürfen uns nicht vorstellen, die Unterwerfung des persönlichen Identitätsgefühls führe zu einem Bewusstseinsschwund – eher umgekehrt. Der Mensch wird mehr, nicht weniger, denn er taucht ein in die Fülle und Freiheit des einen universellen Lebens. Er denkt an sich als: „Ich, A.B. bin ein Punkt im Überselbst“, während er vorher nur dachte: „Ich bin A.B.“ 

+ Die Individualität übersteigt die Persönlichkeit – ihre Ebene ist höher. Die eine muss das Stichwort geben, während die andere der erbarmungslosen Zerstörung ihrer Wünsche und Hoffnungen, Werte und Sehnsüchte zuschauen muss, bis nur noch das reine Sein der Individualität übrig ist.

+ Wie eine Welle wieder im Meer versinkt, so versinkt das Bewusstsein, das aus dem persönlichen Selbst scheidet, wieder in seine größere Individualität.

Antwort auf Einwände   

+ Das Überselbst ist nicht etwas Eingebildetes oder Angenommenes. Seine Gegenwart ist etwas konkret Gespürtes.

+ Wenn ein Mensch fragt, warum er keine Spur von Gottes Gegenwart in sich zu finden vermag, antworte ich ihm, dass er voller Beweise und nicht nur voller Spuren steckt.

Gott ist in ihm als Bewusstsein, als der Zustand, gewahr zu sein, vorhanden; als Gedanke, die Fähigkeit zu denken: als Tätigkeit, die Macht, sich zu bewegen; und als Stille, der Zustand des Egos, der Emotionen, des Intellekts und Körpers, in welchem schließlich offenbar wird, worauf diese anderen Dinge einfach hinweisen. „Sei still und erkenne, dass ich Gott bin“ – eine Darlegung des Seins, deren Wahrheit sich experimentell überprüfen lässt, und deren Wert durch Erfahrung aufgezeigt werden kann.   

+ Wird uns klar, dass der Intellekt so viele Argumente gegen dieses Thema anführen kann wie dafür, dann wird uns auch klar, dass es letzten Endes nur einen unwiderlegbaren Beweis für die Existenz des Überselbst gibt: Das Überselbst muss sich selbst beweisen. Dies kann kaum merklich durch die Intuition oder vollständig durch die mystische Erfahrung geschehen. 

 + Wer Beweise für die Echtheit dieser Erfahrung braucht, hat sie nicht wirklich gemacht.

+ In der Literatur aller Völker wird man zu allen Zeiten auf Zeugnisse für die Existenz und Wirklichkeit des kurzen Aufleuchtens stoßen. Es handelt sich nicht um eine neu hergestellte Idee oder neu hergestelltes Phantasiegebilde. Ein Mensch, der es leugnet, ist töricht, seine Möglichkeiten so einzugrenzen, freilich mag ihn die Zeit eines Besseren belehren. 

+ Diese kurzen Einblicke können die Wissenschaftler nicht mit gutem Grund als lediglich auto-suggeriert oder völlig eingebildet abtun. Noch können sie die Metaphysiker billigerweise als etwas erachten, das für die Wahrheit wertlos ist. Als menschliche Wesen leben wir aus Erfahrung, und gerade persönliche Erlebnisse tragen dazu bei, die Wahrheit der ihnen zugrunde liegenden unpersönlichen Fundamente zu bestätigen und uns zu ermutigen, auf demselben Weg weiterzugehen.   

+ Das Überselbst ist eine lebendige Wirklichkeit. Wäre es nur eine intellektuelle Idee oder ein emotionales Trugbild, dann würde niemand seine Jahre, Bemühungen und Kräfte verschwenden, es zu suchen.

+ In einer SEELE leugnenden Generation gibt es unter anderem drei Zeichen für die Gegenwart der SEELE. Sie sind: moralisches Gewissen, künstlerische Vorstellungskraft und metaphysische Spekulation. 

+ Wenn ein Mensch die Natur des Geistes fälschlicherweise für die eigenen Gedanken hält, wenn er nicht fähig ist, Bewusstsein und Gedächtnis richtig zu analysieren, wenn er Innenschau und Meditation niemals mit Erfolg geübt hat, dann kann er nichts von der Seele wissen und mag freilich nicht an ihre Existenz glauben. 

+ Jene, die es niemals in sich selbst zu spüren bekommen, noch jemals in anderen unter Beweis gestellt sehen, können die Seligkeit eines derartigen Zustandes nicht verstehen. 

+ Wenn dem Durchschnittsmenschen diese feineren Erlebnisse so selten zuteil werden, dann deswegen, weil sein Wesen zu grob, sein Geist zu erdgebunden und sein Blickwinkel zu persönlich ist, als dass er sie empfangen könnte. 

+ Tief im eigenen Herzen, im eigenen Bewusstsein versteckt, trägt jede Person alle Beweise, die sie für die Wahrheit dieser Lehren je wird brauchen müssen. 

+ Man würde nicht nur die Philosophie, sondern auch die Lehren aller Seher wie Krishna und Jesus als betrügerisch erklären müssen, wenn das Überselbst nicht eine Tatsache wäre. 

+ In ihrem Einssein und ihrer Gleichheit für die Sehenden überall auf der Welt, beweist die mystische Erfahrung ihre Gültigkeit.   

+ Wer über die Mystik Urteile fällt oder über sie schreibt, ohne ihre mentalen Zustände und Phänomene tatsächlich und persönlich erlebt zu haben, sie nur von außen interpretiert und nur als Beobachter, kann auf diesem Gebiet nicht eine zuverlässige Autorität sein.   

+ Jene Kritiker, die von außen nach innen schauen, wissen nicht und können nicht so viel über die Wahrheit der Mystik wissen, wie jene, die aus den Tiefen in ihrem Innern nach außen blicken.   

+ Es gibt nur einen Weg, diese Frage zu klären, ob das Überselbst existiert, und das ist genau der Weg, den zu akzeptieren der moderne Mensch sich meistens weigert. Jeder muss das    a u t h e n t i s c h e     mystische Erlebnis selbst in Erfahrung bringen. Zucker kann wirklich nur an seinem Geschmack erkannt werden, das Überselbst nur dadurch, dass man die Tore des Geistes für das Bewusstsein seiner Gegenwart auftut. 

+ Jene, die diese überwältigende Erfahrung gemacht haben, brauchen keine Argumente, um sie dazu zu bewegen, an die Seele zu glauben. Sie wissen, dass sie die Seele   s i n d .   

+ Ein Erlebnis, das so überzeugend, so wirklich ist, dass kein intellektuelles Gegenargument an ihm rütteln kann, ist endgültig. Lasst andere sagen, was sie wollen, es hat keinen Einfluss auf den, der weiß.    

Das erste mystische Aufleuchten

+ Ein Aufleuchten ist ein vorübergehender Zustand mentaler Erleuchtung und emotionaler Verzückung.

+ Es handelt sich um ein Erlebnis der    S e l b s t – Entdeckung, nicht um die Entdeckung irgendeines anderen Wesens, sei es ein Guru oder ein Gott. 

+ Diese kurzen Blitze bringen eine unsägliche Freude, große Schönheit und Erbauung mit sich. Für die meisten Menschen stellen sie die erste klare, lebendige Erweckung für die Existenz und Wirklichkeit einer spirituellen Seinsordnung dar. Der Gegensatz zu ihrem gewöhnlichen Zustand ist so ungeheuer, dass jener von einer erbärmlichen Düsterheit zu sein scheint. Die Absicht ist, in ihnen erneut die Sehnsucht nach einem Wiedereingehen in den Geist zu wecken, eine Sehnsucht, die notwendigerweise in der Suche zum Ausdruck kommt.

+ Unsere gesamte normale Erfahrung kommt durch die Reaktion der Sinne oder durch intellektuelle Vorgänge zu uns. Aber hier liegt eine Art von Erfahrung vor, die nicht durch diese beiden Kanäle eintritt. Sie ist weder eine Reihe von Sinneswahrnehmungen noch eine Reihe von Gedanken. Was ist sie dann? Die Philosophie behauptet, sie gehört zu einer transzendentalen Welt. 

+ Es handelt sich um eine kurze, zeitweilige Bewusstseinserweiterung, theologisch gesprochen um eine Verbesserung der bewussten Verbindung mit Gott.   

+ Es sind dies die wirklich wachen Augenblicke im Leben eines Menschen: Was den Rest anbelangt, so schläft er, ohne es je zu vermuten.

+ Es ist   n i c h t   der Höhepunkt der sittlichen Erfahrung, wiewohl es nahe heranreicht oder dazu beitragen kann, es auszulösen oder als eine Vorbereitung darauf zu dienen. Es ist nicht der Gipfel der ästhetischen Erfahrung, obschon es denselben Zweck erfüllt.   

+ Hier vollziehen sich die höchsten Lebensprozesse, ein Erlebnis, das jenseits des Denkens und ein Gewahrsein, das jenseits des Sinnlichen liegt.   

+ Während dieses Zeitraumes ist man, wie die Chinesen sagen „auf dem WEG“, oder wie wir Abendländer sagen würden, „in GOTT“.     

+ Religiös gesprochen, ist man in Gott, mystisch gesprochen, ist Gott in einem.   

+ Es bedeutet, noch im Fleisch das zu erleben, was andere erst erleben werden, wenn sie im Geist sind.   

+ Es sind dies die Momente, die einen Menschen inspirieren, seine Hingabe erneuern, seinen Willen stärken und ihm Integrität verleihen. 

+ Es stellt die höchste Form der Selbsterkenntnis dar. Es ist die Entdeckung, wer und was wir wirklich sind. 

Mystisches  Aufleuchten als Teil der natürlichen Lebenserfahrung

+ Selbst dem Durchschnittsmenschen können Augenblicke widerfahren, die sehr leicht zu kurzen Einblicken führen können. Indes wird ihre große Bedeutung nicht erkannt, und so werden günstige Gelegenheiten verpasst. Es ist beklagenswert und erschütternd, dass man dem göttlicheren Selbst so nahe ist, aus dieser Nähe aber keinen Nutzen zieht, weil man keine Pause macht, um alle Tätigkeit einzustellen und sich den zarten Gefühlsregungen hinzugeben, die sich von selbst zu einem kurzen Einblick entfalten würden. Es ist erschütternd, denn diese Augenblicke sind ihrem Wesen nach Wegweiser, die nach innen führen: beklagenswert, weil solche Menschen in einer Art von Sackgasse leben und eines Tages zurückgehen müssen.

+ Gleich welche Vorstellung ein Mensch sich von Gott macht, seine geheime innere Verbindung mit Gott wird sich ihm entweder auf der Stufe kurz vor oder auf der Stufe kurz nach dem Tode offenbaren, ob in der gegenwärtigen oder in einer zukünftigen Geburt. Diese OFFENBARUNG ist sein Recht als Mensch. Es ist verbürgt, dass die Welt-Idee, die auch ihn beinhaltet, sich, wenn die Zeit reif ist, in ihrem unwiderstehlichen und zwingenden Lauf verwirklichen muss. Man wird das Aufleuchten selbst erleben und nicht mehr aus anderem Munde davon hören. 

+ Es ist bisher noch nicht hervorgehoben worden, dass diese Lichtblitze   n i c h t   übernatürlich, übermenschlich oder rein religiöse Erlebnisse sind. Wenn die Fortentwicklung der wissenschaftlichen Psychologie den Punkt erreicht, wo sie das menschliche Wesen wirklich in allen seinen Höhen und Tiefen versteht, und nicht nur seine Oberfläche, dann wird sie das einsehen.

+ Selbst wer behauptet oder klagt, er hätte während seines ganzen Lebens nicht ein einziges Aufleuchten erlebt, selbst er wird es am Ende erhalten. Denn es ist ein göttlich vorherbestimmter Teil des Sterbevorgangs.

+ Wenn das echte mystische Erlebnis kommt, bietet sich dem Schüler eine seltene Gelegenheit, eine Stufe in der Evolution des Bewusstseins selbst in Erfahrung zu bringen, eine Stufe, die, allgemein gesprochen, noch weit in der Zukunft der Menschheit liegt. 

+ Heutzutage ist diese mystische Erfahrung bei der menschlichen Rasse eine Randerscheinung. Aber weil sie auch die höchste und letzte Erfahrung des Menschen ist, besteht kein Grund, warum sie im Laufe der evolutionären Entwicklung nicht eine allgemeine Erfahrung werden sollte. 

+ Es wird die Zeit kommen, wo sich herausstellt, dass mystische Augenblicke der Erleuchtung ein rechtmäßiger Teil des menschlichen Daseins sind, innerhalb des normalen Lebensbereiches liegen und Themen darstellen, deren wissenschaftliche Erforschung und Untersuchung wohl begründet ist.

Die Bedeutung mystischer Erfahrung                                                                                                               

+ Ob es aus Liebe zum Schönen oder aus unendlicher Demut des Egos oder aus einem völlig anderen Anlass entstanden ist – dieses Gewahrsein der Gegenwart des Überselbst ist wesentlich für die Vervollständigung und Erfüllung des menschlichen Lebens. 

+ In den Himmel einzutreten bedeutet, in die Erfüllung des nicht irdischen Zwecks des irdischen Lebens zu treten. Und der besteht einfach darin, sich des Überselbst gewahr zu werden. Dieses heilige Gewahrsein bringt eine so große Freude mit sich, dass wir verstehen, warum die Heiligen und wirklichen Asketen imstande waren, alle anderen Freuden zu verschmähen. Der Gegensatz ist unverhältnismäßig groß. Nichts, was die Welt uns  als Anreiz zu bieten hat, lässt sich auf dieselbe Stufe stellen.

+ Einst wird der Mensch sehen, dass irgendwo im Innern etwas Heiliges lebt, das nicht er ist, eine erhabene Macht, die nicht die seine ist. Dann versteht er, dass einer, der diese Entdeckung nicht gemacht hat, nicht wirklich am Leben ist.   

+ Kein Glück, das danach auf ihn kommt, wird ihm je so viel bedeuten, wie das Glück, das er jetzt, in der Erkenntnis des Überselbst, als sein eigen weiß.

+ Das Aufleuchten schenkt einem eine Reise in ein Land, in dem nicht Milch und Honig fließen, sondern Güte und Schönheit, innerer Friede und Weisheit. Es ist der beste Augenblick im Leben. 

+ Etwas Besseres als das göttliche Überselbst kann er nicht finden! Das wäre der entscheidende Augenblick seines ganzen körperlichen Daseins. Aber die großartigste Fortsetzung läge darin, sich auf alle Zeiten in dessen ganzer Fülle und Endgültigkeit niederzulassen.

+ Es gibt kein höheres Glück als diese Entdeckung des wirklichen Menschen.

+ Wir müssen diese Einblicke als heilige betrachten, nicht weniger religiös als jene, mit denen uns Bibeln und Zeremonien versorgen mögen. Und das ist selbst dann der Fall, wenn sie in unseren besten Augenblicken von selbst entstehen oder auf die Kunst, Musik oder Rede  irgendeines Laien zurückzuführen sind. Denn heutzutage brauchen wir, und besonders die jüngeren unter uns, weiter gefasste Definitionen dieser Angelegenheiten.     

+ Moralisch gesehen, ist der kurze Einblick von höchstem Wert, er trägt zu des Menschen Befreiung bei, erteilt guten Willen und Demut, und erhebt seine Ideale, wenn auch nur für eine kurze Zeit. + „Wer sein Leben verliert, wird es gewinnen.“ Wer aus jenen Worten Jesu großherzige Emotionen machen wollte und sie nicht zu metaphysischer Einsicht wandelt, hat nie um die wirkliche Bedeutung jener Worte gewusst. Denn der philanthropische Dienst am Nächsten ist ein edles aber zweitrangiges Ideal, während die mystische Vereinigung mit dem Überselbst eine unbezahlbare und erstrangige Leistung darstellt.

+ Zu wissen, was darüber in Büchern zu lesen oder in Vorträgen zu hören ist, ist freilich weitaus besser, als in völliger Unkenntnis zu sein, aber lebendig die Gegenwart und Wirklichkeit des Überselbst zu  e m p f i n d e n   , Seine Wahrheit mit völliger Gewissheit zu erkennen, das ist weitaus besser als beides. 

+ Einer Frau oder einem Mann kann kein besseres Glück widerfahren als dieses heitere innere Wohlbefinden und diese Gewissheit über die universelle Wahrheit. 

+ Die Freiheit, die man in solchen Augenblicken verspürt, und der Trost, den sie ihm vermittelt, sind ein Zeichen für den Wert des in der Ferne liegenden Zieles. 

+ Jene seltenen Augenblicke der Verzückung und Erbauung, kurz aufflackernder spiritueller Eindrücke und inneren Friedens, sind von unschätzbarem Wert. Sie zeigen dem Jünger, was er zu werden vermag, bejahen die Wirklichkeit des Ideals und machen seine Möglichkeiten offenbar.   

+ Diese mystischen Augenblicke sind das Kostbarste, was der Mensch erleben kann, wenn er es nur wüsste! 

+ In der dunklen Kammer des Lebens eines Menschen flammen diese kurzen Einblicke auf wie Sterne am nächtlichen Himmel.       

+ Wir brauchen diese gelegentlichen Bestätigungen vom Überselbst, die Zeugnis von seiner Existenz ablegen.   

+ Gelingt es ihm, in diese innerste Bewusstseinsregion einzudringen, dann bleibt ihm auch der geheime Zweck der paar Jahrzehnte des irdischen Daseins nicht mehr verborgen.   

+ Was wir wissen, ist so wenig, dass es uns intellektuell demütig machen sollte. Aber das Wenige ist dennoch von größter Wichtigkeit für uns. Denn wir wissen, dass das Überselbst i s t , dass sich die Reise aus dem lärmenden Durcheinander des Egos in seine Stille lohnt, und dass uns Güte und Reinheit, Gebet und Meditation helfen, es zu finden.

+ Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

Ihre Häufigkeit und Dauer                                                                                                                                                              

+ Man kann sich nur für eine kurze Weile auf dieser egolosen Stufe halten. Bald rührt sich das Ego wieder, und die herrliche Gegenwart tritt ihren Rückzug an, denn die beiden passen nicht zueinander.   

+ Diese flüchtigen Einblicke in die Wirklichkeit, die uns wachrütteln und aus der Welt der Illusion reißen, kommen nur in Abständen auf uns. Sie festzuhalten sind wir nicht imstande, aber wir können sie wiederholen.

+ In der dürren Wüste des heutigen Lebens eines Menschen treiben solche Augenblicke selten Blüten.

+ Aber diese  flüchtigen Einblicke, für den Geist so bezaubernd wie der Duft einer Blüte für die Nase, sind im Nu vorbei. Sie lassen sich nicht festhalten. Sie sind kurzlebig.                                   

Kurze Einblicke und Lichterfahrung

+ Das Licht, das eine Tischlampe ausstrahlt, stellt die Existenz der Elektrizität unter Beweis. Das Licht, das in diesen gehobenen Augenblicken in den Geist strömt, stellt die Existenz der SEELE unter Beweis.

+ Alle, die  an die Göttliche Quelle aller Dinge herantreten, treten in den Kreis ihrer MACHT und in die Wahrnehmung ihres LICHTES. 

+ Wenn dem LICHT nicht durch Ängstlichkeit, Unwissenheit oder Egoismus Widerstand geleistet wird, dann wird es sich auf den ganzen Menschen auswirken, wird es seine Anschauung, sein Leben und Bewusstsein radikal verändern.

+ In seinem LICHT beginnt der Mensch zu sehen, was er nicht mit den Augen des Körpers, nicht mit dem Verständnis des Intellekt gesehen hat.

+ Wenn man imstande ist, sich völlig unbeirrt im Licht zu halten, wird das Bewusstsein auf eine höhere Ebene gehoben werden.

+ Lichtmanifestationen: (a) Beben vor Energie, (b) als Überselbst, (c) gedankenfreier FRIEDE oder gedankenfreie FREUDE.

+ Das LICHT mag als Strahl gesandt werden, der das Herz oder den Kopf einer bestimmten Person berührt, um sie aufzurichten oder zu trösten, Emotionen zu befrieden oder Ideen zu erhöhen; es mag auch gesandt werden, um eine Person schützend zu umschlingen.

+ Licht ist auch symbolisch. Verglichen mit der Dunkelheit ist es ein Zeichen von Vergebung und im Gegensatz zu Sündhaftigkeit und Unwissenheit ist es Erkenntnis.

Wie man ein Aufleuchten anzieht                                          

+ Die Vorstellung, es sei notwendig, ein Mönch zu werden oder wie ein Heiliger zu leben, bevor man erwarten könne, diese Erkenntnis zu erlangen, ist falsch. Man muss das innere Selbst finden, und das allein ist genug, uns zu läutern, die Leidenschaften zu bezwingen und unseren Egoismus zu zähmen. Wenn uns die zauberhafte Hand des Überselbst berührt, welkt unsere ganze langjährige Dummheit dahin, und alle Fehler, an denen wir uns krampfhaft festhalten, sterben ab und verschwinden.

+ Das, was der Welt gewahr ist, ist nicht die Welt. Das, was des Egos gewahr ist, ist nicht das Ego. Wird dieses Gewahrsein isoliert, dann „erlebt“ der Mensch das Überselbst.

+ Wenn einer den Versuch machen will, den Geist wahrzunehmen, durch den er die Welt wahrnimmt, dann übt er die kürzeste, direkteste Methode, mit der das Überselbst entdeckt werden kann. Dies ist es, was Ramana Maharshi meinte, als er lehrte: „Verfolge das Ìch` zurück bis zu seinem Ursprung.“                                                                                                   

+ Wer nach jener mystischen Gemeinschaft mit dem Überselbst trachtet, nach jenem sublimen Anblick seines verborgenen Antlitzes, der muss die SUCHE zu seinem Lebensweg machen.

+ Was, so ist gefragt worden, was, wenn ich keine kurzen Einblicke bekomme? Was kann ich tun, um diese brachliegende, eintönige, graue und sterile spirituelle Wüste meines Daseins zu brechen? Die Antwort lautet: wenn du nicht mit Erfolg meditieren kannst, gehe in die Natur, wo sie ruhig oder schön ist; betrachte die Kunst, wo sie erhaben ist und inspiriert; gehe und höre einer großen Seele zu, ob bei einer privaten Unterredung oder einem öffentlichen Vortrag; ergreife die Literatur, finde ein großes, inspiriertes Buch, das einer geschrieben hat, der diese kurzen Einblicke erlebt hat.

+ Wenn ihr den ERKENNENDEN, der in euch ist, zu suchen beginnt und euch vom Gesehenen befreit, das sowohl außer- als auch innerhalb von euch liegt, dann setzt der Übergang von der Unwirklichkeit zur Wirklichkeit an.

+ Das erste Unterscheidungsvermögen des Geistes ist  z u   e r k e n n e n  , ob das erkannte Objekt die Welt um ihn oder die inwendigen Ideen ist. Wird diese Fähigkeit noch tiefer auf sich selbst gerichtet, sind Subjekt und Objekt eins, dann kommt die gedankenherstellende Tätigkeit zur Ruhe, und das  „Ich“-Geheimnis ist gelöst. Der Mensch entdeckt sein wirkliches Selbst oder Sein – seine Seele.

+ Es kann nicht zu denen kommen, die an der Oberfläche der Dinge leben, denn allein die Entdeckung und Erkenntnis seiner Existenz erfordert die tiefste Aufmerksamkeit und stärkste Liebe. Alle menschlichen Kräfte müssen sich vereinigen und nach diesem göttlichen Ereignis suchen. 

+ Es kommen die meisten Lichtblicke zwar natürlich und unerwartet, aber durch die Technik der Meditation ist eine systematische Entwicklung des Erlebnisses möglich.

+ Sollten diese plötzlichen kurzen Einblicke einen Ansporn bieten, eine Untersuchung anzustellen, ob es eine Methode oder Technik gibt, mit der sie sich vorsätzlich wiederholen lassen, dann wird sich herausstellen, dass es sie gibt und dass sie Meditation genannt wird. Hegt man darüber hinaus auch den Wunsch, herauszufinden, ob man sich ihrer ein ganzes Leben lang unentwegt erfreuen könnte, dann lautet die Antwort ja, und dass man, um das zu bewirken, einem Leben, genannt SUCHE, folgen muss. 

+ Wenn das Aufleuchten geschieht, tritt ein Mensch aus sich selbst heraus. Es mag auf seine Bewunderung einer schönen Szene in der NATUR folgen oder auf seine Freude an einem schönen Gedicht oder auf seine entspannte gelöste Gefühlslage, aber in jedem dieser Fälle lässt er sein angespanntes Selbstbewusstsein fahren. Damit ist Platz geschaffen für den Eintritt der Gnade. 

+ Der SEELE bietet sich eine Gelegenheit, sich Gehör zu verschaffen, wenn das bewusste Selbst durch die Schwierigkeiten des Lebens zu erschöpft ist, als dass es Widerstand leisten könnte.

+ Ist es, wenn das GÖTTLICHE formlos, reglos, sprachlos und materielos ist, denn möglich, Es zu erkennen, wenn uns die Suche einen kurzen Einblick in Es beschert? Die Antwort lautet Ja. Allerdings braucht man dazu entweder eine gut entwickelte Intuition oder eine gut geschulte Intelligenz, andernfalls geschieht es durch Glauben.                                                                                                  + Gleich welche Art von Meditation man sich zu eigen macht, es darf nicht vergessen werden, dass das Aufleuchten, das aus ihr kommt, deshalb kommt, weil wir die richtige Bedingung für sein Erscheinen geschaffen haben, nicht etwa weil unser eigenes Handeln es erscheinen macht. Denn es kommt aus dem Reich der Zeitlosigkeit, mit dem wir durch die intuitive Natur irgendwie harmonisiert werden. Unser Tun findet im Reich der Zeit statt und kann nur Dinge bewirken, die von gleicher Beschaffenheit sind.

+ Keiner erlangt das Aufleuchten aufgrund irgendeines Privilegs, sondern durch die Vorbereitung und die Herstellung des Gleichgewichts, mit einem Maß an Läuterung. Das Gleichgewicht herzustellen bedeutet, die Gefühle zu beschwichtigen, wo und wann es vonnöten ist, und sie zu vertiefen, von erlesener Feinheit zu machen.

+ Um ein Aufleuchten zu genießen, ist es besser, allein zu sein, ungestört, ohne abgelenkt zu werden, besser, in der freien Natur zu sein als unter Leuten, besser, inmitten der Wälder, Seen und Berge zu sein, als in den Büros, Empfangszimmern und Fabriken der Gesellschaft. 

+ Wertvoll ist eine Meditation, die immer wieder, ob zu gelegentlichen Augenblicken oder zu festgelegten Zeiten, über das Thema Natur des Überselbst nachsinnt und jedes geringere außer Acht lässt. Solche häufigen Erinnerungen und solche festgelegten Meditationen werden tatsächlich eine Art von Zwiegespräch und sehen sich früher oder später gewöhnlich mit einem kurzen Einblick belohnt.

+ Wenn einer zu diesem Glauben an die Wirklichkeit seines eignen höheren Selbst findet, dann kann er zu aller Erkenntnis kommen, die er benötigt, zu aller Hilfe, die er braucht, vorausgesetzt er nimmt sich seine geistige Führung (intuitiv gespürt) zu Herzen und wendet ihre Gebote auf sein tägliches Leben an. 

+ Wäre das Ego bereit, eine kurze Zeit lang auf seine Herrschaft zu verzichten, dann stünde einem Aufleuchten nichts mehr im Wege. 

+ Uns ewig zu Sich ziehend, Seine Anziehungskraft blockiert von den Schichten der Gedanken, Emotionen, Begierden und Leidenschaften, aus denen das persönliche Selbst sich zusammensetzt, – da braucht es viel Zeit und viele Leben, sich einen Weg zu Ihm freizuschaufeln. 

+ Wenn man am Rande des kosmischen Bewusstseins steht, erkennt man, dass man ein wichtiges Erlebnis erlebt hat, auf das in Abständen andere folgen werden. Durch richtige metaphysische Studien, richtige Meditationsübungen und richtiges philosophisches Handeln wird es einem nicht schwerfallen, sich seines Überselbst in einem gewissen Grad bewusst zu werden, aber ein volles Bewusstsein wird man angesichts der im heutigen Zeitalter so stark ausgeprägten Opposition einer materialistischen Gesellschaft nur schwer erlangen können. Indes bewirkt selbst der Besitz eines Bruchteils dieses weitreichenderen Bewusstseins eine Umwälzung seines Lebens in all seinen Aspekten.

Im Wesentlichen ein Geschenk der Gnade                                                                                      

+ Dieses Aufleuchten kommt selten, weil es so schwer ist, den lauten Aufruhr des Geistes zu stillen – dazu ist nur die GNADE des Überselbst imstande. 

+ Das Aufleuchten ist eine Gnade, die jenen erteilt wird, die sie verdient haben oder jenen, die sie aus richtiger Gesinnung gesucht haben.

+ Jene erleuchtenden Einblicke kommen nicht wie gewollt oder sofort. Sie kommen nicht ein für allemal oder wann es uns lieb ist. Sie kommen und gehen wie der Wind und wann es ihnen passt. Denn sie kommen durch GNADE.

+ Dass sich der Mensch einen Weg zu diesem Erlebnis erarbeiten muss, ist eine Sicht. Dass eine höhere Macht es in ihm    h e r v o r r u f e n   muss, ist eine zweite. 

+ Diese kurzen Einblicke sind nicht eine unmittelbare Auswirkung eigener Bemühungen. Sie sind Erlebnisse des Wirkens der GNADE, Gaben aus dem Überselbst. Echos aus früheren Leben auf Erden oder verspätete Reaktionen auf sein Anklopfen an der Tür. 

+ Sein von seiner Unwissenheit und seinen Grenzen umstelltes „Ich“ ist eine kleine Sache im Vergleich zu jenem „Ich“, das ihn durch die Suche vorwärts und gen Himmel zieht und das er eines Tages werden muss. Aber sein persönliches Selbst, kontrolliert und geläutert, in Schranken gehalten, demütig vor dem Überselbst sich beugend, vermag selbst schon jetzt dankbar flüchtige Anblicke jenes Tages zu erhalten, augenblickliche Enthüllungen, die den Geist segnen und im Herz einen ungeheuren Frieden stiften. Wer der Meinung ist, dass diese Bejahungen nicht auf ihn zutreffen, aber an ihre Wahrheit zu glauben imstande ist, dem kommt die Gnade zum Zeitpunkt seines Todes zu Hilfe.

Annehmen, Pflegen des Aufleuchtens                                                                      

+ Es muss etwas sein, das   i h n    b e s i t z t,     nicht etwas, das er besitzt.

+ Diese glänzenden Augenblicke müssen als das gewürdigt werden, was sie sind, man darf sie nicht mit beiläufiger Freude entgegennehmen. Sie sind Geschenke des Himmels.

+ Wo das persönliche „Mir“ oder „Mich“ den endlosen Kampf für eine Weile einstellt und still bleibt, reglos und passiv, ersteht das unpersönliche „ICH, DAS IST“, das es sanft mit neuem Leben umflutet und seine Wunden mit großer Liebe heilt.

+ Sei passiv und lasse das AUFLEUCHTEN herein. Für eine Weile verlierst du deine Identität, aber der Vorgang geschieht, als ob er ganz natürlich wäre.

+ Fallen dir so große Augenblicke der Gnade zu, dann solltest du ihren wirklichen Wert zu würdigen wissen und dich nicht der nächsten Tätigkeit zuwenden. Du solltest vielmehr eine Pause machen, nichts tun und mit gestillten Gedanken warten, wachsam, geduldig, ehrfurchtsvoll.

+ In anderen Worten, alles, was er in einem solchen Augenblick zu tun hat, ist   p a s s i v   zu empfangen: Keine andere Tätigkeit ist vonnöten. Gedanken an irgendein anderes Thema, auch wenn es seinem Wesen nach noch so erhaben ist, würden einem solchen Empfang den Weg verstellen: Er sollte ihnen keine Beachtung schenken.

Aus „Vom Ich zum Überselbst“ – Autor: Paul Brunton

 

Überselbst / Ego / Offenbarung / Aufleuchten - 2

Das Überselbst verdrängt das Ego

+ Es befindet sich nach wie vor ein Mittelpunkt des Bewusstseins in ihm, nach wie vor eine Stimme, die den Gedanken „Ich bin Ich“ äußern oder fassen kann. Das Ego ist in einem Meer des Seins verloren, nicht aber des Egos Verbindungsglied zu Gott, das Überselbst. Es bleibt nach wie vor übrig.

+ Er verliert das Ego in der ruhigen stillen Heiterkeit des Überselbst, aber gleichzeitig ist es auf geheimnisvolle Weise nach wie vor bei ihm.

+ Mit der Verdrängung des Egos betritt er die eigentliche Gegenwart der Göttlichkeit.

+ Es ist weder das Ego, das an das Überselbst denkt, noch das Überselbst, das an sich selbst denkt. Dieses Erlebnis ist völlig ohne Gedanken. Es ist vielmehr so, dass sich das Überselbst in dem Augenblick meditativ erkennt, in dem das Ego in es gezogen wird.

+ Für die kurze Weile, die es währt, zerstört das Aufleuchten die Herrschaft des Egos.

+ Sein alter Mittelpunkt im Ego ist auf geheimnisvolle Weise verschwunden. An seine Stelle ist sein neuer Mittelpunkt im Überselbst gerückt.

+ Das Bewusstsein wird sich vertiefen, es wird aus dem persönlichen Ego ausziehen und wird das höhere Ego aufnehmen und sich eins mit ihm fühlen. 

+ Dies ist eine neue Bewusstseinsdimension, wo das Bewusstsein zu sich kommt, aufwacht aus der Hypnose der Grenzen, die ihm das Ego auferlegt hatte.

+ In diesem Augenblick kam der Mensch zu sich. Bislang weilte er in fremden Dingen, in seinen Leidenschaften, seinen Gedanken, seinen Emotionen und seinen Begierden.

+ In dieser ekstatischen  mentalen Stille wird der Wille aufgegeben, dem unpersönlichen Überselbst die Herrschaft übertragen.

+ In diesem Sinne wiedergeboren zu werden, in dem Jesus diese Worte gebrauchte, als er zu Nikodemus sprach, bedeutet, das begrenzte und nach außen gerichtete Gewahrsein des Egos  um des unendlichen und nach innen gerichteten Gewahrseins des Überselbst willen zu verlassen.

+ Innerhalb des Lebens des Egos wird ein anderes geboren, das ihm in nichts gleicht und äußerlich nicht wahrnehmbar ist. 

+ Es ist buchstäblich ein Austreten aus dem kleinen Selbst in das befreiende, erleuchtende Überselbst. 

+ In diesem geweihten Augenblick taucht er seine Identität in die WIRKLICHKEIT, die er erreicht hat.

Offenbarung, Erhebung, Bestätigung                                                                                                                                                     + Dieser flüchtige Anblick eines Zustandes, den er nie zuvor gesehen hat, ist eine wirksame Offenbarung. Denn jetzt hat er die genaue Bedeutung jenes vagen Wortes „spirituell“ verstanden, gespürt und klar erlebt.

+ Hier herrscht nicht ein Gewirr von vielen verschiedenen und widersprüchlichen Kulten; der Intellekt wird nicht vor gegensätzliche Theologien oder konkurrierende organisatorische Ansprüche gestellt. Die Stille hebt ihn in eine Stratosphäre, die über allen derartig sinnlosen Alternativen liegt. 

+ Das Aufleuchten schenkt einem Menschen entweder eine Offenbarung oder eine Bestätigung, dass es etwas gibt, das sein alltägliches Leben übersteigt, das heilig ist, schön, befriedigend und mit dem er Zwiesprache halten mag.   

+ Erst wenn er das Ego erkennt, wie es im Überselbst erkannt wird, erst dann kann man von einem Menschen sagen, er kennt sich wahrlich selbst.

+ Für einige wenige aufregende Augenblicke offenbart sich das göttliche Selbst, und dann zieht es sich wieder zurück in die Leere, in der es weilt. Aber das Aufleuchten ist genug, ihm zu verkünden, dass eine höhere Art von Leben möglich ist und es ein Wesen gibt, das über dem Ego steht. 

+ Das Aufleuchten lässt ihn die Bedeutung des Begriffes Überselbst erahnen. Es zeigt ihm – und zwar nicht als eine intellektuelle Idee, sondern als eine verwirklichte Tatsache – etwas von dem Ideal, nach dem er streben soll.

 + In diesen wenigen glänzenden Augenblicken offenbart die Wahrheit sich nicht dem Intellekt, sondern dem inneren Wesen.   

+ Mit diesem Erlebnis der eigenen Göttlichkeit entdeckt er eine Bedeutung im Leben. Von nun an ist er fähig,   b e w u s s t    an der höheren Evolution teilzunehmen, die ihm innewohnt.

+ Das Leben verkündet seine göttliche Absicht nur im tiefsten, geheimnisvollsten und stillsten Winkel unseres Wesens.

+ Das AUFLEUCHTEN stiftet Gewissheit, dass die SEELE existiert, dass Gott ist, dass der Zweck des menschlichen Lebens spirituelle Erfüllung beinhalten muss, um vollständig zu sein, und dass das GUTE, das SCHÖNE und das WAHRE beständiger ist als das SCHLECHTE; HÄSSLICHE und die LÜGE. 

+ Ja, es ist ein wunderbares Gefühl, das mit einem Aufleuchten des höheren Selbst einhergeht; fließt indes auch noch ein Wissen in es ein, eine positive Wahrnehmung, die keiner Diskussion, Interpretation, Formulierung oder Beurteilung bedarf, dann vermittelt es dem philosophischen Suchenden eine Gewissheit, die einer Segnung gleichkommt.

+ Jeder Mensch, der dieses Erlebnis durchmacht und sein Andenken besitzt, beweist sich selbst, dass es eine Unendliche Lebens-Kraft gibt, die das ganze Universum durchdringt – auch dass sie ewig zugegen, vollkommen weise und allwissend ist. Ihr Kontaktpunkt mit ihm ist das Überselbst.

+ Während so unvergesslicher Augenblicke spricht die SEELE zu ihm, klar und doch ohne ein Wort zu tun. Sie mag ihm seine wahre Beziehung zum Universum und seinen Mitgeschöpfen enthüllen. Sie wird ihm mit Sicherheit von sich SELBST berichten. Sie mag ihn von seinem Körper trennen, mag ihn seinen Körper wie aus einer Höhe betrachten lassen, lange genug, um ihn verstehen zu lassen, dass das Fleisch der ärmlichste und unwichtigste Teil von ihm ist. Und sie wird ihn – das ist vielleicht das Beste – sicherlich mit der Gewissheit erfüllen, dass SIE nach seiner Rückkehr zu der Welt einsamen Kämpfens und raschen Vergessens nach wie vor neben und hinter ihm bleiben wird.

+ Ein Aufleuchten mag den Menschen erheben und inspirieren, aber es stellt für ihn vor allem die Tatsache unter Beweis, dass er im Grunde GEIST ist. Dies ist die weitverbreitetste Art von Aufleuchten, indes gibt es ein anderes, das darüber hinaus geheimnisvolle Türen öffnet und Einblicke gewährt in das Wirken geheimer Gesetze und verborgener Vorgänge in der NATUR, Welt und dem Leben des Menschen. Diese Art von Aufleuchten mag passenderweise „eine Offenbarung“ genannt werden.   

+ Diese Erkenntnis kommt am besten durch innere Offenbarung zu einem Menschen und weniger durch äußere Belehrung. 

+ Er weiß, er hat einen Platz im Kosmos, er gehört mit zur Welt-Idee.   

+ In dieser Gefühlsregung herrscht Erkenntnis ohne Gedanken, Verständnis ohne Worte.   

+ Das Erlebnis erklärt ihm den Menschen zum ersten Mal, wirft Licht auf die Tatsache, dass er gleichzeitig auf zwei Ebenen lebt. Es stellt das Ego als die Illusion bloß, die sein Bewusstsein einhüllt, und sein Überselbst als die Wirklichkeit hinter seinem Bewusstsein.   

+ D i e s e     Welt ist der unwirkliche Traum, j e n e      die wirkliche und substantielle. Das lehrt ihn das Aufleuchten.  Für eine kurze Weile sieht er die Welt, als stände er hintere der Bühne eines Theaters, er sieht Schauspieler ihre vorgezeichnete Rolle in einem Stück spielen und Eigenschaften, die nur aufgemalte Darstellungen sind. Er ist sich bewusst, wie restlos unwirklich all dies ist und wie das Gewahrsam, das ihm diese Erkenntnis ermöglichte, in dramatischem Gegensatz dazu das allein Wirkliche ist.   

+ Es sind dies die einzigen Augenblicke im Leben, wo wir die Wahrheit fast sofort so zu fassen bekommen, wie sie ist, unbefleckt von Einimpfungen aus dem Ego.   

+ In eben jenen erbauten Augenblicken hat man die Möglichkeit, sich der Bestätigung der pythagoreischen Vorstellung zu nähern, dass die menschliche Seele eine Ausstrahlung des Universellen Göttlichen Geistes ist. 

+ Diese kurzen Einblicke gehören nicht zum gewöhnlichen Leben; in Wahrheit zeigen sie dessen erbärmliche Gemeinheit und Verwirrung auf, dessen elende Ziellosigkeit und Unzufriedenheit.       

+ Wenn er jene verzückten und erleuchteten Augenblicke mit seinen prosaischen gewöhnlichen Tagen vergleicht, dann hat er einen hervorragenden Anhaltspunkt, was sein Lebensziel sein sollte, was sein wahres Selbst in Wirklichkeit ist, und wie und wo er nach beiden suchen sollte.       

+ Der Schein des Lichtes, das die Herrlichkeit des Überselbst aufzeigt, zeigt auch die Unzulänglichkeiten des Egos auf.                         

+ Es enthüllt ihm ganz direkt, ganz intuitiv, ohne Einmischung des logischen Denkens, welchem Zweck das Leben dient und wozu der Mensch hier ist.

+ Er hat das Gefühl, mit einer kristallklaren Einsicht die ganze Bedeutung des Lebens aller Menschen, aller  Arbeitsvorgänge der Welt aufzunehmen.   

+ Wenn er diesen hohen Grad erlangt, fühlt er, dass er ein integraler Bestandteil des Kosmos ist, in der grenzenlosen WIRKLICHKEIT wurzelt und von ihr getragen wird. Aber das Aufleuchten währt nur einen Augenblick, denn er sieht sich durch eine mächtige Anziehungskraft gezwungen, wieder zu seinem Körper zurückzukehren und damit zu seinem gewöhnlichen Selbst.     

+ Er ist aufgewacht, ein Erlebnis, das alle Widersprüchlichkeiten des Denkens und Glaubens versöhnt und einige der verwirrendsten Rätsel des Schicksals des Menschen erklärt.   

+ Das AUFLEUCHTEN liefert eine überwältigende Bestätigung des Glaubens an ein göttliches Prinzip, eine eindeutige Gewissheit, dass es die Welt regiert und die erneute Versicherung, dass alle Menschen seinem wohltätigen Aufruf zur Güte und Weisheit Folge leisten werden.

+ Diese Augenblicke spiritueller Einsicht geben ihm mehr als viel Studieren es je könnte.   

+ Dann lernt er, dass es einen anderen Teil von ihm gibt, nicht das Ego, das sein Denken und Dasein bislang beherrschte –einen erfreulichen, schönen Teil, der keinen Zwängen untersteht. Dann weiß er, was geistiger Friede wirklich bedeutet. Er sieht, er hat nur als ein Bruchteil seiner selbst gelebt, und selbst der ist durch innere oder äußere Reibung elend gemacht worden.                         

+ Ihm ist klar, dies ist eine neue Art von Erleben, eine neue Art des Erkennens, eine neue Glücksebene, eine neue Lebensqualität. 

+ Wer je die unermessliche Freude des Friedens des Überselbst gekostet hat, wird nicht wieder in die engen Mauern des kleinen Selbst zurückschrumpfen wollen. Denn dann weiß er, dass das UNENDLICHE, die LEERE, das TRANSZENDENTE- nenne er den Verlust des Egos was er will – nicht ein Verlust des Glücks, sondern seine grenzenlose Vergrößerung ist.   

+ Jedes Aufleuchten stiftet ein erneutes Vertrauen auf die Existenz und  die Weisheit des Welt-Geistes.

+ Jetzt hat man eine Offenbarung, die ihr lebendiges Licht auf die Menschen wirft, auf ihr Leben, ihren Charakter und ihre Geschichte. Jetzt hat das Dasein eine weiträumige Bedeutung.   

+ Das Erlebnis ist weder eine abstrakte Annahme noch eine intellektuelle Gedankenreihe. Es wird auf eine äußerst innige und sehr persönliche Weise empfunden. Es ist unermesslich überzeugender als irgendeine Gedankenreihe, und wäre sie noch so logisch und plausibel, je sein könnte.

+ Dieses Erlebnis der höchsten und letzten Einheit aller Dinge und der eigenen Teilhabe an dieser Einheit ist in der Praxis der Mystik freilich gut bekannt – speziell in der Naturmystik, aber auch in einigen Arten der religiösen und mit Sicherheit in der philosophischen. Die erste Auswirkung ist, dass man sich nicht alleine fühlt, weiß, dass das Universum hinter einem steht, und dass es nicht vonnöten ist, von Ängsten, Sorgen und Furcht zermalmt zu sein, die ja alle zum kleinen Selbst gehören. Ein derartiges Erlebnis ist tatsächlich ein ausgezeichnetes Gegenmittel dafür.       

+ Mit dem Aufleuchten kommt Offenbarung. Er hat das Gefühl, zu einer unsterblichen Rasse zu gehören, dass hinter allen Dingen eine innere Wirklichkeit liegt und die höchste und letzte Wirklichkeit eine mildtätige ist.         

+ Mittels dieses Lichtes in seinem Geist wird er die heiligen Schriften, die heiligen Schriften der ganzen Welt, mit einer neuen Leichtigkeit zu verstehen beginnen.   

+ Beim mystischen Ereignis des AUFLEUCHTENS wird dem Betreffenden die Intuition zuteil, dass er   d o r t h i n    gehört; hier vermag er Ruhe zu finden.   

+ In diesem Augenblick der Erleuchtung ist man imstande, einen Blick in das Bild des eigenen Selbst zu werfen, zu sehen, was das Beste und Höchste in ihm ist und es von nun an als sein Ziel und Ideal zu bejahen.           

+ Das Erlebnis zeigt ihm auf eine lebendige, leuchtende und unvergessliche Weise, dass es ein Dasein jenseits des Körpers gibt und ein Bewusstsein, das das persönliche übersteigt.   

+ Was er jetzt weiß, weiß er außerhalb allen Zweifelns, unverrückbar und unerschütterlich.   

+ Wenn dieses treffliche Aufleuchten zu einem Menschen kommt, bringt es ihm Sicherheit. Jetzt weiß er, dass GOTT IST und    w o    er ist.   

+ Die Offenbarung steigt langsam auf, still, in der Tiefe: sie stolpert nicht und fährt so lange fort, solange er sie nicht durch eigene Gedanken unterbricht oder stört. In Wirklichkeit ist sie sein eigener innerster Führer und Guru, sein höheres Selbst.

+ Dann, in diesen Augenblicken der Erleuchtung, sieht er schließlich ein, dass es alle diese Übel zwar geben mag, aber er sieht auch ein, dass sie vergehen werden.   

+ Aus diesem Erlebnis weiß er, dass er am Anfang einer Liebe steht, von der die Welt normalerweise nichts weiß, einer Güte, die sie selten wirken sieht und einem Verständnis, das im Lauf des Lebens Licht in dunkle Winkel wirft. 

Nach dem Aufleuchten – Lasse den Glanz nicht verblassen 

+ Ihm ist das Aufleuchten zuteil geworden. Die Zeit danach ist wichtig. Denn die Rückkehr zu seinem üblichen Selbst und den üblichen Menschen um ihn herum stellt eine günstige Gelegenheit dar, eine Veränderung vorzunehmen, angesichts der Enthüllungen dieses Erlebnisses einen neuen Anfang zu machen. 

+ Präge dir jede Einzelheit des AUFLEUCHTENS ein. Es ist eine nützliche Übung, jede Einzelheit des Erlebnisses aufzuschreiben, solange es noch frisch ist. Die Aufzeichnung bleibt ihm erhalten, die Freude nicht.   

+ Man sollte die durch das AUFLEUCHTEN hervorgerufenen heiligen Gefühle vor der zerstörenden Kraft der Welt und vor der eigenen Neigung schützen, sie durch hastig gewaltsame Bewegungen oder nutzloses, unwichtiges Geschwätz zu vertreiben.       

+ Das Aufleuchten vergeht, und das gewohnte tägliche Selbst kehrt zurück. Die einzige und einfache Größe des einen geht in den unzähligen Trivialitäten des anderen verloren.

+  Das Aufleuchten vergeht, bei einer Handvoll langsam, bei den meisten rasch, seine Auswirkungen treten in der Erkenntnis zutage, dass das Leben größere Möglichkeit birgt und sein Inneres voll erhabener Ideen steckt.   

+ Es ist nicht einfach und mag eine langwierige Übungszeit und Schulung des Gedächtnisses erfordern, aber vielleicht bleibt einem selbst inmitten des Getöses der Arbeit der Welt noch etwas von diesem Nachglanz erhalten.

+ Im Nachglanz dieses Erlebnisses mag man seine heilende Kraft empfinden, die Nerven und Herz von ihrer sorgenreichen üblen Verfassung heilt oder seine läuternde Kraft, die den Geist von seinen unerwünschten und lästigen Gedanken befreit. 

+ Je näher man an das Überselbst herantritt, um so weniger spricht man darüber. 

Mögliche negative nachträgliche Überlegungen 

+ Wenn man unerfahren ist im Leben des Geistes, seine Gesetze nicht kennt und nichts von seinen Methoden weiß, dann mag man das Verblassen des Aufleuchtens falsch verstehen. Man mag lange jammern und zu viel klagen, womit man jene schreckliche Zeit der dunklen Verlassenheit der Seele heraufbeschwört. 

+ In den Genuss des Aufleuchtens gekommen zu sein, es dann aber im Leben zu ignorieren oder es nur um der Erhöhung des Egos willen nutzbar zu machen, bedeutet, sich absichtlich selbst anzulügen, die Wahrheit bewusst zu hinter gehen.

Bleibende Auswirkungen       

+ Nur jene, die sie spürten, können um das völlig befriedigende Wesen jener Liebe wissen, die zu solchen entflammten Augenblicken zwischen dem Ego und dem Überselbst hin und her fließt. Sie mögen noch am selben Tag vorüber sein, aber danach werden sie sich im Streben eines ganzen Lebens widerspiegeln.   

+ Die Tatsache bleibt bestehen: Die Bewusstwerdung des Überselbst hinterlässt eine herrliche Spur, ein auffallendes Zeugnis, dass es einem Menschen widerfahren ist. Es bringt neue und subtile Kräfte, eine veränderte Sicht der Mitmenschen und Ereignisse und in der eigentlichen Mitte seines Wesens eine tiefe Ruhe. Wird ihm sein ursprünglicher kurzer Einblick in die spirituellen Möglichkeiten des Menschen gewährt, so ist er unermesslich erhöht. Entdeckt er die dynamische Macht des Überselbst zum ersten Mal und vernimmt er den schönen, versteckten Rhythmus seines Lebens, wird sein Herz wie das Herz des Herkules, und er geht für Stunden, Tage oder Wochen wie auf Luft. Er beginnt, seine fleischlichen Begierden auf ihren wahren Wert zu schätzen und tritt sie nieder. Ihm wurde gestattet, die Früchte des Geistes zu kosten, und er weiß, allein sie sind gut.   

+ Es mag unglaublich scheinen, dass ein so kurzer Einblick eine derart große Auswirkung zeitigt, ein so vages Verständnis eine derart tiefschichtige Offenbarung schenkt, aber so ist es nun einmal.       

+ Man wird zumindest eine erweiterte Vorstellung vom Leben gewinnen und höchstenfalls einen edleren Charakter. Besser noch, man wird zum ersten Mal spüren, wie es ist, ein inneres Gleichgewicht zu erlangen. 

  + Wenn der Mensch entdeckt, dass er selbst Träger göttlicher Kräfte ist, hört er auf, hin und her zu rennen und nach anderen Menschen zu suchen.   

+ Ist der erste Beitrag des Bewusstseins ein unbewusster, der den Menschen intuitiv an das erinnert, was er wirklich ist, aber verloren zu haben scheint, so ist der zweite ein bewusster. Er besteht darin, sein Interesse an der Festigung des höheren Gewahrseins wachzuhalten und ihn daran zu hindern, die Verfolgung dieses Ziels zu vergessen. Das heißt, es besteht darin, ihn auf der SUCHE zu halten.

 + Das Aufleuchten ist nicht von Dauer, seine Befriedigung kurzlebig; aber es lässt einen Rest von Hoffnung und Offenbarung zurück, was die unbeständigen und flüchtigen Freuden der Welt niemals zu tun imstande sind.

+ Es verblassen und verlassen ihn nicht nur die Begierden und Gelüste, sondern auch die naseweise Neugierde, die auf jeder Ebene, von reiner Tratscherei bis zu den erhabensten naturwissenschaftlichen Forschungen, zum Ausdruck kommt.

+ Die Stille setzt seiner Suche ein Ende oder vielmehr ihren Kämpfen und Bemühungen; sollte  sie aber vergehen, was gewöhnlich der Fall ist, dann wird er zumindest wissen, wonach er wieder suchen soll.

+ Das Leben kann nie wieder so gewöhnlich, so alltäglich sein wie zuvor, noch so, als ob man diese lebenswichtigen Augenblicke göttlicher Erbauung nie durchgemacht hätte. Der weiß glühende Punkt ihrer Inspiration ist zwar verloschen, aber vergessen kann man ihn nie. Er wird in seiner Zielrichtung und der Qualität seiner Lebensweise nachhaltig zum Tragen kommen.

+ Jedes flüchtige Sichtbarwerden des UNENDLICHEN hilft dir, das Endliche fahren zu lassen, dich von deinen Besitzgütern und Leidenschaften loszumachen.

+ Hier ist das Gute und Schöne, das die weltlichen Gegenstände und weltlichen Geschöpfe nicht besitzen. Daher kann der Mensch, der sie einmal kurz zu sehen bekommen hat, nie wieder völlig zufrieden sein mit dem, was die Welt zu bieten hat, sondern wird sich immer wieder von der Vision dieser höheren Möglichkeit für den Menschen verfolgt und angezogen sehen.   

+ Das Aufleuchten zeitigt mehrere Ergebnisse: Es rüttelt schlafende Geister wach, flößt Suchenden Mut ein, beflügelt Ernsthafte und treibt ihre Entwicklung voran.   

+ Heutzutage ist das Gefühl, die Zeit kann warten, eine Seltenheit, aber es steigt auf, wenn das Aufleuchten kommt. Dann zieht die Erkenntnis ein, dass es dumm ist, sich wegen Verabredungen abzuhetzen, hinter Terminen herzujagen, zur Arbeit oder zum Einkaufen zu rennen, und besser, auf diese Dinge mit Gemach zuzugehen oder gar trödelnd.   

+ Das Aufleuchten erlöst von Zweifeln, Lasten, Ängsten, Depressionen und anderen unfruchtbaren Gemütsverfassungen, an denen das Ego kranken mag. Das ist äußerst willkommen, hält aber selten lange an. Es ist ein augenblicklicher oder zeitweiliger Zustand. Er ist niemals gänzlich oder auf immer verloren; gewöhnlich bleibt ein Überrest, wenn auch nur in der Erinnerung. 

+ Wiewohl er sehr genau und klar versteht, was ihm geschieht, geht die spirituelle Entwicklung Hand in Hand mit der Entwicklung eines gesteigerten weltlichen Gewahrseins. Es ist ein Gefühl dafür, was andere Menschen sind, in welcher Gefühlslage sie augenblicklich stecken und was ihre allgemeine Veranlagung ist. 

+ Die denkwürdigen Zeiten, da er auf die Stufe des Gewahrseins und der ehrfurchtsvollen Anbetung des wahren GOTTES gebracht wird, die Augenblicke, wo ihn der erleuchtende Blitz ganz und gar durchdringt, sie mögen weitreichende Auswirkungen auf seine späteren Jahre haben. Denn dann kann er das Leben des Egos so sehen, wie es wirklich ist und neue Entscheidungen darüber treffen, Entscheidungen, zu denen er erst nach seiner Befreiung aus den Fesseln des Egos hat kommen können. 

+ Ein AUFLEUCHTEN schenkt ihm das Selbstvertrauen, dass er auf dem rechten Weg wandelt und ermutigt ihn, voranzugehen.

+ Selbst ein kleines Aufleuchten mag zu einer folgenschweren Entscheidung führen. Denn das Wichtige ist die   Q u a l i t ä t   des Bewusstseins.   

+ Die Frage, ob einer ein Mystiker oder Yogi ist, ist leicht genug zu beantworten, wenn wir erst einmal verstehen, worin seine Bewusstseinslage besteht und was der mystische Zustand wirklich ist. Alle Annalen der versunkenen Vergangenheit und alle Erlebnisse der lebendigen Gegenwart teilen uns mit, dass jeder, der ihn betritt, seinen natürlichen Egoismus schwinden fühlt, seine heftigen Leidenschaften beschwichtigt, seine rastlosen Gedanken gestillt, seine von Sorgen geplagten Emotionen befriedet, seine gewohnte Weltsicht spiritualisiert und seine ganze Person gefesselt weiß von einer seligmachenden überirdischen Macht. Hat er diese Art von Bewusstsein je besessen? Seine Worte und Taten, seine persönliche Ausstrahlung und psychologischer Selbstverrat sollten mit vereinter Stimme verkünden, was er ist. Niemand, dem es zur Gewohnheit geworden ist, in einen derart gesegneten Zustand zu treten, könnte sich je dazu bewegen lassen, einen seiner  Mitmenschen zu hassen oder ihm Schaden zuzufügen.

+ Die Motive und Reaktionen eines spirituell intuitiven Menschen liegen notwendigerweise auf einer höheren Ebene als die eines Menschen, der sich nur von tierischen und weltlichen  Zwängen getrieben sieht.

+ Man  schält sich aus dem alten Menschen, der man war, aus der vom Ego durchsetzten Natur, wie eine Schlange aus ihrer Haut. 

+ Es kommt eine Zeit, da ihm aus der Stille in ihm die spirituelle Lenkung zuteilwird, die er für seinen weiteren Weg braucht. Manchmal wird sie ihm als ein zartes Gefühl zuteil, manchmal als ein starkes, manchmal in Form einer klar formulierten Mitteilung und manchmal aus den äußeren Umständen und Ereignissen selbst. Sie spricht und lehrt nicht nur ihn, sondern manchmal spricht und lehrt sie ihn auch für andere. So groß ist die Wirkung des GÖTTLICHEN LEBENS, das jetzt in zunehmendem Maße in ihm wirkt.

Beharrlichkeit                                                                                  

+ Wir sind uns gewöhnlich der Gefühle und Gedanken des Egos bewusst, aber in uns steckt viel mehr als das. Da ist das wahre Selbst, von dem, das Ego lediglich eine schlechte Karikatur ist. Gelänge es uns, zu diesem elementaren Bestandteil unseres Selbstseins vorzudringen, so würden wir uns nie wieder mit einem völlig egoistischen Leben zufriedengeben – der Lockruf der SUCHE würde uns immer wieder in den Ohren klingen. Und eben jene seltenen, flüchtigen Einblicke, jene gesteigerten Augenblicke, wo sie einer Gegenwart inne werden, die höher und gesegneter ist als ihr gewöhnlicher Zustand, eben jene sind es, die die Menschen in ihrem Bemühen, jener Augenblicke und Stimmungen wieder habhaft zu werden, zur SUCHE bringen. Man fängt sie wieder ein, aber nicht durch eine positive und bestätigende Bewegung des Willens, sondern dadurch, dass man sich der sanftesten und zartesten Sache in der Psyche des Menschen – der Intuition – hingibt und sie bejaht. 

+ Ein weiterer Zweck der flüchtigen Einblicke besteht darin, ihm zu zeigen, wie groß seine Unwissenheit über die Wahrheit wirklich ist und ihn dadurch in seinem Bestreben anzuregen, sich dieser Unwissenheit zu entledigen. Denn sie werden das auf Einbildung oder bloßer Mutmaßung beruhende Wesen so vieler Dinge erhellen, die er bisher für wahr hielt. 

+ Ein einziges Aufleuchten wird alle Zeugnisse bieten, die seine Vernunft braucht, alle Beweise, nach denen seine Urteilskraft verlangt, dass es ein Reich Gottes gibt, und dass es das Beste aller Dinge ist, wonach ein Mensch je suchen könnte.     

+ Was im Aufleuchten gesehen worden ist, muss jetzt ins Herz und in den Geist genommen werden, ins Denken und Gedächtnis, in das  ganze Wesen des Menschen. Von da ab soll er unter anderen als einer handeln und leben, der für ein höheres Schicksal bestimmt ist als ein halbtierisches, nicht voll menschliches, blindes Dasein.

+ Das Aufleuchten ist ein denkwürdiges Erlebnis, aber es ist nicht genug. Es weist einem eine mögliche Zukunft, gibt einem eine neue Weltsicht, aber von nun an ist man verpflichtet, all dies in sein alltägliches Leben und sein ganzes Wesen zu bringen. Das erfordert Zeit, Übung, Geduld, Wachsamkeit, Selbsttraining und mehr Feingefühl.

Flüchtige Einblicke und dauerhafte Erleuchtung                                                                       

+ Es liegt zwischen Sucher und ÜBERSELBST, seinem Geist und der WAHRHEIT, eine dicke Schicht von Begierden, Egoismen, Leidenschaften und Einbildungen. Erst wenn man sich durch sie durchschlägt – d.h. erst wenn man sich in diesen Dingen züchtigt und sich selbst nicht nachgibt – erst dann kann man damit rechnen, mehr zu erhaschen als AUGENBLICKE, die verblassen. 

+ Man darf nicht vergessen, dass das Aufleuchten nicht das Ziel des Lebens ist. Es ist ein Ereignis, etwas, das anfängt und aufhört, aber etwas, dessen Beitrag zum philosophischen Leben, zu dessen alltäglichem Bewusstsein, dessen gewöhnlich stabilisierter Natur von unermesslichem Wert ist. Das philosophische Leben ankert fortwährend und für immer in der göttlichen Gegenwart; das Aufleuchten kommt und geht in dieser Gegenwart. Das Aufleuchten ist außergewöhnlich und erregend.     

+ Was er angefangen hat, muss er zu Ende bringen. Er muss weitermachen, bis der Friede, das Verständnis, die Stärke und die Güte dieser seltenen erhabenen Stimmungen zu einer fortwährenden Gegenwart in ihm geworden sind. 

+ Eine fortwährende Einsicht, allzeit gegenwärtig, das ist das Ziel, nicht ein vergängliches Aufleuchten.   

+ Was er gewonnen hat, ist gut, aber nicht genug, ist mystisch, aber nicht philosophisch mystisch. Denn es ist jetzt nur ein Aufleuchten, wo es doch erst noch beständig werden muss; es ist jetzt noch teilweise, wo es doch erst noch voll werden muss. Seine ausgeprägte Gegenwart sollte innig und unzertrennlich, aber auch klar und vollständig sein. Wo die Einsicht fortfährt, gleich womit man sich zur gegebenen Stunde gerade beschäftigt, dort kann sie philosophisch genannt werden.

+ Ein Aufleuchten ist nur ein Anfang, und jene, die willens sind, es zu ergründen, sind vielleicht bereit, Philosophie zu lernen und in Erfahrung zu bringen, warum diese Welt nur eine Hülle ist. Man muss in es eindringen, muss die Hülle entfernen und den Kern bloßlegen, wenn man ein wahreres Verständnis von der Welt und sich selbst gewinnen will.

+ Wiewohl kein Denkakt imstande ist, DAS zu fassen, was völlig jenseits des Denkens liegt – denn es ist das Allerheiligste -, mag man, indem man die Aufmerksamkeit tief genug treibt, wie Moses stehen und das Gelobte Land wie aus der Ferne betrachten. Oder man mag still werden an Körper und Geist und es dadurch schauen. Diese Wirkung wird ein AUFLEUCHTEN genannt. Sollte die GNADE sich aber um ihn schlingen und seine Suche beenden, dann darf ich leider nicht mehr schreiben. Warum wird der Füller angehalten? Weil die Antwort für jeden verschieden ist, persönlich, weil sie von GOTT allein gegeben werden muss, denn ER  ist der wirklich Gebende, nicht ein anderer Mensch. 

+ Zwischen dem normalen Aufleuchten und dem philosophischen Weg besteht ein Unterschied. Beide kommen zu Ende; aber der philosophische Sucher vergisst es nie und kehrt unablässig zu ihm zurück, benützt sein Andenken, um unentwegt an der Transformation seines Selbst zu schaffen und lässt die Vision niemals aus dem Auge. 

+ Es ist möglich, für sein wahrhaftes inneres Selbst offen zu sein, möglich, um seine Gegenwart zu wissen, seine Schönheit und seinen Frieden. Und diese Möglichkeit lässt sich nicht nur klar erkennen, sondern auch zur Gewohnheit machen. Sie kann sein Normalzustand werden.   

+ Diese wunderbare Verfassung des Herzens muss dereinst natürlich werden und fortdauern. Und das kann erst geschehen, wenn das Ego zu Boden geschleudert ist und erst, wenn die ganze Psyche des Menschen teilnimmt am Kampf um Selbsteroberung.   

+ Es ist des Menschen höchstes Glück, allzeit in diesem Himmel des BEWUSSTSEINS zu weilen, nicht nur einen flüchtigen Blick auf es zu werfen, so wunderbar das auch sein mag. 

+ Weil er    w e i ß   , wovon er spricht, kann er wahrlich sagen: „In mir lebt ein göttliches Element!“ Obschon es ihn weit vom durchschnittlich Guten oder Frommen entfernt hat, ist es nicht genug. Ihm obliegt es weiterzugehen, auf dass er zu dem Ort gelange, wo er, gehorsam, geläutert, der Welt-Idee bewusst, hinzufügen kann: „Jetzt wirkt dieses Element in mir.“ Damit fällt  die Tyrannei des Egos ab.

Aus „Vom Ich zum Überselbst“ – Autor: Paul Brunton

 

Achtsamkeit und mentale Stille

Achtsamkeit

+ Vergesst nicht, euch auch weiterhin selbst zu beobachten, über euch selbst zu wachen, euch bewusst zu werden, was ihr gerade denkt, empfindet, sagt oder tut. Dies ist eine der wertvollsten Übungen auf der SUCHE.

+ Was man auch gerade tut, es wird sich, wenn man es täglich einige Male wiederholt, als sehr nützlich erweisen, die Übung zu einem nicht vereinbarten Augenblick und in einer unerwarteten Stellung unvermutet zu beenden. Es ist notwendig, den ganzen Körper in genau der Stellung erstarren zu lassen, in der man sich zum Zeitpunkt des Befehls befindet. Das muss sich selbst auf den Gesichtsausdruck erstrecken und auf den Gedanken, der einem gerade durch den Sinn geht. Dies ist eine der „Wachheits“ – Übungen. Sie werden im Sitzen, Stehen, beim Gehen, Arbeiten, Essen oder  unterwegs ausgeführt.

+ Diese Übung der Selbst-Überwachung muss sich täglich und stündlich vollziehen, denn auch die Störungen durch niederdrückende Stimmlagen und destruktive Gedanken kommen täglich und stündlich.

+ Zum Schluss wirst du keine Trennung machen zwischen der Routine des Alltags und der Meditationszeit – denn dein ganzes Leben wird eine ununterbrochene Meditation werden. Dann werden deine Handlungen sich in dieser Sphäre abspielen. Aber am  Anfang musst du diese Trennung vollziehen.       

+ Denkt an das Überselbst, während ihr in eurem täglichen Leben und in euren Beziehungen zu anderen, in Stunden der Plackerei oder Freude oder dem einen oder anderen Zeitabschnitt eures Lebens eurer täglichen Arbeit nachgeht.

+ Der Weg der Achtsamkeit im Buddhismus, bei dem man sich jeder physischen Handlung als ein von der Handlung selbst Getrenntes vorsätzlich bewusst ist, stellt einen Zustand her, der anders ist als der der normalen Person, die äußerlich die gleiche Handlung vollziehen mag. Er entwickelt die Konzentration und ein Gewahrsein, das letztendlich zu dem Gewahrsein des Wesens selbst führt, das die Übung praktiziert. Der normale Mensch geht ganz in der Handlung, den Gedanken und dem Gesagten auf und hat kein getrenntes Gewahrsein von ihnen. Die Übung der Achtsamkeit macht einen bewusst verantwortlich für das, was man gerade tut, was man gerade denkt und was man gerade sagt, ganz abgesehen von dem, was man beobachtet und hört. Sie erhellt von innen mit einer intensiven Konzentration. Dies ist eine geistige Übung, in der sich die buddhistischen Mönche täglich schulen und die für andere Suchende von Nutzen ist.

+ Kraft dieser Übung der Achtsamkeit ist alles, was der Schüler tut und  alles, an dem er arbeitet, nicht mehr die bloße Arbeit oder Tätigkeit selbst.  Es ist auch ein Teil seines spirituellen Trainings, seiner Selbstdisziplin, seiner Konzentrationsübung und letztendlich seines getrennten Gewahrseins und seiner getrennten Verantwortung für sich selbst.

+ Eine nützliche Übung schult euch darin, das Gewahrsein auf den Körper zu übertragen, wo und wann ihr diesen gerade benützt. Dies wird dadurch bewerkstelligt, dass ihr, die Füße langsam bewegend, so langsam als es euch möglich ist ein Zimmer durchquert, über einen Hof oder einen Platz im Freien geht. Die körperliche Bewegung muss mit der vorsätzlichen Anstrengung einhergehen, zu   w i s s e n  , was man gerade tut, auf jeden Schritt nach vorne achtend, sich ganz darauf konzentrierend. 

+ Diese Übung ständiger Erinnerung nützt einem Menschen nicht nur weil sie ihm in einem innerlichen, aufbauenden Sinne hilft, sondern auch weil sie ihm praktisch hilft, indem sie verhindert, dass er schlechte Angewohnheiten annimmt. 

+ Verantwortlichkeit lässt sich ihren eigenen Maßstäben zufolge nicht einfach abtun. „Unsere Gedanken gehören uns“, wie Shakespeare sagt.

+ Du wirst und solltest in gesteigertem Maße darauf achten,  die Gedanken, die dir durch den Sinn gehen, einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen. Und nach jeder derartigen Untersuchung wirst du die Gelegenheit beim Schopfe packen, diese Gedanken zu läutern, zu korrigieren, zu verbessern oder aufzurichten und so eine gewisse Macht über sie auszuüben.   

+ Er kann auch Bücher als einen vorläufigen Lehrer zu der Arbeit an sich selbst verwenden. Studium und Beobachtung des eigenen Verhaltens, Analyse seiner vergangenen und gegenwärtigen Erfahrungen im Lichte seiner höchsten Bestrebungen, der Versuch, sich seiner selbst in unterschiedlichen Situationen unvoreingenommen gewahr zu sein –  all das wird ihm den Weg zu einer direkteren Lenkung durch Intuitionen aus seinem höheren Selbst eröffnen.

+ Es stimmt, der Zeitraum, in dem er jeden Tag versucht, Herr seiner Gedanken zu werden, ist klein, während seine gewohnheitsmäßige Nachlässigkeit in dieser Sache für den Rest des ganzen Tages andauert. Einige Kritiker stellten die Frage, was diese Herrschaft denn nütze, wenn sie mit der Meditationsstunde aufhöre.

+ Selbst während seines Handelns in einer gewissen Situation schult er sich, es zu beobachten.

+ Auch bei Mahlzeiten sollte man mit der Übung fortfahren. Wenn du irgendetwas isst, solltest du dir die Idee vor Augen halten: „Der Körper (nicht   m e i n    Körper) nimmt diese Nahrung zu sich.“ Wenn du irgendetwas besonders Schmackhaftes zu dir nimmst, fasse den Gedanken: „Dem Körper schmeckt diese Speise.“ Beobachte die körperliche Reaktionen die ganze Zeit wie ein unpersönlicher, aber interessierter Zuschauer.

+ Je inbrünstiger die Sehnsucht nach Erleuchtung, umso leichter ist es Erinnerung zu üben.

M e n t a l e   S t i l l e

+ Der höhere Zweck der Meditation ist verfehlt, wenn sie nicht in dem Frieden, in der Stille endet, die das wirkliche Selbst ausstrahlt. Wenn du auch nur einen Anflug davon zu verspüren magst, erkennst du, dass dies das wesentliche Werk ist, das die Meditation für uns tun muss.

+ Die Pflege eines heiteren, stillen Temperamentes fördert die Übung mentaler Stille. Die Pflege mentaler Stille fördert die Erlangung des Friedens des Überselbst.

+ Wenn du solange mentale Stille übst, bis du sie meisterst, wird dir das entsprechend nützen. Denn in ihrer tiefsten Ruhe kannst du die höchste Inspiration finden.

+  Es ist zum Teil deswegen, weil das Überselbst in der Stille auf uns wartet, dass auch wir in Stille an es herantreten müssen.

+ Es ist auch eine Sache des Wartens, des Wartens darauf, dass dein Wesen zur Ruhe kommt. Das Tun besteht einfach darin, dass du störende Gedanken wegfegst und die Aufmerksamkeit auf eine konzentrierte Weise festhältst.   

+ In diesen Augenblicken, da eine geheimnisvolle Stille das Menschenherz erfasst, hat man die Chance zu wissen, dass man nicht eingegrenzt ist auf dieses kleine egoistische Selbst.

+ Könnte der Geist sich nur selbst und nicht seinen Gedanken zuhören, so würde er der Wahrheit vielleicht näherkommen.   

+ Das Selbst bei der Meditation aufzugeben, bedeutet still zu sitzen und das Ego auf die Stimme des Überselbst lauschen zu lassen.   

+ Es ist die Ruhe, die aus tiefer Reflexion geboren wird, der Friede, der ein Lohn für hinreichendes Verständnis ist. 

+ Wenn wir den Geist so schulen können, dass er still ist, wird er sich von trüben Gedanken reinigen und das Licht der Seele durchscheinen lassen.

+ Was das normale Denken nicht erreichen kann, kann das befriedete. Dies geschieht, wo man mental vollkommen und mit Erfolg still wird, wenn auch nur für eine kurze Zeit.

+ Da gibt es die Stille des geistig Uninteressierten und spirituell Tatenlosen. Und dann gibt es noch die Stille des Weisen und Erleuchteten.

+ GOTT wird dein Herz erst betreten, wenn es leer und still ist.

+ Aber warum, so mögt ihr fragen, warum muss der Geist gestillt werden, um GOTT zu kennen? Weil GOTT so geräuschlos und in einer so großen Stille durch das Weltall wandert, dass die Atheisten Zweifel haben, ob es diese göttliche Macht wirklich gibt. Im Stadium verzückter, mentaler, sich vertiefender Ruhe tritt der menschliche Geist an den göttlichen heran und ist imstande, seinen ersten bewussten Kontakt mit ihm herzustellen. 

+ Es fällt dem Menschen nicht leicht zu glauben, sein Geist könnte, wenn er ihn stillhält, eine größere Weisheit empfangen, als wenn er ihn zu Tätigkeit antreibt.

+ Was sie nicht wissen und erst noch lernen müssen, ist, dass es im Geist sowohl eine falsche als auch eine wahre Stille gibt. Die eine mag der anderen in gewissen Punkten ähnlich sein und ist es auch, indes handelt es sich dabei um einen übersinnlichen Zustand und nicht um einen spirituellen. Sie kann täuschen und in die Irre führen oder irdische Dinge korrekt widerspiegeln, aber sie kann sie nicht  die Stimme des Überselbst vernehmen lassen.

+ Wenn das Gehirn zu aktiv ist, blockieren seine Energien das sanfte Einströmen intuitiver Gefühlsregungen. Wenn sie extravertiert sind, blockieren sie die lauschende Haltung, die vonnöten ist, um die sanfte Stimme des Überselbst zu der inneren Stille sprechen zu hören. Mentale Stille muss das Ziel sein. Uns obliegt es, eine neue Art von Hören zu entwickeln. 

+ Für die meisten Menschen liegt es angesichts ihrer gegenwärtigen Lage nicht im Bereich des Möglichen, einen vollkommen gedankenfreien Geist zu erlangen, aber ein zur Ruhe gekommener Geist ist durchaus möglich.   

+ Meditation mag als ein Dialog zwischen dem Meditierenden und seinem vorgestellten höheren Selbst beginnen; sie mag darüber hinausgehen und sich zu einem Dialog mit seinem Überselbst entwickeln. Aber wenn er weitergehen soll, muss aller Dialog aufhören, müssen alle Versuche zu kommunizieren in der STILLE enden.

+ Während das mentale Aufgewühltsein und die Willkür der Emotionen wegfällt durch dieses geduldige Warten, bricht im inneren Wesen eine Stille auf. Dies ist ein zartes, sanftes und wichtiges Stadium, denn es grenzt an die Schwelle, wo eine neue und seltene Art von Erfahrung nahe sein mag.     + Mentale Ruhe, wenn vollkommen erlangt, befreit das zeitgebundene Bewusstsein, das alsbald nur allzu kurz in der ZEITLOSIGKEIT mündet. 

+ Ihr müsst während dieser Stunde vollkommen still bleiben, nicht zulassen, dass der Körper sich bewegt und den Geist ablenkt; wegen der Wechselwirkung dieser beiden Wesenheiten, die eine die andere beeinflussend, wird auch der Geist in zunehmendem Maße still.     

+ Der „natürliche“ (zu der eigenen Natur zurückkehrende) Bewusstseinszustand muss nicht nur erlangt, sondern durch unerbittliches Üben auch beibehalten werden.

+ Das geschäftige Treiben der Welt und der Tumult persönlichen Inanspruchgenommenseins muss innerlich zum Schweigen gebracht werden, nur dann kann sich die Erkenntnis von dem offenbaren, was beiden zugrunde liegt, der WELT-IDEE und dem Ego-Gedanken.   

+ Es ist eine gute Gepflogenheit, seine Fragen und Probleme vor Beginn der Meditation darzulegen und sie dann zu vergessen. Außer wenn es der Meditation gelingt, die Stille zu erreichen, kann eine volle Erwiderung nicht erfolgen. 

+ Mentale Stille ist das, was in Indien meistens Yoga genannt wird. Vom Standpunkt der Philosophie aus ist sie wertvoll,  aber immer noch unzureichend, wo sie lediglich mentale Untätigkeit ist. Es gilt, auch das Ego oder den Gedanken des Egos zu überwinden, so dass man die höhere Macht, das höhere Selbst, den Geist in Besitz nehmen lassen  kann.   

+ Weil das Denken eine Tätigkeit in der Zeit ist, kann es nicht zur ZEITLOSIGKEIT führen. Diese Erlangung erfordert mentale Stille.     

+ Die Klarheit des Geistes, von der dieser Zustand durchdrungen ist, ist außerordentlich intensiv. Sie erhellt jede Person und jeden Vorfall, der in den Bereich des Denkens gerät, aber mehr noch – dich selbst         

+ Erst nachdem diese emotionale Ruhe erlangt worden ist, kann richtiges Denken überhaupt beginnen. 

+ Wie die Bewegung des Geistes verebbt und ihre Drehungen langsamer werden, fallen des Egos Begierden nach seiner Welt und sein Versuch, sie festzuhalten, ab. Was dann eintritt, ist eine wirkliche mentale Ruhe. Der Mensch entdeckt sich selbst, sein Überselbst. 

+ Du durchschaust dich, wie du dich nie zuvor gekannt hast. 

+ Wie weit diese vollkommene emotionale Stille und tiefe  mentale Ruhe doch entfernt ist von dem ganzen Lärm religiöser Streitgespräche, von der ganzen Spannung sektiererischer Kritik, von all den kindischen textlichen Haarspaltereien! 

+ Dann, wenn der Geist still ist, können hohe spirituelle Kräfte, ob aus GOTT  oder vom Guru, einen Menschen erreichen.       

+ Der Körper wird seltsam still, die Sehnen völlig entspannt, der Atem ganz flach; manchmal neigt sich sogar der Kopf.

+ Nur das regelmäßige tiefe Atmen ist ein Zeichen, dass der Geist sich nicht aus dem Körper zurückgezogen hat. 

+ Die Ruhe deckt das essentielle Wesen auf.

+ Ein Geist, der voller Gedanken über Dinge, Personen und Ereignisse steckt, voller Begierden, Leidenschaften und Launen, voller Sorgen, Ängste und Störungen,  ist nicht fähig, einen  Kontakt mit der Sache anzuknüpfen; die sie alle transzendiert. Er muss zuerst zur Ruhe gebracht und geleert werden.   

+ Gedanken flackern über die Leinwand des Bewusstseins wie in einem Spielfilm. Wer hält schon inne, um zu sehen, wie dieses Bewusstsein selbst beschaffen ist und was es zu sagen hat? Ist es nicht an der Zeit, dass der Abendländer die Kunst mentaler Stille lernt?   

+  Es muss die Anstrengung gemacht werden, die Gedanken zurückzuhalten, ihre ruhige Quelle, die tief unter ihnen liegt, zu berühren.          

Aus „Meditation – Praktische Wege zum Überselbst“ – Autor Paul Brunton 

 

Aufmerksamkeit / Konzentration / Meditation

Die Bedeutung der Meditation

+ Bevor euer Geist die Wahrheit verstehen, das WIRKLICHE erlangen und glücklich sein kann, muss er in einen Zustand der Stille eintreten. Es dürfen ihn keine Störungen, keine Erregungen und keine Widerstände hindern. Um einen solchen Zustand zu ermöglichen, müsst ihr ihn zunächst täglich mit Unterbrechungen erlangen, während spezieller Zeiten, das heißt, während der Meditationsstunden. Je mehr sich der Geist daran gewöhnt, seine unfruchtbaren Tätigkeiten auf diese Weise zum Schweigen zu bringen, um so häufiger wird er sich schließlich auch während des Restes des Tages in diesen Zustand versetzt sehen. Schließlich wird diese Gewohnheit zu einem Charakterzug, dauerhaft und ununterbrochen. Hierin liegt ein weiterer Grund, warum regelmäßige Meditationsübungen notwendig, ja unerlässlich für eine vollständige Suche sind.

Der wahre Meditationsweg

+ Es gibt verschiedene Arten von Meditation. Bei der grundlegenden geht es darum, gewisse Gedanken im Geist festzuhalten. Bei der fortgeschrittenen darum, alle Gedanken völlig aus dem Geist zu bannen. Bei der höchsten, um die seligmachende Verschmelzung des Geistes im Überselbst.

+ Wirkliche Meditation ist nicht formell, sondern spontan; nicht vom Intellekt vorgegeben, sondern vom Herzen eingeflüstert.   

+ Was ich natürliche Meditation nenne, das, was aus und durch sich selbst entsteht oder was der Bewunderung für die Natur oder Musik entspringt, ist nicht weniger wert als irgendeine Meditation des Yogi und ist vielleicht sogar besser, weil es ohne künstliche Bemühung zustande kommt. Der Mensch spürt, wie sein inneres Sein schrittweise in dieser schönen Stimmlage aufgeht, die mit einem Gefühl der Stille, inneren Friedens, der Erkenntnis und des Wohlwollens einherzugehen scheint.

+ Die Meditation bewegt sich auf der richtigen Ebene, wenn der Meditierende nur an die Beziehung oder das Streben zwischen sich selbst und dem Überselbst denkt, und sie erlangt ihre höchste Ebene, wo er selbst solche erhabenen Ideen fallen lässt und an nichts anderes denkt als an das Überselbst.

+ Bei dieser Kunst der Meditation geht es am Ende darum, dass man immer tiefer in sich selbst eindringt, bis man zu einer Ebene vorstößt, die jenseits des Egos liegt, wo man das reine Sein betritt.

+ Wenn im Geist keine Eindrücke von der Existenz der äußeren Welt durch die fünf Sinne mehr auftauchen, keine Ideen, Wünsche, Bilder und Gedanken, dann hat man durch Yoga, durch Meditation, dessen Beherrschung erlangt. Die angewandten Methoden mögen verschieden sein, aber das, was man zum Schluss erreicht, ist die Essenz,  Bewusstsein-an-sich, Subjekt ohne Objekt.

+ Man mag sich fünfzig Millionen Jahre lang auf ein  Objekt konzentrieren, aber das wird nur wieder das OBJEKT ergeben, niemals das  SUBJEKT; daher führt die Konzentration lediglich zum Nicht-Selbst, niemals zum Selbst. Keine Übung oder Handlung kann es zeitigen; allein durch das Entfernen der Unwissenheit, allein durch das Trachten nach  DEM; der das Objekt kennt, und nicht nach dem Objekt selbst, kann das Überselbst gefunden werden.

+ Ein richtiges Studium dieses Gegenstandes muss drei Kategorien umfassen: Erstens das Wesen des Geistes, gemäß der Philosophie; zweitens die Wirkweisen des Geistes; drittens die Methode, mit der man Macht über diese Wirkweisen erlangt – Yoga. 

+ Soll die Meditation gemeistert werden, dürfen zwei grundlegende Bedingungen niemals in Vergessenheit geraten. Die erste  besteht darin, die Aufmerksamkeit immer wieder von ihren Abschweifungen zurückzubringen. Die zweite darin, immer tiefer mit ihr einzudringen, bis die stille LEERE erreicht ist. Werdet am Ende eins mit der LEERE. 

+ Zuerst wird der Geist solange festgehalten, bis seine fortwährenden Wandlungen gestillt sind; dann ist es möglich, dessen Identifikation auf das Überselbst umzuschalten. 

+ Der erste Schritt besteht darin, die Gedanken einzufangen und sie kraft  des Willens festzuhalten. Der zweite darin, die Aufmerksamkeit nach innen zu tragen, weg von den Sinnen der körperlichen Erfahrung. 

+ In zwei aufeinanderfolgenden Stufen wird die Kunst der Meditation erzielt – erstens in geistiger Konzentration; zweitens in geistiger Entspannung. Die erste ist positiv, die zweite ist passiv. 

+ Ein Hauptziel im Yoga für Anfänger bildet die Befreiung des Bewusstseins von seiner ständigen Beschäftigung mit dem Körper, der Umwelt und der Persönlichkeit.     

+ Der Geist muss sich nach innen auf sich selbst richten, muss tiefer und immer tiefer sinken, bis er so konzentriert wird, dass er alles oder fast alles Körperbewusstsein ausschließt. 

 + Das während der Meditation angestrebte Ziel ist die Befreiung des Geistes von weltlichen Belangen und persönlichen Wünschen, die Darbringung eines leeren, reinen Gefäßes für das Einströmen des Göttlichen, falls es irgendwann aufgrund deiner Bereitschaft auf dich herabsteigt.

+ Das Ziel besteht darin, sämtliche Gedanken aus dem Geist zu räumen, damit man ihn so zu erleben vermag, wie er ist – rein und klar. 

+ Alle diese Übungen sind nur vonnöten, um eines Menschen Sinneseindrücke und Gedanken von der Welt abzuschütteln, die Angelegenheiten der Person aufzuzeigen, der unentwegten Bewegung des Geistes Einhalt zu gebieten und ihn so an die Schwelle eines tieferen Bewusstseins zu bringen.

+ Man rückt dem WIRKLICHEN in dem Maße näher, wie man seinem persönlichen Bewusstsein zu entrinnen vermag. In diesem Sinne ist die Meditation einfach ein Werkzeug, mit dem diese Stufe erreicht wird. Indes ist sie nur zeitweilig dazu imstande. Ihr Nutzen ist zwar groß, aber von kurzer Dauer. 

+ Diese Übung erfordert, dass ihr euch täglich einige Minuten lang von allen Lebewesen, von ihrer gegenwärtigen Tätigkeit oder etwaigen Störung, losmacht. Geistig müsst ihr von allen anderen menschlichen Wesen so fern sein wie ihr es körperlich auf einer verlassenen Insel wäret. Zu solchen Zeiten dürft ihr mit niemandem außer dem eigenen inneren Selbst Zwiesprache halten.   

+ Es darf nicht vergessen werden, dass die Meditation im Wesentlichen darauf hinsteuert,   l e t z t e n   E n d e s   alle Visionen und Gedanken zu besiegen und einzudringen in das lebendige Kraftzentrum, das am Rande des Überselbst herrscht.

+ Der Geist muss die Maschinerie, die er benützt, übersteigen – den Körper, den Intellekt und die Emotionen – bis er wach und sich seiner selbst bewusst wird.

+ Es ist ein Ziel der Meditation, immer  näher an den  MITTELPUNKT unseres Seins heranzutreten.

+ Das absolute göttliche Sein ist in uns und nirgendwo anders. Dies weist uns die richtige Richtung, in der wir danach suchen sollen. Es gilt, den äußeren Dingen und Lebewesen die Aufmerksamkeit und die sie bewegenden Interessen  und Begierden zu entziehen.

+ Das Ziel besteht darin, das BEWUSSTSEIN an sich aus dem Gedankengewirr zu lösen. Die Methode darin, die Gedanken immer und immer wieder wegzufegen.

+ Es ist eine Kunst, bei der man durch die Konzentration auf einen Gedanken lernt, sich erstens geistig aus seiner Umgebung zurückzuziehen, und zweitens durch das Fallenlassen allen Denkens in den Geist einzugehen.   

+ Sobald der eine Gedanke unterdrückt ist, taucht an seiner Stelle ein neuer auf. Die Fähigkeit des Intellekts, die eigene Tätigkeit aufrechtzuerhalten, ist ungeheuer. Daher lässt sich das Ziel nicht am besten durch das Zermalmen jedes einzelnen Gedankens erlangen, sondern durch eine andere, tiefer schürfende Methode. Das heißt: Macht die eigentliche Quelle der Gedanken ausfindig! 

+ Es gibt verschiedene Arten von menschlichem Bewusstsein – das Körper-, Traum- und transzendentale Bewusstsein. Die Meditation gräbt einen Schacht vom ersten zum dritten.

+ Zuerst muss man sich ganz und gar vertraut machen mit den zur Herstellung der angestrebten Ergebnisse erforderlichen Bedingungen; und dann muss man so geschickt werden, dass man sie bei jeder Sitzung durch Wiederholung herstellen kann. 

Stufen der Versenkung

+ Es gibt eindeutige Stufen, die eure Fortschritte kennzeichnen. Zuerst vergesst ihr die größere Welt, dann eure unmittelbare Umgebung, dann den eigenen Körper und schließlich euer Ego.

+ Als erstes macht man seinen Geist leer von allen Dingen, als zweites leer von sich selbst. Das Ziel des ersten Abschnitts dieses Werkes kann man durch eigenes Training erlangen, aber das zweite kann nur durch eine höhere Kraft – die Gnade –  vollendet werden. Es beginnt mit Unwissenheit und endet mit Wissen. 

+ Geschicklichkeit kommt mit der Zeit, vorausgesetzt es wird allen anderen Bedingungen und Erfordernissen Genüge geleistet. Die Aufmerksamkeit geht durch zwei aufeinanderfolgende Stadien. Im ersten wird sie fest auf ein Bild, eine Idee oder ein Objekt geheftet. Im zweiten werden diese ausgegrenzt und sie wird auf eine erhabene leere Stille geheftet.

+ Die erste Stufe der Meditation besteht in dem Versuch zu verhindern, dass die Aufmerksamkeit abschweift, indem man sie festzurrt an einer bestimmten Idee oder Ideenlinie. Die nächste Stufe besteht in einem möglichst vollständigen der Aufmerksamkeit aus der physischen Umwelt. Die dritte darin, den Gegenstand des Denkens auf eine abstrakte, nicht –physische Ebene zu heben und darin aufzugehen. Die vierte Stufe stellt einen Wendepunkt dar. Lasst die Gedanken fallen, verweilt in mentaler Stille. 

+ Bei den Stufen der sich vertiefenden Meditation sind schrittweise folgende zu unterscheiden: Erstens ein allgemein schwaches und vages Fixieren der Gedanken auf das Bestreben oder Objekt; zweitens ein allgemeiner Rückzug der Aufmerksamkeit, weg von sämtlichen äußerlichen Dingen; drittens eine eindeutige, aber unterbrochene Konzentration der Gedanken auf das Bestreben oder Objekt; viertens eine fortwährende und ununterbrochene Konzentration auf dieselben; fünftens, wird das Objekt aus dem Brennpunkt fallengelassen, aber die konzentrierte Einstimmung mit Erfolg in reiner Selbst-Kontemplation aufrechterhalten.

+ Die Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Stufe sind: a) auf der ersten bemüht man sich nicht, das Thema oder Objekt zu verstehen, auf das sich die Aufmerksamkeit richtet, wohl aber auf der zweiten; b) die Konzentration mag auf jedes beliebige materielle Ding oder jede beliebige geistige Idee gerichtet werden, aber die Meditation muss entweder logisch oder intuitiv auf das Denken über ein spirituelles Thema gerichtet werden.   
Auf der dritten Stufe durchdringt dieses Thema den Geist so vollständig, dass die Denktätigkeit aufhört und die Gedanken und Vorstellungen verschwinden. Der Meditierende und sein Thema sind nun vereint; letzteres ist nicht etwas von ihm Getrenntes. Beide verschmilzen in einem einzigen Bewusstsein. Alle Wahrnehmungen der Außenwelt, alle körperlichen Sinnestätigkeiten des Sehens, Hörens und Berührens auszuschalten, ist Ziel und Zweck der ersten Stufe. Man ist auf ihr angelangt, wenn man sich vollkommen auf ein Thema oder ein Objekt zu konzentrieren vermag. Alle Bewegungen der inneren Welt, alle geistigen Tätigkeiten des Denkens, vernünftigen Überlegens und Vorstellens auszuschalten, ist Ziel und Zweck der zweiten Stufe. Auf ihr ist man angelangt, wenn das Thema oder Objekt das Gewahrsein so vollkommen durchdringt, dass der Meditierende sich selbst vergisst und infolgedessen sogar vergisst, darüber nachzudenken. Er ist es! Alle Gedanken und Dinge und sogar das Gefühl, ein getrenntes persönliches Dasein zu haben, auszuschalten und in der Kontemplation der EINEN UNENDLICHEN LEBENSKRAFT zu ruhen, aus der man hervorgetreten ist, ist Ziel und Zweck der dritten Stufe.

+ Die ganze Arbeit, die es auf dieser ersten Stufe zu leisten gilt, besteht darin, für die richtigen äußeren Bedingungen zu sorgen, die Emotionen zu besänftigen, das Atmen zu überprüfen und die Aufmerksamkeit zu konzentrieren. Erst wenn all dies zur Genüge erlangt worden ist, ist man bereit für die zweite Stufe – die eigentliche Meditation – , deren Ziel darin besteht, sich seinem höheren Selbst voller Sehnsucht zuzuwenden. Alles davor ist lediglich eine Vorarbeit, die es einem möglich macht, sein geistiges Augenmerk  unverrückbar auf das Hauptziel zu richten, welches später, während der zweiten Stufe, auftaucht.

 + Der Zweck dieser ersten Phase besteht darin, den Geist still zu machen, ihn zu vertiefen und darin zu stabilisieren, die Unrast der Gedanken und das Auf und Ab der Emotionen zu Ende zu bringen. Aber dies ist nur eine Vorbereitung auf das den wirklichen Zweck der Meditation erfüllende Werk. 

Früchte und Auswirkungen der Meditation      

+ Durch diese einfache – aber keinesfalls leichte – Tat, sich in sich selbst, in sein inneres Selbst zurückzuziehen, begibt man sich auf den Weg, der zur Entdeckung des höchsten Schatzes des Menschen führt, der in einer anderen Sphäre verborgen liegt.

+ Die Meditation, falls erfolgreich, verwirklicht zwei große Ziele: Sie zieht den Geist nach innen und befreit ihn aus seiner leiblichen Gefangenschaft, und sie erhebt den Geist auf eine himmlische Stufe der Vereinigung mit dem Überselbst.

+ Ein Maßstab eures Erfolges bei diesen Übungen ist der zunehmende Grad, in dem ihr ein inneres Leben verspürt, ein feineres gedanklich-emotionales Wesen innerhalb eurer eigenen Persönlichkeit.

+ Diese Gepflogenheit getreulich und mit Erfolg aufrecht zu erhalten, bedeutet, eine Quelle lebendigen Wassers zu finden, aus der man direkt zu trinken vermag und die einen sättigen, erfrischen und befriedigen kann.   

+ Zu beobachten, zur Kenntnis zu nehmen, zu untersuchen und darüber nachzusinnen, wie der Geist arbeitet, tief genug einzudringen und ihn aus der Begrenzung zu befreien, die der Körper ihm auferlegt – dies führt schließlich zu dem Verständnis, wie jener Mechanismus zu einer Falle wurde und bewirkt eine weitreichende geistige Erlösung.

+ Wenn man der Meditationsstunde einen viel größeren Wert beimisst als die meisten Abendländer, wenn die Gepflogenheit als der entscheidende Mittelpunkt des Tages akzeptiert wird – kurz, wenn sie unerlässlich wird -, wird der Lohn, was eure höhere Bildung und persönliche Läuterung, größere Selbstbeherrschung und Freiheit von Ängsten angeht, reich sein. 

+ Wenn man täglich zum MITTELPUNKT seines Wesens zurückkehrt, durch Meditation den Zugang zu ihm offen hält, entzieht man sich in zunehmendem Maße der Vorherrschaft des Körpers und der Einseitigkeit des Intellekts. Das heißt, man wird mehr und mehr man selbst, sieht sich immer weniger von den eigenen „Werkzeugen“  eingeschränkt. 

+ Wenn ihr die Fähigkeit entwickelt, eure Meditation aufrechtzuerhalten und ablenkende Gedanken abzuwehren, so könnt ihr in weltlichen Belangen eine gelassenere Sicht gewinnen und in spiritueller eine klarere.

+ Wenn ihr euch nicht von eurem Vorsatz abbringen lasst, kommt unweigerlich der Tag, da ihr in der Meditationsstunde eine Stunde täglicher Segnung seht, eine Stunde, auf die ihr euch freuen sollt und durch die ihr euch nicht mehr lediglich durchzukämpfen braucht. In der Tat, je mehr ihr euer inneres Leben vertieft, um so größer wird in euch das Verlangen, bei diesen Übungen alleine zu sein. Ihr werdet darauf achten, unnötigen Zusammenkünften mit anderen aus dem Wege zu gehen. Für euch sind die Stunden nutzlosen leeren Geschwätzes zu Ende. An ihre Stelle treten die köstlichen Früchte der Meditation. Jetzt ist die Zeit eines der wertvollsten Dinge, die ihr besitzt, und sie darf nicht mehr aus Gedankenlosigkeit vertrödelt werden.

+ Die Meditation erweist ihren Wert, bietet ihren besten Nutzen und geht in die Kontemplation über, wenn sie am tiefsten ist; denn dann verebben die Gedanken, ist das Ego ausgeschaltet und versinkt die Mühsal der materiellen Welt im Nicht-Sein.

+ Eine regelmäßige Meditationspraxis sollte folgende Auswirkungen haben: Beseitigung der Hast und Eile sowie des Drucks und der Rastlosigkeit, von der das moderne Leben im Westen geprägt ist. An ihre Stelle treten Ruhe, Geduld und Entspannung. 

+ Zu predigen, zu lehren, zu lenken, zu inspirieren und dienlich zu sein – die Früchte der Meditation mögen nicht während des Aktes selbst, sondern irgendwann während des Tages oder der Nacht zu sehen sein. 

+ Es wird eine Zwiesprache zwischen dem Menschlichen und Göttlichen in uns, ein abenteuerliches Suchen und Finden des Eins seins mit dem Überselbst.

Hört auf zu denken

+ Hört auf zu denken! Das dickste Buch über Yoga kann euch über das praktische Ziel des Yoga nicht mehr lehren als – bringt eure Gedanken zur Ruhe!

+ Die Richtlinie ist, macht den Gegenstand ausfindig, der euer Temperament am meisten anspricht, durch den, wie die Erfahrung zeigt, der Zustand geistiger Konzentration am wirksamsten hergestellt werden kann.

+ Gebietet über eure Gedanken während des ersten Abschnittes der Meditation; lenkt sie vermöge eures tatkräftigen Willens auf ein eindeutiges Thema! Lasst sie nicht vage umherschweifen! Setzt eure Macht über sie mit einer positiven Anstrengung durch! 

+ Die vielen Gedanken, die eure Meditationen so nachhaltig stören, können ausgelöscht werden, vorausgesetzt, ihr strengt eine Suche nach ihrem Ursprung an.

+ Der erste Teil der Übung erfordert, dass ihr alle Gedanken, Gefühlsregungen, Bilder und Kräfte vertreibt, die nichts mit dem Gegenstand, Gebet, Ideal oder Problem, das ihr als Thema wählt, zu tun haben. Ihr dürft nichts anderes in das Bewusstsein eindringen lassen oder müsst die durch die alte Unruhe des Geistes bereits verursachten Störungen unverzüglich auslöschen. Bei einer solchen Auslöschung solltet ihr stets ausatmen.. Indes solltet ihr jedes Mal, wenn ihr euch wieder auf das gewählte Thema konzentriert, einatmen.

+ Die Meditation eine gewisse Zeitlang aufrechtzuerhalten, sich zwingen, dazusitzen während die ganzen gewohnheitsmäßigen körperlichen und mentalen Instinkte ihn drängen, die Übung einzustellen, erfordert die Mobilisierung der inneren Kraft, um gegen Unaufmerksamkeit oder Müdigkeit anzukämpfen. Ist sie erst einmal geweckt, so wird man aufgrund eben dieser inneren Kraft schließlich imstande sein, immer länger zu meditieren.

+ Jedes Mal, wenn der Meditierende merkt, dass er  vom Weg abgekommen ist und nicht mehr an das gewählte Thema denkt, hat er wieder von vorne anzufangen und wieder über es nachzudenken. Vielleicht muss man diesen Vorgang, den Weg immer neu zu finden, während jeder Meditationssitzung wiederholen.

+ Die Meditation ist erfolgreicher, wenn man den Atemrhythmus bei Beginn so ausgleicht, dass das Einatmen in etwa so lange dauert wie das Ausatmen und das Einatmen etwas tiefer und das Ausatmen etwas länger währt als sonst. 

+ Das Ziel besteht darin, erst einmal schrittweise auf eine Verlangsamung der Denkhandlung hinzuarbeiten und sie später ganz zur Ruhe zu bringen.

+ Ein undisziplinierter Geist wird sich unausweichlich gegen die für diese Übungen unerlässlichen Anstrengungen wehren. Dies stellt einen schwierigen Abschnitt für den Übenden dar. Das Gegenmittel ist, sich aufzuraffen, den Willen zu mobilisieren und den Kampf immer wieder aufs Neue anzupacken, bis der  Geist, wie ein Pferd, sein Training annimmt und zu gehorchen lernt.

+ Ihr müsst damit beginnen, den Aktivitäten eures Geistes eine disziplinierte Aufmerksamkeit zu schenken.

+ Der intellektuell Veranlagte versucht das, was er tut und sieht, zu analysieren, mit dem Ziel, es besser verstehen zu können. Aber das Endergebnis ist, dass er den transzendenten Teil der Erfahrung verliert; ein Gedankengang kann nur einen anderen Gedankengang erzeugen. Er muss willens sein, die Denktätigkeit zu Beginn der Übung einzustellen. Dies ist wesentlich für den Erfolg beim Meditieren.

+ Ihr müsst versuchen, geistig im Gleichgewicht zu bleiben, dürft es nicht von den Nöten und Freuden, die das Leben bringen mag, stören lassen. Dies vermögt ihr nur zu tun,, wenn ihr den Geist auf irgendeinem Punkt, irgendeiner Idee, irgendeinem Namen oder Symbol, das ihn in einen glücklichen Schwebezustand versetzt,  ruhen lasst und ihn nicht davon zurückzieht.

+ Es genügt nicht, Gewalt über den Körper, über dessen Bedürfnisse, Triebe und Leidenschaften zu gewinnen, wiewohl das gewiss eine hervorragende Sache ist. Euer Fortschreiten darf nicht dort aufhören. Denn ihr müsst euch nach wie vor mit euren Gedanken befassen, müsst erkennen, dass sie aus dem Ego stammen, es nähren und pflegen und ihr auch über sie Macht erlangen müsst.

+ Das erste Gesetz des Lebens als Schüler verlangt, dass ihr die eigenen Gedanken einer Kontrolle unterwerft. 

+ Macht über das Denken zu haben und es erhabenen Themen zu weihen, bringt mehr inneren Frieden und mehr Kraft. 

+ Man muss sich genug Zeit gönnen, um erstens den Zustand der Konzentration zu erlangen und um ihn zweitens aufrechtzuerhalten.

+ Man muss den Gedanken jedes Mal , wenn sie abschweifen, eine entschiedene Wende in die gewählte Richtung geben.

+ Selbst wenn er meditiert, mag der Schüler die Feststellung machen, dass in seinem Bewusstsein Gefühlsregungen, Gedanken, Erinnerungen oder Begierden und andere Bilder seiner weltlichen Erfahrung auftreten. Er darf sich nicht an sie binden, indem er ihnen Beachtung schenkt, sondern sollte sie unverzüglich von sich weisen. 

Übt konzentrierte Aufmerksamkeit

+ Das erste Ziel der Meditation ist eine zunehmende Abkehr des Geistes von den Dingen und von den Gedanken dieser Welt, bis er zur Ruhe gekommen, passiv ist und selbst den festen Mittelpunkt bildet. Aber bevor er überhaupt ein Ziel erreichen kann, muss die Aufmerksamkeit eine Konzentration erlangen, die so geschärft ist wie der starre Blick eines Adlers.

+ Jede Meditationsübung muss, wenn sie wirksam sein soll, mit einem Brennpunkt beginnen. Sie muss sich mit einer bestimmten Idee oder einem bestimmten Thema   befassen, wenn sie auch nicht damit zu Ende zu kommen braucht.

+ Wenn es heißt, der Gegenstand der Konzentrationsübung soll ein einziger sein, heißt das nicht, er soll ein einziger Gedanke sein. Dies bleibt entweder fortgeschrittenen Stufen oder spirituellen Erklärungen vorbehalten. Gemeint ist ein einziges Thema. Dies beinhaltet eine ganze Reihe von Ideen. Indes sollten sie logisch zusammenhängen, sollte die eine Idee sozusagen der anderen entspringen. 
Übung: Wenn ihr ganz in der Aufführung eines Theaterstücks oder der Lektüre eines Buches aufgeht, befindet ihr euch unbewusster weise auf der ersten Stufe der Meditation. Lasst den Keim dieser Aufmerksamkeit, d.h. den Inhalt, plötzlich fahren, aber versucht, das reine, konzentrierte Gewahrsein beizubehalten. Wenn euch das gelingt, stellt dies die zweite Stufe dar.

+ Als erstes obliegt es euch, die Aufmerksamkeit umzuschulen. Ihr müsst ihr eine neue Richtung geben, sie auf ein neues Ziel lenken. Ihr müsst sie in euch selbst lenken und sie mit tiefer Innigkeit und großer Liebe auf die Suche nach der SEELE richten, die dort versteckt liegt.

+ Es steckt in uns allen eine unsichtbare und unhörbare Kraft. Wer kann ihr Rätsel entziffern? Der, dem es gelingt, das Instrument zu finden, mit dem sie freigesetzt werden kann. Der Wissenschaftler nimmt seinen Dynamo und erzeugt damit Elektrizität. Der nach Wahrheit Suchende konzentriert seinen Geist auf sein inneres Wesen und erschließt sich die geheimnisvolle KRAFT hinter dem Leben. Sein Instrument ist konzentriertes Denken.

+ Diese Technik bewirkt höchstes sittliches und mentales Bewusstsein. Sie weist zwei unterschiedliche Phasen auf, die es zu unterscheiden gilt. Die erste beinhaltet den Gebrauch der Willenskraft und die Übung der Selbstzucht. Die zweite, darauffolgende, beinhaltet die Umlenkung der Kräfte beim Streben nach dem Überselbst, sie kann die das Ego zur Ruhe bringende Phase genannt werden.

+ Alle Konzentrationsübungen, alles Lernen und Meistern der Konzentration erfordert zwei Dinge: Zuerst ein Objekt oder Subjekt, auf dem man die Aufmerksamkeit unerschütterlich ruhen lassen kann; zweitens ein hinreichendes Interesse an diesem Objekt, um ein gewisses Gefühl dafür zu erzeugen. Sobald dieses Gefühl tief genug wird, sterben die durch andere Gedanken verursachten Ablenkungen ab. Jetzt hat man Konzentration erlangt. 

+ Den Geist zur Ruhe zu bringen, kann und muss das Ruhigstellen der Sinne beinhalten.

+ Wenn die Versenkung eine Tiefe erreicht, auf der ihr kaum etwas außerhalb Liegendes seht oder empfindet, und ihr euch der Dinge vor oder um euch nur schwach gewahr seid, so ist das für philosophische Zwecke gänzlich genug. Eine volle Trance ist weder notwendig noch wünschenswert.

+ Dieses Werk, bei dem die Aufmerksamkeit und mit ihr der Sinn des „Ich seins“ nach innen bis zu ihrer eigentlichen Quelle zurückgetrieben werden, darf nur so lange mit Denken einhergehen, bis ihr es beenden könnt oder es von selbst aufhört. Hierauf findet dieses Werk seine Fortsetzung in einer gestillten und gleichmäßigen Suche. Wenn nun die Notwendigkeit der Suche zu Ende kommt, verschwindet der Suchende, wird das „Ich“ reines „Sein“, hat es seinen Ursprung gefunden. Bei diesen täglichen oder nächtlichen Sitzungen besteht euer Werk darin, der diffusen Aufmerksamkeit, die euren Normalzustand darstellt, den Rücken zu kehren und euch der konzentrierten, für euer Fortkommen so unerlässlichen Aufmerksamkeit zuzuwenden und sie aufrechtzuerhalten.

+ Gib Suchenden diese Reihe von Täglichen Übungen auf: 1. Gebet in bestimmter Körperhaltung;          2. Atmen bei bestimmter Körperhaltung; 3. Affirmationen in Form eines Mantras – Halbmeditation;     4. Volle Meditation. 

+ Eine nützliche Übung, die die Erlangung der Konzentration fördert, besteht darin, die Augen zu schließen, die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Stelle am Körper zu lenken und sie dort zu halten.     + Man muss sich schulen, um die Kraft zu besitzen, sich zu konzentrieren; erstens auf eine einzige Gedankenfolge unter Ausschluss aller anderen und zweitens auf einen einzigen Gedanken.

+ Wenn die Konzentrationsfähigkeit gesteigert und verlängert wird, ist der Betreffende bereit für die nächste Phase, die Meditation als solche.

+ Es ist wichtig, dem Verstand eine eindeutige Idee vorzugeben, die er fassen und gründlich betrachten kann, oder eine eindeutige Gedankenreihe, der er folgen und auf die er sich konzentrieren kann. Auf dieser frühen Stufe muss sie aktiv sein, nur auf einer späteren kann sie gefahrlos passiv werden.

+ Die Kunst, das Denken nach Belieben zu fixieren, die Gedanken wie und wann man will zu fassen, ist etwas was wir noch nicht so gut zu schätzen wissen und üben, wie wir es eigentlich sollten. Sie ist so gründlich übersehen und missachtet worden, dass sie einem verschollenen, auf seine Entdeckung harrenden Schatz gleicht.

+ Die Blickübung auf die Nase ist leicht und übt eine beruhigende Wirkung aus. Sie wird in der Gita erwähnt. Man richtet die halbgeschlossenen Augen nach unten auf die Nasenspitze. Während des Starrens darf man weder mit ihnen blinken noch sollte man sie schließen. Bei Müdigkeit sollte man sie freilich schließen und sich ausruhen lassen. Anstrengung und weites Öffnen der Augen sind zu vermeiden. Der Vorgang sollte der Entspannung dienen und erholsam sein. Die ganze Aufmerksamkeit einer aufgeweckten Konzentration sollte im Starren zum Tragen kommen. Diese Übung verleiht Macht über die optischen Nerven und fördert geistige Zielstrebigkeit.

+ Das Geheimnis der Konzentration ist ……… übt Konzentration! Nur kraft größter Anstrengung und unablässiger, fleißiger Bemühungen wird es euch schließlich gelingen, eure Aufmerksamkeit zu meistern. In dieser Richtung ist keine Mühe vergeblich, und man kann zu jeder Tageszeit Konzentration üben.

+ Durch so konzentriertes Denken mögen wir inneren Frieden erlangen. Es ist sicherlich nicht einfach und der in Fesseln liegende Intellekt wird sich eurem Griff wie ein widerspenstiger, gerade in Haft genommener Gefangener zu entwinden suchen. Ihr dürft euch in euren Bemühungen, bewusstes konzentriertes Denken zu entwickeln, keinesfalls beirren lassen, gleich, wie unbeholfen eure ersten Anstrengungen vielleicht sind. 

+ Die Aufmerksamkeit darf nicht schwanken, die Gedanken nicht wandern. Dies ist freilich das Ideal, und man nähert sich ihm, geschweige denn erreicht es, nur nach langem, langem Üben.

+ Die Stufe der Konzentration wird als fest begründet beurteilt, wenn man sie so lange währen lassen kann, dass die Aufmerksamkeit hinreichend von der Umgebung abstrahiert werden und hinreichend im Objekt aufgehen kann und die Übung selbst leicht, müheloser und anziehend ist.

+ Diese Art von Konzentration zu erlangen, bei der man die Aufmerksamkeit aus der äußeren Welt zurückzieht und auf sich selbst richtet, setzt den Entschluss voraus, erst aufzuhören, wenn man dieses Gipfelerlebnis erreicht hat. Alle anderen Gedanken werden im eigentlichen Augenblick ihres Entstehens zurückgewiesen. Sollte man von Anbeginn und auch im Laufe der Anstrengung von inniger Liebe für das Überselbst durchdrungen sein, so fällt die Last schließlich ab und sieht sich von der STILLE ersetzt.

+ Bei jeder Übung – ob mystisch oder körperlich – solltet ihr euch ganz und gar auf sie und auf nichts anderes konzentrieren. Wenn sie gelingen soll, müsst ihr eure ganze Denkkraft und Energie darauf richten. 

+ Der Wille, der die Aufmerksamkeit zu einer feinen punktartigen Konzentration treibt, sinkt von einer Geistesschicht zur anderen, bis er die edelste, klügste und glücklichste von ihnen allen erreicht.

Verschiedene Übungswege 

 + Lasst ihn mit vielen verschiedenen Übungen experimentieren und  so lernen, welche ihm am besten entsprechen und am meisten helfen.

+ Bei der Wahl einer Übung ist es gut, mit der Übung zu beginnen, die einem am leichtesten fällt.

+ Die ausgewogenste Verfahrensweise besteht darin, die Themen und Übungen von Zeit zu Zeit abzuwandeln, um so den verschiedenen Erfordernissen eurer vielseitigen Entwicklung wie auch den verschiedenen intuitiven Bedürfnissen und vergänglichen Gefühlslagen, zu denen es kommen mag, gerecht zu werden.

+ Es ist weder richtig noch falsch, beim Meditieren die Gedanken zu unterdrücken; es kommt vielmehr darauf an, dass man das, was man  anstrengt, auf das besondere Ziel der Übung abstimmt. Daher gibt es also Zeiten, da man die Gedanken sich bewegen lässt und Zeiten, da man sie anhält.

Meditatives Denken –Der Weg des inspirierten Intellekts

+ Welche Erleichterung für einen Menschen, der sich von Ängsten gejagt und von Lasten erdrückt sieht, sich diesen großen unpersönlichen Grundwahrheiten zuzuwenden und sie in der heiteren, friedlichen Stimmung der abendlichen Meditation oder der morgendlichen Andacht in Erwägung zu ziehen.   

+ Täglich und anhaltend über die großen Wahrheiten und über das Wesen des Überselbst nachzusinnen, ist eine lohnenswerte Gepflogenheit. Dadurch beginnen jene rein geistigen Ideen, Wärme, Leben und Kraft zu atmen.

 + Das Überselbst trägt eure Gedanken mit sich herum, wenn sie auch beschränkt und grundverschieden sind, und es führt sie immer näher an seine eigene höhere Ebene heran. Ein so erleuchtetes Denken ist nicht dasselbe wie normales Denken. Seine qualitative Höhe und mystische Tiefe sind unermesslich wertvoller. Wenn eure Gedanken aber an ihr Ende kommen, berührt und bringt sie die GNADE  des Überselbst zum Schweigen. In diesem Augenblick  w i ß t    ihr.

+ Wo das Denken  so bis an seine höchste Grenze geschult wird und sich verklärt, indem es sich in den abstraktesten Themen verliert, springt es sozusagen aus und über sich selbst hinaus und wandelt sich zur Intuition.   

+ Der Unterschied zwischen der ersten Stufe – Konzentration – und der zweiten – Meditation – ist wie der Unterschied zwischen einer Photographie und einem Spielfilm. Auf der ersten Stufe konzentriert man sich ganz auf einen Gegenstand, nur um zur Kenntnis zu nehmen, was er in seinen Einzelheiten, Teilen und Eigenschaften ist. Auf der zweiten geht man indes weiter und denkt von allen Seiten über das Objekt in dessen funktionalem Zustand nach. In der Konzentration beobachtet man das Objekt nur; in der Meditation sinnt man über es nach. Der Unterschied zwischen Meditation und normalem Denken liegt darin, dass das normale Denken weder über die eigene Ebene hinausgeht noch die Absicht hat, sich selbst zum Stillstand zu bringen, während die Meditation auf einer intuitiven und ekstatischen Ebene entspringt, auf der der Denkvorgang selbst aufhört.

+ Gedanken mögen allein aufgrund ihres Vorhandenseins ein Hindernis oder, wenn sie von der rechten Art sind, eine Hilfe für die Meditation darstellen, und die einzig rechte ist die, die sie dazu veranlasst, auf das Bewusstsein zu blicken, das sie übersteigt.   

+ Wenn ein Meditationsthema in Form einer Frage gekleidet sein soll, stellt dies zugleich ein Zeichen dar, dass es sich dabei um eine intellektuelle Meditationsart handelt. Was bin ich ist eine einfache Frage mit einer komplexen Antwort. Bei dieser Übung werdet ihr wiederholt daran denken, was ihr wirklich seid, im Unterschied zu dem, was ihr zu sein scheint. Ihr werdet euch intellektuell, emotional und willensmäßig – soweit ihr es könnt – trennen von eurem fleischlichen Körper, euren Begierden und Gedanken, die Objekte für euer Bewusstsein und nicht reines Bewusstsein an sich sind. Ihr werdet sie damit beginnen, dass ihr euch fragt „Wer bin ich“,  und wenn ihr versteht, dass die niedrige Natur nicht das wirkliche Ich sein kann, geht ihr zur nächsten Frage „Was bin ich“ über. Durch solche häufigen Studien und Untersuchungen des eigenen Selbst werdet ihr der Wahrheit immer näher kommen.

+ In einem gewissen Sinne stellen alle Versuche, über spirituelle Themen zu meditieren, Versuche dar, die Intuition zu wecken. Denn ihnen ist nur dann Erfolg beschieden, wenn die Tätigkeit des denkenden Intellekts gestillt ist und das Bewusstsein in jener tiefschichtigen Stille versinkt, der die Stimme der Intuition selbst entspringt.   

+ Sich diese erhabenen Ideen in und für die Stunden der Kontemplation zunutze zu machen, bedeutet, sich definitive Kräfte zunutze zu machen.

+ Die Übung der Untersuchung des Selbst beginnt mit der Umgebung des Selbst und endet mit seinem Mittelpunkt. Sie fragt: „ Was ist die Welt?“ Danach: „Was ist der KÖRPER?“ Als nächstes: „Was ist der GEIST?“ Dann: „Was ist der Ursprung des Glücks?“ Schließlich, an der Schwelle seines innersten Seins stehend, stellt sie die Frage: „Was bin ich?“

+ Unser Geist hat meistens einen zu beschränkten und zu egozentrischen Ideenbereich. Es ist vonnöten, ihn durch Reflexionen und Meditationen zu erweitern, die hoch abstrakt und vollkommen unpersönlich sind. „Das Weltall ist unendlich und unermesslich. Wie winzig und unbedeutend dieser Planet Erde im Verhältnis zu ihm ist! Wie trivial und unwichtig die irdischen Dinge sind, wenn der Planet es selbst ist! Wie lächerlich, sich von augenblicklichen sinnlichen Freuden einfangen und gefangen halten zu lassen, die nicht einmal so lange währen wie die meisten dieser Dinge!“ Dies stellt ein Beispiel dar, wie diese Übung beginnen könnte.

+ Auf diesen Anfangsstufen kommt es darauf an, wie sehr dich das Thema fesselt, wie groß deine Gewalt über die Gedanken ist, die im Bereich des Gewahrseins erscheinen, wie weit du dich aus der Tätigkeit der körperlichen Sinne zurückzuziehen vermagst.   

+ Jedes Mal wenn ein Gedanke sein Haupt aufrichtet, solltest du ihn als das bewerten, was er ist und ihn beiseiteschieben.  Jedes Mal wenn dich eine Emotion überkommt, solltest du auch sie als das erkennen, was sie ist und dich von ihr lösen. Dies ist der Weg der Erforschung des Selbst, denn während du diese Dinge tust, sollst du den Willen auf die Suche nach dem Mittelpunkt deines Wesens gerichtet halten. Führe diese Dinge mit hartnäckiger Ausdauer aus. Nimm sie in dein Bewusstsein und in dein Fühlen auf. 

+ Wenn ihr aus dieser Art von Übung den größten Nutzen ziehen wollt, solltet ihr, bevor ihr euch am Ende erhebt und euer normales alltägliches Leben fortsetzt, noch einmal ihre Hauptpunkte wiederholen und ihre endgültige Lehre in konzentrierter Form zusammenfassen.

+ Je mehr du zu solchen Zeiten ein Denken übst, das frei von den Sinnen und jenseits des Physischen ist – das heißt im wahrsten Sinne    m e t a p h y s i s c h – umso besser wirst du vorbereitet sein, auf den Empfang des intuitiven Einströmens des Überselbst. 

+ Konzentration hält den Geist auf einen speziellen Gedanken oder auf eine Gedankenreihe gebannt, indem sie alle anderen fernhält. Meditation entfernt den einzigen Gedanken und hält den Geist still. Dies ist ein hervorragender Zustand, indes ist er nicht genug für die, die nach dem WIRKLICHEN trachten. Er muss ergänzt werden durch Kenntnis von dem, was das WIRKLICHE ist und was es nicht ist.   

+ Bei diesen Übungen denkt er an GOTTES Wesen, Eigenschaften und Attribute; er meditiert über GOTTES Unendlichkeit, Ewigkeit und Einheit. 

+ Je mehr wir unsere Gedanken benützen, um ein tiefgreifendes Verständnis von uns selbst, von GOTT und von der Welt zu erlangen, und je mehr wir die Gedanken stillen, um sie, wenn das Göttliche bereit ist ,zu uns zu sprechen, aus dem Weg zu räumen, um so erfolgreicher wird unsere Suche werden und umso mehr werden wir aufwachen aus dem Traum eines unwirklichen Materialismus.

+ Wenn die Gedankenebene nicht aufgegeben und zum Schweigen gebracht werden kann, wird es nicht möglich sein, über die intellektuelle Verständnisstufe hinauszugehen. Und es ist nur eine Minderheit, die diese Stille erreichen und die Fähigkeit entwickeln kann, ihre Erfahrung bis zu einer Verwirklichung der Wahrheit hin zu vertiefen. Die Stille hat einen anderen Namen – entweder Meditation oder Kontemplation.

+ Der Zweck dieses ganzen Denkens soll im Nicht-Denken, in mentalem Stillsein bestehen. Dieser Zustand fällt jedem schwer; bei vielen führt er zu großer Langeweile, aber bei einer Handvoll führt er zu großem inneren Frieden.     

+ Das Thema, das dich am ehesten interessieren, dich nachhaltiger beschäftigen und mehr in Anspruch nehmen wird, ist das beste Thema zur Meditation.   

+ Ein wertvolles, wichtiges und fruchtbares Meditationsthema besteht darin, an das Göttliche Prinzip zu denken, wie es in seinem wirklichen Wesen und absoluten Sein ist und nicht wie die Theologen es sich vorgestellt oder die Schwärmer es sich eingebildet haben.

+ Meditation wird nicht erlangt, wenn der konzentrierte Geist auf einen persönlich und weltlich gearteten Gegenstand gerichtet wird. Reflexion über den Gegenstand führt zu gründlicheren Kenntnissen darüber und zu einem weitgefassteren  Verständnis seiner Bedeutung, aber sie vermittelt nicht mehr. Gleich wie konzentriert der Geist ist, er wird dem Ego nicht entrinnen, noch wird er ihm zu entrinnen suchen. Meditation wird erlangt, wenn der konzentrierte Geist dazu benützt wird, über das Überselbst oder über den Weg zum Überselbst nachzusinnen.

Übungen zur Selbsterforschung

+ Ihr werdet die Fähigkeit entwickeln müssen, hin und wieder Abstand vom persönlichen Selbst zu nehmen und euch einen vollkommen unparteiischen Überblick über dessen Leben, Geschick, Charakter und Treiben zu verschaffen. Während dieser Übung solltet ihr die Einstellung eines unvoreingenommenen Zuschauers einnehmen, der die Wahrheit über es in Erfahrung zu bringen sucht. Aus diesem Grunde solltet ihr es in Ruhe studieren und nicht emotional seine Partei ergreifen.    

+ Ständig musst du deine Meditationen über dieses Thema der Selbstverbesserung wiederholen und sie unerbittlich verfolgen. Unerschrocken musst du der hässlichen Wahrheit über dich selbst ins Gesicht sehen und mit wahrem Eifer Gedanken nähren, die ihr entgegenwirken, bis sie dir in Fleisch und Blut übergehen.   

+ Dein inneres Selbst aus den Banden zu befreien, mit denen die Gedanken, Emotionen, Begierden, Motive und Leidenschaften es umschlingen; zu bestimmen, was man behalten und was man ihm herausschneiden soll, das ist deine erste Aufgabe.   

+ Diese niemals zu Ende kommende Erforschung der Bedeutung des eigenen Lebens und des Lebens der ganzen Menschheit,, diese ununterbrochene Selbstprüfung, was Charakter und Motive anbelangt, beschleunigt die Entwicklung deines Geistes und die Reife deines Egos, beschleunigt die Verwirklichung deiner selbst und die Entfaltung deiner inneren Möglichkeiten.

+ Ihr müsst versuchen, euch eurer inneren Verfassung, eurer Gedanken und Gefühlsregungen, eurer Motive und Sehnsüchte gewahr zu sein – zuerst zu bestimmten Zeiten und später zu allen. Das heißt, ihr habt euch selbst zu beobachten. Es gibt zwei Formen dieser Übung. Bei der passiven beobachtet ihr, ohne ein Urteil zu fällen oder Kritik zu üben. Bei der anderen, der aktiven, vergleicht ihr die eigene Verfassung mit der idealen – indes nicht nach intellektuell gestalteten Richtlinien, sondern durch ein die Gedanken stillendes Warten auf intuitive Gefühlseindrücke .

+ Die Stunde, zu der du dich abends zurückziehst, sollte auch die Stunde sein, zu der du dir die Ereignisse, Handlungen und Gespräche des Tages wieder ins Gedächtnis rufst und gleichzeitig auch ihren Charakter nach einem höheren Gesichtspunkt einschätzt. Aber sobald die Übung zu Ende ist, sollte der Schüler bestrebt sein, sein Denken von aller weltlichen Erfahrung, von allen persönlichen Belangen abzukehren und die lautlose Stille reiner, huldigender Anbetung in sich einziehen zu lassen.

+ Ihr müsst euren Motiven auf den Zahn fühlen und herausfinden, inwieweit sie unverfälscht oder verfälscht, lauter oder unlauter, wahrhaftig oder irreführend sind.   

+ Den Geist mit sich selbst vertraut zu machen, indem man, während man sich in einem Zustand innerer Losgelöstheit befindet, dessen Gedanken beobachtet, stellt den Hauptzweck solcher spiritueller Übungen dar.

+ Wir brauchen eine Technik der Erinnerung, um zu entdecken, was wir noch zu lernen haben, indem wir fortwährend unser ganzes vergangenes Leben analysieren, alle wichtigen Entscheidungen und Handlungen im  Lichte der Ergebnisse beurteilen, zu denen sie geführt haben, und im Lichte der Auswirkungen, die sie sowohl auf einen selbst als auch auf andere hatten. Solche Reflexionen sollten nicht nur in Form von Meditationen, sondern auch dann und wann, wenn man dazu aufgelegt ist, angestellt werden, gleich was man gerade tut. 

Übungen zur moralischen Selbst-Verbesserung                                                                               

+ Du musst dir die genaue Eigenschaft, die du zu gewinnen trachtest bildlich vorstellen, so wie sie sich in dir anfühlt und durch deine Handlung zum Ausdruck kommt.

+ Eine nützliche Meditationsübung besteht darin, dass ihr euch jede in nächster Zukunft mögliche Begegnung mit anderen Menschen oder mit Personen, mit denen ihr zusammenlebt oder zusammenarbeitet oder in Verbindung steht, die womöglich in Provokation, Gereiztheit oder Zorn endet, innerlich ausmalt. Der Schüler sollte sich den Vorfall geistig vor Augen führen, bevor er wirklich auf der physischen Ebene geschieht, und sich bildlich konstruktiv vorstellen, dass er dabei ruhig, heiter und selbstbeherrscht bleibt – genauso wie er in diesem Augenblick gerne sein würde oder sollte.   

+ Meditation ist fruchtbarer, wenn ein Teil davon der Reflexion über Ideale, Eigenschaften und Wahrheiten gewidmet wird, die der Schüler derzeit nötig hat.

+ Man sollte die Meditation mit einem kurzen, stillen Gebet an das Überselbst beginnen und demütig um Lenkung und GNADE flehen. Dabei mag man entweder nach westlicher Art knien oder nach orientalischer Art sitzen. Nach seinem Gebet sollte der Jünger die Stellung einnehmen, in der er gewöhnlich meditiert, die Augen schließen und alles andere vergessen. Daraufhin mag er geistig ein Bild von seinem Gesicht und seinen Schultern entwerfen, als ob er sich unter einem unpersönlichen Gesichtspunkt betrachten würde. Er sollte an die Person im Bild als einen Fremden denken. Lasst ihn zuerst die Fehler und Schwächen des anderen in Betracht ziehen, später aber sollte er ihn sich als eine gewandelte Person vorstellen, die über ideale Fähigkeiten, etwa innere Ruhe, höhere Bestrebungen, Selbstbeherrschung, Spiritualität und Weisheit verfügt. Auf diese Weise wird er eine Tür für das Höhere Selbst öffnen, das ihn so mit seinen in Form von Intuitionen vermittelten Botschaften vertraut machen kann. Er sollte bereit sein,  den großen Anstrengungen der Selbstprüfung und Selbstüberwindung ganze Jahre zu widmen. Damit schafft er die Grundlage für das spätere Werk. Ist der Charakter erst einmal veredelt, so wird ihm der Weg, auf dem ihm Lenkung und GNADE zu Teil wird, nicht mehr versperrt sein.

+ Schöpferische Gedanken-Übung: Du stellst dir mögliche Ereignisse vor, untersuchst vorab, wie du dich dabei verhältst und gibst diesen vorweggenommenen Gedanken und Taten eine neue, auf die höheren Prinzipien gegründete Gestalt.     

+ Schöpferische Meditationsübung: Ihr mögt, falls ihr nachts übt, an wahrscheinlich stattfindende Begegnungen im Laufe des nächsten Tages denken, oder ihr mögt, falls ihr morgens übt, an den bevorstehenden Tag denken oder an die Ereignisse, mit denen an ihm zu rechnen ist und an die Orte, an die ihr euch vielleicht begeben müsst. Ihr mögt euch vorstellen, wie ihr euch unter diesen Umständen verhalten, wie ihr denken und sprechen solltet. Und wenn die Übung ihren Nutzen erweisen soll, solltet ihr stets den Gesichtspunkt des Überselbst, eures besseren, edleren, klügeren Selbst vertreten. 

+ Durch fortwährendes Meditieren über das IDEAL prägt die schöpferische Vorstellungskraft euch das Ebenbild seiner Eigenschaften, Attribute und Vorzüge ein. Es wird in der Tat ein zweites Selbst, mit dem ihr euch in zunehmendem Maße identifiziert.                                                                                                            __________________________________________________________________________________      Aus „Meditation – Praktische Wege zum Überselbst“ – Autor: Paul Brunton

 

Matthäus-Evangelium (Aussagen von Jesus):                                                                                                            

+ Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.                                                                            

+ Unnötige Sorge:  Macht euch nicht Sorge für euer Leben, was ihr essen oder trinken, noch für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Betrachtet die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie?

+ Wer unter euch kann mit seinen Sorgen seinem Lebensweg eine einzige Elle hinzufügen?

+ Macht euch nicht Sorge und sagt nicht: was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns bekleiden? Es weiß ja euer Vater im Himmel, dass ihr all dessen bedürft.

+ Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden. Macht euch daher nicht Sorge für den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jedem Tag genügt seine Plage.

+ Wer sein Leben findet, wird es verlieren;  und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. 

+ Kommt zu mir alle, die ihr mühselig seid und beladen, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen und ihr werdet Erquickung finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Bürde ist leicht. 

+ Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden.  Wer ein  Wort wider den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden; wer aber wider dem Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser  noch in der zukünftigen Welt. 

+ Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, haben sie Rechenschaft zu geben am Tages des Gerichtes. Denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt und aus deinen Worten wirst du verurteilt werden. 

+ Jemand sagte zu ihm: „ Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten mit dir reden.“  Er aber entgegnete dem, der es ihm sagte: „ Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“  „Wer den Willen meines Vaters tut , der im Himmel ist, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.“

+ Jünger:  „Warum redest du in Gleichnissen?“ –  Weil es euch gegeben ist , die Geheimnisse des Himmelreiches zu verstehen, ihnen (Volk) aber ist es nicht gegeben. Denn wer  hat, dem wird gegeben werden und er wird in Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht hören und verstehen.

+ Bei dem unter die Dornen gesät wurde, ist jener, der das Wort hört, aber die Sorge der Welt und der trügerische Reichtum ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. – – Bei dem auf gutes Erdreich gesät wurde ist jener, der das Wort hört und versteht und auch Frucht bringt, der eine hundertfältig, der andere sechzigfältig und der andere dreißigfältig.

+ Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet? Oder was kann der Mensch als Gegenpreis geben für seine Seele?                                       

 

D e r M e n t a l i s m u s (Geist – GEIST – Weltgeist – Weltidee – Bewusstsein – Spiritualität)

(Texte des Autoren Paul Brunton)                      

Die sinnlich wahrgenommene Welt

+ Die Evolution von einer der sinnlichen Wahrnehmung zu einer auf der Idee beruhenden Weltanschauung stellt eine Evolution vom Materiellen zum Spirituellen dar. Ihr Endziel ist erreicht, wo die Wahrheit abstrakter Vorstellungen die Schärfe der Sinneserfahrung transzendiert. 

+ In Wirklichkeit berühren die Hände und sehen die Augen nur die Oberfläche der Dinge. Die Vollständigkeit, die innere Wirklichkeit der Dinge berühren oder sehen sie nicht. In unserer Unwissenheit schreiben wir Formen Wirklichkeit zu, müssen wir unbedingt etwas haben, das wir anfassen und gebrauchen können, wenn wir glauben sollen, dass es wirklich existiert. Die Formen sind dort, wo sie sind, ganz gut, aber sie machen nicht die Existenz aus. Das, was uns mitteilt, dass sie vorhanden sind, das Bewusstsein, das unsere Sinne tätig werden lässt und das Ego veranlasst, die Ergebnisse dieser Tätigkeit zur Kenntnis zu nehmen, steht dem wirklichen Sein näher als die physischen Formen oder mentalen Bilder, die nur ein Zeichen sind, dass es zugegegen ist. Wir halten stets nur  nach Formen Ausschau und gehen so an deren unendlicher Quelle vorbei. Warum versuchen, das Leben rechnerisch zu zerlegen, eine Sache zur Wirkung einer anderen, die wir Ursache nennen, zu machen, während wir nicht im Traum daran denken, dass der sublime Wesenskern beider unwandelbar und nicht erschaffen, formlos und körperlos, die aus sich selbst existierende Wirklichkeit des GEISTES ist!

+ Unser Problem besteht darin, dass sich unsere Vorstellung von dem, was Wirklichkeit ist, fälschlicherweise auf die Welt der fünf Sinne beschränkt, mit der bedauerlichen Folge, dass wir ein Dutzend Wege ersinnen, auf denen wir zum Glück zu gelangen hoffen, es aber niemals erreichen. 

+ Wir sehen ein, dass die fünf Sinne letzten Endes beschränkte Funktionen des Geistes darstellen.

+ Das, was für den menschlichen Tastsinn fester Stoff zu sein scheint, ist nichts anderes als eine mentale Sinnesempfindung. Das Zeugnis der fünf Sinne sieht sich also von tiefschürfender Reflexion entkräftet, und der Geist enthüllt seine über die Illusion der Materie triumphierende Wahrheit.   

+ Unsere  fünffache Sinneserfahrung der physischen Welt ist in Wirklichkeit also unsere indirekte Erfahrung der göttlichen Welt. Der Fehler des Materialisten besteht darin, die erste Erfahrung für die endgültige zu halten.

+ Ihr  werdet durch Erfahrung allmählich einsehen, was die Wissenschaft bereits durch Experimente einzusehen begonnen hat, dass dieses unermessliche Weltall in seiner derzeitigen Gestalt nur für  eure Sinne wirklich ist. Sobald euer Geist von ihnen befreit ist, nimmt er eine ganz andere Gestalt an, wobei die alte zu existieren aufhört. Dann seht ihr euch gezwungen, euren falschen Glauben an die Wirklichkeit der Welt zu korrigieren. Gäbe es nicht mehr als die fünf Sinne, dann würde die Korrektur die Welt zu einer Illusion machen. Aber das Zugegensein des Geistes macht sie zur Idee.

+ Man sollte den Menschen nicht vorwerfen, dass sie Auge und Gehirn zu ihrer Richtschnur für Wahrheit oder Wirklichkeit machen; man sollte ihnen nur vorwerfen, dass sie sich so hartnäckig weigern, die Berichte jener zu beachten, die sich nicht so beschränken.

+ Unsere normale Erfahrung der Welt rührt vollständig aus der Tätigkeit der Sinnesorgane. Aber die Überzeugung von der Wahrheit des Mentalismus kann nur rationalem Denken oder mystischer Erfahrung entspringen. Infolgedessen ist, wer sich auf das Zeugnis der Sinnesorgane beschränkt und dessen Relativität nicht erkennt, außerstande, die Wahrheit des Mentalismus zu erfassen.   

+ Menschen, die glauben, diese Welt der fünffachen Sinneserfahrung sei die einzig wirkliche, können sich nur einen intellektuellen – und was das betrifft nur einen falschen – Begriff vom Überselbst machen.

+ In der Fachsprache der Psychologie werden physisch sichtbare oder spürbare Dinge Sinneswahrnehmungen oder Perzeptionen genannt. Die Vorstellungen, die wir uns von diesen Dingen machen, werden Begriffe genannt. Aber das ist die materialistische Anschauung. Die Philosophie sagt, dass Sinneswahrnehmungen und Begriffe eins und nicht zwei sind.

+ Allein die Tatsache, dass wir nicht mehr als die Erscheinungen und niemals die Wirklichkeit der  Welt wahrnehmen, sollte genügen, diesen veralteten, groben und naiven Materialismus auszuräumen. 

+ Die wirkliche Kraft, zu sehen, zu hören, zu tasten, zu schmecken oder zu riechen liegt nicht im Körper. Eine tiefschürfende, unvoreingenommene Analyse der Physiologie der Sinnesorgane beweist, dass diese Kraft im Geist liegt. 

+ Beim Vorgang der Sinneswahrnehmung werden aus den sich verzeichnenden Eindrücke von der Welt irgendwie mentale Zustände, Ideen. Die Welt selbst nehmen wir niemals wahr, sondern nur Ideen. 

+ Die Sinne bringen euch nicht mit dem in Berührung, was die meisten für die Welt halten, sondern mit der Wahrnehmung der Welt – eine Idee; oder ihrer Projektion – auch eine Idee.

+ Die Menschen leben in der engen Zwangsjacke der menschlichen Sinne, so dass sie niemals wissen, was jenseits dieser äußerst begrenzten und schmalspurigen Wahrnehmungskanäle liegt. Dennoch ist ihre Erfahrung der Welt in Wirklichkeit aus diesem geheimnisvollen Element gemacht, das ihr normales Gesichtsfeld übersteigt. Alles, womit sie in Berührung kommen, ist ihre eigene Idee von dem, was wirklich ist, und niemals die wirkliche Welt selbst. 

+ Alles geschieht in diesen Organen, und ihre ganzen hoch komplizierten Funktionen laufen mit der Genauigkeit einer gut gemachten Uhr ab. Indes geschieht es, ohne dass ihr Besitzer überhaupt etwas davon weiß. Beweist das nicht, dass im Körper etwas ist, das Bescheid weiß und diese Organe steuert?

+ Die Organe an der Oberfläche des Körpers erklären das Wesen und machen die Eigenschaften der Dinge in unserer Umwelt offenbar. Aber ohne den Geist könnte eine solche Erklärung und Offenbarung niemals möglich sein. Dies lässt sich leicht beweisen. Wenn wir den Geist aus den Sinnesorganen zurückziehen, was bei sorgfältiger Gedankenarbeit oder intensiven Erinnerung der Fall ist, entfremden wir die Umwelt und nehmen die darin befindlichen Dinge kaum wahr. Mit anderen Worten, wir nehmen letzten Endes nur das sinnlich wahr, was der Geist wahrnimmt. 

+ Dennoch rufen die zwei körperlichen Sehorgane, die Augen, die bewirken, dass ich zwei Gruppen von Sinneswahrnehmungen erlebe, nur einen einzigen Eindruck in meinem Bewusstsein hervor. Das Erfahren eines Objektes und der Gedanke daran sind zwei verschiedene Dinge. Dies bedeutet, dass der Geist ein vom Körper getrennt Existierendes ist. + Wir legen unseren Maßstab für die Wirklichkeit fälschlicherweise durch das fest, was wir sehen, hören, berühren, schmecken und riechen,  durch die Sinne, die nur mit einem Teil des großartigen Weltalls, das uns umgibt, in Berührung kommen.

+ Selbst die Physiologen sagen uns, dass die Tätigkeit des Geistes notwendig ist, um die Handlung des Sehens zu vollenden. Aber die Philosophie lehrt, dass die Tätigkeit des Geistes sogar nötig ist, um die Handlung des Sehens zu beginnen.   

+ Diejenigen, die sagen, dass alles im Bewusstsein eines Menschen durch die Tore seiner Sinne gekommen sei, vergessen das Bewusstsein selbst.     

+ Gehirngewebe ist nicht Geist. Die mit dem Gehirn durch Nerven verbundenen fünf Sinne könnten nicht ohne Geist wirken, aber Geist kann ohne die Sinne wirken. Wo sind die Sinne, wenn wir ein mathematisches Problem „im Kopf“ ausarbeiten?   

+ Nicht die fünf Sinne sind es, die die äußere Welt kennen, denn sie sind nur Instrumente, die der Geist benützt. Nicht einmal der Intellekt ist es, denn der Intellekt gibt nur das sich aus den gesamten Sinnesberichten aufbauende Bild wieder. Sie sind nicht imstande, selbständig zu funktionieren. Das, was eine Kenntnis von der Welt überhaupt ermöglicht, ist das hinter  den Sinnen und dem Intellekt liegende Prinzip des BEWUSSTSEINS, für das sie einfach Instrumente sind. Es ist wie die Sonne, die die Existenz aller Dinge erhellt. 

– Körper, Gehirn, Bewusstsein

+ Der Geist gibt dem Körper Befehle, macht also Gebrauch von ihm. Die Übertragung verläuft stufenweise, erst durch den Willen, dann durch die Energie, die Vibration der Nerven, die Muskelkontraktionen und schließlich durch die Bewegung. Genauso wie der Geist nicht direkt auf den Körper einwirkt, so wirkt der Körper durch denselben schrittweisen Prozess auf den Geist, aber in umgekehrter Reihenfolge.

+ Woher kommt unser Bewusstsein? Aus dem Gehirn sagen die Materialisten, und wir können nicht behaupten, dass sie ganz Unrecht haben. Was sie indes lernen müssen, ist, dass das Bewusstsein, wiewohl es sich durch das Gehirn ausdrückt, nicht dort beginnt. Seine  Existenz geht ihm voraus.   

+ Jene, die den Geist auf das Gehirn einschränken, sind unachtsam. Der ganze Körper bezeugt seine Gegenwart, indes nicht auf dieselbe hoch spezialisierte Weise wie das Gehirn.

+ Die  Philosophie schlägt einen klügeren Weg ein. Statt Geist und Materie als ewige Gegner aufzustellen, ist  sie bestrebt, das wirkliche und wahre Verhältnis zwischen beiden ausfindig zu machen.

+ Wer sich weigert, die Tatsache des Geistes,  als ein vom Gehirn Getrenntes, anzuerkennen, spricht die größte Ablehnung aus – die von sich selbst!

+ Geist ist seine eigene Wirklichkeit. Er benötigt keine „Materie“, aus der er sich herleiten müsste.

+ Die wichtigste aller metaphysischen Tatsachen – die Tatsache des eigenen Bewusstseins – wird völlig falsch ausgelegt. Die ungeheure Bedeutung,  die man ihr beilegen sollte, misst man stattdessen nur dem Körper bei.       

+ So sehr hängen Charakter, Anschauung und Denkungsart des Menschen vom physischen Körper – von seiner Gestalt, Verfassung, Gesundheit und von seinem Schicksal – ab, dass die materialistische Identifikation des Selbst völlig plausibel zu sein scheint. Sie ist gewiss ein Teil des Selbst oder ein Ausdruck des Selbst; wenn wir aber die Vorstellung vom Selbst so tief und abstrakt als möglich analysieren, machen wir die Entdeckung, dass die materialistische Sicht ein Hirngespinst ist. Denn was bleibt dann übrig? Bewusstsein!   

+ Bewusstsein existiert wirklich, während die Dinge, die es bekannt macht, nur vorhanden sind, wenn sie wahrgenommen, gefühlt oder sonst irgendwie durch eines oder mehrere der fünf berichtenden Instrumente sinnlich erfasst werden. Dieses Bewusstsein ist an und für sich immer das Gleiche, unwandelbar, die eine Sache in uns, in der Gedanken und Körper in Erscheinung traten und von der sie wieder verschwinden. 

+ Die Welt ist sowohl eine Erfahrung als auch ein Bild im Geist. Das Gehirn ist eine Maschine zur Herstellung von Gedanken; es ist ein Ausdruck des Geistes und ist dennoch selbst im Geist.

+ Es ist falsch zu glauben, der Körper mache, über das Gehirn, seine eigenen Gedanken. Um diesen Fehler richtig zu stellen, stellt die Annahme auf den Kopf und seht ein, dass Gedanken Projektionen aus dem GEDANKEN sind, dass BEWUSSTSEIN zuerst kommt.

+ Die Welt hängt von den fünf Sinnen des Körpers ab, andernfalls vermag ich die Existenz der Welt nicht zur Kenntnis zu nehmen. Der Körper hängt vom Geist ab, ohne den ich mir der  Existenz des Körpers nicht bewusst sein könnte. Am Ende ist alles mental.

+ Es bedarf das Bewusstsein, das uns berichtet, dass die physischen Sinne tätig sind, nicht mit jenen Sinneswahrnehmungen verwechselt, nicht fälschlicherweise für die Summe jener Wahrnehmungen gehalten werden. Eine tiefe, sorgfältige und anhaltende Analyse wird aufdecken, dass es eine Wesenheit für sich ist.

+ Um diesen Mentalismus zu verstehen, ist es vonnöten, immer und immer wieder über die Unterschiede zwischen Körper, Gehirn und mentalem Bewusstsein nachzudenken, welches das Gehirn als  ein Werkzeug benützt. Verkörpertes Bewusstsein benützt Instrumente, um spezielle Erkenntnisse zu erwerben; die fünf Sinne des Körpers für sinnliche Wahrnehmung und das Gehirn des Körpers für Gedanken. Aber das wissende Element in allen diesen Erfahrungen ist  die Fähigkeit der Aufmerksamkeit, die sich allein aus rein mentalem, nicht-physischem Sein ableitet.     

+ Der Mentalismus bekräftigt nicht nur, dass Bewusstsein eine nicht materielle Sache ist, sondern er bekräftigt auch, dass, wie Aristoteles lehrte, „keine körperliche Tätigkeit irgendeine Verbindung mit der Tätigkeit der Vernunft hat“.

+ Der Materialist, der das Denken nur für eine Tätigkeit im Gehirn und  infolgedessen das Denken insgesamt für ein physiologisches Produkt hält, hat den Denker des Gedankens übersehen.

+ Der Mentalismus sagt uns, dass Geistestätigkeit eine Sache ist und die damit einhergehende Hirntätigkeit eine andere. Der Materialist behauptet das Gegenteil, nämlich dass geistige Phänomene ein Produkt der Bewegungen der materiellen Atome sind, aus denen das Gehirn besteht.     

+ Sich  auf menschliche Erfahrungen aus der Frühgeschichte Asiens und aus unserer eigenen Zeit berufend, bekräftigt der Mentalismus nachdrücklich, dass Bewusstsein und Gehirn zwei verschiedene Dinge sind.   

+ Die Unmenge von häufig falschen und irreführenden Einflüsterungen so genannter Bildung zu durchdringen, die zwei völlig getrennte Dinge – Gehirn und Bewusstsein – durcheinander bringt, erfordert tiefe, messerscharfe Gedankenarbeit. Das Gehirn ist das, was von einem Pathologen im Seziersaal einer Universität bloßgelegt wird; das Bewusstsein ist das, was es den Lehrenden und Studenten an dieser Universität ermöglicht, zu wissen, was da gerade bloßgelegt wird.  

– Der Sprung von den Sinnen zum Gedanken

+ Es gibt nichts, was ein Mensch direkter kennt als die Erfahrung seines Bewusstseins. Er kennt nicht ein physisches Gehirn, sondern eine mentale Tatsache – gewahr zu sein. Dennoch hat der Mensch allein diese seltsame Kreatur des Materialismus hervorgebracht, die die Geisthaftigkeit des Geistes hartnäckig in Abrede stellt und auf dessen Materialität pocht.   

+ Kein Reiz  aus irgendeinem körperlichen Wahrnehmungssinn, Nervensystem oder  Gehirn ist für die Existenz des Bewusstseins in vielen Träumen und den meisten Vorstellungen verantwortlich. Seine Existenz hängt von nichts ab.   

+ Nirgendwo im physischen Gehirn kann ein Anatom das finden, was Gedanken erzeugt, wiewohl er darin auf Zustände stoßen mag, die Gedanken verhindern, sie verzerren oder schwächen. Warum? Weil das Bewusstseinsprinzip vor dem Gehirn des fleischlichen Körpers existiert, während dessen Lebens und nach dessen Tod.   

+ Eine Psychologie, die das Gehirn des Menschen in verschiedene Zentren der Sinneswahrnehmung und Reaktion unterteilt, erklärt dadurch nicht das Bewusstsein des Menschen. Und eben dieses Bewusstseinsprinzip macht seine ganzen Wahrnehmungen und Reaktionen allein möglich.   

+ Die menschliche Erfahrung der Welt bildet die Basis der materialistischen Theorie von der Welt. Aber der Mentalismus erklärt diese Erfahrung hinreichend. Dazu ist der Materialismus nicht imstande, weil er den Sprung von den Sinnen zum Gedanken nicht erklären kann. Die materialistische Theorie bricht völlig zusammen, sobald diese einfache Analyse unternommen wird.     

+ Der Versuch, SEELE (Spirit) und MATERIE als zwei getrennte, durch sich selbst existierende Substanzen zu betrachten, muss letzten Endes scheitern, denn dann lassen sie sich nicht zusammenbringen, können sie sich nicht gegenseitig beeinflussen, weder im Menschen noch im Weltall. Das Gleiche gilt vom GEIST und von der MATERIE. Aber auch der umgekehrte Versuch, – seitens der Materialisten – der GEIST zum höchsten Produkt der Evolution der MATERIE machen möchte, muss fehlschlagen.

+ Es sollte klar sein, dass die Wissenschaft in ihrer Erklärung von der in der menschlichen Erfahrung gegebenen Welt nur deswegen auf eine unüberbrückbare „Kluft“ gestoßen ist, weil sie damit begann, Materie als etwas bereits Vor-handenes zu betrachten und Geist als etwas, das erst noch ins Dasein treten muss. Diese Kluft wird auf alle Zeit unüberbrückbar bleiben, weil die Sinnesreize zwar unentwegt auf das Gehirn stoßen könnten, aber niemals eine Reaktion hervorrufen würden, wenn ihnen die Existenz des Bewusstseins nicht vorausginge. Sobald die Wissenschaft aber kehrtmacht, den Materialismus aufgibt und zuerst mit der mentalistischen Methode beginnt, verschwindet die Kluft, und dann kann sie zu wunderbaren Entdeckungen vorstoßen, Entdeckungen, die zu einer gemeinsame Interessen fördernden Verbindung mit Religion und Metaphysik führen werden. Dann versteht sie, dass alles Leben ein Spiel des Bewusstseins wird.

Die Welt als Geist    –   Geist als Projektor

+ Wie falsch die Ansicht ist, dass die wirkliche Welt außerhalb und nur ihre Kopie innerhalb des Bewusstseins liege, wissen wir erst nach erschöpfenden, messerscharfen Überlegungen. Es gibt keine getrennte Welt für sich, die wir kopieren könnten, denn die Idee ist die Welt.   

+ Nur wenn ein Objekt im Bewusstsein registriert wird, wird es in Wirklichkeit überhaupt gesehen. Nicht einmal die ganzen physischen Einzelheiten des Sehens stellen die wirkliche Erfahrung des Sehens des Objekts dar, denn das Sich-Gewahrsein des Objekts ist schlechthin keine physische Erfahrung. 

+ Was wir zuerst kennen lernen, sind Gedanken und Sinneswahrnehmungen, Gefühle und wahrgenommene Gegenstände, Erinnerungen und Vorahnungen – also mentale Dinge.

+ Alle  Erfahrung ist Gedanken-Erfahrung. Was wir als die Welt kennen, ist eine Reihe von Gedanken, nicht eine Anzahl von materiellen Dingen plus eine Anzahl von mentalen Gedanken. Bewusstsein durchdringt sie alle als ihr gemeinsames Element. Sie gehen aus ihm hervor, existieren darin und lassen es hinter sich, wenn sie vergehen.   

+ Der Gedanke an ein Ding folgt unabänderlich der auf ein Ding gelenkten Aufmerksamkeit, aber er folgt so blitzartig darauf und sie beide sind so flüchtig, dass in uns fälschlicherweise der Eindruck entsteht, es handele sich um eine einzige bewusste Tätigkeit. So bleiben wir in Unkenntnis der Tatsache, dass es sich dabei um eine Reihenfolge handelt.   

+ Jetzt sind wir imstande zu entdecken, dass unser alltägliches Selbst-Verständnis verworren ist und Gedanken und Ding, Geist und Körper durcheinander bringt. Ihr meint vielleicht, dass die These des  Mentalismus in Widerspruch zu unserem natürlichen Glauben an die Festigkeit der materiellen Welt steht. Aber in Wirklichkeit widerspricht sie keiner der früher erwähnten Überzeugungen; sie berichtigt sie lediglich. Denn sie stellt nicht in Abrede, dass die Welt außerhalb des Körpers ist, noch dass sich alle greifbaren Dinge fest anfühlen. Sie behauptet nur, dass die Welt im Geist liegt und auch ihre Festigkeit nur im Geist vorhanden ist. 

+ Wir stellen uns einen Tisch vor und nehmen unbewusst an, es gäbe ein getrenntes Objekt, das außerhalb von uns existiert und dem vorgestellten Bild entspricht, aber in Wirklichkeit ist die Existenz des äußeren Tisches eine Annahme, denn wir kennen und haben nur den mentalen Tisch gekannt.

+ In Wirklichkeit haben wir niemals mehr als unsere Idee der äußeren Welt gesehen, niemals deren physische Wesen gekannt, weil letzteres unsere eigene Einbildung oder mentale Projektion ist.   

+ Was nützt es, zu behaupten, das Weltall habe seine eigene Existenz, sei völlig getrennt und geschieden von dem, was unser Geist ihm gibt, wenn wir doch niemals imstande waren, es zu kennen, und es offensichtlich niemals kennen können, außer durch unseren Geist? Jede derartige Behauptung stellt lediglich eine Annahme dar, die wir schlechterdings nicht begründen können.

+ Es gilt, die Welt im und nicht außerhalb des Bewusstseins zu suchen.   

+ Es wird der Einwand  erhoben, dass die Welt, selbst wenn sie für uns nicht existiert, wenn wir nicht an sie denken, doch für alle anderen menschlichen Wesen existiert. Die Antwort darauf lautet: Wie existiert sie für jede dieser Unmenge von anderen Personen? Sie liegt ebenso viel in ihrem  Denken wie in unserem.     

+ Lao Tses Definition der Intelligenz als die Fähigkeit, Dinge im Keim zu sehen, ist hervorragend, aber noch besser ist die Fähigkeit, Dinge als Ideen zu sehen.

+ Die Philosophie ist nicht dualistisch in ihrer Ansicht von Geist und Materie. Geist und Materie stellen, so sagt sie, nicht zwei getrennte Dinge, sondern ein Ding dar.   

+ Die Aussage, dass wir nur unsere eigenen Sinneswahrnehmungen kennen können und die Welt nicht direkt erfahren, stellt den eigentlichen Ausgangspunkt der Lehre vom Mentalismus dar.   

+ Es besteht keinerlei Unterschied zwischen den Dingen deiner Erfahrung und den Gedanken, kraft welcher dir diese Dinge bekannt sind. Die Dinge sind in der Tat die Gedanken und umgekehrt. 

+ Es kann keine Berührung mit einer Welt außerhalb des Bewusstseins zustande kommen. Dies ist ein wesentlicher Lehrsatz des Mentalismus.     

+ Es wird von uns nicht verlangt, die Aktualität des Bodens unter unseren Füßen oder die Musik in unseren Ohren in Zweifel zu ziehen, sondern zu verstehen, dass sie unser Bewusstsein deswegen erreicht haben, weil wir sie dachten.   

+ Dem Geist wohnt die Kraft inne, das Ding, das er sieht, nach außen zu projizieren.   

+ Es scheint die Welt in Zeit und Raum zu schweben, aber in Wirklichkeit schweben alle drei im Geist. 

+ Die Annahme, der Geist sei zu einem bestimmten Zeitpunkt oder gar an einem bestimmten Ort plötzlich im Universum erschienen, ist der Beginn allen Irrtums. Darin besteht der anfängliche Fehler aller materialistischen Systeme – ob es sich nun um wissenschaftliche, theologische oder metaphysische handelt. Ihnen allen zufolge soll Geist zu funktionieren beginnen, nachdem Materie schon lange auf dem Kricketspielplatz des Kosmos am Schlage war. Dieser Fehler führt natürlich zu unlösbaren Problemen.     

+ Die Existenz der Welt ist nicht ein Beweis für die Existenz eines göttlichen Schöpfers, sondern für die konstruktive Fähigkeit des Geistes.     

+ Dieses ganze unermessliche und wunderbare Weltall ist letzten Endes nur ein Spiel des Geistes. Wir sind Gefangene unserer eigenen unwillkürlichen Schöpfung.

+ Wenn sie ihr Bestes leistet, am präzisesten ist und sich nach innen, auf sich selbst richtet, führt die notwendige Tätigkeit der menschlichen Vernunft zu dieser unwiderstehlichen Schlussfolgerung, dass die ganze Erfahrung dieser Welt nur das Endprodukt eines Prozesses des menschlichen Geistes ist.   

+ Die Welt scheint „da draußen, in der Ferne zu liegen“, aber in Wirklichkeit ist sie hier, im Bewusstsein. 

– Geist als Bilder-Schöpfer

+ Der Geist existiert und entwickelt sich kraft seiner eigenen latenten Hilfsquellen und benötigt nichts von außerhalb. Es gibt nichts außerhalb liegendes. Dennoch ruft seine Bilder erzeugende und schöpferische Fähigkeit eine Umwelt ins Leben, die  außerhalb zu liegen scheint und jene Mittel hervorbringt.

+ Ich lebe in einer Welt des GEISTES. Die materiellen Formen, die ich sehe, erscheinen nur so, als ob sie nicht geistig wären.

+ Wenn Materie überhaupt existiert, dann nur als die nach außen projizierende Fähigkeit des Geistes.

+ Wenn wir die Illusion der Materie durchschauen, entdecken wir, dass unsere Umgebung ebenso mental ist wie der Mensch selbst.   

+ Das Ego, das Bewusstsein vom persönlichen und physischen „Ich“, ist das, dessen wir uns am lebhaftesten gewahr sind. Dieser Wesenskern ist der geistige und nicht der körperliche Teil von uns. Aber wir sind ein Teil des Weltalls. Infolgedessen ist auch der Wesenskern des Weltalls geistig und ist nicht der körperliche Teil, den wir überall um uns sehen und erleben.   

+ Wir müssen dieses Prinzip, dass die einzigen Objekte, die wir kennen, die einzige Welt unserer Erfahrung, nicht getrennt vom Geist existieren, ein für alle Mal verstehen. Sie existieren äußerlich nicht aus eigenen Kräften, sind nicht dazu imstande. Das, was sie in den Raum projiziert, ist reine Illusion, oder Maya, wie die Inder es nennen. Wir müssen hinter ihre illusorische Unabhängigkeit blicken, in den Geist, dem sie entspringen.

+ Wenn die Welt eine Idee ist, ist auch das die Welt wahrnehmende Ego selbst eine Idee. 

+ Der erste Schritt, diese falsche Selbstindentifizierung  einzustellen, besteht in der Erkenntnis, dass der Körper nur ein Bewusstseinszustand und das Ego nur eine Idee ist.

+ Jedes gegebene Ding, das  gesehen, gerochen, gehört, gefühlt oder geschmeckt wird, wie auch jeder darstellende Gedanke, jede Idee, jeder Name oder jedes Bild ist gänzlich mental. Die Großstadtstraßen und einsamen Gebirgswälder sind ausnahmslos alle reine Konstrukte der Vorstellungskraft.   

+ Aus unserer eigenen Vergangenheit, die einst so wirklich und lebendig greifbar war, ist nur ein verblasstes, trübes Panorama mentaler Bilder geworden. Die „Materie“, aus der sie gemacht war, ist jetzt nichts mehr als „Gedanken-Stoff“. 

 + Stimmungen lösen einander ab – mal sind es heitere, mal sind es traurige – aber wer ist der sie Erlebende? Das Ego. Die erste Stufe der Philosophie besteht darin, das Geheimnis des Mentalismus zu lernen. Betrachtet jede Stimmung als ein Bündel von Gedanken. Die zweite Stufe besteht darin, den Erlebenden als ein Objekt dieser Gedanken zu betrachten.   

+ Dies stellt eine höchstrangige Erkenntnis dar, dass alles, was uns umgibt und in uns ist, jedes Stückchen Natur und Geschöpf, unsere Lebenserfahrung mit einem Körper und unsere Todeserfahrung ohne einen Körper, nur Bewusstseinsformen sind.         

+ Die Geisthaftigkeit des ganzen Daseins ist weder eine Theorie noch eine Religion. Sie stellt eine unstrittige Wirklichkeit dar.     

+ Läge die Welt nicht von Anfang an im Geist, so würden wir niemals wissen, dass es überhaupt eine Welt gibt.

+ Genauso wie elektrischer Strom auf ein zweites Ding, auf Widerstand, stoßen muss, bevor er als Licht, Klang, Wärme oder Magnetismus erscheinen kann, so muss Geist auf eine Idee stoßen, bevor er als Bewusstsein, wie wir Menschen es kennen, erscheinen kann. Bis dahin muss er in der Leere des Tiefschlafs oder der Latenz des Unbewussten ruhen.

+ Die Welt wird uns in Wirklichkeit niemals von der Erfahrung gegeben, noch kennt der Geist sie jemals wirklich. Was gegeben wird, ist Idee, was gekannt wird, ist Idee, und sie zu transzendieren ist nur möglich, wo eine klare Analyse die IDEE zur WIRKLICHKEIT verwandelt. 

+ Wir denken ein Ding nicht, weil es existiert, sondern es existiert, weil wir es, wenn auch unwillkürlich,  denken. Dieser Gedanke an das Ding ist ein Teil unseres eigenen Bewusstseins, er liegt nicht außerhalb von uns.

+ Es handelt sich um eine fruchtbare Idee. Hier ist eine ganze Philosophie zu einem einzigen kurzen Satz geronnen: Die Welt ist eine Idee.

+ Alle Erfahrung ist Erfahrung in der Welt des Bewusstseins. Es gibt keine andere.

+ Alles was in der menschlichen Erfahrung wirklich ist, ist die Erfahrung des Geistes; alles, was im Geist aufgenommen wird, sind Ideen; alle Ereignisse, gleich welcher Art, sind mentale Ideen.

+ Was ihr erlebt, ist nichts anderes als euch selbst, denn das Erlebte ist nichts anderes als euer Denken und eure Sinneswahrnehmung.

+ Die Lehre des Mentalismus beginnt und endet mit der kühnen Erklärung, dass alle Erfahrung und sogar alles Sein im Geist liegt.

+ Geist ist die Grundlage unserer ganzen Existenz. Er ist immer zugegen, selbst wenn wir uns dessen, wie z.B. im Tiefschlaf, nicht persönlich bewusst sind. Jede materialistische Verneinung seiner Selbst-Existenz ist nur deswegen möglich, weil der Geist, der sie äußert, zugegen ist. 

– Geist als wissendes Subjekt       

+ Was ist GEIST? Er ist das in uns, was denkt, gewahr ist und weiß.   

+ Es gibt eine natürliche Fähigkeit, die jedem menschlichen Wesen und jedem Tier gemein ist – eine Fähigkeit,  die den eigentlichen Wesenskern seines Selbstseins ausmacht. Dabei handelt es sich um das Bewusstsein. Der wichtigste aller Bewusstseinszustände ist Erkenntnis. 

+ Die einzig wirkliche Existenz ist die des Geistes. Normalerweise kennen wir aber nur das, was der Geist projiziert und wieder zurückzieht, seine Phasen und Zustände, seine Bewusstseinsträger und Pausen.

+ Geist ist jene Eigenschaft oder Fähigkeit im Menschen, die es ihm ermöglicht,  sowohl seiner selbst als auch seiner Umwelt gewahr zu sein.

+ Nicht, dass ein Mensch über verschiedene Geister verfüge,  vielmehr verfügt ein jeder über verschiedene Eigenschaften ein und desselben Geistes. 

+ Was wir sind, ist das, wessen wir uns bewusst sind. Der Geist erschafft seine eigene Wirklichkeit. Das Bewusstsein ist König. 

+ Wie kommt es, dass sich so viele der eigenen höheren Existenz in keiner Weise bewusst sind? Die Antwort lautet, dass ihre Fähigkeit, bewusst zu sein, selbst diese spirituelle Existenz ist. Alles, was sie wissen, wissen sie kraft des Bewusstseins, das ihnen innewohnt. Das in ihnen, was etwas weiß, ist ihr göttliches Element. Die Fähigkeit der Erkenntnis – ob es nun ein Gedanke ist, der erkannt wird, oder ein Komplex von Gedanken, wie z.B. Erinnerungen oder ein Ding wie eine Landschaft – ist eine göttliche Fähigkeit, denn sie stammt aus dem höheren Selbst, das sie besitzen.

+ Ohne einen Denker kann es keinen Gedanken geben. Sobald wir nach dem zu suchen beginnen, was denkt, beginnen wir einem Weg zu folgen, der zur SEELE führt.

+ Wenn der Mensch sich selbst zu beobachten beginnt, weil er wissen will, was oder wer er ist, ist das, was er zuerst bemerkt, keinesfalls das, was er später, am  Ende, wird bemerken müssen – das Bewusstsein. 

+ Dieser tiefe, unbekannte Geistesgrund bestimmt das sich an der Oberfläche abspielende Leben des Geistes und stellt den Schlüssel zu dessen bewussten Richtungen dar; daher sollte er Hauptgegenstand unserer Studien sein.   

+ Das, was es uns möglich macht, die Außenwelt zu  erkennen und des inwendigen Selbst gewahr zu sein, ist GEIST. 

+ Geist ist es, was Gedanken verständlich, Dinge erfahrbar und den Denker (den Erfahrenden) selbst-bewusst macht. GEIST – der rätselhafte, unbekannte Hintergrund unseres Lebens.   

+ Niemals kennen wir Dinge für und in sich selbst, sondern nur für und im Geist. 

+ Raum ist einfach die Art und Weise, auf die unser Geist die Welt sieht. Raum ist rein mental und nichts wirklich außerhalb von uns Liegendes. Die logische Folge davon ist, dass alle Dinge, weil im Raum existierend, auch im Geist existieren müssen. Aber der Geist kann nur mentale Besucher empfangen; nicht-mentale Stoffe aufzunehmen, ist er zu fein. Der Geist kann nicht empfangen, was von völlig anderer Art ist als er. Infolgedessen müssen alle Dinge als Ideen an ihn herantreten. 

+ Der Geist kann sich nur mit verwandten Objekten befassen,  die aus seiner eigenen Substanz gestaltet sind, also nur mit Gedanken und Ideen. Wo er also materielle Objekte kennt, müssen diese in Wirklichkeit Ideen sein.

+ Mit dem, was von gleichem Wesen ist wie er selbst, mit dem, das ihm entspricht und dem, was auch mental ist, vermag der menschliche Geist eine Verbindung herzustellen – das heißt, er vermag sich dessen gewahr zu werden. Dass materielle Dinge direkt an das nicht-materielle Bewusstsein des Menschen herantreten, ist unmöglich.

+ Wären unser Bewusstsein von der Welt und die Welt selbst nun doch so grundverschieden, dann könnte es unmöglich jemals zu einem wirklichen Kontakt zwischen ihnen kommen. Aber es kommt dazu, und zwar deswegen, weil die Welt nichts geringeres ist als eine Idee des Geistes.

+ Wenn du gewillt wärst, gründlich genug zu denken, würdest du der Behauptung beipflichten müssen, dass du nur die Idee eines Dinges und nicht das Ding an sich kennen kannst.

+ Zwei ganz verschiedene, in keiner Weise verwandte Dinge können nicht zusammenarbeiten oder sich gegenseitig beeinflussen. Dies ist der springende Punkt des mentalistischen Arguments. 

Das Individuum und der Welt-Geist

+ Wir können an Dinge nur als wirklich existierende denken und nicht auf eine andere Weise. Daran ändert sich nichts, ob wir nun reflektierend innehalten und ihre Geisthaftigkeit begreifen oder ob wir, wie gedankenlose Millionen, glauben, dass die Erscheinung von Materie deren einzige Wirklichkeit darstellt und uns mit diesem Glauben begnügen. 

+ Das Wesen der Welterfahrung, wie Bewegen, Sprechen oder Lesen, muss schließlich als mental oder geistgeschaffen verstanden werden. Eure Erfahrung von Tätigkeiten oder Formen wandelt sich nicht, nur euer Verständnis von ihr. Es handelt sich im Grunde um eine geistige Tätigkeit und es sind geistige Formen. Denn gleich, was sie tun, und gleich, wie sie sich verhalten oder sich zu verhalten scheinen, alles, was ihr über sie wissen könnt, kann nur mit dem Geist verstanden werden. Sie haben offensichtlich ihre eigene Existenz und ihre eigene Tätigkeit, selbst wenn ihr nicht zugegen seid, um sie zu beobachten. Wir müssen unseren gesunden Menschenverstand nicht über Bord werfen, selbst wenn wir lernen, philosophisch zu denken.

+ Als mentale Erfahrung existiert die Welt gewiss, aber das stellt nicht die höchste Art von Erfahrung dar. Wir dürfen hoffnungsvoll nach einer anderen suchen, die die derzeitige übersteigt. Auch ist es nicht notwendig, auf den Tod zu warten, um sie zu finden. 

+ Von der Existenz eines Dinges in der Welt nimmt der Mentalismus doch nichts weg, es bleibt alles davon übrig!   

+ Der Mentalismus ist nicht so dumm, dass er die Existenz unserer vertrauten Welt leugnet, die wir täglich erfahren. Er leugnet nur, dass wir sie unabhängig vom Geist oder außerhalb des Geistes erfahren. 

+ Der Mentalismus schrumpft unsere Erfahrung der Welt zu einem Schatten. Er lässt uns  die Wirklichkeit, von der wir so überzeugt sind, behalten, weist aber auf eine höchste und letzte Wirklichkeit hin, von der sich diese Überzeugung ableitet. 

+ Lehren, die uns zu überzeugen suchen, dass die Welt um uns nicht wirklich existiert, werden uns –das darf man wohl sagen – kaum helfen, wirksame Staatsbürger zu werden.

– Die Traum-Analogie

+ Dass das Leben eine Art von Traum ist, deutet bereits die Religion an. Es wird in der Meditation erlebt und stellt eine von der Philosophie richtig verstandene Erkenntnis dar.

+ Genauso wie der Träumende selbst unwissentlich die Dinge erschafft, die ihm erscheinen, so erfährt der Wache nur seine eigenen Gedanken von der Welt. Wenn diese Gedanken nicht da sind, sind weder er noch seine Welt da. Er und seine Erlebnisse sind Inhalte des Geistes. Es ist nicht so, dass er – wie allgemein angenommen – einen Geist hat, sondern dass er – der Ego-Gedanke – im Geist und niemals davon getrennt ist. Die Welt erscheint vor dem wachenden Träumer, genauso wie sie  vor dem schlafenden Träumer erscheint, nur erscheint sie zusammenhängender, beständiger und logischer. Letzten Endes ist das Geheimnis des Weltalls das Geheimnis des Geistes. Die sinnvolle Frage, mit der sich  Wissenschaftler beschäftigen sollten und letzten Endes beschäftigen werden müssen, lautet: „Was ist GEIST?“ Ihn Gehirn oder Fleisch zu nennen, ist eine irreführende Antwort.

+ Eure physischen Sinne sagen euch, die Welt ist absolut wirklich. Eure intellektuelle Reflexion und intuitive Erfahrung sagen  euch, sie ist wie ein Traum. 

+ Das Leben ist ein Traum, ein unendlicher Traum, ohne Anfang und ohne Ende.

+ Einem Träumenden bereiten die schrecklichen Trugbilder seines Alptraums so  lange Schmerzen und Leid, solange er glaubt, sie seien wirklich. Wenn er sich aufrüttelt und erwacht, stellt  sich heraus, dass sie in Wirklichkeit Halluzinationen sind. Des Schülers langwierige, die ganze Suche währenden Bemühungen, sich selbst zu erwecken, sind erfolgreich, wenn er intellektuell und gefühlsmäßig weiß, dass das Wach-Leben selbst wie ein Traum ist, letzten Endes nur ein immer und immer wieder aufgegriffener Gedanke. 

+ Das Leben ist nur ein Traum. Nichts, was wir in Erfahrung bringen, vermag an dieser harten Tatsache etwas zu ändern. Indes können wir bewusste Träumer sein.

+ Es stimmt, nur ein überaus intelligenter Mensch vermag die mentalistische Lehre in ihrem ganzen Umfang zu verstehen. Aber es stimmt auch, dass die einfache Feststellung „Das Leben ist wie ein Traum“ auch von jedem durchschnittlich Intelligenten verstanden werden kann.

+ Wie ein Träumer sehen wir eine Welt um uns und handeln in ihr, nur sind wir so hypnotisiert, dass wir an die Wirklichkeit unserer Erfahrung glauben, solange der Traum selbst währt. Und wie der Träumer bleiben wir im Grunde unberührt von dieser ganzen trügerischen Erfahrung, denn wir sind nach wie vor das ÜBERSELBST, nicht das hypnotisierte Ego.

+ Viele haben die Traumhaftigkeit der Welt während der Meditation oder sogar zu anderen Zeiten erfahren. Da Träume nur Gedanken sind, bedeutet dies, dass sie die Wahrheit des  Mentalismus zu  spüren bekamen. Aber die Welt ist nur wie und nicht wirklich ein Traum. Wenn ihr noch feiner über den Grund meditiert, stellt ihr fest, dass die Welt in Wirklichkeit die reflektierte  Substanz GOTTES ist, die Selbst-Veräußerlichung des KOSMISCHEN GEISTES. Dort ist sie ihrem Wesen nach göttlich. Ihre Form ist im Wandel begriffen und eine Erscheinung, aber ihr höchster und letzter Stoff ist in Wirklichkeit GOTT. In diesem Sinne ist das Leben hier auf dieser Erde göttlich. Sobald ihr das begreift, findet ihr eine neue Grundlage für euer Verhalten, eine tiefere Inspiration für eure Tätigkeit. Ihr könnt nicht nur Träumer oder Höhlenbewohner sein, könnt euch nicht einfach treiben lassen.  Ihr müsst handeln. Aber jetzt werden Handlungen von diesem tieferen inwendigen Selbst inspiriert und ausgeführt werden, und deswegen werden sie unpersönlich und altruistisch sein. 

+ Wo uns klar wird, dass der Geist während des Schlafs eine ganze Heerschar von Gedanken aus dem eigenen Selbst webt, verstehen wir ein bisschen von der Bedeutung der These, dass die ganze Welt nur eine mentale Schöpfung ist. 

+ Erst wenn wir aus einem Traum erwachen, beginnen wir seine Bedeutung zu begreifen, aber davor mögen  wir uns völlig von ihm  täuschen lassen. Erst wenn wir aus dem Traum des Materialismus erwachen, beginnen wir einzusehen, dass er uns vollkommen hinters Licht geführt hat.

+ Wird sich die praktische Existenz des Menschen denn nicht gefährdet sehen, wenn man die mentalistische Wahrheit entdeckt, dass diese Existenz wie ein Traum ist? Die bereits Einseitigen werden noch einseitiger werden. Die in ihren materialistischen Einstellungen Festgefahrenen werden verunsichert werden und ins Wanken kommen. Aber die aufgrund ihrer intellektuellen und emotionalen Geschichte darauf Vorbereiteten werden imstande sein, ihr weltliches Leben sinnvoll zu gebrauchen, ohne sich davon beherrschen zu lassen.

+ Für den Mentalisten erscheint die Welt zwar wie ein Traum, aber nicht als ein Traum. 

+ Unser vergangenes Leben ähnelt nicht nur allzu schnell einem Traum, sondern nimmt sogar- und das ist schlimmer – die Gestalt eines in weiter Ferne liegenden Traumes an. 

+ Aus der abstrakten Idee, dass das Leben wie ein Traum und die Welt nur eine Gedanken-Form ist, macht der Philosoph eine konkrete Erfahrung.  

– Der individuelle Geist und das Welt-Bild

+ Der Gedanke der äußeren Welt stammt ursprünglich aus dem Universellen Geist (GOTT), während die Gedanken, die persönliche Wesensmerkmale betreffen, aus den unterbewussten,  in früheren Inkarnationen entwickelten Tendenzen kommen. In beiden Fällen liegt die die Gedanken in Gang setzende Kraft außerhalb des bewussten Selbst. Aber  aus eben diesem Grunde ist sie unwiderstehlich. Das Werk der SPIRITUELLEN SUCHE besteht einerseits darin, mit GOTT zusammenzuarbeiten, und andererseits darin, diese unterbewussten Tendenzen zu bewältigen. 

+ Für jeden Menschen ist die Welt das, was seine Gedanken ihm vermitteln, ausgedrückt als physische Sinneswahrnehmungen und –Begriffe im Wachzustand oder als Traum im Schlaf. Was sie alle zusammenhält, ist ein größeres Wesen – der WELT-GEIST. Ohne solche Gedanken gibt es kein Universum für ihn. 

+ Wir empfangen das Hauptbild des WELT-GEISTES wie durch Hypnose, weil wir so innig in ihm verwurzelt sind. Aber wir empfangen es nur innerhalb der Grenzen unserer speziellen Aufnahmefähigkeit und nur auf der Ebene unserer individuellen Sinnesempfindungen. Das heißt, wir denken nur einen winzigen Bruchteil des ganzen Gedankens, wie er im Bewusstsein des WELT-GEISTES existiert. 

+ Alle diese kleinen Geister, die das Weltall bewohnen und in den Naturreichen tätig sind, hätten nicht ins Dasein treten können, wen es nicht einen universalen, ihren Urgrund bildenden GEIST gäbe. Sie weisen auf seine Existenz hin, zeugen wortlos von ihrer göttlichen Quelle. Die materialistische Vorstellung, nicht-intelligente „Materie“ hätte individuelle Mittelpunkte intelligenten Lebens hervorbringen können, ist völlig absurd. 

+ Die Vorstellungskraft ist es, sowohl die menschliche als auch die göttliche, die die Welt-Erscheinung für uns hervorbringt!   

+ Es gilt, eine weit verbreitete falsche Vorstellung vom Mentalismus zu klären. Wenn  wir sagen, für den Menschen existiert  die Welt nicht als ein von seinem eigenen Geist Getrenntes, heißt das nicht, dass der Mensch der alleinige Schöpfer der Welt ist. Wäre das der Fall, so könnte er leicht Zauberer spielen und eine hinderliche Umwelt in einem Tag umgestalten. Nein! In Wirklichkeit lehrt der Mentalismus, dass der menschliche Geist das vom WELT-GEIST geschöpfte und gefasste Welt-Bild wahrnimmt, indem er daran teilnimmt. Der Mensch ist nicht alleine für dieses Bild verantwortlich, das unmöglich existieren könnte, wenn es nicht auch im Bewusstsein des WELT-GEISTES existierte. 

+ Der individuelle Geist vergegenwärtigt sich das Welt-Bild durch und im eigenen Bewusstsein. Wäre dies die ganze Wahrheit, dann wäre es nicht fehl am Platz, die Erfahrung eine private zu nennen. Weil der individuelle Geist aber untrennbar im universellen wurzelt, stellt dies nur einen Teil der Wahrheit dar. Der Welt-Gedanke des Menschen liegt in GOTTES Gedanke gefasst und umschlossen.

 + Wenn jedes Objekt der menschlichen Erfahrung nur eine Idee im menschlichen Geist ist, stellen alle Objekte, alle menschlichen Wesen selbst mit einbezogen, eine einzige  Idee im göttlichen GEIST dar- die WELT-IDEE.     

+ Die Sprache der Werkstätten ist bedeutungslos, wenn sie auf die Welt angewendet wird. Die Frage, wer die Welt „gemacht hat“, taucht einfach nicht auf für den Menschen, der die Untersuchungen, die die Philosophie anstrengt, bis zu ihren letzten Schlussfolgerungen getrieben hat.

+ Das Bewusstsein mit seinen ganzen wunderbaren Attributen und Fähigkeiten ist eine Geisteskraft,  die  wir mit dem WELT-GEIST gemein haben, mag sie beim Menschen noch so verkümmert sein.

+ Die  durch die körperlichen Sinne gewonnene Erfahrung gleicht zwar der durch die Imagination gewonnenen, ist aber nicht damit identisch. Das heißt, bei beiden handelt es sich um Formen mentaler Erfahrung, aber eure Imagination ist ganz und gar eure eigene private Angelegenheit, während die Welt-Idee ein Prozess ist, an dem ihr mit GOTT teilnehmt, der diese Welt-Idee und euch zusammen mit dem UNENDLICHEN GEIST fasst.   

+ Die einzelne Person nimmt (wenn auch unbewusst und unwillkürlich) teil an diesem Machen der Welt, an dieser Projektion des Geistes.

+ Der, der die Welt erfährt, der sie durch die fünf physischen Sinne berührt, sieht und hört, verleiht ihr tatsächlich Existenz für sich selbst. Indes wäre das nicht möglich, wenn er wirklich alleine wäre im solipsistischen Sinn. Das ist er nicht. Denn der kleine Kreis seines Geistes liegt im  größeren Kreis der WELT-IDEE, die selbst der Ausdruck des WELT-GEISTES ist. Von dieser Grundlage des SEINS und speziell vom BEWUSSTSEIN erhält seine Persönlichkeit ihr eigenes Bewusstsein. Der Mensch ist buchstäblich in GOTT, besteht indes darauf, an seiner Kleinheit festzuhalten.

+ Alles in dieser Welt ist ein Gedanke im Kosmischen Geist. Der Mensch stellt keine Ausnahme zu dieser Aussage dar. Er kennt sich selbst und die Dinge seiner Erfahrung nur insofern, als er an sie denkt. 

+ Am Ende kommen alle Dinge schließlich aus dem WELT-GEIST, und für uns kommen sie aus dem Geist, der aus derselben Quelle stammt.

+ Dass sie die Welt erfahren, wissen die Menschen deswegen, weil hinter ihrem eigenen kleinen Bewusstsein ein unendliches BEWUSSTSEIN liegt, das das kleine möglich macht. Solange sie das nicht verstehen, werden sie die Wahrheit in den Wind schlagen und ihre Verkünder auslachen. 

+ Nach der mentalistischen Theorie der Weltentstehung ist das Weltall ein Theater, in dem jeder Schauspieler viele verschiedene Rollen  spielt.

+ Wir erleben die Welt durch die Tätigkeit einer MACHT, die größer ist als wir selbst, und doch handelt es sich dabei um unsere Tätigkeit. 

+ Die Welt-Idee wird vom individuellen Geist gedacht, der sie unentrinnbar im Rahmen seiner eigenen Grenzen gestaltet. Aber die erste  Ursache und letzte Quelle dieser Idee kann nicht dieser Geist sein. Denn die Idee wird ihm „gegeben“. Also muss sie in dem gesucht werden, aus dem der individuelle Geist seine eigene Existenz ableitet – im Welt-Geist.

+ Es ist nicht genug zu sagen, die Welt ist die  Idee des Menschen. Wir müssen wissen, warum er sie überhaupt hat. Um sie hinreichend zu erklären, ist es vonnöten, sie in Zusammenhang mit der Welt-Idee des WELT-GEISTES zu bringen, weil der individuelle Geist des Menschen untrennbar im WELT-GEIST wurzelt.

+ Aufgrund eben dieser zwischen den individuellen Geistern und dem WELT-GEIST bestehenden Verbindung sind wir gezwungen, der Welt-Idee unsere Aufmerksamkeit zu schenken.  

Die Herausforderung des Mentalismus

+ Wenn der Materialismus den Menschen auf nicht mehr als physischen Stoff verkleinert, so vergrößert der Mentalismus ihn zu der herrlichen Statur des GEISTES.

+ Den Durchschnittlichen erschreckt schon die bloße Definition des Mentalismus, beim Materialisten ruft sie gar Widerstand hervor, aber  den spirituell Gesinnten tröstet sie.

+ Der Mentalismus ist die erste und beste Art, den Zauber, mit dem die Materialität der Welt die meisten Menschen blendet, zu durchbrechen. Das WIRKLICHE ist vor ihnen verborgen. Bewusstsein soll demnach eine Eigenschaft sein, die ein Klumpen Materie aufweist. Bei dieser auf dem Kopf stehenden Annahme handelt es sich um eine verfälschte Erkenntnis, eine fixe Idee, ein Glaubensbekenntnis. Es muss fallen gelassen werden und darf nicht einfließen in unsere logischen Schlussfolgerungen, – und das muss jeder für sich selbst tun; kein anderer kann seinen Platz einnehmen, nicht einmal ein Guru – andernfalls kehrt die Illusion wieder.   

+ Solange ein Mensch nicht einsieht, dass seine Sinneserlebnisse in Wirklichkeit mentale Erlebnisse sind,  so lange bleibt die Wahrheit des spirituellen Seins mit Erfolg vor ihm verborgen. 

+Wenn wir die Lehre des Materialismus, dass alle Geisteszustände ihren Ursprung in der Materie haben, skeptisch von uns weisen, so haben wir gute Gründe dafür. Wenn wir empirisch feststellen, dass GEIST die Wirklichkeit ist, die unsere Erfahrung der Welt aufrecht erhält, so stützen wir uns darin auf die hohe Autorität einer langen Liste berühmter Namen – aus dem alten Indien, China und Griechenland bis zum modernen England, Amerika und Deutschland. 

+ Weil die Sinne den Menschen dazu verleiten, den Materialismus anzunehmen, verleitet ihr Ego sie dazu, Böses zu tun. Der Mentalismus ist nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine ethische Lehre.   

+ Als Schlüssel zum Verständnis des Wesens des Weltalls löst der Mentalismus den Materialismus in Luft auf. Dadurch unterstützt er wirkliche Religion in ihrer rechtmäßigen und wichtigen Aufgabe, nicht aber die hohle, halbmaterialistische Theatervorstellung, die sich dafür ausgibt. Er stellt wieder einen richtigeren Begriff von  GOTT her und bringt einen fest begründeten Glauben an GOTT zurück. 

+ Wenn ein Mensch die WELT DER GEDANKEN zum Thema seines Denkens zu machen beginnt, legt er einen Weg frei, der zu großartigen Entdeckungen führt.

+ Wie viele Rätsel werden wir lösen, wie viele Geheimnisse aufdecken, wenn wir das Rätsel unseres eigenen Geistes lösen!

+ Mit intellektueller Gewissheit, mystischer Erfahrung und der Bestätigung der Weisen gewappnet, könnt ihr euch eine ernsthafte Gewissheit über die Wahrheit des Mentalismus leisten.                                            + Wir mögen über die menschliche Situation weinen oder lachen, aber was immer wir tun, es ist klug, sie durch die Linse des Mentalismus zu betrachten.   

+ Dies zu verstehen, an die Wirklichkeit des Geistes und die Falschheit der Materie zu glauben, heißt, einer Täuschung zu entrinnen, die hundertmal subtiler ist als die Täuschung, dass die Erde stillsteht, wenn sie sich tatsächlich schneller bewegt als der schnellste  Zug. 

+ Auf die Frage nach dem Zweck des menschlichen Daseins kann uns, so werden wir feststellen, die physische Welt weder eine vollständige noch eine befriedigende Antwort geben. 

+ Durch den Mentalismus lernt ihr, die scheinbare Wirklichkeit der Welt und die scheinbare Identität eurer eigenen Person in Frage zu stellen.

– Der erforderliche Einsatz

+ Man muss die Lehren des Mentalismus wie einen Globus drehen und nochmals drehen, bis jeder ihrer Aspekte zur Kenntnis genommen und studiert worden ist.

+ Es ist eine langwierige Reise vom Mentalismus als  Begriff zum Mentalismus als Überzeugung.

+ Wenn ein Mensch diese Lehre vom Mentalismus wirklich versteht, wird er sich zu ihrer Wahrheit bekennen, denn er wird nicht anders können. Beim Fehler jener, die sie bekämpfen oder ablehnen, handelt es sich um eine Unzulänglichkeit ihrer Untersuchungen, Studien und Erkenntnisse. 

+ Wenn ihr ein wirklicher Denker werdet, mögt ihr euch im Laufe der Zeit von selbst zu der grundlegenden Wahrheit des Mentalismus bekehren. 

+ Auch wir müssen im Geist echter Wissenschaft vorgehen. Wir können nichts als wahr annehmen, woran wir deswegen zweifeln können, weil es nicht nachweisbar ist. Die moderne Welt, und besonders der Westen, kann einer Lehre nur zustimmen, wenn sie die doppelte Probe der Vernunft und der Erfahrung besteht.

+ Nur ein überaus gebildeter Mensch vermag die Wahrheit, die im Mentalismus steckt, intellektuell zu schätzen, so wie nur ein überaus intuitiver die Wahrheit des Mentalismus fühlen kann.

+ Es handelt sich nicht nur um einen dogmatischen Glauben, den es anzunehmen, sondern auch um eine metaphysische Wahrheit, die es zu verstehen gilt. 

+ Wie soll der Mensch einen Ausweg aus dem Materialismus finden, zu dem sein Denken ihn geführt hat? Bewusstsein ist der Schlüssel. Denn wenn er diesem Ariadnefaden folgt, wird er zu der befreienden Erkenntnis des Mentalismus geführt werden.

+ Am Anfang muss man den Mentalismus gründlich studieren und immer wieder darüber nachsinnen, bis man schließlich den Sprung macht und versteht. Wenn das geschieht, schöpft man intellektuell sozusagen wieder Atem. Von nun an wird der Mentalismus eine klare, unwiderlegbare Lehre. Sein bleibender Einfluss bahnt den Weg zu den wichtigsten Wahrheiten wirklicher Religion.

+ Es handelt sich um eine Wahrheit, die aufgrund ihrer ungeheuren Wichtigkeit, ihres ewigen, unwandelbaren Charakters darauf pocht, jedem Zeitalter erneut verkündet zu werden, aber die gerade wegen ihres Charakters am seltensten erwähnt wird und die unbekannteste von allen ist. Gleich wie spät im Leben ein Mensch diese Wahrheit für sich selbst entdeckt, ihre Überraschung ist überwältigend. Denn die meisten sind einfach nicht bereit, an sie zu glauben.

+ Es handelt sich um eine Lehre, die ein schwerer Schlag für den gesunden Menschenverstand ist und im Widerspruch zur einfachen Erfahrung steht. Denn sie ist unaussprechlich subtil und unermesslich übersinnlich. Nur indem sie lange und hart mit den Menschen ringt, vermag sie sich einen Weg in ihr Herz zu bahnen. 

+ Ihr solltet euch nicht mit verschwommenen Vorstellungen vom Mentalismus zufrieden geben, sondern seine Grundsätze klar umreißen. Wenn nötig, solltet ihr sie immer wieder erneut in Erwägung ziehen, so lange bis ihr sie erschöpfend verstanden habt. Dies mag zwar harte Arbeit erfordern, indes ist sie überaus lohnenswert.

+ Tiefe, Subtilität und Freiheit des Geistes eines Menschen lassen sich daran ermessen, wie weit er dem Faden des Mentalismus bis zu dem Punkt zu folgen vermag, wo er sich gezwungen sieht, den Materialismus zu widerlegen. 

+ Indem wir immer wieder zu einer so überaus seltsamen Idee wie dem Mentalismus zurückkehren, indem wir sie in und auswendig lernen und uns gründlich damit vertraut machen, bauen wir den materialistischen Widerstand gegen sie schrittweise ab. 

+ Sie sind die Opfer ihrer Erfahrung: Die Welt ist fest, scheint also materiell zu sein; sie ist kontinuierlich und dauerhaft, scheint also wirklich zu sein. Nur Unterweisung, Intuition, tiefes Nachdenken oder mystische Erfahrung vermag sie von ihrer ignoranten Meinung abzubringen und ihnen zu zeigen, dass das Wirkliche das hinter ihrer Erfahrung liegende BEWUSSTSEIN ist. 

+ Wir, das Weltall und alles Sein – sind reiner GEIST. Dieser ist unwandelbar und entfaltet sich nicht, andernfalls könnte er nicht das WIRKLICHE sein. Werdet ihr euch SEINER erst einmal bewusst, so wisst ihr, dass ER  schon immer das war, was er ist; er kann sich niemals entfalten. Alles Übrige war eine Art von Selbsthypnose und daher unwirklich. In diesem Sinne ist die Geschichte vom Paradies richtig. Damals waren wir unsterblich, unstofflich und unschuldig. Indem wir unser Bewusstsein verloren und eine beschränkte Vorstellung von uns selbst annahmen, verloren wir dies. Wir wurden aus dem Paradies vertrieben, weil wir Erkenntnis haben wollten. Erkenntnis setzt „ein zweites Ding“ voraus – etwas, das gekannt werden soll. Infolgedessen verloren wir die Einheit, trachteten nach einer Welt von Objekten und vergaßen das Selbst. Durch richtiges Denken und Erweckung aus unserer Selbsthypnose lässt sich der glückliche, paradiesische Zustand  wieder herstellen. 

+ Unausweichlich gelangt ein Mensch, der seine Überlegungen über den Mentalismus fortsetzt und tiefer treibt und dessen Intuitionen sich durchsetzen, zu dem Punkt, wo der Mentalismus siegt. Dann wandelt und verlagert sich das, was er als Wirklichkeit erachtet, von der Materie zum Geist. 

+ Kurzum, der Mentalismus lehrt, dass alle  menschliche Erfahrung mentale Erfahrung ist. Dem Nichtunterrichteten leuchtet diese Wahrheit freilich nicht von selbst ein.

 + Es ist nicht leicht, die Wahrheit des Mentalismus einzusehen: Wenn es leicht wäre, bräuchten wir keine Religion, würden wir nicht Mystik üben. Denken und Fühlen müssen miteinander ringen und leiden, erst dann wird die Illusion aus dem Weg geräumt. 

+ Niemand wird überzeugender Mentalist, außer nach vielen Zweifeln und einigen Rückfällen, anstrengenden jahrelangen Reflexionen und mystischen, sich trotz der eigenen Person einstellenden Intuitionen. Das fremd anmutende Geheimnis dieser Lehre ist zu rätselhaft, als dass es sich leicht oder rasch überwinden ließe. 

+ Ein Mensch muss äußerst vorsichtig sein mit seinen Gedankengängen und gewissenhaft darauf achten, welche Einflüsse, Einflüsterungen und Vorurteile sie enthalten, erst dann vermag er philosophisch über die WAHRHEIT nachzusinnen. Dass so wenige den Mentalismus erreichen, liegt daran, dass ihnen diese Gewissenhaftigkeit abgeht. 

+ Als ein Wirkliches existiert die physische Welt nur in Bezug auf die physischen Sinne. Denn wenn die Einsicht entwickelt ist, erweist sie sich als ein Geisteszustand. Wie lassen sich diese beiden Ansichten aufeinander abstimmen? Durch Analyse und Studium, durch Nachsinnen über die Idee selbst und durch tiefere Meditation. Fortan stellt der Geist für den Intellekt kein Rätsel mehr dar.

+ Wie leicht ist es, den Mentalismus abzulehnen, aber wie schwierig, ihn zu widerlegen!

+ Wie wenige haben darüber nachgedacht, dass die Unmenge von verschiedenen Gedanken, die durch ihr Bewusstsein fließen, die Existenz eines einzigen GEDANKEN-stoffs voraussetzt?

+ Indem ihr entweder eure Überzeugung oder eure Kenntnis vom Mentalismus nutzbar macht und alles in den GEIST werft, übt ihr Nichtzweiheit und werdet die geteilte Subjekt/Objekt-Einstellung los. Diese Arbeit mag oder mag nicht viele Jahre in Anspruch nehmen. Sie muss mit Ruhe angepackt werden, geduldig, ohne dass ihr versucht, euren Fortschritt zu ermessen – was selbst eine hinderliche Idee darstellt. 

+ Für den Philosophen ist der mentalistische Standpunkt der annehmbarste von allen, und zwar nicht nur weil er als eine traditionelle Lehre der alten Weisen auf ihn gekommen ist, noch nur weil er sich ihm in mystischer Erfahrung offenbart hat, sondern auch aus dem besten aller Gründe – er ist unwiderlegbar.   

+ Sobald wir uns in der Welt des Geistes bewegen, bewegen wir uns in einer subtilen und zarten Welt. Wollen wir die Lehre des Mentalismus wirklich verstehen, so müssen wir unsere Begriffe gründlich und richtig verstehen.   

+ Wir feiern die harte Logik des Mentalismus, feiern seine metaphysische Wahrheit und praktische Macht.   

+ Der Prüfstein der Wirklichkeit ist Nicht-Widerspruch.

+ Es gibt Kulte, die die Wahrheit des Mentalismus hinnehmen, sie aber falsch verstehen und verdrehen, indem sie falsche Schlüsse ziehen. Sie tun das, so glauben sie, um zu Wohlstand zu kommen und um wieder gesund zu werden.

 + Was selbst der Kritiker nicht zu leugnen vermag, ist das Bewusstsein, das in ihm liegt. Dies ist, wenn er es nur wüsste, ein Teil des Universellen Bewusstseins.

– Das Annehmen der Wahrheit

+ Das ganze Leben ist paradox, eine Verknüpfung von Wirklichkeit und Schein in eins. Ein Hindernis zum Verständnis des Mentalismus stellt die Tatsache dar, dass wir die Welt ständig, wenn auch unbewusst, unter dem äußeren begrenzten Gesichtspunkt der niedrigen Persönlichkeit betrachten und nicht unter dem der höheren Individualität, die sowohl den Intellekt als auch die Sinne transzendiert. Aus der Sicht des Mentalisten ist sogar das irdische Leben im Körper eine Art mystische Erfahrung, freilich nur eine verschwommene, vage und symbolische. Dem denkenden Intellekt fällt es schwer, diesen Sachverhalt zu begreifen, weil er selbst ein hochgradig verdünnter Ausfluss aus der höheren Individualität ist. Man kann den Mentalismus bis zu einem gewissen Punkt mit der Vernunft verstehen, aber von da ab nur mit der Intuition.   

+ Materialisten der wissenschaftlichen Spielart sind davon überzeugt, dass es eine wirkliche materielle Naturwelt gibt, die sich durch Sinneswahrnehmung und Gedanken im menschlichen Geist widerspiegelt. Materialisten der religiösen Spielart teilen diese Überzeugung,  glauben zusätzlich aber noch an eine zweite wirkliche Welt – nämlich an die geistige. Aber die Mentalisten weisen die Überzeugung  von einer materiellen Welt von sich und erklären letztere für eine Erscheinung in der Sinneswahrnehmung und eine Idee im Denken; sie kennen nur eine einzige Wirklichkeit – GEIST – und nur ein direktes Verhältnis mit dessen Produkten – Ideen.

+ Nur jene können die Wahrheit des Mentalismus schätzen und akzeptieren, die entweder geistig kompetent oder intuitiv dafür bereit sind. Wenn ein Mensch sein Denken und Fühlen nicht hinreichend aus der Zwangsjacke falscher Einflüsterungen befreien kann, mit denen wissenschaftlicher Materialismus oder religiöses Dogma es gefangen halten, wird er die Idee verwerfen. Er wird sie auch von sich weisen, wenn er über die von ihr aufgeworfenen Fragen nicht mit hinreichendem Scharfblick nachsinnen, noch tief genug in sie eindringen kann.   

+ Wie soll einer ohne die Fähigkeit, abstrakte Gedanken hervorzubringen, verstehen können, dass Selbst oder Geist, also BEWUSSTSEIN, ja selbst Erkenntnis oder Wahrnehmung, eine eigenständige Wesenheit ist und nicht lediglich ein Nebenprodukt des fleischlichen Hirns? 

+ Ihr schreibt dem Körper, dessen Gehirn und Sinnesorganen, Fähigkeiten und Eigenschaften zu, die dem Geist  gehören. Darin liegt euer Fehler: Das ist Materialismus.

+ Wäre Materie wirklich oder so wirklich wie GEIST, so könnte letzterer nicht mehr die einzige Wirklichkeit sein. GOTT wäre dann nicht mehr einzigartig, nicht mehr das EINE WESEN, welches allein der unendliche GEIST ist, denn dann gäbe es neben ihm noch ein Zweites, das über die gleichen Attribute verfügte wie es selbst. Dann gäbe es Götter, aber keinen GOTT, was absurd ist.   

+ Dass diese Welt, die sich so fest anfühlt, die uns in unserem Leben so wichtig erscheint, „aus dem gleichen Stoff wie Träume ist“,  um Shakespeares aufrüttelnde Worte zu zitieren, dünkt den durchschnittlichen, oberflächlichen Materialisten, ob er nun wissenschaftlich oder religiös gesinnt ist, unglaublich. Aber andererseits müssen wir einräumen, dass der Mentalismus, selbst wenn er wahr ist, eine bizarre, erschütternde Idee ist.

+ Die Hälfte unserer verwirrenden Probleme folgen im Kielwasser unserer naiven, indes falschen Überzeugung, dass Materie selbst eine höchste und letzte Wirklichkeit sei.   

+ Das wahre Bild eines Menschen ist in seinem Geist und Herzen zu sehen, nicht in seinem Körper. Dennoch glaubt die Allgemeinheit meistens an das genaue Gegenteil dieser Wahrheit und handelt danach. 

+ Wer nicht an die Wahrheit des Mentalismus glaubt oder sie nicht einsieht, wer nicht weiß, dass Bewusstsein vom Gehirn getrennt ist, der ist nach wie vor ein Materialist, wie religiös er der äußeren Form nach auch sein mag.   

– Die Position der modernen Wissenschaft 

+ Dass die Mehrheit früher nicht imstande war, die Wahrheit des Mentalismus zu erkennen, ist durchaus begreiflich, sogar verzeihlich, wenn wir einräumen, dass der materielle Wirklichkeitssinn des Menschen durch fast nichts zu erschüttern ist. Der einzige erfolgreiche Angriff auf ihn ist bisher nur der persönlichen mystischen Erfahrung gelungen – indes stellten die Mystiker nur eine Handvoll unter vielen dar.  Aus eben diesem Grunde sind die in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gemachten Entdeckungen der Kernphysik so wichtig, denn sie müssen letzten Endes zur vollen Rechtfertigung des Mentalismus führen.

+ Es wird, ja es muss die Zeit kommen, da die Wissenschaftler sich sowohl von den neuen als auch von den angesammelten Tatsachen gezwungen sehen werden, GEIST als das wirkliche Ding zu betrachten, mit dem  sie sich befassen müssen, und Materie als eine Gruppe von Geisteszuständen. Indes werden sie dann mehr als nur bloße Wissenschaftler sein; dann sind sie im Begriff, philosophische Wissenschaftler zu werden. 

+ Die einfache Vorstellung, dass die Welt nur eine Maschine ist, GOTT der Mechaniker, der ihre Teile zusammenbaut, und Materie der Stoff, mit dem er begann und aus dem er diese Teile herstellte, gehört zu den primitiven Ebenen wissenschaftlichen Denkens. Sie ist für diejenigen, die sich in ihrer Begeisterung für die ersten Entdeckungen der Wissenschaft gerade erst einen Begriff von einem geordneten Weltall zu machen beginnen.

+ Das Weltall lässt sich nicht mit einer Handvoll Theorien, Ideen, Gesetze oder Entdeckungen erklären. Es ist unvorstellbar komplex. Selbst mit Hilfe der erstaunlichsten Ausrüstungen, Werkzeuge und Apparate entdeckt die Wissenschaft nicht mehr als einen winzigen Bruchteil der Tatsachen über jedes Ding im Weltall. Noch wichtiger aber ist die so beschränkte Funktion der physischen Sinne. Sie scheinen von der Existenz der Materie zu berichten, uns Substanz und Wirklichkeit zu geben, wenn es sich bei dem, was ist, doch um eine ganz andere Ebene handelt – nämlich um die des GEISTES!

+ Als ein  unabhängiges Prinzip ist Materie, sei es physische, ätherische, astrale oder irgendeine andere, nicht-existent. Alle diese sind lediglich Ideen.

+ Kein Wissenschaftler weiß, was Materie an sich ist.

+ Das Endergebnis allen wissenschaftlichen Forschens und metaphysischen Denkens ist und kann nur der Mentalismus sein.

– Der Mentalismus und verwandte Lehren                                                                                                         

+ Der Realist misst dieser Welt einen größeren Grad an Wirklichkeit zu als ihrem Beobachter, weil er behauptet, dass die Welt selbst nach dem Tod des Beobachters vorhanden sein wird. Der Idealist indes misst dem Beobachter alle Wirklichkeit zu, weil die Welt ohne den Beobachter nicht gekannt werden kann. 

+ „Denken und das Objekt des Denkens sind ein und dasselbe.“ – Parmenides, der erste griechische Mentalist.   

+ „Sind wir wirklich lebendig in wirklichen Umgebungen oder sind wir in Wirklichkeit nur im Begriff zu träumen? Menschen, die es Leid waren, zum Narren gehalten zu werden, behaupteten, dass außerhalb unseres Geistes nichts Wirkliches liegt“. – Voltaire

+ Die europäischen Denker, die  die mentalistische Grundlage des Lebens mit intellektueller Gründlichkeit – wenn auch nicht immer richtig – ausgearbeitet haben, waren alle Deutsche. Kant, Schopenhauer, Hartmann, Hegel, Schiller und Fichte erkannten und lehrten, dass GEIST die ursprüngliche Wirklichkeit und die Welt eine Idee im GEIST ist.

+ Objektiver Idealismus gründet auf einem Irrtum. Er irrt, wenn er sagt, dass Objekte getrennt von ihrer Idee existieren. Wäre dies wahr und bildete man seine Idee von einem Objekt nach dem Objekt selbst, sollte man sich fragen: „Was teilt einem denn mit, dass es ein außerhalb gelegenes Objekt gibt?“ Antwort: Der Geist, er teilt es einem mit. Aber der Geist vermag einem nur einen Gedanken zu geben. Folglich sind sowohl die Idee, die er sich bildet, als auch das Objekt, das sich dem Geist enthüllt, Idee.   

+ Mit der intellektuellen Ausarbeitung der Theorie des Mentalismus begann ich erst, nachdem sie mir mystisch offenbart worden war. 

+ Viele haben sich beschwert, meine Darstellung des Mentalismus wiederhole sich ständig. Aber ohne diese ins Einzelne gehenden Schlussfolgerungen und ausführlichen Erörterungen wäre es dem westlichen Leser noch schwerer gefallen, eine ihm so fremde Lehre zu verstehen oder gar  anzunehmen.

+ Eine Lehre wie der Mentalismus, die allgemein gebilligten Ideen zuwider läuft, muss mit Umsicht dargestellt werden, denn die Entrüstung, die sie auslöst, mag dazu führen, dass man sie für etwas hält, über das man nicht sprechen kann oder über das zu sprechen sich nicht lohnt.

+ Es gibt so viele unterschiedliche Gesichtspunkte, unter denen wir an ein und dieselbe Wahrheit herantreten können, so viele verschiedene Aspekte. Der mentalistische Ansatz, auf dem mein Schwerpunkt liegt, wurde der Öffentlichkeit mit Absicht unterbreitet. 

+ Mir ist die fundamentale Wahrheit des mentalistischen Prinzips so klar wie die fundamentale Falschheit des Materialismus.

+ Der tiefe mystische Hintergrund des Mentalismus ist hauptsächlich ein Gefühl, während die Form, in der der Mentalismus zum Ausdruck gebracht werden muss, hauptsächlich eine intellektuelle ist.

+ Die breite Masse mit einer so tiefen Lehre wie dem Mentalismus zu erreichen, stellt keine geringfügige Aufgabe dar, aber eben dies habe ich versucht. (Paul Brunton)     

Der Schlüssel zur spirituellen Welt     –    Gelebte Übung

+ Diese unwandelbare Wahrheit, dass der Mensch nicht in der Materie, sondern im Geist existiert, segnet diejenigen, die sie anerkennen. Denn sie hilft, sie in ihren Kümmernissen zu trösten, hilft, sie bei der Meditation zu lenken und beim Nachsinnen zu erleuchten.   

+ Die Lehre gehört zu euch, wenn das Gefühl bestätigt, was die Vernunft einimpft, wenn Gestalt und Geschichte dieser Welt nicht mehr als ein lebhafter Gedanke in eurem Geist scheinen.   

+ Für den nach Weisheit Suchenden liegt der Wert, das mentalistische Wesen der Welt zu verstehen, in zweierlei. Es hilft ihm, seine Angst vor der Welt zu überwinden, und es hilft ihn, sich nicht mehr an sie zu klammern.

+ Haben wir sie erst einmal akzeptiert, so  bewirkt die Geisthaftigkeit der in der Erfahrung gegebenen Welt eine Veränderung unserer religiösen, metaphysischen, wissenschaftlichen, moralischen und praktischen Haltung. Noch müssen wir lange über vieles an ihr nachdenken, um einzusehen, wie überaus wichtig und bedeutungsvoll diese Tatsache ist, wie folgenschwer die Ergebnisse, zu denen sie führt! 

+ Der Ausweg besteht darin, unentwegt daran zu denken und zu bekräftigen, dass die Welt und alles, was wir in ihr sehen und erleben, keine andere Substanz hat als GEIST und ihren flüchtigen Anschein von Wirklichkeit aus dem GEIST herleitet. Sobald wir das erschöpfend verstehen und anwenden, wird seine Wahrheit eines Tages auf alle Zeit bei uns bleiben.

+ Unsere Freuden und Schmerzen sind nicht anders, wenn wir erkennen, dass sie mentalistisch sind, aber unsere Einstellung gegen sie ist anders.

+ In dem Maße, in dem es uns gelingt, den Welt-Gedanken in unserem Bewusstsein zu transzendieren, in dem Maße gelingt es uns, die Anziehungskraft weltlicher Begierden zu transzendieren. Indes setzt dies Kenntnis von der mentalistischen Lehre voraus. Letztere erweist sich also selbst in der Sphäre moralischer Grundsätze als überaus nützlich.

+ Der Mentalismus bringt uns nicht bei, die Welt nicht zu beachten und den Körper abzuwerten. Auch sagt er nicht, wir sollen aufhören, tätig zu sein und die Nützlichkeit des Lebens verneinen. Er lässt uns diese Dinge einfach auf eine neuere, wahrere Weise betrachten. 

+ Wir beginnen das Werk unseres VATERS zu tun, wenn wir nach dem Leben im GEIST und nicht nach dem in der Materie zu trachten beginnen. 

+ Zum ersten Mal beginnt man, das innere Wesen der Menschen und den inneren Zweck der Ereignisse wahrzunehmen. 

+ Wir sind zum Teil vergängliche Bilder im Geist des anderen. Jede Nacht wird die Leinwand aufgerollt, kommt die Schau zu Ende, bleibt der Bildschirm leer und wir verschwinden, als hätte es uns nie gegeben. Lohnt es denn, dieses kurze Geschäft des Am-Leben-sein zu ernst zu nehmen? 

+ Jetzt seht ihr, was ihr früher nicht gesehen habt, dass die äußeren Ereignisse eures Lebens oft mit den inneren Tendenzen eures Denkens verbunden sind und  ein Wandel in letzterem oft ein einen Wandel im ersterem bewirkt.    

Die Macht der Erkenntnis 

+ Macht, ob weltliche oder spirituelle, bringt immer Verantwortung mit sich.

+ Unsere Existenz als menschliche Wesen ist durch äußere Umstände bedingt und manchmal sogar davon beherrscht. Oft würden wir diese gerne neu gestalten, indes erfordert sie Beherrschung, und Beherrschung setzt Kraft voraus, und Kraft hängt von Wissen ab. Darin liegt die Rechtfertigung der Philosophie. Wenn wir ihre Lehren richtig verstehen, dass der Geist seine Erfahrung, seine Umgebung und seine Welt konstruiert, verstehen wir auch, dass eine Verbesserung in unserer Umwelt nur durch eine Verbesserung in unserem Denken bewirkt werden kann. Das Denken ist schöpferisch, und wir sind unentwegt im Begriff, uns selbst und unsere Umgebung aus den Merkmalen und Eigenschaften unserer Gedanken zu erbauen.

+ Auf diese Weise wird das Denken als ein Mittel benützt, mit dem man das Denken übersteigt, und die Imagination als ein Mittel, mit dem man die Imagination einstellt. Diese zwei Fähigkeiten, die den Durchschnittsmenschen daran hindern, das spirituelle Bewusstsein zu erlangen, helfen dem philosophisch Unterrichteten, es zu erlangen.

+ Wer immer diese Kräfte des ÜBERSELBST entwickelt, muss gleichzeitig ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein entfalten, sich klar sein, dass sie ihm anvertraut worden sind wie einem Hüter. Die GNADE, welche die Kräfte gewährt, kann sie auch nicht gewähren.

+ Jetzt wissen wir, dass unsere Lebenserfahrung so grenzenlos oder so eingeschränkt sein kann wie unser eigenes Denken.

+ An und in eurem Geist liegt es, ob ihr aus eurem Leben etwas sich Lohnende macht oder nicht. Was ihr aus der Vergangenheit gelernt habt und was ihr euch von der Zukunft versprecht – alle diese Ideen zusammen beeinflussen das erzielte Ergebnis. 

+ Was wir inwendig als Gedanken erleben, muss, vorausgesetzt es ist intensiv und anhaltend genug, äußerlich in den Ereignissen oder der Umgebung oder in beidem zutage treten.

+ Über diese höheren Welten des Seins tappen wir fast (aber nicht ganz) so sehr im Dunkeln wie ein ungeborenes Kind im Mutterleib über unsere Welt. 

+ Im menschlichen Geist schlummern außerordentliche Fähigkeiten, die nur okkult sind, insofern sie unangezapft brachliegen. Machen wir uns die Mühe, ihre Existenz durch mystische Konzentration  zu entdecken und sie uns durch unentwegtes Experimentieren zunutze machen, mögen wir überraschende Ergebnisse erzielen.   

+ Derjenige, der den Standpunkt beziehen kann, von dem aus er den eigenen Körper klar als eine Gedankenstruktur erkennt, kann Wunder damit wirken. Derjenige, der erkennen kann, dass Dinge im Raum Ideen sind, kann den Raum nach Belieben auslöschen. Und derjenige, der die Gegenwart so betrachten kann wir die  Vergangenheit, kann jetzt Erstaunliches bewerkstelligen.   

+ Die wahre Begegnung zwischen Individuen findet nicht in der alltäglichen Welt statt, sondern in der Welt, die im Denken, nein, sogar tiefer als die Gedanken liegt. Diese Welt ist für viele wirklich geworden und wird auch für andere immer wirklicher werden. 

+ Die Vorstellung, die sich ein Mensch von sich selbst macht, ist wichtig für sein inneres Leben und seine innere Entwicklung.

+ Wir beeinflussen die kommenden Jahre durch unsere Gedanken. Einer Generation, die der materialistischen Anschauung entrinnen will, müssen diese drei Punkte immer und immer wieder eingeprägt werden: a) dass das Denken bei der Gestaltung unserer Umgebung eine wichtige Rolle spielt, b) der Wert der Imagination darin liegt, dass sie letzten Endes äußere Umstände schafft, und es c) nützlich ist, die Art von Leben zu visualisieren, das zu führen wir bestrebt sind. Durch diesen zweifachen Prozess des Sich-Erhebens zu unserer göttlichen Quelle und des Lenkens unserer intellektuellen Ideen können wir beginnen, auf eine außerordentliche Weise Macht über unser äußeres Leben auszuüben.

Die mystische Erfahrung   

+ Diejenigen, die die tiefschürfende Art von spiritueller Erfahrung gemacht und sie verstanden haben, können das Leben nicht nur nicht im Sinne toter Materie oder mechanischer Dynamik interpretieren, sondern müssen es geistig auslegen.

+  Das Rätsel, was wir sind, kann durch mentalistische Studien und Übungen auf seine erste überzeugende Lösung stoßen: sie bringt einem Menschen die eigene Seele zu Bewusstsein.

+ Wir träumen die Wachwelt nicht so, wie wir während des Schlafes träumen. Denn ein Traum entspringt nur dem individuellen Geist, während ersterer ein dem kosmischen Geist Entspringendes ist, das dem individuellen Geist überreicht wird. Aber als Selbstverwirklichte entdecken wir letzten Endes, dass beide Geister ein und derselbe Geist sind, genauso wie ein Sonnenstrahl letztendlich dasselbe ist wie die Sonne. Der Unterschied, der besteht, ist flüchtig und wirklich Einbildung, aber solange körperliche Erfahrung stattfindet, ist er nicht zu leugnen. Der Hinweis, dass der gegenwärtige Geburts-Traum von vergangenen Tendenzen verursacht wird, ist richtig. Die Vergangenheit hypnotisiert uns, und unsere Aufgabe besteht darin, uns wieder zu ent-hypnotisieren und neue Denk-Gewohnheiten zu schaffen, bis das kurze Aufleuchten ohne unser Zutun kommt. Aber das Aufleuchten selbst stellt sich während einer Art  von Versenkungszustand ein, der nur einen Augenblick oder länger währen mag, während der tieferen Meditation der höchsten Mystik. 

+ Wenn ihr aufhört, eurem Bewusstsein Grenzen zu stecken, indem ihr es an körperliche und mentale Erfahrungen bindet, gebt ihr ihm Gelegenheit zu zeigen, was es wirklich ist –  unendlich. Der Welt, die für das Subjekt des Bewusstseins die Rolle des Objekts spielt, gebt ihr Gelegenheit, zu zeigen, dass sie als Idee eigentlich mental ist. 

+ Die WIRKLICHKEIT ist für das Denken so lange unerreichbar, solange wir letzteres als etwas davon Getrenntes auffassen. In dem Augenblick, in dem wir diese falsche Vorstellung aufgeben, offenbart sich die Wahrheit.

+ Es gibt wunderbare, seltene Augenblicke, wenn wir über uns erhoben zu sein scheinen, wenn die Gesamtheit der vergangenen und gegenwärtigen Existenzen nur ein Bild in einem wechselvollen Traum und der ganze Stoff des Weltalls nichts anderes als ein augenblickliches Gedankengebilde zu sein scheint. In solchen Augenblicken mögen wir eher intuitiv als aufgrund von Reflexionen verstehen, dass die Welt ein Produkt des Geistes und nicht der Materie ist.

+ Würde sich ein Materialist die Zeit nehmen, über dieses Geheimnis des letzten Beobachters nachzudenken und seine denkerischen Fähigkeiten hinreichend schärfen und läutern, um sich mit einem so abstrakten Thema befassen zu können, würde er seinen Materialismus verlieren und Mentalist werden. Lasst ihn sich fragen, wer denn spricht, wenn er über sich selbst spricht, was dieses „Ich“ ist, dieses Ding, das seinen Namen trägt. Da das, was spricht, und das, worüber gesprochen wird, nicht dasselbe sein kann, sondern getrennt sein muss, würde er ein weiteres „Ich“ einräumen müssen, das hinter dem Ich liegt, das über sich selbst spricht. Er könnte diese rückläufige Untersuchung in einer niemals zu Ende kommenden Serie fortsetzen. Das „Ich“ würde jedes Mal ein anderes „Ich“ bedingen, für das es ein Objekt wäre und von dem es als Subjekt sprechen könnte. Damit sähe sich die Existenz seines Egos in der Relativität dargelegt, denn er würde sich anscheinend endlos und uneingeschränkt durch dieses Geheimnis bewegen können, was mit dem „Ich“ gemeint ist. Dies ist deswegen so, weil das Instrument, das er für diese Untersuchung benützen würde, der logische Intellekt ist, der so seine starren Grenzen preisgeben würde. Angesichts dieser Grenzen würde er sich die Frage stellen müssen, ob es möglich oder nicht möglich wäre, ein subtileres Instrument nutzbar zu machen, und die mystische Metaphysik würde ihm dann antworten: Ja, ein solches subtileres Instrument steht zu Gebote – es ist deine Intuition. Pflege sie auf die rechte Art, vermeide ihre Fälschung, unterziehe dein Gefühlsleben der philosophischen Schulung und übe Meditation. Du wirst feststellen, dass dich deine Intuition immer weiter bis zu einen Element zurückführen wird, das das endgültige „Ich“ ist, jede Wirkung der unterbewussten Körperfunktion lenkt und deiner Persönlichkeit das Bewusstsein gibt, dass sie existiert. Dieses „Ich“ ist nicht physisch; es ist der inwendigste Teil deines Geistes. Sobald zu das verstehst, wirst du den Materialismus notwendigerweise aufgeben müssen. Mehr noch, die Verwirklichung dieser Wahrheit als eines wirksamen Erlebnisses macht dir bewusst, dass dir das Weltall wohlgesonnen ist, weil du aufs Engste damit verbunden bist. Dein eigener Geist entspringt dem WELT-GEIST. Eben diese Beziehung macht es möglich, dass dein geistiges Wesen denkt und weiß, ein emotionales Wesen fühlt und dein physischer Körper handelt. Ohne es wärst du tot im vollsten Sinne des Begriffs. Alles, was in dir und alles, was außerhalb von dir ist, wandelt sich; aber dieses wirkliche Selbst wandelt sich niemals, denn es lebt im Reich des WELT-GEISTES, dem Reich Gottes, das ewig ist.

+ Im Laufe dieser fortschreitenden Vertiefung des Bewusstseins scheint der Körper allmählich nur ein Teil von uns zu sein und das physische Leben nur ein Teil unseres wahren Lebens. Wenn wir notgedrungen das Gefühl haben, dass wir Fleisch sind, so haben wir doch auch das Gefühl, dass wir vor allem Geist sind. Wenn wir uns hier der Flüchtigkeit des Daseins bewusst sind, so wissen wir dort um dessen Ewigkeit.

+ Aus diesen geheimnisvollen Schichten des Geistes mögen wir mit übersinnlichen Kenntnissen und göttlicher Liebe auftauchen. 

+ Unsere Wissen über die Bedeutung des Lebens steigt stufenweise an mit unserem Wissen über das Wesen unseres Geistes.   

+ Bisher habt ihr die Interpretation eurer Welt-Erfahrung angenommen, die euch das niedrige Selbst mit so überwältigender Kraft und großer Unmittelbarkeit aufgezwungen hat. Jetzt müsst ihr sie unter dem behutsamen und langsamen Einfluss des höheren Selbst neu, und zwar mentalistisch  interpretieren. 

+  Der Geist, der gewahr ist, ist etwas, das sich von den im Gewahrseinsfeld erscheinenden Dingen unterscheidet und von ihnen getrennt ist. Dieser Geist ist das wahre Selbst, aber jene Dinge – die wir lediglich als Gedanken kennen – sind es nicht. Die Emotionen und Gedanken, die wir normalerweise erleben, befinden sich außerhalb des Rings des wirklichen „ICH“, und doch werden sie stets – oder vielmehr fälschlicherweise – dafür gehalten.

+ Außer in der mystischen Erfahrung, bei der sich das ganze Weltall aufrollt und verschwindet und der Mensch „sich nur des Bewusstseins bewusst ist“, vollzieht sich die nächste überwältigende Verwirklichung des Mentalismus beim sterbenden Menschen.   

+ Intellektuell mögt ihr von der Wahrheit des Mentalismus überzeugt sein. Aber solange ihr sie nicht ins Herz tragt und so intensiv erfahrt wie ein lebendes Ding, ist sie Zweifeln unterworfen. Sie sollte die Wucht persönlicher Erfahrung erlangen.

+ Für intellektuell Interessierte kann der Mentalismus, wenn sie ihn sich richtig zu eigen machen, ein Bote spiritueller Bewusstwerdung sein.  

+ Die Erinnerungskraft ist nur in dem Maße nützlich, in dem sie es uns möglich macht, an die Höhere Kraft zu denken.   

+ Tatsache ist, dass die erste bewusste Begegnung mit der Wahrheit des Mentalismus an sich ein erfreuliches Ereignis darstellt, während wir bei ihrer endgültigen Verwirklichung zu einem dauerhaften großen Frieden und zu einer endgültigen Einsicht finden. Wir werden uns nicht mehr auf äußere Hilfsmittel stützen müssen, ob auf Bücher, seien sie noch so heilige, oder auf Menschen, seien sie noch so hoch angesehene – wenn uns das Leben und unsere Entwicklung nicht bereits davon befreit hat.     

+ Du magst soweit gehen, wie dich das Denken zu tragen vermag, nur eingeschränkt durch die Grenzen der Imagination und Logik, Mutmaßung und Hellsichtigkeit, aber am Ende muss dein Geist sich wieder ausschließlich selbst in Erwägung ziehen.   

+ Wenn ihr glaubt, dass die Welt materieller Dinge außerhalb von euch liegt, dass Materie  eine getrennte und feste Entität ist, wird euch die Erfahrung in eurem Glauben bekräftigen. Dann  seid ihr ein Materialist, sei euer Leben noch so fromm. Wenn ihr aber einige Hindernisse, die die meisten umzingeln und in die Falle locken, durch tiefschürfendes Denken, tiefe Meditationen und andere Vorbereitungen aus dem Weg schafft, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ihr das Licht in euch anbrechen lasst. Es mag sein, dass euch das erschütternde Erlebnis der mentalistischen Offenbarung widerfährt; ihr werdet dann viele Entdeckungen machen. Ihr werdet entdecken, dass die Welt eine Form ist, die das Bewusstsein annimmt. Ihr werdet die  Bedeutung der Leere erfahren.

Bewusstsein als Welt

+ Das größte aller Geheimnisse ist zweifellos das Geheimnis des GEISTES, denn sobald ihr das versteht, besitzt ihr den Schlüssel, der die Tür zu allen anderen Problemen aufschließt. Es ist vonnöten, Folgendes zu begreifen: Es gibt zwei Phasen des GEISTES. Bei der ersten handelt es sich um Bewusstsein in seiner alltäglichen Gestalt, um das Bewusstsein dieser Welt aus Zeit, Raum und Materie.  Ihr bildet euch ein, dass dieses Bewusstsein ein kontinuierliches und einheitlich Ganzes ist, aber in Wirklichkeit ist es wie ein Strom von Maschinengewehr- kugeln, der aus einer unaufhörlichen Reihe von nicht zusammenhängenden Gedanken besteht. Weil  diese Gedanken mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit auftauchen und vergehen, erwecken sie die Illusion eines kontinuierlichen Bewusstseins, die Illusion einer unwandelbaren, festen Welt und die Illusion eines getrennten Egos in euch. Das hier benützte Wort „Illusion“ darf nicht falsch verstanden werden. Die Existenz dieses erstaunlichen Trios wird keinen Augenblick lang in Abrede gestellt, denn sie sind da und starren euch ins Gesicht. Aber diese Existenz ist relativ.  Sie ist nicht absolut und  deswegen nicht wirklich, nach der östlichen Definition dieses so häufig missbrauchten Wortes. Ihr dürft die Idee vom GEIST nicht auf jenes Geistesfragment beschränken, das sich das alltägliche Bewusstsein zunutze macht. Das, was BEWUSSTSEIN genannt wird, ist nur ein Teil von dem, was die Bezeichnung GEIST trägt, oder, funktionell gesehen, nur eine seiner Fähigkeiten. Es ist auch der vergängliche und relativ unwichtigere Teil. Ob das Bewusstsein lebt oder stirbt, der GEIST besteht fort, weil er die verborgene Quelle darstellt. Nun liegt dieser reine, dieser nicht durch das menschliche Alltagsbewusstsein ausgedrückte GEIST gänzlich jenseits des Bereiches menschlichen Denkens, weil er ABSOLUT, zeit-, raum, ideen- und materielos ist. Er weist keine Gestalt auf, die man sehen könnte, noch bringt er einen Ton hervor, den man hören könnte. Aus der Sicht des Durchschnittsmenschen ist er infolgedessen ein großes NICHTS, und einige der tibetischen Weisen haben ihn tatsächlich die ERHABENE LEERE genannt. Weil ihr ihn nicht herab, in Reichweite des kleinen menschlichen Geistes bringen könnt und normalerweise nichts von ihm wisst, ist er in Ermangelung eines besseren Begriffs gelegentlich auch als der Unbewusste Geist beschrieben worden. Aber eine solche Beschreibung ist unzulänglich, da sie zu gefährlichen Missverständnissen führen kann. Es gilt, einen Begriff zu finden, der den REINEN GEIST besser beschreibt. Wie es in einem Satz aus dem Romane Disraelis heißt: „Das Bewusste kann nicht vom Unbewussten abgeleitet werden.“ 
Der  UNENDLICHE GEIST ist GOTT, Geist, Brahman etc. genannt worden. Ihr müsst zu der Erkenntnis kommen, dass euer kleiner, individueller Bewusstseinsstrom dieser großen Quelle entsprang und dereinst wieder zu ihr zurückkehren und in ihr verschwinden wird. Dies ist WAHRHEIT. Alle machen auf dieses universelle, nicht  persönliche WESEN Jagd. Die es bewusst Suchenden, sind Menschen die die SUCHE begonnen haben. Aber die unbewusst danach Trachtenden greifen zu Alkohol und anderen sinnlichen Freuden und stellen den Genüssen dieser überaus verlockenden Welt nach.

+ Gedanken könnten niemals existieren, wenn der GEIST nicht auch ursprünglich zugegen wäre. Noch könnten wir Menschen uns ohne die Priorität des GEISTES des Weltalls gewahr werden.   

+ Der GEIST unterliegt seinen eigenen Gesetzen und beschwört seine eigenen Schöpfungen herauf. Das Weltall sieht sich zu jedem Augenblick seiner Geschichte durch die Wirkung und Gegenwirkung dieser Schöpfungen gestaltet. 

+ Geistige Tätigkeit braucht nicht bewusst zu sein. 

+ Die Ideen vergehen, der GEIST bleibt. Aber solange sie existieren, sind sie in der Wirklichkeit des GEISTES  enthalten und teilen sie. Daher und in diesem Sinne ist die Erscheinung der Welt für die in ihr lebenden bewussten Wesen wirklich genug, solange sie besteht. Die Unterscheidung zwischen innerer Wirklichkeit und äußerer Erscheinung wird damit zwar nicht hinfällig, aber dennoch zweitrangig. 

+ Die von so vielen geteilte Auffassung, das Bewusstsein sei die Gesamtsumme der persönlichen Erfahrungen und nicht mehr, sei eine Verbindung aus einer bestimmten Anzahl getrennter Stücke Gewahrsein, stellt einen ungeheuren Irrtum dar. 

+ Solange es etwas gibt, sei es ein physisches Objekt oder eine mentale Idee, das ein Objekt unseres Denkens bildet und infolgedessen nicht die Denkkraft ist, so lange hindern wir uns selbst daran, den Geist in seiner eigenen nackten Reinheit zu erkennen.

+ Letzten Endes ist die Erfahrungswelt des Egos auf das ÜBERSELBST zurückzuführen, das an der Wurzel des Egos liegt, wobei die unerschöpfliche Imagination des ÜBERSELBST ein Fragment seines eigenen Bewusstseins einschränkt und dessen Laufbahn bestimmt. Sowohl das Ego als auch seine Welt sind geistig geschaffen.

+ Die Welt sieht genauso aus wie zuvor; an ihrer Erscheinung ändert sich nichts, nur weil ein Weiser versteht, was sie ist – eine Gedanken-Reihe. Des Weisen Wahrnehmung der Welt ist wie die aller anderen; seine Sinne funktionieren wie die  ihrigen, aber er weiß, dass seine Erfahrung der Welt vom allzeit gegenwärtigen BEWUSSTSEIN abhängt. Er ist niemals ohne dieses Gewahrsein. Dies stellt den ersten großen Unterschied dar.

+ Jedes menschliche Wesen ist sich des eigenen Bewusstseins bewusst. Wenn er dessen tiefere Bedeutung ausfindig macht, versteht er vielleicht, dass darin der beste Beweis für die Wirklichkeit des Geistes als eines getrennt Existierenden liegt.

+ Wir mögen die Tatsache, dass wir bewusst sind, zwar zur Kenntnis nehmen, aber  folgende Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, sind wir normalerweise niemals imstande: Dass wir uns auf dieselbe Weise bewusst sind, bewusst zu sein, wie wir uns aller anderen Dinge bewusst sind.

+ Unter Geist versteht die Philosophie nicht nur äußeres Verhalten oder inneres Bewusstsein, wiewohl sie sie notwendigerweise einbeziehen muss. Der Geist ist jenes ursprüngliche Element, das sich uns durch Verhaltensmuster und Bewusstseinszustände offenbart. 

+ Wenn ich sage, ich bin meine eigene mentale Existenz, dann sage ich damit, dass ich auch das ganze Weltall bin. Die Natur existiert in mir, denn die Natur ist lediglich meine Idee. Die Welt ist meine Schöpfung. Dies stellt keine eitle Laune dar, sondern die reine Wahrheit, die großartigste, auf die der nur unvollständig eingeweihte Verstand der Menschen jemals gestoßen ist.   

+  Das Bewusstsein bringt die erlebte Welt hervor und gibt oder nimmt ihr die Wirklichkeit.

+ Was besitzt einer schon wirklich, außer das eigene Bewusstsein, den Ursprung seines Alltagsselbst, das nur ein veränderliches Bewusstseinsprodukt ist? Was sonst kann einer unfehlbar zu jedem Teil der Welt und vielleicht – falls die Seher wissen, was sie behaupten – sogar zu jener anderen, jenseitigen Welt mitnehmen?

+ Wenn der Ego-Geist ein die objektive Welt Kennendes ist, so ist er selbst ein von einem transzendentalen GEIST Erkanntes.   

+ Solange wir nicht verstehen, dass wir selbst der wirklich Sehende sind und alle diese Objekte im Bewusstsein gesehen werden, so lange machen wir den Fehler, das Ego für das „Ich“ zu halten.

+ „Am Anfang war das  Wort“ – damit wird im Neuen Testament zum Ausdruck gebracht, dass das Weltall ein mentales Weltall ist. Der ganze Kosmos war von Anfang an ein Gedanke, ein Wort in GOTTES Geist.     

+ Die zwei Analysen müssen jetzt zusammenkommen, gleichzeitig: das „Was bin ich?“ und das „Was ist die Welt?“ Erst dann können sie durch den Mentalismus integriert werden, wiederauftauchend als das EINE BEWUSSTSEIN in ihm. Die Dualität des Selbst und des Nicht-Selbst verschwindet dann. 

+ Bewusstsein kam zuerst; alle Gedanken entstanden später. Es macht ihre Existenz möglich. Es ist das dauerhafte Prinzip im Menschen, während Gedanken auftauchen und wieder verschwinden.

+ Bewusstsein ist wichtiger als Lehre.   

+ Geist, wie wir Menschen ihn jetzt kennen, stellt nur die  schäumende, tosende Welle an der Oberfläche eines kilometertiefen Meeres dar. 

+ Das Gewahrsein der Gedanken-Reihe zeugt davon, dass das Bewusstsein ein a priori Existierendes  ist. 

+ Die menschliche Wesenheit besteht nicht nur aus den Gedanken und Bildern, auf die ihr in eurem Bewusstsein stoßt; sie ist auch und vor allem dieses Bewusstsein selbst.

+ Im Grunde ist das einzige, was wir wirklich kennen, das Bewusstsein. Es ist dasjenige, das wir als das Selbst erachten, wiewohl es zu verschiedenen Zeiten verschiedene Muster annehmen kann.

Bewusstsein und reiner Geist

+ Unser Geist ist ein menschliches Analogen zum UNIVERSALEN GEIST. Infolgedessen liefern Beschaffenheit und Wirkungsweise der Natur eine einfache Lektion über göttliche Metaphysik. Wollen wir irgendeinen schwachen Hinweis auf das Wesen der höchsten Art von geistiger Existenz, also über GOTT, erhalten, so müssen wir das Wesen unseres eigenen individuellen Geistes untersuchen, mag er noch so beschränkt und unvollkommen sein.  Nun schreckt die Philosophie nicht vor einer Anerkennung des Pantheismus zurück, sie beschränkt sich nur nicht auf ihn. Sie bekräftig auch den Transzendentalismus, hört aber nicht damit auf. Sie erklärt, dass sich die Letzte und höchste Wirklichkeit niemals in dem Sinn zum Kosmos verwandeln könnte, dass sie ihre Einzigartig- keit verlöre. Gleichzeitig erklärt sie aber, dass der Kosmos dennoch eins mit der Wirklichkeit und nicht von ihr getrennt ist. Das lässt sich am leichtesten verstehen, wenn wir den Kosmos symbolisch als menschliche Gedanken und die Wirklichkeit symbolisch als den menschlichen Geist betrachten. Unsere Gedanken sind nichts anderes als eine  Form des Geistes, und doch verliert unser Geist nichts, wenn Gedanken auftauchen. Der WELT-GEIST wohnt dem Weltall inne, ist aber nicht durch es eingeschränkt, so wie man vom Geist eines Menschen sagen kann, dass er seinen Gedanken innewohnt, aber nicht durch sie eingeschränkt ist. Darüber hinaus mögen wir es bei unseren Bemühungen, den Zusammenhang zwischen Kosmos und WELT-GEIST zu verstehen, nur hilfreich finden, diesen mit dem Zusammenhang zwischen einem Gedanken und seinem Denker oder zwischen einem gesprochenen Wort und seinem Sprecher zu vergleichen. Und wenn wir in Erwägung ziehen, wie und dass unser Geist imstande ist, die verschiedenartigsten Gedanken zu erzeugen, braucht es uns nicht einmal zu überraschen, dass der Universale Geist imstande ist, ein unerschöpfliches Heer von Gedanken-Formen hervorzubringen, die den Kosmos bilden.

+ Unser Wissen um die Existenz dieses Gewahrseins bedeutet lediglich, dass wir eine Idee davon haben. Wir sehen dieses Gewahrsein nicht als ein Objekt für sich, noch sind wir jemals dazu imstande. Wenn wir das Gewahrsein für sich kennen sollen, müssen wir zuerst das Erkennen seiner Objekte fallen lassen, seiner Spiegelungen im Denken, den Ego-Gedanken miteinbezogen, und es sein, nicht es sehen. 

+ Man muss den Geist von den Geisteszuständen unterscheiden, so wie man das Objekt vom Erkennen des Objekts, der Erkenntnishandlung, trennen muss. Spinoza stellte die phänomenale Welt dem Substantiellen entgegen; die Erscheinung der Substanz; das, was andere das Relative nennen, dem Absoluten; das, was bei den Hindus Illusion heißt, der Wirklichkeit; und das, was Religions- gläubige als Materie bezeichnen, dem heiligen Geist. Aber diese ganzen Aussagen können nur deswegen gemacht werden, weil der Geist sie ursprünglich macht, denn der Geist ist beider Zeuge. Wir sind gezwungen, dem Geist Vorrang zu geben, denn er Ist. Ob die Illusion existiert oder nicht existiert und ob das Absolute existiert oder nicht existiert, der GEIST IST. Wenn die Welt unentwegt für mich gegenwärtig ist, dann ist es ein Geist, der sie gegenwärtig macht, denn Gewahrsein ist eine Geisteskraft.  Der Geist macht den Gedanken des materiellen Objekts für uns möglich; und den Geist zum Nebenprodukt einer angeblichen Materie zu machen, stellt einen Widerspruch in sich selbst dar.

+ Das Ziel des menschlichen Daseins kann nicht nur die Meditation darstellen, so fruchtbar die Erfahrungen, die das Meditieren mit sich bringt, auch sein mögen. Denn die tiefste Meditationserfahrung, die uns möglich ist, besteht darin, die Welt-Erfahrung aus dem Bewusstsein zu leeren und somit deren Wirklichkeit aufzuzeigen. DAS, was aufzeigt, das, was der Erfahrung teilhaftig wird, sowie die Erfahrung selbst – sie alle gehen am Ende aus dem WIRKLICHEN hervor. Die Entdeckung der Unwirklichkeit der Welt ist nützlich, denn sie ermöglicht die erforderliche Loslösung von unseren Bindungen. Aber das kann nicht der einmalige, der einzige und höchste Zweck unseres Daseins sein, denn dann wäre es nach der Entdeckung nicht nötig, das Dasein im Körper fortzusetzen. Ein Mystiker muss weitergehen und nach jener zusätzlichen Verwirklichung trachten, die die Welt unter einem neuen Licht zeigt und einen vollkommen neuen Standpunkt für ihr Verständnis bietet. Dieser besagt, dass das einzigartig Wirkliche in der Welt nicht weniger, sondern nur anders zugegen ist als in seiner Meditation. Es ist wie der Träumer, der sich der Tatsache, dass er träumt, bewusst wird und weiter-träumt, aber die ganze Zeit weiß, dass es sich um eine Traum-Erfahrung handelt. Auf dieselbe Weise besteht die höchste Verwirklichung darin, dass das WIRKLICHE BEWUSSTSEIN, welches das reine, höchste und letzte BEWUSSTSEIN ist, verschiedene Gestalten anzunehmen und dennoch das zu bleiben vermag, was es wirklich ist.

+ Geist muss dem GEIST entspringen – für den tiefschürfenden Denker gibt es keinen anderen Schluss    + Was ist die letzte Wirklichkeit hinter unseren ganzen Erlebnissen? Da es Gedanken sind und Gedanken nur durch das BEWUSSTSEIN möglich sind, muss die Wirklichkeit BEWUSSTSEIN sein. An diesem Sachverhalt ändert sich nichts, auch wenn das „Ich“ nicht gewahr und unbewusst ist, weil beschränkt und klein, selbst nur ein Gedanke, ein Objekt, das man wie andere Objekte kennt. Das  WIRKLICHE ist nach wie vor vorhanden, aber verborgen. 

+ Der Materialismus sieht sich nachdrücklich von denjenigen in Abrede gestellt, die verstehen, dass das HÖCHSTE BEWUSSTSEIN selbst die Höchste Wirklichkeit ist und nicht bloß ein Nebenprodukt des materiellen Körpers.

+ Wenn wir schließlich einsehen, dass dieses unermessliche Weltall eine  Gedankenform ist, und wenn wir gefühlsmäßig wissen, dass das einzige und höchste Prinzip, in dem und durch welches das Weltall entsteht, auch unsere Quelle ist,  ist unsere Erkenntnis endgültig und fehlt ihr nichts mehr.

+ Wir kennen das BEWUSSTSEIN  niemals. Wir können den Anspruch erheben, dass wir Objekte und Gedanken, Eindrücke und Gefühle kennen, weil sie als voneinander getrennte Dinge nur von einer Person, einem Individuum, einem getrennten und einzelnen Kenner gekannt werden können. Aber BEWUSSTSEIN lässt sich nicht auf einen Ego-Gedanken zurückführen, nicht von einem kleinen „Ich“ einschränken, da es das Licht hinter allen Gedanken ist.

+ Der Geist, der so unendlich viele Bilder von außerhalb des Körpers gelegenen Dingen macht, kann sich dennoch kein Bild von sich selbst machen.

+ Der denkende Mensch braucht das Konzept des reinen GEISTES, des unendlichen formlosen Bewusstseins, des zeitlosen Seins. Es ist absolut notwendig, denn ohne es bleibt sein Denken unvollendet und unvollständig. Alles weist am Ende auf den reinen Geist hin, vom eigenen bis zum universalen Dasein. Sich mit Glauben begnügend, mögen der Fromme und Mystiker ihn GOTT nennen; und selbst wenn er einem nicht zugänglich ist, so weiß man doch, dass er da sein muss und immer schon da gewesen ist. 

+ Persönliches Bewusstsein ist nicht wirklicher als die Wirklichkeit eines Spiegelbildes in einem Glasspiegel, denn der GEIST  ist das Licht, das es beleuchtet. Persönliches Leben mag so flüchtig sein wie Schaum. 

+ Dasjenige, das allzeit im Hintergrund aller Gedanken liegt, ist das BEWUSSTSEIN. Ohne es könnten sie niemals erscheinen oder existieren, während das BEWUSSTSEIN aus eigenen Kräften existiert.   

+ Die Form des Bewusstsein mag sich wandeln, die Tatsache des Bewusstseins zeitweilig verdeckt sein, aber die Wirklichkeit hinter dem Bewusstsein kann  niemals ausgelöscht werden.

 + Das wahrhaft Seiende, der WELT-GEIST, war, bevor die Gedanken des Menschen begannen.

+ Es gibt zweierlei Weisen, auf die wir erkennen, und zweierlei Arten von Dingen, die wir erkennen können: Erstere spielt sich auf der alltäglichen Ebene ab und befasst sich mit physischen und intellektuellen Dingen, und diese habe ich unmittelbare Erkenntnis genannt;  zweitere spielt sich auf der tiefstmöglichen Ebene ab und befasst sich ausschließlich mit dem Wesen aller Dinge, aus dem sie sich entfalten, mit dem göttlichen MYSTERIUM, wo sich der Erkennende im Erkannten auflöst. Metaphysisch ist dies als die höchste und letzte Ebene bekannt.

+ Es ist absolut gewiss und ganz unzweifelhaft, dass das Bewusstsein primär ist, der Anfang aller Dinge, der einzige GOTT, den es geben könnte, und der einzige, den es jemals gegeben hat. Wenn einer daran zweifelt, dann deswegen, weil er blind ist, also nicht sieht; weil er benebelt ist, also nicht versteht. Von was oder von wem sonst rührt sein eigenes Bewusstsein, sein Erkenntnisvermögen und seine Denkkraft her?

+ GEIST ist ein allen Dingen Vorausgehendes. Elektronische Energie und materielles Sein sind nur seine Aspekte.

+ Es ist nicht möglich, dass das Bewusstsein etwas größeres kennt als Bewusstsein.

+ GEIST gibt sich selbst Gewissheit. Er ist seine eigene Grundlage. 

+ Bewusstsein ist tiefer als seine Inhalte, subtiler als seine Gedankengänge und heiterer als seine oberflächlichen Erschütterungen.

+ Wer ist es, der alle diese Dinge zur Kenntnis nimmt,  die seine Welt ausmachen? Was ist es, das Objekte wahrnimmt? Was schenkt Gedanken und Dingen Aufmerksamkeit? Woher rührt das Bewusstsein, oder ist es zuerst vorhanden und macht die bekannte Welt dadurch erkennbar?

+ Der Welt-Gedanke wirkt eine Art von Zauber; jeder mögliche Bewusstseinszustand kurz vor dem ÜBERSELBST ist und bleibt eine Idee im menschlichen Geist. 

+ Es  heißt, ein Mensch ist in  dem Maße erleuchtet, in dem er dies für sich selbst entdeckt. Was er außerhalb dieser Erleuchtung bekommt oder hervorbringt, ist seine eigen mentale Schöpfung. Es mag vollkommen falsch oder vollkommen richtig sein, aber es bleibt dennoch nicht mehr als etwas mental Geschaffenes. 

+ Jede Art von Erfahrung, ob wach, traumhaft, hypnotisch oder halluzinatorisch, ist für das Ego vollkommen wirklich zu dem Zeitpunkt, zu dem seine  Wahrnehmungen auf der jeweiligen Ebene wirksam sind. Warum sprechen  wir nun inmitten dieser so verwirrenden Relativität davon, dass die göttliche Erfahrung die letzte und höchste Wirklichkeit ist? Antwort: Weil sie das betrifft, was allen anderen Erfahrungsformen ein Gefühl von Wirklichkeit verleiht. Dabei handelt es sich um nichts anderes als den innersten Kern des reinen GEISTES in uns, die einzigartig geheimnisvolle Quelle aller möglichen Arten unseres Bewusstseins. Dies ist es, wenn wir es finden können, was die Philosophie die wahre,  wirkliche Welt nennt.

+ Die geistigen Bilder, aus denen das Weltall unserer Erfahrung besteht, wiederholen sich in einer einzigen Minute unzählige Male. Nur deswegen erwecken sie den Eindruck von Kontinuität, Dauerhaftigkeit und Festigkeit auf dieselbe Weise wie ein Film. Wenn wir diese Bilder auslöschen, aber vollkommen bewusst bleiben könnten, würden wir zum ersten Mal ihre Quelle, die Wirklichkeit hinter ihren Erscheinungen, erkennen. Das heißt, wir würden GEIST an sich erkennen. Yoga bewirkt eine so radikale Auslöschung. Hierin also liegt die wichtige Bedeutung der Verbindung zwischen Mentalismus und Mystik. 

Göttlich – Göttlichkeit – Gott

Texte des Autoren Paul Brunton (ungeordnet)

+ Es ist absolut gewiss und ganz unzweifelhaft, dass das Bewusstsein primär ist, der Anfang aller Dinge, der einzige GOTT, den es geben könnte, und der einzige, den es jemals gegeben hat. Wenn einer daran zweifelt, dann deswegen, weil er blind ist, also nicht sieht; weil er benebelt ist, also nicht versteht. Von was oder von wem sonst rührt sein eigenes  Bewusstsein, sein Erkenntnisvermögen und seine Denkkraft her? 

+“Das Reich Gottes ist in euch“ (Jesus). Er verkündet, dass ein himmlisches Dasein in Reichweite des Geistes liegt, welcher der wirkliche Mensch ist, und er sagt uns, dass dieses Dasein im Geist selbst verborgen liegt. Der Himmel ist also nicht ein fern gelegener Ort noch eine Verfassung nach dem Tode, sondern ein in diesem Leben erreichbarer Zustand. 

+ Das Ego ist das Geschöpf, das dem Handeln und Denken des Menschen entspringt, langsam sich wandelnd und wachsend. Das Überselbst ist das Bild GOTTES, vollkommen, vollendet und unwandelbar. Was er, wenn er sich vollenden will, zu tun hat, ist, dass er das eine durch das andere erglänzen lässt. 

+ Die Antwort auf die Frage „Was bin ich?“ lautet: „Eine göttliche SEELE“. Diese Seele ist mit Gott verbunden und wurzelt in ihm. Aber das setzt uns nicht mit GOTT gleich. Wer das behauptet, geht leichtfertig mit der Sprache um.

+ Genauso wie das GÖTTLICHE SEIN sowohl GEIST- an-sich als auch GEIST-in-Tätigkeit ist- je nachdem welchen Aspekt wir ins Auge fassen – und auch KRAFT-statisch und KRAFT-dynamisch, so ist sein Strahl im Menschen sowohl REINES SEIN/BEWUSSTSEIN, das als das geistig-tätige Ego erscheint, als auch LEBEN/KRAFT, die als physisch-tätiger Körper in Erscheinung treten. 

+ Lasst sie nicht so viele  Wörter über oder gegen unser kleines Ego verlieren, seinen Charakter anprangern oder seine Existenz leugnen; lasst sie vielmehr zu verstehen suchen, was sich wirklich in dessen kurzem Leben abspielt. Lasst sie ausfindig machen, was wirklich in ihm und um es herum ausgefochten wird. Lasst sie erkennen, dass der LENKER DER WELT mit ihm verwandt ist und wir von der GÖTTLICHKEIT durchtränkt sind, ob wir uns dessen gewahr sind oder nicht. 

+ In weniger fremden, religiösen Worten ausgedrückt, kann man auch sagen, dass Gott in jeden von uns etwas von Sich Selbst gelegt hat. Aber es ist nur als ein Potential vorhanden; wir müssen die nötige Anstrengung machen, uns dessen in zunehmendem Maße bewusst zu werden. 

+ Das persönliche Ego hat seine einzigartigen und besonderen Merkmale, seine gegenwärtigen Ziele und vergangenen Erinnerungen, sein Leben in der Zeit, sein eigenes Temperament und seine speziellen Kennzeichen. All dies läuft darauf hinaus: Es ist einzigartig. Die Individualität ist der höchste, feinste, ja sogar göttlichste Teil des Seins. Sie ist nicht in der Zeit. Sie ist reine Substanz, das andere ist eine zusammengesetzte Wesenheit. Für sie zerrinnen die Stunden nicht; für den anderen gibt es eine konstante Reihenfolge, eine Existenz, die von Augenblick zu Augenblick währt. Gelegentlich bekommen die Menschen es kurz zu sehen, dieses andere Selbst, das wirklich ihr eigenes bestes Selbst ist und nicht etwas, das schrittweise erlangt wird, da es auf alle Zeiten zugegen ist. Es hat keine Gedanken, noch braucht es sie. Jeder Augenblick, den sie dahingeben, sich mit ihm zu identifizieren, ist ihre Erlösung. Wenn dies einen weit weg von Freunden und Verwandten, vom Gespräch mit allen Personen trägt, dann trägt es einen auch zu einer göttlicheren Beziehung und Verständigung mit ihnen.   

+ Wäre ein Mensch imstande, sich so weit von seinem Ego zu entfernen, dass dessen Interessen und Begierden ihn nicht mehr überwältigen könnten, dann ließe er dadurch Frieden in seinem Herzen einziehen. Das wahre Paradies, das eigentliche Himmelreich, das eine unwissende Geistlichkeit auf eine Welt nach dem Tode und dadurch in einer schwer erfassbaren Ferne verschoben hat, ist in Tatsache so nahe bei uns wie unser eigenes Selbst und so gegenwärtig wie der heutige Tag. Wenn wir es betreten sollen, dann können und müssen wir das, solange wir noch im Körper stecken. Es ist weder eine Zeit noch ein Ort, sondern eine Lebenslage und eine Entwicklungsstufe. Es ist das egofreie Leben. Das Persönliche in einem Menschen muss leben, indes lediglich als ein Sklave des Unpersönlichen. Diese beiden Identitäten machen sein Selbst aus.

+ Ereignisse, die uns geschehen, sind nicht notwendigerweise karmisch in dem Sinne, dass wir sie verdient haben. Sie können auch eine nicht-karmische Quelle haben. Nichts, was wir körperlich getan haben, rief sie hervor, indes sind sie das, was wir in diesem Augenblick für unsere Charakterbildung oder unser Leistungsvermögen, unsere Entwicklung oder Maßregelung benötigen. Beide Arten sind vom Schicksal verhängt. In diesem Sinne sind sie GOTTES  Wille.

+ Es wäre ein Irrtum, Karma von der universellen Kraft zu trennen und es als eine unabhängige Kraft zu behandeln. Dieser Irrtum ist der Grund, warum die Rolle, die es bei der Manifestierung des Kosmos spielt, so schwierig zu verstehen ist. Behandelt Karma eher als einen Aspekt GOTTES und als ein von GOTT nicht zu Trennendes oder als eine der vielen Arten, auf die sich GOTTES Gegenwart zu manifestieren vermag. 

+ Das durch den Willen des Menschen erzeugte Karma, ist der Abwandlung durch den Menschen unterworfen. Das Schicksal, ein von GOTT Gefügtes, ist es nicht. Die allgemeine Tatsache des Todes ist ein Beispiel für das Schicksal, und in diesem Sinne stimmt die Zeile des Dichters James Shirley, die besagt: „Es gibt keinen Panzer gegen das SCHICKSAL.“ Aber an der speziellen Tatsache des Todes, seinem Zeitpunkt und seiner Art, kann man vielleicht etwas ändern.

+ Das Karma ist eine unpersönliche Kraft. Es lässt sich nicht durch Gebete beeinflussen, wie das angeblich bei einem Persönlichen Gott der Fall sein soll.

+ Es ist vordringlich, dass der moderne Mensch sich dieser Tatsache der eigenen Verantwortung für sein Schicksal bewusst wird, und er darf nicht danach trachten, sie einem launenhaften GOTT  oder dem blinden Zufall aufzubürden. Insofern er sich etwas Schlimmes aufgeladen hat, sollte er dessen Gerechtigkeit ruhig hinnehmen, seine Vergehen gestehen, seine Taten widerrufen und sein Verhalten ändern.

+ Niemand ist  verraten worden, weder von GOTT  noch vom Leben. Wir haben zu den tragischen Ereignissen unserer Zeit beigetragen und haben sie bis zu einem gewissen Grad verdient. 

+ Ihr wollt, dass die Entfaltung eures äußeren Lebens mit euren Vorstellungen übereinstimmt. Wenn ihr aber nicht zu eurer inneren Harmonie mit GOTT  gefunden habt, wird es trotz aller eurer Bemühungen niemals dazu kommen.   

+ Wenn du dir seine intuitive Botschaft zu Herzen nehmen würdest, das Überselbst lässt dich nicht im Stich! Du wirst deinen Weg zu einer ausgewogenen geistigen Gesundheit und tiefen inneren Ruhe finden. Ohne nach anderen zu suchen, wirst du dein Selbstvertrauen auf ein  ewig Gegenwärtiges gründen, weil du weißt, dass GOTTES Vertreter in dir weilt und er dir die rechte Hilfe angedeihen lassen kann. 

+ Pflegt man einen hinreichenden Glauben, so wird aus dem kosmischen Geist die Erwiderung auf sein sehnsüchtiges Streben kommen und schließlich auch die Antworten auf seine Fragen. Um dies zu erhalten, muss man lernen, ständig nach intuitiven Gefühlsregungen und Botschaften Ausschau zu halten, die von feinster Natur sind, und seinen inneren Eingebungen  zu folgen. GOTT  sollte stets im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.   

+ Gleich, wie stark sie auf ihrer eigenen Ebene sind, zuerst ist der Widerhall der Eingebungen die aus dieser inneren Wesenheit kommen, so schwach, dass wir dazu neigen, sie als trivial abzutun. Darin liegt die Tragödie des Menschen. Die Stimmen, die ihn so oft auf die falschen, schmerzbeladenen Wege locken, – seine Leidenschaften, sein Ego und blinder Intellekt – sind laut und schreiend. Das Flüstern, das ihn richtig lenkt und zu GOTT, ist schüchtern und leise. 

+ Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das Leben. 

+ Etwas sich wirklich Lohnendes zu tun, sich des Überselbst auf eine inspirierte Art bewusst zu werden, auf eine kreative und konstruktive, das bedeutet gottgleich zu werden. Dann erfüllen wir den Zweck der menschlichen Existenz auf Erden.

+ Das Innere Wort. Wenn es ihm gelingt, in die stillen Tiefen seines Wesens einzudringen, wird ein anderer Geist in Erscheinung treten, ein Geist, der deinen überschattet, lenkt, lehrt und inspiriert. Er wird zu ihm sprechen, aus der Stille, die in ihm ist, aber es wird nicht deine eigene Stimme sein. Sein Ton wird freundlich sein und wenn er dir vertraut geworden ist, wirst du wissen, dass die Stimme keine andere ist als die des Heiligen Geistes, das Wort des Höheren Selbst.

+ Es ist, als ob es niemanden gäbe als diese zwei – den zuhörenden Geist und die lautlose Stimme. Dies ist wirkliche Abgeschiedenheit; dies ist das wahre Kloster, in das ein Mensch sich zurückziehen mag, um GOTT zu finden: dies ist die Wüste, die Höhle oder der Berg, wo er das Treiben der Welt, Freunde, Familie und die ganze Menschheit mental aufgibt.   

+ Diese von jener unsichtbaren, aber intensiv gefühlten Gegenwart gesprochenen Worte werden nicht mit den körperlichen Ohren vernommen, sondern prägen sich im Geist tief ein. Sie kommen nicht aus den Geistern verstorbener Personen, sondern aus dem heiligen Geist des eigenen göttlicheren Selbst, aus einer tiefschichtigen mystischen Quelle, nicht aus einer oberflächlichen „astralen“.

+ In dem Augenblick, in dem die Gedanken selbst aufhören, in seinen Geist zu kommen, in dem Augenblick hört er auf, in der Zeit zu leben und beginnt, in der Ewigkeit zu leben. Der Mensch erkennt und fühlt seine Zeitlosigkeit, und weil alle seine Leiden in die Welt der vergänglichen Zeit, des persönlichen Egos gehören, lässt er sie weit zurück, als ob es sie niemals gegeben hätte. Er sieht sich in einen Himmel heiterer, grenzenloser Seligkeit versetzt. Er erkennt, dass er ihn immer hätte betreten können, dass ihn nur sein Vorsatz daran gehindert hatte, die kleinen egoistischen Werte nicht fahren zu lassen, nur sein Mangel an Gedankenzucht und sein Ungehorsam gegen den uralten Rat der Großen Lehrer.

+ Diese seltenen Augenblicke spontaner spiritueller Seligkeit, die alle anderen Augenblicke in den Schatten stellen und niemals in Vergessenheit geraten, hätten nicht geboren werden können, wenn dieses göttliche Element, zu dem sie uns erhoben, nicht bereits in uns vorhanden wäre. Eben weil es in unseren Herzen ist, ist das kostbare Gefühl einer nicht materiellen, unsäglich beglückenden Seinsordnung immer eine Möglichkeit und gelegentlich sogar eine verwirklichte Tatsache. 

+ Wenn GOTT  nicht existieren würde, dann würden auch wir Menschen nicht existieren. Es ist in jedem von uns ein göttlicher Strahl, ein göttliches Atom, eine göttliche Seele vorhanden – nennt es, wie ihr wollt. Einige sind sich dessen bewusst, andere werden es eines Tages erkennen müssen.   

+ Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit. 

+ Nichts kann jemals außerhalb GOTTES existieren. Daher ist kein Mensch der göttlichen Gegenwart in sich beraubt. Alle Menschen haben die Möglichkeit, diese Tatsache zu entdecken. Und damit werden sie ihr wirkliches Selbstsein, ihre wahre Individualität entdecken.

+ Das GÖTTLICHE  ist allzeit gegenwärtig und niemals abwesend – auf jeder Stufe der Manifestation des Lebens, bei jeder Charaktereigenschaft des Menschen.

+ Inmitten der ganzen Schwierigkeiten und Schwankungen des Lebens wartet unser bezeugendes und verständnisvolles Überselbst mit unendlicher Geduld. Keiner wird übergangen. Das ist der einzige GOTT,  den zu kennen  wir hoffen können, der wahre LEHRER für alle. Wer von dem Wunsch durchdrungen ist, sich mit ihm zu vereinigen, sollte unablässig um seine GNADE flehen.   

+ An der Kraft des Überselbst, äußere Umstände zu ändern, günstige Gelegenheiten zu schaffen und Personen beizustehen, vermag jeder, der die nötigen Bedingungen erfüllt, teilzuhaben. Dazu zählt ein großes Maß an geistiger Vorbereitung und sittlicher Läuterung, irgendeine klare Wahrnehmung der Tatsache, dass das Überselbst hier und jetzt zugegen ist, eine sofortige und ständige Vergegenwärtigung dieser Tatsache und schließlich eine Bereitwilligkeit, seiner gottgefügten Hilfe, Vorsorge und Unterstützung restlos zu vertrauen, ganz gleich wie unerwünscht oder unerträglich eine Situation zu sein scheint. 

+ In einem gewissen Sinn haben wir die göttliche Quelle niemals verlassen, haben wir unsere göttliche Identität niemals verloren.

+ Es steckt in jeder Person etwas Göttliches. Wenn wir es in uns finden, wachsen wir über das allgemeine menschliche Leben hinaus und dieses über das tierische.

+ GOTT  ist zweierlei: er ist außerhalb von uns und in uns, überall um uns und in den Tiefen unseres Wesens. Er ist da, aber er wartet darauf, dass ihn das individuelle Bewusstsein wiederentdeckt.

+ Jesus sprach mit einfachen, klaren Sätzen über diese ungeheure Tatsache, dass der Himmel – der Zustand wirklichen Glücks – selbst hier und jetzt im Menschen ist.

+ Jene göttliche Seele zieht sich niemals aus dem Leben des Menschen zurück, hält sich niemals von seinem Schicksal fern. Denn der eigentliche Zweck des Lebens und Schicksals besteht darin, ihn dahin zu bringen, nach der Seele zu suchen und sie zu finden.

+ Dies ist das göttliche Element, dessen fortwährende Gegenwart im Menschen eine Gewähr für die schließliche Erlösung gibt. 

+ Die göttliche Seele ist die wirkliche Substanz einer jeden Person. Wenn uns nicht die volle Erfahrung ihrer Existenz zuteilwird, dann ist unsere ganze Religion nur oberflächliche Gefühlsduselei, unsere ganze Metaphysik eine intellektuelle Farce.   

+ Je empfindsamer er für die Gegenwart des Überselbst wird, umso klarer erkennt  der Mensch, dass er sich nur an es wenden muss, um göttliche Kraft und Nahrung zu erhalten.

+ Wer ständig die Gegenwart der göttlichen Seele in sich fühlt, erwirbt eine mühelose Selbstbeherrschung.   

+ Wenn ihr in eurem göttlichsten Wesen das Überselbst seid, und wenn der Rest von euch zugleich Suche und Ziel, Weg und Wahrheit ist, wozu braucht ihr dann einen Guru, warum solltet ihr dann aus euch selbst treten? Aber für derartige Fragen haben die Menschen nichts übrig. Sie suchen entweder hier oder in Indien nach Lehrern, und daher suchen sie immer außerhalb ihrer selbst, außerhalb des Überselbst.   

+ Das unendliche göttliche Leben weilt in allen verkörperten Geschöpfen, folglich in allen Menschen. Es stellt den endgültigen Ursprung der Gefühle und des Bewusstseins eines Menschen dar, gleich wie eingeschränkt sie hier im Körper sind.   

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.

+ Das, was in uns als das Überselbst ist und Gott gleicht, ist außerhalb der Zeit und ewig.

+ Das Überselbst ist Gottes Vertreter im Menschen. 

+ Die Kluft zwischen dem Geist des Menschen und dem Geist Gottes lässt sich nicht überbrücken. Wohl aber die Kluft zwischen seinem alltäglichen Geist und dem Überselbst – das nahe bei Gott ist. Durch sie kann er vielleicht ein wenig tiefer in das Geheimnis eindringen.

+ Es stimmt, wenn man sagt, das Überselbst besitzt Eigenschaften, die auch Gott besitzt. Aber weil ein Mensch einem anderen g l e i c h t , behaupten wir nicht, er sei mit jenem identisch. Seinem Wesen nach ist das Überselbst ein GOTTGLEICHES, aber es ist nicht mit ihm identisch.

+ Das Überselbst ist  u n s e r e  Erkenntnis,  u n s e r e  Erfahrung oder   u n s e r   Sehen des Welt-Geistes, Gottes, und es ist die einzige Sicht, die wir, solange wir noch in einem Leib stecken, je erhalten werden.

+ Es gibt einen Punkt, wo das Menschliche auf das Göttliche stößt, wo das bewusste Ego aus der alles-umfassenden LEERE tritt. Diesen Punkt nennen wir das Überselbst.

+ Es gibt in jedem Individuum einen Punkt, wo das Menschliche und Göttliche sich verbinden müssen, wo sich das kleine Bewusstsein des Menschen tief vor dem Universellen Geist, der sein höchster und letzter Urquell ist, beugt oder sich sanft mit ihm vermischt. Es ist unmöglich, diesen Kreuzpunkt mit irgendeinem Begriff zu beschreiben, der ihm adäquat passte, aber man kann ihm einen Namen geben. In der Philosophie ist er das Überselbst.

+ Der Wesenskern des Menschen ist sein Überselbst, das eine Ausstrahlung aus dem GEIST ist. Hier ist der Brennpunkt allen spirituellen Suchens, hier begegnet der Mensch Gott.

+ Jener Punkt, wo der Mensch dem UNENDLICHEN begegnet, ist das Überselbst, wo er, das Endliche, eingeht auf das, was absolutes, unsägliches und unerschöpfliches SEIN ist, wo er reagiert auf DAS, was seine eigene Existenz transzendiert – dies ist der Persönliche Gott, den er erlebt und mit dem er in Beziehung tritt. In diesem Sinne ist sein Glaube an einen solchen Gott vertretbar.   

+ Das Überselbst ist das innere oder wahre Selbst des Menschen, das das göttliche Wesen und die göttlichen Attribute widerspiegelt. Das Überselbst ist eine Ausstrahlung aus der höchsten und letzten Wirklichkeit, aber es ist weder eine Unterteilung noch ist es ein losgelöstes Fragment von ihr. Es ist ein Strahl, der aus ihr geworfen wird, nicht aber die Sonne selbst.

+ Es stimmt, dass das Wesen Gottes unerforschlich ist, und dass die Gesetze Gottes unerbittlich sind. Aber es stimmt auch, dass die an Gott geknüpfte Seele des Menschen zugänglich ist und ihre Intuition zu Gebote stehen. 

+  Dieses göttliche Selbst ist die unzerstörbare Seele, die man nicht verlieren kann und die ewig Zeugnis ablegt von der Quelle, der sie entsprang.   

+ Wer meint, der verborgene Geist sei lediglich eine Vorratskammer vergessener Kindheitserinnerungen oder Jugenderlebnisse und unterdrückter Erwachsenenwünsche, zieht nur einen Teil von ihm in Betracht, nur ein Bruchstück. Es gibt einen anderen und sogar versteckteren Teil, einen Teil, der den Menschen mit den eigentlichen Quellen des Universums – mit Gott – verknüpft. 

+  Jener Berührungspunkt im Bewusstsein, wo der Mensch Gott zuerst spürt und wo er später in Gott verschwindet, ist das Überselbst.   

+ In dem normalerweise verdeckten Mittelpunkt des Wesens eines Menschen, verdeckt durch seine Gedanken, Gefühlsregungen und Leidenschaften als Person, als Selbst, dort IST ES. Hier ist er verbunden mit dem größeren WESEN hinter dem Universum, dem Welt-Geist. In diesem Sinne ist er nicht wirklich eine vereinzelte Einheit, nicht alleine. Gott ist bei ihm.

+ Metaphorisch gesprochen, können wir sagen, das Überselbst ist ein Bruchstück Gottes, das im Menschen weilt, ein Bruchstück, das die ganze Fähigkeit und Größe Gottes besitzt, nicht aber seine ganze Weite und Macht.

+ Das was ich das Überselbst nenne, liegt zwischen dem normalen Menschen und dem Welt-Geist. Es beinhaltet die höhere Natur des Menschen, reicht aber bis in das über ihr Liegende, das Göttliche. 

+ Epictetus hilft uns, das Überselbst zu verstehen und unserem Intellekt, es zu definieren. „Wisst ihr denn nicht“ sagt er, „dass ihr einen Gott ihn euch tragt? Ihr seid ein fest umrissener Teil der Substanz Gottes und enthaltet in euch einen Teil von IHM.“

+ Die göttliche Seele in uns steht ganz und gar über den Sinneseindrücken und wird in keiner Weise von ihnen berührt. Wenn wir uns ihrer bewusst werden, dann werden wir uns auch einer übersinnlichen Existenzordnung bewusst. 

+ Weil das Gottgleiche in jedem von uns steckt, und weil keiner von uns anderen gleicht, verfügt jeder oder jede über seine oder ihre besonderen Begabungen, Fähigkeiten oder Talente, die zum Ausdruck kommen sollen. In jedem findet das unendliche Wesen eine einzigartige Weise vor, die eigene Unendlichkeit auszudrücken. Selbst wenn wir keine Begabungen haben, so haben wir doch unsere individuellen Eigenschaften.

+ Hier im Ego mögen wir eine Nachbildung des heiligen Überselbst unter den Grenzen von Zeit und Raum sehen. Wer diese großartige Wahrheit begreift, weiß von nun an, dass dieses Überselbst nicht weiter weg von ihm liegt als das eigene Herz, und dass das, was er das „Ich“ nennt, untrennbar mit dem vereint ist, was die Menschen Gott nennen.

+ „ Ich bin der Weg und die WAHRHEIT“, verkündigte Jesus. Wer ist jenes  I c h  ? Eng und oberflächlicher gesehen ist es der Meister. In einem weiteren und tieferen Sinn ist es das inwendige Christus-Prinzip, das spirituelle Bewusstsein.

+ Warum sagte Jesus: „Ich und mein Vater sind eins“, fügte dem später hinzu: „ Der Vater ist größer als Ich“? Die Antwort lautet, dass Jesus, der Mensch, völlige Harmonie mit seinem höheren Selbst erlangt hatte und sich mit ihm geeint wusste, aber das universelle Christus Prinzip ist stets größer als der Mensch selbst; das Überselbst wird die Person stets transzendieren.

+ Es stimmt, wir sind nur arme und fehlerhafte, traurig begrenzte und elend verkümmerte Ausdrücke des göttlichen Geistes. Nichtsdestoweniger  s i n d  wir Ausdrücke von ihm.

+ Das persönliche Fürwort „Ich“ steht in Wirklichkeit für das Überselbst, den göttlichen Teil des Menschen. Das, worauf die Menschen gewöhnlich als „Ich“ Bezug nehmen – den Körper oder den Intellekt oder die Emotionen – ist keineswegs das grundlegende „Ich“.

+ Des Mystikers Ziel besteht darin, zu wissen, was er außer seinem physischen Körper, seinen niedrigen Emotionen, seinem persönlichen Ego ist; darin, sein innerstes Selbst zu  erkennen. Ist dieses Ziel mit Erfolg verwirklicht worden, dann weiß er mit vollkommener Sicherheit, dass er ein Strahl der göttlichen Sonne ist.

+ Die Erkenntnis, dass keine zwei menschlichen Wesen gleich sind, bezieht sich auf ihren Körper und Geist. Dies lässt jedoch den Teil ihrer Natur aus, der spirituell ist, der in tiefer Meditation gefunden und erlebt wird. In ihm, dem tiefsten Teil ihres bewussten Wesens, verschwindet das persönliche Selbst; nur Bewusstsein an sich bleibt, frei von Gedanken, frei von der Welt. Dies ist die Quelle des „Ich“-Gefühls, und in der Erfahrung aller Menschen ist es exakt gleich. Dies ist der Teil, der niemals vergeht, „wo Gott und Mensch sich untereinander begeben mögen“.

+ Es gibt nur ein einziges Überselbst für die ganze Menschheit, aber der Kontaktpunkt mit ihm ist speziell und einzigartig, er stellt des Menschen höhere Individualität dar. 

+ Während jede menschliche Persönlichkeit hinsichtlich ihrer Merkmale verschieden von allen anderen ist, unterscheidet sich kein menschliches Überselbst hinsichtlich seiner Merkmale von all den anderen. Zu allen Zeiten haben die Suchenden, die auf das Überselbst stießen, überall immer ein und dasselbe göttliche Wesen gefunden.

+ Dies ist das Paradoxon, dass das Überselbst universell, gleichzeitig aber auch individuell ist. Universell ist es, weil es alle Menschen als eine einzige Macht überschattet. Individuell, weil es von jedem in sich selbst in Erfahrung gebracht wird. Es ist beides zugleich , Raum und der Punkt im Raum. Es ist unendlicher Geist, aber auch die heilige Gegenwart im Herzen eines jeden Menschen.

+ Dem Intellekt muss der geheimnisvolle Charakter des Überselbst notwendig ein Rätsel sein. Wir mögen ihn besser verstehen, wenn wir die paradoxe Tatsache akzeptieren, dass er eine Dualität verbindet und man ihn folglich auf zwei Arten betrachten kann, wobei jede richtig ist. Einerseits ist da das göttliche Wesen, das gänzlich jenseits aller zeitlichen Belange steht, absolut und universell, andererseits ist da das halb-göttliche Wesen, mit dem das menschliche Ego historisch in Beziehung steht.

+ Wenn ein Mensch fragt, warum er keine Spur von Gottes Gegenwart in sich zu finden vermag, antworte ich ihm, dass er voller Beweise und nicht nur voller Spuren steckt. Gott ist in ihm als Bewusstsein, als der Zustand, gewahr zu sein, vorhanden; als Gedanke, die Fähigkeit zu denken: als Tätigkeit, die Macht, sich zu bewegen; und als Stille, der Zustand des Egos, der Emotionen, des Intellekts und Körpers, in welchem schließlich offenbar wird, worauf diese anderen Dinge einfach hinweisen. „Sei still und erkenne, dass ich Gott bin“ – eine Darlegung des Seins, deren Wahrheit sich experimentell überprüfen lässt, und deren Wert durch Erfahrung aufgezeigt werden kann. 

+ Es handelt sich um ein Erlebnis der   S e l b s t  –  Entdeckung, nicht um die Entdeckung irgendeines anderen Wesens, sei es ein Guru oder ein Gott.

+ Es handelt sich um eine kurze, zeitweilige Bewusstseinserweiterung, theologisch gesprochen um eine Verbesserung der bewussten Verbindung mit Gott.

+ Religiös gesprochen, ist man in Gott, mystisch gesprochen, ist Gott in einem.

+ Gleich welche Vorstellung ein Mensch sich von Gott macht, seine geheime innere Verbindung mit Gott wird sich entweder auf der Stufe kurz vor oder auf der Stufe kurz nach dem Tode offenbaren, ob in gegenwärtigen oder in einer zukünftigen Geburt. Diese OFFENBARUNG ist sein Recht als Mensch. Es ist verbürgt, dass die Welt-Idee, die auch ihn beinhaltet, sich, wenn die Zeit reif ist, in ihrem unwiderstehlichen und zwingenden Lauf verwirklichen muss. Man wird das Aufleuchten selbst erleben und nicht mehr aus anderem Munde davon hören. 

+ Selbst wer behauptet oder klagt, er hätte seines ganzen Lebens nicht ein einziges Aufleuchten erlebt, selbst er wird es am Ende erhalten. Denn es ist ein göttlich vorherbestimmter Teil des Sterbevorgangs.   

+ Etwas Besseres als das göttliche Überselbst kann er nicht finden! Das wäre der entscheidende Augenblick seines ganzen körperlichen Daseins. Aber die großartigste Fortsetzung läge darin, sich auf alle Zeiten in dessen ganzer Fülle und Endgültigkeit niederzulassen. 

+ Alle, die an die Göttliche Quelle aller Dinge herantreten, treten in den Kreis ihrer MACHT und in die Wahrnehmung ihres LICHTES.

+ Es kann nicht zu denen kommen, die an der Oberfläche der Dinge leben, denn allein die Entdeckung und Erkenntnis seiner Existenz erfordert die tiefste Aufmerksamkeit und stärkste Liebe. Alle menschlichen Kräfte müssen sich vereinigen und nach diesem göttlichen Ereignis suchen.

+ Ist es, wenn das GÖTTLICHE formlos, reglos, sprachlos und materielos ist, denn möglich, Es zu erkennen, wenn uns die Suche einen kurzen Einblick in Es beschert? Die Antwort lautet Ja. Allerdings braucht man dazu entweder eine gut entwickelte Intuition oder eine gut geschulte Intelligenz, andernfalls geschieht es durch Glauben. 

+ Es befindet sich nach wie vor ein Mittelpunkt des Bewusstseins in ihm, nach wie vor eine Stimme, die den Gedanken „Ich bin Ich“ äußern oder fassen kann. Das Ego ist in einem Meer des Seins verloren, nicht aber des Egos Verbindungsglied zu Gott, das Überselbst. Es bleibt nach wie vor übrig.   

+ Mit der Verdrängung des Egos betritt er die eigentliche Gegenwart der Göttlichkeit.

+ Für einige wenige aufregende Augenblicke offenbart sich das göttliche Selbst, und dann zieht es sich wieder zurück in die Leere, in der es weilt. Aber das Aufleuchten ist genug, ihm zu verkünden, dass eine höhere Art von Leben möglich ist und es ein Wesen gibt, das über dem Ego steht.

+ Mit diesem Erlebnis der eigenen Göttlichkeit entdeckt er eine Bedeutung im Leben. Von nun an ist er fähig,  b e w u s s t  an der höheren Evolution teilzunehmen, die ihm innewohnt.

+ Das Leben verkündet seine göttliche Absicht nur im tiefsten, geheimnisvollsten und stillsten Winkel unseres Wesens. 

+ Das AUFLEUCHTEN stiftet Gewissheit, dass die SEELE existiert, dass Gott ist, dass der Zweck des menschlichen Lebens spirituelle Erfüllung beinhalten muss, um vollständig zu sein, und dass das GUTE, das SCHÖNE und das WAHRE beständiger ist als das SCHLECHTE, HÄSSLICHE und die LÜGE.

+ In eben jenen erbauten Augenblicken hat man die Möglichkeit, sich der Bestätigung der pythagoreischen Vorstellung zu nähern, dass die menschliche Seele eine Ausstrahlung des Universellen Göttlichen Geistes ist.

+ Das AUFLEUCHTEN liefert eine überwältigende Bestätigung des Glaubens an ein göttliches Prinzip, eine eindeutige Gewissheit, dass es die Welt regiert und die erneute Versicherung, dass alle Menschen seinem wohltätigen Aufruf zur Güte und Weisheit Folge leisten werden.     + Wenn dieses treffliche Aufleuchten zu einem Menschen kommt, bringt es ihm Sicherheit. Jetzt weiß er, dass GOTT IST und  w o  er ist.

+ Wenn der Mensch entdeckt, dass er selbst Träger göttlicher Kräfte ist, hört er auf, hin und her zu rennen und nach anderen Menschen zu suchen.

+ Das Leben kann nie wieder so gewöhnlich, so alltäglich sein wie zuvor, noch so, als ob man diese lebenswichtigen Augenblicke göttlicher Erbauung nie durchgemacht hätte. Der weiß glühende Punkt ihrer Inspiration ist zwar verloschen, aber vergessen kann man ihn nie. Er wird in seiner Zielrichtung und der Qualität seiner Lebensweise nachhaltig zum Tragen kommen.

+ Es kommt eine Zeit, da ihm aus der Stille in ihm die spirituelle Lenkung zuteilwird, die er für seinen weiteren Weg braucht. Manchmal wird sie ihm als ein zartes Gefühl zuteil, manchmal als ein starkes, manchmal in Form einer klar formulierten Mitteilung und manchmal aus den äußeren Umständen und Ereignissen selbst. Sie spricht und lehrt nicht nur ihn, sondern manchmal spricht und lehrt sie ihn auch für andere. So groß ist die Wirkung des GÖTTLICHEN LEBENS, das jetzt in zunehmendem Maße in ihm wirkt.

+ Ein einziges Aufleuchten wird alle Zeugnisse bieten, die seine Vernunft braucht, alle Beweise, nach denen seine Urteilskraft verlangt, dass es ein Reich Gottes gibt, und dass es das Beste aller Dinge ist, wonach ein Mensch je suchen könnte.

+ Die  denkwürdigen Zeiten, da er auf die Stufe des Gewahrseins und der ehrfurchtsvollen Anbetung des wahren GOTTES  gebracht wird, die Augenblicke, wo ihn der erleuchtende Blitz ganz und gar durchdringt, sie mögen weitreichende Auswirkungen auf seine späteren Jahre haben. Denn dann kann er das Leben des Egos so sehen, wie es wirklich ist und neue Entscheidungen darüber treffen, Entscheidungen, zu denen er erst nach seiner Befreiung aus den Fesseln des Egos hat kommen können.

+ Weil er  w e i ß  , wovon er spricht, kann er wahrlich sagen: „In mir lebt ein göttliches Element!“ Obschon es ihn weit vom durchschnittlich Guten oder Frommen entfernt hat, ist es nicht genug. Ihm obliegt es weiterzugehen, auf dass er zu dem Ort gelange, wo er, gehorsam, geläutert, der Welt-Idee bewusst, hinzufügen kann: „Jetzt wirkt dieses Element in mir.“ Damit fällt die Tyrannei des Egos ab.

+ Die erste Frage ist auch die letzte; sie ist sehr kurz, sehr einfach, und doch ist sie die wichtigste Frage, die einer jemals stellen könnte, egal ob sich selbst oder anderen. Sie lautet: „Was ist Bewusstsein?“ Wer der Antwort durch sämtliche Bewusstseinsschichten nachspürt, befindet sich zum Schluss wahrhaftig in der Gegenwart des universellen Bewusstseins, auch GOTT genannt.

+ Es gibt keine wahrere Botschaft als diese: Sucht das Göttliche in Euch, kehrt täglich zu ihm zurück, lernt in ihm zu leben und  s e i d  es schließlich!

+ Der „Ich“-Gedanke erscheint gleichzeitig mit der Welt. Wir identifizieren uns mit dem „Ich“ und seinen physischen Sinnen, ohne jemals zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gedanken innezuhalten, um herauszufinden, was nicht mit dem einen oder anderen vermischtes Bewusstsein an sich in Wirklichkeit ist. Denn hier befindet sich das grundlegende „ICH“, der heilige GEIST, der GOTT-FUNKE in uns. Hier geht das Denken in die Kontemplation, in die Stille über.

+ Der Mentalismus macht es jedem möglich zu verstehen, warum es einen Gott geben muss. Mehr noch, durch das mystische Erlebnis der Gegenwart GOTTES in ihm, macht er es jedem möglich, seine intellektuelle Entdeckung zu transzentieren.

+ Das absolute göttliche Sein ist in uns und nirgendwo anders. Dies weist uns die richtige Richtung, in der wir danach suchen sollen. Es gilt, den äußeren Dingen und Lebewesen die Aufmerksamkeit und die sie bewegenden Interessen und Begierden zu entziehen.

+ Bei diesen Übungen denkt er an GOTTES Wesen, Eigenschaften und Attribute; er meditiert über GOTTES Unendlichkeit, Ewigkeit und Einheit.

+ Je mehr wir unsere Gedanken benützen, um ein tiefgreifendes Verständnis von uns selbst, von GOTT und von der Welt zu erlangen, und je mehr wir die Gedanken stillen, um sie, wenn das Göttliche bereit ist, zu uns zu sprechen,  aus dem Weg zu räumen, um so erfolgreicher wird unsere Suche werden und umso mehr werden wir aufwachen aus dem Traum eines unwirklichen Materialismus.

+ Ein wertvolles, wichtiges und fruchtbares Meditationsthema besteht darin, an das Göttliche  Prinzip zu denken, wie es in seinem wirklichen Wesen und absoluten Sein ist und nicht wie die Theologen es sich vorgestellt oder die Schwärmer es sich eingebildet haben.

+ Wir erfüllen das Leben, wenn wir uns auf alle Zeiten in der göttlichen Gegenwart befinden, uns ihrer gewahr sind und sie zum Ausdruck bringen.

+ Das göttliche Selbst verlangt nichts weniger als unser ganzes Herz, verlangt ein absolutes und vollkommenes Opfer. Als Entgelt wird es uns das Bewusstsein seiner Gegenwart, das Bewusstsein seiner Liebe und Glückseligkeit seines zeit-freien Zustandes geben. Wollen wir seinen himmlischen Frieden erreichen und auskosten, dann wird uns das nur möglich sein, wenn wir dafür mit der Münze himmlischer Wunschlosigkeit bezahlen. Die Natur gibt alles, aber zu einem bestimmten Preis. Vieles muss wegfallen, was wir als einen Teil von uns betrachten. Dieser Prozess, sich der niedrigen Begierden und Emotionen zu entledigen, ist qualvoll – aber unbedingt notwendig. Wir müssen zu dem Punkt gelangen, an dem unsere Sehnsucht, von der göttlichen Seele in Besitz genommen zu werden, alle anderen Sehnsüchte in den Schatten stellt.

+ Der Gedanke der äußeren Welt stammt ursprünglich aus dem Universellen Geist (GOTT), während die Gedanken, die persönliche Wesensmerkmale betreffen, aus den unterbewussten, in früheren Inkarnationen entwickelten Tendenzen kommen. In beiden Fällen liegt die die Gedanken in Gang setzende Kraft außerhalb des bewussten Selbst. Aber aus eben diesem Grunde ist sie unwiderstehlich. Das Werk der SPIRITUELLEN SUCHE besteht einerseits darin, mit GOTT zusammenzuarbeiten, und andererseits darin, diese unterbewussten Tendenzen zu bewältigen. 

+ Die durch die körperlichen Sinne gewonnene Erfahrung gleicht zwar der durch die Imagination gewonnenen, ist aber nicht damit identisch. Das heißt, bei beiden handelt es sich um Formen mentaler Erfahrung, aber eure Imagination ist ganz und gar eure eigene private Angelegenheit, während die Welt-Idee ein Prozess ist, an dem ihr mit GOTT teilnehmt, der diese Welt-Idee und euch zusammen mit dem UNENDLICHEN GEIST fasst.

+ Als Schlüssel zum Verständnis des Wesens des Weltalls löst der Mentalismus den Materialismus in Luft auf. Dadurch unterstützt er wirkliche Religion in ihrer rechtmäßigen und wichtigen Aufgabe, nicht aber die hohle, halbmaterialistische Theatervorstellung, die sich dafür ausgibt. Er stellt wieder einen richtigeren Begriff von GOTT her und bringt einen fest begründeten Glauben an Gott zurück.

+ Wäre Materie wirklich oder so wirklich wie GEIST, so könnte letzterer nicht mehr die einzige Wirklichkeit sein. GOTT wäre dann nicht mehr einzigartig, nicht mehr das EINE WESEN, welches allein der unendliche GEIST ist, denn dann gäbe es neben ihm noch ein  Zweites, das über  die gleichen Attribute verfügte wie es selbst. Dann gäbe es Götter, aber keinen GOTT, was absurd ist.

+ Die einfache Vorstellung, dass die Welt  nur eine Maschine ist, GOTT der Mechaniker, der ihre Teile zusammenbaut, und Materie der Stoff, mit dem er begann und aus dem er diese Teile herstellte, gehört zu den primitiven Ebenen wissenschaftlichen Denkens. Sie ist für diejenigen, die sich in ihrer Begeisterung für die ersten Entdeckungen der Wissenschaft gerade erst einen Begriff von einem geordneten Weltall zu machen beginnen.

+ Viele haben die Traumhaftigkeit der Welt während der Meditation oder sogar zu anderen Zeiten erfahren. Da Träume nur Gedanken sind, bedeutet dies, dass sie die Wahrheit des Menalismus zu spüren bekamen. Aber die Welt ist nur wie und nicht wirklich ein Traum. Wenn ihr noch feiner über den Grund meditiert, stellt ihr fest, dass die Welt in Wirklichkeit die reflektierte  Substanz GOTTES ist, die Selbst-Veräußerlichung des KOSMISCHEN GEISTES. Dort ist sie ihrem Wesen nach göttlich. Ihre Form ist im Wandel begriffen und eine Erscheinung, aber ihr höchster und letzter Stoff ist in Wirklichkeit GOTT. In diesem Sinne ist das Leben hier auf dieser Erde göttlich. Sobald ihr das begreift, findet ihr eine neue Grundlage für euer Verhalten, eine tiefere Inspiration für eure Tätigkeit. Ihr könnt nicht nur Träumer oder Höhlenbewohner sein, könnt euch nicht einfach treiben lassen. Ihr müsst handeln. Aber jetzt werden Handlungen von diesem tieferen inwendigen Selbst inspiriert und ausgeführt werden, und deswegen werden sie unpersönlich und altruistisch sein.   

W e s e n / W e s e n h e i t

+ Hat man den Mut, die Ego-Illusion absterben zu lassen, so wird ein neues und wirkliches Leben in seinem Wesen geboren werden.

+ Das Denken lernt sich richtig kennen, wenn es seine ganze Aufmerksamkeit von der Gedanken-Serie abwendet und nach seinem eigentlichen Wesen sucht.

+ Nichts als die Erkenntnis der Seele kann einem Menschen totales Glück bescheren. Sie befreit ihn von der versteckten Angst vor den Wehen des irdischen Daseins; sie befreit ihn von aller Sorge um die Zukunft, und aus den unendlichen Tiefen seines eigenen Wesens kann er all die Weisheit schöpfen, die er braucht, um letzterer zu begegnen. Indem er die Erkenntnis der verborgenen Wahrheit seines eigenen Wesens gewinnt, findet er seine wirkliche Freiheit. 

+ LEBEN-AN-SICH ist  unendlich und unwandelbar, aber der Art von Erfahrung, die die lebende Wesenheit in ihrer endlichen menschlichen Phase durchmacht,  i s t  ein Ende beschieden.

+ Wir  sorgen uns durch die Tage einer Existenz, die selbst nur ein Tag ist. Eine tiefe Trauer ergreift das Herz, wenn es die vergängliche Natur aller weltlichen Dinge und aller menschlichen Wesen erkennt.   

+ Nur ein  ganzer Mensch findet die ganze Wahrheit. Solange es in unserer Natur noch unentwickelte Teile gibt, sind wir keine ganzen Menschen. Die Ganzheit seines körperlichen, seelischen und geistigen  Wesens – sie muss der Mensch entwickeln. Es  reicht nicht aus, irgendeinen dieser Teile zu entwickeln. Doch genau das verlangt die Philosophie. Will man die ganze Wahrheit entdecken, muss man das ganze Wesen an ihre Suche setzen. Geschieht das, so wird die Philosophie ebenso gelebt wie erkannt, gefühlt wie verstanden, erfahren wie intuitiv wahrgenommen. Nicht allein ein Teil des Menschen soll der Suche folgen, sondern alle seine Teile. Die ganze Wahrheit kann nur dem ganzen Menschen werden.

+ Unterdrückt von unseren kleinen Sorgen und engstirnigen Interessen, eingesperrt im eigenen Ego, das unter dem Wahn steht, dies sei alles, was uns, unser Wesen und Bewusstsein ausmache, und schließlich von der Sexualität betäubt, ist es da ein Wunder, dass wir nichts von unserem höheren Wesen wissen, von unserer Verbindung mit dem Göttlichen? Wir können es durch dreierlei kennen lernen: Durch richtiges Denken, reinen, geläuterten Glauben oder den Einfluss eines anderen, der sie entdeckt hat. Wie auch immer, wir haben die praktische Möglichkeit, zu einem neuen, höheren Gewahrsein vorzudringen. 

+ Unsere beste Zeit erleben wir, wenn wir das Vergehen der Zeit vergessen. Hierin liegt für diejenigen, die sich dessen bewusst werden, ein  Schlüssel zum Wesen wirklichen  G l ü c k s .

+  Wenn irgendetwas auf der Welt wert ist, dass ein Mensch es erforsche, nachdem er sich die notwendigen Kenntnisse, wie in dieser Welt gesund und vernünftig zu leben und überleben sei, erworben hat, dann ist es das eigene Bewusstsein – nicht in Form einer Auflistung der zahlreichen Gedanke, die darin umtreiben, sondern in Form einer tiefen Ergründung seiner Natur an sich, seines unverfälschten reinen Wesens.

+ In jeder menschlichen Wesenheit wirkt ein stilles Ziehen, das ihn von innen zu seinem Mittelpunkt, seinem wirklichen Selbst zieht. Aber gleichzeitig wirkt auch ein Ziehen von außen, das ihn zu seinen Instrumenten zieht – den Sinnen des Körpers, dem Intellekt und den Gefühlen –dem falschen Selbst. Die Wesenheit ist gezwungen, sich, ihr Leben und ihre Aufmerksamkeit, zwischen diesen beiden Gegensätzen zu teilen, unfreiwillig durch Wachen und Schlafen, freiwillig durch ein dem Überselbst anheimgestelltes Ego.

+ Das kleine  Ego ist das einzige Wesen, das man kennt: Das größere Wesen philosophischen BEWUSSTSEINS läge und liegt jenseits seines Fassungsvermögens.

+ Jeder Mensch ist drei Wesen: eines ein Tier, eines eine menschliche und das dritte eine spirituelle Wesenheit. Innerer Konflikt entsteht, wenn alle drei tätig sind.

+ Gewöhnlich ist das Ego das Agens des Handelns. Dies ist offenkundig. Wenn man eine Untersuchung in Gang bringt und seine Quelle und sein Wesen mit Erfolg durchdringt, wird man eine überraschende Entdeckung über das „Ich“ machen. Seine wahre Energie leitet sich nämlich aus dem Nicht-Ich, dem reinen Sein, ab.

+ Der Wesenskern des Menschen ist vollkommen, nicht aber das Ego des Menschen.

+ Weder der Körper mit seinen Sinnen noch  der Geist mit seinen Gedanken ist das höchste und letzte Wesen, das ich bin. Der Körper handelt und der Geist ist in Bewegung, aber dahinter liegt das gedankenfreie GEWAHRSEIN, das PRINZIP des ERKENNENS.

+ Das höchste und letzte „Ich“ ist nicht das „Ich“ der Sinne oder Begierden, sondern eine tiefere Wesenheit, frei und unverhaftet, heiter und  selbständig.

+ Das letzte Ziel besteht darin, sich   i n   e r s t e r   L i n i e     als ein geistiges Wesen zu betrachten und nicht als ein physisches, darin, diese götzenhafte Identifikation des Selbst mit Fleisch, Blut und Knochen aufzugeben.

+ Wie kommt es, dass ich heute im wesentlichen derselbe Mensch bin, der ich gestern war – und es weiß -, dass ich mich an die Ereignisse des letzten Jahres erinnere? Die Antwort muss lauten, dass es in mir ein dauerhaftes Selbst oder Wesen oder einen dauerhaften Geist gibt, der sich von dessen Gedanken oder Erlebnissen unterscheidet.

+ Wir verwechseln einen Teil des menschlichen Wesens mit dem ganzen und wundern uns dann, warum menschliches Glück so vergänglich und menschliche Weisheit so selten sind.

+ Ja, als eine Individualität, eine getrennte Identität, bleibt das Ego übrig. Aber es wird wiedergeboren, geläutert, demütig vor der höheren Macht, wird in seinen Interessen nicht mehr engstirnig sein, den Menschen nicht mehr tyrannisieren, nicht mehr im Sinne des Wortes egoistisch sein. Denn es darf als ein erleuchtetes Wesen bleiben, keinem Lebewesen eine Gefahr, gutwillig gegen alle Geschöpfe, stets auf ein zeitloses Bewusstsein reagierend, das seine gewöhnliche Persönlichkeit umhüllt. Der kleinere Kreis vermag im größeren weiterzuleben, bis ihn der Tod befreit. Es ist nicht mehr  die Quelle der Unwissenheit und des Bösen;   d i e s e s   Ego ist aufgelöst und ausgelöscht. Das neue Wesen ist einfach körperlich, gedanklich und gefühlsmäßig von anderen getrennt, aber nicht von  dem universellen, formlosen Wesen hinter ihnen. Dort sind alle eins. 

+ Es gibt kein wirkliches Ego, sondern nur eine Reihe von rasch aufeinanderfolgenden Gedanken, die den „Ich“-Prozess ausmachen. Es  gibt keine getrennte Wesenheit, die das persönliche Bewusstsein gestaltet, sondern nur eine Reihe von Eindrücken, Ideen, Bildern, die um einen gemeinsamen Mittelpunkt kreisen. Letzterer ist völlig leer; das Gefühl, dass da etwas ist, rührt von einer völlig anderen Ebene her – der des Überselbst.

+ Wenn festgestellt wir, dass das Ego eine fiktive Wesenheit ist, heißt das, dass es nicht als eine wirkliche Wesenheit existiert. Dennoch existiert es als  Gedanke. 

+ Identifiziert man sich mit dem Ego als einer wirklichen Wesenheit und nicht als einer Ansammlung von Gedanken und Tendenzen, die es ist, dann hat man sich im Netz der Illusion verstrickt und kann nicht mehr aus ihm  heraus.

+ Das Ego ist nur ein Kraftfeld, nicht eine wirkliche Wesenheit aus eigenem Recht. Oder es ist eine Zusammensetzung, die aus Ansammlungen von Gedanken besteht, und nicht ein wirkliches Individuum. 

+ Es gibt   k e i n e   Wesenheit, genannt Intellekt, Ego, oder persönliches „Ich“ oder individueller Geist, die  allein als  ein von den Gedanken selbst Getrenntes existiert. Aufgrund ihrer eingefleischten Haltung, ihrer lebenslangen Überzeugung schreiben die Menschen ihr eine solche vermeintliche Existenz zu. Das ist ein Beweis für die Kraft der Autosuggestion und für die Kraft des Gedächtnisses, ein rein fiktives Wesen zu schaffen. Was es aufrechterhält, und die Wirklichkeit und das Leben, das es hat, ist unecht, unwirklich. Geist als solcher ist ohne alle Gedanken.

+ Die Vorstellungskräfte sind unerschöpflich und unaufhörlich. Es liegt  in der Natur des Geistes, dass eine Idee zu anderen führt, weil das Wesen des Geistes selbst dynamisch ist. Karma ist das Gesetz, das die zwei verbindet. 

+ Nachdem wir  alle diese verschiedenen Ursprünge und Einflüsse aufgezählt haben, die uns zu dem machen, was wir sind, wäre es eine Übertreibung, wenn wir behaupten würden, dass sie uns unerbittlich und unabänderlich dazu machen. Wir sind nicht dazu verdammt, das Spielzeug aller dieser Kräfte zu sein. In jedem menschlichen Wesen liegt ein geheimnisvoller X-Faktor, den er, wenn er den Wunsch hat, anrufen kann. Die Tatsache, dass es so wenige tun, bedeutet lediglich, dass sie sich aus  Unwissenheit dazu verurteilen, so zu bleiben wie sie sind.

+ Es gibt eine vermittelnde Wesenheit, die sich aus dem besten Teil des Egos und dem Kontaktpunkt mit dem Überselbst zusammensetzt. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie den höheren Geist, das  Gewissen oder die intellektuelle Intuition nennen. 

+ Die Lehre, die am wertvollsten ist, kommt direkt aus deinem eigenen inneren Wesen, nicht aus dem eines anderen. 

+ Das Innere Wort. Wenn es ihm gelingt, in die stillen Tiefen seines Wesens einzudringen, wird ein anderer Geist in Erscheinung treten, ein  Geist, der deinen überschattet, lenkt, lehrt und inspiriert. Er wird zu ihm sprechen, aus der Stille, die in ihm ist, aber es wird nicht deine eigene Stimme sein. Sein Ton wird freundlich sein und wenn er dir vertraut geworden ist, wirst du wissen, dass die Stimme keine andere ist als die des Heiligen Geistes, das Wort des Höheren Selbst. 

+ Erst wenn im Wesen des Betreffenden eine völlige Stille eingekehrt ist, vermag die Innere Stimme häufig zu sprechen. 

+ Gott ist  zweierlei: er ist außerhalb von uns und in uns, überall um uns und in den Tiefen unseres Wesens. Er ist da, aber er wartet darauf, dass ihn das individuelle Bewusstsein wiederentdeckt. 

+  Wenn ihr in eurem göttlichsten Wesen das Überselbst seid, und wenn der Rest von euch zugleich Suche und Ziel, Weg und Wahrheit ist, wozu braucht ihr dann einen Guru, warum solltet ihr dann aus  euch selbst treten? Aber für derartige Fragen haben die Menschen nichts übrig. Sie suchen entweder hier oder in Indien nach Lehrern, und daher suchen sie immer außerhalb ihrer Selbst, außerhalb des Überselbst.

+ Dies ist der unveräußerliche Wesenskern eines Menschen, sein wahres Selbst im Gegensatz zu seiner vergänglichen Person. Jeder, der in dieses Bewusstsein tritt, tritt in die Zeitlosigkeit, ein wunderbares Erlebnis, wo der Fluss der Freude und Schmerzen in einer völlig heiteren Stille zu Ende kommt, wo Reue über Vergangenes, Ungeduld gegen die Gegenwart und Ängste vor der Zukunft unbekannt sind.

+ Im Mittelpunkt des Wesens eines Menschen befindet sich seine unsterbliche Seele, sein Schutzengel. 

+ Irgendwo im verkörperten Kern des Wesens des Menschen befindet sich Licht, Güte, Macht und Ruhe. 

+ Es stimmt, wenn man sagt, das Überselbst besitzt Eigenschaften, die auch Gott besitzt. Aber weil ein Mensch einem anderen  g l e i c h t  , behaupten wir nicht, er sei mit jenem identisch. Seinem Wesen nach ist das Überselbst ein GOTTGLEICHES, aber es ist nicht mit ihm identisch.   

+ Das Überselbst ist das innere oder wahre Selbst des Menschen, das das göttliche Wesen und die göttlichen Attribute widerspiegelt. Das Überselbst ist eine Ausstrahlung aus der höchsten und letzten Wirklichkeit, aber es ist weder eine Unterteilung noch ist es ein losgelöstes Fragment von ihr. Es ist ein Strahl, der aus ihr geworfen wird, nicht aber die Sonne selbst.

+ Es stimmt, dass das Wesen Gottes unerforschlich ist, und dass die Gesetze Gottes unerbittlich sind. Aber es stimmt auch, dass die an Gott geknüpfte Seele des Menschen zugänglich ist und ihre Intuitionen zu Gebote stehen.

+ In dem normalerweise verdeckten Mittelpunkt des Wesens eines Menschen, verdeckt durch seine Gedanken, Gefühlsregungen und Leidenschaften als Person, als Selbst, dort IST ES. Hier ist er verbunden mit dem größeren WESEN hinter dem Universum, dem Welt-Geist. In diesem Sinne ist er nicht wirklich eine vereinzelte Einheit, nicht alleine. Gott ist bei ihm.

+ Dies, der tiefste Teil seines Wesens, sein letztes, essentielles Selbst, dies ist des Menschen Überselbst und sein Bindeglied mit dem Welt-Geist. Diese GEGENWART in ihm ist es, die seine ganze spirituelle Kraft heraufbeschwört. 

+ Weil das Gottgleiche in jedem von uns steckt, und weil keiner von uns dem anderen gleicht, verfügt jeder oder jede über seine oder ihre besonderen Begabungen, Fähigkeiten oder Talente, die zum Ausdruck kommen sollen. In jedem findet das unendliche Wesen eine einzigartige Weise vor, die eigene Unendlichkeit auszudrücken. Selbst wenn wir keine Begabungen haben, so haben wir doch unsere individuellen Eigenschaften. 

+ Es ist eine Wesenheit, die größer, edler, klüger und stärker ist als er selbst, und doch ist sie geheimnisvoll und untrennbar mit ihm verknüpft; es ist tatsächlich sein Über-Selbst.

+ Die Erkenntnis, dass keine zwei menschlichen Wesen gleich sind, bezieht sich auf ihren Körper und Geist. Dies lässt jedoch den Teil ihrer Natur aus, der spirituell ist, der in tiefer Meditation gefunden und erlebt wird. In ihm, dem tiefsten Teil ihres bewussten Wesens, verschwindet das persönliche Selbst, nur Bewusstsein an sich bleibt, frei von Gedanken, frei von der Welt. Dies ist die Quelle des „Ich“-Gefühls, und in der Erfahrung aller Menschen ist es exakt gleich. Dies ist der Teil, der niemals vergeht, „wo Gott und Mensch sich untereinander begeben mögen“.   

+ Dem Intellekt muss der geheimnisvolle Charakter des Überselbst notwendig ein Rätsel sein. Wir mögen ihn besser verstehen, wenn wir die paradoxe Tatsache akzeptieren, dass er eine Dualität verbindet und man ihn folglich auf zwei Arten betrachten kann, wobei jede richtig ist. Einerseits ist da das göttliche Wesen, das gänzlich jenseits aller zeitlichen Belange steht, absolut und universell, andererseits ist da das halb-göttliche Wesen, mit dem das menschliche Ego historisch  in Beziehung steht.

+ Jene, die es niemals in sich selbst zu spüren bekommen, noch jemals in anderen unter Beweis gestellt sehen, können die  Seligkeit eines  derartigen Zustandes nicht verstehen. Wenn dem Durchschnittsmenschen diese feineren Erlebnisse so selten zuteil werden, dann deswegen, weil sein Wesen zu grob, sein Geist zu erdgebunden und sein Blickwinkel zu persönlich ist, als dass er sie empfangen könnte.

+ In anderen Worten, alles, was er in einem solchen Augenblick zu tun hat, ist   p a s s i v   zu empfangen: Keine andere Tätigkeit ist vonnöten. Gedanken an irgendein anderes Thema, auch wenn es seinem Wesen nach noch so erhaben ist, würden einem solchen Empfang den Weg verstellen: Er sollte ihnen keine Beachtung schenken.

+ In diesen wenigen glänzenden Augenblicken offenbart die Wahrheit sich nicht dem Intellekt, sondern dem inneren Wesen.

+ Das Leben verkündet seine göttliche Absicht nur im tiefsten, geheimnisvollsten und stillsten Winkel unseres Wesens.

+ Was im Aufleuchten gesehen worden ist, muss jetzt ins Herz und in den Geist genommen werden, ins Denken und Gedächtnis, in das ganze Wesen des Menschen. Von da ab soll er unter anderen als einer handeln und leben, der für ein höheres Schicksal bestimmt ist als ein halbtierisches, nicht voll menschliches, blindes Dasein.   

+ Das Aufleuchten ist ein denkwürdiges Erlebnis, aber es ist nicht genug. Es weist einem eine mögliche Zukunft, gibt einem eine neue Weltsicht, aber von nun an ist man verpflichtet, all dies in sein alltägliches Leben und sein ganzes Wesen zu bringen. Das erfordert Zeit, Übung, Geduld, Wachsamkeit, Selbsttraining und mehr Feingefühl.

+ Es ist auch  eine Sache des Wartens darauf, dass dein Wesen zur Ruhe kommt. Das Tun besteht einfach darin, dass du störende Gedanken wegfegst und die Aufmerksamkeit auf eine konzentrierte Weise festhältst. 

+ Während das mentale Aufgewühltsein und die Willkür der Emotionen wegfällt durch dieses geduldige Warten, bricht im inneren Wesen eine Stille auf. Dies ist ein zartes, sanftes und wichtiges Stadium, denn es grenzt an die Schwelle, wo eine neue und seltene Art von Erfahrung nahe sein mag.

+ Ihr müsst während dieser Stunde vollkommen still bleiben, nicht zulassen, dass der Körper sich bewegt und den Geist ablenkt; wegen der Wechselwirkung dieser beiden Wesenheiten, die eine die andere beeinflussend, wird auch der Geist in zunehmendem Maße still.   

+ Ein Maßstab eures Erfolges bei diesen Übungen ist der zunehmende Grad, in dem ihr ein inneres Leben verspürt, ein feineres gedanklich-emotionales Wesen innerhalb eurer eigenen Persönlichkeit.

+ Wenn man täglich zum MITTELPUNKT seines Wesens zurückkehrt, durch Meditation den Zugang zu ihm offen hält, entzieht man sich in zunehmendem Maße der Vorherschaft des Körpers und der Einseitigkeit des Intellekts. Das heißt, man wird mehr und mehr man selbst, sieht sich immer weniger von den eigenen „Werkzeugen“ eingeschränkt. 

+ Bei diesen Übungen denkt er an GOTTES Wesen, Eigenschaften und Attribute; er meditiert über GOTTES Unendlichkeit, Ewigkeit und Einheit.

+ Das Ego, das Bewusstsein vom persönlichen und  physischen „Ich“, ist das, dessen wir uns am lebhaftesten gewahr sind. Dieser Wesenskern ist der geistige und nicht der körperliche Teil von uns. Aber wir sind ein Teil des Weltalls. Infolgedessen ist auch der Wesenskern des Weltalls geistig und ist nicht der körperliche Teil, den wir überall um sehen und erleben. 

+ Es gibt eine natürliche Fähigkeit, die jedem menschlichen Wesen und jedem Tier gemein ist – eine Fähigkeit, die den eigentlichen Wesenskern seines Selbstseins ausmacht. Dabei handelt es sich um das Bewusstsein. Der wichtigste aller Bewusstseinszustände ist Erkenntnis.

+ Mit dem, was von gleichem Wesen ist wie er selbst, mit dem, das ihm entspricht und dem, was auch mental ist, vermag der menschliche Geist eine Verbindung herzustellen – das heißt, er vermag sich dessen gewahr werden. Dass materielle Dinge direkt an das nichtmaterielle Bewusstsein des Menschen herantreten, ist unmöglich.

+ Als  Schlüssel zum Verständnis des Wesens des Weltalls löst der Mentalismus den Materialismus in Luft auf. Dadurch unterstützt er wirkliche Religion in ihrer rechtmäßigen und wichtigen Aufgabe, nicht aber die hohle, halbmaterialistische Theatervorstellung, die sich dafür ausgibt. Er stellt wieder einen richtigeren Begriff von GOTT  her und bringt einen fest begründeten Glauben an GOTT zurück. 

+ Wie soll einer ohne die Fähigkeit, abstrakte Gedanken hervorzubringen, verstehen können, dass Selbst oder Geist, also BEWUSSTSEIN, ja selbst Erkenntnis oder Wahrnehmung, eine eigenständige Wesenheit ist und nicht lediglich ein Nebenprodukt des fleischlichen Hirns?

+ Wäre Materie wirklich oder so wirklich wie GEIST, so könnte letzterer nicht mehr die einzige Wirklichkeit seien. GOTT wäre dann nicht mehr einzigartig, nicht mehr das EINE WESEN, welches allein der unendliche GEIST ist, denn dann gäbe es neben ihm noch ein Zweites, das über die gleichen Attribute verfügte wie es selbst. Dann gäbe es Götter, aber keinen GOTT, was absurd ist.

+ Es stimmt, wenn man sagt, das Überselbst besitzt Eigenschaften, die auch Gott besitzt. Aber weil ein Mensch einem anderen  g l e i c h t  , behaupten wir nicht, er sei mit jenem identisch. Seinem Wesen nach ist das Überselbst ein GOTTGLEICHES, aber es ist nicht mit ihm identisch.

+ Der Wesenskern des Menschen ist sein Überselbst, das eine Ausstrahlung aus dem GEIST ist. Hier ist der Brennpunkt allen spirituellen Suchens, hier begegnet der Mensch Gott.

+ Das Überselbst ist das innere oder wahre Selbst des Menschen, das das göttliche Wesen und die göttlichen Attribute widerspiegelt. Das Überselbst ist eine Ausstrahlung aus der höchsten und letzten Wirklichkeit, aber es ist weder eine Unterteilung noch ist es ein losgelöstes Fragment von ihr. Es ist ein Strahl, der aus ihr geworfen wird, nicht aber die Sonne selbst.

+ Es stimmt, dass das Wesen Gottes unerforschlich ist, und dass die Gesetze Gottes unerbittlich sind. Aber es stimmt auch, dass die an Gott geknüpfte Seele des Menschen zugänglich ist und ihre Intuitionen zu Gebote stehen.

+ In dem normalerweise verdeckten Mittelpunkt des Wesens eines Menschen, verdeckt durch seine Gedanken, Gefühlsregungen und Leidenschaften als Person, als  Selbst, dort IST ES. Hier ist er verbunden mit dem größeren WESEN hinter dem  Universum, dem Welt-Geist. In diesem Sinne ist er nicht wirklich eine vereinzelte Einheit, nicht alleine. Gott ist bei ihm.

+ Es handelt sich um ein Erlebnis der   S e l b s t  –  Entdeckung, nicht um eine Entdeckung irgendeines anderen Wesens,  sei es ein Guru oder ein Gott.

+ Für einige wenige aufregende Augenblicke offenbart sich das göttliche Selbst, und dann zieht es sich wieder zurück in die Leere, in der es weilt. Aber das Aufleuchten ist genug, ihm zu verkünden, dass eine höhere Art von Leben möglich ist und es ein Wesen gibt, das über dem Ego steht.

+ Das Leben verkündet seine göttliche Absicht nur im tiefsten, geheimnisvollsten und stillsten Winkel unseres Wesens.

+ Der  Gedanke der äußeren Welt stammt ursprünglich aus dem Universellen Geist(GOTT), während die Gedanken, die persönliche Wesensmerkmale betreffen, aus dem unterbewussten, in früheren Inkarnationen entwickelten Tendenzen kommen. In beiden Fällen liegt die die  Gedanken in Gang setzende Kraft außerhalb des bewussten Selbst. Aber aus eben diesem Grunde ist sie unwiderstehlich. Das Werk der SPIRITUELLEN SUCHE  besteht einerseits darin, mit GOTT zusammenzuarbeiten, und andererseits darin, diese unterbewussten Tendenzen zu bewältigen.

 

Worte von Jesus – Matthäus-Evangelium (Ziffer ist Kapitel/Vers)

+ Versuchung. 4. Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das hervorgeht aus dem Munde Gottes. + Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. + Weiche Satan! Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. 

+ Bergpredigt. 5. Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich. + Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. + Selig die  Sanftmütigen, denn sie werden das Land zu Besitz erhalten. + Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden. + Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. + Selig die lauteren Herzen sind, denn sie werden Gott schauen. + Selig die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. + Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich.     + Selig seid ihr, wenn  sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch alles Böse gegen euch sagen um meinetwillen. + Freuet euch und frohlocket, denn euer Lohn ist groß im Himmel.

+ Himmelreich und Gesetz. 5.17.  Bis der Himmel und die Erde vergehen, wird nicht ein einziges Jota oder ein einziges Häkchen vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. + Wer daher eines von diesen kleinsten Geboten aufhebt und so die Menschen lehrt, der wird als Kleinster gelten im Himmelreich; wer sie aber tut und lehrt, der wird als Großer gelten im Himmelreich. + Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht viel vollkommener sein wird als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht hineinkommen in das Himmelreich. 

+ Heiligkeit der Ehe. 5.28. Ein jeder, der eine Frau anblickt mit begehrlicher Absicht, hat schon die Ehe mit ihr gebrochen in seinem Herzen. + Wenn dir dein rechtes Auge zum Ärgernis wird, so reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. + Wenn dir deine rechte Hand zum Ärgernis wird, so hau sie ab und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.  

+ Wahrhaftigkeit. 5.33. Schwört überhaupt nicht, auch nicht beim Himmel, denn er ist der Thron Gottes. + Auch nicht bei der Erde, denn sie ist der „Schemel  seiner Füße“. + Auch nicht bei deinem Haupte sollst du schwören, weil du nicht ein einziges Haar weiß machen kannst oder schwarz.

+Es sei euer Jawort ein Ja, euer Nein ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.  

+ Wahre Wiedervergeltung. 5.38. + Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: „Aug um Aug, Zahn um Zahn“. + Ich aber sage euch: Streitet nicht mit dem Bösen, sondern wenn einer dich auf deine rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin! + Und wenn einer dich vor das Gericht bringen und deinen Leibrock nehmen will, dem lasse auch den Mantel. + Und wenn einer dich nötigt zu einer einzigen Meile, mit dem gehe zwei! + Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.  

+ Liebe ohne Schranken 5.43. Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen“. + Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen und betet für sie, die euch verfolgen und verleumden, auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet, denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. + Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner das gleiche? + Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden das gleiche? + Seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

+ Vom Almosengeben. 6.1. Gebet acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Menschen tut, um euch ihnen zur Schau zu stellen, sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. +Wenn du daher Almosen gibst, so posaune nicht vor dir her, wie die Heuchler in den Synagogen und  auf den  Straßen tun, damit sie gepriesen werden von den Menschen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn empfangen. + Wenn aber du Almosen gibst, soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen sei, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 

+ Vom Beten. 6.5. Und wenn ihr betet, so sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an  den Straßenecken stehen und beten, damit sie gesehen werden von den Menschen. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn empfangen. + Wenn aber du betest, so geh in deine Kammer, schließ die Türe zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. + Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die sich einbilden, dass sie erhört werden, wenn sie viele Worte machen. + Werdet daher nicht wie sie: denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet. + So nun sollt ihr beten: Unser Vater, du im Himmel, geheiligt werde dein Name, + Es komme dein Reich. Es geschehe dein Wille wie im Himmel auch auf Erden. + Unser tägliches Brot gib uns heute. + Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben haben unsern Schuldnern. + Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen. Amen. + Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, wird auch euer himmlischer Vater vergeben eure Vergehen. + Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird auch euer Vater eure Verfehlungen nicht vergeben.

+ Vom Fasten. 6.16. Wenn ihr aber fastet, so schaut nicht finster drein wie die Heuchler, denn diese entstellen ihr Antlitz, damit die Menschen sehen, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn empfangen. + Wenn aber du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein  Angesicht, damit du mit deinem Fasten nicht auffällst vor den Menschen, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 

+ Mammonsdienst. 6.19. Sammelt euch nicht schätze auf Erden, wo Motten und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen; sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. + Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. + Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge; ist dein Auge klar, wird dein ganzer Leib im Lichte sein; ist aber dein Auge schlecht, wird dein ganzer  Leib im Finstern sein. Wenn darum das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, was mag das für eine Finsternis sein. + Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder  wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich dem einen zuneigen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

+ Unnötige Sorge. 6.25. Darum sage ich euch: Macht euch nicht Sorge für euer Leben, was ihr essen oder trinken, noch für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleider? + Betrachtet die Vögel  des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen,  und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? + Wer unter euch kann mit seinen Sorgen seinem Lebensweg eine einzige Elle hinzufügen? Macht euch nicht Sorge und sagt nicht: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns bekleiden? Denn nach all dem trachten die Heiden. Es weiß ja euer Vater im Himmel, dass ihr all dessen bedürft. + Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und dies alles wird euch dazugegeben werden. + Macht euch daher nicht Sorge für den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jedem Tag genügt seine Plage.

+ Verkehrtes Richten. 7.1. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. + Denn mit dem Urteil, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird euch gemessen  werden. + Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, in deinem Auge ist der Balken? +Du Heuchler! Zieh erst den Balken aus deinem Auge, und dann sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! + Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie nicht etwa diese mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und  euch zerreißen. 

+ Betende Zuversicht. 7.7. Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden! + Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der  findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden. + Oder wer ist unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein gäbe? + Oder, wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gäbe? + Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, um wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten!

+ Goldene Regel. 7.12. Alles nun, was ihr wollt, dass euch die  Menschen tun, sollt ebenso auch ihr ihnen tun; denn das ist das Gesetz und die Propheten.

+ Klare Entscheidung. 7. 13. Geht hinein in das enge Tor! Denn weit ist das Tor, und breit ist der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die hineingehen auf ihm. + Wie eng aber ist das Tor und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es die ihn finden. + Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig sind sie reißende  Wölfe.  + An ihren  Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man denn Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? + So bringt jeder gute Baum gute Früchte; der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte.  + Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann nicht gute Früchte bringen. +Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird  herausgehauen und ins Feuer geworfen. + An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.

+ Wahre Gefolgschaft. 7.21. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! Wird eingehen in das Himmelreich; sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der wird eingehen in das Himmelreich. +  Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht geweissagt in deinem Namen? Haben wir nicht Dämonen ausgetrieben in deinem Namen? Haben wir nicht viele Wunder gewirkt in deinem Namen? + Alsdann werde ich ihnen offen erklären: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, die ihr die Werke des Bösen tut!

+ Bewährung. 7.24. Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, der wird gleich sein einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute. + Es fiel der Platzregen, es kamen die Wasserbäche, es brausten  die Winde und stießen an jenes Haus, aber es fiel nicht zusammen; denn es war auf Felsengrund gebaut. + Jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird gleich sein einem törichten Mann, der sein Haus auf den Sand baute. + Es fiel der Platzregen, es kamen die Wasserbäche, es brausten die Winde und stießen an jenes Haus, und es brach zusammen, und sein Zusammenbruch war gewaltig.

+ 10.19. Wenn sie euch aber überliefern, so habt nicht Sorge,  wie oder was ihr reden sollt, denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr zu sagen habt. + Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet.

+ Opferbereitschaft. 10.37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer Sohn und Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. + Wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. + Wer sein Leben findet, wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. +Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf der mich gesandt hat. + Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird eines Propheten Lohn empfangen, und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird eines Gerechten Lohn empfangen. + Und wer einem von diesen Kleinen nur einen Becher frischen Wassers zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wahrlich ich sage euch: Er wird um seinen Lohn nicht kommen.

+ 12.30. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.  + Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. + Wer ein Wort wider den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden; wer aber  wider den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt. + Ihr Schlangenbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. + Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor; der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. + Ich sage euch aber: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, haben sie Rechenschaft zu geben am Tages des Gerichtes. + Denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt und aus deinen Worten wirst du verurteilt werden.

+ Das Himmelreich in Gleichnissen. 13.1. bis 13.52.

+ Um die wahre Reinheit. 15.1. bis 15.20  

+ Vom rechten Jüngersinn. 18.1.  In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sagten: „Wer ist wohl der Größte im Himmelreich?“ + Da rief er ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie und sprach: + Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. + Wer sich also klein macht wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. + Und wer solch ein Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. + Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es gut, dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er versenkt würde in die Tiefe des Meeres. + Wehe der Welt um der Ärgernisse willen! Denn es müssen zwar Ärgernisse kommen, doch wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt. +Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir zum Ärgernis wird, so haue ihn ab und wirf ihn von dir; es ist besser für dich, verstümmelt  oder hinkend in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen oder zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden. + Und wenn dir dein Auge zum Ärgernis wird, so reiß es aus und wirf es von dir; es ist besser für dich, einäugig in das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in das höllische Feuer geworfen zu werden. +Seht zu, dass ihr keines von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel schauen im Himmel immerfort das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist. + Denn der Menschensohn ist gekommen zu retten, was verloren war. + Was dünkt euch? Wenn einer hundert Schafe hat und eines von ihnen verirrt sich: lässt er nicht die neunundneunzig auf den  Bergen und geht hin, das verirrte zu suchen? + Und gelingt es ihm, es zu finden, wahrlich, ich sage euch: Er freut sich mehr über dieses als  über die neunundneunzig, die sich nicht verirrten. + So ist es nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass verlorengehe eines von diesen Kleinen.

+ Von brüderlicher Gemeinschaft. 18.15. bis 18.35.

+ Von Ehe und Ehelosigkeit. 19.3. bis 19.12.

+ Reichtum und Himmelreich. 19.16. bis 19.30.

+ Gleichnis für Lohn und Gnade im Himmelreich. 20.1. bis 20.16.

+ Die ungleichen Söhne. 21.28. bis 21.32.

+ Das größte Gebot. 22.36. Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetze? + Er sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Denken. + Dies ist das größte und erste Gebot. + Das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. + An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.  

+ Strafrede über die Schriftgelehrten und Pharisäer. 23.1. bis 23.36.

+ Weissagung vom Ende. 24.4. bis 24.14.                                                                             

 

M a n t r a / R o s e n k r a n z / B e t e n

(Texte des Autoren Paul Brunton)

+ Hört auf zu denken! – Bringt eure Gedanken zur Ruhe!

+ Jedes Mal wenn ein Gedanke sein Haupt aufrichtet, solltest du ihn als das bewerten, was er ist und ihn bei Seite schieben. Jedes Mal wenn dich eine Emotion überkommt, solltest du auch sie als das erkennen, was sie ist und dich von ihr lösen. Dies ist der Weg der Erforschung des Selbst, denn während du diese Dinge tust, sollst du den Willen auf die Suche nach dem Mittelpunkt deines Wesens gerichtet halten. Führe diese Dinge mit hartnäckiger Ausdauer aus. Nimm sie in dein Bewusstsein und in dein Fühlen auf.

+ Das höchste Ziel der Suche ist nicht die durch Zerstörung des Ich , sondern die durch Vollendung des Ich gewonnene Erleuchtung. Es ist die Funktion des Egoismus, die es zu zerstören gilt, nicht das was die Funktion ausübt. Die Herrschaft des Ich hat zu verschwinden, nicht das Ich selbst.

+ Das Ziel besteht darin, sämtliche Gedanken aus dem Geist zu räumen, damit man ihn so zu erleben vermag, wie er ist – rein und klar.

+ Das Ziel besteht darin, das BEWUSSTSEIN an sich aus dem Gedankengewirr zu lösen. Die Methode darin, die Gedanken immer und immer wieder wegzufegen. 

+ Das Ziel besteht darin, erst einmal schrittweise auf eine Verlangsamung der Denkhandlung hinzuarbeiten und sie später ganz zur Ruhe zu bringen.

+Es ist ein Ziel der Meditation, immer näher an den  MITTELPUNKT unseres Seins heranzutreten.

+Das erste  Ziel der Meditation ist eine zunehmende Abkehr des Geistes von den Dingen und von den Gedanken dieser Welt, bis er zur Ruhe gekommen, passiv ist und selbst den Mittelpunkt bildet.

+ Die Meditation, falls erfolgreich, verwirklicht zwei große Ziele: Sie zieht den Geist nach innen und befreit ihn aus seiner leiblichen Gefangenschaft, und  sie erhebt den Geist auf eine himmlische Stufe der Vereinigung mit dem Überselbst.

+ Als erstes obliegt es euch, die Aufmerksamkeit umzuschulen. Ihr müsst ihr eine neue Richtung geben,  sie auf ein neues Ziel lenken. Ihr müsst sie in euch selbst lenken und sie mit tiefer Innigkeit und großer Liebe auf die Suche nach der SEELE richten, die dort versteckt liegt. 

+ Als erstes macht man seinen Geist leer von allen Dingen, als zweites leer von sich selbst. Das Ziel des ersten Abschnitts dieses Werkes kann man durch eigenes Training erlangen, aber das zweite kann nur durch eine höhere Kraft – die Gnade – vollendet werden. Es beginnt mit Unwissenheit und endet mit Wissen.

+ Der erste Schritt besteht darin, die Gedanken einzufangen und sie kraft des Willens festzuhalten. Der zweite darin, die Aufmerksamkeit nach innen zu tragen, weg von den Sinnen der  körperlichen Erfahrung.

+ Eine fortwährende Einsicht, allzeit gegenwärtig, das ist das Ziel, nicht ein vergängliches Aufleuchten.

+ Das letzte Ziel besteht darin, sich in     e r s t e r    L i n i e    als ein geistiges Wesen zu betrachten und nicht als ein physisches, darin, diese  götzenhafte Identifikation des Selbst mit Fleisch, Blut und Knochen aufzugeben.

+ Vier Ziele gibt es, die die Philosophie dem Menschengeist steckt: 1. Sich selbst erkennen;  2. Sein Überselbst zu erkennen; 3. Das Universum zu erkennen; 4. Sein Verhältnis zum Universum zu erkennen. Diesen Zielen nachzustreben macht die Suche aus.

+ Höre nicht auf, über die Unterschiede zwischen dem persönlichen Ego und dem unpersönlichen Überselbst nachzudenken, bis du sie in- und auswendig kennst.

+Ihr müsst damit beginnen, den Aktivitäten eures Geistes eine disziplinierte Aufmerksamkeit zu schenken. 

+ Das  erste Gesetz des Lebens als Schüler verlangt, dass ihr die eigenen Gedanken einer Kontrolle unterwerft. 

+ Man muss den Gedanken jedes Mal, wenn sie abschweifen, eine entschiedene Wende in die gewählte Richtung geben.

+ Sich des BEWUSSTSEINS bewusst zu werden, das sich von seinen Produkten – den Gedanken – gelöst hat, ist unsere Aufgabe, ruft unsere Kraft und Hingabe hervor.

+ Täglich soll man für kurze Intervalle das üben, was die alltägliche Erfahrung einen nicht üben lässt – nach innen zu gehen, unpersönlich zu sein und das „Ich“ zu kennen.

+ Es gibt keine wahrere Botschaft als diese: Sucht das Göttliche in Euch, kehrt täglich zu ihm zurück, lernt in ihm zu leben und   s e i d   es schließlich!

+ Der Suchende hat die Kunst zu lernen, unter jeder Art von Umstand sein eigener Herr zu sein.

+ …..dass es nur die EINE UNENDLICHE LEBENSKRAFT gibt, nur den EINEN EWIG EXISTIERENDEN GEIST, und dass alles andere lediglich Illusion, Idee oder Traum ist. 

+ Er (der Kandidat der Philosophie) sollte sich schämen, wenn auch nur ein einziger Tag dahingeht, der nicht sein Maß an mystischer Meditation, an inbrünstigem Gebet und moralischer Bemühung, an geistiger Disziplin und emotionaler Läuterung gesehen hat.

+ Ihr müsst versuchen, geistig im Gleichgewicht zu bleiben, dürft es nicht von den Nöten und Freuden, die das Leben bringen mag, stören lassen.

+ Ihr müsst versuchen, euch eurer inneren Verfassung, eurer Gedanken und Gefühlsregungen, eurer Motive und Sehnsüchte gewahr zu sein – zuerst zu bestimmten Zeiten und später zu allen. Das heißt,  ihr habt euch selbst zu beobachten. 

+ Soll die Meditation gemeistert werden, dürfen zwei grundlegende Bedingungen niemals in Vergessenheit geraten. Die erste besteht darin, die Aufmerksamkeit immer wieder von ihren Abschweifungen zurückzubringen. Die zweite darin, immer tiefer mit ihr einzudringen, bis die stille LEERE erreicht ist. Werdet am Ende eins mit der LEERE. 

+ Der denkende  Mensch braucht das Konzept des reinen GEISTES, des unendlichen, formlosen Bewusstseins, des zeitlosen  Seins. Es ist absolut notwendig, denn ohne es bleibt sein Denken unvollendet und unvollständig. Alles weist am Ende auf den reinen Geist hin, vom eigenen bis zum universalen Dasein. 

+ Wer aus dem eigenen göttlichen Mittelpunkt über die eigenen Gedanken und Sinne herrscht, herrscht über das Leben. 

+  Wer ständig die Gegenwart der göttlichen Seele in sich fühlt, erwirbt eine mühelose Selbstbeherrschung.

+ Diese niemals zu Ende kommende Erforschung der Bedeutung des eigenen Lebens  und des Lebens der ganzen Menschheit, diese ununterbrochene Selbstprüfung, was Charakter und Motive anbelangt, beschleunigt die Entwicklung deines Geistes und die Reife deines Egos, beschleunigt die Verwirklichung deiner selbst und die Entfaltung deiner inneren Möglichkeiten.

+  Das Ego, dessen wir uns bewusst sind, ist nicht dasselbe wie der Geist,   k r a f t   d e s s e n     wir bewusst  sind. Wer nicht locker lässt, bis er das verstehen kann, öffnet die erste Tür der Wohnstätte der Seele.

+ Das Ego borgt seine Wirklichkeit, seine Wahrnehmungskraft, seine eigentliche Fähigkeit, gewahr zu sein, von seiner Verbindung mit dem Überselbst.

+ Macht über das Denken zu haben und es erhabenen Themen zu weihen, bringt mehr inneren Frieden und mehr Kraft.

+ Einer Frau oder einem Mann kann kein besseres Glück widerfahren als dieses heitere innere Wohlbefinden und diese Gewissheit über die universelle Wahrheit.   

+ Wenn Herz zu Herzen spricht, was gibt es dann noch zu sagen?

+ Das SEIN kann nicht aufhören; diese Unsterblichkeit ist möglich, weil es universal ist. Aber der Strahl, den es wirft, das kleine Ego, das   k a n n   aufhören. 

+ Die Stille hat magische Kräfte. Sie beschwichtigt, erbaut, heilt, unterweist, lenkt und ersetzt Chaos und Wirrwarr mit Ordnung und Harmonie.

+ Das  Konzept des Überselbst ist grundlegend. Es macht den Sinn des Lebens aus. 

Das Überselbst zu finden bedeutet, die Angst zu tilgen, Harmonie herzustellen und das Leben zu beseelen.

+ Wir können das Überselbst nur dadurch erkennen, dass wir es sind und nicht dadurch, dass wir es denken. Es liegt jenseits des Denkens, denn es ist GEDANKE, reiner Geist an sich.

+ Es gibt nur ein einziges Überselbst für die ganze Menschheit, aber der Kontaktpunkt mit ihm ist speziell und einzigartig, er stellt des Menschen höhere Individualität dar.

+ Das Christus-Selbst, das in Jesus war, ist auch in uns.                                                                                                                                                               

 

Quellen

Erschienene Werke des Autoren Paul Brunton:

Augenblicke der Wahrheit / Der Weg liegt vor deinen Füssen / Die Philosophie der Wahrheit – tiefster Grund des Yoga / Das Überselbst / Entdecke dich selbst / Als Einsiedler im Himalya / Der Weg nach Innen / Karma – Kette von Ursache und Wirkung / Das Selbst und die Unendlichkeit / Meditation  – Praktische Wege zum Überselbst / Philosophie als Einweihungsweg / Das Ich und die Wiedergeburt / Vom Ich zum Überselbst / Das Selbst und der Weltgeist.                                                   

Zitate von Paul Brunton

Hat die Menschheit im Gang der Geschichte die Wahrheit gefunden? Warum muss ein Mensch, der sie wissen will, seine eigene persönliche Suche ganz von vorn antreten.
Deshalb, weil er sie für sich selbst erkennen muss.

„Mit seiner Missachtung der Gegenwart des Überselbst (= seiner eigenen Seele) begeht der Mensch seine größte Sünde und beweist er seine ärgste Dummheit.“

Sicherlich hat doch die Menschheit inzwischen im Gang der Geschichte die Wahrheit gefunden? Warum muss dann ein Mensch, der sie wissen will, seine eigene persönliche Suche ganz von vorn antreten? Deshalb, weil er sie für sich selbst erkennen muss.

Die Tatsache oder das Fehlen der Erleuchtung ist das Maß für den wirklichen Wert einer Person.

Wer mit der Welt-Idee, die allen Dingen, allen Wesen, dem ganzen Universum innewohnt, zusammenarbeiten, in Harmonie mit ihr und seinen Mitgeschöpfen leben will, den wird es früher oder später auf diese Suche ziehen.